Das belastet und verfolgt mich zur Zeit wieder mehr, da ich im
Moment nicht wirklich glücklich bin. Und der Gedanke, das in
mit eine psychische „Bombe“ schlummert, gefällt mir nicht
wirklich…
Das heißt, der Psychologe liegt mit seiner Einschätzung, dass da mehr ist als die Angststörung, auch in deiner Einschätzung daneben? Oder hast du dieses Gefühl erst WEIL der Psychologe so reagiert hat?
Ich weiß nicht, ob ich nochmal den Versuch wagen soll, zu
einem Psychologen zu gehen. Einerseits hat mich die Erfahrung,
das mir nicht geglaubt wurde, sehr verschreckt.
Dass dir nicht geglaubt wurde, ist ein Gefühl, du hast es nicht verifiziert, oder doch?
Und mal ganz grundsätzlich: Ist es falsch in der ersten
Sitzung sehr viele und krasse Sachen über sich zu erzählen?
(Die vor allem nicht zum ersten, äußeren Eindruck der Person
passen) Ich dachte, Fachleute können mit sowas umgehen…
Auch Fachleute können sich nur einen Eindruck machen, von dem was man präsentiert und wie man es präsentiert.
Ob das „falsch“ ist, hängt von der Intention des Gespräches ab. DU bist der Boss, es geht um dich. Fragen, die du im Moment hast: OB du eine Therapie machen willst, WIE du sie machen willst und BEI WEM (da kommt es auf die Person des Therapeuten an und ob die Chemie stimmt).
Das OB bezieht sich darauf, ob du sie überhaupt machen willst und wenn ja ob zu diesem Zeitpunkt. Wenn du dich selber nicht entscheiden kannst, gibt es die Möglichkeit, ein Klärungsgespräch zu machen. Dieses Gespräch läuft unabhängig von dem Therapeuten, wo man später landet.
Das WIE der Therapie bezieht sich auf die Therapierichtung. Das ist vielleicht noch nicht für dich als Frage bewusst, hat aber in der Praxis eine große Bedeutung. Es werden nicht alle Therapierichtungen von der Kasse bezahlt, manche Therapien eignen sich für bestimmte Probleme besser und manche Betroffene kommen mit der einen Therapieart und damit Herangehensweise besser klar als mit der anderen. Auch das kann man in einem Klärungsgespräch s.o. klären.
Für die ersten beiden Fragen ist es nicht schlecht, einen Rundumschlag über seine Situation zu machen, wobei da zu viel Breite und / oder zu viel Tiefe in deinem Sinne unpraktisch ist, weil es von deine Ziel, die Fragen beantwortet zu bekommen, ablenken würde. Vielleicht hilft dir in der Situation, wenn du jemanden als Gegenüber hast, wo du nicht den Blick auf das Hinterher bei dieser Person hast, weil das Hinterher bei jemand anderem ist.
Wenn du diese Fragen für dich beantwortet hast, kannst du auf konkrete Suche nach einem Therapeuten gehen. Ziel dieses Erstgesprächs (oder der Erstgespräche, es können bis zu 5 sein) ist, dass ihr euch BEIDE kennenlernt. Das funktioniert nur, wenn du dir auch gezielt für das Gespräch vornimmst, dein Gegenüber kennenzulernen. Hilfreich, wenn du dir vorher Gedanken machst, wie du das für dich rausfinden willst. Das Wie ist auch Typfrage. Ein paar Fragen notieren vorher, hilft.
Ich bin einfach unsicher und weiß nicht, wie ich jemanden
finden soll, bei dem ich mich wohl fühle…
Du kommst aus MG. Nicht schlecht ist das Angebot, was die KV hierzu bietet, mit dem du eigentlich genau diese Schritte der Reihe nach gehen kannst:
http://www.kvno.de/20patienten/40zip/index.html
Halt dir bei jedem Schritt vor Augen, was du konkret für diesen Schritt geklärt haben willst, das hilft, Licht ins Dunkel zu bringen und du wirst zum Gestalter dieses Prozesses.