Noch einmal: Muslime und ihre Meinung

Neulich hatten wir hier eine ausgiebige Diskussion zum Thema Kopftuch, wo ich auf meine Anfrage hin einige links bekommen habe, die tatsächlich vorhandene Meinungen gut widerspigeln.

Heute kommt noch eine gewichtige Meinung zum Thema, die von Navid Kermani. Sie steht in TAZ:

http://www.taz.de/pt/2003/10/09/a0149.nf/text

[…]


Anm. Mod (Heiner): Ich musste den Text des taz-Artikels leider auf Grund der Copyright-Bestimmungen löschen. Der Link auf den Artikel in der Online-Ausgabe der taz wurde angefügt.

Moin peet,

Neulich hatten wir hier eine ausgiebige Diskussion zum Thema
Kopftuch, wo ich auf meine Anfrage hin einige links bekommen
habe, die tatsächlich vorhandene Meinungen gut widerspigeln.

Heute kommt noch eine gewichtige Meinung zum Thema, die von
Navid Kermani. Sie steht in TAZ:

Zum Thema (Kopftuch bei Lehrerinnen) kommt allerdings so gut wie gar nichts außer:

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob religiöse Symbole
wie das Kopftuch in der Schule einen Platz haben,

DAs ist nicht wirklich viel, oder?

Gruss
Marion

Mahlzeit :smile:

Zum Thema (Kopftuch bei Lehrerinnen) kommt allerdings so gut
wie gar nichts außer:

Man kann unterschiedlicher Meinung sein, ob religiöse Symbole
wie das Kopftuch in der Schule einen Platz haben,

Das ist zum Thema nicht viel. Insofern paßt der Leserbrief nicht so recht zu unserer Diskussion.

Ich finde ihn trotzdem ganz wohltuend - auch ich hatte mich in ähnlicher Weise über den SPIEGEL geärgert, und er bringt meine Gedanken auf den Punkt.

Ich habe immer noch nicht nahcvollziehbar erklärt bekommen, warum das Tragen des Kopftuchs für dich schon ein rotes Tuch ist :smile:

Was mich sowohl am SPIEGEL-Artikel als auch an der Forumsdiskussion gestört hat, war die Tendenz, sich nicht an Tatsachen zu halten, sondern sich an Dinge zu stören, die evtl. vielleicht und unter Umständen davon abzuleiten wären, nach dem Motto: ich hab ja nichts gegen Kopftücher, aber diese Frau könnte meine Kinder missionieren wollen, was inakzeptabel ist.

Aber das Thema haben wir schon so breitgetreten, da werden wir uns bestimmt nicht näherkommen.

Schönen Gruß

J.

Hallo,
vielen Dank, daß Du diesen Artikel hier zur Verfügung gestellt hast. Ich war ähnlich entsetzt über den Spiegel-Artikel…

Aber wenn der Nachbar im Kiosk und der
Landesverfassungsrichter in der FAZ, der Historiker aus
Bielefeld und der Bischof aus Berlin nach der Lektüre Ihres
Heftes und ähnlich gedankenarmer Publikationen sich mit
genügend Informationen ausgestattet sehen, Fatwas zum Islam
abzugeben, platzt mir gelegentlich der Kragen. Mehr nicht."

Hat jemand Informationen zu den Publikationen dieser drei, die hier angesprochen sind?

Schon mal Danke auch dafür,
Taju

Copyright-Verletzung
Hallo Peet,

ich möchte Dich darauf aufmerksam machen, daß die Übernahme des Artikels von Herrn Kermani eine Copyright-Verletzung bedeutet, egal ob Du nun den Link angibst oder nicht angibst.

Was rechtlich gesehen unbedenklich ist, ist das sogenannte „Anzitieren“, also einige Zeilen des Artikels zu übernehmen und dann den Link zu setzen, z.B:

"Sehr geehrter Herr Aust,

leider schreibe ich Ihnen erst jetzt, da Sie bereits das
nächste Heft herausgebracht haben. Als ich das Kopftuch auf
dem Titelbild der letzten Ausgabe sah, wusste ich schon, dass
ich sie besser nicht kaufen sollte. Aber dann kaufte meine
Frau das Heft…"

dann genaue Angabe der URL

Abgesehen davon stimmt es nicht, daß taz-Artikel nur zeitlich befristet zugänglich sind - und selbst wenn, dann ist es rechtlich auch nicht o.k.

Bei einer Länge des Artikels - wie der von Herrn Kermany, müßtest Du - falls die taz oder Herr Kermany gegen Dich vorgeht mit einer Summe so etwa um 2000 Euro rechnen außergerichtlich und wenn nicht, dann wird es noch teurer.

Viele Grüße

Iris

Hallo Peet,

ich antworte dir, damit wenigstens einer auf die inhaltliche Frage eingeht. Zumindestens hoffe ich dass, da deine Fragestellung nicht klar und deutlich formuliert ist.

Ich sehe die Aufgabe des Intellektuellen wie des Literaten
darin, die jeweils eigenen Kulturen in ihrer Abscheulichkeit
zu sezieren. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass ich
den erbärmlichen Zustand, in dem sich viele muslimische
Länder, ja der Islam als Zivilisation heute befindet, weit
präziser beschrieben habe, als es je in den Floskeln möglich
wäre, auf die Sie den Intellekt Ihrer Autoren wie Leser
zurechtstutzen.

Du hast mit deiner obigen Aussage recht und Herr Kermani hat mit seiner Aussage gleichermaßen recht.

Wenn es darum geht auf Ungerechtigkeiten und Mißstände hinzuweisen, sollte ein Literat oder Journalist keine Kompromisse machen.

Andererseits weiss ich aus eigener Erfahrung, dass Journalisten durchaus viel Müll zusammenschreiben. Unzureichende Recherchen, aber vor allem die persönlichen Vorurteile die Vorurteile aus dem Umfeld bestimmen in hohem Maße die Arbeit.

Konkretes Beispiel. Herr Bohlen hat ein weiteres Buch schreiben lassen. Egal ob in der Zeitung oder in Fernsehberichten. NIRGENDS wird das Buch erwähnt, ohne dass durch eine Zusatzbemerkung klar gemacht wird, dass man dieses Buch nicht als Literatur betrachten darf. Solche Bemerkungen fallen selbst bei Nachrichtenmitteilungen, wo eine Wertung gar nicht zu suchen hat.

Beim Islam handelt es sich um ein Feindbild, welches große Teile der Bevölkerung eint. Ob links oder recht, ob konservativ-spießig oder jung-flippig, sie alle haben igendwo im Bauch ein unangenehmes Gefühl, wenn es um den Islam geht.
Die Vorbehalte selber können völlig unterschiedlich sein. Der eine glaubt an eine asiatische Invasion, der andere sieht die Unterdrückung der Frau.

Bei Artikel, die sich mit dem Islam und seinen Ausprägungen befassen stellt sich nun Frage, welche Intension der Verfasser hat. Will er objektiv informieren, will er auf Mißstände hinweisen oder will er sein Unbehagen in geschriebene Form bringen.
Zu bedenken ist nun folgendes. Alles Negative was über den Islam geschrieben wird, dient zur Bekräftigung der eigenen Vorbehalte. Eine Differenzierung dient allenfalls zur Unterscheidung in zwei Kategorien.
Die bösen rückständigen Moslems und die guten fortschrittlichen Moslems. Die guten Moslems sind genauso wie wir. Sie sind eigentlich keine richtigen Moslems, deshalb sind sie ja gut.

Das Fatale ist auch, dass selbst möglichst objektive Berichte die Vorbehalte bekräftigen können, weil der Islam auf einem anderen Wertesystem aufbaut als die westliche Gesellschaft. Manche Dinge, die in der islamischen Kultur richtig und gut sind, sind in der westlichen
Kultur schlecht und verabscheuungswürdig und umgekehrt.

Meiner Meinung nach ist dies immer noch der beste Weg, ehrliche und objektive Berichte zu bringen und dem Leser zu erklären wie die andere Kultur funktioniert.
Polemik und Sensationshascherei verkauft sich in unserer Medienlandschaft halt besser. Und die TAZ hat hier mittlerweile einen schlechten Ruf (auch „BILD-Zeitung der Linken“ genannt). Wenn du nach besten Wissen und Gewissen korrekte Fakten recherchierst und sie ohne polemische Wertung im richtigen Kontext wiedergibst, wirst du über jede Kritik erhaben sein.
Der Vorwurf von Kermani ist nun, dass hier das Gegenteil erfolgte. Hat er Recht?

Gruß
Carlos

P.S. Ich persönlich habe sehr starke Vorbehalte gegen Islam selber

Bischof
Hallo Taju,

von allen angedeuteten Personen erinnere ich mich nur an den Bischof. Dazu stand in den Nachrichten:

http://www.kirche-mv.de/Huber.1995.0.html

[…]


Anm. Mod (Heiner): Ich musste den Text des Artikels leider auf Grund der Copyright-Bestimmungen löschen. Ein Link auf die Online-Ausgabe des Artikels wurde angefügt.

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Fragestellung
Hallo Carlos,

meine Frage war, was denken, was meinen Muslime selbst. Dazu gibt es immer noch sehr wenig autentisches aktuelles Material. Es wird sowieso mit einer Brille oder gar mehreren gelesen. Das kann man allerdings nicht verbieten. :smile:

In deinem Kommentar sind mir zwei Sätze besonders wichtig.

Die guten Moslems sind genauso wie
wir. Sie sind eigentlich keine richtigen Moslems, deshalb sind
sie ja gut.

Dieses „wie wir“ und deine Folgerung daraus sind in meinen Augen eine kluge und gute Bemerkung, wenn es auch wie eine traurige Ironie klingt.
„Wir“ und „Nicht-wir“ ist hier die Kernfrage.

Der Vorwurf von Kermani ist nun, dass hier das Gegenteil
erfolgte. Hat er Recht?

Klar, das ist seine Meinung. Worin er Recht hat - das zu verstehen - das wäre so ziemlich viel.

P.S. Ich persönlich habe sehr starke Vorbehalte gegen Islam
selber

Unterscheidest du dabei zwischen Islam, Moslems und Islamisten?

… ich hatte befürchtet, daß der Angegriffene Huber war, der sich leider mittlerweile so gerne reden hört, daß er sein systematisches Talent vergräbt…

Hallo,

ich hoffe ja nur, daß Du nicht wirklich Ärger wegen Copyright-Verletzungen bekommst…:wink:

Grüße,
Taju

offtopic.
Hallo peet,

ich hatte den Artikel im Spiegel auch gelesen - und fand ihn sehr heftig und tendenziös - aber halt typisch Spiegel. Egal um welche Religion es geht, der Spiegel haut drauf. Spätestens zum Weihnachtsfest wird uns ein Nachfolger von Herrn Augstein erzählen, was’n Quatsch in der Bibel steht und mal wieder Lüdemann zitieren, der mittlerweile wahrscheinlich behauptet, Jesus sei ein schwuler Junky gewesen oder sowas.:wink:

grüßle,

Barbara

P.S. Ich würd mich mit Harald, dem MOD absprechen. Es wird hier zwar immer wieder gemacht (Urheberrechts-Verletzungen), aber man muss es ja nicht wissenhtlich herausfordern.

aber wo er recht hat, hat er recht:smile: (owT)

Hallo Barbara,
nun muß man sicherlich vorausschicken, daß sicherlich nicht die vollständige Äußerung von Huber vorliegt…
Ich habe mit jedoch tatsächlich Zweifel, daß er zuende gedacht hat.
Nehmen wir also mal hin, daß das Kopftuch grundgesetzwidrig sei, da es die Unterdrückung der Frau repräsentiere. Wenn man diese Regel abstrahiert, dann ist das Kriterium für Legitimität von Kleidung (bei Beamten) also das Frauenbild. Mh… Wohin soll das dann führen? Wie steht es mit Bauchnabelfreien Lehrerinnen (über die ich mich hier schon mal ausgelassen habe), was ist DAS für ein Frauenbild. Einen Kirchenvertreter hörte ich dazu sagen, daß es ja auf die Wirkung ankäme. Aber schon hier fängt Relativität an. Dürfte nicht nur Kleidung getragen werden, die Männer UND Frauen üblicherweise tragen? Kein Schlips für den Mann etc., keine Röcke, was ist mit Frisuren, was ist mit Schminke. Nun, das ganze ist sicherlich auch polemisch, es sei aber doch an den guten alten Kant erinnert.

Einer Kopftuchträgerin per se eine grundgesetzwidrige Haltung zu unterstellen, zeugt von mangelnden Respekt für persönliche Glaubensüberzeugungen. Damit will ich nicht selbst erlebte Unterdrückungen von FRauen in muslimischen Familien verharmlosen, aber von einem Bischof fordere ich mehr Differenzierungsfähigkeit.

Das er seine Argumentation offensichtlich nicht durchdacht hat, sieht man daran, daß er gleichzeitig das Verbannen christlicher Symbole als Unfreiheit (die wir dann auch noch dem bösen Islam zu verdanken hätten?) bezeichnet. Wenn er schon meint, sich auf das Gebiet der Juristen begeben zu müssen, hätte er das Abstraktionsprinzip bedenken müssen. Wenn das Kopftuch weg ist, dann auch das Kreuz (man denke nur an die jüngsten Äußerungen aus dem Vatikan zu Meßdienerinnen).
Fatal an dem Ganzen: Diese Gesellschaft, die offensichtlich in einer Art Erziehungsverweigerung gegenüber ihrer Jugend verharrt, meint, ihre Kinder durch Verbote schützen zu können, anstatt sich zu überlegen, welche Inhalten man denn nun lehren möchte…

Grüße,
Taju

PS: Wenn ich GROß schreibe, dann nicht, um Dich anzuschreien, sondern, weil ich nicht weiß, wie das mit dem Unterstreichen geht:wink:

HAllo Taju,

Nehmen wir also mal hin, daß das Kopftuch grundgesetzwidrig

sei, da es die Unterdrückung der Frau repräsentiere. Wenn man
diese Regel abstrahiert, dann ist das Kriterium für
Legitimität von Kleidung (bei Beamten) also das Frauenbild.

Nein, abstrahiert geht es um die Würde des Menschen bzw. um das Gebot, dass niemand wegen seines Geschlechtes etcpp benachteiligt werden soll. Warum tragen denn die muslimischen Frauen das Kopftuch, wenn sie aus aus religiösen Gründen tragen?

Mh… Wohin soll das dann führen? Wie steht es mit
Bauchnabelfreien Lehrerinnen (über die ich mich hier schon mal
ausgelassen habe), was ist DAS für ein Frauenbild.

Keins was mir gefällt. Nur: Es gibt meines Wissens keine religiöses Gebot in einer mir bekannten Religion, das besagt: Tragte bauchfreie Tops, damit die Männer was zu gucken haben, das ist mir wohlgefällig:smile:).

Einen

Kirchenvertreter hörte ich dazu sagen, daß es ja auf die
Wirkung ankäme. Aber schon hier fängt Relativität an. Dürfte
nicht nur Kleidung getragen werden, die Männer UND Frauen
üblicherweise tragen? Kein Schlips für den Mann etc., keine
Röcke, was ist mit Frisuren, was ist mit Schminke. Nun, das
ganze ist sicherlich auch polemisch, es sei aber doch an den
guten alten Kant erinnert.

Hm, ich verstehe deinen Punkt nicht. Es geht doch darum, dass Frauen ohne Kopftuch als unrein gelten (sagte Frau Ludin mal), dass Frauen sich zu bedecken haben, damit die Männers nicht von Gott und seinen Geboten abgelenkt werden (oder so ähnlich wird das begründet). Das ist einfach ein Menschenbild, dass ich nicht an einer Schule vermittelt bekommen möchte. Davor möchte ich meine Kinder schützen können. und ich meine, Kinder haben mehr Schutz verdient als Lehrer, bzw. Beamte. (um nur die geht es ja.)

Eine Frau, die einen Schlips tragen will- wieso nicht? Dein Beispiel erscheint mir sehr verharmlosend. Ich weiß nicht, wo du wohnst. Aber Herr Huber wohnt in einer der Städte mit dem höchsten Anteil von Türken in D. Die meisten Mädchen, die Kopftuch tragen (das sind ja nicht alle), dürfen z.B. auch nicht am Sportunterricht teilnehmen, auch nicht an Klassenfahrten - geschweige denn am Sexualkundeunterricht. Wo soll denn bitte demnächst die Religion noch überall mitmischen dürfen?? Läuft das auch alles für dich unter Religionsfreiheit? Ich finde das so schon schlimm genug. Mein Vater ist lehrer in Mannheim, auch an einer Schule mit vielen Türkinnen (die Betonung liegt auf dem weibichen Geschlecht, da diese es viel eher auf eine weiterführende Schule schaffen als die Jungs). Alle fahren nach Rom - nur die eine Türkin aus der konservativen Familie nicht. Alle haben Sport, nur…Das grenzt aus. Machen wir uns doch nix vor. Ich befürchte da einfach einen Dammbruch, der den islamischen Fundamentalisten Tür und Tor öffnet…am meisten leiden müssen vorerst sowieso die Ramadam-Moslems ( als Pendant der Christen, die nur zu Weihnachten in die Kirche gehen) und die liberalen - nicht wir Christen und Andersgläubige…

Ich bedauere es sehr, aber um diese Islam-Fundis abzuwehren, muss eben auch die christliche Kirche zurückschrauben: Absolute Trennung von Staat und Kirche. (Da gebe ich dir recht, da ist Herr Huber inkonsequent in der logischen Argumentation)

Einer Kopftuchträgerin per se eine grundgesetzwidrige Haltung
zu unterstellen, zeugt von mangelnden Respekt für persönliche
Glaubensüberzeugungen.

ich denke, so hat er das nicht sagt, behaupte ich jetzt mal.

Wo ich ihm vom Herzen recht gebe, ist das verquere Menschenbild, dass durchaus verfassungswidrig ist. Das mögen sie in ihrer Religion so halten (die katholische Kirche hat da ja auch so ihre Problemchen innerhalb ihre Organisation), aber bitte nicht in unserem Staat bzw. seiner Institutionen.

liebe Grüße,

barbara

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Hallo Peet,

P.S. Ich persönlich habe sehr starke Vorbehalte gegen Islam
selber

Unterscheidest du dabei zwischen Islam, Moslems und
Islamisten?

Klar! Den Islam lehne ich ab, weil ich Mohammed nicht für einen Propheten Gottes halte und seine Offenbarung nicht für Gottgesandt.

Die „normalen“ Moslems unterscheiden sich meiner Meinung nach im Prinzip nicht so stark von den „normalen“ Christen. Entscheidend ist für sie die Konformität mit den gesellschaftlichen Normen, d.h. Äußerlichkeiten.

Die Islamisten halten sich noch nicht mal an den Koran. Ein Haufen Dumpfköpfe, die für ihre Religion in den Tod gehen, aber nicht bereit sind dafür zu leben.

Gruß
Carlos

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Hallo Barbara,

Hm, ich verstehe deinen Punkt nicht. Es geht doch darum, dass
Frauen ohne Kopftuch als unrein gelten (sagte Frau Ludin mal),
dass Frauen sich zu bedecken haben, damit die Männers nicht
von Gott und seinen Geboten abgelenkt werden (oder so ähnlich
wird das begründet). Das ist einfach ein Menschenbild, dass
ich nicht an einer Schule vermittelt bekommen möchte. Davor
möchte ich meine Kinder schützen können. und ich meine, Kinder
haben mehr Schutz verdient als Lehrer, bzw. Beamte. (um nur
die geht es ja.)

mir drängt sich die Frage auf, warum das Tragen des Kopftuches alleine schon als Vermittlung eines Menschenbildes angesehen wird.

Die Lehrerin, die das Kopftuch trägt, hat doch erstmal Erklärungsbedarf gegenüber fragenden Schülern. Und wenn diese von ihren Eltern dazu erzogen wurden, religiöse Aussagen zu hinterfragen, können sie sich selber eine Meinung bilden.

Werden Kinder nicht mit kopftuchtragenden Frauen konfrontiert, entsteht auch kein Denkprozess.
Zum Anpöbeln ausländischer (oder anders aussehender) Mitbürger benötigt man keinen Denkprozess. Da fängt einer an und die ganze Gruppe macht mit.

Die meisten Mädchen, die
Kopftuch tragen (das sind ja nicht alle), dürfen z.B. auch
nicht am Sportunterricht teilnehmen, auch nicht an
Klassenfahrten - geschweige denn am Sexualkundeunterricht.

Da wäre vielleicht eine Grundsatzentscheidung nötig. Es gibt doch eine Schulpflicht. Und wer an einer Schulveranstaltung nicht teilnimmt, verletzt diese.

Aber soviel ich weiss, sind Juden vom Schulbesuch am Sabbat befreit.
Andersherum gilt bei uns in Ö der Besuch der kath. Messe im Klassenverband als Unterrichtszeit. Nichtkatholische Schüler müssen diese Zeit in der Schule verbringen.

Du siehst, die Trennung von Kirche und Staat ist noch lange nicht vollzogen.

Wo
soll denn bitte demnächst die Religion noch überall mitmischen
dürfen?? Läuft das auch alles für dich unter
Religionsfreiheit?

Ich würde sagen: ja!

Alle fahren nach Rom - nur die eine Türkin aus der
konservativen Familie nicht. Alle haben Sport, nur…Das
grenzt aus.

Alle fahren mit der Klasse auf Projektwoche, nur Eine nicht…
Sie ist Zeugin Jehova.
Wie stehst Du dazu?

Machen wir uns doch nix vor. Ich befürchte da
einfach einen Dammbruch, der den islamischen Fundamentalisten
Tür und Tor öffnet…

Das ist der entscheidende Punkt!
Die Angst vor dem Islamismus.
Würden die Familien ihre Kinder aber darauf vorbereiten, bräuchte man keine Angst haben. Das mitteleuropäische Kind hat keine Ambitionen, unter der Scheria zu leben.

Einer Kopftuchträgerin per se eine grundgesetzwidrige Haltung
zu unterstellen, zeugt von mangelnden Respekt für persönliche
Glaubensüberzeugungen.

ich denke, so hat er das nicht sagt, behaupte ich jetzt mal.

So habe ich es aber verstanden.

Wo ich ihm vom Herzen recht gebe, ist das verquere
Menschenbild, dass durchaus verfassungswidrig ist. Das mögen
sie in ihrer Religion so halten (die katholische Kirche hat da
ja auch so ihre Problemchen innerhalb ihre Organisation), aber
bitte nicht in unserem Staat bzw. seiner Institutionen.

Konsequenterweise müssten aber dann auch Katholiken vom Lehramt suspendiert werden.

Gruss Harald

Hallo Taju,

PS: Wenn ich GROß schreibe, dann nicht, um Dich anzuschreien,
sondern, weil ich nicht weiß, wie das mit dem Unterstreichen
geht:wink:

ist ganz einfach: FAQ:30

Gruss Harald

Hallo Harald,

es ist bei der ganzen Angelegenheit sehr die Frage, wo man selbst lebt - und welche Erfahrungen man hier macht.

mir drängt sich die Frage auf, warum das Tragen des Kopftuches
alleine schon als Vermittlung eines Menschenbildes
angesehen wird.

Indirekt ist es das tatsächlich. _Frauen_ müssen sich verschleiern, - dabei geht es im übrigen um die Reaktion der _Männer_ - nicht um Gott. Das finde ich schon bezeichnend. Und das kann ja bis zur Ganzkörperburka gehen. Wo würdest du denn da die Grenze ziehen - oder wäre auch das aus religiösen Gründen für dich im Schulunterricht erlaubt?

Werden Kinder nicht mit kopftuchtragenden Frauen konfrontiert,
entsteht auch kein Denkprozess.

Das werden sie ja sowieso. Hier zumindest kann ich nicht auf die Strasse gehen, ohne damit alle paar Minuten konfrontiert zu werden :smile:. Es geht hier ganz speziell um Beamte, Staatsdiener.

Zum Anpöbeln ausländischer (oder anders aussehender) Mitbürger
benötigt man keinen Denkprozess. Da fängt einer an und die
ganze Gruppe macht mit.

Hier ist das Nebeneinander Alltag. Nebeneinander. nicht Miteinander. und das liegt keineswegs nur an der hier viel beschimpften „Dominanzkultur“.

Die meisten Mädchen, die
Kopftuch tragen (das sind ja nicht alle), dürfen z.B. auch
nicht am Sportunterricht teilnehmen, auch nicht an
Klassenfahrten - geschweige denn am Sexualkundeunterricht.

Da wäre vielleicht eine Grundsatzentscheidung nötig. Es gibt
doch eine Schulpflicht. Und wer an einer Schulveranstaltung
nicht teilnimmt, verletzt diese.

Tja, die bekommen eine Wisch von irgendeinem Relegionsfúzzi und fertig ist die Laube.

Aber soviel ich weiss, sind Juden vom Schulbesuch am Sabbat
befreit.
Andersherum gilt bei uns in Ö der Besuch der kath. Messe im
Klassenverband als Unterrichtszeit. Nichtkatholische Schüler
müssen diese Zeit in der Schule verbringen.

Du siehst, die Trennung von Kirche und Staat ist noch lange
nicht vollzogen.

Die Ösis sind auch noch extremer als die Piefke diesbezüglich ( habe ja eine ganze Weile in Wien gelebt. Da kam ich mir als Evangelin echt als Minderheit vor. Ein neues Lebensgefühl:smile:.)

Wo
soll denn bitte demnächst die Religion noch überall mitmischen
dürfen?? Läuft das auch alles für dich unter
Religionsfreiheit?

Ich würde sagen: ja!

Aha. Und wo ziehst du Grenzen? Speziell auch für die Kinder?

Alle fahren nach Rom - nur die eine Türkin aus der
konservativen Familie nicht. Alle haben Sport, nur…Das
grenzt aus.

Alle fahren mit der Klasse auf Projektwoche, nur Eine nicht…
Sie ist Zeugin Jehova.
Wie stehst Du dazu?

Das ist für mich kein Unterscheid. Die ZJ sind ein gutes Beispiel, wie Kinder von den Eltern zu Aussenseitern gemacht werden können. Und ja durchaus auch aus einem „elitären“ Anspruch heraus. (wobei mir nicht bekannt ist, dass ZJ an sowas nicht teilnehmen dürfen)

Das ist der entscheidende Punkt!
Die Angst vor dem Islamismus.
Würden die Familien ihre Kinder aber darauf vorbereiten,
bräuchte man keine Angst haben. Das mitteleuropäische Kind hat
keine Ambitionen, unter der Scheria zu leben.

  1. Gibt es hier aber sehr viele Kinder, die muslimisch sind. Die haben dann irgendwann keine Wahl mehr.

  2. Die Angst ist real und berechtigt. Nicht berechtigt ist eine Angst vor dem Islam, bzw. Muslimen allgemein. Betrachtet man die ganze Welt, ist ein Großteil der Muslime nicht islamistisch eingestellt. Was für Sprüche die Islamisten machen - und welche Ziele sie verfolgen, kann absolut _nicht_ toleriert werden. Auch bzw. erst recht nicht, wenn sie sich dabei auf die Religionsfreiheit berufen. Im Namen der Religionsfreiheit andere zu unterdrücken, kann nicht im Sinne unseres Staates sein - und auch nicht unserer Gesellschaft.

Es wundert mich aber nicht, wer hier die RF so aus vollem Herzen und absolut setzt:smile:. Auch nicht-muslimischen Religionsgemeisnchaften, die teilweise in D. al Sekten gelten, machen eine Menge Dinge, die für sie unter die Religionsfreiheit fallen.

Die Religionsfreiheit ist ein wichtiges Gut gewesen - und ist es auch immer noch. Wenn das aber dazu führt, das Grundfeste anderer Menschenrechte berührt oder eingeschränkt werden (und das gilt meist für Mitglieder der entsprechenden Religion, nicht für die Menschen der Dominanzreligion/kultur), dann sehe ich uns auch in der Verantwortung. Dass das eine sehr heikle und sensible Sache ist, ist mir dennoch bewusst. Aber Grenzen müssen gesetzt werden. Religionsfreiheit muss auch Grenzen haben dürfen, wenn sie andere Freiheitsrechte ad absurdum führt!

Wo ich ihm vom Herzen recht gebe, ist das verquere
Menschenbild, dass durchaus verfassungswidrig ist. Das mögen
sie in ihrer Religion so halten (die katholische Kirche hat da
ja auch so ihre Problemchen innerhalb ihre Organisation), aber
bitte nicht in unserem Staat bzw. seiner Institutionen.

Konsequenterweise müssten aber dann auch Katholiken vom
Lehramt suspendiert werden.

Nein, denn es wird ja nicht allen Muslima verboten, Lehrerin zu sein. Es gibt bisher mehrere hundert muslimische Lehrerinnen in Deutschland, gerade mal 20 davon (oder etwas weniger) wollen ein Kopftuch tragen bzw. tragen es bereits. Was ein Mensch denkt und fühlt und glaubt - da kann ich niemand in die Herzen schauen, wenn er es nicht deutlich nach außen trägt. Außerdem bezieht sich das Frauenproblem der katholischen Kirche ja nicht auf den öffentlichen, gesellschaftlichen Raum, sondern ist allen ein Problem der eigenen Organisation.

grüße,

barbara

Hallo Barbara,

es ist bei der ganzen Angelegenheit sehr die Frage, wo man
selbst lebt - und welche Erfahrungen man hier macht.

das ist wohl wahr. Deshalb stellt sich das Problem hier in Ösiland sicher anders dar.

mir drängt sich die Frage auf, warum das Tragen des Kopftuches
alleine schon als Vermittlung eines Menschenbildes
angesehen wird.

Indirekt ist es das tatsächlich. _Frauen_ müssen sich
verschleiern, - dabei geht es im übrigen um die Reaktion der
_Männer_ - nicht um Gott. Das finde ich schon bezeichnend. Und
das kann ja bis zur Ganzkörperburka gehen. Wo würdest du denn
da die Grenze ziehen - oder wäre auch das aus religiösen
Gründen für dich im Schulunterricht erlaubt?

Wenn ich das Recht auf Religionsfreiheit befürworte, muss es mir völlig gleichgültig sein, welcher Religion ein Schüler (auch Lehrer) angehört. Wenn zu seiner Religion eine bestimmte Kleiderordnung gehört, habe ich das zu akzeptieren.

Will ich größtmögliche Bildung vermitteln, ist es mir lieber, eine Schülerin kommt in der Burka zum Unterricht, als sie kommt gar nicht.
Verweigere ich der Schülerin die Teilnahme am Unterreicht wegen ihrer Kleidung, dann schließe ich sie letztlich wegen ihrer Religion aus, weil man das Eine nicht vom Anderen trennen kann.

Die meisten Mädchen, die
Kopftuch tragen (das sind ja nicht alle), dürfen z.B. auch
nicht am Sportunterricht teilnehmen, auch nicht an
Klassenfahrten - geschweige denn am Sexualkundeunterricht.

Da wäre vielleicht eine Grundsatzentscheidung nötig. Es gibt
doch eine Schulpflicht. Und wer an einer Schulveranstaltung
nicht teilnimmt, verletzt diese.

Tja, die bekommen eine Wisch von irgendeinem Relegionsfúzzi
und fertig ist die Laube.

Wenn das der Schulbehörde genügt, muss es dem Lehrpersonal auch reichen. Die Behörde könnte eventuell mehr Druck ausüben, aber dann ist die Sache mit der Religionsfreiheit auch dahin.

Die Ösis sind auch noch extremer als die Piefke diesbezüglich
( habe ja eine ganze Weile in Wien gelebt. Da kam ich mir als
Evangelin echt als Minderheit vor. Ein neues Lebensgefühl:smile:.)

Die Evangelen sind hier tatsächlich eine Minderheit.
Da gab es sogar einmal eine Verordnung, dass eine Evangelische Kirche nicht an der Hauptstrasse erbaut werden darf :wink:

Religionsfreiheit?

Ich würde sagen: ja!

Aha. Und wo ziehst du Grenzen? Speziell auch für die Kinder?

Freiheit hat keine Grenzen, sonst wäre es ein Ghetto.
Die Kinder haben sich in gewisser Weise der Religion ihrer Eltern anzupassen. Bei uns liegt die Religionsmündigkeit bei 14 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt können sie selber bestimmen, welcher Religion sie angehören wollen.
Aber auch das ist nur Theorie, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Moslem seine 14-jährige Tochter eine Christin werden lässt.

Ein Beispiel: http://www.sabatina.at/

Das ist für mich kein Unterscheid. Die ZJ sind ein gutes
Beispiel, wie Kinder von den Eltern zu Aussenseitern gemacht
werden können. Und ja durchaus auch aus einem „elitären“
Anspruch heraus. (wobei mir nicht bekannt ist, dass ZJ an
sowas nicht teilnehmen dürfen)

Meine Töchter hatten solche Mitschülerinnen.
Und die Eltern haben ihre Entscheidung mit ihrem Glauben gerechtfertigt.

Aber es sind nicht nur ZJ. Ich kenne das auch von anderen christlichen Sekten.

Das ist der entscheidende Punkt!
Die Angst vor dem Islamismus.
Würden die Familien ihre Kinder aber darauf vorbereiten,
bräuchte man keine Angst haben. Das mitteleuropäische Kind hat
keine Ambitionen, unter der Scheria zu leben.

  1. Gibt es hier aber sehr viele Kinder, die muslimisch sind.
    Die haben dann irgendwann keine Wahl mehr.

Natürlich nicht, aber Du kannst sie ja nicht mit Gewalt vom Islam fernhalten.

  1. Die Angst ist real und berechtigt. Nicht berechtigt ist
    eine Angst vor dem Islam, bzw. Muslimen allgemein. Betrachtet
    man die ganze Welt, ist ein Großteil der Muslime nicht
    islamistisch eingestellt.

So wie der Großteil der Christen nicht christlich eingestellt ist.
Carlos hat das in seinem Posting gut definiert :wink:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Was für Sprüche die Islamisten
machen - und welche Ziele sie verfolgen, kann absolut _nicht_
toleriert werden.

Aber von anderen Toleranz fordern ;-(

Auch bzw. erst recht nicht, wenn sie sich
dabei auf die Religionsfreiheit berufen. Im Namen der
Religionsfreiheit andere zu unterdrücken, kann nicht im Sinne
unseres Staates sein - und auch nicht unserer Gesellschaft.

Ich habe noch nicht feststellen können, dass Islamisten das Ziel hätten, Andersgläubige zu unterdrücken. Es ist zwar in islamischen Staaten jede andere Religion verboten, aber das kann doch für D und Ö keine Gefahr sein.

Wenn Du der Meinung bist, dass im Islam Frauen unterdrückt werden, stimme ich Dir zu. Um das zu verhindern, müsste man aber den Islam als solchen verbieten.

Konsequenterweise müssten aber dann auch Katholiken vom
Lehramt suspendiert werden.

Nein, denn es wird ja nicht allen Muslima verboten, Lehrerin
zu sein. Es gibt bisher mehrere hundert muslimische
Lehrerinnen in Deutschland, gerade mal 20 davon (oder etwas
weniger) wollen ein Kopftuch tragen bzw. tragen es bereits.
Was ein Mensch denkt und fühlt und glaubt - da kann ich
niemand in die Herzen schauen, wenn er es nicht deutlich nach
außen trägt.

Du propagierst hier Heuchelei.
Wenn ich meine Überzeugung verstecken muss, ist es ein Leben in Unfreiheit.

Ausserdem widersprichst Du einem fundamentalen christlichen Gebot.
Jesus sagt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ (Lk.16,15)
Was den Christen erlaubt, ja sogar befohlen ist, darf den Moslems nicht verboten sein. Das würde den Gleichheitsgrundsatz verletzen.

Außerdem bezieht sich das Frauenproblem der
katholischen Kirche ja nicht auf den öffentlichen,
gesellschaftlichen Raum, sondern ist allen ein Problem der
eigenen Organisation.

Na ja, bei uns unterrichten auch Nonnen in ihrer Tracht und Priester im Talar an öffentlichen Schulen. Und das hat noch niemand gestört.

Gruss Harald

Hallo Barbara,
um Deinen Verdacht der Naivität auszuräumen, ich wohne zwar derzeit in der katholische Diaspora, bin aber im Ruhrgebiet aufgewachsen. An einem erzkonservativen Islam habe ich meine beste Freundin meiner Kindheit verloren. Ich habe selbst erlebt, daß Schulfreundinnen nicht mit auf Klassenfahrten durften und es aber einem gewissen Alter zu manchen eine unsichtbare Grenze gab. Die war nicht immer durch das Kopftuch auch sichtbar. Andererseits sind für mich Muslimminen mit Kopftuch eine absolute „optische“ Normalität. Eine - ostdeutsche - Freundin, die ich mal mitnahm, meinte, meine Eltern lebten in einer schelchten Gegens. Als ich sie fragte, warum, machte sie es an den vielen, an Kopftüchern erkennbaren Türkinnen fest. Gerade die älteren unter ihnen kenne ich aus Besuchen als die nach außen hin stumme Mutter einer Familie, die ihrer Familie dient. Damit kann ich mich nicht indentifizieren. Dahinter steht aber viel Tradition und eigene Erziehung, auch religiöse Überzeugung, und ich mag ihr Leben nicht abwerten, nur, weil ich es nicht leben möchte (was Du auch nicht getan hast).
Es stimmt, daß auch um so mehr meine türkischen Freundinnen ein Leben führen, daß meinem ähnelt, sie desto weniger bzw. seltener ein Kopftuch tragen.
Dies vorweg.

Du argumentierst, daß das Kopftuch religiöse Gründe hat. Dahinte stehe, daß der Mann durch die Frau sonst von der Reinheit seines Glaubens abgelenkt würde. Bei einem Bauchnabel sei das etwas anderes, weil er ja von keiner Religion gefordert sei.
Es geht aber doch um die weltanschauliche Neutralität unseres Staates. Ein Hinterfragen, welches Frauenbild also eine Frau verkörpert, die zuindest im christlichen Abendland als intim betrachtet werden (wie das christliche Abendland ja auch das Kopftuch - heute - als muslimisch identifiziert, wir beurteilen Weltanschauungen doch von unserer eigenen Tradition aus), müßte also von Nöten sein. Wie steht es hier mit der Lehrerin als Vorbild? In welche Nöte bringt sie Mädchen, die vielleich ihren Nabel nicht zeigen wollen (oder dick sind, Narben haben etc.). Auch die Kopftuchgegner argumentieren von der Schwächeren Position der Schüler und Leher aus. Die Reaktion gerade von Schülerinnen bei INterviews, als man sich für Kleiderordnung aussprach, zeigt doch deutlich, daß hinter dem Bauchnabel ein Weltbild steht, man wolle individuell sein und, hier ist ein entscheidender Punkt, wenn es andere störe, so seien sie verklemmt etc. Da müßte, verzeih mir die Polemik, sofort die WEltanschauungspolizei eingreifen.
Zudem gibt es viele Gründe, ein Kopftuch zu tragen, unter anderem derselbe, wie beim Bauchnabel: Individualität. Vielleicht auch eine gewisse Angst der Frau vor den Männern, erklärbar aus ihrer Sozialisation. Wie gehen wir also mit hochgeschlossenen, ihre Reize anderweitig versteckenden Frauen um?
Jedenfalls denke ich, daß es nicht hilfreich ist, religiöse begründete Weltanschauungen, in Kleidern manifestiert, zu verbieten, anderweitige jedoch nicht. Wir müßten täglich neu zum Verfassungsgericht rennen, um zu klären, ob nicht doch etwas religiös ist.

Im übrigen halte ich es nicht für akzeptierbar, daß muslimische Mädchen nicht mit zu Klassenfahrten dürfen. Da immer eine weibliche Person anwesend sein muß, steht dahinter ein mangelnder Respekt der Eltern vor der Lehrerin, der nicht akzeptabel ist. KLassenfahrten gehören zur Schulpflicht. In diesem Fall würde ich der Rechtssprechung hierzulande widersprechen.
Ob eine Lehrerin mit Kopftuch unterrichten darf, ist nur individuell zu entscheiden. Es geht um die grundsätzliche Frage, ob der Islam dem Grundgesetz widerspricht. Tut er es nicht bzw. muß dem nicht so sein, muß man dessen Traditionen bis zu einem gewissen Grad auch akzeptieren. Eine solche Lehrerin wird dabei sicherlich deutlicher als andere machen müssen, daß sie mit dem GRundgesetz übereinstimmt. Frau Ludin jedoch dürfte ihren individuellen Äußerungen zufolge, nicht jedoch aufgrund ihres Kopftuches, nicht unterrichten.
Mir persönlich jedenfalls ist die ‚betuchte‘ Lehrerin bei weitem lieber als die, die durch ihre äußere UNauffälligkeit ebenso in meinem Verständnis negativ beeinflussen kann.
Im übrigen denke ich, daß die deutschen Katholiken zur Genüge ihren Verfassungspatriotismus unter Beweis gestellt haben, was ihnen ja ein Bismarck auch nicht glauben wollte…

Grüße,
Taju

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Hallo Harald,

Wenn ich das Recht auf Religionsfreiheit befürworte, muss es
mir völlig gleichgültig sein, welcher Religion ein Schüler
(auch Lehrer) angehört. Wenn zu seiner Religion eine bestimmte
Kleiderordnung gehört, habe ich das zu akzeptieren.

Ich stelle eben in Frage, dass die Religion über allem stehen darf.

Will ich größtmögliche Bildung vermitteln, ist es mir lieber,
eine Schülerin kommt in der Burka zum Unterricht, als sie
kommt gar nicht.
Verweigere ich der Schülerin die Teilnahme am Unterreicht
wegen ihrer Kleidung, dann schließe ich sie letztlich wegen
ihrer Religion aus, weil man das Eine nicht vom Anderen
trennen kann.

…und was machst du mit einer Lehrerin in der Burka?

Tja, die bekommen eine Wisch von irgendeinem Relegionsfúzzi
und fertig ist die Laube.

Wenn das der Schulbehörde genügt, muss es dem Lehrpersonal
auch reichen. Die Behörde könnte eventuell mehr Druck ausüben,
aber dann ist die Sache mit der Religionsfreiheit auch dahin.

Religionsfreiheit wird IMHO hier nur vorgeschoben - aber mal davon abgesehen. Wo hört bei dir Religionsfreiheit auf? Die Frage hast du nicht beantwortet. Bei der Burka? Bei der Genitalbeschneidung? Beim Menschenopfer? Wo setzt du einen Punkt und wie begründest du ihn, wenn Religionsfreiheit für dich absolut ist?

Aha. Und wo ziehst du Grenzen? Speziell auch für die Kinder?

Freiheit hat keine Grenzen, sonst wäre es ein Ghetto.

Und wenn die Religion die Freiheit beschneidet?
Was hier definitiv der Fall ist - und in anderen Fällen auch (Reiseverbot, Sportverbot…)

Die Kinder haben sich in gewisser Weise der Religion ihrer
Eltern anzupassen.

Wo endet die „gewisse Weise“?

Bei uns liegt die Religionsmündigkeit bei

14 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt können sie selber bestimmen,
welcher Religion sie angehören wollen.
Aber auch das ist nur Theorie, weil ich mir nicht vorstellen
kann, dass ein Moslem seine 14-jährige Tochter eine Christin
werden lässt.

Immer wegschauen, weil es halt ihre Religion ist?

Meine Töchter hatten solche Mitschülerinnen.
Und die Eltern haben ihre Entscheidung mit ihrem Glauben
gerechtfertigt.

Aber es sind nicht nur ZJ. Ich kenne das auch von anderen
christlichen Sekten.

Ist für mich die gleiche Mischpoke:smile:. Das war auch das, was ich meinte…Es gibt ja nicht nur durchgeknallte Moslems, sondern mindestens genauso viele durchgeknallte Christen, Juden…

  1. Gibt es hier aber sehr viele Kinder, die muslimisch sind.
    Die haben dann irgendwann keine Wahl mehr.

Natürlich nicht, aber Du kannst sie ja nicht mit Gewalt vom
Islam fernhalten.

Nein. Aber ich kann ihnen einen andere Freiheit im Rahmen der staatlichen Institution Schule geben - z.B. kein Kopftuch tragen zu müssen, Sport machen zu können…

  1. Die Angst ist real und berechtigt. Nicht berechtigt ist
    eine Angst vor dem Islam, bzw. Muslimen allgemein. Betrachtet
    man die ganze Welt, ist ein Großteil der Muslime nicht
    islamistisch eingestellt.

So wie der Großteil der Christen nicht christlich eingestellt
ist.

Ich halte es für völlig falsch -und dem Glauben der Muslime nicht angemessen, alle Muslime mit dem Islamismus gleichzusetzen! DAS ist diskiminierend.

Was für Sprüche die Islamisten
machen - und welche Ziele sie verfolgen, kann absolut _nicht_
toleriert werden.

Aber von anderen Toleranz fordern ;-(

Wenn irgendein Mufti in Köln rumfaselt, dass er hier einen Gottesstaat haben will und in einigen Moscheeen ausgerufen wird, dass alle Ungläubigen mit Gewalt zum rechten Glauben gezwungen werden sollen, dann erlaube ich mir, darauf etwas intolerant zu reagieren, ja:smile:.

Auch bzw. erst recht nicht, wenn sie sich
dabei auf die Religionsfreiheit berufen. Im Namen der
Religionsfreiheit andere zu unterdrücken, kann nicht im Sinne
unseres Staates sein - und auch nicht unserer Gesellschaft.

Ich habe noch nicht feststellen können, dass Islamisten das
Ziel hätten, Andersgläubige zu unterdrücken. Es ist zwar in
islamischen Staaten jede andere Religion verboten, aber das
kann doch für D und Ö keine Gefahr sein.

Nun. Da bist du IMHO schlecht informiert. Ich setze allerdings auch Islamismus nicht mit dem Koran bzw. dem Leben und Glauben von Moslems gleich.

Wenn Du der Meinung bist, dass im Islam Frauen unterdrückt
werden, stimme ich Dir zu. Um das zu verhindern, müsste man
aber den Islam als solchen verbieten.

Das ist deine Meinung, die ich ebenfalls nicht teile. Ich kenne genug Muslima, die dir dafür ordentlich den Kopf waschen würden:smile:. es ist ein ganz bestimmter „Islam“. Aber nicht der, der einen Muslimen ausmachen muss.

Nein, denn es wird ja nicht allen Muslima verboten, Lehrerin
zu sein. Es gibt bisher mehrere hundert muslimische
Lehrerinnen in Deutschland, gerade mal 20 davon (oder etwas
weniger) wollen ein Kopftuch tragen bzw. tragen es bereits.
Was ein Mensch denkt und fühlt und glaubt - da kann ich
niemand in die Herzen schauen, wenn er es nicht deutlich nach
außen trägt.

Du propagierst hier Heuchelei.
Wenn ich meine Überzeugung verstecken muss, ist es ein Leben
in Unfreiheit.

Nein, du kannst sie überall zeigen, aber NICHT wie ein Schild vor dir hertragen, wenn du in einer staatlichen Schule unterrichtest. In D. zumindest gibt es die gesetzlich verfasste Idee der weltanschaulichen Neutralität. Wenn du das nicht leben kannst, hast du an einer Schule nichts zu suchen.

Ausserdem widersprichst Du einem fundamentalen christlichen
Gebot.
Jesus sagt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium
aller Kreatur.“ (Lk.16,15)
Was den Christen erlaubt, ja sogar befohlen ist, darf den
Moslems nicht verboten sein. Das würde den
Gleichheitsgrundsatz verletzen.

Auch von einem christlichen Lehrer würde ich es mir dringend verbitten, mir im Biologieunterricht mit der Schöpfungsgeschichte zu kommen! Furchtbar. und überhaupt, missionieren verbitte ich mir ganz explizit in einer staatlichen Institution.

Na ja, bei uns unterrichten auch Nonnen in ihrer Tracht und
Priester im Talar an öffentlichen Schulen. Und das hat noch
niemand gestört.

Ja, weil es keine völlige Trennung von Staat und Kirche gibt. Ohne die lässt sich das Kopftuch schlecht verbieten.

Grüße,

barbara