Nüchtern+Laufen

Hallo,

mein Sohn (20) verlässt in der Früh ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben das Haus und rennt zur U-Bahn (immer zu spät dran) - ca. 20 Minuten. Er erzählte mir, dass ihm, wenn er sich sehr hetzt, immer „ganz komisch“ wird.
Ich möchte ihm nun gern erklären, was in seinem Körper passiert, wenn er, ohne etwas zu trinken (oder zu essen), loshetzt.
Könnt Ihr mir dabei helfen?
Danke.
Irene

Hallo Irene!

Wenn Dein Sohn morgens nüchtern aufwacht, liegt sein Blutzuckerspiegel wahrscheinlich unter 80. Rennt er dann 20 Minuten lang, kommt es zu einer Unterzuckerung.
Abhilfe: Traubenzucker (falls er sich nicht zu einem Frühstück durchringen kann).

Die zweite Ursache für das komische Gefühl kann durch den Kreislauf ausgelöst werden, wenn nämlich zu wenig Flüssigkeit zugeführt wird.
Kombinierte Abhilfe: eventuell ein Glas Saft?

Alles Liebe nach Wien

Hanna

Hallo Hanna!
Danke - erstens für die Erklärung, das kann ich ihm jetzt gleich einmal sagen.
Zweitens für die Lösung - ich glaube, den Traubenzucker kann ich ihm „reindruck’n“, das wird er wohl schaffen.
Eine Zeit lang hab ich ihm ein Glas „Trinkfrühstück“ nachgetragen, in der Hoffnung, er gewöhnt es sich an.
Müssen wir Mütter eigentlich auch 20jährigen noch mit dem Frühstück nachlaufen??? :wink:
Liebe Grüße
Irene

Müssen wir Mütter eigentlich auch 20jährigen noch mit dem
Frühstück nachlaufen??? :wink:

Ganz sicher NICHT!
Dass wir es trotzdem tun, muss an einem besonderen, möglicherweise mutierten Mutter-Gen liegen!

Mein dürrer 18jähriger versicherte mir glaubhaft, er könne morgens „nicht viel“ essen, 'runtergehandelt hat er mich letztendlich auf 2 EL von irgendwas.

Also erhitze ich in aller Herrgottsfrühe und noch ziemlich ferngesteuert 100 ml Milch mit 1 EL Instantflocken und 0,5 TL Vanillezucker in der Mikrowelle.
Inzwischen schnippele ich 1 Erdbeere (die schönste, roteste und süßeste, die sich in meinem indisponierten Zustand irgendwie eruieren lässt) und ca. 2,5 cm Banane in mikroskopisch kleine Stücke, die ich dann mit einer in hauchdünne Scheiben geschnittenen Paranuss unter die heiße Haferflocken-Milch-Mini-Menge rühre und zum Verzehr bereitstelle.

Täte ich das nicht, könnte ich ungefähr 15 Min. länger schlafen (oder laufen, wenn ich in DER Phase bin), das Kreuzworträtel in der Tageszeitung lösen, noch sämtliche Blumen gießen oder ganz einfach den neuen (Arbeits-)Tag völlig relaxed beginnen.

Statt desssen sehe ich ihm hochzufrieden beim Frühstücken zu.
Und zwar ganze 3,5 Sekunden lang!

Klar sind wir bescheuert! Natürlich würde er ohne diese Mühen NICHT verhungern! Sicher weiß ich, dass sein Lebensglück von diesen 2 Esslöffeln Pampe völlig unbeeinflusst bleibt!
Aber es beruhigt MICH ungeheuer! Deshalb mache ich es gern! :smile:

Birgitt

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Hallo,

Abhilfe: Traubenzucker (falls er sich nicht zu einem Frühstück
durchringen kann).

Dann sollte er ziemlich flott danach etwas essen, sonst besteht die faire Chance das er flach liegt. Nicht umsonst findet Traubenzucker bei Sportlern kaum mehr Anwendung.

Gruss
Enno

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Hallo Irene,

mein Sohn (20) verlässt in der Früh ohne etwas gegessen oder
getrunken zu haben das Haus und rennt zur U-Bahn (immer zu
spät dran) - ca. 20 Minuten. Er erzählte mir, dass ihm, wenn
er sich sehr hetzt, immer „ganz komisch“ wird.
Ich möchte ihm nun gern erklären, was in seinem Körper
passiert, wenn er, ohne etwas zu trinken (oder zu essen),
loshetzt.
Könnt Ihr mir dabei helfen?

§ - 4 x pro Tag zu essen ist eine Erfindung, die sich in Mitteleuropa erst seit dem 19.Jahrhundert breit macht. Das vorweg.

Es sollte doch möglich sein, dass Du Deinen Sohn einfach mal fragst, was er macht, wenn er wo-auch-immer nach der U-Bahn ankommt. Ißt er dann auch nichts? Oder ißt er was?

Wenn ja, ist der Fall erledigt.

Wenn nein, kannst Du ihm nicht helfen. Dein Sohn ist 20. Wann glaubst Du, soll er Eigenverantwortung für sein Wohlbefinden übernehmen?

viele Grüße
Geli

Hallo,

Mein dürrer 18jähriger versicherte mir glaubhaft, er könne
morgens „nicht viel“ essen,

solche Leute gibts. Mich zB. Oder meine Frau. Ab 9 Uhr kann ich dann beim Essen zulangen. Aber nicht morgens um 6.

Also erhitze ich in aller Herrgottsfrühe und noch ziemlich
ferngesteuert 100 ml Milch mit 1 EL Instantflocken und 0,5 TL
Vanillezucker in der Mikrowelle.
Inzwischen schnippele ich 1 Erdbeere (die schönste, roteste
und süßeste, die sich in meinem indisponierten Zustand
irgendwie eruieren lässt) und ca. 2,5 cm Banane in
mikroskopisch kleine Stücke, die ich dann mit einer in
hauchdünne Scheiben geschnittenen Paranuss unter die heiße
Haferflocken-Milch-Mini-Menge rühre und zum Verzehr
bereitstelle.

Also ich würde das als (tschuldigung) „schön blöd“ bezeichnen. Richte ihm einfach ein Müsli in zwei Tuppers. Eins fürs Müsli und eins für die Milch (manche mögens auch lieber mit Saft). Das kann er dann mitnehmen.

Täte ich das nicht, könnte ich ungefähr 15 Min. länger
schlafen (oder laufen, wenn ich in DER Phase bin), das
Kreuzworträtel in der Tageszeitung lösen, noch sämtliche
Blumen gießen oder ganz einfach den neuen (Arbeits-)Tag völlig
relaxed beginnen.

Dann mach das eben so!

Statt desssen sehe ich ihm hochzufrieden beim Frühstücken zu.
Und zwar ganze 3,5 Sekunden lang!

Klar sind wir bescheuert! Natürlich würde er ohne diese Mühen
NICHT verhungern! Sicher weiß ich, dass sein Lebensglück von
diesen 2 Esslöffeln Pampe völlig unbeeinflusst bleibt!
Aber es beruhigt MICH ungeheuer! Deshalb mache ich es gern!
-)

tja, Hopfen und Malz verloren…

übrigens fahre ich nach dem Aufstehen morgens ohne Frühstück mit nur einem Kaffee 20 km mit dem Fahrrad zur Arbeit (bei meiner Frau sinds 25 km) ohne dass mir komisch wird. Dort angekommen habe ich dann langsam Hunger und kann mich meinem mitgenommenen Frühstück widmen.

Ich glaube, das Problem mit dem „komisch“ werden liegt meist daran, dass zu hektisch begonnen wird. immer nach dem Motto:

Möglichst lange schlafen, dann schnell fertig machen und weg.

Wir lassen den Wecker etwas früher klingeln, trinken den Kaffee gemütlich im Bett und haben auf diese Weise Zeit, den Körper richtig wach und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dann ohne Hektik ins Bad, Sachen packen und aufs Fahrrad.

Gruss, Niels

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Hallo,

übrigens fahre ich nach dem Aufstehen morgens ohne Frühstück
mit nur einem Kaffee 20 km mit dem Fahrrad zur Arbeit (bei
meiner Frau sinds 25 km) ohne dass mir komisch wird.

er ist 20 und rennt (zur U-Bahn). Scheinen mir andere Vorraussetzungen zu sein als bei Dir. Es ist z.B. auch gut möglich, daß durch Dein regelmäßiges Radeln der Fettstoffwechsel besser funktioniert als bei ihm.

Gruss
Enno

Hallo Hanna!

Wenn Dein Sohn morgens nüchtern aufwacht, liegt sein
Blutzuckerspiegel wahrscheinlich unter 80. Rennt er dann 20
Minuten lang, kommt es zu einer Unterzuckerung.
Abhilfe: Traubenzucker (falls er sich nicht zu einem Frühstück
durchringen kann).

Sport gleich nach dem Aufstehen, ohne Frühstück - das habe ich einmal in einem Krankenhaus erlebt (war dort zwecks Konditionstraining/Muskelaufbau vor OP).
Morgens vor dem Frühstück war erst einmal 45 min.Joggen und dann 45 min. Schwimmen an der Tagesordnung.
Wir Patienten (alles Jugendliche zwischen 12 und 25) wurden nicht darauf hingewiesen, vorher besser noch etwas zu essen; wenn ich mich recht daran erinnere, hieß es sogar, wir sollen vor dem „Frühsport“ nichts essen und auf nüchternen Magen Joggen.
–> das mit der Unterzuckerung ist mir schon klar, nur warum haben sie sowas in einer Klinik gemacht? (aber, „umgekippt“ ist niemand!)

Viele Grüße,
Nina

Hallo,

er ist 20 und rennt (zur U-Bahn). Scheinen mir andere
Vorraussetzungen zu sein als bei Dir. Es ist z.B. auch gut
möglich, daß durch Dein regelmäßiges Radeln der
Fettstoffwechsel besser funktioniert als bei ihm.

das spielt sicher auch eine Rolle. Ich kenne bei mir nur eben den Effekt, wenn ich aus dem Bett springe und gleich losradele würde ich mich nach spätestens 2 km übergeben müssen und der Rest des Tages wäre gelaufen.

Gruss, Niels

Wenn nein, kannst Du ihm nicht helfen. Dein Sohn ist 20. Wann
glaubst Du, soll er Eigenverantwortung für sein Wohlbefinden
übernehmen?

Hallo,
genau das habe ich befürchtet, dass hier so eine Meldung kommt.
Und ich habe mich gefragt, wie ich wohl darauf reagieren werde.

Nur so viel dazu: ich hatte gefragt, ob mir jemand die Stoffwechselvorgänge kurz und prägnant sagen kann, was Hanna getan hat. Dies habe ich ihm weitergesagt.
Dass er mit 20 selbst weiß und wissen soll, was er zu tun hat, steht außer Frage.
Punkt.
Gruß
Irene

Hallo Enno,
danke für den Hinweis.
Gibt es dafür auch eine Begründung?
Gruß
Irene

Abhilfe: Traubenzucker (falls er sich nicht zu einem Frühstück
durchringen kann).

Dann sollte er ziemlich flott danach etwas essen, sonst
besteht die faire Chance das er flach liegt. Nicht umsonst
findet Traubenzucker bei Sportlern kaum mehr Anwendung.

Gruss
Enno

Danke für den herrlichen Artikel!
Irene

Hallo,
klar - Unterzucker. Traubenzucker „geht“ schnell ins Blut, der Körper muß mit Insulin gegenregeln und das führt i.allg. mittelfristig wieder zum Unterzucker. Man unterzuckert schon leicht so mit Traubenzucker aber den auf nüchteren Magen ist wirklich eine schlechte Idee.

Gruss
Enno

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Hallo,

mein Mann (Mitte 50) und ich (Ende 40) wandern jeden Sonn- und Feiertag morgens zwei bis drei Stunden durch unsere nordhessischen Wälder – ohne Frühstück --. Wir nehmen ausreichend Wasser mit, uns wurde noch niemals schummerig oder schlecht. Ganz im Gegenteil, wir fühlen uns richtig gut dabei, weshalb wir es immer wieder machen.

Daheim gibt es dann gleich Mittagessen.

Es gibt Menschen, die öfter mal eine ganztägige „Nullrunde“ einlegen, das soll doch sehr gesund sein, oder?

Liebe Grüße
Karin

Hallo,
die Energiebereitstellung beim Rennen und Wandern ist einfach unterschiedlich. Beim Wandern wird wenig Glykogen benötigt, beim Rennen viel. Das allein könnte der Unterschied sein - insbesondere wenn man bedenkt, daß bei einem jüngeren Menschen der nächtliche Glykogenverbrauch deutlich höher ist (