Noch einmal: Kopftuch

Hallo Anja,

Da schäme ich mich für „mein“ Bundesland…

Ach, das ist ja gar nicht bundeslandspezifisch. Ich koennte ja auch sagen, dass ich mich fuer meine Partei schaeme. Nur parteispezifisch ist es auch nicht, zumindest wenn man nicht ins Detail gehen wollte. SPD und PDS haben in Berlin aehnliches vor.

viele gruesse, peter

er sieht es nicht
gerne, wenn sie sich besonders herrichtet

hallo,

das verhalten kenne ich nur von orientalischen männern (ich kenne einige (ehe)paare, bei denen man das sehr gut beobachten kann). die schöne (ehe)frau ist im okzident dagegen typischerweise prestigeobjekt, nicht nur die geliebte oder freundin. ich mag mich irren…

datafox

hi,

glaubst Du wirklich, dass der Fellumhang des Höhlenmenschen
ein religiöses Merkmal war?

wenn nicht religiös, dann mit sicherheit kultisch, magisch, zumindest hatte kleidung immer eine bedeutung. dies markiert den anfang der menschheit. ob dies auf neandertaler zutrifft kann ich nicht sagen.

Es gibt auch Afrikanerinnen, die nur eine Schnur tragen. Diese
zeigt nicht dir Gottesfürchtigkeit der Trägerin, sondern
zeigt, ob sie schon liiert ist oder nicht.

du verwechselst religion mit glauben. religion verstehe ich als die sozialen auswirkungen kultischer traditionen und nicht „gottesfürchtigkeit“. eheregeln, hochzeiten usw. sind in allen kulturen teil der religion. insofern ist das band, das anzeigt, ob jemand liiert ist, sehr wohl kultisch.

Die kath. Pfaffen (Missionare), die den „Wilden“ das
Christentum brachten und sie zwangen, Kleidung zu tragen,
haben ihnen damit nichts gutes angetan.

das ist ein ganz anderes thema.

Übrigens fühlt
sie sich überhaupt nicht nackt.

wenn sie liiert ist und das band nicht trägt, dann schon. das ist doch genau das was ich meine.

So ähnlich ist es bei uns
Europäern mit dem Haar. Wir sind den Anblick gewöhnt. Für uns
ist es ebnso kein gewaltiges Sexualkennzeichen. Zumindest
nicht so, dass uns der Hosenladen aufoplatzt.

da ist das problem mit den kopftüchern. es ist als ob europäer in einem nacktlebenden buschvolk leben würden, sich nackt aber schämen und badehosen tragen wie sie es gewohnt sind, und dieses ihnen dann verboten wird, weil badehosen aus sicht des buschvolkes eine unterdrückung darstellen…

gruß
datafox

Oder warum müssen Männer nicht ihr Haar verhüllen, evtl.
werden sie ja von einer „lüsternen“ Frau überrumpelt…

das system funktioniert nur unter der prämisse der polygynie. ein mann ist immer „frei“. von gleichheit ist also nie die rede. ein symbol des ehestandes trägt also nur die frau, nicht aber der mann.

gruß
datafox

Hallo,

das sehe ich anders. kleidung und schmuck hatte immer schon a)
kultische bedeutungen und b) mit sexualtabus und -reizen zu
tun.

Das ist zwar generell richtig, aber auch wenn sie damit nichts zu tun hätten, würden wir in Mitteleuropa kaum nackt rumlaufen. Viele Stämme in Regionen um den Äquator laufen auch z.B. gänzlich nackt herum. Wobei man natürlich fairer Weise sagen muss, dass diese Stämme sehr wohl auch kultische Anzeichen im äußeren haben, aber die zeigen sich halt nicht durch Kleidung. Aber das können sie sich eben nur witterungsbedingt leisten.
Dass der Mensch aber überhaupt irgendwann Kleidung „erfunden“ hat, dass hat IMO wirklich keinen religiösen Charackter, sondern einfach nur Schutz-Wirkung.
Dies hat sich zwar sicherlich sehr rasch geändert, weil das Äußere eines Menschen wohl auch Macht und Gesundheit ausstrahlt, was sich bei der „Paarung“ als durchaus relevant zeigt. Daher hat man sicherlich auch sehr früh entdeckt, dass Kleidung auch eine Symbolik haben kann. Das ist ja heute nicht viel anders, als vor 20000 Jahren.

in dieser hinsicht unterscheidet sich heutige mode um

nichts vom oben zitierten „lendenschurz“ afrikanischer
buschvölker.

Bei Mode ist das sicherlich so. Auch wenns bei Mode ja nicht um kultische Merkmale geht, sondern meist darum, eine hohe weltliche Stellung in der Gesellschaft zu suggerieren. Aber diese weltliche Funktion hat Kleidung oder Bemalung auch bei Buschvölkern.
Außerdem trage ich persönlich Kleidung nicht aus religiösen Beweggründen, sondern v.a. weil es hier kalt ist und weil man mich einsperren würde, wenn ich keine Kleidung tragen würde :wink:

der schwellenwert der sexuellen provokation liegt
aer unterschiedlich hoch je nach kultur. in einigen ist ein
haaransatz so aufreizend wie für andere ein blanker nippel.
die probleme ergeben sich dann, wenn diese kulturen
aufeinanderprallen.

Das sehe ich auch so. Kleidung hat in den verschiedenen Kulturen denke ich mal sehr unterschiedlichen Stellenwert. Genauso was die religiöse oder weltliche Symbolik der Kleidung betrifft. Die Frage ist nur, welchen Kompromiss trifft man in einer Gesellschaft?

mfg
deconstruct

Kultur und Religion

wenn nicht religiös, dann mit sicherheit kultisch, magisch, zumindest hatte kleidung immer eine bedeutung. dies markiert den anfang der menschheit. ob dies auf neandertaler zutrifft kann ich nicht sagen.

Du magst durchaus Recht haben wenn Du behauptest, daß Kleidung schon immer auch eine sekundäre Konnotation hatte, aber ob sie von den Höhlenmenschen als Mystikum oder als Utensil getraegn wurde - kannst Du das beweisen?
Ich persönlich habe in meinem ganzen Leben noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, irgendwelche Klamotten aus „mystischen“ oder „religiösen“ Gründen anzuziehen, wenn mir auch durchaus bewußt war, daß Labberjeans und Metal-Shirt auf ner Beerdigung nicht sonderlich gut kommen. Das ist aber lediglich ein Anpassen an die Gesellschaft und nichts Mystisches.
Ah, und dann sind wir wieder an dem Punkt, den ich für eigentlich viel wichtiger halte: was ist wichtiger, sich anzupassen, oder sich querstellen und sein eigenes Ding durchziehen, auch wenn einen jeder komisch anguckt?
Das mag persönliche Präferenz sein, aber wenn Leute partout auf ihrem Recht bestehen, anders sein zu müssen als der Rest, müssen sie auch damit rechnen, diskriminiert zu werden (wer meint, daß dem nicht so ist, der spiele mal Sprachforscher für das Wort Diskrimnierung) - wer’s drauf anlegt, darf sich nicht über die Konsequenzen wundern. Aber wenn die Konsequenzen nicht erlaubt sind, wieso darf man es denn drauf anlegen? Anstiftung zu einer Straftat?

da ist das problem mit den kopftüchern. es ist als ob europäer in einem nacktlebenden buschvolk leben würden, sich nackt aber schämen und badehosen tragen wie sie es gewohnt sind, und dieses ihnen dann verboten wird, weil badehosen aus sicht des buschvolkes eine unterdrückung darstellen…

Das Problem mit den Kopftüchern ist, ob der Gleichheitsgrundsatz akzeptiert wird oder nicht. Wer darauf besteht, anders sein zu müssen als der Rest, darf nicht darauf bestehen, gleich behandelt zu werden wie der Rest. Oder?

Gruß,
Michael

siehste! wenn man deine argumentation nur mit anderen augen betrachtet und chronlogisch dazu, wann welcher prophet auftrat, so ist das christentum ein irrglaube und die einzig wahre religion ist schwupps der islam.

Nö ganz anders. Der Islam sagt, daß Jesus ein Prophet war, und dieser hat gesagt, er sei der letzte Prophet und dann kommt Mohammed daher und soll auch Prophet sein, also war Jesus nicht der letzte Prophet also ein Lügner also kein Prophet also ist die These des Islam daß Jesus ein Prophet sei falsch, also glaubt der Islam fundamental etwas Falsches. Oder?

also spreche doch bitte dem islam und seinen angehoerigen nicht ab, auch an den Einen zu glauben.

Das sagte Samy doch persönlich. Wer an den Gott des Korans glaubt, der muß den Koran einhalten. Wenn Du ein bißchen elementare Logik beherrschst, sollte Dir klar sein, daß er damit sagt, daß jeder, der den Koran nicht einhält, nicht an den Gott des Korans glauben kann - und da der Koran für Christen und Juden nicht Maß aller Dinge ist, glauben sie damit nicht an den Gott des Koran. Und wenn sie dennoch an einen Gott glauben, kann das nicht derselbe sein. Logik. Nicht religiöse Willkür.

genau, also leben und leben lassen bzw. glauben und glauben lassen. du sagst doch auch, dass es nciht derselbe gott sein kann, und damit behauptest du aus deiner sicht, dass der islam so etwas wie einer luege folgt.

Nein, ich sage, daß es nicht so sein kann wie Samy es sagte, oder zumindest wie ich ihn verstanden habe. Ich behaupte einfach, es kann nicht stimmen, daß man nur an den einen Gott glauben kann, wenn man auch nach dem Koran lebt.
Ich zweifle nicht den Islam an, sondern die Sturköpfigkeit und Arroganz einiger Fanatiker, die durch Unachtsamkeit oder Unwissen mal ganz fix bereit sind, eine Intoleranz zu provozieren, die in der Vergangenheit schon genügend Kriege ausgelöst hat.
Wenn jede Seite derartige Thesen aufstellt, sind wir ganz schnell wieder im Mittelalter, wo einfach Behauptungen über den Anderen gemacht werden, weil „sind ja eh nur Ungläubige“.
Ich denke doch mal, über diese Zeit sind wir längst hinaus, und ich war eigentlich davon ausgegangen, daß weder die Christen noch die Muslime noch die Juden noch sonstwer in der Öffentlichkeit mit irgendwelchen Absolutheitsansprüchen versuchen sollten, Andersdenkende sofort auszuklammern.

samy sagt nur, dass der islam von sich behaupet, die ursprungsreligion zu sein. er sagt noch nicht einmal, dass es seine ueberzeugung waere, das dies auch zutraefe. nur wenig spaeter sagt samy, dass auch im koran steht, dass jeder seine religion hat und dies so auch gut waere.

Nunja, da habe ich Samy etwas anders interpretiert, als er schrieb wenn man an Allah glaubt, muß man auch dem Koran folgen. Egal, auch wenn’s gerade ein bissi zofft hier, ich denke doch sollte klar sein, das Wichtigste ist daß man nicht ins Mittelalter zurückverfällt, wo man den Anderen gleich als wasweissich defamiert, weil er mit der eigenen Weltsicht nicht übereinstimmt.

Ach Unsinn. Unterdrueckt wird der Islam, wenn Kopftuecher an Schulen verboten werden, aber ein Kreuz getragen werden darf. So herum wird ein Schuh daraus. Jetzt komme ich wieder zu meinen Ansichten ueber die hiesige intolerante Dominanzkultur.

Achja, ich finde das mit dem Kreuztragen, Ordensgewänder und Ähnliches genauso falsch. Aber wenn Du schon von der „hiesigen intoleranten Dominanzkultur“ redest, was meinst Du, wie es in den islamischen Staaten, Iran, Irak, Kuwait, Afghanistan … wie es da zugeht, wenn Du drauf bestehst, religiöse Embleme anders als die des Islam öffentlich zur Schau zu stellen? Da mußt Du schlimmsetnfalls damit rechnen, gelyncht zu werden von Fanatikern und der Staat kuckt einfach weg.
Ich denke mal, Deutschland ist toleranter gegenüber dem Islam als viele andere Staaten, und auch viel toleranter als viele sogenannte islamische Staaten gegenüber den Christen sind.
Um es mal so neutral zu sagen wie ich es meine, ich habe nichts dagegen, wenn die Darstellung von Religiösität im öffentlichen Dienst (dazu gehören halt Lehrer, Polizisten etc) verboten ist.
Aber dann muß einfach gleiches Maß für alle gelten, sonst ist es einfach nicht okay. Darf halt KEINE Ausnahme geben. Und wenn dann mal endlich alles verboten ist, möchte ich nicht irgendwelche Leute hören, die dann wieder auf Sonderrechten beharren weil ihr Glaube es ihnen so vorschreibt.
Gleichheit, und gut.

Gruß,
Michael

Hallo Mike-river.

Etwas, was Du wohl anscheinend völlig außer Acht läßt, daß es
andere Gründe gibt, sich zu kleiden als sich wie eine Mumie
mit Ganzkörperlaken einzuhüllen:
Notwendigkeit.

Nein, habe ich ja gerade nicht. Und diese Notwendigkeit ist alleine sozial vermittelt, was man an deinen Beispiele ja schon sieht. Oft besteht nämlich keine Notwendigkeit oder gar trotz Notwendigkeit kleiden wir uns anders. Nicht anders verhält es sich hier mit Menschen welche ihren sozialen Raum mit durch ihre Religion bestimmen. Auch hier gibt es Regeln, welche mit die Kleidung bestimmen und allen diesen sozialen Räumen ist gleich, dass es auch Grenzen gibt. Die Frage ist hier also, ob die BRD in Raum ist, in dem für alle die gleichen Regeln zu gelten haben oder ob wir so frei sind, zuzulassen, dass es verschiedene Regeln gibt, solange die Grenzen nicht verletzt werden.

Schalom,
Eli

Hallo Mike

Das Problem mit den Kopftüchern ist, ob der
Gleichheitsgrundsatz akzeptiert wird oder nicht. Wer darauf
besteht, anders sein zu müssen als der Rest, darf nicht darauf
bestehen, gleich behandelt zu werden wie der Rest. Oder?

Also fuer mich ist jedwede Person anders als ich. Ich bestehe sogar darauf! :smile: Denke einmal darueber nach.

Was aber das Kreuz angeht, wenn wir spezifisch werden wollen bzgl. des Anderssein, so ist jedwede Person voellig anders in diesem Punkt als ich und noch dazu offensichtlich. Sie duerfen, sie, die Kreuztraeger, duerfen also auf keinen Fall ihre Kreuze weiter im Staatsdienst tragen. Oder wie willst Du Dir wieder einen Gleichheitsgrundsatz und eine vermeintliche Toleranz so zurecht biegen, dass Du sie wahrst, aber nur aus Deiner Dominanzkulturasicht und aus Deiner Intoleranz heraus? Merkst Du ueberhaupt noch, wie einseitig Du Gleichheitsgrundsaetze in einer Weise auslegst, so dass es schlussendlich zu Ungleichbehandlung kommt? Ab mit Dir nach Saudi-Arabien, wie Du anderen, so soll Dir geschehen. :smile:

viele Gruesse, Peter

Was das Problem konkret ist
Hallo Allerseits,

ich denke, das Problem ist zum großen Teil nicht das Kopftuch als religiöses oder politisches Symbol, sondern das Kopftuch als Kennzeichen von Ausländern. Wenn bei uns im Kreis eine Frau mit Kopftuch unterwegs ist, geht man automatisch davon aus, dass es sich um eine Türkin oder eine Marokkanerin handelt.
Außerdem gibt es eine weit verbreitete dumpfe Angst vor Allem, was mit Islam zu tun hat.
Die Türkin und Marokanerin kann man nicht verbieten.
Aber man kann versuchen alles zu verbieten, was nach Islam riecht.

  • Eine Moschee bauen? Nicht bei uns!
  • Kopftuch im öffentlichen Dienst? jetzt nicht mehr!
  • Islammunterricht genauso wie Religionsunterricht? Das überlegen wir uns bis zum Sankt Nimmerleinstag.

Herr Koch (Hessischer Ministerpäsident) hat das Kopftuchverbot im öffentlichen Dienst mit der Begründung erlassen, das dass Kopftuch eine politische Bedeutung hat?!
Klar, jede türkische Oma eine verkappte Terroristin.
Zur Erinnerung, vor ca. 5 Jahren hat er die Hessenwahl mit der Unterschriftenkampange gegen die Doppelte Staatsbürgerschft gewonnen („Ei, wo is’n die Liste, wo man gegen Ausländer unterschreiben kann“).

Die oben genannte Punkte sollte man der Diskussion nicht vergessen.

Meine Meinung dazu.
Man bekämpft den Islamismus nicht, indem man das Kopftuch bekämpft.

Gruß
Carlos

Hallo Raimund.

Die kath. Pfaffen (Missionare), die den „Wilden“ das
Christentum brachten und sie zwangen, Kleidung zu tragen,
haben ihnen damit nichts gutes angetan.

Sonderbar, dass nun wieder christlich sozialisierte Menschen anderen zwingen wollen, bestimmte Kleidung zu tragen und du darin nichts falsches erkennst.

Lange Diskussion, kurzer Sinn: Was und wie wir uns kleiden, hängt mit von dem kulturellem Raum ab, in welchem wir uns bewegen. Und auch welche Bedeutung wir hierbei der Kleidung geben. Durch welches Fehlen von Kleidung wir uns also nakt fühlen, hängt von diesen Regeln ab. Warum können wir mit dieser Erkenntnis, dann nicht den Muslima ihr Kopftuch lassen?

Schalom,
Eli

das verhalten kenne ich nur von orientalischen männern (ich kenne einige (ehe)paare, bei denen man das sehr gut beobachten kann). die schöne (ehe)frau ist im okzident dagegen typischerweise prestigeobjekt, nicht nur die geliebte oder freundin. ich mag mich irren…

Das sieht wohl jeder, je nach Weltanschauung, anders.

Aber Du hast ja oben schon gesagt, worauf ich eigentlich auch hinauswollte: sobald das Kopftuch für den Mann ein Zeichen des „Besitzanspruchs“ über die Frau wird, sie somit zum „Prestigeobjekt“ degeneriert, da geht es beim Kopftuch nicht mehr um den Glauben, um Religion, sondern um Kultur, und wirklich um nichts Anderes als Dominanz des Mannes über die Frau.
Und dann ist das Kopftuch Repräsentant für die Unterdrückung der Frau.
Und mir scheint, daß Du das auch irgendwo so siehst.

Wie gesagt, das ist die eigentliche Stelle, wo ich ein ernsthaftes Problem mit dem Kopftuch sehe. Ist mir ja in der Schulzeit mal begegnet, eine junge Dame, die Muslimin war und einmal ohne Kopftuch in die Schule kam - am nächsten Tag kam sie wieder mit Kopftuch, aber auch einem blauem Auge und sagte, das war weil ihr Vater sauer war, weil sie kein Kopftuch getragen hat.
Und das hat doch beim besten Willen nichts mit dem Islam zu tun? Das ist pure Dominanz.
Und genau an sowas scheidet sich die religiöse Selbstbestimmung und äußerer Zwang. Eine Frau, die wegen des Kopftuchverbots von ihrem Mann gezwungen wird, eben dann nicht arbeiten zu gehen, die wird unterdrückt und die mag sagen, daß es ihr Glaube ist oder sie mag es nicht sagen - für diese Frau ist das Kopftuch kein Glaubensemblem sondern Symbol der Repression. Eine Frau, die aus freien Stücken ein Kopftuch trägt, bei der sieht es halt anders aus.

Gruß,
Michael

Hallo Michael.

Das Problem mit den Kopftüchern ist, ob der
Gleichheitsgrundsatz akzeptiert wird oder nicht. Wer darauf
besteht, anders sein zu müssen als der Rest, darf nicht darauf
bestehen, gleich behandelt zu werden wie der Rest. Oder?

Aha, woraus leitet sich dieser Grundsatz ab? Seit wann hat man nur gleiche Rechte, wenn man sich auch gleich kleidet?

Und wer ist hier der Rest? Es geht ja um gesellschaftliche Gruppen. Oder ergibt sich deren Rechtsanspruch jetzt daraus, dass sie die Mehrheit stellen?

Schalom,
Eli

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Hallo Mike,

Nö ganz anders. Der Islam sagt, daß Jesus ein Prophet war, und
dieser hat gesagt, er sei der letzte Prophet und dann kommt

Hat Jesus dies gesagt? Was genau sagte er, ich kenne leider keine solche Aussage von ihm.

Mohammed daher und soll auch Prophet sein, also war Jesus
nicht der letzte Prophet also ein Lügner also kein Prophet
also ist die These des Islam daß Jesus ein Prophet sei falsch,
also glaubt der Islam fundamental etwas Falsches. Oder?

Aber nehmen wir an, dem waere so, dann ist es ja nur offensichtlich, dass Jesus falsch ueberliefert wurde durch seine Anhaenger und/oder spaeter falsch interpertiert wurde, sonst waere ja auch Mohammed und der Koran nicht noetig geworden, mithin ist es wieder das Christentum, was falsch liegt :wink:,

Das sagte Samy doch persönlich. Wer an den Gott des Korans
glaubt, der muß den Koran einhalten. Wenn Du ein bißchen
elementare Logik beherrschst, sollte Dir klar sein, daß er
damit sagt, daß jeder, der den Koran nicht einhält, nicht an
den Gott des Korans glauben kann - und da der Koran für
Christen und Juden nicht Maß aller Dinge ist, glauben sie
damit nicht an den Gott des Koran. Und wenn sie dennoch an
einen Gott glauben, kann das nicht derselbe sein. Logik. Nicht
religiöse Willkür.

Du irrst gewaltig, denn Samy sagt klar und deutlich: „…Wenn man an Allah (dem Gott)und dem Islam glaubt,muss man folglich auch an den Koran glauben, denn er ist Allahs geschriebenes Wort…“. Da steht explizit Allah=Gott UND wenn man dem Islam glaubt, dann muss man sich. Dort steht nicht, dass diejenigen Menschen, die an Allah=Gott glauben und an das NT oder an den Tenach/Tora/Talmud auch dem Koran folgen muessen. In letzter Konsequenz steht dort sogar, dass ein Glaeubiger an Gott, welcher an das „NT glaubt“, dem NT bzw. der Kirche folgen soll, welcher Kirche auch immer. Erst muss man richtig lesen, bevor man versuchen sollte Worte wie elementare Logik in die Tastatur zu hauen.

Ich zweifle nicht den Islam an, sondern die Sturköpfigkeit und
Arroganz einiger Fanatiker, die durch Unachtsamkeit oder
Unwissen mal ganz fix bereit sind, eine Intoleranz zu
provozieren, die in der Vergangenheit schon genügend Kriege
ausgelöst hat.

Zum Beispiel fuehrende Mitglieder der hessischen CDU, die mit Intoleranz Gesetze aufstellen. :smile:

Wenn jede Seite derartige Thesen aufstellt, sind wir ganz
schnell wieder im Mittelalter, wo einfach Behauptungen über
den Anderen gemacht werden, weil „sind ja eh nur Ungläubige“.
Ich denke doch mal, über diese Zeit sind wir längst hinaus,
und ich war eigentlich davon ausgegangen, daß weder die
Christen noch die Muslime noch die Juden noch sonstwer in der
Öffentlichkeit mit irgendwelchen Absolutheitsansprüchen
versuchen sollten, Andersdenkende sofort auszuklammern.

Wer hat den Absolutsheitsansprueche aufgestellt? Wer hat den Andersdenkende vom tragen ihrer religoesen Symbole ausgeklammert?

samy sagt nur, dass der islam von sich behaupet, die ursprungsreligion zu sein. er sagt noch nicht einmal, dass es seine ueberzeugung waere, das dies auch zutraefe. nur wenig spaeter sagt samy, dass auch im koran steht, dass jeder seine religion hat und dies so auch gut waere.

Nunja, da habe ich Samy etwas anders interpretiert, als er
schrieb wenn man an Allah glaubt, muß man auch dem Koran
folgen.

Genau das schrieb er so nicht, siehe oben.

Ach Unsinn. Unterdrueckt wird der Islam, wenn Kopftuecher an Schulen verboten werden, aber ::ein Kreuz getragen werden darf. So herum wird ein Schuh daraus. Jetzt komme ich wieder zu ::meinen Ansichten ueber die hiesige intolerante Dominanzkultur.

Achja, ich finde das mit dem Kreuztragen, Ordensgewänder und
Ähnliches genauso falsch. Aber wenn Du schon von der „hiesigen
intoleranten Dominanzkultur“ redest, was meinst Du, wie es in
den islamischen Staaten, Iran, Irak, Kuwait, Afghanistan …
wie es da zugeht, wenn Du drauf bestehst, religiöse Embleme
anders als die des Islam öffentlich zur Schau zu stellen?

Irak/SaudiArabien/Kuwait etc. interessieren mich hierzulande nicht. Ich lebe hier und hier will ich eine tolerante Geschellschaft fuer mich und fuer jeden Menschen hierzlanfe und keine intolerante Dominanzkultur. Das ich es dort auch gerne so haette, ist eine andere Sache. Aber hiesige Intoleranz zu begruenden mit relativierenden Vergleichen, wie es in SaudiArabien ist, ist wohl genau die falsche Methode.

Ich denke mal, Deutschland ist toleranter gegenüber dem Islam
als viele andere Staaten, und auch viel toleranter als viele
sogenannte islamische Staaten gegenüber den Christen sind.

Die Vergleiche sind herb dagegen. Man muss nicht vergleichen und wenn, warum vergleichst Du nicht D mit GB? Es lassen sich sicherlich auch andere, tolerantere Staaten als D ausser GB finden.

Um es mal so neutral zu sagen wie ich es meine, ich habe
nichts dagegen, wenn die Darstellung von Religiösität im
öffentlichen Dienst (dazu gehören halt Lehrer, Polizisten etc)
verboten ist.

Aber dann muß einfach gleiches Maß für alle gelten, sonst ist
es einfach nicht okay. Darf halt KEINE Ausnahme geben. Und
wenn dann mal endlich alles verboten ist, möchte ich nicht
irgendwelche Leute hören, die dann wieder auf Sonderrechten
beharren weil ihr Glaube es ihnen so vorschreibt.
Gleichheit, und gut.

Von mir aus koennen Lehrer mit Turban und in Ordenskutten unterrichten. Aber wenn man einer Lehrerin oder Beamtin das Kopftuch verbietet, dann gehoert ein Beamter im ersten Wiederholungsfall des Tragens eines Kreuzes gekuendigt, nix mit Kuendigungsschutz. So ist das ok :smile:

viele Gruesse, Peter

hi,

wir nähern uns dem (einem) kern der sache:

Wer darauf
besteht, anders sein zu müssen als der Rest, darf nicht darauf
bestehen, gleich behandelt zu werden wie der Rest.

doch, das darf er laut grundgesetz.
und daraus ergibt sich ein rattenschwanz an ethisch-politischen problemen. vom kopftuch nur für nichtmoslems, der wehrpflicht nur für männer bis zur „schwulenehe“.

gruß
datafox

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hi,

Und dann ist das Kopftuch Repräsentant für die Unterdrückung
der Frau.
Und mir scheint, daß Du das auch irgendwo so siehst.

„irgendwo“ sehe ich das auch so, ja. daraus kannst du trotzdem noch kein verbot ableiten. denn ab wann und ob überhaupt ein bestimmtes kopftuch der unterdrückung dient, das kann doch wohl kaum der staat entscheiden.

Eine Frau, die aus freien Stücken ein Kopftuch
trägt, bei der sieht es halt anders aus.

und wer entscheidet das? da rutscht man doch von einer bevormundung in die andere.

gruß
datafox

Du nhast mal wieder nur flüchtig gelesen…
Hallo Eli.

Die kath. Pfaffen (Missionare), die den „Wilden“ das
Christentum brachten und sie zwangen, Kleidung zu tragen,
haben ihnen damit nichts gutes angetan.

Sonderbar, dass nun wieder christlich sozialisierte Menschen
anderen zwingen wollen, bestimmte Kleidung zu tragen und du
darin nichts falsches erkennst.

Genau das Gegenteil sagt mein Satz. Ich prangere an, dass die Missionare die „Wilden“, wie sie die zu missionierenden nennen, zu etwas zwingen, was schädlich für sie ist. Und mit Christentum aber absolut nichts zu tun hat.

Lange Diskussion, kurzer Sinn: Was und wie wir uns kleiden,
hängt mit von dem kulturellem Raum ab, in welchem wir uns
bewegen. Und auch welche Bedeutung wir hierbei der Kleidung
geben. Durch welches Fehlen von Kleidung wir uns also nackt
fühlen, hängt von diesen Regeln ab. Warum können wir mit
dieser Erkenntnis, dann nicht den Muslima ihr Kopftuch lassen?

Das Kopftuch hat nichts mit Kleidung zu tun. Es ist ein Religionsutensil und wird teilweise als Provokation eingesetzt (vor kurzem hatten wir dieses Thema.
Ich würde es auch als sehr eigenartig empfinden, ´wenn ein Lehrer jüdischen Glaubens in seine Klasse geht mit Kippa. Genauso beim Kopftuch. Und um absolut neutral zu sein: auch die Kutte eines kath. Pfaffen hat hier nichts zu suchen.
Leider schaffen es die Menschen immer noch nicht, Religion und Staat auseinander zu halten.
Wie Friedrich der Große sagte: „jeder nach seinem Geschmack.“ Und er meinte genau das gleiche: es ist Privatsache.
Es hat in den staatlichen Institutionen nichts zu suchen.
Grüße
Raimund

…und findest Du das richtig?
Grüße
Raimund

hallo,

…und findest Du das richtig?

was tut das bitte zur sache? das war eine sachbezogene antwort. mir steht es nicht zu, über religionsbekenntnisse jeglicher art zu urteilen. aber soviel: polygamie ist illegal in allen hier relevanten staaten.

gruß
datafox

Hallo Marion,
erstens, möchte ich sagen, dass keiner (einschließlich mir) gesagt hat, dass es einfach ist, als Frau mit einem Kopftuch in Deutschland herumzulaufen.
Natürlich wird man von bestimmten Menschen angeschaut, weil sie es interessant, oder fremd oder sonst wie finden. Aber ist das ein Grund dafür, ohne Kopftuch auf die Straße zu gehen ?? wenn ja, dann könnte jeder, der anderes ist als die „Allgemeinheit“ nicht mehr auf die Straße gehen. Ich will mal ganz krass sagen, ein behinderter Mensch, vielleicht durch verbrennungen etc. entstellt, dürfte ja dann nicht mehr sich unter die Menschen trauen, weil er ja Angst haben muss, dass alle ihn anschauen würden. Ich denke das sollte der letzte Grund sein, etwas nicht zu machen.
Mal davon abgesehen, jetzt komme ich mal wieder auf den Glauben zurück, ist es mir doch Sch… egal was andere davon halten, oder sich gestört fühlen. Wenn ich eines Tages vor Gott (Allah) stehe, und wird er mich fragen, warum habe ich das getan, oder das getan, bzw. warum nicht das oder das, obwohl das seine Worte (seine „Gesetze“)sind…
Das mal vorweg…
Du fragtest mich was soll eine Muslimische Frau arbeiten ? sie kann alles arbeiten, was sie möchte, solange Sie nicht in irgendeiner Art und Weise gegen den Islam verstößt. Was das „sich Abwenden des Blickes“ einer Frau angeht, das ist in dem Sinne gemeint, dass die Frauen (übrigens das gleiche gilt auch für Männer !!!)sich nicht nach außen offen verhalten sollen. Nicht mit „gierigen“, oder „obszönen“ Blicken die Männer „verzaubern“ *g* sollen. Aber wie gesagt, das gleiche gilt auch für die Männer !!! Und das ist sehr wichtig zu wissen, damit man NICHT auf den Gedanken der Unterdrückung der Frau kommt! Die Männer sollen sich auch nicht freigiebig zeigen, und nicht hinter anderen Frauen (als ihre eigenen )hinterherschauen. Eine Frau ist z.B. die beste Lehrerin für Kinder. Eine muslimische Frau kann in einem Labor arbeiten, natürlich auch mit männlichen Kollegen ! aber sie muss wissen wie sie sich den Männern gegenüber verhalten muss (nicht umarmen, küsschen geben, etc., gleiche gilt auch für männliche Moslems).
Aber um das auch noch mal ganz deutlich zu sagen keiner darf seine Frau dazu zwingen ein Kopftuch zu tragen…die die das machen, begehen eine Sünde! leider sieht man das auch sehr heufig in Deutschland. Auf der anderen Seite, muss man auch sagen , dass sehr viele Frauen (die mehrheit) selber den wunsch dazu haben, ein Kopftuch zu tragen, nur ist es in Deutschland schwieriger als in einem islamischen Staat.Wo sie schon damit „ungezwungen“ aufwachsen…
Eine kleine private Geschichte:
ich bin vor knapp zwei Jahren mit meinem Vater nach Irak gefahren, wo wir unsere Verwandten haben. Als Geschenke haben wir mitunter auch Kopftücher mitgebracht. Meine kleine Cousine (10 Jahre alt) trug schon ein Kopftuch, jetzt sollte sie in meinem Beisein, ihr Kopftuch durch ein neues ersetzen. Sie fing an zu kreischen und zu heulen,sie wollte NICHT in meinem Beisein ihr Kopftuch wechseln. Obwohl selbst ihr Vater gesagt hat, isie kann das machen …
nur mal so als Informationen, dass viele es NICHT als unterdrückung ansehen, sondern eher das Gegenteil…

in diesem Sinne
salam
Samy

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