Zunächst erst einmal ein Hallo an euch. Ich war sehr lange nicht mehr hier, muss aber etwas los werden. Kurz zu mir, ich bin 38 Jahre, 17 Jahre in der Altenpflege, habe vor 5 Jahren mein Examen gemacht und bin nun im ambulanten Dienst tätig.
Jetzt aber zu meiner Frage oder meinem Problem…gibt es außer mir noch jemanden, der unter Noctiphobie leidet? Speziell in meinem Fall neuerdings also Angst vor Leichen. Einige werden es belächeln und sich sagen…häää…das gehört doch zum Beruf dazu. Sicher, und das weiß ich auch. Bisher ergab es sich immer, das ich entweder zusammen mit einer Kollegin bei einem verstorbenen Patienten war oder aber zu einer gerufen wurde, um zu helfen.
Diesen Samstag war es so, das ich zu einer Patientin kam, diese tot im Bett auffand. Genauer gesagt brannte Licht in ihrem Schlafzimmer und ich sah sie leblos, gelbliche Farbe, einige Totenflecken, Mund weit auf, Augen halb auf. Ich war wie gelähmt, ging raus und rief meine Kollegin an, die mir dann die Doku aus der Wohnung holte. Dazu war ich nicht mehr fähig.
Ich erledigte alle Anrufe. Nach 1 Stunde kam dann der Arzt und meinte, ich solle die Leiche entkleiden.
Das konnte ich nicht, sagte es ihm auch. Gut, sie hatte ein Nachthemd an und die Untersuchung ging dann auch so.
Dann saßen wir in ihrem Wohnzimmer, der Arzt füllte die Papiere aus. Ich saß so unglücklich…auf Höhe der Schlafzimmertür, immer ihren halboffenen Blick im Visier, der irgendwie an mir haften blieb.
Ich hatte Schweißausbrüche, war wie gelähmt, Herzrasen, zittrige Hände.
Zuhause dann (abends)hatte ich Angst allein zu sein, Angst vor der Dunkelheit.
Daraus hinaus entwickelte ich Fieber. Ich rief meine PDL (Pflegedienstleitung) an und erklärte es ihr. Gestern durfte dann einen Dienst aussetzen. Heute war es nicht besser…noch immer leichtes Fieber, Schweißausbrüche, Angst, den nächsten so aufzufinden. Habe mich aber der Situation gestellt und war, wie gewohnt, im Arbeitsalltag.
Kennt jemand so eine Situation von euch auch oder stehe ich damit allein da? Wenn nicht, wie geht ihr damit um?
Meine Chefs sind super, nehmen das Problem ernst und organisieren einen Psychologen für mich, damit ich eventuell rausfinden kann, warum ich so reagiere, wie ich derzeit reagiere. Kanns mir ja selbst nicht erklären, aber es ist wie eine Mauer, durch die ich nicht hindurch kann.
Danke fürs Zuhören/Lesen.
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Hallo Nordlicht,
kann meiner Meinung nach nur im echten Gespräch exploriert werden.
Kopf hoch!
abifiz
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Hallo, sicher gibt es noch andere Menschen die so reagieren, auch in Deinem Beruf. Ich bin selber Krankenschwester und habe oft mit Toten zu tun gehabt und noch heute ein ungutes Gefühl dabei, allerdings nicht so krass. Ich finde es ber toll, dass Dein Arbeitgeber daran interessiert ist Dir durch einen Psychologen zu helfen und Du solltest auf jeden Fall dieses Angebot annehmen und nur mit dem Psychologen veruschen Dein problem zu erkennen, jegliche anders gearteten Spekulationen über den Grund Deines Problems bringen Dir nichts. Ich wünsche Dir viel Glück dabei, liebe Grüße, elhendy
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