Auch: Hallo Allerseits!
Habe mal wieder „hier“ hereingeschaut… ja das ewige Thema
gelle?! Aber „Ihr“ werdet (wir werden) immer besser, und vor allem sachlicher und klarer. *g*
Jedenfalls: die Artikel, in die ich unter diesem Thread hineingeschnuppert habe, fand ich alle wirklich fundiert – aber ich habe bis jetzt nur 3-4 gelesen… (Zeitmangel? Ach woher…)
Dir, lieber Carlos, auch 'ne Antwort:
…eine prinzipielle Frage aufwerfen:
Ist Gewalt, wenn sie von Kindern gegen andere Kinder
ausgeübt wird, weniger schädlich und angebrachter, als wenn
sie von Erwachsenen gegen Kinder ausgeübt wird?
Ja, meine ich schon, obwohl man auch das nicht missachten darf. (Kann mich im Tenor Gilla und Realsharkie anschliessen.)
Vor kurzem konnte ich auf einem Gartenfest beobachten, wie
sich zwei Kinder stritten. Der Junge (ca. 4) hinderte seine
Schwester (ca.5) mit aller Gewalt daran auf die Rutsche zu
gehen. Schließlich hat er sie weggetreten. Das Mädchen
entfernte sich dem Heulen nahe und der Junge freute sich
erkennbar.
Im Verlauf der nachfolgenden Ereignisse fiel auch von der
Mutter die populäre Ansicht, dass die Kinder so etwas
untereinander ausmachen sollen.
Ein bisschen ein Grenzfall. Aber scheint mir so, als hätte die Mutter sich „gerechtfertigt“. Also weiss sie, dass das so nicht ganz in Ordnung war, duldet es aber (vielleicht um ihres eigenen Friedens willen).
Wenn nun Gewalt in der Erziehung nichts zu suchen hat, weil
sie seelische Schäden hinterlässt, wäre es nicht die logische
Konsequenz erst Recht die Gewalt von Kindern untereinander zu
verhindern?
Nein, nicht unbedingt und nicht immer. Meine Meinung kannst Du umfassender weiter unten lesen.
Die Kinder untereinander üben ja noch „sich zu verhalten“. „Dummerweise“ machen sie’s den Eltern und anderen (Ki./Erw.) nach – oder sollte ich besser sagen: Dummerweise macht’s ihnen die Welt so vor!!!
Ich glaube, dass die physische und vor allem die psyische
Gewalt, die von Kindern und Jugendliche zwar nicht die Tiefe
erreicht, wie die durch Erwachsene ausgeübte Gewalt, dafür
aber wesentlich mehr betrifft.
Wie? „…wesentlich mehr betrifft“? Es gibt da zu viele Möglichkeiten, in welchem Zusammenhang Du das gemeint haben könntest. Magst Du das noch x genauer erklären?
Ich bin gegen ein Wegschauen oder ein bequemes Zuschauen.
Ja, solange wir (Erwachsenen) selbst noch an uns wachsen müssen, ist Wegschauen = Ignoranz und Zuschauen = Amüsement am Niederträchtigen.
Gruß
Carlos
Weil’s mich irgendwie doch ganz schön beschäftigt, was Eltern und Kinder mit einander kappeln oder haben, stosse ich zur Zeit ohne es zu wollen im Netz auf Sachen, die es MIR vor Augen führen, wie wichtig das doch ist!
Deswegen hier x vorab ein Link zum Struwwelpeter (wer kennt ihn nicht?!), der mich erinnert, wie sehr gewalttätig „unsere Erziehung“ so abläuft…
**Unbedingt mal wieder neu lesen:
http://www.fln.vcu.edu/struwwel/daumen_dual.html**
(Solche Geschichten wie der „Daumenlutscher“ wirken auf kleine Kinder m.E. gewaltig!)
_ Eigentlich wollte ich das folgende erst doch nicht schreiben / veröffentlichen, vielleicht ist’s nur dummes Gesülze, aber ich mache mir halt so meine eigenen Gedanken und Beobachtungen über die Welt.
Vielleicht schrieb ich es ja nur für die, die etwas damit anfangen können - und/oder aber - für die, die’s dringendst wissen müssen:_
Ich weiss, es bleibt schwierig.
Man kann seltenst in der Erziehung von Kindern sagen, dass alles, wirklich alles gewaltfrei abläuft. Ob „gewaltfrei“ heisst „ohne Schläge“ oder ob es noch etwas anderes heisst, sei jetzt mal dahingestellt.
Es liegt mit daran, dass die Kinder ja nicht nur Umgang mit ihren Eltern haben. Bereits im Sandkasten, dann im Kindergarten und weiter in der Schule sind sie auch mit anderen Kindern und Erwachsenen auf irgendeine / jede erdenkliche Art und Weise im Austausch. Und es ist nicht zu verhindern, dass sie lernen, was die Werte sind, auf die unsere Gesellschaft Wert legt (zumeist: Besitztum und Konkurrenz-Pflicht).
Meist haben die Eltern mit ihrer Meinung (und dem Handeln) den grössten Einfluss auf die Kinder („das letzte Wort“), ob nun aktiv oder passiv.
Ich denke, wir sollten dahin kommen, unsere Kinder „gewaltfrei“ zu erziehen, d.h. ohne Schläge und auch ohne andere (psychische) Übergriffe.
Damit es überhaupt möglich ist, das zu verwirklichen, müssen wir grundsätzlich von Gewalt runterkommen; ich meine, der Einzelne muss das umsetzen, damit auch zuletzt die Gesellschaft gewaltfrei ist.
Dazu mal folgendes:
Besitzdenken:
muss sich verändern. Es kann nicht sein, dass Eltern ihre Kinder „besitzen“. (Die Kinder kommen nur durch ihre Eltern in die Welt, aber sie sind nicht der Besitz ihrer Eltern.) Man kann eben keinen Menschen oder dessen Liebe „besitzen“, das geht nur in einer Gesellschaft, in der Sklaverei u.ä. zugelassen ist…
Konkurrenzdenken:
muss abnehmen. Weil Eltern stets ihre Wertvorstellungen von etwas vermitteln. Das ist sehr behindernd für die Entwicklung der Welt (weil durch unsere Kinder). Ich kenne mehrere Leute, die Medizin studierten, weil das ein in der Familie oder dem persönlichen Umfeld angesehener Beruf war. Ich erinnere mich an jemanden konkret, der irgendwann sein Medizinstudium abbrach… er schaffte es einfach nicht. Und mir selbst sind auch schon (mindestens) zwei, drei Ärzte „begegnet“, bei denen ganz klar hervor trat, dass sie Medizin nicht aus eigenem Antrieb studiert hatten…
Zurück zum Konkreten: Manche versuchen, ihre persönlichen Wertvorstellungen mit massiver Härte auf „ihre“ Kinder zu übertragen. Das läuft ab im Bereich von „Nein, nein, das darfst Du nicht“ zu dem kleinen Kind bis hin zum „Wenn Du dies-oder-jenes-machst, dann… (enterbe ich Dich, brauchst Du mein Haus nie wieder zu betreten) …“ usw. gegenüber dem (fast) erwachsenen Kind.
Runterkommen / Verzeihen
Für Eltern, die runterkommen wollen von einem „Schlag-/Gewalt-Trip“, weil sie erkennen, und sei es nur in einem Moment als Lichtblick, dass es keine gute Lösung ist: Jeder Mensch war Kind, bevor er erwachsen wurde und hat mehr oder weniger Leid erfahren. Das gehört (historisch) zu unserem Weg in der Materie (also „auf der Welt“). Aber das muss es ja nicht für die Zukunft bleiben.
Es hilft, wenn man den eigenen Eltern (die Schläge etcpp.) verzeiht. Wenn das dann vollständig ist, muss man die Schläge, die man bekommen hat, auch nicht mehr weitergeben…
Wir schreiben das Jahr 2003. In nur 2 Jahren schreiben wir 2005 und blicken fast fixierend auf das magische 2010… Aber / Und es ist eben jetzt - 2003 - an der Zeit, dass wir alte, übernommene und überkommene, „geerbte“ Muster loslassen und nicht mehr anwenden, so dass wir den Teufelskreis verlassen.
Mich interessiert übrigens weniger, was ihr nun von meinem Posting haltet (obwohl ich bestimmt antworte, wenn’s/wo’s nötig ist). Mir liegt daran, einmal zu sagen, was sich tun lässt, denn es muss ja jeder zunächst für sich verwirklichen.
In diesem Sinne:
CU & have fun!
DannyFox64 