Ende oder Neubeginn
Hallo Harwin,
ich bin nicht ganz sicher, ob es Sinn ergibt, diese Diskussion noch weiter zu führen. Bisher habe ich von Dir wenig konkrete Argumente gegen Adoption/Samenspende für homosexuelle Paare bekommen. Nochmal zusammengefasst:
- Kinder brauchen Bezugspersonen beiderlei Geschlechts. Das ist korrekt, trifft aber auch auf die vielen Kinder alleinerziehender Eltern zu. Andere Familienmitglieder können diese Rolle übernehmen.
- Kinder homosexueller Paare werden selbst homosexuell. Das ist falsch, da Homosexualität weder erblich noch anerzogen ist.
- Kinder homosexueller Paare könnten gehänselt werden. Kinder werden aus allen möglichen Gründen gehänselt. Wenn es nicht die Homo-Eltern sind, dann der türkische Vater, die Brille, das Übergewicht, der Sprachfehler, usw. Es kann nicht die Lösung sein, alle Kinder möglichst gleichzuschalten, damit sie nicht gehänselt werden. Mit zunehmender Alltäglichkeit wird auch die Tatsache, homosexuelle Eltern zu haben, nichts besonderes und damit kein größerer Hänselungsgrund sein
Auf diese Dinge angesprochen windest Du Dich wie ein Aal. Es sein egoistisch, sagst Du, eine Samenspende eines Dritten zur Befruchtung zu benötigen. Aber das machen zigtausende Heterosexuelle doch auch. Keine der vielen Samenbanken in Deutschland darf einer lesbischen Frau helfen, außer sie ist mit einem Mann verheiratet. Was glaubst Du, was die dort den ganzen Tag machen? Bei jedem 80. Baby in Deutschland wird „Nachhilfe“ bei der Zeugung benötigt. Alles Egoisten?
Weiterhin sagst Du auch, eine Lesbe, die mit einem Mann schläft, könnte keine Lesbe sein, höchstens bisexuell. Das ist falsch. Wenn ich nächste Woche jeden Tag mit einem anderen Mann schlafen würde (weil ich schwanger werden will, weil ich Lust drauf habe, weil ich neugierig bin, weil ich 5 verschiedene sehr begehrenswerte Männer kennenlerne …) bin ich am nächsten Samstag genau so homosexuell wie heute.
Im Gegenzug wird ein Mann, der einen anderen Mann attraktiv findet und mit ihm aus einer Laune heraus im Bett landet, damit nicht automatisch schwul oder bi. Viele Homosexuelle entscheiden sich dafür, ihre Veranlagung nicht auszuleben, sondern heiraten und haben Kinder. Trotzdem sind sie Homosexuelle.
Gehe bitte mal in Dich und sage uns klar und deutlich, was Deine Probleme beim Thema Homosexuelle und Kinder sind. Wenn es spezifische Aspekte gibt, die dort problematisch und für die Kinder ein Risiko sind (und ich will nicht partout abstreiten, dass es welche gibt), dann kann man hier bestimmt gut darüber diskutieren. Wenn Du aber feststellst, dass Du einfach selbst ein Problem mit Homosexuellen hast, und Dir der Gedanke, dass diese abnormen Leute Kinder haben, nicht gefällt, dann ist diese Diskussion Zeitverschwendung. Ich akzeptiere das dann als Deine persönliche Meinung, und das wars.
Gruß,
Myriam