H wie Hola.
Kalorie ist nicht gleich Kalorie - was heißt das genau!
Das heißt genau, der Körper reagiert nicht bei jeder Kalorie mit dem gleichen Blutzuckerspiegelverhalten. Je nachdem, aus welchem Nahrungsmittel eine Kalorie kommt, zeigt der Körper unterschiedliche Reaktionen darauf.
Beispiel: Du nimmst 150 kcal aus einem Apfel zu dir. Infolgedessen steigt der Blutzuckerspiegel durch die Kohlehydrate, jedoch nicht allzu stark an, verbleibt aber über mehrere Stunden auf diesem Niveau und fällt anschließend auf den Ausgangswert wieder ab.
Nimmst Du jetzt aber 150 kcal aus ein paar Scheiben Weißbrot zu Dir, *schießt* der Blutzuckerspiegel in die Höhe (im Vgl. zum Apfel), sinkt aber nach einiger Zeit sogar recht rapide ab, und zwar *unter das Ausgangsniveau*. Nicht nur, daß der Körper jetzt erneute Energiezufuhr benötigt, er reagiert auch auf dieses Nahrungsmittel ensprechend, indem er Dich das nächste Mal *mehr* Weißbrot essen läßt, damit sich ein akzeptables Blutzuckerspiegelniveau einstellt nach der Verbrennung.
Dieser fast schon revolutionäre Zusammenhang konnte erst 2004/2005 richtig wissenschaftlich nachgewiesen werden mit Blick auf die Ernäherungswissenschaften.
Anders formuliert, es ist relativ egal, wieviel Brennwert Du Deinem Körper zuführst, die Frage ist: Aus welchen Nahrungsmitteln beziehst Du den Brennwert. Folgerichtig gilt: Eine Kalorie ist nicht gleich einer Kalorie.
Dieser Effekt mit dem Blutzuckerspiegel konnte für Weißmehlprodukte und für viele Weißzuckerprodukte beobachtet werden.
Anders herum schlägt die Evolutionsbiologie in genau diese Kerbe, so daß die bisherige Ernäherungspyramide (wie sie bspw. auf der Cornflakes-Packung eines großen amerikanischen Herstellers seit Jahrzehnten aufgezeigt ist) ins Wanken gerät.
Fakt ist: Der Mensch ist angepaßt an die Verwertung von tierischem Eiweiß, inkl. *fettigem* Fleisch, und pflanzlicher Kost (Obst&Gemüse).
Diese Form der Ernährung (durchaus eben auch mit deutlichen Fettanteilen) geht weit über 3 Millionen Jahre zurück in die Zeiten eines Australopithecus afarensis und den Hominidenformen davor.
Ackerbau und Landwirtschaft kamen erst vor ca. 10.000 Jahren auf. Industrialisierte Landwirtschaft erst vor ein bis zwei Jahrhunderten.
Ebenfalls erst seit rund 100 bis 150 sind weiterverarbeitete Produkte wie Kuchen etc. für breite Teile der Bevölkerung zugänglich.
Mit anderen Worten: An Weißmehlprodukte und heutige Weißzuckerprodukte, oder sogar (heutige) Süßigkeiten/Kuchen sind wir rein gar nicht genetisch angepaßt. Das schließt auch Nudelspeisen mit ein.
Daher häufen sich die Indizien, das insbesondere Kohlehydrate aus solchen Produkten maßgeblich ebenfalls zur Verfettung der Industrienationen der letzten Jahrzehnte beigetragen hat. Sicherlich kommen auch noch Faktoren wie Bewegungsmangel und zuviel Nahrungsaufnahme/einseitige Nahrungsaufnahme erschwerend hinzu. Würde aber die bisherige Ernäherungspyramide stimmen, hätte es in den letzten 30 Jahren nicht diese Übergewichtsexplosion gegeben.
Anders formuliert: MAn könnte sogar fünf Hamburger auf einmal essen, ohne großen Schaden davonzutragen, ****wenn man das helle Brot wegließe****. Fettiges Fleisch ist nicht in dem Maße ungesund, wie es seit einigen Jahrzehnten gepredigt von irgendwelchen Fitneß- und Ernäherungsexperten wird.
Das wird auch durch empirische historische Fakten gestützt: Früher war es absolut üblich, auch ordentlich Speck (sehr fettig) zu essen, oder allgemein fettiges Fleisch. Die Gesellschaften hatten trotzdem nicht mit Übergewicht zu kämpfen.
Zudem war der Tagesablauf ein ganz anderer; FREIZEIT als Begriff ist eine Erfindung der Industriegesellschaft, ebenso wie Sport (Zeit förmlich totschlagen zu müssen, war bis dato einer reichen Oberschicht vorbehalten).
So etwas gibt es erst seit relativ kurzer Zeit mit der Einteilung des Tages in Arbeitszeit und Zeit, die jeder für sich verwenden kann auf Grund der arbeitsteiligen und mechanisierten Produktionsverhältnisse.
Schaut man sich die vorindustriellen Agrargesellschaften (Feudalismus) an, so unterscheidet sich das damalige Leben drastisch vom Industriezeitalter, was Bewegung, Arbeit und Ernäherung angeht.
Zudem sei angemerkt, daß alle „Ernäherungsempfehlungen“, die so herumgeistern, nur Vermutungen sind. Ich habe oben drei schwerwiegende und wissenschaftlich harte Indizien benannt, weshalb das bisherige „eher Kohlehydrate, fettarm, viel Obst&Gemüse“ nicht richtig sein kann. Stichhaltig ist dies aber ebenfalls nicht, weil es erst diese eine revolutionäre Erkenntnis von 2004/2005 gibt - jedoch keine langjährigen statistischen Studien zur Untermauerung.
Und so zieht der Agrarlobbyismus weiter alle Register und hält (weil man ja betroffen ist von den neuen Erkenntnissen) an den bisherigen Empfehlungen fest.
Dabei weiß genau genommen jeder Bauer schon seit Jahrhunderten, wie man ein Tier fett bekommt: Sperre es ein, entziehe ihm also die Bewegung, und füttere es mit Getreidekörnern…
Die Historie liefert ebenfalls - wenn auch nur empirische und eher leichtgewichtige Indizien dazu - Erfahrungswerte eben.
Man müßte also in Konsequenz eher empfehlen „viel Obst&Gemüse, (fettiges) Fleisch/tierisches Eiweiß“ also Basis einer gesunden Ernäherung. Eine Stufe weiter oben (einen Grad schlechter, aber immer noch gut) kommen dann die Milchprodukte: Milch, (nicht zu fettiger) Käse, normalfettiger Joghurt et cetera. Deutlich schlechter und zu vermeiden wären (Kohlehydrate aus) Weißmehlprodukte (allen voran Weißbrot, helles Brot, Nudelteigwaren), Weißzuckerprodukte. Schlechter sind nur Süßigkeiten und Kuchen. Wobei bei Süßigkeiten von moderner (Industrie-)Schokolade (bspw.) gesprochen werden muß. Echte Schokolade aus einer Chocolaterie nach Rezept von anno 1700 ist etwas anderes, weil diese völlig anders zusammengesetzt ist (auch keine gute Ernäherungsbasis *gg*, aber um Welten nicht so schlecht wie heutige Schokolade) und auch anders schmeckt.
Erlaubt sind dagegen aber durchaus in Maßen dunkle Brotsorten. Schwarzbrot, Malfabrot, Vollkornbrot. Nicht Mehrkornbrot, denn das ist ein helles Brot.
Vegetarierdasein ist ebenfalls nicht zu empfehlen, weil sich ebenfalls mehr und mehr abzeichnet, daß dies ebenfalls schlicht ungesund ist (besonders die hübsch esoterische Steigerungsform „Veganer“).
Man kann aber stundenlang über Ernährung reden: Bewegung - viel Bewegung - muß sein. Gezieltes (pulsorientiertes) Belastungstraining (die 30 Minuten von wegen Fettverbrennung sind Mythos, Energie muß verbrannt werden, egal wie), Kraftausdauer, Ausdauertraining sorgen dafür, daß überschüssige Kalorien verbrannt werden und das Herz-Kreislaufsystem in Schwung kommt.
Angemerkt sei aber auch, daß auch hier Fitneßwahn und (westliche) Schlankheitsideale im Schrank bleiben sollten, denn ein durchtrainierter Körper ist prinzipiell nicht gesünder als ein sportlicher Körper, der aber optisch untrainiert ist. Ein gewisses Gewicht, eine gewisse Substanz, muß sein; die Regel Körpergröße minus 100 erlebt seit einiger Zeit wieder Gott sei Dank die Renaissance, die ihr gebührt. Daß unser Idealbild vom Körper hier in Europa sowieso merkwürdig ist, zeigt sich schon mit Blick auf andere Kulturen. In Südamerika bspw. herrschen ganz andere Leitbilder.
Also den Ball flach halten und 40 Minuten mit Puls 190 den Berg hochradeln. 
MfG