Hallo Harald,
Wenn ich das Recht auf Religionsfreiheit befürworte, muss es
mir völlig gleichgültig sein, welcher Religion ein Schüler
(auch Lehrer) angehört. Wenn zu seiner Religion eine bestimmte
Kleiderordnung gehört, habe ich das zu akzeptieren.
Ich stelle eben in Frage, dass die Religion über allem stehen darf.
Will ich größtmögliche Bildung vermitteln, ist es mir lieber,
eine Schülerin kommt in der Burka zum Unterricht, als sie
kommt gar nicht.
Verweigere ich der Schülerin die Teilnahme am Unterreicht
wegen ihrer Kleidung, dann schließe ich sie letztlich wegen
ihrer Religion aus, weil man das Eine nicht vom Anderen
trennen kann.
…und was machst du mit einer Lehrerin in der Burka?
Tja, die bekommen eine Wisch von irgendeinem Relegionsfúzzi
und fertig ist die Laube.
Wenn das der Schulbehörde genügt, muss es dem Lehrpersonal
auch reichen. Die Behörde könnte eventuell mehr Druck ausüben,
aber dann ist die Sache mit der Religionsfreiheit auch dahin.
Religionsfreiheit wird IMHO hier nur vorgeschoben - aber mal davon abgesehen. Wo hört bei dir Religionsfreiheit auf? Die Frage hast du nicht beantwortet. Bei der Burka? Bei der Genitalbeschneidung? Beim Menschenopfer? Wo setzt du einen Punkt und wie begründest du ihn, wenn Religionsfreiheit für dich absolut ist?
Aha. Und wo ziehst du Grenzen? Speziell auch für die Kinder?
Freiheit hat keine Grenzen, sonst wäre es ein Ghetto.
Und wenn die Religion die Freiheit beschneidet?
Was hier definitiv der Fall ist - und in anderen Fällen auch (Reiseverbot, Sportverbot…)
Die Kinder haben sich in gewisser Weise der Religion ihrer
Eltern anzupassen.
Wo endet die „gewisse Weise“?
Bei uns liegt die Religionsmündigkeit bei
14 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt können sie selber bestimmen,
welcher Religion sie angehören wollen.
Aber auch das ist nur Theorie, weil ich mir nicht vorstellen
kann, dass ein Moslem seine 14-jährige Tochter eine Christin
werden lässt.
Immer wegschauen, weil es halt ihre Religion ist?
Meine Töchter hatten solche Mitschülerinnen.
Und die Eltern haben ihre Entscheidung mit ihrem Glauben
gerechtfertigt.
Aber es sind nicht nur ZJ. Ich kenne das auch von anderen
christlichen Sekten.
Ist für mich die gleiche Mischpoke:smile:. Das war auch das, was ich meinte…Es gibt ja nicht nur durchgeknallte Moslems, sondern mindestens genauso viele durchgeknallte Christen, Juden…
- Gibt es hier aber sehr viele Kinder, die muslimisch sind.
Die haben dann irgendwann keine Wahl mehr.
Natürlich nicht, aber Du kannst sie ja nicht mit Gewalt vom
Islam fernhalten.
Nein. Aber ich kann ihnen einen andere Freiheit im Rahmen der staatlichen Institution Schule geben - z.B. kein Kopftuch tragen zu müssen, Sport machen zu können…
- Die Angst ist real und berechtigt. Nicht berechtigt ist
eine Angst vor dem Islam, bzw. Muslimen allgemein. Betrachtet
man die ganze Welt, ist ein Großteil der Muslime nicht
islamistisch eingestellt.
So wie der Großteil der Christen nicht christlich eingestellt
ist.
Ich halte es für völlig falsch -und dem Glauben der Muslime nicht angemessen, alle Muslime mit dem Islamismus gleichzusetzen! DAS ist diskiminierend.
Was für Sprüche die Islamisten
machen - und welche Ziele sie verfolgen, kann absolut _nicht_
toleriert werden.
Aber von anderen Toleranz fordern ;-(
Wenn irgendein Mufti in Köln rumfaselt, dass er hier einen Gottesstaat haben will und in einigen Moscheeen ausgerufen wird, dass alle Ungläubigen mit Gewalt zum rechten Glauben gezwungen werden sollen, dann erlaube ich mir, darauf etwas intolerant zu reagieren, ja:smile:.
Auch bzw. erst recht nicht, wenn sie sich
dabei auf die Religionsfreiheit berufen. Im Namen der
Religionsfreiheit andere zu unterdrücken, kann nicht im Sinne
unseres Staates sein - und auch nicht unserer Gesellschaft.
Ich habe noch nicht feststellen können, dass Islamisten das
Ziel hätten, Andersgläubige zu unterdrücken. Es ist zwar in
islamischen Staaten jede andere Religion verboten, aber das
kann doch für D und Ö keine Gefahr sein.
Nun. Da bist du IMHO schlecht informiert. Ich setze allerdings auch Islamismus nicht mit dem Koran bzw. dem Leben und Glauben von Moslems gleich.
Wenn Du der Meinung bist, dass im Islam Frauen unterdrückt
werden, stimme ich Dir zu. Um das zu verhindern, müsste man
aber den Islam als solchen verbieten.
Das ist deine Meinung, die ich ebenfalls nicht teile. Ich kenne genug Muslima, die dir dafür ordentlich den Kopf waschen würden:smile:. es ist ein ganz bestimmter „Islam“. Aber nicht der, der einen Muslimen ausmachen muss.
Nein, denn es wird ja nicht allen Muslima verboten, Lehrerin
zu sein. Es gibt bisher mehrere hundert muslimische
Lehrerinnen in Deutschland, gerade mal 20 davon (oder etwas
weniger) wollen ein Kopftuch tragen bzw. tragen es bereits.
Was ein Mensch denkt und fühlt und glaubt - da kann ich
niemand in die Herzen schauen, wenn er es nicht deutlich nach
außen trägt.
Du propagierst hier Heuchelei.
Wenn ich meine Überzeugung verstecken muss, ist es ein Leben
in Unfreiheit.
Nein, du kannst sie überall zeigen, aber NICHT wie ein Schild vor dir hertragen, wenn du in einer staatlichen Schule unterrichtest. In D. zumindest gibt es die gesetzlich verfasste Idee der weltanschaulichen Neutralität. Wenn du das nicht leben kannst, hast du an einer Schule nichts zu suchen.
Ausserdem widersprichst Du einem fundamentalen christlichen
Gebot.
Jesus sagt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium
aller Kreatur.“ (Lk.16,15)
Was den Christen erlaubt, ja sogar befohlen ist, darf den
Moslems nicht verboten sein. Das würde den
Gleichheitsgrundsatz verletzen.
Auch von einem christlichen Lehrer würde ich es mir dringend verbitten, mir im Biologieunterricht mit der Schöpfungsgeschichte zu kommen! Furchtbar. und überhaupt, missionieren verbitte ich mir ganz explizit in einer staatlichen Institution.
Na ja, bei uns unterrichten auch Nonnen in ihrer Tracht und
Priester im Talar an öffentlichen Schulen. Und das hat noch
niemand gestört.
Ja, weil es keine völlige Trennung von Staat und Kirche gibt. Ohne die lässt sich das Kopftuch schlecht verbieten.
Grüße,
barbara