Ich schätze (und verwende) Jungs Erweiterung der Traumdeutung
in der Psychotherapie, finde auch seine Schriften, die sich
mit nicht mehr kausal greifbaren Dingen beschäftigen wie z.B.
Synchronizität, sehr bereichernd, hüte mich aber davor, in
meiner medizinischen Arbeit Grenzen zu verwässern.
Es würde mich wirklich ganz ernsthaft und tief interessieren, die Vorbehalte der nichtjungianischen analytischen Therapeuten in dieser Richtung besser zu verstehen.
Ähnliche Aussagen begegnen mir da immer wieder.
Vor mehr als 2 Jahrzehnten habe ich meinen Bewusstseinsweg mit einer Balint- und Freud-Anhängerin begonnen, viel dort gelernt und mitgenommen. Alles auf der Ich-Ebene, welches damals ersteinmal deutlich aufgebaut und wahrgenommen werden musste.
Ich bin aber mit den Jahren immer mehr an die Grenzen dieser Form gestossen.
Je deutlicher sich mir gezeigt hat, dass nach dieser Ichebene noch weitere Ebenen kommen, die transpersonalen eben, umso hilfloser habe ich die Analytikerin werden sehen und umso sinnloser wurden die gemeinsamen Sitzungen.Umso mehr ist sie selber ins agieren und projezieren gekommen mit mir.
Erst mit einer Analytikerin aus der Jungrichtung, die weit mehr als nur Analytikerin war habe ich so etwas wie eine „Einweihung“ durchlebt und bin wirklich bei dem angekommen, wonach ich immer gesucht hatte.
Diese Zeit hat in mir den festen Glauben geformt, dass ohne Spiritualität Heilung sehr schwer sein dürfte und ohne dieses Bewusstsein würde es mir sehr schwer fallen, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.
Von hier aus betrachtet, müpssen nicht ab einem gewissen Punkt Grenzen sich lösen, um weiter zu wachsen?
Zumindest, wir wollen mehr, als nur unsere „lästigen“ Probleme „loswerden“…
An dieser Stelle bin ich sehr offen und behutsam, um sie besser noch zu klären.
Es ist ja nicht so, dass das Freudianische gar nicht weiterführen würde.
Darum braucht die heutige Therapie meiner Ansicht nach auch
dringend einen erweiterten Unterbau, Jung hat einen Anfang
gemacht mit kollektiver Psyche, und seine Nachfolger sind dann
ja noch weiter in die transpersonale Ebene gegangen.Zwiespältig. Zum Teil ging Jung weiter als Freud, zum Teil
fiel er hinter ihn zurück. Aber das gehört wohl eher ins
Psycho-Brett.
Ja, da hast Du vielleicht Recht, ob hier oder dort, wenn Du magst, würde ich gerne Deinen Standpunkt hören.
Vor allem interessiert mich, wo Jung hinter Freud zurückfiel.
Wenn Du magst…
Gruß,
Anja
Gruß,
Branden

