Nochmal zum Psychologen gehen?

Hallo zusammen!

Ich könnte mal einen Rat vertragen:

Ich beschäftige mich in letzter Zeit wieder vermehrt mit dem Gedanken, nochmal zu einem Psychologen zu gehen. Ich habe es schonmal mit einer Angsttherapie versucht, aber ich bin wohl mit dem Psychologen nicht klar gekommen. Er hat durchblicken lassen, das er mir nicht so richtig glaubt. (Ich habe am Anfang so ziemliche alle wichtigen Ereignisse aus meinem recht bunten und ungewöhnlichen Leben „runtergeratter“, weil ich nicht wollte das gewisse Fakten andere Dinge in anderen Licht darstehen lassen, wenn man sie erst später anspricht. Das wahr wohl ein Fehler…) Außerdem sagte er mir, das meine Angststörung das kleinste meiner Probleme wäre, das könnte man relativ schnell beheben und ich hätte ganz andere, langwierigere Probleme.

Das belastet und verfolgt mich zur Zeit wieder mehr, da ich im Moment nicht wirklich glücklich bin. Und der Gedanke, das in mit eine psychische „Bombe“ schlummert, gefällt mir nicht wirklich…

Ich weiß nicht, ob ich nochmal den Versuch wagen soll, zu einem Psychologen zu gehen. Einerseits hat mich die Erfahrung, das mir nicht geglaubt wurde, sehr verschreckt. Andererseits würde es mich sehr beruhigen, wenn jemand mal über mein Leben und meine Gedanken „drüber gucken“ würde und Entwarnung geben könnte.

Und mal ganz grundsätzlich: Ist es falsch in der ersten Sitzung sehr viele und krasse Sachen über sich zu erzählen? (Die vor allem nicht zum ersten, äußeren Eindruck der Person passen) Ich dachte, Fachleute können mit sowas umgehen…

Ich bin einfach unsicher und weiß nicht, wie ich jemanden finden soll, bei dem ich mich wohl fühle…

Liebe Grüße

Katharina

Guten Morgen Katharina,

das Problem mir den Ärzten, wie überhaupt mit ein Großteil der Studierten ist, die meisten studieren nicht, weil sie wirklich Interesse an dem erwählten Beruf haben, sondern entweder um sich zu profilieren (Image) oder weil die Eltern es so wollen (ihr Kind soll Etwas darstellen); gleich aus welchem Grund vielen fehlt schlicht die sittliche Reife. Erschwerend kommt hinzu, das, wer in diesen Kreisen verkehrt (bereits als Gymnasiasten) verpönt ist wer über Gott spricht, noch nicht einmal darüber reden darf man, schon wird man als dumm abgestempelt, weil man angeblich die Evolutionstheorie nicht verstanden hat. Hat zur Folge das Menschen, welche sowohl kritisch als auch menschlich sind sehr selten in den maßgeblichen Positionen an zutreffen sind(die sich Deine Geschichte anhören und sich Zeit lassen Dich und die Vielfältigkeit des Lebens kennen zu lernen. Sie kommen von der Uni und meinen fortan nichts mehr hinzu lernen zu können/müssen).

Am ehesten hättest Du wohl Aussicht auf Verständnis/jemanden der Dir zuhört, wenn Du Dir einen Gesprächstherapeuten suchst, allerdings zahlen viele Krankenkassen diese nicht, also einen Krankenkassenwechsel in Betracht ziehen (hört sich evtl. komplizierter an als es ist, einfach in Angriff nehmen). Sollte es dringend sein könntest Du auch noch überlegen einen Geistlichem auf zu suchen, allerdings gibt es auch hier die Problematik mit dem Prestige, die besseren Aussichten auf einen ambitionierten Geistlichen zu treffen sehe ich bei den Protestanten, evtl. auch Juden.

Viel Glück Sieglionde

Das belastet und verfolgt mich zur Zeit wieder mehr, da ich im
Moment nicht wirklich glücklich bin. Und der Gedanke, das in
mit eine psychische „Bombe“ schlummert, gefällt mir nicht
wirklich…

Das heißt, der Psychologe liegt mit seiner Einschätzung, dass da mehr ist als die Angststörung, auch in deiner Einschätzung daneben? Oder hast du dieses Gefühl erst WEIL der Psychologe so reagiert hat?

Ich weiß nicht, ob ich nochmal den Versuch wagen soll, zu
einem Psychologen zu gehen. Einerseits hat mich die Erfahrung,
das mir nicht geglaubt wurde, sehr verschreckt.

Dass dir nicht geglaubt wurde, ist ein Gefühl, du hast es nicht verifiziert, oder doch?

Und mal ganz grundsätzlich: Ist es falsch in der ersten
Sitzung sehr viele und krasse Sachen über sich zu erzählen?
(Die vor allem nicht zum ersten, äußeren Eindruck der Person
passen) Ich dachte, Fachleute können mit sowas umgehen…

Auch Fachleute können sich nur einen Eindruck machen, von dem was man präsentiert und wie man es präsentiert.

Ob das „falsch“ ist, hängt von der Intention des Gespräches ab. DU bist der Boss, es geht um dich. Fragen, die du im Moment hast: OB du eine Therapie machen willst, WIE du sie machen willst und BEI WEM (da kommt es auf die Person des Therapeuten an und ob die Chemie stimmt).

Das OB bezieht sich darauf, ob du sie überhaupt machen willst und wenn ja ob zu diesem Zeitpunkt. Wenn du dich selber nicht entscheiden kannst, gibt es die Möglichkeit, ein Klärungsgespräch zu machen. Dieses Gespräch läuft unabhängig von dem Therapeuten, wo man später landet.

Das WIE der Therapie bezieht sich auf die Therapierichtung. Das ist vielleicht noch nicht für dich als Frage bewusst, hat aber in der Praxis eine große Bedeutung. Es werden nicht alle Therapierichtungen von der Kasse bezahlt, manche Therapien eignen sich für bestimmte Probleme besser und manche Betroffene kommen mit der einen Therapieart und damit Herangehensweise besser klar als mit der anderen. Auch das kann man in einem Klärungsgespräch s.o. klären.

Für die ersten beiden Fragen ist es nicht schlecht, einen Rundumschlag über seine Situation zu machen, wobei da zu viel Breite und / oder zu viel Tiefe in deinem Sinne unpraktisch ist, weil es von deine Ziel, die Fragen beantwortet zu bekommen, ablenken würde. Vielleicht hilft dir in der Situation, wenn du jemanden als Gegenüber hast, wo du nicht den Blick auf das Hinterher bei dieser Person hast, weil das Hinterher bei jemand anderem ist.

Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, kannst du auf konkrete Suche nach einem Therapeuten gehen. Ziel dieses Erstgesprächs (oder der Erstgespräche, es können bis zu 5 sein) ist, dass ihr euch BEIDE kennenlernt. Das funktioniert nur, wenn du dir auch gezielt für das Gespräch vornimmst, dein Gegenüber kennenzulernen. Hilfreich, wenn du dir vorher Gedanken machst, wie du das für dich rausfinden willst. Das Wie ist auch Typfrage. Ein paar Fragen notieren vorher, hilft.

Ich bin einfach unsicher und weiß nicht, wie ich jemanden
finden soll, bei dem ich mich wohl fühle…

Du kommst aus MG. Nicht schlecht ist das Angebot, was die KV hierzu bietet, mit dem du eigentlich genau diese Schritte der Reihe nach gehen kannst:

http://www.kvno.de/20patienten/40zip/index.html

Halt dir bei jedem Schritt vor Augen, was du konkret für diesen Schritt geklärt haben willst, das hilft, Licht ins Dunkel zu bringen und du wirst zum Gestalter dieses Prozesses.

Moin!

Ich beschäftige mich in letzter Zeit wieder vermehrt mit dem
Gedanken, nochmal zu einem Psychologen zu gehen. Ich habe es
schonmal mit einer Angsttherapie versucht, aber ich bin wohl
mit dem Psychologen nicht klar gekommen. Er hat durchblicken
lassen, das er mir nicht so richtig glaubt. (Ich habe am
Anfang so ziemliche alle wichtigen Ereignisse aus meinem recht
bunten und ungewöhnlichen Leben „runtergeratter“, weil ich
nicht wollte das gewisse Fakten andere Dinge in anderen Licht
darstehen lassen, wenn man sie erst später anspricht. Das wahr
wohl ein Fehler…)

Überlass es dem Therapeuten, sich sein eigenes Bild von dir zu machen. Du kannst ihn nicht manipulieren. Wenn du vor ihm „gut dastehen“ willst, machst du es dir in der Therapie unnötig schwer.

Außerdem sagte er mir, das meine
Angststörung das kleinste meiner Probleme wäre, das könnte man
relativ schnell beheben und ich hätte ganz andere,
langwierigere Probleme.

Mir scheint, dass er damit nicht falsch liegt. Wenn du sagst, dass in deinem Leben soviele krasse Dinge passiert sind, erscheint mir das überhaupt nicht abwegig, dass es mehr Baustellen in deiner Seele gibt als nur die Angststörung.

Das belastet und verfolgt mich zur Zeit wieder mehr, da ich im
Moment nicht wirklich glücklich bin. Und der Gedanke, das in
mit eine psychische „Bombe“ schlummert, gefällt mir nicht
wirklich…

In einer Therapie wird es dir öfter passieren, dass du Dinge über dich erfährst, die dir nicht gefallen.

Ich weiß nicht, ob ich nochmal den Versuch wagen soll, zu
einem Psychologen zu gehen. Einerseits hat mich die Erfahrung,
das mir nicht geglaubt wurde, sehr verschreckt. Andererseits
würde es mich sehr beruhigen, wenn jemand mal über mein Leben
und meine Gedanken „drüber gucken“ würde und Entwarnung geben
könnte.

Ah, wenn du erwartest, dass dir der Psychologe Normalität bescheinigt und er es nicht tut, dann glaubt er dir nicht und hat auch keine Ahnung? Jetzt verstehe ich langsam dein Problem.

Und mal ganz grundsätzlich: Ist es falsch in der ersten
Sitzung sehr viele und krasse Sachen über sich zu erzählen?
(Die vor allem nicht zum ersten, äußeren Eindruck der Person
passen)

Ja, ich denke es ist genau richtig, denn es ist das, was du loswerden wolltest und was dich bewegt. Und der ‚erste Eindruck‘ spielt für einen Psychologen wohl kaum eine Rolle, weil es doch wohl darum geht zu entschlüsseln, was hinter der Fassade steckt.

Ich dachte, Fachleute können mit sowas umgehen…

Ja. Nur dass dem Patienten das oft nicht schmeckt, was ihm da über ihn selbst gesagt wird.

Ich bin einfach unsicher und weiß nicht, wie ich jemanden
finden soll, bei dem ich mich wohl fühle…

Suchen!
Du hast vollkommen Recht, dass du dich von deinem Psychologen verstanden fühlen solltest, und da muss man manchmal mehrere ausprobieren.
Aber stell dich auch darauf ein, dass du nicht immer hören wirst, was du hören möchtest und dass du dich manchmal vor dir selbst erschrecken wirst. Erfolgreich wird die Therapie nur sein, wenn du dir nicht in die Tasche lügst und schonungslos offen mit dir selbst bist.

Wage es, es lohnt sich!

Alles Gute
wünscht
noi

Korrektur

Das heißt, der Psychologe liegt mit seiner Einschätzung, dass
da mehr ist als die Angststörung, auch in deiner Einschätzung
-> nicht daneben?

So muss es natürlich heißen.

Guten Morgen Katharina,

Hallo,

das Problem mir den Ärzten, wie überhaupt mit ein Großteil der
Studierten ist, die meisten studieren nicht, weil sie wirklich
Interesse an dem erwählten Beruf haben, sondern entweder um
sich zu profilieren (Image) oder weil die Eltern es so wollen
(ihr Kind soll Etwas darstellen); gleich aus welchem Grund
vielen fehlt schlicht die sittliche Reife. Erschwerend kommt
hinzu, das, wer in diesen Kreisen verkehrt (bereits als
Gymnasiasten) verpönt ist wer über Gott spricht, noch nicht
einmal darüber reden darf man, schon wird man als dumm
abgestempelt, weil man angeblich die Evolutionstheorie nicht
verstanden hat. Hat zur Folge das Menschen, welche sowohl
kritisch als auch menschlich sind sehr selten in den
maßgeblichen Positionen an zutreffen sind(die sich Deine
Geschichte anhören und sich Zeit lassen Dich und die
Vielfältigkeit des Lebens kennen zu lernen. Sie kommen von der
Uni und meinen fortan nichts mehr hinzu lernen zu
können/müssen).

Es wäre interessant zu wissen, worauf sich deine engstirnige, vorurteilsbeladene Meinung gründet. Mit der Realität hat das jedenfalls sehr wenig zu tun.
Religiöser Fanatismus hilft aber bei ernsthaften Erkrankungen nicht wirklich weiter.

Am ehesten hättest Du wohl Aussicht auf Verständnis/jemanden
der Dir zuhört, wenn Du Dir einen Gesprächstherapeuten
suchst, allerdings zahlen viele Krankenkassen diese nicht,

Das ist in dieser Pauschalität schlichtweg Unsinn, da die von den KK’s bezahlten Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische Therapie im Wesentlichen auf Gesprächen gründen, sei es im Einzeln oder in der Gruppe.

also einen Krankenkassenwechsel in Betracht ziehen (hört sich
evtl. komplizierter an als es ist, einfach in Angriff nehmen).
Sollte es dringend sein könntest Du auch noch überlegen einen
Geistlichem auf zu suchen, allerdings gibt es auch hier die
Problematik mit dem Prestige, die besseren Aussichten auf
einen ambitionierten Geistlichen zu treffen sehe ich bei den
Protestanten, evtl. auch Juden.

Auch hier bleibt rätselhaft, weshalb ein ev. Geistlicher oder ein Rabbi besser weiterhelfen können als Vertreter anderer Religionen.

Wenn Du missionieren willst, bist Du im falschen Brett. Hier jedenfalls kannst Du mit derartigen Äußerungen eine Menge Schaden anrichten bei Menschen, die dringend professionelle Hilfe benötigen.

Viel Glück Sieglionde

Kopfschüttelnd
Wolfgang

6 „Gefällt mir“

Am ehesten hättest Du wohl Aussicht auf Verständnis/jemanden
der Dir zuhört, wenn Du Dir einen Gesprächstherapeuten
suchst, allerdings zahlen viele Krankenkassen diese nicht,

Das ist in dieser Pauschalität schlichtweg Unsinn, da die von
den KK’s bezahlten Verhaltenstherapie und tiefenpsychologische
Therapie im Wesentlichen auf Gesprächen gründen, sei es im
Einzeln oder in der Gruppe.

Kleiner, aufklärender Einschub an dieser Stelle:

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesprächstherapie

Du sprichst von Variante 1, Katharina von 2. Die Gesprächstherapie im Sinne von 2 wird nach meinem Kenntnisstand allerdings von keiner Kasse bezahlt, was nicht ausschließt, dass es da irgendwo einen Modellversuch einer Krankenkasse gibt. Im normalen Leistungskatalog ist sie jedenfalls nicht, was offiziell auch beklagt wird und tatsächlich unsinnig ist, weil es sich andererseits um eine anerkannte Methode handelt.

Überlass es dem Therapeuten, sich sein eigenes Bild von dir zu
machen. Du kannst ihn nicht manipulieren. Wenn du vor ihm „gut
dastehen“ willst, machst du es dir in der Therapie unnötig
schwer.

Ich hab nicht versucht gut dazustehen, er hat mir die schlechten und negativen Sachen nicht geglaubt. Ich denke, er hat mich für „harmlos“ gehalten, oder das ich übertreibe…

Wenn du sagst,
dass in deinem Leben soviele krasse Dinge passiert sind,
erscheint mir das überhaupt nicht abwegig, dass es mehr
Baustellen in deiner Seele gibt als nur die Angststörung.

Ich weiß es halt nicht. Einerseits denke ich, auch aus einem ungewöhnlichen Lebenslauf kann nachher ein ganz normaler Mensch rauskommen. Andererseits kann ich natürlich nicht ausschließen, das meine übertriebe Angst nur der Vertreter für etwas ganz anderes ist…

In einer Therapie wird es dir öfter passieren, dass du Dinge
über dich erfährst, die dir nicht gefallen.

Genau deshalb geht man ja hin, weil man mit seinen eigenem Latein am Ende ist…

Ah, wenn du erwartest, dass dir der Psychologe Normalität
bescheinigt und er es nicht tut, dann glaubt er dir nicht und
hat auch keine Ahnung? Jetzt verstehe ich langsam dein
Problem.

Nein, ich will nur wissen ob es wirklich ein Problem gibt und wie ich es beheben kann. Wenn es keins gibt, um so besser…

Ja. Nur dass dem Patienten das oft nicht schmeckt, was ihm da
über ihn selbst gesagt wird.

Wie gesagt, er hat mir halt den Eindruck vermittel das er mir die negativen Sachen nicht glaubt, ich mache wohl oft den „unschuldiges, kleines Mädchen“ Eindruck.

Vielen Dank für deine Sichtweise!

LG

1 „Gefällt mir“

Hallo Janina,

zwar wird die „Rogers-Methode“ nicht als eigenständige Therapieform bezahlt, sie ist aber Bestandteil der Ausbildung und kann von Therapeuten ergänzend angewendet werden.
Viele Therapeuten sind heute sowieso breiter ausgebildet und können verschiedene Methoden zu einem individuell abgestimmten Therapiekonzept kombinieren.

&Tschüß
Wolfgang

Oder hast du dieses Gefühl erst WEIL der Psychologe
so reagiert hat?

Ich hab es hauptsächlich erst, weil er so reagiert und das gesagt hat.

Es kommt mir ein wenig so vor als säße ich in einem Auto, das ich für sicher halte. Es klappert zwar ab und zu ein bisschen, aber welches Model in mittleren Jahren tut das nicht. Und dann sagt mir ein Automechaniker, das mir die Kiste jeden Moment um die Ohren fliegen könnte, nach dem er das Klappern gehört hat.

Dass dir nicht geglaubt wurde, ist ein Gefühl, du hast es
nicht verifiziert, oder doch?

Er hat gesagt, er würde nicht so wirklich aus mir schlau und wüsste nicht, was er von mir halten sollte. Und er hat die Fragen so gestellt, das ich das Gefühl habe er würde drauf warten, das ich mich in Wiedersprüche verstricke.

Das OB bezieht sich darauf, ob du sie überhaupt machen willst
und wenn ja ob zu diesem Zeitpunkt. Wenn du dich selber nicht
entscheiden kannst, gibt es die Möglichkeit, ein
Klärungsgespräch zu machen. Dieses Gespräch läuft unabhängig
von dem Therapeuten, wo man später landet.

Ich glaube, ich brauche wirklich erstmal sowas wie Inspektion. Mir meiner Angst könnte ich wohl mittlerweile leben, aber die Aussicht auf daruter versteckte Probleme sorgt mich.

Danke für deine Meinung und den Link!

LG

Erschwerend kommt
hinzu, das, wer in diesen Kreisen verkehrt (bereits als
Gymnasiasten) verpönt ist wer über Gott spricht, noch nicht
einmal darüber reden darf man, schon wird man als dumm
abgestempelt, weil man angeblich die Evolutionstheorie nicht
verstanden hat.

So schlimm ist es in diesen Kreisen nicht, aber da auch ich eine sehr kritische Haltung zur Religion habe, wäre mir sojemand lieber, als ein gläubiger Mensch.

Sollte es dringend sein könntest Du auch noch überlegen einen
Geistlichem auf zu suchen.

Nein, das kommt bei mir sicher nicht in Frage. Erwachsene Menschen, die immer noch an die Geschichten aus der Bibel o.ä. glauben, unterscheiden sich meiner Meinung nach nicht viel von denen, die immer noch an den Weihnachtsmann oder Osterhasen glauben.
Wenn man älter wird, sollte man erkennen, das man sich gewisse Dinge nur zur Beruhigung oder Belustigung erzählt, das es zwar tolle Geschichten sind, aber auch kein Stück mehr.

LG

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Hallo,

manchmal sind Angststörungen nur die Spitze eines Eisbergs. Das Symptom dafür, dass etwas in einem ganz grundsätzlich in Unordnung geraten ist. Dann kann es hilfreich sein, den Gründen für diese Unordnung nachzuspüren. Oft - aber leider nicht immer - löst sich damit auch die Angst.

Manchmal enstehen Angststörungen auch aus Anlässen, die nicht in Zusammenhang mit grundsätzlichen psychischen Problemen der betroffenen Person stehen. So kann der überraschende Tod einer nahestehenden Person ausreichen, um eine Angststörung zu entwickeln. Oder eine körperliche Reaktion (Durchfall, Erbrechen…) in der Öffentlichkeit kann dafür sorgen, in der Zukunft entsprechende Ängste hinsichtlich einer Wiederholung auszulösen.

Menschen, die grundsätzlich selbstunsicher und ängstlich sind, können ebenso betroffen sein wie solche, die über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügen.

Das macht es nicht immer einfach, Ängsten wirksam zu begegnen. Letzten Endes wirst du entscheiden müssen, wie genau du bei dir selbst nachsehen möchtest, ob da etwas im Argen liegt. Im Augenblick bist du verunsichert und beunruhigt - eine Reaktion, die zu einer Angststörung passt - ebenso wie der Wunsch, eine schnelle Beruhigung durch einen Fachmann zu erfahren.

Die wirst du in diesem Fall nicht kriegen können. Vielleicht hilft dir aber weiter, dass auch ein tief sitzendes Trauma nicht zwingend bedeutet, dass du „auf einer Bombe sitzt, die irgendwann hochgeht“. Viele Menschen bewältigen ihr Leben erfolgreich, obwohl sie Schlimmes erlebt haben.

Heißt: Es ist deine Entscheidung, ob du das Bedürfnis hast, tiefer zu graben oder nicht. Aber: Wenn du bei einem Therapeuten deiner Wahl den Sack öffnest, solltest du vorher ausreichend Vertrauen aufgebaut haben, um es zu ermöglichen, dass er dir im Fall des Falles dabei helfen kann, den Sack auch wieder zuzukriegen. Es ist keine gute Idee, möglicherweise aufgewühlt und verunsichert alleine zurechtkommen zu wollen.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo

für mich hört sich das an wie:
Leider erzählt mir der Kerl nicht was ich hören möchte, also geh ich nicht mehr hin. Wo finde ich einen der mir das sagt was ich hören möchte.

Solange du mit der Einstellung dahinter her bist, kann das nicht wirklich zu einem guten Ergebnis führen.

Ich will nicht ausschliessen, dass einem der Gegenüber nicht sympatisch genug ist um mit dem zu arbeiten - dann sollte man wirklich bei jemand anderem vorstellig werden.
Aber mit dem was ich hier gelesen habe musst du dich nciht wundern wenn das Ergebnis änlich ausfällt.

Gruss HighQ

Leider erzählt mir der Kerl nicht was ich hören möchte, also
geh ich nicht mehr hin. Wo finde ich einen der mir das sagt
was ich hören möchte.

Es ist eher so: Der Kerl hat mir etwas gesagt, was mich verunsichert und ich nicht weiß ob es stimmt. Da er mir aber teilweise nicht geglaubt hat, habe ich kein Vertrauen in ihn und bin abgeschreckt es nochmal woanders zu probieren.

Wenn man vor jemandem sein ganzes Leben auf den Tisch packt und er einen dann so behandelt als würde man sich Sachen davon ausdenken, hat man halt kein besonderes Vertrauen in ihn und seine gestellten „Diagnosen“.

Hallo,

wenn du noch Studentin bist, hast du die Möglichkeit über das Studentenhilfswerk anzufragen. diese haben idR eine Beratungsstelle. Auch wenn du kein Fan von Kirche bist, Diakonie und Caritas (evtl auch AWO) bieten auch Beratungsstellen an. Diese können dir vielleicht auch helfen, einen Überblick über die Therapeutenszene zu geben.
Ich kenne hier die deutschen Angebote nicht, aber du kannst auch telefonische Hilfe in Anspruch nehmen. Hier ist die Hürde geringer.

Das Gefühl mit der Bombe: Macht dir keine Sorgen. Es heisst, dass die Dinge die schlummern eh nur dann hochkommen, wenn man bereit ist, mit ihnen zu dealen. :wink:

Hallo Katharina!

Er hat durchblicken lassen, das er mir nicht so richtig glaubt.

Das war nicht nur unprofessionell insofern der Hang zum ‚Märchenerzählen‘ pathologisch bedingt sein kann, sondern stellt wohl auch eine falsche Vermutung dar.

Ist es falsch in der ersten Sitzung sehr viele und krasse Sachen über sich zu erzählen?

Das ist im Gegenteil Sinn der Sache. Würden die krassen Sachen Dich nicht belassten, bestünde ja kein Bedarf, von ihnen zwecks Klärung der Hintergründe zu berichten. Davon abgesehen ist es aber auch sinnvoll, zwischendurch den Gegenüber zu fragen was er denkt, sei zunächts auch nur mit der Motivation, ihn in Hinblick auf seine Fundiertheit zu testen…

Ich dachte, Fachleute können mit sowas umgehen…

Das tun sie. Leider ist bei weitem nicht überall wo draußen Dr. prof. dran steht, einer drin.

Hi ChrisTine,

Überlass es dem Therapeuten, sich sein eigenes Bild von dir zu
machen. Du kannst ihn nicht manipulieren.

Bist Du da so sicher? Ich habe schon so schwache Typen in diesem „Gewerbe“ erlebt, dass mir fast schlecht wurde.

Gruß,
Anja

manchmal sind Angststörungen nur die Spitze eines Eisbergs.
Das Symptom dafür, dass etwas in einem ganz grundsätzlich in
Unordnung geraten ist.

Ein Durcheinander-Sein, dass sich in Desorientierung äußert.

Ich denke, dass etwas Tieferes dahintersteckt, wenn die UP danach suchen möchte (richte mich jetzt an dich, Guten Tag KuK.)

Wieso sollte dir der Therapeut nicht geglaubt haben? Ich denke eher, dass er etwas anderes sieht (in dem, was und wie du erzählt hast) als du. Daher hast du hast eine andere Reaktion erwartet (so wie „die Leute“ üblicherweise reagieren). Er, als Therapeut, reagiert ggf. anders, nämlich weniger oberflächlich, sieht mehr Hintergründe, etwas Tieferes, das du selbst nicht siehst).

Vielleicht hattest du auch den Eindruck, dass er dir nicht glaubt, weil er zurückhaltender, kritischer reagiert hat, als du es gewohnt bist und ihn andere Inhalte an deinem Vortrag interessierten (wichtig erschienen) als dich. Er nimmt dich ernst (ernster als du dich nimmst, wenn du daran zweifelst, nochmal zu einem Psychologen zu gehen), das zeigt er, indem er deine Probleme ernst nimmt und die Ernsthaftigkeit „der Sache“ betont. Gerade das ist dir vermutlich unheimlich.

Ob er dich versteht, ist noch nicht klar. Daher würde ich es mit gerade dem Ps. nochmal versuchen, und ihm deine Gefühle, wie du sie hier geschildert hast, mitteilen. Fragen, was er mit „großen Problemen“ meint. Aufhören kann man immer, wechseln theoretisch auch (beides kann Weglaufen vor sich selbst bedeuten, und das Selbst-Verständnis erschweren- Selbstverwirrung durch nur oberflächliche „Aufnahme“ seiner "Antwort. Ein „unangenehmer“ Therapeut ist sicher effektiver als ein angenehmer („von seinen Feinden lernt man“). Angst kann einem von allem fernhalten.

Viele Grüße, der Igel

P.S. Vielleicht projizierst du auch auf ihn, dass er dir nicht glaubt, weil „du selbst dir nicht glaubst“. Das heisst, du versuchst dir mit deinem Vortrag selbst etwas zu erzählen (dass dein Problem in den erzählten Erlebnissen begründet liegt, fragt sich nur WO, aber das Herauszufinden ist ja SEINE Aufgabe(denkst du, das ist auch so, aber doch liegt es noch ganz woanders als du glaubst, dass es liegen könnte). Du glaubst dir selbst nicht, dass dort, wo du es vermutest, das Problem liegt- und darin glaubt dir der Therapeut. Oder, man könnte es auch so sagen: Er findet deinen Vortrag (Schauspiel) unglaubwürdig, da er ihm nicht „echt“ erscheint.

Ich hoffe, meine Antwort ist einigermaßen verständlich…

Leider erzählt mir der Kerl nicht was ich hören möchte, also
geh ich nicht mehr hin. Wo finde ich einen der mir das sagt
was ich hören möchte.

Habe das gerade erst jetzt gelesen. Ja,

Es ist eher so: Der Kerl hat mir etwas gesagt, was mich
verunsichert und ich nicht weiß ob es stimmt.

Das ist gut.

Da er mir aber teilweise nicht geglaubt hat, habe ich kein Vertrauen :in ihn und bin abgeschreckt es nochmal woanders zu probieren.

Wo / was hat er dir nicht geglaubt? (Warum nicht?) Abgeschreckt sein ist ja ein „Angstphänomen“, ggf. ein Grund, dran zu bleiben (um nicht der Angst zu erliegen).

Wenn man vor jemandem sein ganzes Leben auf den Tisch packt
und er einen dann so behandelt als würde man sich Sachen davon
ausdenken, hat man halt kein besonderes Vertrauen in ihn und
seine gestellten „Diagnosen“.

„Man“… DU traust ihm nicht. Andererseits, obwohl er fremd ist, hast du dich ihm weiter geöffnet als du es im Nachhinein als angenehm empfindest. Da es sehr viel war, hat er vermutlich einen Teil „nicht verstanden“ und ggf. deswegen ungläubig geschaut (Vermutung, s.a. meine Antwort unten, du erzählst hier ja nicht viel). Vielleicht hast du Angst, nicht ernst genommen zu werden- obwohl du ihm dein GANZES Leben vorlegst, steckt er dich nicht in die „richtige Schublade“ (Befürchtung). Diese Angst ist evtl. mehr in dir begründet als in ihm (ihr hattet ja erst ein Gespräch). Aber die Schublade (Diagnose) ist nicht so wichtig, wie das Verständnis für dich. Und ein Vertrauensvorschuss dahin ist nötig, was nicht gegen Nutzung des eigenen Urteilsvermögens spricht.

Wenn du überlegst, ob du überhaupt zu einem Ps. gehen willst, dann hat das ja mit dem einen nichts zu tun. Ich denke, gerade dieser hat dich „angetriggert“, deinem Bedürfnis nach „Suche“ zu folgen, und du überlegst jetzt, ob du den direkten Weg gehen willst (zu ihm, braucht Mut) oder einen Zickzackweg (irgendwo anders hin), der Rückzieher ermöglicht.

Gruß Igel