Nochmals zum Thema Kinder und Gewalt

Hi Claudia,

ich weiß, dass es merkwürdig ist - so merkwürdig eben, wie wenn man versucht, pauschal Angehörigen eines bestimmten Glaubensbekenntnisses eine bestimmte Einstellung zu unterstellen.

Gruß
Katharina

Wie kommt man dann überhaupt auf solch merkwürdigen
Gedankengänge ? Sorry, passt nicht zum Thema, aber das fragte
ich mich halt bei deinen Zeilen…

Gruß
Claudia

Hallo Guido,

Kompromisse sind wichtig für das soziale Zusammenleben, aber auch gefährlich für die persönliche Entwicklung.

Bitte jetzt keien Aufschrei. Denn ich bin auch der Meinung, das man den Kindern zeigen sollte, das Sie einen Weg beschreiten können, ohne hauen, schlagen, treten, um das von Ihnen gewünschte Objekt der Begierde zu bekommen. Z. Bsp. zwei Kinder streiten sich um eine Schaufel! Erst bekommt das eine die Schaufel und dann das andere. Oder es wird gezeigt, wenn einer ein Loch schaufelt kann das andere mit den Händen mithelfen, etc. Das sind Kompromisse, die ich begrüße.

Jetzt aber mal die Frage: „Was passiert, wenn ein Kind immer wieder Kompromisse eingehen muß (die vom Umfeld gefordert werden) und die eigentlich garnicht nötig sind?“

Behindert diese stetige Unterdrückung der persönlichen Bedürfnisse nicht den Willen zum durchsetzen der eigenen Meinung.

Wieder das Bsp. mit denn beiden Kindern mit der Schaufel. Dem einen Kind gehört die Schaufel und das andere hat Sie im, ohne zu fragen, „weggenommen“. Jetzt verteidigt es natürlich sein Eigentum. Eltern kommen herbei und sagen:„Hach, gib Sie ihm/ihr doch. Du mußt auch mal abgeben/Kompromis machen können!“ Es wird dem Kind also ganz klar gesagt, das es etwas falsch gemacht hat und das andere Kind bekommt sogar noch recht. Kann das Kind dann lernen, wie es richtig argumentiert, seine Position darstellen kann, einfach seinen Willen durchsetzt. Denn über eines sollten wir uns klar sein, die Stärke des menschlichen Willens, ist entscheident über den Erfolg im Leben.

Wollte ich nur so mal sagen.

Gruß
Martin

1 „Gefällt mir“

GENAU!
Hi!

Das war mein Aufschrei! :wink:

Genau das ist es, was ich mit „um jeden Preis?“ fragen wollte!

Ich halte es auch für enorm wichtig, dass ein Kind das Streiten lernt!
Ein Leben ohne Streit ist vermutlich unmöglich! Und wenn mein Kind nicht weiß, wie ein kultivierter Streit ablaufen kann…

Grüße
guido

Hallo,

Nur: Wenn zwei Kinder völlig unterschiedlicher Meinung sind,
müssen sie doch erst mal reden um einen Kompromiss zu finden.

Natürlich!

Und das ist es, was ich mit Wortgefecht meinte!

Aber: Was ist, wenn sich kein Kompromiss finden lässt?

Dann muß wohl jemand einsehen, daß man seine Wünsche nicht immer erfüllt bekommt.
Bei meinen Jungs läuft das so, daß dann Einer verzichtet, um seinen Bruder zu erfreuen. Scheinbar machen die das auch in der Schule mit anderen so und es funktioniert. Der Kleine hat dabei noch nicht gelernt, sich nicht ausnutzen zu lassen, aber das lernt der schon noch. :wink:

cu Rainer

so merkwürdig eben, wie
wenn man versucht, pauschal Angehörigen eines bestimmten
Glaubensbekenntnisses eine bestimmte Einstellung zu
unterstellen.

Katharina, zur Klärung: ich habe nicht unterstellt, ich habe ihn gefragt.

T.

Hi täubchen,

ist ja schon gut, ich verstehe eben den Sinn dieser Frage nicht, wenn sie denn keine Unterstellung bzw. zumindest Vermutung bzgl. einer bestimmten Einstellung enthält.

Dein Satz:

Und ich halte es für notwendig, in einer solchen Diskussion auch die
persönlichen Beweggründe für oder gegen eine Position kenntlich zu machen
und zu hinterfragen.

klingt für mich wie eine Unterstellung, da Du diese Beweggründe, die Du kenntlich machen willst, mE aus seiner ViKa nicht ableiten kannst.

Und weil man aufhören soll, wenn’s am schönsten ist, hiermit ein
Ciao
Katharina

Mod.: off-topic
Huhu!

Und weil man aufhören soll, wenn’s am schönsten ist, hiermit
ein
Ciao

Und weil’s off-topic ist, bitte im Zweifelsfall im Religionsbrett diese Diskussion anfangen! Danke!

Bye, Vanessa

Auch: Hallo Allerseits!

Habe mal wieder „hier“ hereingeschaut… ja das ewige Thema :wink: gelle?! Aber „Ihr“ werdet (wir werden) immer besser, und vor allem sachlicher und klarer. *g*

Jedenfalls: die Artikel, in die ich unter diesem Thread hineingeschnuppert habe, fand ich alle wirklich fundiert – aber ich habe bis jetzt nur 3-4 gelesen… (Zeitmangel? Ach woher…)


Dir, lieber Carlos, auch 'ne Antwort:

…eine prinzipielle Frage aufwerfen:

Ist Gewalt, wenn sie von Kindern gegen andere Kinder
ausgeübt wird, weniger schädlich und angebrachter, als wenn
sie von Erwachsenen gegen Kinder ausgeübt wird?

Ja, meine ich schon, obwohl man auch das nicht missachten darf. (Kann mich im Tenor Gilla und Realsharkie anschliessen.)

Vor kurzem konnte ich auf einem Gartenfest beobachten, wie
sich zwei Kinder stritten. Der Junge (ca. 4) hinderte seine
Schwester (ca.5) mit aller Gewalt daran auf die Rutsche zu
gehen. Schließlich hat er sie weggetreten. Das Mädchen
entfernte sich dem Heulen nahe und der Junge freute sich
erkennbar.

Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der
Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.

Ein bisschen ein Grenzfall. Aber scheint mir so, als hätte die Mutter sich „gerechtfertigt“. Also weiss sie, dass das so nicht ganz in Ordnung war, duldet es aber (vielleicht um ihres eigenen Friedens willen).

Wenn nun Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, weil
sie seelische Schäden hinterlässt, wäre es nicht die logische
Konsequenz erst Recht die Gewalt von Kindern untereinander zu
verhindern?

Nein, nicht unbedingt und nicht immer. Meine Meinung kannst Du umfassender weiter unten lesen.

Die Kinder untereinander üben ja noch „sich zu verhalten“. „Dummerweise“ machen sie’s den Eltern und anderen (Ki./Erw.) nach – oder sollte ich besser sagen: Dummerweise macht’s ihnen die Welt so vor!!!

Ich glaube, dass die physische und vor allem die psyische
Gewalt, die von Kindern und Jugendliche zwar nicht die Tiefe
erreicht, wie die durch Erwachsene ausgeübte Gewalt, dafür
aber wesentlich mehr betrifft.

Wie? „…wesentlich mehr betrifft“? Es gibt da zu viele Möglichkeiten, in welchem Zusammenhang Du das gemeint haben könntest. Magst Du das noch x genauer erklären?

Ich bin gegen ein Wegschauen oder ein bequemes Zuschauen.

Ja, solange wir (Erwachsenen) selbst noch an uns wachsen müssen, ist Wegschauen = Ignoranz und Zuschauen = Amüsement am Niederträchtigen.

Gruß
Carlos


Weil’s mich irgendwie doch ganz schön beschäftigt, was Eltern und Kinder mit einander kappeln oder haben, stosse ich zur Zeit ohne es zu wollen im Netz auf Sachen, die es MIR vor Augen führen, wie wichtig das doch ist!

Deswegen hier x vorab ein Link zum Struwwelpeter (wer kennt ihn nicht?!), der mich erinnert, wie sehr gewalttätig „unsere Erziehung“ so abläuft…

**Unbedingt mal wieder neu lesen:

http://www.fln.vcu.edu/struwwel/daumen_dual.html**

(Solche Geschichten wie der „Daumenlutscher“ wirken auf kleine Kinder m.E. gewaltig!)

_ Eigentlich wollte ich das folgende erst doch nicht schreiben / veröffentlichen, vielleicht ist’s nur dummes Gesülze, aber ich mache mir halt so meine eigenen Gedanken und Beobachtungen über die Welt.

Vielleicht schrieb ich es ja nur für die, die etwas damit anfangen können - und/oder aber - für die, die’s dringendst wissen müssen:_

Ich weiss, es bleibt schwierig.

Man kann seltenst in der Erziehung von Kindern sagen, dass alles, wirklich alles gewaltfrei abläuft. Ob „gewaltfrei“ heisst „ohne Schläge“ oder ob es noch etwas anderes heisst, sei jetzt mal dahingestellt.

Es liegt mit daran, dass die Kinder ja nicht nur Umgang mit ihren Eltern haben. Bereits im Sandkasten, dann im Kindergarten und weiter in der Schule sind sie auch mit anderen Kindern und Erwachsenen auf irgendeine / jede erdenkliche Art und Weise im Austausch. Und es ist nicht zu verhindern, dass sie lernen, was die Werte sind, auf die unsere Gesellschaft Wert legt (zumeist: Besitztum und Konkurrenz-Pflicht).

Meist haben die Eltern mit ihrer Meinung (und dem Handeln) den grössten Einfluss auf die Kinder („das letzte Wort“), ob nun aktiv oder passiv.

Ich denke, wir sollten dahin kommen, unsere Kinder „gewaltfrei“ zu erziehen, d.h. ohne Schläge und auch ohne andere (psychische) Übergriffe.

Damit es überhaupt möglich ist, das zu verwirklichen, müssen wir grundsätzlich von Gewalt runterkommen; ich meine, der Einzelne muss das umsetzen, damit auch zuletzt die Gesellschaft gewaltfrei ist.

Dazu mal folgendes:

Besitzdenken:
muss sich verändern. Es kann nicht sein, dass Eltern ihre Kinder „besitzen“. (Die Kinder kommen nur durch ihre Eltern in die Welt, aber sie sind nicht der Besitz ihrer Eltern.) Man kann eben keinen Menschen oder dessen Liebe „besitzen“, das geht nur in einer Gesellschaft, in der Sklaverei u.ä. zugelassen ist…

Konkurrenzdenken:
muss abnehmen. Weil Eltern stets ihre Wertvorstellungen von etwas vermitteln. Das ist sehr behindernd für die Entwicklung der Welt (weil durch unsere Kinder). Ich kenne mehrere Leute, die Medizin studierten, weil das ein in der Familie oder dem persönlichen Umfeld angesehener Beruf war. Ich erinnere mich an jemanden konkret, der irgendwann sein Medizinstudium abbrach… er schaffte es einfach nicht. Und mir selbst sind auch schon (mindestens) zwei, drei Ärzte „begegnet“, bei denen ganz klar hervor trat, dass sie Medizin nicht aus eigenem Antrieb studiert hatten…

Zurück zum Konkreten: Manche versuchen, ihre persönlichen Wertvorstellungen mit massiver Härte auf „ihre“ Kinder zu übertragen. Das läuft ab im Bereich von „Nein, nein, das darfst Du nicht“ zu dem kleinen Kind bis hin zum „Wenn Du dies-oder-jenes-machst, dann… (enterbe ich Dich, brauchst Du mein Haus nie wieder zu betreten) …“ usw. gegenüber dem (fast) erwachsenen Kind.

Runterkommen / Verzeihen
Für Eltern, die runterkommen wollen von einem „Schlag-/Gewalt-Trip“, weil sie erkennen, und sei es nur in einem Moment als Lichtblick, dass es keine gute Lösung ist: Jeder Mensch war Kind, bevor er erwachsen wurde und hat mehr oder weniger Leid erfahren. Das gehört (historisch) zu unserem Weg in der Materie (also „auf der Welt“). Aber das muss es ja nicht für die Zukunft bleiben.

Es hilft, wenn man den eigenen Eltern (die Schläge etcpp.) verzeiht. Wenn das dann vollständig ist, muss man die Schläge, die man bekommen hat, auch nicht mehr weitergeben…

Wir schreiben das Jahr 2003. In nur 2 Jahren schreiben wir 2005 und blicken fast fixierend auf das magische 2010… Aber / Und es ist eben jetzt - 2003 - an der Zeit, dass wir alte, übernommene und überkommene, „geerbte“ Muster loslassen und nicht mehr anwenden, so dass wir den Teufelskreis verlassen.

Mich interessiert übrigens weniger, was ihr nun von meinem Posting haltet (obwohl ich bestimmt antworte, wenn’s/wo’s nötig ist). Mir liegt daran, einmal zu sagen, was sich tun lässt, denn es muss ja jeder zunächst für sich verwirklichen.

In diesem Sinne:

CU & have fun!
DannyFox64 :smile:

Hallo Jima!

Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der
Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.

sehe ich in dem Fall nicht so.
Kindern kann man klar machen, dass Gewalt gegen andere
Menschen und Tiere sowie mutwillige Sachbeschädigung tabu
sind. Einem Kind sowas nicht beizubringen ist ziemlich
nachlässig.

Mit dem was Du wirklich meinst oder was das „Klarmachen“ betrifft, stimme ich mit Dir überein.

Mich stört da nur der Begriff „Tabu“.

Denn das Problem mit allen Tabus ist: sie werden gebrochen! (Und das würde hier wieder das Ergebnis des „Klarmachens“ in Frage stellen. Schau Dir ruhig x in aller Ruhe alle Tabus, die Dir so ein- und auffallen an. Sie werden meist als eine Norm von der Gesellschaft oder Sippe usw. vorgegeben - und mit allergrösster Regelmässigkeit gebrochen.)

Ich persönlich halte es für besser, Kindern klar zu machen, dass andere Menschen genauso oder dasselbe sind wie sie. Und wenn sie mitfühlende Wesen sind - und welches Kind ist das nicht? - dann tun sie das, was sie anderen antun, gleichzeitig sich selbst an. Damit fallen Begriffe wie „Tabu“ oder „Moral“ einfach weg (weil nicht mehr erforderlich). Das Kind lernt durch ein angemessenes Mitfühlen (Liebe) auf Gewalt zu verzichten.

Ich vertrete die Ansicht, dass Kinder keineswegs als völlig
unbeschriebene Blätter und von Grund her unschuldige Wesen auf
die Welt kommen.

Wenn Du Dich mit der wirklichen Bedeutung und (physischen) Auswirkung von „Karma“ befasst hast – nicht das, was landläufig hie und da, hier und in Asien, mit Karma gemeint wird – also, wenn Du Dich auf einer höheren Ebene von Einsicht mit Karma beschäftigt hast, trifft’s Deine Aussage vollkommen exakt! (Ansonsten wär’s ne „Luschi-Theorie“ unter ferner liefen…)

Sicher, sie haben noch keine Lebenserfahrung und keine Moral,
aber in den Genen liegt meiner Meinung nach auch der
Grundstein für den Charakter und das Verhalten.

Ja, siehe oben. Aber das mit der Lebenserfahrung stimmt IMHO so nicht!
Sie erhalten mit der Geburt eine neue Persönlichkeit, auf die sich „neue Lebenserfahrung“ auswirkt. (Die mitgebrachte alte Lebenserfahrung bleibt im Unbewussten und im Unterbewussten erhalten und kann ausgeprägt/erinnert werden.)

Gewalttätigkeit bzw Aggressivität ist, denke ich, auch
angeboren. Manchmal nur mehr ausgeprägt als bei anderen
Kindern.
Das in die richtige Bahn zu lenken ist Aufgabe der Eltern.

Manchesmal, ach woher, viel zu häufig erfüllt die Gewalttätigkeit einer Person lediglich das Karma einer anderen Person. (Ich will jetzt nicht mehr in die Tiefe gehen, politisch/militärisch auf kollektiver Ebene sag ich nur: Nine-Eleven!)

vg jima

LG DannyFox64 :wink:

Hallo Rainer!

vor einer Antwort wüsste ich gerne, was Du von Spr 13,24 und
23,13f. hältst.
lg
Täubchen

Hallo,
ich war zwar nicht gefragt, aber was sollen die Zahlen?
… na gut, aus der Antwort weiß ich schon, daß es um eure
Religion geht. :wink:
Aber was soll das hier? Wieso verbindest Du Kindererzihung mit
Religion?
Einige ‚Christen‘, die meinen Sohn früher verhauen haben, sind
nun seine Freunde, weil er ihnen trotzdem hilft, wenn sie
Hilfe benötigen. Ganz ohne Gewalt. Dazu brauchen wir auch
keine Religion, nur gesunden Menschenverstand.
Was soll also der Quatsch?
cu Rainer

…auch ich war nicht gefragt, aber ich hinterfrage mal:

„Gesunder Menschenverstand“ - was verstehst Du so darunter?

Wenn Du mich fragst, sind soziale Probleme zwar „mit Hilfe vom Verstand“ zu lösen, aber ohne Mitgefühl - und das kommt aus dem Herzen - ist auch der „gesündeste“ Menschenverstand zu nichts, aber auch gar nichts zu bewegen.

So: was iss’n nun besagter Verstand?

Ich möchte vielleicht noch eines in diesem Zusammenhang los werden:

Zwar bin auch ich eher ein religiöser Mensch, aber Frömmigkeit (wie sie die Kirche gerne sehen täte) habe ich nicht. Dafür aber habe ich schon einige Atheisten kennengelernt, die mehr Liebe und - ich sage - Menschenfreundlichkeit (aus)leben, als Millionen „Gläubige“.

Und genau *das* ist mir mehr wert, als wenn sich jemand auf irgendeine Religion bezieht, von der er dann doch nicht die Wahrheit verstanden hat. (Liebe ist die höchste Form der Wahrheit.)

CU & have fun!
DannyFox64 :smile:

Hallo Täubchen!

vor einer Antwort wüsste ich gerne, was Du von Spr 13,24 und
23,13f. hältst.

Wieso, wenn Du zumindest _mir_ diese Frage beantworten würdest, wieso, muss sich jemand auf Deine Religion beziehen, bevor Du ihm/ihr antwortest oder ihm sagst, was Du denkst, wer Du bist, für was Du einstehst???

Würdest Du mir das freundlicherweise erklären?

lg
Täubchen

Ich aber sage Dir: Was Du aus dem Zusammenhang reissest, das wird unwirklich und falsch. Wo Du aber die Verbindung herstellest, auf dass sie jeder versteht, das wird fruchtbar und voller Freude sein. Doch hüte Dich, meine Worte falsch zu verstehen. Ist es denn nicht so, dass Gewalt immer neue Gewalt erzeugt?

Und weil Du’s gerne mit den Zahlen der Schriftgelehrten hast, sage ich Dir (im Auftrage und doch abermals durch ein anderes Wesen): Lukas 9,35 und Lukas 11,4 (NT).

Shalom, Möge Allah mit Dir sein, Namaskar, Sei gesegnet,

oder, wie heute so üblich im Internet, einfach:

CU & have fun!
DannyFox64 :smile:

Hallo Martin,
ich gehe da sogar noch weiter. So entstehen Kriege!
cu Rainer

Ja, in der Tat, Rainer!

Was auf der Wirklichkeitsebene der Person an sich nicht gelöst wird, wird zur Aufgabe auf die nächste Ebene: Partnerschaft/Familie gebracht. Was dort nicht gelöst wird, greift ins persönliche Umfeld und Nachbarschaft… Strassenzüge, Ortsteile, Regionen… usw.
BTW ist Initiative von uns Deutschen gefragt (nicht die Abfolge „Fressen-Ficken-Fernsehen“ und sonst nichts).
Das klingt vielleicht alles „ultra-krass“ – aber die Wirklichkeit, die wir erleben, wird durch uns selbst beschrieben (Handeln/Nicht-handeln; Sein/Anders-Sein…usw) und nach einer gewissen Zeit erlebt… Das lohnt einen neuen Thread bei Gelegenheit…

CU DannyFox64

Hallo Jürgen!

was ich hier an den ganzen Diskussionen vermisse, ist ein
bisschen Unterscheidung zwischen Formen der Gewalt.

Ich glaube, so weit sind die meisten „hier“ noch nicht. Ich differenziere sogar bis hinein in die seelisch-psychische Gewalt und auf den unterschiedlich(st)en Durchführungsebenen von Einzelperson bis Kollektiv.

Wenn ich mich an meine Jugend erinnere, dann gab es
selbstverständlich Gewalt. Dies gehorchte aber im allgemeinen
durchaus einem „Ehrenkodex“: Keine Waffen, Aufhören, wenn
einer deutlich unterlegen ist bzw. aufgegeben hat, keine
direkten Schläge, nicht zu mehreren auf einen, keine unfairen
Aktionen.

Ja, irgendwie habe ich das auch gelernt; und es gab „damals“ auch wirklich nur ganz, ganz wenige, die über dieses Mass hinausgegangen sind (einfach weil psychogen: paranoid).

Wenn diese Richtlinien eingehalten würden, dann würde ich mich
persönlich tatsächlich nicht in eine Rauferei einmischen, da
ich weder wollte, dass mein Kind den Ruf eines Muttersöhnchens
erhält, noch dass ich mich vor meinen Kindern lächerlich mache
(was Eltern manchmal droht: Beispiel: ich (3. Klasse) hatte
mich mit einem Jungen meiner Klasse (eines Oberrabauken)
geprügelt, meine Eltern hielten das für ernst genug, gegen die
Eltern des Jungen vorzugehen: Während sich unsere Eltern
„geprügelt“ haben, wurden wir beide die besten Freunde…:wink:)

Aha! – Mit der Einstellung hast Du heutzutage in Grossstädten gegenüber Fremden aber u.U. ein echtes Problem am Hals: zum Beispiel ein Messer.

Etwas völlig anderes wäre, wenn der genannte Kodex nicht
eingehalten würde. Dann wäre ich der erste der
dazwischenginge.

Hmm. Glaube ich Dir nur bedingt. Das kommt wohl auf die individuelle Situation an. (Im Zweifel bist Du nämlich der Dritte, der nix mehr zu lachen hat, weil er auf einmal zwei Gegner hat!)

Also möchte ich auch noch etwas zum besten geben:

Ich hab’s einmal kapiert, warum - hier jetzt mal nur zum Beispiel - Türken in DE mit wenig DE-Sprachkenntnissen leicht und schnell zum Messer greifen (und vielleicht dabei einen abstechen):


Vor Jahren hatte ich x ein Auto von einem Türken privat gekauft. Während er noch etwas mit der Familie zu regeln hatte sass ich so 10-15 Minuten im Wohnzimmer. Ein ebenfalls türkischer Arbeitskollege von ihm war im Raum, der Fernseher lief (Pro7, eine bekannte US-Krimi-Baller-Serie). Und wir wechselten ein paar wenige Worte. Der Landsmann war erst ein paar Wochen in DE, sprach nur ein paar Brocken Deutsch und war erkennbar unsicher/ängstlich. Dass *er* verstehen sollte, um was es in dem Baller-Krimi ging - kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Aber eine Botschaft wird er da wohl aufgefangen haben: "Die Guten bekämpfen die Bösen, sie schiessen scharf und werden auch von den Bösen Buben gnadenlos beschossen. Und [weil nur solche Sch****-Sendungen auf Pro7 laufen] hinterbleibt ihm der Eindruck, das sei „hier“ (auch in DE) normal!" – Was macht so ein Mensch, wenn er im realen Leben, von dem er jetzt vielleicht glaubt, dass jeder 10. Wessi/Deutsche/Ami einen Ballermann einstecken hat, einen Konflikt mit jemandem hat???


Glaubt hier einer aus dem Forum, dass jemand, der so „beeindruckt“ ist, sich vor lauter Angst lieber gleich erschiessen lässt??? (Ich denke: im Konflikt zieht er lieber schneller und zuerst ein Messer und sticht zu…)

Das ist nicht erst seit heute, sondern schon einige Jahre das Ausmass an Realität in unseren Städten!

Vor allen Dingen nimmt das Fernsehen mit seinen perfiden, unterschwellig übertragenen Botschaften (in/auf das Unterbewusstsein) einen überproportionalen Einfluss auf unser Leben – und im Zweifel dann auch auf die Gewaltbereitschaft. –
Aber es ist nicht das Fernsehen an sich, sondern die Inhalte, die gesendet werden, und der Zwang in diese Gewohnheit von „Passivität“!

Und mit Sicherheit kann Gewalt unter Kindern sogar
existenzbedrohend sein. Die Selbstmorde verzweifelter Kinder
und Jugendlicher aufgrund von Bandengewalt und Mobbing sind
Beweis genug.

Da hast Du vollkommen recht. Sollte man nur noch hinzufügen: Depression ist „Gewalt gegen sich selbst“.

Grüße
Jürgen

Was bleibt uns…

Liebe Grüsse zurück,
DannyFox64

Ursachen für Kriege
Hallo Rainer,

ich gehe da sogar noch weiter. So entstehen Kriege!

da würde es mich interessieren, wieviel du von den Ursachen für die Entstehung von Kriegen weißt.
Soviel ich weiß, wird zum Beispiel angegriffen, wenn Ressourcen knapp werden, und durch die faschistoide Haltung eines Volkes (wir sind die Guten und die anderen sind die Schlechten).
Du machst es dir zu einfach, finde ich. Es mag sein, dass du dein Kind erfolgreich erziehst. Aber da gibt es noch andere Welten um dich und deinen Sohn herum, mit den unterschiedlichsten Biografien und Lebensbedingungen - also mit verschiedenen Beweggründen, wie Kinder erzogen werden. So reicht generell die Haltung nicht mit Erfolgsergebnissen zu argumentieren, um Aggressionen zu verhindern. Wie gesagt, Ihr habt in Eurer Familie Eure Aggressions-Verhinderungsstrategien entwickelt, die aber nicht jede Familie übernehmen kann oder will.
Beispielhaftigkeit und Idealgläubigkeit mag ein Teil davon sein, die Gesellschaft auf einen besseren Weg zu bringen. Aber es reicht nicht aus. Und dass das so ist, beweist die Riesenmenge an käuflichen Ratschlägen aus Büchern, die kaum umgesetzt werden.

peace
grilla

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Hallo Claudia,

wie immer, ein großes Kompliment für deine differenzierte Sichtweise.
Ich habe mich bisher aus diesem Thread herausgehalten, weil ich vor vielen Jahren schon die Erfahrung gemacht habe, daß man mit Eltern über eine Sache nicht diskutieren kann, und das ist die Kindererziehung.
Und man kann ja nun seit Tagen hier verfolgen, welche ideologischen Sichtweisen von 150%igen Gewltgegnern und Klappsbefürwortern aufeinanderprallen.
Da werden Eltern in die gewalttätige Ecke gestellt, die mal zum Klapps gegriffen haben und das geht dann bis zur Kriegsführung und zum Untergang des Abendlandes. Obwohl es bei uns schon seit fast 60Jahren kein Krieg mehr gegeben hat, scheint die potentielle Kriegsgefahr von unserer eigenen Gesellschaft - sprich unserer gewaltbereiten Eltern - auszugehen. Ich faß es nicht.
Gewalt bei Menschen, einschließlich Kindern, wegdiskutieren zu wollen hieße eine wesentliche menschliche Eigenschaft zu leugnen. Aggressionen, Kampf- und Verteidigungsbereitschaft haben sich in der Evolution des Menschen entwickelt und lassen sich weder durch Leugnen noch durch Gesetzestexte aus der Welt schaffen.
Ich finde es etwas anmaßend, Eltern in eine bestimmte Ecke zu stellen, die in manchen Situationen nicht klar kommen, die gekennzeichnet sind durch Hilflosigkeit, Adrenalinausschüttung, Aufschaukeln von Wut und Enttäuschung über die eigene Unzulänglichkeit und das Entgleiten der eigenen Kontrolle, bis hin zur Entladung der Anspannung in körperlichen Reaktionen, die in solchen Streßsituationen eben gekennzeichnet ist duch Flucht oder „Kampf“. All dies sind menschliche Eigenschaften. Ich selbst habe meine Kinder nie geschlagen, doch würde ich mich hüten, über andere Eltern Gericht zu sitzen, weil sie anders sind als ich. Und ich denke Kinder dürfen ruhig erfahren, daß Eltern nicht perfekt sind, daß sie keine Idealmenschen sind, denen sie jetzt auch noch ein Leben lang als möglicherweise unerreichbare Vorbilder hinterherrennen müssen.

Ich hab keine Ahnung, ob es für die kindliche Entwicklung unbedingt gut ist, wenn sie in einer sterilen und keimfreien Welt aufwachsen und spätestens im Umgang mit der übrigen Welt lernen müssen, daß es Menschen gibt, die sich einen Dreck um irgendwelche Idealvorstellungen scheren. Ich denke, Eltern dürfen Fehler machen und Kinder dürfen das spüren. Wichtiger für das Kind ist es sicherlich, zu wissen, daß es sowohl durch eigene Entgleisungen als auch durch Entgleisungen der Eltern angenommen und geliebt wird. Ich vermute, daß für ein Kind Liebesentzug viel schlimmer ist, als ein Klapps, der eine schwierige Situation auflöst.

Immer wieder wird uns als familiäres Idealbild die Großfamilie früherer Zeiten vorgehalten. Und doch war es gerade in früheren Zeiten so, daß es keine Gesetze gab, die Gewalt gegen Kinder verboten hat, eine Zeit, in der die schulische Erziehung durch den Rohrstock des Lehrers begleitet wurde usw. Und doch sprechen wir immer von der „idealen“ ländlichen Großfamilie.
Und warum? Weil es in dieser Welt üblich war, sich den Kindern zuzuwenden. Auf Fehlverhalten wurde in irgendeiner Form reagiert, Grenzen aufgezeigt. An dieser „Erziehung“ war „die Gesellschaft“ mitbeteiligt durch direkte Ansprache, einschließlich unmittelbarer Konsequenzen wie z.B. auch Ohrfeigen.
Dies wird in unserer ach so modernen Gesellschaft ersetzt durch wegschauen, Inkonsequenz und einen „unnatürlichen“ Schutzraum für Kinder. Siehe z.B. Diskussion im Rechtsbrett über Schwarzfahren von Kindern und Jugendlichen. Fehlverhalten ohne jegliche Konsequenz. Für mich ist eine solche Erziehung nachhaltig prägender (im negativen Sinn) für junge Menschen als die direkte Konsequenz und „Bestrafung“ in irgendeiner Form.

Na ja, könnt jetzt noch einiges weiterschreiben, aber lassen wirs damit gut sein.

Gruß
Roland

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Hi,

Denn das Problem mit allen Tabus ist: sie werden gebrochen!

Jede Regel wird irgendwann von irgendwem gebrochen. Das ist klar.
Trotzdem sind Regeln meiner Meinung nach wichtig um in der Gesellschaft zu bestehen und zwischenmenschliche Kontakte aufbauen und halten zu können.
Vielleicht ist Tabu ein krasses Wort, ich meinte damit einfach „dass das nicht okay ist und von mir nicht toleriert wird“.
Dass man seinem Kind erklärt WARUM das nicht okay ist, ist selbstverständlich. Mitgefühl, wie du sagtest, beizubringen ist wichtig.

Wenn Du Dich mit der wirklichen Bedeutung und (physischen)
Auswirkung von „Karma“ befasst hast – nicht das, was
landläufig hie und da, hier und in Asien, mit Karma gemeint
wird – also, wenn Du Dich auf einer höheren Ebene von
Einsicht mit Karma beschäftigt hast, trifft’s Deine Aussage
vollkommen exakt! (Ansonsten wär’s ne „Luschi-Theorie“ unter
ferner liefen…)

Nö. An Karma hatte ich gerade echt nicht gedacht. Ich meine, ich lehne die Theorie der Wiedergeburt und „was du tust fällt auf dich zurück“ nicht unbedingt ab, aber ich vertrete sie auch nicht. Keiner kann beweisen ob es wahr ist oder nicht…
Ich dachte eher an die Gene. „Meine“ Theorie ist auch nicht so weit hergeholt. Sie basiert vor allem auf Zwillingsforschung und deren meist auffälligen Parallelen der Charakterzüge und sogar Lebenswege.

Sie erhalten mit der Geburt eine neue Persönlichkeit, auf die
sich „neue Lebenserfahrung“ auswirkt. (Die mitgebrachte alte
Lebenserfahrung bleibt im Unbewussten und im Unterbewussten
erhalten und kann ausgeprägt/erinnert werden.)

Du meinst jetzt bei Karma, oder?

Manchesmal, ach woher, viel zu häufig erfüllt die
Gewalttätigkeit einer Person lediglich das Karma einer anderen
Person. (Ich will jetzt nicht mehr in die Tiefe gehen,
politisch/militärisch auf kollektiver Ebene sag ich nur:
Nine-Eleven!)

hm, ich weiss nicht. Diese Ansicht halte ich fürn bisschen gefährlich.

vg jima

Hallo Täubchen!

Rehi;

Wieso, wenn Du zumindest _mir_ diese Frage beantworten
würdest, wieso, muss sich jemand auf Deine Religion beziehen,
bevor Du ihm/ihr antwortest oder ihm sagst, was Du denkst, wer
Du bist, für was Du einstehst???

Carlos und ich kennen uns aus dem Religionsbrett, und ich denke, wir wissen so einigermassen, was wir sagen und denken, wer wir sind und wofür wir einstehen :smile:

Würdest Du mir das freundlicherweise erklären?

Ich denke, er versteht die Fragen, die ja auch an ihn gerichtet war (huhu Carlos, liest Du noch mit?). Und dafür, was ich wen frage, möchte ich mich hier eigentlich nicht rechtfertigen müssen.

lg
Täubchen

Hallo Roland,

ich möchte nur auf eine Stelle deines Postings eingehen.

Da werden Eltern in die gewalttätige Ecke gestellt, die mal
zum Klapps gegriffen haben und das geht dann bis zur
Kriegsführung und zum Untergang des Abendlandes. Obwohl es bei
uns schon seit fast 60Jahren kein Krieg mehr gegeben hat,
scheint die potentielle Kriegsgefahr von unserer eigenen
Gesellschaft - sprich unserer gewaltbereiten Eltern -
auszugehen. Ich faß es nicht.

Wenn du das so gelesen hast, tut mir das leid. Ich hatte eine ganz andere Lesart. Es ging nicht um die Ausrutscher oder um hilflose Eltern, es ging um Klapse/Schläge/Hiebe als gezielt eingesetztes Mittel der Kindererziehung. Klapse/Schläge/Hiebe als Methode. Den Ausrutscher in der Einzelsituation kann ich nachvollziehen (hab ich auch erlebt – ich bin nicht perfekt). Aber von vorneherein zu sagen: man kann in der Erziehung nicht auf Klapse/Schläge/Hiebe verzichten, das halte ich für schlichtweg falsch.

Viele Grüße,
Elke

1 „Gefällt mir“

Hi, Jima,

Denn das Problem mit allen Tabus ist: sie werden gebrochen!

Jede Regel wird irgendwann von irgendwem gebrochen. Das ist
klar.
Trotzdem sind Regeln meiner Meinung nach wichtig um in der
Gesellschaft zu bestehen und zwischenmenschliche Kontakte
aufbauen und halten zu können.
Vielleicht ist Tabu ein krasses Wort, ich meinte damit einfach
„dass das nicht okay ist und von mir nicht toleriert wird“.

Oh, Regel ist da ein gutes Wort für!

Dass man seinem Kind erklärt WARUM das nicht okay ist, ist
selbstverständlich. Mitgefühl, wie du sagtest, beizubringen
ist wichtig.

Wenn Du Dich mit der wirklichen Bedeutung und (physischen)
Auswirkung von „Karma“ befasst hast – nicht das, was
landläufig hie und da, hier und in Asien, mit Karma gemeint
wird – also, wenn Du Dich auf einer höheren Ebene von
Einsicht mit Karma beschäftigt hast, trifft’s Deine Aussage
vollkommen exakt! (Ansonsten wär’s ne „Luschi-Theorie“ unter
ferner liefen…)

Nö. An Karma hatte ich gerade echt nicht gedacht. Ich meine,
ich lehne die Theorie der Wiedergeburt und „was du tust fällt
auf dich zurück“ nicht unbedingt ab, aber ich vertrete sie
auch nicht. Keiner kann beweisen ob es wahr ist oder nicht…
Ich dachte eher an die Gene. „Meine“ Theorie ist auch nicht so
weit hergeholt. Sie basiert vor allem auf Zwillingsforschung
und deren meist auffälligen Parallelen der Charakterzüge und
sogar Lebenswege.

Das mit der Zwillingsforschung ist wieder sehr interessant.

Sie erhalten mit der Geburt eine neue Persönlichkeit, auf die
sich „neue Lebenserfahrung“ auswirkt. (Die mitgebrachte alte
Lebenserfahrung bleibt im Unbewussten und im Unterbewussten
erhalten und kann ausgeprägt/erinnert werden.)

Du meinst jetzt bei Karma, oder?

Ja.

Manchesmal, ach woher, viel zu häufig erfüllt die
Gewalttätigkeit einer Person lediglich das Karma einer anderen
Person. (Ich will jetzt nicht mehr in die Tiefe gehen,
politisch/militärisch auf kollektiver Ebene sag ich nur:
Nine-Eleven!)

hm, ich weiss nicht. Diese Ansicht halte ich fürn bisschen
gefährlich.

Stimmt, die Äusserung von mir wirkt auf andere gefährlich, gehört so auch nicht in dieses Brett. (Sorry!) Aber das, was im Kleinen passiert, passiert, wenn es nicht auf der „niedrigeren Ebene“ gelöst wird, dann zuletzt auf einer kollektiveren Ebene.

vg jima

LG DannyFox64

Hallo Elke,

ich möchte nur auf eine Stelle deines Postings eingehen.

Och, nur auf eine? Dabei hab ich mir doch solche Mühe gegeben :wink:

Wenn du das so gelesen hast, tut mir das leid. Ich hatte eine
ganz andere Lesart. Es ging nicht um die Ausrutscher oder um
hilflose Eltern, es ging um Klapse/Schläge/Hiebe als gezielt
eingesetztes Mittel der Kindererziehung.

Ja, auch, aber nicht nur, wenn du mal sämtliche Postings (teilweise schon archiviert) betrachtest. Es ging um die Extreme, daß auch der Klapps eine Form von Gewalt ist und wieder Gewalt nach sich zieht (erst zwischen Kindern und dann bis zur Kriegserklärung) und das andere Extrem, daß Schläge als gezieltes Erziehungsmittel eingesetzt werden.

Ich wiederhole mich nochnal gerne. Ich habe meine Kinder nie geschlagen und lehne jegliche Form von Gewalt ab. Was ich aber nicht weiß, ist, welche Erziehungsmethode eigentlich gut oder schlecht ist. Nach meiner Erfahrung ist das Schlimmste, was einem Kind passieren kann der Liebesentzug. Aber wie gesagt, nur eine Meinung.

Klapse/Schläge/Hiebe

als Methode. Den Ausrutscher in der Einzelsituation kann ich
nachvollziehen (hab ich auch erlebt – ich bin nicht perfekt).

Danke für das Stichwort „perfekt“. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der Prügelstrafe als Erziehungsmittel an der Tagesordnung war. Und doch sind werder meine Brüder noch ich in irgendeiner Weise gewalttätig, weder zu den Kindern noch gegenüber anderen Menschen. Theoretisch könnte ich jetzt damit argumentieren, daß Kinder, die geschlagen werden nicht unbedingt selber zu prügelnden Eltern werden. Aber lassen wir das mal beiseite.
Trotz dieser unerfreulichen Maßnahmen, zu denen mein Vater gegriffen hatte, haätte ich nicht mit „perfekten“ Eltern tauschen gewollt, die ständig die aktuellen Pädagogikbücher grffbereit haben, die Gesetzestexte auswendig kennen, geschult sind für wirklich alle Eventualitäten und Möglichkeiten der Konflikt- und Streßbewältigung und sich jedes Jahr an den neuesten pädagogischen und psychologischen Forschungsergebnisse orientieren. Ich bin im Nachhinein froh, bei Eltern groß geworden zu sein, die Fehler gemacht haben, die Strafen angewendet haben, die nicht immer angemessen waren, oft falsch und ungerecht reagiert haben, aber eben nie 100%ig perfekt waren. Man konnte sich aber drauf verlassen: hatte jemand etwas ausgefressen, dann gabs Hiebe. Das war so sicher wie das Amen in der Kirche.
Ich will das nicht als gut hinstellen, verstehe mich bitte nicht falsch, aber ich denke, daß Konsequenz in der Erziehung, das Aufstellen und Einhalten von Regeln für die Entwicklung eines Kindes wesentlich sind. Zum Einhalten der aufgestellten Regeln wird von manchen Eltern zu Strafen gegriffen, die anders sind als ich sie anwende. Mir ist aber immer noch nicht klar, ob das deswegen die schlechteren Eltern sind.

Aber von vorneherein zu sagen: man kann in der Erziehung nicht
auf Klapse/Schläge/Hiebe verzichten, das halte ich für
schlichtweg falsch.

Natürlich kann man darauf verzichten, das tue ich ja auch. Und trotzdem nagt an mir oft der Zweifel, ob ich wirklich meine Kinder so toll erzogen habe, ob ich nicht grundsätzliche Fehler gemacht habe, die schlimmer sind als ein Klapps, ob ich mit meinem „aggressionslosen“ Erziehungsstil meinen Kindern wirklich immer gerecht geworden bin, ob ich ihnen wirklich die Dinge vermitteln konnte, die für das Leben wichtig sind, ob, ob, ob …
Verstehst du, liebe Elke? Es wird hier so viel über Klappse, Prügelstrafen, Schläge zwischen Kindern, Lösungsmöglichkeiten für den konfliktfreien Kompromiß usw. diskutiert, und ich sitze hier und überlege worauf es wirklich ankommt.
Und ich gestehe, so richtig weiß ich es immer noch nicht.

Gruß
Roland

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