Normales Leben für Dummies

Normales Leben für Dummies

Hallo an alle interessierten Leser,
aus diversen Gründen habe ich leider kein ‚normales Leben‘ und suche ein paar Anregungen, was sich da machen lässt.

Fakten in Kurzform:
Person:
  Männlich,
  33 Jahre,
  1,94 m,
  80 kg,
  ‚tageslichttauglich‘,
  Intelligenz: durchaus vorhanden
Wohnort:
  Bielefeld City
Beruf:
  seit 10 Jahren Softwareentwickler
  seit 12 Jahren Informationstechnik-Studium
Besonders problematische Lebens-Vorkommnisse:
  keine
Beziehungen:
  1 Fernbeziehung 2 Monate vor ca. 5 Jahren
  1 Lebensgemeinschaft 4 Jahre mit 1-2 Kindern anderer Väter
    davon 5 Monate verheiratet,
    seit 17 Monaten einvernehmlich getrennt (wegen Depressionen)
    seit 2 Monaten getrennt lebend (Sie hat neue Beziehung)
Freundschaften:
  Bis vor 4 Jahren 1-3 Kumpels aus Berufsausbildung (wenig brauchbar)
  Jetzige: keine
Krankheiten:
  Depression,
  zeitweise starke Alkoholabhängigkeit
   (Die Frau mit der ich verheiratet war (oder rechtlich noch bin) verhinderte das, jetzt aber: Rückfall),
  Soziale Phobie,
  Anzeichen von Narzistischer Persönlichkeitsstörung
Therapeutische Maßnahmen:
  1 Verhaltenstherapie ca. 1 Jahr ohne Erfolg
  1 Tiefenpsychologische Therapie ca. 1 Jahr ohne Erfolg
  1 Rehabilitation in psychosomatischer Klinik (Hardwald) 6 Wochen ohne nachhaltigen Erfolg
  1 Verhaltenstherapie 3 Monate ohne Erfolg

Aktuelle Situation:

Meiner Arbeit gehe ich mehr oder weniger nach, mit dem Studium komme ich gar nicht voran mangels Motivation.

Ich habe keinerlei Freunde oder Bekannte (außer meiner Exfrau mit der ich noch selten freundschaftlichen Kontakt habe).

Meine Freizeit besteht nur aus der Beschäftigung mit meinem PC (Einarbeitung in neue Programmiersprachen oder ähnliches)

Abends trinke ich regelmäßig zu viel Alkohol aus Frust über meine derzeit unbefriedigende Situation.

Theoretisch könnte ich in 5 Minuten zu Fuß vielfältige gesellschaftliche Lokalitäten
wie Discos, Kneipen, Sportclubs, Einkauszentren, usw. erreichen nur fehlt mir dazu leider jegliche Motivation.
Wer geht schon gern ganz alleine ins Nachtleben?

Es ist mir sehr peinlich, durch meinen derzeitigen Alkoholmissbrauch so schusselig und unaufmerksam zu sein,
was u.a. auch zu meiner Angst beiträgt, andere Menschen überhaupt anzusprechen.

Generell weiß ich gar nicht, worüber ich mit anderen überhaupt reden soll. Konversation ist für mich ein Fremdwort.

Unschlüssig bin ich noch, ob ich mir antidepressive Medikamente verschreiben lassen sollte,
sehe das aber zur Zeit als denkbare Möglichkeit an. (obwohl die sich ‚leider‘ nicht mit Alkohol vertragen :wink:

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich Freunde finden kann und an eine neue Beziehung wage ich nicht mal zu denken.

In der Firma gibt es zwar viele Kollegen und Kolleginnen, mit denen ich mein Privatleben
aber verständlicherweise (Bürotratsch) nicht in Zusammenhang bringen möchte.

In der Fachhochschule (FH/Studium) bin ich ewig nicht mehr gewesen, da kennt mich auch keiner mehr.

Soweit erst mal von mir.
Ich denke, da ist guter Rat teuer :wink:
Für jede Idee oder Anregung wäre ich sehr dankbar!

Lieben Gruß,
Michael ‚Borg‘

->Sucht und Prävention
Hi Michael.
Ich glaube, Dein Artikel paßt viel besser ins im Titel genanntes Brett.

Ansonsten klingt das für mich so, als ob Du primär ein Suchtproblem
(Alkohol und Arbeit sind wohl ein beliebtes Paar an Suchtmitteln :wink:
hast und als ob Du dem allein machtlos gegenüberstehst.
Es ist extrem gut, daß Du von Dir aus Hilfe suchst, Du hast aber scheinbar einfach Pech gehabt bzw. durch, ich sag mal, vermutlich ungünstige Lebensumstände hast Du da einfach noch nicht den richtigen Weg heraus gefunden.
Das geht meines Wissens aber sehr sehr vielen so!
Sehr häufig brauchen die Leute mehrere Anläufe. Das muß nicht an ihnen oder den behandelnden Ärzten bzw. Therapeuten liegen, das ist wohl z. T. einfach typisch für eine Suchtkrankheit.
Laß Dich davon nicht entmutigen.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt nach einer professionellen Entwöhnung nach meiner Überzeugung in der Nachsorge, d.h. man sollte sich vor allem einer Gruppe „trockener“ Suchtkranker anschließen.
Erstens ist das der Weg, den Suchtdruck (mit dem ein Suchtkranker vermutlich immer leben muß) abzubauen, es hilft einem also ungemein, abstinent zu bleiben (und die Sucht nicht einfach zu verlagern, z. B. von Alkohol auf die Arbeit oder auf Medikamente oder oder).
Zweitens kann man erkennen, wie typisch doch das eigene „Schicksal“ für diese Krankheit ist (da man eben mit vielen Leuten, die ganz ähnliche Probleme haben, sprechen kann) und so gewinnt man Einsicht in seine Krankheit.
Mein Rat wäre:
Gib Dich nie auf!
Suche Rat bei einer öffentlichen Stelle, die Suchtberatung macht.
Dort vermittelt man Dich sicher an entsprechende Einrichtungen weiter, die was taugen.
Viel Glück und laß (vielleicht im passenderen Brett :wink: von Dir und Deinen Erfolgen oder Mißerfolgen hören, damit andere auch davon profitieren können (wäre jedenfalls im Sinne dieses Forums).
Grüße,
Grünblatt

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hallo michael.
mach dir keine sorgen,du bist ganz normal.
jeder 2te ist so gesund wie du.

gruß mücke’

Hoi,

vorweg FAQ:1079

Also man gerät ja leicht in Versuchung sich die allgemeinen Klischees eines Informatikers vorzustellen (welche du ja auch, so glaube ich teilweise aufgreifen wolltest): d.h. kommt mit Menschen nicht so zurecht, befasst sich lieber mit Maschinen, welche wenigstens logisch handeln und so (halbwegs) das tun was man will bzw. sich vorstellt.

Naja. Ich glaube das große Stichwort hab ich eh schon genannt; man muss lernen über seinen Schatten zu springen, auch wenn das bei einer sozialen Phobie wohl eher ‚etwas‘ schwer ist.

Ich seh das irgendwie so (vorsichtig eigene Ideologie :wink: ): der Mensch ist ein Herdentier, und braucht auch andere Menschen, also zwischenmenschliche Kontakte und so.
Und naja es ist ein bisschen ein Teufelskreis: klar wenn du niemanden kennst willst auch nicht wirklich das lokale Unterhaltungsangebot nutzen (z.B. alleine Billiard spielen stelle ich mir blöd vor), aber wenn du nicht vom PC wegkommstkannst auch niemanden kennenlernen. z.B. auch die eine oder andere nette weibliche Bekanntschaft.

Also wichtig ist: sich selbst nicht aufgeben (auch wenn sowas schwer ist). (wichtig) Vielleicht ein anderes Hobby suchen ausser dem grauen Kasten suchen, wo man nicht nur mit Leuten per ICQ kommuniziert. Oder mal ganz praktisch: es wird doch einen einzigen Hansel geben mit dem du dich auch nur ein winzigkleines bisschen verstehst: geh halt mit dem weg. Vielleicht lernst Bekannte von dem kennen die dir mehr zu sagen etc.

Und wenn ich schon dabei bin, noch eine abgedroschene Flosekel: was ist schon normal?

mfg
Matze

Was sollen wir hier dazu sagen? Begib Dich in professionelle Hilfe…

Ansonsten wäre mein ganz persönlicher, völlig kompromissloser aber ahnungsloser Rat: hör auf zu saufen und fang an Sport zu treiben, kauf dir n paar Laufschuhe und renn los. erst n paar minuten am tag und dann immer mehr, irgendwann, wenn du so bei ner std täglich, bei jedem wetter, bist gehts dir mit sicherheit besser…

ElC.

hallo michael,

wenn du unglücklich mit deiner lebsnweise bist, wirst du eine entscheidung fällen wollen (müssen).

ein bischen etwas verändern wird nicht klappen und die eierlegende wollmilchsau gibts in wahrheit auch nicht…

sprich - wenn dein leidensdruck nicht hoch genug ist, wirst du nach
abhilfe für das eine oder andere suchen, aber noch nicht bereit sein,
dich gänzlich einzulassen - z.b in sachen alkohol.
profis werden es dir besser und einfach erklären können und sicher auch
transparenz hineinbringen können - meiner ansicht nach jedenfalls macht alk als ständiges hilfsmittel zur beträubung beziehungsunfähig - auch in der bezeihung zu sich selbst. egal ob nun vorher schon probleme in der richtung vorgelegen haben „oder nicht“.

meiner ansicht nach kannst du nur mittels eines therapeuten langfristig etwas verändern, erkenntnisse sammeln, neue wege finden, alte aufgeben etc.

über die kassenärztlche vereinigung (auskunft) kannst du erfahren welche therapeuthen in deiner nähe für dich zum einen in frage kommen und zum anderen patienten aufnehmen können. du bekommst dort auf wunsch mehrere genannt. - solltest dann aber kruzfristig dort anrufen, denn sonst rufst du evtl vergeblich an, weil inzwischen doch kein patient mehr aufgenommen werden kann.
ggfs. könnte man dir dort auf eine koordinationsstelle nennen, wo mit dir besprochen wird, welche art therapie für dich die passende ist.

eine therapie ohne den festen eigenwillen und wunsch nach echter ver- änderung und nat. hier dann auch den „abschied“ vom alk. wird nicht funktionieren, aber das wird dir alles der/die thera erklären.

sicherlich wird man mit dir auch klären, welche massnahmen hier nötig wären und wegen deiner depressionen ebenfalls.

ich denke, da muss ein richtiger plan her über den du dann auch nachdenken kannst und deine entscheidungen fällen kannst denn davon
hängt das gelingen ab, die bereitschaft die verantwortung für das eingene leben und deine zukunft tragen zu wollen.

das mal aus laiensicht und ohne anspruch auf vollständigkeit.

ansonsten wie hier schon mehrfach erwähnt - in der rubrik psychologie wärst du besser aufgehoben mit deinem anliegen. dort sind auch profis.

liebe grüsse

nina

Ansonsten wäre mein ganz persönlicher, völlig kompromissloser
aber ahnungsloser Rat: hör auf zu saufen und fang an Sport zu
treiben, kauf dir n paar Laufschuhe und renn los. erst n paar
minuten am tag und dann immer mehr, irgendwann, wenn du so bei
ner std täglich, bei jedem wetter, bist gehts dir mit
sicherheit besser…

ElC.

hi ElCamain.

also sry wenn ich’s so sagen muss aber das is ja wirklich ein sinnloser Beitrag. Wenn das so einfach wär mit Saufen aufhören hätte er’s sicherlich schon getan. Und das Laufen hilft ihm vllt in gewissser weise beim selbstvertrauen, aber ob er damit freunde oder beziehungen findet, halte ich auch für sehr fraglich.
Letztlich ist es eine schwierige Frage was er tun kann. Professionelle Hilfe - gut und schön aber findet er damit wirklich freunde? Das hilft wenn überhaupt nur beim Trinken. Er muss einfach seine Angst überwinden und abends mal in die disco oder in eine Kneipe gehen.

MfG
Phipz

3 „Gefällt mir“

Hallo Michael,
ich hab einige Fragen an dich:
musstest du irgendwann mal wirklich Verantwortung übernehmen
(für dich, Partner, Tiere?) bzw wie lange hast du selbst
und eigenverantwortlich gelebt?
Ohne eigenen Willen fruchtet keine Therapie. Therapie ist
Schwerstarbeit an sich selbst (hat man dich zu Therapien
gedrängt?). Was willst du wirklich ändern? Was bist du bereit,
selbst zu tun? Mir kommts eher so vor, als wenn du erwartest,
dass andere für dich dein Leben planen/organisieren (du nur
kritisierst „mag ich net“ selbst aber keinen Bock hast,
was zu tun „hab ken Luschd, is mir zu doof, is langweilig“)
Dein Schlusssatz: Für jede Idee/Anregung dankbar (also sollen
sich andere wieder über den Sinn deines Lebens Gedanken
machen, dir selbst nix einfällt).
Arbeit am PC muss nicht einsam machen. Ganz im Gegenteil
(sie w-w-w-Leute). Nur passiert nix, wenn man nur wartet,
statt selbst zu gehen (allein weggehen ist nicht dein Ding:
warum? sind andere nicht deine Kragenweite?)
Wieso gibts überhaupt Alkohol in deiner Wohnung?
*grübelnd*
Daggi

Hi,

einem Verein beitreten, in dem Gleichgesinnte oder Personen mit ähnlichen Interessen sind, kann ein guter Schritt sein, und wenn es erstmal nur LAN Parties o.ä. sind.

Gruß
Moriarty

Hi Michael,

Das was Du beschreibst nennt man wohl:

Normales Leben für Alkies

Ich würde Dir dringend vorschlagen eine Suchttherapie zu machen. Nach Möglichkeit stationär!
Da kommst Du erstmal aus Deinem Mist, der sich wohl als mehr oder weniger zielloses „rumarbeiten“ und „rumstudieren“ beschreiben läßt raus.
Und: du erhältst dort nicht nur die „Anleitung“, wie Du vom Alk wegkommst, sondern auch (und das ist oft schon der wichtigste Schritt vom Alk wegzukommen) Anregungen, wie Du Dein Leben in Zukunft etwas „gehaltvoller“ leben kannst.
Und laß’ bei Deiner Sauferei die Depri-Pillen weg! Das führt Dich höchstens noch in eine weitere Abhängigkeit rein!
Der erste Schritt sollte Dich nach Möglichkeit zu einer Suchtberatung (Caritas o. ä.) führen. Dort wird man Dir auch Möglichkeiten zeigen können, was Du tun kannst.
Du könntest auch zu einer AA-Gruppe gehen. Es gibt viele Alkoholiker, die sich da wohlfühlen und große Hilfe erhalten. Allerdings schreckt das „Ambiente“ dort auch manche zurück.
Aber: Versuch macht kluch. Du wirst in einer AA-Gruppe nicht „Mitglied“ oder sowas. Du „mußt“ da nicht wiederkommen! Du gehst da einfach hin und siehst ob es Dir was bringt oder nicht. Keiner fragrt Dich woher Du kommst und wohin Du gehst. Und vielleicht kommst Du auch wieder. Willkommen bist Du, wenn Du den Willen hast, mit dem Saufen aufzuhören.
Adresse: http://www.selbsthilfenetz.de/e2/e2741/index_ger.htm…

Auf dieser Seite findest Du noch mehr Adressen in Bielefeld:

http://selbsthilfenetz.org/e2/e2741/index_html?stich…

Solltest Du allerdings starke körperliche Entzugserscheinungen bei dem Verzicht auf Alk haben, muß ich Dir dringend anraten, einen Arzt aufzusuchen und eine Entgiftung in der Klinik durchzuführen. Mit einer Entgiftung ist nicht unbedingt zu spaßen und bei eventuellen Ausfallerscheinungen bist Du in einer Klinik zumindest körperlich versorgt. (Je nach Klinik auch psychisch).

Aber TU WAS!

Viele Grüße
HylTox

Hallo,

Ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich Freunde finden kann
und an eine neue Beziehung wage ich nicht mal zu denken.

Generell weiß ich gar nicht, worüber ich mit anderen überhaupt
reden soll. Konversation ist für mich ein Fremdwort.

falls Du aus eigener Kraft vom Alk loskommst:
Melde Dich in einem Fitness-Studio an und gehe da jeden Tag nach der Arbeit hin. Die meisten haben bis 22 Uhr auf, manche noch länger. Du kannst an Geräten trainieren, in Kursen mitmachen, in der Wellness-Zone rumhängen, in die Sauna gehen,…
Das hätte viele Vorteile. Du lernst viele andere Leute kennen, musst Dich aber nicht gleich mit denen unterhalten. Das geht dann schon im Laufe der Zeit, und die Themen kommen dann schon (meist eben Sport, Fitness, Lifestyle,…). Vielleicht schmecken Dir ja auch irgendwann die Energy- und Eiweiss-Drinks an der Theke besser als das eklige Zeug, was Du zu Hause in Dich reinkippst. Ausserdem siehst Du schöne Frauen. Du sollst nun weder spannen noch baggern, aber es sollte Dich etwas motivieren, an Deinem Leben etwas zu ändern. Und - jeder kleine Schritt zählt. Du wirst nicht alles auf einmal ändern können. Auf jeden Fall hast Du ja schon mal erkannt, das es so nicht weitergeht.

Und wenn Du abends vom Sport heimkommst bist Du dann so müde dass ein kleines Bierchen (vorerst) als Einschlafhilfe reichen sollte. Und dann freust Du Dich immer auf den nächsten Tag, weil Du ja weisst, dass z.B. dienstags 18 Uhr immer diese süsse Blonde neben Dir auf dem Fahrrad strampelt und Du Dir überlegst, ob Du mal ein vorsichtiges „Hallo“ probieren solltest, na usw. Du weisst schon, was ich meine.

Also los, Computer aus, raus aus der Bude, und rein ins pralle Leben. Mit 33 gehts doch erst richtig los.

Viel Glück.

Olaf

Hallo Michael,

ich hab Deinen ARtikel und die Antworten mal kurz überflogen…

also, spontane Antwort von mir, auch wenn jetzt alle auf mich „reinhauen“:

Ich glaub nicht, daß Dein primäres Problem der Alkohol ist. Für mich riecht das Ganze nach einer ernsthaften Depression. Du säufst aus Frust und aus Langeweile, kann das sein?

Es ist ja nix gegen 2 Viertele Wein einzuwenden. Aber danach sollte Schluß sein. Mein Gott und wenn die Flasche leer ist, auch nicht so schlimm, aber mach keine 2. auf.

Ich finde auch, Du solltest Deinem Leben wieder etwas Sinn und Freude geben. Den Vorschlag mit dem Joggen fand ich gar nicht schlecht. Raus an die frische Luft, in die Natur, Bewegung !!! Das macht den Kopf frei, setzt Glückshormone frei und Du fühlst Dich danach unheimlich wohl und selbstzufrieden.

Freunde findet man auch gut über Hobbies/gemeinsame Interessen.

Gibt es nichts, was Du gerne machen würdest? Überleg mal… dann such Dir einen Verein, wo es Gleichgesinnte gibt. Z.B. Sport, Malen, Lesen, Schach, Reisen, Kochen, was weiß ich…

Wenn Du nicht gern in Kneipen und Discos gehst, dann laß es sein und mach was anderes… dort säufst Du auch nur rum und triffst doch eher nur oberflächliche Leute, denen in ihrem Leben nichts besseres einfällt, als dort hinzugehen.

Vielleicht mal ein klitzekleiner Ansatz…

Viele Grüsse

Knuffl

MOD: Artikel für die Thread-Verschiebung bearbeitet

Hallo Knuffl,

Ich glaub nicht, daß Dein primäres Problem der Alkohol ist.
Für mich riecht das Ganze nach einer ernsthaften Depression.
Du säufst aus Frust und aus Langeweile, kann das sein?

Frage: Was kommt zuerst? Die Depression oder der Alkohol-
missbrauch?
Das ist ungefähr auf der gleichen Ebene wie Henne oder Ei.

Es ist ja nix gegen 2 Viertele Wein einzuwenden.

Alkoholmissbrauch hat aber - wenn ich den Experten
eifrig genug zugehört habe - nicht wirklich was mit
der Menge zu tun. Sondern mit der Art, in der, der
Alkohol zu sich genommen wird.

Aber danach
sollte Schluß sein. Mein Gott und wenn die Flasche leer ist,
auch nicht so schlimm, aber mach keine 2. auf.

Wieviele Alkis kennst du?

Ich würde jedenfalls nach der Lektüre des Postings
schließen, dass sich Michael nicht mehr wirklich
selbst helfen kann. Egal, ob nun der Alk oder die
Depression vorrangig ist. Auch aus einer Depression
kann man sich nicht mit „ein bisschen guten Willen“
selbst rausholen.

HylTox und andere haben es gesagt: Hilfe von außen,
in verschiedensten Formen möglich, ist vonnöten.
Es gilt, die richtige zu finden.

Gruß
Elke

Hallo Knuffl,

Ich glaub nicht, daß Dein primäres Problem der Alkohol ist.

„zeitweise starke Alkoholabhängigkeit“
„Abends trinke ich regelmäßig zu viel Alkohol aus Frust über meine derzeit unbefriedigende Situation.“

  1. ein Alkoholiker ist lebenslang abhängig
  2. Welche Anzeichen sprechen bei dieser selbst beschreibung gegen eine Abhängigkeitserkrankung?

Für mich riecht das Ganze nach einer ernsthaften Depression.
Du säufst aus Frust und aus Langeweile, kann das sein?

Es ist ja nix gegen 2 Viertele Wein einzuwenden. Aber danach
sollte Schluß sein. Mein Gott und wenn die Flasche leer ist,
auch nicht so schlimm, aber mach keine 2. auf.

Ein wohlgemeinter Rat, der einem Alkoholiker ungemein viel hilft…

Den Rest Deines Postings kann ich unterschreiben, aber sag das einem Depressiven und Alkoholiker. Diese Dinge wissen sie selber, nur aufraffen dazu ist etwas ganz anderes.

BTW: ich spreche hier aus eigener Erfahrung.

Viele Grüße
HylTox

1 „Gefällt mir“

Hallo Michael,

raten kann ich Dir nicht. Aber einiges von dem, was Du beschreibst, trifft für mich auch zu, und ich versuche, damit zu leben, und diese Dinge für mich zu verbessern. Davon schreibe ich Dir ein bißchen.

Ich habe durch meine Arbeit sehr wenig Kontakt mit Menschen (hat viel mit PC und Elektronik zu tun, versuche mich selbstständig zu machen), hatte Zeiten von leichterer Depression, neige auch zu Soziophobie, gehe deshalb wenig aus und jedenfalls nicht ins „Nachtleben“. Nur mit Alkohol habe ich nichts zu tun (der war für mich nie eine Versuchung, da ich ihn wohl zu schlecht vertrage).

Ich gehe seit etwa drei Jahren in Therapie. Hat mich das weitergebracht? - die Einsamkeit z. B. ist noch da, ich leide aber nicht mehr so darunter, und bin nicht mehr depressiv, und ich bin motivierter. Mir geht es mehr darum, die Grenzen, in denen mein Leben verläuft, zu erweitern, sodaß vielleicht auch eine Beziehung einmal dazu gehört. Früher habe ich vor allem darüber gejammert, was mir alles im Leben fehlt, was mir zu einem „normalen“ Leben fehlt. Jetzt ist es mir egal, was unter „normal“ verstanden wird. Ich weiß ganz nüchtern, es ist noch sehr viel Arbeit. Was schon gesagt wurde, daß Therapie Schwerarbeit ist, bestätige ich.

Was mir zusehends wichtig geworden ist, ist eine Art von Disziplin: angefangene Dinge fertig zu machen. Das vermindert nicht die Soziophobie. Aber sie bleibt das, was sie ist: Mangel an Geübtheit in kommunikativen Fähigkeiten, nicht auch noch: Mangel an Selbstwertgefühl. Seit einiger Zeit mache ich jeden Abend eine kleine Übung: einige Yoga-Atemübungen vor dem Schlafengehen, sie dauern 7 Minuten. Egal wie müde ich bin, egal wie spät es ist. Das werde ich nicht aus Faulheit aufgeben, vielleicht später durch etwas anderes ersetzen.

Wie gesagt, ich gehe nicht ins „Nachtleben“. Denn ich weiß nicht, was ich dort alleine soll. Aber z. B. in Volkshochschulkurse, die mich interessieren.

Ich möchte Dir doch etwas raten: Dein Alkoholproblem anzugehen, das wäre ein guter Anfang, glaube ich. Abgesehen von den sonstigen Schädlichkeiten, verstärkt der Alkohol die Depression und vermindert das Selbstwertgefühl. Such Dir Hilfe dazu, sofern Du sie (wahrscheinlich) brauchst.

Abschließend noch: bei Deiner sonst recht präzisen Schilderung fiel mir etwas auf:

1 Lebensgemeinschaft 4 Jahre mit 1-2 Kindern anderer Väter

Also ein Kind, oder zwei Kinder, oder zuerst eines, dann, während dieser 4 Jahre, ein anderes von einem anderen Vater, oder die Kinder waren so nebensächlich, daß Du Dir ihre Zahl nicht gemerkt hast?

Liebe Grüße,

I.

also mir kommt das sehr bekannt vor - deine soziale Phobie ist etwas ganz natürliches wenn du einen gewissen anspruch an deine Umgebung hast - das allerdings macht verdammt schnell einsam und es bleiben nicht viele Möglichkeiten dieses zu kompensieren (s.Alkohol) - versuchs mit dem Internet, du nutze es doch eh schon und da gibt es richtig viele Kontaktmöglichkeiten um dir die weingen Nadeln aus dem Heuhaufen zu picken mit denen du etwas anfangen kannst und dann klappt das auch mit dem *mal rauskommen weggehen und so weiter - nur nicht aufgeben und sich ein Krankheitsbild suchen!
lG

Meine zusammengefassten Antworten
Liebge Ratgeber,
danke für die vielen Tipps.

Bemerkenswert ist erstmal, dass ich den ganzen Tag Angst hatte, die Antworten überhaupt zu lesen. Warum? Ich glaube, die Befürchtung war, es könnte drin stehen, dass ich an mir arbeiten muss a’la 'Dieser Weg wird kein leichter sein…). Wo ich doch schon froh bin, wenn ich überhaupt meine berufliche Arbeit schaffe und da soll ich noch mehr arbeiten? Es war doch die Freizeit, die mir eigentlich fehlt.
(Ich muss gerade über mich selbst lachen weil in meiner Logik wohl irgendwo ein Fehler zu sein scheint :wink: Ja, ich belüge mich selbst mit Ausreden und bin darin Meister *lachenbleibtimhalsstecken*)

Ich gehe hier mal zusammenfassend auf einige Antwort-Punkte ein:

Brett:
Meine ursprüngliche Frage war das ‚Freunde finden‘. Das mit den Sucht- und psychologischen Problemen sollte nur eine Anmerkung dazu sein, warum ich Probleme damit habe. Daher die Wahl dieses Brettes. Siehe ‚ZH-Peter‘

‚deceem‘
gebe ich VÖLLIG Recht. Bis vor 4 Jahren lebte ich im Elternhaus und danach habe ich meiner Frau die Verantwortung überlassen.
Meine Ausrede: Effizienz! Warum sollte man etwas selbst machen, wenn es auch andere für einen tun können? Warum stimmt hier das ökonomische Prinzip nicht? Es ist doch viel leichter, Fernseh zu glotzen und gar nichts zu wollen als durch den Park zu joggen oder ein Haus zu bauen oder eine Beziehung zu pflegen. *selbstironischesgrinsen*

Diese Effizienz kenne ich z.B. von den ‚Borg‘ (oder ‚Data‘ oder ‚T-Pol‘) aus StarTrek, die überhaupt keine Gefühle haben und nur rein logisch denken.

Alkohol:
Bis vor 2 Monaten meine Frau auszog kam ich mit einer Kiste Bier noch einen Monate hin und in den 6 Wochen Reha gabs ja auch (fast) keinen Alkohol (und keinen PC), so dass ich das gar nicht als das Hauptproblem ansehe, sondern nur als Nebeneffekt von Einsamkeit und Ziellosigkeit.

‚Matze‘:
In der Reha habe ich tatsächlich mal allein Billard gespielt und wurde prompt von einer hübschen frau angesprochen! *lach*

Sport:
mag ich natürlich gar nicht :wink: weder Fußball im TV noch eigenen. Meinen Heimtrainer habe ich gerade meinem Vater verkauft, weil der hier jahrelang verstaubt ist. In der Reha bin ich bestimmt 100 km gewandert und gewalkt und da gings mir ja auch besser. Nur danach zu Hause war alles wieder futsch. Ich stimme also zu, dass mir Bewegung auf jeden Fall helfen würde wenn mir nicht die Motivation dazu fehlen würde.

‚nina‘:
Richtig, der Leidensdruck scheint noch nicht hoch genug zu sein (Durch die Ablenkung mittels PC und Alk). Wenn einem alles egal ist, leidet man halt weniger (außer an Langeweile, Ziellosigkeit und Einsamkeit)

Psychologische Hilfe:
Ich glaube, ich muss mal anfangen selbst die Verantwortung für meine Dinge zu übernehmen und sie nicht auf Psychologen abzuwälzen. Es nutzt am Ende gar nichts, wenn z.B. meine Frau mir 3 Jahre erfolgreich hilft, mit weniger Alkohol auszukommen und ich kaum, dass sie mal nicht da ist, eine Kiste Bier in 2 Tagen leer mache. Ich muss es selbst wollen! Auch das ‚Spaß am Leben haben‘, ‚Sich Ziele setzen und konsequent verfolgen‘ usw.
Aber wie macht man das: ‚es wollen‘??? Elektroschocks? Logisches umdenken? Hypnose? Kopf gegen die Wand schlagen?

‚Idomeneo‘ 1-2 Kinder:
Das eine Kind lebt bei ihrem Exmann und war nur alle 14 Tage da, deshalb ‚1-2‘.

‚Claudia Tänzer‘:
„Internetkontakte“
Beide Beziehungen, die ich hatte waren aus dem Internet. Dazwischen habe ich einmal mit ‚aller Gewalt‘ versucht über Internet und Kontaktanzeigen was passendes zu finden aber das ging gar nicht weil Liebe paradoxerweise um so weniger eintritt, je stärker man es ‚will‘. In den 2 Fällen war es tatsächlich purer Zufall. Viel zu oft bin ich von Internetbekanntschaften an der Nase herum geführt worden als dass ich da noch einmal meine Zeit verschwende.

„sich ein Krankheitsbild suchen“
Genau, ich habe ja für alles eine Ausrede: Ich kann ja gar keine Verantwortung für mich selbst übernehmen weil ich ja leider depressiv bin und dafür, dass ich depressiv geworden bin, bin ich natürlich erst recht nicht verantwortlich *LACH* Ist doch ein tolles System: Man kann faul sein, ist aber selbst nicht daran schuld! *G*

„Anspruch an die Umgebung“
Wieder richtig: Ich halte mich für einen ‚Auserwählten‘ und weigere mich einzusehen, dass ich es nicht bin. Deswegen rede ich auch mit niemandem, weil sich genau das ja dabei herausstellen könnte. Und dann würde ja meine schöne Traumseifenblase zerplatzen und der letzte Rest Selbstbewusstsein (in Wahrheit = überhebliche Arroganz) verschwinden. Also darf ich auf gar keine Fall unter Leute gehen! *ironischgrins*
Und weil ich mich für so ein Genie halte, bin ich so perfektionistisch, dass ich nie etwas fertig und zu Ende kriege. Deprimiert bin ich, weil ich den megahohen Ansprüchen, die ich an mich selbst stelle, nicht gerecht werden kann.
Solange mein einziges Lebensziel (oder krankhafter Zwang) nur darin besteht, ein Programmiergenie werden zu müssen, werde ich alles andere als primitiven minderwertigen Unsinn ansehen, für den ich keine Zeit verschwenden darf (Sogar das Beenden des Informationstechnik-Studiums fällt darunter weil ich ja auch ohne Diplom schon sehr gut programmieren kann)

Während ich jetzt schreibe muss ich dauernd lachen, was für irrwitzige Logikkonstruktionen sich da anscheinend in meinem Gehirn verknotet haben. Nur bleibt mir dieses Lachen dann wieder im Hals stecken weil die Folgen davon eher traurig sind. Wenigstens schaffe ich es durch das Schreiben hier, einiges davon aufzudecken (auch für mich selbst).

Lieben Gruß,
Michael ‚Mensch‘
(Borg sind eigentlich nur dumme versklavte Maschinen)

Lichtblick
Ich habe mir jetzt mal das lokale Volkshochschulprogramm angesehen und bin echt überrascht. Zwischen den Töpfer- und Vogelkundekursen gibt es tatsächlich (extra für mich) einen Flirtkurs im März! *begeisterungsstrahlen*

Und noch andere ganz interessante Sachen, die genau auf meine Mängel zugeschnitten zu sein scheinen:
‚Vom Smalltalk und der Schlagfertigkeit‘,
‚Kompetent und selbstsicher‘
oder ‚Coaching‘:
Coaching ist eine zeitlich begrenzte, bedarfsorientierte Unterstützung, die das Selbsthilfepotential aktiviert. Wenn Sie eine Idee haben, was Sie wollen, aber noch nicht herausgefunden haben, wie Sie es erreichen können, dann kann Coaching Ihnen helfen. Es bietet Ihnen Werkzeuge, Methoden, Tricks und Strategien, die Sie darin unterstützen, das Leben zu leben, das Sie sich wünschen, - privat wie beruflich.

Auch wenn ich allgemein sehr unmotiviert bin, glaube ich jetzt doch, dass ich mich dazu aufraffen kann.
Dann ist der Anfang wenigstens schon mal gemacht.
Gruß,
Michael

Hi,

(Borg sind eigentlich nur dumme versklavte Maschinen)

und leben im Kollektiv :wink:

mfg
Matze

Hallo Michael,

nur ganz kurz:
Viele Anti-Depressiva vertragen sich nicht mit Alkohol, und zwar massiv.

Von Johanniskraut-Präparaten kann man das nicht behaupten, da ist nur die dämpfende Wirkung des Alkohols u.U. verstärkt.

Versuche es doch einfach mit Johanniskraut-Mitteln, wie z.B. Felis von Hexal, das ist alles nicht verschreibungspflichtig.
Etwa 1000 mg pro Tag sollten reichen.
Nach ein bis zwei Monaten solltest Du Erfolg merken (Depressives Gefühl ist weg), sonst hilft es bei Dir nichts (KANN vorkommen).

Gruß
WB