Noch einmal: Kopftuch

Hallo Raimund!

Ich bin der Meinung in staatliche Einrichtungen gehören überhaupt keine symbolischen Glaubensdinge - egal welche.
Wer irgendwie gläubig - alle Richtungen - erzogen und unterrichtet werden soll, den müssen die Eltern auf eine solche Schule schicken. Wer aber auf staatliche Einrichtungen angewiesen ist, bzw. diese freiwillig in Anspruch nimmt, sollte mit dieser Neutralität einverstanden sein. Dieser Misch-Masch an Meinungen würde nur noch mehr zu Konflikten führen.
Gruß Ines

Hallo Raimund,

Hessen verbietet allen Beamtinnen das Kopftuch

darauf könnt ihr nun wirklich stolz sein :wink:

Nur ein kurzes Zitat aus eine österr. Tageszeitung:
"Man kann viele Elemente des muslimischen Fundamentalismus ablehnen und trotzdem darauf beharren, dass die individuellen Auffassungen von Frömmigkeit und deren Ausdrucksweisen in der Öffentlichkeit wie im Privatleben dem Einzelnen überlassen bleiben müssen und nicht Sache des Staates sind.
Unlängst hat mich ein Professor aus Frankreich in Jerusalem besucht - aufgeklärt, weltoffen, urban. Während wir durch den Campus der hebräischen Universität spazierten, begegneten uns zwei weibliche Studenten im traditionellen muslimischen Outfit (langer Mantel, Kopftuch). Entsetzt fragte mein französischer Kollege: „Wer sind denn die?“ - „Ich glaube, zwei israelisch-arabische Studentinnen“, antwortete ich. „Und ihr erlaubt ihnen dieses aggressive religiöse Statement?“
Worauf ich nur sagen konnte: "Was glauben Sie denn, wo wir sind? Im republikanischen Frankreich vielleicht? Tut mir Leid, wir sind im Staat der Juden.
"
(Shlomo Avineri,
lehrt Politikwissenschaften an der Hebräischen Universität in Jerusalem)

Ich halte das Geschrei um das Kopftuch immer noch für einen Vorwand.
Es geht doch darum, den Islam zu „europäisieren“.

Gruss Harald

Nein, Harald, es geht darum den agressiven Teil des Islam abzuwehren.
Den Treil, der unsere toleranten Gestze ausnützen will das sagen zu bekommen.
Das ist nicht der Kampf mit Feuer und Schwert. Der ist viel suptieler.
Oder so, wie es Özdemir schon sagte: wir werden Europa mit unserer Fruchtbarkeit erobern! (oder so ähnlich).
Grüße
Raimund

Weiowei…
Hallo,

nachdem ich mir hier einiges durchgelesen habe, frage ich mich eigentlich, wie wir erwarten können, daß Konflikte, die unter religiösem Deckmantel seit Jahrhunderten stattfinden, sich irgendwann mal legen sollen, wenn hier eifrig aufeinander eingedroschen und gegenseitig das Wort im Mund rumgedreht wird.

Tatsache ist: Wir leben in Deutschland in einem säkularisierten Staat. Daher sollten alle Religionen und Konfessionen gleichberechtigt (und daher auch gleich verpflichtet) sein. Nun kommen hier aber einige Grundrechte miteinander in Konflikt:

  • Art. 2 (alles GG), das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit,
  • Art. 3, das Verbot der Benachteiligung oder Bevorzugung aufgrund religiöser Anschauungen,
  • Art. 4, das Recht auf ungestörte Religionsausübung
    und so weiter und so fort.

Das Kopftuchurteil schlägt derzeit genau solche Wellen wie seinerzeit das Kruzifixurteil. Und soll ich Euch was sagen? Beide finde ich gleichermaßen traurig. Gerne vergessen wird nämlich Art. 6 GG: „(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende
Pflicht.“

Ich habe inzwischen den Eindruck, daß die Erziehung bequemerweise auf die Schulen abgewälzt wird. Mag sein, daß ich später mal (falls ich selbst Kinder habe) manches anders sehe, aber ich finde, daß die Vermittlung von Werten und der Grundriß einer Kinderstube in erster Linie Aufgabe der Eltern bzw. der engeren Bezugspersonen sein sollte. Warum kann man seinem Kind nicht klarmachen: Es gibt verschiedene Religionen, jeder hat das Recht, daran zu glauben, was er für richtig hält? Ein solches Kind sollte keinerlei Probleme haben, wenn ein Kreuz im Schulzimmer hängt oder wenn die Lehrerin ein Kopftuch trägt (nebenbei: gottlob dürfte das auch in den meisten Fällen so sein). Aufkommende Neugier über diese Dinge und ein vernünftiger Dialog darüber könnten Fronten aufbrechen, statt sie durch medienträchtige Prozesse weiter zu verhärten.

Dem gegenüber stünde allerdings auch die uneingeschränkte Pflicht desjenigen, der sein religiöses Symbol zur Schau stellt, daß er dies als seine persönliche Entscheidung darstellt und Missionierungsversuche unterläßt.

Ich weiß, daß das sehr idealistisch klingt und nicht zu 100% durchführbar ist. Aber langfristig wäre eine solche Anschauung sicherlich toleranzfördernder als eine Lawine von Verordnungen, Gesetzen und Grundsatzurteilen.

Was die Tragepflicht von Kopftücher betrifft, gibt es eine sehr interessante Ansprache der jordanischen Königin, die sehr logisch begründet, warum ein Kopftuch manchmal richtig ist und manchmal nicht.
http://www.fro.at/sendungen/islam/Rania2.htm

Gruß
mowei

Hallo Raimund,
erstens ich wäre dir sehr dankbar nicht immer dieses Wort "Pfaffen"zu benutzen…
zweitens, wie soll man denn bitte als gläubiger Mensch, zwischen Staat und Religion unterscheiden ???
soll eine muslimische Frau, wenn sie auf die Straße geht, sich dem Gesetz des Staates entsprechend ohne Kopftuch blicken lassen ?
und wenn sie nach Hause kommt, darf sie ihr Kopftuch aufsetzen ??
Habe ich dich jetz so richtig verstanden ? oder habe ich dich missverstanden ?
Gruss
Samy

Hallo Raimund

Das ist nicht der Kampf mit Feuer und Schwert. Der ist viel
suptieler.

Dass ein Kampf mit Feuer und Schwert subtil ist, ist mir neu.

Den Treil, der unsere toleranten Gestze ausnützen will das
sagen zu bekommen.

Neu ist mir auch, dass Gesetze tolerant sein sollen…

Die verdammten Fremdwörter haben es einfach in sich, deine neueste Wortschöpfung ist bemerkenswert. Da ist sogar deine tolle Tolleranz nichts dagegen.

Peter

Hallo Raimund.

Sonderbar, dass nun wieder christlich sozialisierte Menschen
anderen zwingen wollen, bestimmte Kleidung zu tragen und du
darin nichts falsches erkennst.

Genau das Gegenteil sagt mein Satz. Ich prangere an, dass die
Missionare die „Wilden“, wie sie die zu missionierenden
nennen, zu etwas zwingen, was schädlich für sie ist. Und mit
Christentum aber absolut nichts zu tun hat.

Eben und nun willst unter anderem Du Muslime zu etwas zwingen, was schädlich für sie ist. Wo ist da der Unterschied? Zusätzlich habe ich noch darauf hingewiesen, dass beides aus einem christlichen Hintergrund heraus geschieht.

Das Kopftuch hat nichts mit Kleidung zu tun.

LOL, na, dann erkläre einmal, was ein Kopftuch sonst sein soll?!

Es ist ein Religionsutensil

Das ist christliche Sicht und ich habe hierzu schon mehrmals bei w.w.w. etwas geschrieben. Auch für ein Muslim oder Juden ist ein Kopftuch nur ein Kopftuch. Das es mit aus religiösen Gründen getragen wird, verändert das Kopftuch nicht. Ähnliches gilt auch für alle anderen Kleidungsstücke, welche auch immer aus irgendwelchen Gründen getragen werden. Dadurch werden diese Kleidungsstücke aber nicht identisch zu dieser Motivation, noch liegt diese ihnen inne.

und wird teilweise als Provokation eingesetzt

Aha. Bisher habe ich noch keinen Muslim getroffen, noch einen Juden, der darin eine gezielte Provokation sah.

Ich würde es auch als sehr eigenartig empfinden, ´wenn ein
Lehrer jüdischen Glaubens in seine Klasse geht mit Kippa.

Was ist daran eigenartig? Ein frommer Jude wird immer und überall eine Kippa tragen. Beim Sport, beim Sex, beim Schlafen, warum dann also nicht auch in der Schule?

Leider schaffen es die Menschen immer noch nicht, Religion und
Staat auseinander zu halten.

Seit wann gibt es in der BRD eine Trennung von Religion und Staat? Es gibt hierzulande nur eine Trennung von Kirche und Staat, ansonsten gäbe es auch keine Religionsfreiheit mehr.

Wie Friedrich der Große sagte: „jeder nach seinem Geschmack.“
Und er meinte genau das gleiche: es ist Privatsache.
Es hat in den staatlichen Institutionen nichts zu suchen.

Jedem nach seinem Geschmack? Ich dachte du wolltest den Muslime hier gerade ihren Geschmack verbieten lassen?

Schalom,
Eli

1 „Gefällt mir“

Hallo ihr beiden.

Nö ganz anders. Der Islam sagt, daß Jesus ein Prophet war, und
dieser hat gesagt, er sei der letzte Prophet und dann kommt
Mohammed daher und soll auch Prophet sein, also war Jesus
nicht der letzte Prophet also ein Lügner also kein Prophet
also ist die These des Islam daß Jesus ein Prophet sei falsch,
also glaubt der Islam fundamental etwas Falsches. Oder?

Sehr amüsant, weil nun komme ich als Jude und behaupte, dass genau das gleiche Problem zwischen Christentum und Judentum besteht. Mit obiger Logik folgt daraus nämlich, dass das Christentum etwas fundamental falsches glaubt.

In diesem Sinne müssen sich Christen wie Moslems damit abfinden, dass es alle drei Religionen gibt und können sich ein Beispiel am Judentum nehmen, auf welches sich ja beide mit berufen, welches damit kein Problem hat.

Schalom,
Eli

Moin Samy,

Natürlich wird man von bestimmten Menschen angeschaut, weil
sie es interessant, oder fremd oder sonst wie finden. Aber ist
das ein Grund dafür, ohne Kopftuch auf die Straße zu gehen ??

Wenn der Sinn einer Bekleidungsvorschrift die ist, keine Blicke auf sich zu ziehen, dann JA.

wenn ja, dann könnte jeder, der anderes ist als die
„Allgemeinheit“ nicht mehr auf die Straße gehen.

Sicher kann er, aber je nachdem wie ausgefallen seine Kleidung ist, muss er damit rechnen, Aufsehen zu erregen. Wenn Moslems also wollen, dass ihre Frauen in D Aufsehen erregen und die Blicke auf sich ziehen, müssen sie ihnen nur ein Kopftuch und diese langen Mäntel überstülpen. Denkst du wirklich, das ist im Sinne des Koran ?

Du fragtest mich was soll eine Muslimische Frau arbeiten ? sie
kann alles arbeiten, was sie möchte, solange Sie nicht in
irgendeiner Art und Weise gegen den Islam verstößt. Was das
„sich Abwenden des Blickes“ einer Frau angeht, das ist in dem
Sinne gemeint, dass die Frauen (übrigens das gleiche gilt auch
für Männer !!!)sich nicht nach außen offen verhalten sollen.
Nicht mit „gierigen“, oder „obszönen“ Blicken die Männer
„verzaubern“ *g* sollen. Aber wie gesagt, das gleiche gilt
auch für die Männer !!! Und das ist sehr wichtig zu wissen,
damit man NICHT auf den Gedanken der Unterdrückung der Frau
kommt! Die Männer sollen sich auch nicht freigiebig zeigen,
und nicht hinter anderen Frauen (als ihre eigenen
)hinterherschauen. Eine Frau ist z.B. die beste Lehrerin für
Kinder. Eine muslimische Frau kann in einem Labor arbeiten,
natürlich auch mit männlichen Kollegen ! aber sie muss wissen
wie sie sich den Männern gegenüber verhalten muss (nicht
umarmen, küsschen geben, etc., gleiche gilt auch für männliche
Moslems).

Nun, das erscheint mir aber recht vage und zudem auf Interpretation zu beruhen und genau das ist ja hier auch das Problem. Mir erscheint, dass Muslima für einen Arbeitgeber ziemlich unberechenbar sind, weil man als Arbeitgeber nie weiß, womit man plötzlich zu rechnen hat (dass eine Muslima dann plötzlich mit einem Kopftuch bei der Arbeit erscheint, ist da in den meisten Branchen vermutlich noch das geringste Problem).

Aber um das auch noch mal ganz deutlich zu sagen keiner darf
seine Frau dazu zwingen ein Kopftuch zu tragen…die die das
machen, begehen eine Sünde! leider sieht man das auch sehr
heufig in Deutschland.

Und hier trennt sich IMHO die Spreu vom Weizen. Eine Frau, die für eine Arbeit nicht ihr Kopftuch ablegen kann, ist offensichtlich ziemlichen religiösen oder gesellschaftlichen (familiären) Zwängen unterworfen, selbst wenn sie sich diese Zwänge freiwillig auferlegt. Und genau hier wird es IMHO hinsichtlich des Beamtentums kritisch, denn Beamte haben in ihrer Funktion als Beamte in erster Linie dem Staat zu dienen und die Grundsätze dieses Staates nach außen zu vertreten.

Auf der anderen Seite, muss man auch
sagen , dass sehr viele Frauen (die mehrheit) selber den
wunsch dazu haben, ein Kopftuch zu tragen, nur ist es in
Deutschland schwieriger als in einem islamischen Staat.Wo sie
schon damit „ungezwungen“ aufwachsen…
Eine kleine private Geschichte:
ich bin vor knapp zwei Jahren mit meinem Vater nach Irak
gefahren, wo wir unsere Verwandten haben. Als Geschenke haben
wir mitunter auch Kopftücher mitgebracht. Meine kleine Cousine
(10 Jahre alt) trug schon ein Kopftuch, jetzt sollte sie in
meinem Beisein, ihr Kopftuch durch ein neues ersetzen. Sie
fing an zu kreischen und zu heulen,sie wollte NICHT in meinem
Beisein ihr Kopftuch wechseln. Obwohl selbst ihr Vater gesagt
hat, isie kann das machen …
nur mal so als Informationen, dass viele es NICHT als
unterdrückung ansehen, sondern eher das Gegenteil…

Dass nennst du ungezwungenes Aufwachsen ??? Ich glaubs ja nicht. Hier werden schon kleine Kinder dermaßen manipuliert, dass sie es offensichtlich als Schande ansehen, ihr Haar einem Fremden zu zeigen. Ich finde es ätzend, wenn Menschen ihren Kindern bereits religiösen Zwängen aussetzen, solange diese in einem Alter sind, indem sie noch gar nicht für sich selbst entscheiden können. So züchtet sich eine Religion natürlich prima Gefolgschaft heran, aber gutheißen oder gar als „ungewzungen“ ansehen, kann ich das beim besten Willen nicht.

Gruß
Marion

in diesem Sinne
salam
Samy

90 % gleicher Meinung…
Hallo mowei

Dem gegenüber stünde allerdings auch die uneingeschränkte
Pflicht desjenigen, der sein religiöses Symbol zur Schau
stellt, daß er dies als seine persönliche Entscheidung
darstellt und Missionierungsversuche unterläßt.

und hier liegt der Kasus Knaxus!
Und zwar von mehreren Religionen. Ich habe mir den Namen der Lehrerin moslemischen Glaubens nicht gemerkt. Im letztem Jahr hatten wir eine Diskussion darüber. Diese verwendet ihr Kopftuch nicht als Glubensbestandteil, sondern als Kampfmittel.
Desgleichen gibt es so manchen christlichen Pfaffen, der das Kruzifix oder gar die Kutte ebenso als Schwert gegen „Heiden“ einsetzt. Ich weiß zwar jetzt keinen Fall, dass ein jüdischer Lehrer seine Kippa so einsetzt. Doch geht es mir hier um Gleichbehandlung. Wenn man einer Religionsgemeinschaft ihr Symbol in Schulen verbietet (wohlbemerkt: nur in Schulen, nicht im öffentlichem und privatem Leben) dann muss konsequenterweise das gleiche auch für andere gelten.
Es wäre weitaus schöner, wenn alle Religionen sich daran halten würden und ihre Missionsarbeit aus der Schule heraus halten. Denn keine Zeit im Leben eines Menschen ist so beeinflussbar, wie gerade Jugendliche.
Das haben alle Politiker seit jeher erkannt und das wurde besonders im 3. Reich weidlich ausgenützt. Meine Mutter (jetzt 88 Jahre) erzählte mir früher sehr oft, dass sie im BDM tägliche Politschulungen hatte. Ebenso in der Schule selbst.
Solche Zeiten der Beeinflussung und Gehirnwäsche wollen wir doch vermeiden, oder?
Mich hat es in der Schule nie gestört, ob der kath. Relilehrer in der braunen Kutte kam. Uns interessierte auch nicht, ob einer Türke oder Jude oder sonst was war und welchen Glauben er hatte. Es war ein Schulfreund und damit basta. Und wenn den einer angegriffen hätte, hätte der Angreifer massive Probleme mit dem Rest der Klasse bekommen.
Grüße
Raimund

Hallo Samy

erstens ich wäre dir sehr dankbar nicht immer dieses Wort
"Pfaffen"zu benutzen…

Ok, ich halte nun mal von dieser Berufgattung nichts. Zumindest von 70 %.

zweitens, wie soll man denn bitte als gläubiger Mensch,
zwischen Staat und Religion unterscheiden ???
soll eine muslimische Frau, wenn sie auf die Straße geht, sich
dem Gesetz des Staates entsprechend ohne Kopftuch blicken
lassen ?
und wenn sie nach Hause kommt, darf sie ihr Kopftuch aufsetzen
??
Habe ich dich jetz so richtig verstanden ? oder habe ich dich
missverstanden ?

Du hast mich gründlich missverstanden: ich bin nur gegen Relgionsausübungen und - zeichen in den Schulen und bin staatlichen Ämtern. Ob eine Muslima auf der Straße oder daheim mit Kopftuch herumläuft, ist mir schnurzegal. Das muss sie mit sich selbst ausmachen (bzw. mit Ihrem Herrn, dem Ehemann).
So lange die Religionszeichen mit unserem Grundgesetz vereinbar sind, ist mir das gleichegültig.
Und solange die Missionstätigkeit nicht meine Grundrechte beinflussen. Ich würde mich wehement dagegen wehren, dass der Islam deutsche Staatreligion würde und dann die Fundis meiner Frau vorschreiben würden, wie sie sich zu kleiden hätte.
Ebenso, wenn die christiliche Kirche mir oder meiner Familie vorschreibt, wie ich zu leben habe.
Grüße
Raimund

off Zopic: Mondgoetzenluege
Hai, Peter,

was ist die „Mondgötzenlüge“??

fragt, grüßenderweise,
Sibylle

Hallo Sibylle,

eine gruss aus berlin nach berlin :smile:

was ist die „Mondgötzenlüge“??

Die Behauptung, dass der Islam nur eine Fortschreibung eines ehemals vermeintlich bestandenen Mondkultus der arabischen Halbinsel waere. Die Argumentation verlaeuft ungefaehr so, dass es sprachliche Aehnlichkeiten zwischen den Worten Mond und Allah gegeben haben soll in der arabischen Sprache und dass ein Halbmond oftmals als Symbol fuer den Islam dient. Der Kerngedanke dahinter ist wohl, dass nach „Jesus“ nichts anderes mehr kommen kann, mithin der Islam eine „goetzendienerische Teufellei“ ist (als was er dem Abendland auch jahrehundertlang galt). Mithin ist die „Mondgoetzenluege“ boesartig und auf Unwissen beruhend und ihre angebliche Beweisfuehrung nur fauler Zauber. Juden beten ja auch nicht den Magen David an und Christen beten nicht das Kreuz an sich an. So ungefaehr in Kuerze. Die „Mondgoetzenluege“ wird manchmal von stark christlich und leicht missionarisch angehauchten Damen und Herren und manchmal nur von reinen Islamgegnern verbreitet. Noch einmal: Die Geschichte fusst auf dem jahrhundertelangen Konflikt zwischen „Abendland und Morgenland“, auf dem Absolutheitsanspruch auf Wahrheit der Kirche anno dazumal bzw. der Verbreiter dieser Hetze heute und einer Menge Unwissen und Unbelehrbarkeit.

viele Gruesse, Peter

nachschlag
Hallo again,

noch ein Link, den ich in der Schnelle fand, wo Ibrahim alias Abraham alias Abram, sich wider Goetzenkult, darunter der Mond, wendet:

http://www.muslima-aktiv.de/ibrahim1.htm

wenn man weiter nur googelt nach allah +mond +goetzen +sure, so findet man entsprechendes auch in suren des korans, nur als gegenbeweis wider ueble reden fußend auf… ich wiederhole mich,

mfg peter

wie immer…
Hallo Eli,
…drehst Du die Texte so, wie Du sie haben möchtest.
deswegen sollten wir hier die Diskussion beenden.

Grüße
Raimund

Übrigens ein weiteres Eigentor!
Hallo Raimund,

…drehst Du die Texte so, wie Du sie haben möchtest.
deswegen sollten wir hier die Diskussion beenden.

… verstehst Du die Texte nicht, die man Dir zur Antwort reicht. Offenbar aber verstehst Du Deine eigenen Worte, ihren Inhalt nicht.

Ganz zu Anfang wolltest Du in diesem Muslimen vorschreiben, im Staatsdienst kein Kopftuch zu kleiden. Dann fuehrst Du im Dialog mit Elimelech das Treiben der christ. Missionare im Mittelalter an, wie sie „Wilde“ zwangen sich zu bekleiden bzw. anders zu bekleiden, wo es Kleiderordnung anno dazumal auch fuer religioese Minderheiten in Europa gab. Du merkst offensichtlich nicht, dass Du ganz genauso argumentierst, wenn auch ohne physische Gewaltandrohung wider „Wilde“. Du verstehst ganz offensichtlich nicht, dass damals dies geschah im Namen des Christentums und das es heute geschieht mit Hintergrund der hiesigen christlichen Dominanzkultur, die das Fremde nicht sehen moechte. Du fuehrst islamische Dominanzkultur a la Saudi Arabien et al an, um die Deinige Unterdrueckung zu rechtfertigen, ganz prima :frowning:

Ich zitiere Eli:

"…Sonderbar, dass nun wieder christlich sozialisierte Menschen anderen zwingen wollen, bestimmte Kleidung zu tragen und du darin nichts falsches erkennst. …

Ich zitiere Dich:

"… Genau das Gegenteil sagt mein Satz. Ich prangere an, dass die Missionare die „Wilden“, wie sie die zu missionierenden nennen, zu etwas zwingen, was schädlich für sie ist. Und mit Christentum aber absolut nichts zu tun hat. …

Ich zitiere Eli:

"… Eben und nun willst unter anderem Du Muslime zu etwas zwingen, was schädlich für sie ist. Wo ist da der Unterschied? Zusätzlich habe ich noch darauf hingewiesen, dass beides aus einem christlichen Hintergrund heraus geschieht. … Das ist christliche Sicht und ich habe hierzu schon mehrmals bei w.w.w. etwas geschrieben. … Jedem nach seinem Geschmack? Ich dachte du wolltest den Muslime hier gerade ihren Geschmack verbieten lassen? …

Ich zitiere Dich:

"…drehst Du die Texte so, wie Du sie haben möchtest. deswegen sollten wir hier die Diskussion beenden. …

mit anderen worten, wenn du dir noch einmal dein eingangsposting, deine dortige meinung und den teilthread bzw. das von mir zitierte gaaaaanz langsam durchlesen und durchdenken wolltest, wuerdeste merken, dass du weder deine eigenen worte verstanden/reflektiert hast bzw. dich verleugnest, noch das du eli´s worte auch nur ansatzweise verstanden hast, oder du merkst es auch bei wiederholtem lesen und darueber nachdenken nicht.

uebrigens „casus“ ist lateinisch und man schreibt es mit c und subtil wird ohne e geschrieben,

man kann es auch ausdruecken mit den worten von samy:

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

viele gruesse, peter

Erkenntnis
Hallo Marion,

Dass nennst du ungezwungenes Aufwachsen ??? Ich glaubs
ja nicht. Hier werden schon kleine Kinder dermaßen
manipuliert, dass sie es offensichtlich als Schande ansehen,
ihr Haar einem Fremden zu zeigen. Ich finde es ätzend, wenn
Menschen ihren Kindern bereits religiösen Zwängen aussetzen,
solange diese in einem Alter sind, indem sie noch gar nicht
für sich selbst entscheiden können. So züchtet sich eine
Religion natürlich prima Gefolgschaft heran, aber gutheißen
oder gar als „ungewzungen“ ansehen, kann ich das beim besten
Willen nicht.

Jetzt weiß ich, warum es in diesen Ländern so viel junge (!!) Menschen gibt, die bereit sind, für eine Idee sich in die Luft zu sprengen!
Und wie einfach es ist, jederzeit Nachschub zu produzieren.
Grüße
Raimund

Der Halbmond als Religionszeichen
diese Zeichen ist ganz profanen Unrsprungs und erst Jahre nach Mohammed (meiner Info nach)entstanden.
Die islamischen Heere führten damals auf dem Stander ein Schwert. die Schwerter der islamischen Krieger waren damals Krummschwerter. In der Hitze eines Gefechtes wurde der Griff dieses Schwertes abgebrochen(wenn ich mich richtig erinner, soll das bei den Persieneroberungen passiert sein). Die Klinge wurde schnell wieder befestigt (Menschen hängen ja so gerne an Symbolen) und schon war der Halbmond geboren.
Mag sein, dass der frühere Mondglaube hier etwas nachgeholfen hat. Ist ja bei den Christen mit verschiedenen Symbolen genau das gleiche. Trotzdem regt sich niemand über einen evtl. vorchristlichen Urspung auf.

Grüße
Raimund

hallo,

Ein solches Kind sollte keinerlei Probleme haben, wenn
ein Kreuz im Schulzimmer hängt oder wenn die Lehrerin ein
Kopftuch trägt

das ist nicht dasselbe. die schule ist eine staatliche einrichtung, aber der kopf der lehrerin ist ihr koerper. kopftuecher (und kreuze am hals) sind eine private entscheidung, das kreuz an der wand (oder ein bild vom ayatollah) hat in einer staatlichen schule nichts zu suchen.

gruss
datafox

Hallo,

natürlich ist es nicht dasselbe. Der Wand wird das wohl egal sein; man hätte annehmen sollen, daß es vor ein paar Jahren gar nicht so ein Bohai hätte geben müssen. Es ging aber da ums Prinzip, und das tut es auch beim Kopftuch.

Zum Kruzifixurteil führte die Klage eines Elternpaares, das der Lehre Rudolf Steiners folgte und seine Kinder in diesem Sinne erzog. Sie machten geltend, daß durch das Kruzifix im Sinne des Christentums eingewirkt werde und das ihrer Erziehungsvorstellung entgegenwirke. Ehrlich gesagt, frage ich mich, warum diese Eltern so wenig Vertrauen in ihre Erziehungsversuche hatten. Hätten sie nicht vielleicht besser anstatt der aufwendigen Prozeßlawine durch alle Instanzen die Zeit genutzt, sich mit den Kindern auseinanderzusetzen? Immerhin fingen sie mit ihren Beschwerden an, als die älteste Tochter eingeschult wurde. 16 war sie dann, als das Urteil des Bundesverfassungsgerichts erging. Zwischendurch schickten sie ihre Kinder teilweise länger nicht zum Unterricht. Da kommt bei mir schon ein bißchen bitterer Geschmack auf.

Kein Thema, daß es nicht für die Schulbildung erforderlich ist, daß ein Kreuz im Klassenzimmer hängt, und deshalb habe ich kein Problem mit dem Urteil als solchem - im Gegenteil. Es war vollständig richtig. Genauso ist auch formal das Kopftuchurteil richtig, denn wenn die Kinder durch eine Zimmerdeko beinflußt werden können, dann doch erst recht durch das Aussehen einer Lehrerin.

Nur frage ich mich, was da noch alles kommen könnte. Was würden solche Eltern tun, wenn auf einmal der örtliche Kirchenchor (natürlich unter Einhaltung der Ruhezeiten) nebenan seine wöchentliche Probe abhält? Oder wenn die Grundschule in Nachbarschaft der Dorfkirche liegt und der Kirchturm mit Kreuz gut durchs Fenster sichtbar ist? Oder wenn die Kirchenglocken regelmäßig läuten? Nicht zu denken an das kollektive Geschrei, wenn irgendwo eine Moschee gebaut würde inkl. der Gebete des Imams.

Das alles sind Sachen, wo ich mich frage, ob es nicht besser wäre, für sich Toleranz zu üben und Symbole anderer Religionen zu akzeptieren und vernünftig damit umzugehen, anstatt sich durch alle Instanzen durchzuprozessieren. Dann wäre es auch egal, ob es sich um ein Kreuz an der Wand, das Kopftuch einer Lehrerin oder sonst irgendwas handelt.

Nebenbei, die Wand wird es wenig jucken, ob ein Kreuz an ihr hängt, aber die muslimische Lehrerin wird in ihrem Recht auf Selbstbestimmung definitiv beschnitten. Egal, ob das Kopftuch eine Unterdrückung der Frau ist oder nicht: Die Muslimin, die seit früher Kindheit das Kopftuch gewöhnt ist, wird sich nackt fühlen, wenn sie aus staatlicher Notwendigkeit und nicht aus eigener Entscheidung barhäuptig arbeiten soll. Was ist mit ihren Rechten?

Wenn ich durch Toleranz, die ich meinen Kindern vermittele, erreiche, daß sie nicht durch das Kopftuch beeinflußt werden, dann wird die Kids auch ein Kreuz an der Wand nicht stören oder irgendwas anderes, das optisch nicht den eigenen moralischen Vorstellungen entspricht. Besser wäre das als das Gefühl, für ein Beispiel einen Rechtsstreit gewonnen zu haben.

Gruß
mowei

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