Buonasera Suzanna!
Hallo, ja natürlich
Peccioli
Allora, dann schaun mer mal …
Eins vorweg, weil nix ist schlimmer als eine Reise, die man mit den falschen Erwartungshaltungen antritt: Das
Echte Insidertipps, die von
Touristen noch nicht entdeckt sind, werden gesucht.
gibt es in der gesamten Toskana schon seit mindestens einem Vierteljahrhundert nicht mehr.
Und seit Mr. O’Leary die Flüge nach Pisa für weniger Geld feilbietet, als hierzulande ein gescheites Abendessen kostet, ist es nicht unbedingt besser geworden …
Ist aber trotzdem schön (sonst hätte ich nicht mehr als ein Jahr meines Lebens dort verbracht). Man muß halt versuchen, sich quasi antizyklisch zu den Touristenströmen zu bewegen.
Deine grobe Lageangabe hatte mich zunächst ein wenig verwirrt,
das Örtchen Peccioli befindet sich in den Hügeln südlich des unteren Laufes des Arno, in etwa dem fiktiven Rechteck, das die Städte Livorno, Empoli, Volterra und Cecina bilden, im Parco Alta Valdera http://www.valdera.org/it/home.php .
Schöne Landschaft, das Herz schlägt höher, halt im besten Sinne Toskanakitsch pur 
In der unmittelbaren Umgebung wirst Du wahrscheinlich wirklich noch relative Ruhe haben. Kleine Weiler, einzelne Gehöfte, viel Landschaft und wenige auch nur halbwegs größere Orte. Ich gehe mal davon aus, daß Ihr ein Häuschen gemietet habt oder Agritourismo betreiben wollt.
Im ersten Fall wäre natürlich das allerwichtigste, sich vor Ort einen Bäcker, einen Metzger, ein kleines Lebensmittelgeschäft und einen Weinhändler seines Vertrauens zu suchen und mit den von dort heimgebrachten Leckereien im temporären Anwesen zu relaxen 
Auch an kleinen aber feinen Landgasthöfen hat es keinen Mangel in der Gegend. Denen ohne Speisekarte kann man eigentlich immer blind vertrauen … Die Mama oder die Tochter des Hauses kommt aus der Küche, rasselt herunter, was sie hat und daraus zuzubereiten vorschlägt, wiederholt es bei schlechteren Italienischkenntnissen auch gerne so lange, bis Du es verstanden hast. Du zahlst die Hälfte von dem, was der Touri in Firenze oder Pisa bezahlt und bist anschließend satt und glücklich, weil hier noch bestes Handwerk geliefert wird.
Die nächstgelegene „Sehenswürdigkeit“ im konventionellen Sinne ist im Süden das Bergstädtchen Volterra. Natürlich nicht frei von Touristen aber im Vergleich zu den toskanischen Highlights schon eine Oase der Ruhe.
http://www.volterra-toscana.net/ger/welcome.html
Mittelalterliches Stadtbild, dramatische Lage in wunderschöner Landschaft, Alabasterwerkstätten und mit dem Museo Guarnacci das wahrscheinlich weltweit bedeutendste Etruskermuseum.
An San Gimignano führt natürlich, Touristenströme hin, Touristenströme her, kein Weg vorbei.
http://www.sangimignano.com/
Abends sind die Horden allerdings weg und das Städtchen kann schon geradezu gespenstisch ruhig sein. Die beste Eisdiele ist übrigens nicht die große, nicht zu übersehende an der Ecke Piazza della Cisterna/Via San Giovanni, wo die Touris alle sitzen, sondern die winzig kleine, schräg gegenüber, wo man sein Eis nur im Stehen ausgehändigt bekommt.
http://www.gelateriadipiazza.com/
Wenn ihr schon mal in der Ecke seid: den besseren Rotwein gibt es drüben im Chianti und mit dem Vernaccia wird viel Schindluder getrieben, aber die Weißweine von Teruzzi & Puthod sind eine Offenbarung … insbesondere der Terre di Tufi und der Carmen Puthod, noch nicht einmal DOC aber einfach göttlich.
Mindestabnahme ab Weingut: dodici bottiglie, aber das schafft ihr mit Links
Nur schön kühl muß er sein …
http://www.teruzzieputhod.it/
Ach ja, und wenn Ihr dann doch des öfteren mit dem PKW in der Gegend 'rumkurvt: falls auf der Straße von San Gimignano nach Castel San Gimignano etwa in Höhe der frazione San Donato, freistehend am Straßenrand die Trattoria da Franco noch existieren sollte, haltet an und geht dort essen. Nicht ganz billig, aber lohnenswert.
Ach ja, und, und, und, … nimm mich mit Kapiteuse auf die Reise …
Gruß, und wehmütiger Gruß an meine Toskana,
Hartmann.