Noch einmal: Muslime und ihre Meinung

Hallo Harald,

Sie wuerde ja - wenn
ueberhaupt - nur an einer Schule unterrichten, wo keine Jungs
sind und somit koennte sie den Schleier zeitweise ablegen. So
laeuft das in Saudi: in den Maedchenschulen - wo es natuerlich
nur Frauenlehrerinnen gibt - wird im Klassenzimmer
der Gesichtsschleier abgelegt, genau aus dem Grund der
Kommunikation.

Ist logisch. Also ich hätte kein Problem, wenn eine solche
Lehrerin meiner Tochter Mathe und Latein beibringen würde. Zum
Elternsprechtag geht dann eben meine Frau :wink:

Ich schon. In einem Posting oben sehen wir, wie solche Extreme in Glaubensrichtungen auch Matheunterricht beeinflussen koennen. Ausserdem geht mit der Burka eben auch die Ansicht Hand in Hand, dass es Dinge gibt (z.B. hoehere Mathematik) die frau nicht braucht.
Und ganz absurd: was macht ein alleinerziehender Vater beim Elternsprechtag?

Die Ausbildung (fachliche Qualifikation)
entspricht im Uebrigen in den seltensten Faellen die
ihrer maennlichen Kollegen - was ja letzlich die Konsequenz
der Vollverschleierung ist.

Das müßte aber nicht so sein.

Muesste nicht, ist aber, denn Burka beinhaltet ja viel mehr. Es ist eben nicht nu ein Kleidungsstueck, sondern betont den Unterschied und die andere Wertung von Mann und Frau. Du schreibst oben: als du klein warst, wurden Jungs und Maedchen getrennt unterrichtet. Stimmt. Als ich klein war, gab es auch vieles, was es heute zum Glueck nicht mehr gibt. ABer die getrennte Erziehung bei Fundamentalislamisten hat nicht nur den Zweck, Jungs und Maedchen von einander fernzuhalten, sondern auch beiden eine andere Erziehung angedeihen zu lassen.

Aber letztlich ging es in unserer Debatte nicht um die
Verständigung, sondern ob eine solche Bekleidung toleriert
werden kann.

Bei Gesichtschleier kommt aber die Frage der Kommunikation unweigerlich hinzu. Und Burka etc. ist der naechste Schritt. Danach kommt dann Totalisolation von Frauen.

Fuer mich geht die Debatte aber durchaus in Barbaras Richtung auf die Frage: wie gehe ich damit um, wenn Toleranz fuer die Intoleranz ausgenutzt wird.

Gruesse, Elke

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Hi datafox,

Warum sollen Religionen keine Werbung machen?

entschuldigung das war wohl ein mißverständnis. wenn du
religion als unternehmen betrachtest das gewinn abwerfen muß
um zu überleben, dann ist werbung natürlich akzeptabel!

als Unternehmen sehe ich die Religion schon :wink:
Aber warum muss etwas Gewinn abwerfen, um beworben werden zu dürfen?
Gemeinnützige Vereine werben auch.

Gruss Harald

Hallo Barbara,

Kommerzielle Werbung an Universität und ich Schule wünsche ich
mir auch nicht von Lehrern:smile:.

Wünschen tu ich sie auch nicht :wink:
Aber ich könnte damit leben.
Unsere Kinder sind mit so viel Werbung konfrontiert, dass es egal ist, ob sie in der Schule auch welche bekommen.

In der (hiesigen) Praxis machen Banken (Weltspartag) und Fotografen (Klassenfoto) auch Werbung.

Allerdings den oben beschriebenen Mathelehrer lehne ich entschieden ab. Er soll sich auf Mathe konzentrieren.

Gruss Harald

Hallo Elke,

Also ich hätte kein Problem, wenn eine solche
Lehrerin meiner Tochter Mathe und Latein beibringen würde. Zum
Elternsprechtag geht dann eben meine Frau :wink:

Ich schon. In einem Posting oben sehen wir, wie solche
Extreme in Glaubensrichtungen auch Matheunterricht
beeinflussen koennen.

Das ist ein Beispiel dafür, wie es nicht sein soll.
Hier hat die Schulbehörde Grund zum Einschreiten.
Dabei trägt der Lehrer sicher kein Kopftuch *g*

Ausserdem geht mit der Burka eben auch
die Ansicht Hand in Hand, dass es Dinge gibt (z.B. hoehere
Mathematik) die frau nicht braucht.

Ich brauche auch vieles nicht, was ich in der Schule gelernt habe. Das ist kein Grund, es nicht zu unterrichten.

Und ganz absurd: was macht ein alleinerziehender Vater beim
Elternsprechtag?

Gibt es so etwas in Saudi-Arabien?
Wenn nein, warum nicht?

Es könnte ja irgendein weibliches Familienmitglied hingehen.

ABer die
getrennte Erziehung bei Fundamentalislamisten hat nicht nur
den Zweck, Jungs und Maedchen von einander fernzuhalten,
sondern auch beiden eine andere Erziehung angedeihen zu
lassen.

Ich verstehe das Problem.
Aber ist dann eine Integration in einem westlichen Land überhaupt denkbar?

Fuer mich geht die Debatte aber durchaus in Barbaras Richtung
auf die Frage: wie gehe ich damit um, wenn Toleranz fuer die
Intoleranz ausgenutzt wird.

Das bringt mich wieder zu der Frage:
Wenn in einer Demokratie 80% für die Abschaffung derselben stimmen, was tun?

Gruss Harald

Hallo Taju,

dafür, dass du so schön differenzierst argumentierst, gabs jetzt ein Sternchen. Es macht Spaß, mit dir zu diskutieren, man lernt dabei, wenn man will:smile:.

Frau Ludin ist eine Katastrophe:wink: Jedoch weist doch Deine
Argumentation schon auf ein Problem hin, was zumindest zeigt,
daß Gesetze in ihrer Abstraktion dem Problem eh nicht gerecht
werden können (weswegen ich halt die individuelle Lösung
bevorzugen würde): Denn dann darf ich als bekennende
Lutheranerin also ein Kopftuch tragen, weil ich es schön
finde. Was ist aber mit einer muslmischen Kollegin? Dürfen
dann also Christinnen Modeerscheinungen folgen, Musliminnen
nicht? Wie sollte man ein derartiges Verbot durchsetzen?

Dass Gesetze nicht alles abfangen können ist klar. ich halte aber eine grundsätzliche Entscheidung deshalb für wichtig, damit z.B. eine Direktorin auch eine Handhabe hat, wenn sie sieht, dass da was schief läuft bzw. eine Schieflage bekommt. Wenn es mehr Wettbewerb an unseren Schulen gäbe und kein Beamtentum, wäre das ganze wahrscheinlich gar nicht zum Problem geworden. Du hast später den rechtsstaat ins Spiel gebracht: wenn die Lehrerin ein Kopftuch verbieten will, kann sie das bisher nur aus willkürlichen Bedenken heraus machen, nicht auf der Grundlage eines Gesetzes.

Wenn wir auf das Beispiel „Kopftuch als Mode“ kommen: Nehmen wir an, Madame Galant aus Paris sagt: Ab nächsten Jahr tragen alle Kopftuch! Und Hasimausi und alle anderen produzieren die Dinger, kaum ist die Meldung raus. Woran erkenne ich, ob ein Kopftuch aus religiösen Gründen oder aus modischen Gründen getragen wird? 1. wird auch ein Modemäusschen das Ding nicht täglich und überall tragen, d.h. es gibt Schultage mit und ohne Kopftuch. 2. wird diese Modeerscheinung nach 4 Monaten vorbei sein. Es lässt sich also ganz gut feststellen, ob eine Muslima das Dinge just for fun getragen hat - was ich nicht glaube, dass sie es tut, wenn sie es sonst nie tut. Mode ändert sich ständig, so ein religiöses Symbol wie das Kopftuch nicht. (ok, vielleicht mal ne andere Farbe…)

Und: Wenn du nicht so eine grundsätzliche Entscheidung herbeigewirkt hast, hast du nichts in der Hand, um weitere Forderungen und Auswüchse von Religionen einzudämmen. (Burka…)

Stimme Dir voll und ganz zu. Aber kannst Du ausschließen, daß
da nicht eine Weltanschauung steht? Es ist kaum zu bestreiten,
daß die Vorbilder der Bauchnabelfraktion mit einem bestimmten
Frauenimage „spielen“. Wenn ich wollte, könnte ich hinter
jeder Kleidung eine Manifestation der Weltanschauung sehen,
gerade wenn ich, wie es gerne als Begründung für
Kopftuchverbote angeführt wird, von der Wirkung her
argumentiere. Das Problem liegt wohl eher darin, daß die
Menschen oft nicht darüber nachdenken, was sie so treiben.
Der Staat verpflichtet sich zu weltanschaulicher, nicht
ausschließlich religiöser Neutralität.

Das Thema „nackte“ Haut kann ich voll unterschreiben. Aber m.E. musst du irgendwo eine Grenze für die Grenze ziehen, vielleicht auch eine, die aus bestimmten Gründen gerade „akut“ scheint. (Das ist ja meistens so, dass sich etwas ändert um man auf einmal merkt: Oh! Das gefällt mir nicht. Was machen wir denn da?) Dann kommt so eine Diskussion wie jetzt in Gang - und am Ende ist man hoffentlich schlauer.

Beeinflussung in

sicherlich nicht gewollter Hinsicht ist doch nicht
ausschließlich durch klar umrissene Religionen zu befürchten.
Auch die ideologische Grundlage der Nazis ist und war m.E.
religiös. Auf alle Fälle ist es eine Weltanschauung. Wir
müßten konsequenter Weise allen Glatzenträgern den Schuldienst
verbieten, denn schließlich könnten sie so wirken, als ob sie
eine grundgesetzwidrige Ideologie vertreten würden.

Glatzen nicht unbedingt:smile:- das wäre auch kein ausreichendes „Nazi-Symbol“, da es Nazis mit und ohne Glatze gibt - und Männer, die eine Glatze haben, weil sie kaum noch Haare haben. Und es gibt auch Skins, die keine Nazis sind. Aber Hakenkreuze und andere Nazi-Symbole sind ja verboten. Also gerade für Nazi-Symbole gibt es ja bereits eine klar definierte Grenze.

Durch Äußerlichkeiten nimmt meiner Überzeugung nach kein
Lehrer erst einmal prinzipiell keinen schädlichen Einfluß auf
seine Schüler und man sollte gerade die vielen die
Erziehungsarbeit verweigernden Eltern nicht in diesem
Irrglauben lassen. Ein Lehrer nimmt vielmehr Einfluß durch
Themen-, Bild- und Textauswahl. Nur darauf zu achten erfordert
von allen Beteiligten mehr Differenzierungsvermögen, Geduld
und Wahrscheinlich auch Geld…

Naja. Ich sehe das halt anders. Wobei ich dabei weniger an deutsche Nicht-Muslime denke, als an die dritte und vierte Generation von Muslima hier. Und ich möchte, dass der Staat hier Stellung bezieht und sagt: Hier und keinen Schritt weiter.

Frau Ludins Äußerungen sind

sicherlich eine Mahnung für all jene, die vorschnell für
Toleranz plädieren. Aber ich weigere, deswegen alle zu
verdammen. Wenn Du so willst, bin ich für eine „wachsame
Gelassenheit“ bzgl. des Kopftuchs. Über die Burka entscheide
ich erst, wenn sie da ist.

Ja, verdammen will ich auf keinen Fall alle Muslima. Es gibt im übrigen auch genug, die sagen, sie tragen kein Kopftuch und sie wehren sich dagegen, dass das Teil der Religion sein soll. sie sagen, sind sind gute Muslima ohne Kopftuch.

Angesichts unseres GG (eben Religionsfreiheit) sagen nun ja
auch die Juristen, daß wahrscheinlich sämtliche Gesetze
wahrscheinlich zu neuen Verfassungsklagen führen werden, die
dann gute Aussichten auf Erfolg hätten. Gerade um da Gefahren
abzuwehren, sollte man Gesetze lieber lassen, sondern
individuell prüfen.

Ja, wurde im Falle Ludin getan - und dann ist sie vors Verfassungsgericht - durch alle Instanzen, in denen sie stets verloren hatte. Du kommst um eine Entscheidung also nicht rum, sonst kommt die nächste Ludin, die sich auch von einem individuellen Verbot nicht abhalten lässt. Die Entscheidung wurde ja quasi aufgezwungen. Es gibt hier nur ein Ja oder ein Nein. Individuell wäre klasse, aber dafür ist es zu spät.

viele Grüße,

barbara

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Hi Harald,

Es nimmt jede
Individualität, jede Gefühlsregung nach außen ist tatsächlich
nur (wie) durch einen Schleier und sehr schlecht erkennbar.
…und als nächstes wollen sie dann eine Trennung von Jungen-
und Mädchen in der Schule, weil dass sonst mit ihrer Religion
nicht vereinbar ist. *grusel*

Ja und? In meiner Kindheit war es ganz normal, dass Mädchen
und Buben getrennt unterrichtet wurden. Und da war von einer
„islamischen Bedrohung“ keine Rede.

Ich will mir aber so eine Entscheidung nicht von einer Religion aufzwingen lassen. Das ist der Punkt. Hier ist Staat - und der ist frei von religiösen Zwängen und Punkt. Wer hier religiöse Zwänge reinbringen will, hat hier nichts verloren.

Aber ich kann eine „bessere“ Religion anbieten, eine Religion
der Freiheit und der Liebe, eben das Christentum.

Schön für dich. Glaub ich dir gerne. Wobei im Namen dieser
Religion genauso viel Mist passiert ist. Da ziehe ich es vor,
mit menschlichen Gesetzen Riegel vorzuschieben, wo es
ausufert.

Ja, so werden die Religionen von außen verändert, damit sie in
unseren Kulturkreis passen. Dass es sich dann aber nicht mehr
um dieselbe Religion handelt, ist dabei gleichgültig.

Veränderung ist 1. nicht per se schlecht. 2. vergiss nicht die Ausgangsfrage: Es geht um die Arbeit für den Staat. Hier muss der Staat ganz klar selbst entscheiden können, wer „zu ihm passt“. Es kann nicht sein, dass Menschen für einen Staat arbeiten wollen, aber zu ihren Bedingungen, die vielleicht sogar gegen bestimmte Grundsätze dieser Institution stehen. Wer seine Releigion unbehelligt leben will, muss ja nicht in den Staatsdienst gehen, wenn es da Probleme geben könnte.

Das nicht, aber wenn sie dann ganz freiwillig dieser Religion
folgen (wie eben im Ausgangsfall Frau Ludin!), sollten wir uns
nicht einmischen.

Solange sie das zu Hause tut, mischt sich ja auch keiner ein.

Es ist nicht Aufgabe der Gesetze und des Gesetzgebers,
Menschen zu besseren Menschen zu machen. Dann bräuchten wir
keine Gesetze.

Gesetze sind dazu da, das Leben in einer Gemeinschaft zu
ermöglichen.

Ja, in dem man Regeln aufstellt, die durchaus auch mal die Freiheit des einzelnen begrenzen.

Gesetze, die Menschen aufgrund ihrer religiösen Einstellung
ausgrenzen, sind nicht der Gemeinschaft förderlich. Sie
schaffen Ghettos.

Du verwechselst IMHO Ursache und Wirkung.

Du kannst auch sagen: ich bestrafe niemand für
Mord und Raub - ich überzeuge sie lieber davon, dass es anders
auch geht. Nette Idee - aber unpraktikabel.

Mord, Raub, Kopftuch tragen,…
Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich :wink:

Du hast davon geredet, dass Überzeugen der bessere Weg ist. Nicht immer. Und sowieso nicht seitens des Staates.

In Frankreich wurde es den Schülerinen verboten. Wo ist der
Unterschied? Verbot bleibt Verbot.

Der Unterschied ist: Das eine Mal geht es um einen Staatsdiener in Ausübung der Staatsmacht. Das andere Mal um Schulkinder. Ich finde, dass ist ein _sehr_ großer Unterschied. Und zurecht geht es bei uns_nur_ um die Staatsdiener!

Nein, wir haben in Deutschland aber das System der „wehrhaften
Demokratie“, mit der wir auch Nazi und andere
Verfassungsfeinde strafrechtlich verfolgen können.

Und Du hältst Kopftuchträgerinnen für Verfassungsfeinde?

Verdreh den Zusammenhang nicht. Es ging hier ursprünglich um die verfassungsfeindlichen Tendenzen bei manchen islamistische Organisationen. In Deutschland konnten bis vor kurzem jeder, der sich religiöse Gemeinschaften schimpfte, schalten und walten, wie er wollte. Du meintest dann, dass sich dafür eh keine Mehrheiten finden würden. Daraufhin erklärte ich dir das System der „wehrhaften Demokratie“. Hast du wieder den roten Faden?:wink:

gruß,

barbara

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hi,

als Unternehmen sehe ich die Religion schon :wink:

ich meinte unternehmen im sinne von business und nicht im sinne von wochenendausflug.

Aber warum muss etwas Gewinn abwerfen, um beworben werden zu
dürfen?

wieso dürfen? wer keinen gewinn machen *braucht*, der wirbt auch nicht. wozu? werben ist eine ausgabe.

Gemeinnützige Vereine werben auch.

das sind meistens solche vereine, die sich gemeinnützig nennen, in wirklichkeit aber eine agenda haben, meinstens einen ideologischen sendungsauftrag.

gruß
datafox

hi,

als Unternehmen sehe ich die Religion schon :wink:

ich meinte unternehmen im sinne von business und nicht im
sinne von wochenendausflug.

ganz recht.
Etwa im Sinne von Caritas und Rotes Kreuz.
Oder eine Missionsschule oder Krankenhaus.

Aber warum muss etwas Gewinn abwerfen, um beworben werden zu
dürfen?

wieso dürfen? wer keinen gewinn machen *braucht*, der wirbt
auch nicht. wozu? werben ist eine ausgabe.

Vielleicht um Mitarbeiter zu werben?
Oder um Spendengelder zu bekommen?

Gemeinnützige Vereine werben auch.

das sind meistens solche vereine, die sich gemeinnützig
nennen, in wirklichkeit aber eine agenda haben, meinstens
einen ideologischen sendungsauftrag.

Welchen Sendungsauftrag hat Deiner Meinung nach Amnesty International?
Oder der Rote Halbmond?

Gruss Harald

Hi Barbara,

Ich will mir aber so eine Entscheidung nicht von einer
Religion aufzwingen lassen. Das ist der Punkt. Hier ist Staat

  • und der ist frei von religiösen Zwängen und Punkt. Wer hier
    religiöse Zwänge reinbringen will, hat hier nichts verloren.

hier sind wir uns sogar einig.
Aber ich lasse mir auch ungern vom Staat etwas aufzwingen :wink:

Hier muss der Staat ganz klar selbst entscheiden können, wer
„zu ihm passt“. Es kann nicht sein, dass Menschen für einen
Staat arbeiten wollen, aber zu ihren Bedingungen, die
vielleicht sogar gegen bestimmte Grundsätze dieser Institution
stehen. Wer seine Releigion unbehelligt leben will, muss ja
nicht in den Staatsdienst gehen, wenn es da Probleme geben
könnte.

Ist schon OK. Aber der Umkehrschluß ist eben, dass ich den Posten nicht bekomme, weil ich dieser Religion angehöre.

Gruss Harald

hi,

Doch. Du verwechselst Religionsfreiheit mit absoluter Trennung
von Staat und Kirche.

ja möglich daß ich da schlampig war. aber die beiden dinge hängen sehr eng zusammen. wenn der staat mit der (einer!) religion zu sehr verbandelt ist, sieht es automatisch schlecht für alle anderen aus. das gilt für jedes land und jede religion.

Eine ausländerfreundliche Politik in Deutschland halte ich für
ein sehr großes Gerücht.

umm naja. das gerücht besagt, daß man dort mit fremden sehr „nett“ umgeht und wenn dem nicht so ist, dann schreien alle „naziland“. stimmen muß es ja gar nicht, es reicht, daß es dieses gerücht gibt und daß es „einwanderer mit niederen beweggründen“ anzieht.

Auch eine besonders
ausländerfreundliche Bevölkerung halte ich für ein Gerücht.

es gibt eine dichotomie zwischen offizieller politik und dem „was das volk denkt und nur am stammtisch zu sagen wagt“. schlaue populisten nutzen das dann aus. alte geschichte.

Ausländerpolitik war und ist bis heute immer noch
Einwanderungsbegrenzungspolitik. Nicht Integrationspolitik.

stimmt.

gruß
datafox

hi,

Etwa im Sinne von Caritas und Rotes Kreuz.
Oder eine Missionsschule oder Krankenhaus.

caritas, missionsschule und diverse religiöse krankenhäuser sind natürlich „tendenzbetriebe“. das heißt nicht, daß sie deswegen schlechter sind als alle anderen. RK weiß ich nicht. das RK ist nicht christlich. ich kenne auch keine werbung für das RK. wer bezahlt das RK? anscheinend bin ich hier uninformiert…

Welchen Sendungsauftrag hat Deiner Meinung nach Amnesty
International?

klar haben die auch einen ideologischen hintergrund. es fällt nur niemandem auf, weil der durchschnittsbürger diesen als selbstverständlich ansieht.

Oder der Rote Halbmond?

gehört zum RK. siehe oben. über deren finanzen ist mir nichts bekannt. eines ist jedoch sicher: das RK ist genauso wenig christlich wie der RH islamisch ist. das rote kreuz ist eine invertierte schweizer flagge, die wegen der offensichtlichkeit eines christlichen symbols in islamischen ländern zum „roten halbmod“ und in israel zum „roten davidstern“ wurde. religiöser hintergrund: null!

gruß
datafox

hi,

caritas, missionsschule und diverse religiöse krankenhäuser
sind natürlich „tendenzbetriebe“. das heißt nicht, daß sie
deswegen schlechter sind als alle anderen.

Ja nu, dürfen die jetzt Werbung machen oder nicht?

RK weiß ich nicht.
das RK ist nicht christlich.

*kicher* Das könnte man jetzt gründlich missverstehen :wink:
OK, es ist nicht religiös motiviert.
Aber es wurde von einem Christen gegründet.
Und es basiert genau wie andere „christliche“ Einrichtungen auf dem Prinzip der Nächstenliebe. Freiwillige Mitarbeiter arbeiten kostenlos mit.

ich kenne auch keine werbung für
das RK. wer bezahlt das RK? anscheinend bin ich hier
uninformiert…

Bist schon zu lange aus Ö weg *g*
Fernsehwerbung mit Spendenaufrufen, Aufforderungen zum Blutspenden, sogar der Weihnachtsmann wird schon instrumentalisiert.

Aber zurück zum Anfang:
Was genau stört Dich so an „Mission“?

Gruss Harald

Hallo Barbara,

dafür, dass du so schön differenzierst argumentierst, gabs
jetzt ein Sternchen. Es macht Spaß, mit dir zu diskutieren,
man lernt dabei, wenn man will:smile:.

Vielen Dank:smile: Ich gebe das Kompliment zurück. Ehrlich gesagt hat es mich vor allem zum Nachdenken gebracht, daß Du eine im Vergleich zu mir radikalere Positition (wenn ich’s mal so nennen darf) vertrittst, obwohl ich sonst meistens den Eindruck habe, daß wir eher ähnlich argumentieren.

Dein Argument, daß, um Gefahren abzuwehren, eben auch eindeutige Grundlagen vorhanden sein müssen, ist sicherlich nicht von der Hand zu werfen. Im letzten Spiegel ist ein Bericht, dem, wenn man ihm Glauben schenken kann, zu entnehmen ist, daß ein Lehrer sozusagen von einer Antinazihsterie verfolgt wird. Insofern könnte also meine favorisierte individuelle Lösung auch zur Folge haben, daß der Schulfrieden gestört wird, weil man sozusagen ständig auf die Grundgesetzkongruenz der Kopftuchlehrerin achtet.
Ganz kann ich mich aber mit einem gesetzlichen Gebot nicht anfreunden, da ich hierin nach wie vor eine zu pauschale Verurteilung sehen würde…
Was nun.
Wahrscheinlich (und das würde einen neuen Thread erfordern und meinerseits erst einer gründlichen Information) muß man die Sache jetzt anders angehen. Wie sieht es also aus mit Staat und Religion in Deutschland. Ist es konsequent, bei Kopftuchverboten auch alles Christliche zu verbieten? Darf man eigene Traditionen und Kultur gleich ad acta legen, nur weil man andere nicht so integrieren kann? Wie also soll sich dieses Land begründen? Sind die „Werte“ noch vermittelbar ohne die TRadition, die nun mal christlich ist? (Jedenfalls hat das Unverständnis der Europäer, warum sie ihre Positionen nicht vermitteln können, viel damit zu tun, daß sie sich der Wertsetzungen hinter ihren Positionen gar nicht mehr bewußt sind) Wollen wir wirklich einen laizistischen Staat? Und wie sähe der dann aus?
Ich hoffe, daß wir hier an dieser Stelle mal weiterdiskutieren können.

Grüße,
Taju

Hallo Taju,

ich finde, du hast einige sehr wichtige und interessante Fragen angeschnitten, die mich auch beschäftigen. Das wäre wirklich ein großes Thema, dass ich für mich selbst sehr ergebnisoffen sehe und auch so diskutieren wollte.

Ich glaube schon, nein, bin sogar davon überzeugt, dass eine Gesellschaft nur durch bestimmte Werte, die sie gemeinsam verbindet, wirklich überlebensfähig ist. Zumindest lebenswert ist. Die Frage, die sich heute zu stellen scheint ist die, welches diese Werte sind, die unser Fundament ausmachen. Christliche? Humanistische? Liberale? Soziale…-und was heißt das heute noch alles?
Wie tief ist das in der Gesellschaft (noch) verankert?
Reichen unsere demokratischen Werte als Identifikation? Frankreich bsw. und auch Amerika haben eine ganz andere Geschichte und eine ganz andere „Liebe“ gegenüber ihrer Nation (ich sage nicht „Volk“!), ihrer Verfassung. Das haben wir nicht, uns wurde die Demokratie „geschenkt“, wir haben sie nicht selbst gewählt. Diese Bindung ist IMO nicht die gleiche. Also brauchen wir vielleicht mehr als das? Das wäre ein spannendes Thema.

viele Grüße,

barbara

Wie sieht es also aus mit Staat

und Religion in Deutschland. Ist es konsequent, bei
Kopftuchverboten auch alles Christliche zu verbieten? Darf man
eigene Traditionen und Kultur gleich ad acta legen, nur weil
man andere nicht so integrieren kann? Wie also soll sich
dieses Land begründen? Sind die „Werte“ noch vermittelbar ohne
die TRadition, die nun mal christlich ist? (Jedenfalls hat das
Unverständnis der Europäer, warum sie ihre Positionen nicht
vermitteln können, viel damit zu tun, daß sie sich der
Wertsetzungen hinter ihren Positionen gar nicht mehr bewußt
sind) Wollen wir wirklich einen laizistischen Staat? Und wie
sähe der dann aus?
Ich hoffe, daß wir hier an dieser Stelle mal weiterdiskutieren
können.

Grüße,
Taju

hi,

Ja nu, dürfen die jetzt Werbung machen oder nicht?

sicher dürfen sie. jeder darf werbung machen. aber ich habe eben eine bestimmte meinung dazu.

*kicher* Das könnte man jetzt gründlich missverstehen :wink:
OK, es ist nicht religiös motiviert.
Aber es wurde von einem Christen gegründet.
Und es basiert genau wie andere „christliche“ Einrichtungen
auf dem Prinzip der Nächstenliebe. Freiwillige Mitarbeiter
arbeiten kostenlos mit.

von christen gegründet ist doch kein argument. das internet wurde auch von christen erfunden. und überhaupt jeder arzt handelt erstmal aus „nächstenliebe“, was also nicht „christlich“ ist, sondern erstmal menschlich…!

Bist schon zu lange aus Ö weg *g*
Fernsehwerbung mit Spendenaufrufen, Aufforderungen zum
Blutspenden, sogar der Weihnachtsmann wird schon
instrumentalisiert.

klar. ist auch ok beim RK. ich sehe das nicht als mission für christentum.

Aber zurück zum Anfang:
Was genau stört Dich so an „Mission“?

nichts. ich mag es nur nicht, wenn sich gruppen, die sich selbst als missionierend verstehen, mahnend zur toleranz und religionsfreiheit äußern. jemand der seine eigene religion so definiert, daß alle anderen erstmal prinzipiell falsch liegen und vom gegenteil überzeugt werden müssen, der kann nicht tolerant im wortsinne sein.

gruß
datafox

hi,

Aber zurück zum Anfang:
Was genau stört Dich so an „Mission“?

nichts.

das freut mich :wink:

ich mag es nur nicht, wenn sich gruppen, die sich
selbst als missionierend verstehen, mahnend zur toleranz und
religionsfreiheit äußern.

Hälts Du das für einen Widerspruch?

jemand der seine eigene religion so
definiert, daß alle anderen erstmal prinzipiell falsch liegen
und vom gegenteil überzeugt werden müssen, der kann nicht
tolerant im wortsinne sein.

Natürlich halte ich meine Religion erst einmal für richig. Sonst wäre ich ja nicht dabei *g*
Im Umkehrschluss müssen die anderen dann irgendwie falsch liegen. Logisch?

Aber natürlich muss ich niemanden davon überzeugen. Wenn sich jemand dafür interessiert, diskutiere ich mit ihm :wink:

Gruss Harald

hi,

ich mag es nur nicht, wenn sich gruppen, die sich
selbst als missionierend verstehen, mahnend zur toleranz und
religionsfreiheit äußern.

Hälts Du das für einen Widerspruch?

ja.

Natürlich halte ich meine Religion erst einmal für richig.
Sonst wäre ich ja nicht dabei *g*
Im Umkehrschluss müssen die anderen dann irgendwie falsch
liegen. Logisch?

logisch.

Aber natürlich muss ich niemanden davon überzeugen.

das widerspricht jedoch einer grundlage des christentums. die verbreitung der wahrheit des evangeliums ist eine pflicht.

Wenn sich jemand dafür interessiert, diskutiere ich mit ihm
:wink:

das ist nicht „mission“.

gruß
datafox

hi,

Aber natürlich muss ich niemanden davon überzeugen.

das widerspricht jedoch einer grundlage des christentums. die
verbreitung der wahrheit des evangeliums ist eine pflicht.

gibt es dafür einen biblischen Beleg?

Meine Pflicht sehe ich darin, dass ich Gottes wunderbare Taten erzähle.
Das hat schon König David getan :wink:

Aber ich werde niemandem damit auf den Wecker fallen. Das wäre „Perlen vor die Säue werfen“.

Jesus sagte: „Wenn sie euch nicht hören wollen, schüttelt den Staub von euren Füßen und zieht weiter.“ (Matthäus 10,14)

Gruss Harald

gibt es dafür einen biblischen Beleg?

weiß nicht, aber einen praktischen:

Jesus sagte: …

das kommt dann immer. also wenn das keine mission ist, was denn dann?

:wink:

datafox

gibt es dafür einen biblischen Beleg?

weiß nicht, aber einen praktischen:

Jesus sagte: …

das kommt dann immer. also wenn das keine mission ist, was
denn dann?

Merkwürdig, Goethe, Marx, Martin Luther King oder den Dalai Lama darf man zitieren. Wenn man Jesus zitiert ist das Mission.

Warum nur?

Gruss Harald