Nochmal: District 9

Hallo,

die alte Diskussion über den Film District 9 ist schon im Archiv verschwunden.
/t/district-9/5490753

Ich habe nun gestern die DVD gesehen und wollte mal fragen, wie ihr den Anfang des Films empfunden habt.

Mich erinnert das unheimlich an „Stromberg“ - durch den Stil, weshalb ich dann einige Mühe gehabt habe, mich in den nötigen Ernst der Story zu finden. Persönliche Erfahrungen spielen da sicher AUCH eine Rolle - in Südafrika ist diese Art des Dialekts durch die Komödien der 80er Jahre geprägt („The gods must be crazy“ von Jamie Uys war wohl die beste des Genres und hat es bis nach Europa geschafft, aber es gibt Dutzende, wenn nicht Hunderte von Filmen mit diesen Charakteren).

Ansonsten bleibe ich bei meiner Aussage vom letzten Thread: die Szenen im Alien-Township erinnern schon sehr an tatsächliche Begebenheiten in den 80er Jahren. Nur waren damals die Rollen anders verteilt.

Gruß
Elke

Hi,

ich schließe mich wieder an, das es ein toller Film ist meiner Meinung nach. Für die Hollywood auch eine „Low-Budget-Produktion“

Hm dieser Report-stil der dich an Stromberg erinnern, hat er mich zwar auch, aber ich find es dadurch realistischer, kein nerviger „Sprecher“ die die Storys runter leiert sondern von den Personen, so rüber gebracht, das man es als echt empfunden hat.

Hab die alte Produktion leider nicht gesehen die schon im Forum erwähnt wurde, betrachte es als Remake.

Worüber sich streiten lässt, ob diese teilweise äußerst brutalen Szenen hätten sein müssen, in meinen Augen ja, erinnert leicht an einen Alien SPlatter, nru das normale Splatter meist grottenschlecht gemacht sind, diese Film allerdings ist „gut gemacht“ und hat diese Splatterszenen welche ich als gut empfinde.

Hallo,

Hm dieser Report-stil der dich an Stromberg erinnern,

Nur die allerersten und letzten Szenen, wo er vor der Kamera sitzt und seine Arbeit erwähnt und am Ende, wo er über seine Frau, die ein richtiger Engel sein soll redet. Es ist dieses bewusste Kamerawahrnehmen, dass er auch bei den ersten „Evictions“ zeigt, indem er über die Schulter schaut und seine Aktionen dem (fiktiven) Dokumentarpublikum erklärt, oder abwinkt, wenn er etwas nicht gefilmt haben will. Weniger die Interviewszenen mit anderen, sondern die Szenen, in denen Wikus weiß, dass er von den Dokumentarfilmern gefilmt wird.
Am Ende z.B. sagt er:
"Oh! I haven’t shown you a picture of my wife! Here she is, my angel. I tell people she actually looks like an angel, you see here? The white looks like a halo on her head. Can you see that? She’s my angel, you’re picking that up on your cameras there! They probably won’t keep that in the film but… " (nach imdb zitiert)
Das hat schon humoristische Anklänge.

mich zwar auch, aber ich find es dadurch realistischer, kein
nerviger „Sprecher“ die die Storys runter leiert sondern von
den Personen, so rüber gebracht, das man es als echt empfunden
hat.

Nach Stromberg (bzw. dem Original der Serie aus UK: The Office, das in Südafrika lief) eben nicht mehr so echt wirkend, sondern eher verfremdet.

Hab die alte Produktion leider nicht gesehen die schon im
Forum erwähnt wurde, betrachte es als Remake.

Es ist keine alte Produktion in dem Sinn. Neill Blomkamp hat einen unabhängigen „Trailer“ gemacht, um damit für seine Idee zu werben und den richtigen Film produziert zu kriegen, was ja auch geklappt hat.

Worüber sich streiten lässt, ob diese teilweise äußerst
brutalen Szenen hätten sein müssen, in meinen Augen ja,
erinnert leicht an einen Alien SPlatter, nru das normale
Splatter meist grottenschlecht gemacht sind, diese Film
allerdings ist „gut gemacht“ und hat diese Splatterszenen
welche ich als gut empfinde.

Meine Assoziationen sind da anders. Man sollte es eher - das habe ich bei der letzten Diskussion auch schon geschrieben - mit den Dokumentarfilmaufnahmen von Polizeiaktionen der südafrikanischen Polizei in den Townships vergleichen. Die Brutalität war durchaus ähnlich, im Film natürlich überhöht durch die größere Waffengewalt der Waffen der Prawns und weil das in einem Film anders dargestellt sein muss, um eine vergleichende Wirkung zu erzielen - somit ja: ich bin auch der Meinung, dass die dargestellte Gewalt zu dem Film dazugehört, um die Entmenschlichung der Menschen durch ihren Umgang mit den „Prawns“ zu zeigen. Allein über den Ausdruck „Prawns“ könnte man ganze Doktorarbeiten schreiben - für was „Prawns“ in der südafrikanischen Gesellschaft alles stehen / standen.

Ich habe übrigens eine DVD aus Großbritannien gesehen, mithin keine deutsche Synchronisation dabei. Wie werden die „Prawns“ denn im Deutschen genannt? Auch Prawns?

Gruß
Elke

Heyho,

ah ich erinner mich wieder an deinen Schreibstil und das du die jenige warst mit der ich schon das letzte mal debattiert habe :wink:

Habe den Film leider auf englisch nicht gesehen, nur auf Deutsch.

die „Prawns“ werden im deutschen als „Shrimps“ betitelt - ganz ehrlich da hätte ich sie wie Prawns übersetzt und „Krabbe“ genannt.

Ich hatte ganz ehrlich auch das Gefühl das bei den Dokumentar-Szenen eine andere Kamera erwendet wird, zumindest sah es etwas billiger aus, ich hab das ganze so empfunden das mir das einer mehr realistischere Note gibt. Zudem hat er seine Rolle in meinen Augen allgemein sehr gut gespielt, auch das er eigentlich ein totales Arschloch ist, und kein Alienkommunikationsbeauftragter ist.

Hab leider den „alten Film“ noch immer nicht ganz gesehen, ist glaub ich ein Kurzfilm? werd nochmal danach googeln, so fällt mir schwer die beiden zu vergleichen.

Hallo,

Habe den Film leider auf englisch nicht gesehen, nur auf
Deutsch.

Ich weiß nicht, wie jemand, der nicht an südafrikanisches Englisch gewöhnt ist, das empfindet/versteht. Sicher gewöhnungsbedürftig.

die „Prawns“ werden im deutschen als „Shrimps“ betitelt - ganz
ehrlich da hätte ich sie wie Prawns übersetzt und „Krabbe“
genannt.

Eigentich wäre es „Garnele“, aber das würde blöd klingen. Shrimps - naja, auch unglücklich, weil man da ja nur an die kleinen rosa Schwänzchen denkt und im Englischen assoziiert man als „shrimp“ hauptsächlich das „klein“. „Krabbe“ wäre sicher besser, obwohl ich da auch andere Vorstellungen habe. Wenn auch kein deutsches Wort wär auch „Scampi“ in meiner Überlegung drin, das könnte man so richtig fies aussprechen.

Ich hatte ganz ehrlich auch das Gefühl das bei den
Dokumentar-Szenen eine andere Kamera erwendet wird, zumindest
sah es etwas billiger aus, ich hab das ganze so empfunden das
mir das einer mehr realistischere Note gibt.

Realistischer weiß ich nicht, aber sicher eine andere Qualität.
Das, was die öffentliche Meinung zu sehen und hören kriegt, wobei das nur das „Rohmaterial“ zu sein scheint und es darauf ankäme, wie das zusammengeschnitten wird, welche Aussage damit gemacht würde, und eben das, was wir als Zuschauer, als „Realität“ empfinden (was wirklich geschieht, z.b. die letzte Szene, wo er aus dem Abfall eine Blume macht - wunderschön kitschig).

Zudem hat er
seine Rolle in meinen Augen allgemein sehr gut gespielt, auch
das er eigentlich ein totales Arschloch ist, und kein
Alienkommunikationsbeauftragter ist.

Er spielt es als totales Klischee der Verwaltungsangestellten der 80er Jahre, die bei „Race Relations“ angestellt waren (was in den 50er und frühen 60er Jahren „Department of Bantu Administration“ hieß).

Hab leider den „alten Film“ noch immer nicht ganz gesehen, ist
glaub ich ein Kurzfilm?

Ja.
http://www.youtube.com/watch?v=ZlgtbEdqVsk

Schade, eigentlich, dass sonst keiner dazu schreibt.
Danke für deinen Input.

Gruß
Elke