Hi Wiz,
Pekiptante
ist für mich ein einfach zu schönes Stichwort. D.h. Du zahlst
für Dinge, die Du eigentlich auch umsonst im privaten Umfeld
haben könntest und bist dir gleichzeitig einer nicht unbedingt
umfassenden Qualifikation der Gruppenleiterin sicher?
Hab eben erst gesehen, daß hier noch eine Diskussion entstanden ist und da ich nicht weiß wie lange mir meine Kleine Zeit läßt, antworte ich gleich mal ohne die anderen Antworten zu lesen.
Deine Kritik in Ehren, denn ich könnte das Geld tatsächlich für anderes gebrauchen, aaaaber: 1) mein privates Umfeld bestand bis jetzt aus Singles, Paaren und Paaren mit älteren Kindern (nebenbei bemerkt, in meinem Alter haben die meisten ihre Familienplanung abgeschlossen:wink:) 2) ich bin mir sogar sehr sicher, was die Qualifikation dieser Pekiptante betrifft, erinnere mich geschrieben zu haben, daß ich sie sonst für ziemlich kompetent halte (die weiß mehr als mein Kinderarzt, meine Nachsorgeheb. und die Krankengym. zusammen). Und 3) weiß ich nicht, ob Du mal bei so ner „Pekip-Session“ zugeschaut hast? Da liegt so ein ganzer Haufen kleiner Babys nackt ziemlich eng beisammen, die Kleinen entdecken sich selbst (geht ohne Windeln und dicker Winterkleidung einfacher) und ihresgleichen und sind hellauf begeistert von einander. Da spricht so einiges dafür. In meiner Wohnung und Umgebung gibt es keine anderen Babys, zudem ist’s Altbau, schlecht beheizbar, so daß meine Tochter ohne Klamotten recht frieren würde. Das ist auch der Grund warum sie sich zu Hause nicht selbstständig dreht (muß sie auch nicht mit 4 Mon.) und dort macht sie das ständig, weil’s halt nackig einfach besser und leichter geht.
Wenn Du jetzt Pekip an sich kritisiert hättest, also die Idee, die dahinter steckt, würd ich Dir sogar recht geben. Ich bin aus o.g. Gründen dort, bin ansonsten aber eher gegen Frühförderung und halte es da eher mit E. Pikler, Magda Gerber oder wie sie alle heißen. Sprich „Fördern, was schon da ist und nicht fördern, was noch nicht da ist“. Aber zu Hause mach ich eh was ich will und o.g. Vorteile überwiegen halt für mich:wink:
Es soll ja jeder nach seiner eigenen Facon glücklich werden,
aber irgendwie regt sich bei mir da immer wieder ein komisches
Bauchgefühl, wenn da mal wieder ein neues Akronym auftaucht
unter dem irgendwelche eigentlich doch eher ganz natürlichen
und banalen Dinge wie das Spielen von Eltern mit ihren Kindern
institutionalisiert und insbesondere auch kommerzialisiert
werden (ja, ja, ich weiß, das ganze ist als e.V. bundesweit
organisiert, aber die „Pekip-Tanten“ leiten ihre Gruppen ja
nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit).
Warum nicht? Reich werden kannst Du davon nicht (wenn’s Dich interessiert, frag ich mal was sie bekommt), die meisten haben mehrere Kinder zu Hause (zugegeben älter als die in den Gruppen) und so toll ist’s auch nicht am Ende der Stunde mit einem Eimer Wasser und großem Lappen die ganzen Matten vom gelbgrünlichem Stuhlgang der Kleinen zu reinigen:wink:
Sind wir heute alle so unsicher geworden, dass wir nicht mehr
in der Lage sind uns auf unsere Instinkte zu verlassen, wenn
sich Nachwuchs einstellt? Reicht es nicht aus, dass die lieben
Kleinen mit den Babys der Nachbarschaft spielen oder bei
anderen Gelegenheiten mit Gleichaltrigen zusammen kommen?
Genau darum geht’s mir: keine Babys in der Nachbarschaft (siehe Geburtenrate in D;-( und keine anderen Gelegenheiten mit Gleichaltrigen zusammen zu kommen (siehe ganz oben).
Können sich befreundete Eltern nicht bei Kaffee und Kuchen in
privater Runde austauschen?
Ja, aber wo lern ich denn jetzt erstmal Eltern kennen, wenn nicht in solchen Gruppen?? (Keine Angst, ich kenne mittlerweile bestimmt mehr als der Durchschnitt, da ich mich aus anderen Gründen anfangs mit Kursen nur so zugeschüttet habe:wink:
Ich will ja die Inhalte der Gruppenarbeit nach Pekip gar nicht
schlecht machen, aber wenn ich mir die so durchlese, dann sind
dass so dermaßen banale Allgemeinplätze, so absolute
Selbstverständlichkeiten,
Dem muß ich widersprechen. Für mich war’s tatsächlich nicht viel neues, was die Pekipleiterin zum besten gibt. Aber auch nur, weil ich viel Zeit in der Schwangerschaft hatte, gerne lese und reichlich (gute) Bücher in den Händen hatte. Aber alleine das Thema Stillen scheint keineswegs banal zu sein, denn der Hälfte aller Mütter, die ich kenne wurde das Stillen schon im Krankenhaus vergrault und die meisten davon hätten gerne gestillt. Und wenn ich dann an die Tipps, die man ständig hört, denke, nach dem Motto "das Baby ist doch so dünn, bestimmt reicht die Milch nicht und Du solltest zufüttern (in der 3. Woche!)… Na ja und wenn man dann zufüttert reicht natürlich die Milch wirklich nicht usw. Kurzum, eine in der Gruppe hat nach langer Zeit endlich ihre Stillhütchen weggeworfen und stillt „normal“ und die andere hat’s doch tatsächlich geschafft von der zusätzl. Milch wegzukommen und ihre eigene Milch wieder „aufgebaut“. Das gehört eben auch zu Pekip im Gegensatz zu Kursen wie Massage oder Schwimmen.
Und warum dann ganz normale Kinderlieder zu
„Pekip-Liedern“ werden, … erschließt sich mir auch nicht.
Kann man nicht einfach sagen, dass man mit seinen Kindern
singt? Darf ich den Bi-Ba-Butzemann auch abgabenfrei außerhalb
einer Pekip-Gruppe singen?
Guter Punkt, stimmt, noch ein Argument: Ich hab mich zwar wage an so einige Kinderlieder erinnert, aber hätte kaum eines vollständig zusammen bekommen. Zudem bin ich wirklich nicht von meiner Stimme überzeugt. Auch die Nena-Kinder-CD, die ich mir kurz nach Geburt besorgt habe, hat mich nicht wirklich singen lassen. Aber zumindest hab ich gemerkt, daß meiner Tochter meine rostige Stimme besser gefällt als Nena:wink:)) Dank des Kurses bekomm ich jetzt so einige Lieder wieder zusammen und der absolute Hit sind ja die Krabbel- und Fingerspiele, die vielleicht unsere Großmütter kennen , aber eben ich nicht mehr.
Das hat für mich alles so einen
leicht sektenhaften Ansatz, der sich in der Schaffung eigener
Rituale verfestigt und versucht Abhängigkeiten zu schaffen.
Auch nachdem, was ich geschrieben habe?
Viele Grüße,
Christiane