Nochmals zum Thema Kinder und Gewalt

Hallo Allerseits,

in dem Zusammenhang mit diesem Thema möchte ich eine prinzipielle Frage aufwerfen:

Ist Gewalt, wenn sie von Kindern gegen andere Kinder ausgeübt wird, weniger schädlich und angebrachter, als wenn sie von Erwachsenen gegen Kinder ausgeübt wird?

Vor kurzem konnte ich auf einem Gartenfest beobachten, wie sich zwei Kinder stritten. Der Junge (ca. 4) hinderte seine Schwester (ca.5) mit aller Gewalt daran auf die Rutsche zu gehen. Schließlich hat er sie weggetreten. Das Mädchen entfernte sich dem Heulen nahe und der Junge freute sich erkennbar.

Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas untereinander ausmachen sollen.

Wenn nun Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, weil sie seelische Schäden hinterlässt, wäre es nicht die logische Konsequenz erst Recht die Gewalt von Kindern untereinander zu verhindern?

Ich glaube, dass die physische und vor allem die psyische Gewalt, die von Kindern und Jugendliche zwar nicht die Tiefe erreicht, wie die durch Erwachsene ausgeübte Gewalt, dafür aber wesentlich mehr betrifft.

Ich bin gegen ein Wegschauen oder ein bequemes Zuschauen.

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der
Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.

Eine recht übliche und bequeme Einstellung. Ich sehe dass so, dass Kinder Modelle und Anleitung brauchen. Dann können sie das auch alleine regeln.

Wenn mein Sohn Krach mit Freunden hat schau ich mir das auch erst mal an und lass mich auch von den Kindern nicht immer zum Schiedsrichter machen. Wenn ich aber sehe, dass sie es nicht schaffen, den Konflikt zu lösen, helfe ich ihnen, biete Lösungen an.

Wenn allerdings einer der Beteiligten Gewalt als Lösungsmittel vorzieht, stoppe ich das erst mal. Mit Worten oder ebenfalls Gewalt (wie festhalten).

Ich glaube, dass die physische und vor allem die psyische
Gewalt, die von Kindern und Jugendliche zwar nicht die Tiefe
erreicht, wie die durch Erwachsene ausgeübte Gewalt, dafür
aber wesentlich mehr betrifft.

Ich glaube, da hast du recht.

Ich bin gegen ein Wegschauen oder ein bequemes Zuschauen.

Danke. (Ich bin immer froh, wenn mein Sohn allein unterwegs ist und bei Problemen Hilfe findet.)

salut

gernot

Hi Carlos!

Ist Gewalt, wenn sie von Kindern gegen andere Kinder
ausgeübt wird, weniger schädlich und angebrachter, als wenn
sie von Erwachsenen gegen Kinder ausgeübt wird?

Keine Ahnung - meine Meinung: Nein!

Wobei sich mir jetzt die Frage stellt: Handeln Kinder nicht in der Art, wie sie es vorgelebt bekommen?

Wenn ich meinem Kind durch Schläge zeige, wie man Probleme löst, dann wird mein Kind das nachleben. Zeige ich meinem Kind die Argumentation, wird es eher das Wortgefecht suchen!

Aber um auf Deine Frage zurückzukommen: Ich würde schon versuchen, Kinder ihre Konflikte selbst austragen zu lassen…soweit es denn ohne Gewalt geschieht.
Wird ein Kind handgreiflich, sollte man dazwischen gehen!

Grüße
Guido

Hallo Carlos,

wenn ich auf spielende Kinder aufpasse, und es gibt Konflikte, dann denke ich mir, meine Rolle ist der Polizist; also z.B. nicht Leibwächter oder Rechtsanwalt meiner Kinder.
Grob gesagt, wer gegen das Steineschmeißverbot verstößt, den verhafte ich umgehend, und da kann ich auch zu Richter und Strafvollzugsbeamten werden; aber als Beistand für privatrechtliche Sachen stehe ich nicht zur Verfügung.
Daß es bei einem Spielplatzstreit mit einem fremden Kind zu solchen Problemen kommt ist aber die Ausnahme, und man kann ja dann auch weggehen.
Doch habe ich sehr gute Erfahrungen mit der Nichteinmischungstaktik bei Streitigkeiten zwischen Geschwistern. Ich sage entweder, daß mich deren Streit nicht interessiert, und sie halt nicht mit Gegenständen schmeißen sollen und sich nicht in Gegenwart von Erwachsenen und ja nicht im Treppenhaus sondern bitte im Kinderzimmer streiten sollen, ansonsten ich schimpfen würde; oder ich biete an, den Streitgegenstand zu beschlagnahmen. Wenn es ganz dick kommt, schicke ich sie mit lauter Kommandostimme in ein Kinderzimmer und verlange von ihnen, dort zu streiten und ja nicht vor Fertigstellung wieder herauszukommen - zuverlässig kehrt da schnellstens die geschwisterliche Eintracht wieder ein.

Manchmal aber halte ich Gericht - wenn die Schule eine Klage eingereicht hat - aber das ist ein anderes Thema.

mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Carlos,

was ich hier an den ganzen Diskussionen vermisse, ist ein bisschen Unterscheidung zwischen Formen der Gewalt.

Wenn ich mich an meine Jugend erinnere, dann gab es selbstverständlich Gewalt. Dies gehorchte aber im allgemeinen durchaus einem „Ehrenkodex“: Keine Waffen, Aufhören, wenn einer deutlich unterlegen ist bzw. aufgegeben hat, keine direkten Schläge, nicht zu mehreren auf einen, keine unfairen Aktionen.

Wenn diese Richtlinien eingehalten würden, dann würde ich mich persönlich tatsächlich nicht in eine Rauferei einmischen, da ich weder wollte, dass mein Kind den Ruf eines Muttersöhnchens erhält, noch dass ich mich vor meinen Kindern lächerlich mache (was Eltern manchmal droht: Beispiel: ich (3. Klasse) hatte mich mit einem Jungen meiner Klasse (eines Oberrabauken) geprügelt, meine Eltern hielten das für ernst genug, gegen die Eltern des Jungen vorzugehen: Während sich unsere Eltern „geprügelt“ haben, wurden wir beide die besten Freunde…:wink:)

Etwas völlig anderes wäre, wenn der genannte Kodex nicht eingehalten würde. Dann wäre ich der erste der dazwischenginge.

Und mit Sicherheit kann Gewalt unter Kindern sogar existenzbedrohend sein. Die Selbstmorde verzweifelter Kinder und Jugendlicher aufgrund von Bandengewalt und Mobbing sind Beweis genug.

Grüße
Jürgen

Schließlich hat er sie :weggetreten. Das Mädchen
entfernte sich dem Heulen :nahe und der Junge freute :sich erkennbar.

Und somit ist ein Grundstein gelegt! Soweit ich Kinder kenne und mich auch noch an meine Zeit errinnern kann, bedeudet dies für den Jungen:„Wenn ich meiner Schwester/anderes Kind nur mit genügent Gewalt/Tritte/Kraft begegne, bekomme ich das was ich haben will!“

Ich würde in diesem Fall hingehen und Ihm klarmachen, das Tritte weh tun und er nicht seine Meinung/Willen so durchsetzen kann. Es ist der schwere Weg, ich weiß, meine Nichten und Neffen sind in dem Alter, aber es ist der einzige Weg, dem Kind zu erklären, das es seine Standpunkte auch anders vertreten kann.

In einem Posting wurde ein Ehrenkodex beschrieben. Wo kommt der den her??? Doch einzig und allein von dem Umfeld, oder…?

Eltern erklären, das Gewalt nicht gut ist. Machen vor, wie Sie das meinen. Nehmen sich Zeit, um mit den Kindern zu sprechen. Wenn Eltern wegschauen (auch mit dem lapidaren Spruch:„Die machen das unter sich aus!“) und keiner sich die Mühe macht der Schwester klarzumachen, das der Bruder das nicht böse meint (Gewaltspirale->Frauen vergessen nichts!!!), kann das irgendwann eskalieren. Wie und mit welchen Konsequenzen?? Keine Ahnung, aber Erfurt sollte uns einiges gezeigt haben.

Wo wir wieder bei dem Thema wären:„Ist unsere Zeit eine gewaltätige Zeit? Woher kommt die Gewaltbereitschaft?“ Neuer Thread, neue Perspektiven.

Gruß

Martin

Hi,

vor einer Antwort wüsste ich gerne, was Du von Spr 13,24 und 23,13f. hältst.

lg
Täubchen

Hi,

willst Du hier jemanden wegen seiner Religion aufs Glatteis führen?
In der Bibel wimmelt es von Sinnbildern, meines Wissens sehen das auch Zeugen Jehovas so. ZJ heißt nicht mehr und nicht weniger Neigung zur Prügelstrafe als andere Religionen.

Gruß
Katharina (kein ZJ, aber die beste Freundin)

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Hi,

willst Du hier jemanden wegen seiner Religion aufs Glatteis
führen?

nein.

In der Bibel wimmelt es von Sinnbildern, meines Wissens sehen
das auch Zeugen Jehovas so.

eben nicht.

ZJ heißt nicht mehr und nicht
weniger Neigung zur Prügelstrafe als andere Religionen.

das bezweifle ich.

Gruß
Katharina (kein ZJ, aber die beste Freundin)

Ich wollte Carlos nicht „aufs Glatteis führen“ und habe deswegen die Frage in einer eher verklausulierten Form gestellt, um hier keine Religionsdiskussion auszulösen. Ich weiß aber von ZJ, mit denen ich das persönliche Gespräch gesucht habe, dass die Prügelstrafe - vulgo Kindesmisshandlung - sich dort jedenfalls größerer Akzeptanz erfreut, als es in unserer Gesellschaft üblich ist. Ausnahmen mag es immer geben. Grund dafür ist durchaus eine „wörtliche“ Interpretation der Bibel, die für die ZJ die einzig zulässige ist. Und ich halte es für notwendig, in einer solchen Diskussion auch die persönlichen Beweggründe für oder gegen eine Position kenntlich zu machen und zu hinterfragen.

lg
Täubchen

Hi,

Ich wollte Carlos nicht „aufs Glatteis führen“ und habe
deswegen die Frage in einer eher verklausulierten Form
gestellt, um hier keine Religionsdiskussion auszulösen. Ich
weiß aber von ZJ, mit denen ich das persönliche Gespräch
gesucht habe, dass die Prügelstrafe - vulgo Kindesmisshandlung

  • sich dort jedenfalls größerer Akzeptanz erfreut, als es in
    unserer Gesellschaft üblich ist.

Ich mag hier kein Urteil darüber treffen, was „in unserer Gesellschaft üblich ist“. Wie ich geschrieben habe, ist meine beste Freundin ZJ, und von der habe ich andere Aussagen.

Grund dafür ist durchaus eine „wörtliche“ Interpretation der
Bibel, die für die ZJ die einzig zulässige ist.

„Wörtlich“ heißt nicht, dass es keine Sinnbilder gibt. Denn (nahezu) jedes Wort in unserer Sprache hat mehrere Bedeutungen (Konnotationen, heißt das glaub’ ich). Dazu gibt es unterschiedliche Bibel-Übersetzungen; man darf nicht vergessen, dass wörtliche Übersetzungen aus dem Hebräischen zu massiven Bedeutungsänderungen führen können.
Leider bin ich zu wenig Fachfrau in den sprachwissenschaften. Und auch nicht interessiert genug, um über Religion zu diskutieren. Aber:

Und ich halte
es für notwendig, in einer solchen Diskussion auch die
persönlichen Beweggründe für oder gegen eine Position
kenntlich zu machen und zu hinterfragen.

Eben, und er hat sich ganz klar gegen Gewalt ausgesprochen. Deinen Hinweis interpretiere ich als „Du bist aber Zeuge Jehovas, da musst Du doch für die Prügelstrafe sein.“

Korrigiere mich bitte, wenn ich das falsch sehe. ME hat sein religiöses Bekenntnis nichts mit seinem Posting zu tun.

Eher müsste z.B. ich als Nicht-Gläubige für die Prügelstrafe sein, weil ich ein Kind nicht als Geschenk Gottes und den Menschen nicht als Krone der Schöpfung, d.h. auch nicht mit etwas wie „Menschenwürde“ ausgestattet, sehen würde. (Ist nicht meine Meinung.)

Gruß
Katharina

Hallo

Ist Gewalt, wenn sie von Kindern gegen andere Kinder
ausgeübt wird, weniger schädlich und angebrachter, als wenn
sie von Erwachsenen gegen Kinder ausgeübt wird?

ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, dass Gewalt die von den Eltern ausgeht insofern schädlicher für die Kinder ist, weil sie das wichtigste Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind verletzt.

Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der
Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.

sehe ich in dem Fall nicht so.
Kindern kann man klar machen, dass Gewalt gegen andere Menschen und Tiere sowie mutwillige Sachbeschädigung tabu sind. Einem Kind sowas nicht beizubringen ist ziemlich nachlässig.

Ich vertrete die Ansicht, dass Kinder keineswegs als völlig unbeschriebene Blätter und von Grund her unschuldige Wesen auf die Welt kommen.
Sicher, sie haben noch keine Lebenserfahrung und keine Moral, aber in den Genen liegt meiner Meinung nach auch der Grundstein für den Charakter und das Verhalten. Gewalttätigkeit bzw Aggressivität ist, denke ich, auch angeboren. Manchmal nur mehr ausgeprägt als bei anderen Kindern.
Das in die richtige Bahn zu lenken ist Aufgabe der Eltern.

vg jima

sich wie ein Affe benehmen
Hallo Carlos,

Vor kurzem konnte ich auf einem Gartenfest beobachten, wie
sich zwei Kinder stritten. Der Junge (ca. 4) hinderte seine
Schwester (ca.5) mit aller Gewalt daran auf die Rutsche zu
gehen. Schließlich hat er sie weggetreten. Das Mädchen
entfernte sich dem Heulen nahe und der Junge freute sich
erkennbar.

In Sachen Gewalt bei Kindern kenne ich zwei Seiten:
eine Bekannte von mir ist allein erziehende Mutter eines Jungens, und vertritt die Meinung, dass jegliche Gewalt verabscheuungswürdig ist. Die Kehrseite daran ist, dass ihr Junge in seiner Klasse keinen Fuß auf die Erde bekommt. Sie erzählte mir, dass er häufig gepiesackt wird. Und ich nehme an, dass der Junge sich nicht wirklich wehrt. Rangeleien unter Kindern - vorallem unter Jungens - sind wichtig, wobei es um Macht, Hackordnung und Positionen geht.
Ich bin da mit meiner Meinung sehr zwiespältig, und weiß nicht so genau, was sein darf und was verhindert werden muss.
Die andere Seite kenne ich, dass manche Eltern Gewaltbereitschaft gerade bei Jungens stillschweigend dulden, und somit unterstützen, mit dem Hintergedanken, dass demonstrierte Gewaltbereitschaft den Jungen zu einem respektierten Mann machen soll. Da würde wahrscheinlich dein Gartenfestbeispiel dazupassen.

Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.

da würde ich eben sagen: „es kommt darauf an.“ Wenn ein Spielgerät für alle Kinder da ist, dann hat das Mädchen die gleichen Rechte wie der Junge. Wenn die Frau nicht will, dass sich ihr Kleiner Manieren eines Schimpansens aneignet, dann sollte sie ihren Stolz auf sein Durchsetzungsvermögen gegen eine Sorge um sein Benehmen und vorallem um seine soziale Kompetenz austauschen.

Wenn nun Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, weil
sie seelische Schäden hinterlässt, wäre es nicht die logische
Konsequenz erst Recht die Gewalt von Kindern untereinander zu
verhindern?

Da sehe ich eben eine Gefahr. Aggressionen und Gewalt sind ein Teil von uns Menschen. Dieser Teil läßt sich nicht wegleugnen, weil Gewalt unter Kindern aber auch unter uns Erwachsenen vorkommt, nicht zuletzt in noch so putzigen Kinderfilmen - es gibt genügend Beispiele und Vorbilder dafür. Und deshalb ist es meiner Ansicht nach nicht sinnvoll Gewalt den Kindern wie eine Krankhaftigkeit darzustellen, diese Unglaubwürdigkeit wäre nicht zu toppen. Damit meine ich, wenn meine Mädels sich schlagen (und da gehen auch mal Haare aus, wenn ich nicht rechtzeitig dazwischen gehe), dann schimpfe ich sie nicht, weil sie sich gegenseitig Schmerzen zufügen, sondern weil sie sich nicht um eine Alternative für ihre Auseinandersetzung bemüht haben. Es geht auch anders, das will ich ihnen beibringen.

Ich glaube, dass die physische und vor allem die psyische
Gewalt, die von Kindern und Jugendliche zwar nicht die Tiefe
erreicht, wie die durch Erwachsene ausgeübte Gewalt, dafür
aber wesentlich mehr betrifft.

Unter Ihresgleichen stecken Kinder Schläge weg, weil es ein Teil eines Streits sein kann. Das wird dann auch vergessen wie jeder Streit. Schläge von einem überlegenen Jemand von dem kind abhängig ist, ist eine physische und psychische Demütigung, also eine Unterdrückung, mit dem man einen unerfahrenen Menschen seelisch in die Knie zwingt.

Ich bin gegen ein Wegschauen oder ein bequemes Zuschauen.

Gespräche über Kindererziehung sind immer ein wenig heikel, weshalb ich mich da gerne auf Partys zurückhalte. Bei den beiden Kindern auf der Rutsche hätte ich nicht eingegriffen oder kommentiert. Ich würde nur etwas unternehmen, wenn Gefahr in Verzug ist z.B. Kind könnte durchs Schupsen von der Leiter der Rutsche fallen.

viele Grüße
grilla

Hallo,

Eher müsste z.B. ich als Nicht-Gläubige für die Prügelstrafe
sein, weil ich ein Kind nicht als Geschenk Gottes und den
Menschen nicht als Krone der Schöpfung, d.h. auch nicht mit
etwas wie „Menschenwürde“ ausgestattet, sehen würde. (Ist
nicht meine Meinung.)

Wie kommt man dann überhaupt auf solch merkwürdigen Gedankengänge ? Sorry, passt nicht zum Thema, aber das fragte ich mich halt bei deinen Zeilen…

Gruß
Claudia

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Hallo Carlos,
ich habe noch nicht alle Antworten gelesen, werde das aber noch tun.
Meine Meinung:
Kinder orientieren sich an Vorbildern, ahmen das gesehene Verhalten nach.
In unserer Familie gab es nie Gewalt. Gewalt ist bei uns einfach kein Thema. Natürlich haben die Kinder auch mal ansatzweise versucht, so ihre Interessen durchzusetzen, aber die Frage: ‚siehst Du so etwas von uns? Möchtst Du so behandelt werden?‘ hat das schnell bereinigt und die Gewohnheit verhindert.
Kinder sind recht leicht zu beeinflussen und ein Verhalten, das nicht zum Erfolg führt wird nicht wiederholt. Wenn die Eltern ihre Konflikte gewaltsam lösen und die Kinder nicht beeinflussen, entsteht Gewalt aus einem Lernprozess.
Ein relativ harmonisches, gleichberechtigtes Eheleben ist das einzige Mittel gegen Gewalt.
cu Rainer

Hallo Grilla,
ein wenig inkonsequent bist Du schon, oderß

verabscheuungswürdig ist. Die Kehrseite daran ist, dass ihr
Junge in seiner Klasse keinen Fuß auf die Erde bekommt. Sie
erzählte mir, dass er häufig gepiesackt wird. Und ich nehme
an, dass der Junge sich nicht wirklich wehrt. Rangeleien unter
Kindern - vorallem unter Jungens - sind wichtig, wobei es um
Macht, Hackordnung und Positionen geht.

Das sehe ich anders. Mein kleinster ist ‚everybodys Darling‘ :smile: Beliebt bei der Lehrerin und den Schülern. (fast) Klassenbester und Klassenclown zugleich. Die ‚harten‘ Jungs freuen sich über Hilfe in Mathematik … eigentlich hat er inzwischen (3. Klasse) nur noch Freunde.

Da sehe ich eben eine Gefahr. Aggressionen und Gewalt sind ein
Teil von uns Menschen. Dieser Teil läßt sich nicht wegleugnen,
weil Gewalt unter Kindern aber auch unter uns Erwachsenen
vorkommt, nicht zuletzt in noch so putzigen Kinderfilmen - es
gibt genügend Beispiele und Vorbilder dafür. Und deshalb ist
es meiner Ansicht nach nicht sinnvoll Gewalt den Kindern wie
eine Krankhaftigkeit darzustellen, diese Unglaubwürdigkeit
wäre nicht zu toppen. Damit meine ich, wenn meine Mädels sich
schlagen (und da gehen auch mal Haare aus, wenn ich nicht
rechtzeitig dazwischen gehe), dann schimpfe ich sie nicht,
weil sie sich gegenseitig Schmerzen zufügen, sondern weil sie
sich nicht um eine Alternative für ihre Auseinandersetzung
bemüht haben. Es geht auch anders, das will ich ihnen
beibringen.

Gute Idee. :wink: Vorleben wäre besser, die machen Dich nämlich nach! :wink:

Gespräche über Kindererziehung sind immer ein wenig heikel,
weshalb ich mich da gerne auf Partys zurückhalte. Bei den
beiden Kindern auf der Rutsche hätte ich nicht eingegriffen
oder kommentiert. Ich würde nur etwas unternehmen, wenn Gefahr
in Verzug ist z.B. Kind könnte durchs Schupsen von der Leiter
der Rutsche fallen.

Da bin ich schon wieder anderer Meinung. Die Erfahrung, daß ein solches Verhalten zum gewünschten Erfolg führt, kann die Zukunft prägen. Kriminalität ist nur eine der möglichen Fortsetzungen.
Mit dem nötigen ‚Kleingeld‘ wird das nicht nötig und es entsteht ein Politiker, der Kriege führt. …

cu Rainer

Hallo,
ich war zwar nicht gefragt, aber was sollen die Zahlen?
… na gut, aus der Antwort weiß ich schon, daß es um eure Religion geht. :wink:
Aber was soll das hier? Wieso verbindest Du Kindererzihung mit Religion?
Einige ‚Christen‘, die meinen Sohn früher verhauen haben, sind nun seine Freunde, weil er ihnen trotzdem hilft, wenn sie Hilfe benötigen. Ganz ohne Gewalt. Dazu brauchen wir auch keine Religion, nur gesunden Menschenverstand.
Was soll also der Quatsch?
cu Rainer

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Hallo Martin,
ich gehe da sogar noch weiter. So entstehen Kriege!
cu Rainer

Hallo Jürgen,
NEIN! Lernen, daß Gewalt Probleme im eigenen Interesse löst kann nicht gut sein. Ich vermute mal, daß der eine oder andere US-Präsident so aufgewachen ist. … Möchtest du in Afghanistan wohnen?
cu Rainer

Wenn ich meinem Kind durch Schläge zeige, wie man Probleme
löst, dann wird mein Kind das nachleben. Zeige ich meinem Kind
die Argumentation, wird es eher das Wortgefecht suchen!

Hallo Guido,
es gibt noch einen dritten Weg! Den Kompromiss statt Konfrontation! Wenn man dem Gegenüber wohl gesonnen ist, ist man bereit, dessen Interessen zu brücksichtigen. Dann gibt es keine Konfrontation, keine Gewalt. Bei uns funktioniert das prächtig! :wink:
cu Rainer

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Um jeden Preis?
Hi Rainer!

es gibt noch einen dritten Weg! Den Kompromiss statt
Konfrontation! Wenn man dem Gegenüber wohl gesonnen ist, ist
man bereit, dessen Interessen zu brücksichtigen. Dann gibt es
keine Konfrontation, keine Gewalt. Bei uns funktioniert das
prächtig! :wink:

Der Ansatz ist natürlich das, was ich als ideal bezeichnen würde!

Nur: Wenn zwei Kinder völlig unterschiedlicher Meinung sind, müssen sie doch erst mal reden um einen Kompromiss zu finden. Und das ist es, was ich mit Wortgefecht meinte!

Aber: Was ist, wenn sich kein Kompromiss finden lässt?

Liebe Grüße
Guido