Überdies könnten sich ja die Schüler FDJ-Hemden anziehen, wenn
ihnen ne Lehrerin im Kopftuch gegenübersteht. Demokratie eben.
Das Tragen des FDJ-Hemdes steht m.W. unter Strafe, weil es das Symbol einer verfassungsfeindlichen Organisation ist.
Womit wir wieder bei der alten Frage sind: Wenn schon Demokratie, dann aber richtig. Ein typisch deutsches Phänomen übrigens. Wie sagte mir mal ein italienischer Kollege: „Ihr Deutschen seid in allem so radikal, im Guten wie im Schlechten.“
Es ist inzwischen wohl etwas aus der Mode gekommen, aber
Kopftücher sind auch in unserem Kulturkreis nicht
ungewöhnlich. Dabei handelt es sich um keinerlei
Glaubenssymbol, ja nicht einmal um ein Symbol für was auch
immer. Es ist ein schlichter Schutz vor Wind und Wetter, für
die Frisur oder einfach nur ein Kopfschmuck. Diese Kopftücher
werden auf in vielfältiger, unterschiedlicher Weise gewickelt,
geschlungen, geknotet … es geht bis zum Turban. Solche
Gepflogenheiten gibt es nach meiner persönlichen
Inaugenscheinnahme von Skandinavien bis zum Mittelmeer, von
Spanien bis in die Türkei, sie werden in moslemischen,
chrislichen und atheistischen Gesellschaften getragen. Es ist
deshalb abwegig, bei einem Kopftuch grundsätzlich von einem
religiösen Symbol zu sprechen.
Dann nehme ich an, dass du das Kruzifix ebenfalls als Symbol ablehnst und darin nur zwei quer übereinander genagelte Balken siehst, die vorrangig als Folter- und Hinrichtungsinstrument gebraucht wurden?
Hammer und Sichel sind für dich daher auch Werkzeuge, die auf dem Dorfe und in der Landwirtschaft Verwendung fanden und keineswegs mit irgendeiner politischen Ideologie in Verbindung zu bringen sind.
Oder dass das Heben des rechten Armes - egal ob mit ausgestreckter Hand oder abgespreiztem Daumen und einem V zwischen Zeige- und Mittelfinger - bzw. das Heben der linken Faust eine rein sportliche Aktivität ist und mitnichten etwas mit Symbolik und Politik zu tun hat.
Lila ist auch nicht die Farbe der Frauenbewegung, sondern ganz simpel eine Mischfarbe ohne jede Bedeutung. Ebenso wie Rot, Grün, Schwarz und Braun nichts, aber auch gar nichts mit politischer Orientierung zu tun habe.
Ich ziehe die weiße Flagge!
Nein, die weiße Flagge nehme ich wieder zurück - ist ja auch ein Symbol, das keine Bedeutung hat. Gehe ich in den Kotau? Oder ist das auch schon wieder ein Symbol?
Was geschieht eigentlich, wenn eine Muslima gegen die Kleidungsvorschriften bei der Polizei klagt, weil die es ihr unmöglich machen, ein Kopftuch zu tragen? Schirmmütze (Polizistin) oder Käppi (Politesse) und Kopftuch geht ja irgendwie nicht. Und was einer Staatsbediensteten in der Schule erlaubt ist, sollte einer Polizistin doch auch gestattet sein (beides sind schließlich Repräsentanten des Staates).
der Unterschied ist dabei aber, dass für die genannten Berufsgruppen eine Kleiderordnung herrscht, für Lehrer jedoch nicht.
Ich denke, wenn man Lehrer uniformieren würde, dann wäre das alles kein Thema mehr. Will aber wahrscheinlich keiner.
der Unterschied ist dabei aber, dass für die genannten
Berufsgruppen eine Kleiderordnung herrscht, für Lehrer jedoch
nicht.
Ja, eben! Genau deshalb ja die mögliche Klage.
Die Kleiderordnung verhindert die freie Ausübung der Religionsfreiheit, sprich eine Muslima im Polizeidienst kann sich nicht so kleiden, wie es ihrem Glauben entspricht. Oder anders herum: wenn sie im Dienst ist, fühlt sie sich nackt.
Also muss die Kleiderordnung der Polizei angepasst werden. Statt Schirmmütze oder Käppi wird das islamisch gewickelte Kopftuch zulässig. Oder doch nicht?
Also muss die Kleiderordnung der Polizei angepasst werden.
Statt Schirmmütze oder Käppi wird das islamisch gewickelte
Kopftuch zulässig. Oder doch nicht?
Nein. Ich kann ja auch nicht sagen, ich will Mathelehrer werden, aber Integralrechnung unterrichte ich nicht, weil es gegen meine religiöse Auffassung verstösst.
Wenn ich die Anforderungen an einen Beruf nicht erfüllen kann, kann ich den Beruf nicht ergreifen. Insofern wäre die Lehreruniform die einfachste Lösung.
Also muss die Kleiderordnung der Polizei angepasst werden.
Statt Schirmmütze oder Käppi wird das islamisch gewickelte
Kopftuch zulässig. Oder doch nicht?
Nein. Ich kann ja auch nicht sagen, ich will Mathelehrer
werden, aber Integralrechnung unterrichte ich nicht, weil es
gegen meine religiöse Auffassung verstösst.
Der Vergleich greift nicht. Integralrechnung ist Inhalt der Arbeit, nicht äußeres Erscheinungsbild. Wenn ich Mathelehrer bin und will keine Integralrechnung lehren, dann ist das so, als wäre ich Polizist und will keine Knöllchen wegen Falschparken ausstellen.
Wenn ich die Anforderungen an einen Beruf nicht erfüllen kann,
kann ich den Beruf nicht ergreifen. Insofern wäre die
Lehreruniform die einfachste Lösung.
Die Lehreruniform ist keine Lösung - so wenig wie die Polizistenuniform. Denn die anstehende Klage würde ja eben genau auf diese Regelungen zielen: „Die Kleidungsvorschriften machen es der einzelnen Person unmöglich, bestimmten Regeln der Religion zu folgen, und in D herrscht Religionsfreiheit. Daher verstoßen die Kleidungsvorschriften gegen das verfassungsmäßig garantierte Recht auf Religionsfreiheit und müssen aufgebrochen werden.“
Hallo,
ich habe gerade den Kopftuch Thread gelesen und mir faellt mal
wieder mein Lieblingszitat ein:
„Die Flamme der Wahrheit erhitzt mich mitunter mehr, als dass
sie mich erleuchtet“ -Heinrich Heine
Hallo,
zu dem Thema muss ich grundsätzlich einmal sagen, dass in einem islamischen Land, wie in der Türkei, das Tragen von Kopftüchern in öffentlichen Räumen verboten ist.D.h.in den Universitäten, Schulen und auch anderen staatlichen Stellen.An den Türen der Universitäten ist zu lesen: Betreten mit islamischen Kopftüchern verboten.
Wieso muss bei uns deshalb das Verfassungsgericht überhaupt bemühen? Eigentlich kann man nur den Kopf schütteln.
Gruß
Heli
zu dem Thema muss ich grundsätzlich einmal sagen, dass in
einem islamischen Land, wie in der Türkei, das Tragen von
Kopftüchern in öffentlichen Räumen verboten ist.D.h.in den
Universitäten, Schulen und auch anderen staatlichen Stellen.An
den Türen der Universitäten ist zu lesen: Betreten mit
islamischen Kopftüchern verboten.
Wieso muss bei uns deshalb das Verfassungsgericht überhaupt
bemühen? Eigentlich kann man nur den Kopf schütteln.
Also ich persönlich will nicht türkische Gesetze ungefragt übernehmen. Nur weil die Türkei es so macht, muss es nicht richtig sein. Entscheidend ist das deutsche Rechtsempfinden, nicht das türkische. Sonst können wir ja auch gleich ganz andere Dinge von dort übernehmen. Will wahrscheinlich keiner!
Und in Englang Polizistinnen mit Kopftuch
Hallo Heli,
zu dem Thema muss ich grundsätzlich einmal sagen, dass in
einem islamischen Land, wie in der Türkei, das Tragen von
Kopftüchern in öffentlichen Räumen verboten ist.D.h.in den
Universitäten, Schulen und auch anderen staatlichen Stellen.An
den Türen der Universitäten ist zu lesen: Betreten mit
islamischen Kopftüchern verboten.
Wieso grundsaetzlich? Muessen wir uns an der Tuerkei ein Beispiel nehmen, wo ganz andere Bedingungen herrschen?
Ach ja: Zu dem Thema muss man (hihi) erst einmal grundsaetzlich sagen, dass Polizistinnen im Dienst in England zuweilen Kopftuch tragen, weil sie Muslima sind, also, so what?
Dafür wird unser deutsches Rechtswesen von Minderheiten ausgereizt. Nicht umsonst kommt ja wie z.b. das Tragen von Kopftüchern, das Schächten von Tieren usw. bis an das Bundesverfassungsgericht. Da stellt sich schon mal die Frage wer denn Toleranz und Anpassung zu üben hat: der Einzelne gegenüber der Gruppe oder die Gruppe gegenüber dem Einzelnen.
Gruß
Heli
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Also ich persönlich will nicht türkische Gesetze ungefragt
übernehmen. Nur weil die Türkei es so macht, muss es nicht
richtig sein. Entscheidend ist das deutsche Rechtsempfinden,
nicht das türkische. Sonst können wir ja auch gleich ganz
andere Dinge von dort übernehmen. Will wahrscheinlich keiner!
Ciao
Kaj
Dafür wird unser deutsches Rechtswesen von Minderheiten
ausgereizt.
Das deutsche Rechtswesen ist fuer jede Person in unserem Land in gleichem Maße da. Demzufolge ist es nicht dafuer da, Minderheiten die hiesige „Dominanzkultur“ aufzuzwingen.
Nicht umsonst kommt ja wie z.b. das Tragen von
Kopftüchern, das Schächten von Tieren usw. bis an das
Bundesverfassungsgericht. Da stellt sich schon mal die Frage
wer denn Toleranz und Anpassung zu üben hat: der Einzelne
gegenüber der Gruppe oder die Gruppe gegenüber dem Einzelnen.
Die Frage stellt sich nicht. Bzw. die Antwort lautet: Toleranz ist, wenn der Einzelne sich keiner Gruppe anpassen muss im Sinne dessen (Einschraenkung!), dass keiner Person etwas aufgezwungen wird, was man nicht selbst sich aufzwingen lassen wollte. Von Dir wird ja nicht verlangt ebenso ein Kopftuch zu tragen oder eben Dein Kreuz vom Hals zu nehmen. Es ist intolerant Kopftuecher zu verbieten, aber das Tragen eines Kreuzes zu erlauben. Es zeugt von Intoleranz der Dominazkultur bzw. der Gruppe, wenn sie Einzelnen ihre Dominanzkultur aufzwingen moechte, nicht vice versa!
Was geschieht eigentlich, wenn eine Muslima gegen die
Kleidungsvorschriften bei der Polizei klagt, weil die es ihr
unmöglich machen, ein Kopftuch zu tragen?
also zumindest in den USA ist folgendes passiert: es wurde ihr erlaubt. und das NACH 9/11. m.e. vorbildlich.
Daher verstoßen die Kleidungsvorschriften gegen das
verfassungsmäßig garantierte Recht auf Religionsfreiheit und
müssen aufgebrochen werden."
So, und damit wären wir wieder am Problem…
nämlich der Frage, ob die Religionsfreiheit einem Lehrer erlaubt, seine religiöse Einstellung unmißverständlich zu äußern, oder ob das als Verstoß der Schule gegen das Neutralitätsgebot zu verstehen ist.
Hat die Schule das Äußere eines Lehrers zu verantworten oder nicht?
Wenn ja, hat die Schule das auch zu beeinflussen, wenn nein, kann jeder Lehrer herumlaufen, wie er möchte, solange er damit nicht gegen Gesetze verstößt.
DIESES Kopftuch ist eben nicht mit einem kleinen Kreuz gleichzusetzen, das als Schmuck getragen wird, sondern eher mit einer Ordenstracht. Gibt es Nonnen an öffentlichen Schulen? Dürfte eine Nonne an einer öffentlichen Schule unterrichten? (Meinetwegen auch ein Mönch )
Was geschieht eigentlich, wenn eine Muslima gegen die
Kleidungsvorschriften bei der Polizei klagt, weil die es ihr
unmöglich machen, ein Kopftuch zu tragen?
also zumindest in den USA ist folgendes passiert: es wurde ihr
erlaubt. und das NACH 9/11. m.e. vorbildlich.
Wobei es meines Wissens in der USA nicht das Konzept unseres Staatsdieners gibt. Vor allem Polizisten sind soweit ich weiß lediglich Angestellte, nicht auf (Arbeits-)Lebenszeit eingestellte Beamte.
also zumindest in den USA ist folgendes passiert: es wurde ihr
erlaubt. und das NACH 9/11. m.e. vorbildlich.
Die USA mögen in vielen Dingen liberaler sein, manches ist aufgrund der Anstellungsverhältnisse auch einfacher: Eine Lehrerin mit Kopftuch würde keine Chance auf Einstellung haben, die Eltern würden das, können das abblocken! Lehrer sind dort keine Staatsangestellten!
Weiter unten hatte ich schon mal geschrieben, möchte es nochmal in den Raum stellen:
„Und jetzt wage ich mal einen gefährlichen Vergleich: Das Hakenkreuz hat eigentlich nichts mit den Nazis zu tun. Sie haben es, wie so vieles, nur benutzt und damit „kontaminiert“. Nun will es jemand als uraltes germanisches Symbol tragen. Huh, huh, nicht daran denken!“
Die USA mögen in vielen Dingen liberaler sein, manches ist
aufgrund der Anstellungsverhältnisse auch einfacher: Eine
Lehrerin mit Kopftuch würde keine Chance auf Einstellung
haben, die Eltern würden das, können das abblocken! Lehrer
sind dort keine Staatsangestellten!
Meiner Erfahrung und meines kürzlich aufgefrischten Wissens nach sind jegliche religiösen Symbole an staatlichen Schulen in den USA untersagt. Dazu zählen meines Wissens nach auch islamische Kopftücher von Lehrerinnen. Die Trennung dort geht sogar weiter als hier, z.B. finden meines Wissens auch keine Weihnachtsfeiern oder dergleichen an Schulen statt.
Wobei es meines Wissens in der USA nicht das Konzept unseres
Staatsdieners gibt. Vor allem Polizisten sind soweit ich weiß
lediglich Angestellte, nicht auf (Arbeits-)Lebenszeit
eingestellte Beamte.
Ganz recht, in den USA hat man verstanden, dass die Verbeamtung eigentlich keinen Sinn macht, da eine nicht mehr kontrollierbare, parasitäre Macht durch sie entsteht, die dem Land massiv schaden kann.