Moin Samy,
Natürlich wird man von bestimmten Menschen angeschaut, weil
sie es interessant, oder fremd oder sonst wie finden. Aber ist
das ein Grund dafür, ohne Kopftuch auf die Straße zu gehen ??
Wenn der Sinn einer Bekleidungsvorschrift die ist, keine Blicke auf sich zu ziehen, dann JA.
wenn ja, dann könnte jeder, der anderes ist als die
„Allgemeinheit“ nicht mehr auf die Straße gehen.
Sicher kann er, aber je nachdem wie ausgefallen seine Kleidung ist, muss er damit rechnen, Aufsehen zu erregen. Wenn Moslems also wollen, dass ihre Frauen in D Aufsehen erregen und die Blicke auf sich ziehen, müssen sie ihnen nur ein Kopftuch und diese langen Mäntel überstülpen. Denkst du wirklich, das ist im Sinne des Koran ?
Du fragtest mich was soll eine Muslimische Frau arbeiten ? sie
kann alles arbeiten, was sie möchte, solange Sie nicht in
irgendeiner Art und Weise gegen den Islam verstößt. Was das
„sich Abwenden des Blickes“ einer Frau angeht, das ist in dem
Sinne gemeint, dass die Frauen (übrigens das gleiche gilt auch
für Männer !!!)sich nicht nach außen offen verhalten sollen.
Nicht mit „gierigen“, oder „obszönen“ Blicken die Männer
„verzaubern“ *g* sollen. Aber wie gesagt, das gleiche gilt
auch für die Männer !!! Und das ist sehr wichtig zu wissen,
damit man NICHT auf den Gedanken der Unterdrückung der Frau
kommt! Die Männer sollen sich auch nicht freigiebig zeigen,
und nicht hinter anderen Frauen (als ihre eigenen
)hinterherschauen. Eine Frau ist z.B. die beste Lehrerin für
Kinder. Eine muslimische Frau kann in einem Labor arbeiten,
natürlich auch mit männlichen Kollegen ! aber sie muss wissen
wie sie sich den Männern gegenüber verhalten muss (nicht
umarmen, küsschen geben, etc., gleiche gilt auch für männliche
Moslems).
Nun, das erscheint mir aber recht vage und zudem auf Interpretation zu beruhen und genau das ist ja hier auch das Problem. Mir erscheint, dass Muslima für einen Arbeitgeber ziemlich unberechenbar sind, weil man als Arbeitgeber nie weiß, womit man plötzlich zu rechnen hat (dass eine Muslima dann plötzlich mit einem Kopftuch bei der Arbeit erscheint, ist da in den meisten Branchen vermutlich noch das geringste Problem).
Aber um das auch noch mal ganz deutlich zu sagen keiner darf
seine Frau dazu zwingen ein Kopftuch zu tragen…die die das
machen, begehen eine Sünde! leider sieht man das auch sehr
heufig in Deutschland.
Und hier trennt sich IMHO die Spreu vom Weizen. Eine Frau, die für eine Arbeit nicht ihr Kopftuch ablegen kann, ist offensichtlich ziemlichen religiösen oder gesellschaftlichen (familiären) Zwängen unterworfen, selbst wenn sie sich diese Zwänge freiwillig auferlegt. Und genau hier wird es IMHO hinsichtlich des Beamtentums kritisch, denn Beamte haben in ihrer Funktion als Beamte in erster Linie dem Staat zu dienen und die Grundsätze dieses Staates nach außen zu vertreten.
Auf der anderen Seite, muss man auch
sagen , dass sehr viele Frauen (die mehrheit) selber den
wunsch dazu haben, ein Kopftuch zu tragen, nur ist es in
Deutschland schwieriger als in einem islamischen Staat.Wo sie
schon damit „ungezwungen“ aufwachsen…
Eine kleine private Geschichte:
ich bin vor knapp zwei Jahren mit meinem Vater nach Irak
gefahren, wo wir unsere Verwandten haben. Als Geschenke haben
wir mitunter auch Kopftücher mitgebracht. Meine kleine Cousine
(10 Jahre alt) trug schon ein Kopftuch, jetzt sollte sie in
meinem Beisein, ihr Kopftuch durch ein neues ersetzen. Sie
fing an zu kreischen und zu heulen,sie wollte NICHT in meinem
Beisein ihr Kopftuch wechseln. Obwohl selbst ihr Vater gesagt
hat, isie kann das machen …
nur mal so als Informationen, dass viele es NICHT als
unterdrückung ansehen, sondern eher das Gegenteil…
Dass nennst du ungezwungenes Aufwachsen ??? Ich glaubs ja nicht. Hier werden schon kleine Kinder dermaßen manipuliert, dass sie es offensichtlich als Schande ansehen, ihr Haar einem Fremden zu zeigen. Ich finde es ätzend, wenn Menschen ihren Kindern bereits religiösen Zwängen aussetzen, solange diese in einem Alter sind, indem sie noch gar nicht für sich selbst entscheiden können. So züchtet sich eine Religion natürlich prima Gefolgschaft heran, aber gutheißen oder gar als „ungewzungen“ ansehen, kann ich das beim besten Willen nicht.
Gruß
Marion
in diesem Sinne
salam
Samy