Grüß Dich, Samy.
Was ich mit erschrecken immer wieder feststellen muss, ist, dass viele den Islam und seine Gebote, nicht verstehen, bzw. einfachheithalber als Diskriminierung der Frau ansehen oder überhaupt nichts darüber wissen, außer die Infos aus den Medien.
Ich weiß schon ein bißchen was, aber vermutlich aus Kreisen, die Du als „abtrünnig“ oder sowas bezeichnen würdest, einem eher liberalen Kreis von Moslems. Mit denen man sich wuderbar unterhalten kann, ohne daß man gleich als „Unwissender“, „Verwirrter“, „Ungläubiger“ etc. abgestempelt wird. Nur leider ist mein Kontakt zu diesem Leuten studienbedingt vor ein paar Jahren abgebrochen.
Vorweg im Koran steht Sura 24:31 „…und sage den gläubigen Frauen, Daß sie ihre Blick senken und ihre Keuschheit wahren und ihre Reize nicht zur Schau stellen sollen…“,
Nun ja, zwischen dem Haar/Gesicht einer Frau und ihren Brüsten ist ein kleiner Unterschied. Ach übrigens, ob es Dir bewußt ist, weiß ich nicht, aber im Korintherbrief schreibt Paulus auch darüber, wieso eine Frau ihr Haupt bedecken sollte… und fährt schnell fort damit „Aber wenn jemand darüber streiten wollte, wir haben eine solche Sitte nicht, und auch nicht die Gemeinden Gottes“.
Schon damals, 600 Jahre vor dem Propheten Mohammed, gab es eine klare Richtlinie darüber, daß die Hauptbedeckung einer Frau entweder von innen heraus kommen muß oder wertlos ist. Und, daß es kein Grund zum Streiten sein sollte.
Jeder, der behauptet, im Koran steht nichts davon, dass die Frauen sich verhüllen sollen, der kennt den Koran nicht, oder er lügt ganz einfach.
Wie gesagt, es steht davon geschrieben, daß sie ihr Reize nicht zur Schau stellen soll und daß sie ihre Brüste verhüllen soll. Brüste = Haare? Ich wüßte nichtmal, daß die Brüste einer Frau mit Haaren geziert sein sollen, geschweige denn umgekehrt.
Und das Kopftuch ist keine Unterdrückung der Frau, sondern ein Schutz für sie…Ein Schutz davor, dass fremde Männer diese Frauen „lüsternd“ anscheuen oder sogar auf schlecht Gedanken kommen, bei dem am Ende womöglich die Frau den kürzeren zieht…
Ach, und wenn sie diesen „Schutz“ garnicht will? Kann er ihr dann von jemandem aufgezwungen werden? Aus meinen Kenntnissen des Islam muß alles von innen heraus kommen, die Befolgung der Gebote ist nichts wert wenn sie nicht der Haltung des Herzens entspricht.
Außerdem: die Aussage, daß eine Frau, die sich den „lüsternen“ Blicken eines Mannes aussetzt, evtl. den „Kürzeren“ zieht, ist das nicht eine klare Absage an die sexuelle Selbstbestimmung (was nicht gleichbedeutend mit „freier Liebe“ ist, wohlgemerkt!) der Frau? Ist es nicht eine klare Absage daran, daß Frauen in derartiger Hinsicht den Männern gleichwertig sind? Oder warum müssen Männer nicht ihr Haar verhüllen, evtl. werden sie ja von einer „lüsternen“ Frau überrumpelt…
Wenn man an Allah (dem Gott)und dem Islam glaubt,muss man folglich auch an den Koran glauben, denn er ist Allahs geschriebenes Wort.
Komische Sache, einerseits behaupten die Muslime, eine Weiterentwicklung des „gefallenen“ Christentums zu sein (was ja auch, wenn man sich die Situation der damaligen RK Kirche ansieht, nicht abwegig ist, daß eine Reform nötig war) aber andererseits behaupten sie, einen anderen Gott zu haben, denn der Gott des Christentums ist vollkommen anders als der Gott des Islam. Denn bei ihm geht es darum, das Leben Christi zu leben, und nicht darum, sich mit 1001 Geboten zu reglementieren. Außerdem sagt die heilige Schrift der Christen, „wer zu diesen Worten etwas hinzufügt oder davon wegnimmt, der wird das Ewige Leben nicht erhalten“ (sinngemäß, so Offenbarung 22). Und der Islam fügt eine ganze Menge hinzu.
Man sagt, wir glauben an den selben Gott, aber dann wird durch eine derartige Forderung wie die Deine eine Kluft geschlagen, deren einzige Konsequenz sein muß, daß der Gott des Christentums oder der des Islams ein falscher Gott sein muß, da sie unterschiedlich sein MÜSSEN laut der genannten Forderung, und dann kommen wir ganz schnell wieder ins finstere Mittelalter wo jede Seite den „Ungläubigen“ mit Gewalt ihren Glauben aufzwingen wollte.
Dazu kommt noch, dass der Islam von sich behauptet, die Ursprungs Religion zu sein, wie sie eigentlich am Anfang gewesen ist. Als die Juden nach Tausenden von Jahren auf den falschen Weg gekommen sind, hat Gott Jesus als Propheten geschickt um die Menschen wieder auf den Rechten Pfad zu leiten…nach kurzer Zeit, haben aber die Menschen dann wieder einen falschen Weg eingeschlagen…(haben Jesus als Sohn Gottes bezeichnet, haben die Bibel verfälscht, etc…)
Und da ist dann schon wieder der Scheideweg. Wer sagt, daß die Bibel „verfälscht“ wurde?
Und wenn Jesus gesagt hat, er sei der Sohn Gottes, dann war er ein Lügner und kein Prophet, und dann sind für Muslime die Christen wirklich Leute, die einer Lüge folgen. Und für Christen, die einen Moslem sagen hören, daß die Bibel eine Lüge sei und Christus nicht der Heiland ist, sind die Moslems Leute, die einer Lüge folgen. Soviel zur „Weiterentwicklung“… Du schlägst hier, keine Ahnung ob beabsichtigt oder nicht, wieder die Kluft zwischen den Religionen, du baust wieder die Barrieren auf, um die abzubauen sich Menschen Generationen bemüht haben. Du behauptest schlicht und einfach, es gebe keinen gemeinsamen Nenner zwischen Christentum und Moslems, und das ist irgendwo schon ein starkes Stück.
daraufhin, hat Allah Mohammed mit dem Islam gesendet und gesagt, das er (Allah) diesmal dafür sorgt, dass der Koran für immer und ewig unverändert bleibt. Und so leben die Muslime heute mit diesem Glauben.
Ach, und vorher hieß es noch, daß es eine Menge Ergänzungswerke zum Koran gebe, die auch alle zu befolgen seien. Wo ist denn der Wert des Koran, wenn er nicht alleingültig ist? Wozu braucht man ihn überhaupt, wenn die Ergänzungswerke gleichen und/oder höheren Stellenwert haben? Das ist jetzt bewußt provokant geschrieben.
Wer also, frage ich euch, will als richtig gläubiger Muslem, freiwillig gegen die Gebote Allah verstoßen ??Keiner, der wirklich glaubt ! und deshalb wird es auch immer Muslime geben, die gegen eine Unterdrückung ihre Glaubensausübung des Islams kämpfen werden.
Ach so, aber wenn Christen in ihrer Glaubensausübung gehindert werden, ist das okay? (Stichwort Kruzifixurteil) Sind Moslems bessere Menschen als der Rest? Hat der Koran ein Gesetz, daß die Unterdrückung anderer Religionen befürwortet? Ist es nicht ein Wiederspruch in sich, wenn der Moslem seinen Glauben ausübt auf eine Weise, wo Andere dadurch unterdrückt werden (das bezieht sich z.B. darauf, wenn ein Moslem eine jüdische Frau heiratet und ihr ein Kopftuch aufzwingen will)?
Gruß,
Michael

Nein, das wird zu spekulativ. Aber wenn’s mir zu heiß wird, ziehe ich meine Klamotten schon mal aus, soweit es nötig ist um mich nicht zu überhitzen.
