Salü tigger
Danke für deinen Beitrag und auch die von den anderen Autoren. Alle enthalten Antworten zu, Wo, sich der Himmel befindet. Zur eigentlichen Frage. „Was der Himmel ist“ finde ich keine Erklärung. Es wäre schon wenn sich dazu noch etwas findet.
Da es gerade am Weg liegt, mein Eindruck von Gollwitzer
Hallo Anton,
: Also kannst du mir sagen, was der „Himmel“ ist?
hmm…ich habe davon Abstand genommen, mir selbst alles erklaeren zu wollen, weil ich genau weiss, dass ich gar nicht imstande bin, Gott zu erfassen. Deshalb fehlt mir vermutlich auch das Vermoegen, Dir hier eine erschoepfende Antwort zu geben. Allerdings habe ich mal im Katechismus 2000 gesucht, um hier einmal mehr Rainer Gollwitzer zu zitieren:
(Zitat Rainer Gollwitzer, Pfarrer)
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde«. Dieser erste Satz der Heiligen Schrift ist die wichtigste Aussage des Glaubens. Alle weiteren folgen daraus. Das war freilich nicht immer so. Es muß Zeiten gegeben haben, in denen unsere Vorfahren im Glauben, die Israeliten, noch nicht nach der Entstehung von »Himmel und Erde« fragten - und doch glaubten.
Da staune ich unverständig! Das wichtigste was ich immer glauben konnte, ist die Existenz Gottes. Daneben braucht es noch einige Grundsätze von richtigem Handeln. Da wirst du rasch fündig. Handeln mit Liebe und Nächstenliebe. Alles weitere ist dann eigentlich nebensächlich.
Warum soll es das wichtigste sein, dass Gott Himmel und Erde erschaffen hat?
Warum muss ich alten „heiligen“ Büchern glauben, die ich teils sehr verwirrend und voller Widersprüche finde.
Ich lebe heute und nicht vor zwei bis viertausend Jahren in einer archaischen Hirten- und Sippengesellschaft. Somit stellt sich die Frage nicht nach dem „Glauben“ sondern wissen. Natürlich muss man einige Dinge glauben, nur dabei sollte eine gewisse Evidenz vorliegen, dass es so sein kann.
Urdatum ihres Glaubens ist der Exodus, Urerfahrung ist der Gott, »der uns mit starkem Arm aus Ägypten geführt hat«. Das Volk Israel verehrt zunächst den, »der mitgeht« und sie durch Schilfmeer und Wüste »begleitet«. Es erfährt einen »mobilen Gott«, der zur freudigen Überraschung ein »Kriegsmann« ist und siegreich auf der Seite der israelitischen Stämme kämpft, bis sie im Land sind, »wo Milch und Honig fließt«. Zunächst verehren sie also den »Gott ihrer Stammesgeschichte«. Der »Gott der Ur-Geschichte« steht noch nicht auf der Tagesordnung der Nomaden.
Der Glaube an den Schöpfer ist erst im Kulturland »gewachsen« und durch zeitgemäße Anfragen »geworden«. Die Nachbarschaft zu anderen Kulten mit ihren Vorstellungen von der Entstehung der Welt und des Himmels ist eine Herausforderung. In deren Schöpfungsmythen ist die Rede von streitenden Urgottheiten, im Grunde von gigantischen Kämpfen zwischen den Naturgewalten. Daraus seien Himmel und Erde hervorgegangen: eine Scheibe, von Ozeanen umgeben und von einer Kuppel überwölbt.
Israel übernimmt diese »neuesten« Vorstellungen und bearbeitet sie im Sinne seines Glaubens. Genesis 1 entmythologisiert die Mythen der Nachbarn und setzt anstelle der zahlreichen Naturgottheiten seinen Gott ein als den, »der Himmel und Erde gemacht hat«, eben »alles« und das »All«. Der Eine Gott arbeitet mit dem alleinigen Mittel seines Wortes. Er spricht sein göttliches »Es werde!« und »Es ward!« Oder, wie es Psalm 33 ausdrückt: »Er spricht, und es geschieht, er gebietet, und es steht da«. So »macht« er durch sein Wort das »Chaos« zum »Kosmos«, das »Tohuwabohu« zur herrlichen Ordnung der Schöpfung. Dazu erschafft er zuerst das Licht, scheidet dann das Licht von der Finsternis und verweist die lebensfeindlichen Unwasser auf ihre Plätze. Damit sie nicht von allen Seiten auf die Erdscheibe hereinstürzen, »macht« er eine »Feste«, das »Firmament«, »breitet den Himmel aus wie einen Teppich«, »wölbt« ihn wie ein Zelt. So »zähmt« er die Wasser des »Himmelsozeans« - das Blau des Himmels, dachte man, rührt von einem Meer her; verständlich, weil doch vom Himmel tatsächlich schier unendliche Wassermassen kommen können. Erst das Himmelsgewölbe, das Firmament, ermöglicht Leben auf der Scheibe, Leben inmitten lebensbedrohender Fluten.
Man kann dazu auch die Mosis Geschichte von der Erschaffung der Welt in sieben Tagen nehmen. Materiell gedeutet, ergibt sich ein blanker Unsinn. Nur, Moses war sicherlich kein Dummkopf. Darum bin ich nicht der Ansicht, das Mosis Darstellung falsch ist, Falsch finde ich hingegen eine Deutung, die „Moses Visionsbilder“ als Schöpfung des materiellen“ ansieht.
»Droben am Himmel«, irgendwo »über den Wolken«, stellt man sich die »Wohnung des Höchsten« vor. Aus der fährt er gelegentlich herab und »nimmt Wohnung« da und dort und vor allem im Tempel. Im Himmel »thronend« regiert er Blitz und Donner, »Wolken, Luft und Winden gibt er Wege, Lauf und Bahn«. Der Himmel ist der Ort, von dem aus der »statische Gott« mit seinem Wort das Regiment über jeden einzelnen Menschen und ganze Völker wahrnimmt.
so sehen menschliche Vorstellungen, Bilder aus. Das wird akzeptabel. Aber man soll schlicht dazu sagen, dass es eben nur ein Erklärungsversuch ist…Mehr ist es nicht, sonst ist es daneben.
Bald bricht der Glaube Israels die enge Vorstellung eines eindeutig lokalisierbaren Himmels über den Wolken auf. Gott ist allemal »größer als das Herz des Menschen« und damit größer als alle menschliche Vorstellungskraft. Israel lernt, daß Gott überall ist.
da sehe ich langsam aufkeimende Vernunft.
Die aufkommende Apokalyptik spekuliert, sicher zu Unrecht, über die Anzahl verschiedenster Himmel und schier unendlicher Engelshierarchien, macht sich aber zu Recht Gedanken über die Größe Gottes, und für die ist ein nur »statisch« geglaubter Himmel sicherlich zu klein.
Au weia! wie da mit der Apokalypse umgegangen wird. Unser blankes Unvermögen, diese Visionen richtig zu deuten, ist kein Freibrief, ihr Unrecht zu geben. Aber die „Bilder“ müssten wir eben lesen können. Warum bringt ein studierter Theologe nicht den Mut auf zu sagen: „ich verstehe das nicht? “
Jahrhunderte später bringt eine kleine Anekdote den Glauben an die Größe Gottes auf den Punkt. Ein Rabbiner sagt zu einem Kind: »Du bekommst einen Taler, wenn du mir sagst, wo Gott wohnt.« Das Kind antwortet: »Und du bekommst einen Taler, wenn du mir sagst, wo er nicht wohnt.« Der Himmel als Ort über den Wolken hat ausgedient. Gott ist größer, statischer und mobiler als alles Denken und Verstehen. Diese Einsicht wächst, je mehr die unvorstellbaren Ausmaße des Alls bekannt werden.
»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.« Wo, um Himmels willen, kommt dann die Hölle her! Teil der Schöpfung ist sie offenbar nicht. Israel lernt das dreigegliederte Weltbild der Antike kennen - oben der Himmel, in der Mitte die Erde, unten die Hölle - und integriert es im Sinne seines Glaubens. Die zunächst fremde Vorstellung vom Teufel als dem mächtigen Gegenspieler Gottes wird ebenfalls integriert. Dem Teufel wird sein Platz in der Hölle als »Wohnung« angewiesen.
Wieder ist es die Apokalyptik, die spekulativ übertreibt, sich die Hölle als Ort in allen Details und in Farbtönen von Pech und Schwefel ausmalt und von ganzen Teufelsdynastien bewohnt denkt. Wo das Alte Testament bei sich selbst bleibt und den Glauben an den Lebendigen am reinsten verkündet, wird selbst die Hölle als ein Ort geschildert, der selbstverständlich auch in Gottes Zuständigkeitsbereich liegt. Psalm 139 bekennt: »Führe ich zum Himmel, so bist du da. Bettete ich mich in die Hölle, siehe, du bist ja auch dort!« Die Hölle ist dem Schöpfer nicht versehentlich untergekommen und nicht teuflisch hinter seinem Rücken entstanden. Sie ist sein Hoheitsgebiet.
So dürfte es wohl sein. Sonst wären wir chancenlos…
Das Neue Testament kann von Himmel und Hölle noch ganz im herkömmlichen Sinne sprechen. Es deutet sich aber, etwa im Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus aus Lukas 16, bereits eine neue, noch heute hilfreiche Interpretation an. Himmel und Hölle sind nicht Orte über den Wolken oder unter der Erde. Himmel und Hölle sind Erfahrungen der Nähe oder der Ferne des lebendigen Gottes. Himmel und Hölle können im Grunde überall und zu jeder Zeit sein. Wo Gott ist, da ist »lauter Himmel«. Wo er nicht zu sein scheint oder den Menschen »gottlos« abhanden gekommen ist, da ist »das Leben die Hölle«. Gott wohnt mitten unter den Menschen und in ihnen. Die rabbinische Weisheit ergänzt sinngemäß: Der Himmel ist, »wo man Gott einläßt.« Eine gottlos gewordene Welt und gottlose Lebensumstände sind die Hölle. (Zitat Ende)
So wie ich die Propheten und Seher verstehe. Da ist jedes Wort, sogar die Reihenfolge abgemessen. Vieles wurde mit voller Absicht „verschlüsselt“ dargestellt. Was sie von ihren Kundgaben niedergeschrieben haben, verstanden tw. nicht mal sie selbst. Lies mal das Hohelied vom weisen Samuel. Bildhaft übersetzt scheint es das Produkt eines Wahnsinnigen! Wird es aber nicht sein, wenn du den „Schlüssel“ kennst.
Was um Himmelswillen, ist der Himmel, er wurde doch am Anfang erschaffen?
Was hat Gott mit dem Begriff „Himmel“ erschaffen.
Meint der Begriff Himmel „das Vorbild oder eine Idealvorstellung von Schöpfung“?
Gestern suchte ich im Web nach dem Himmel:
In vielen Religionen wohnen Gott beziehungsweise die Götter an einem Ort, der gemeinhin in christlich geprägten Kulturen mit Himmel übersetzt wird. Die Vorstellung eines tatsächlichen Raumes (zum Beispiel das Gebirge Olymp bei den alten Griechen oder ein Bereich jenseits der Himmelsschale wie in manchen Schichten des Alten Testaments) und die gleichnishafte Darstellung eines nicht lokalisierbaren Zustands gehen dabei ineinander über. Der Konflikt zwischen beiden, ist dem mythischen Denken fremd. Der Himmel in religiöser oder eschatologischer Bedeutung spielt unter anderem eine bedeutende Rolle in der Genesis des Pentateuchs und in der chinesischen Philosophie (siehe: Yin und Yang).
In abstraktem Sinn sprach Jesus vom „Reich der Himmel“ (gr. basileia tôn ouranôn) und meinte damit die in Glauben und Liebe schon irdisch anbrechende Gottesherrschaft. Siehe auch Himmelreich.
Bei Jakob Lorber findet sich:
…Es wird gegen die Nähe des Gerichtes aber auch zu sehen sein das Zeichen des Menschensohnes am Himmel, das heißt, der Himmel im Menschen wird Mich als den alleinigen Herrn Himmels und der Erde anerkennen.
…Da der Mensch dasjenige ist, was Gott durch alle die zahllosen Vorschöpfungen erreichen wollte und auch erreicht hat, so entspricht alles in den Himmeln und auf sämtlichen Weltkörpern in allem und jedem einem Menschen, - wie es auch Moses in seiner Schöpfungsgeschichte bildlich dargestellt hat.
Der große Lichtmensch aber ist die neue geistige Schöpfung: ein neuer Himmel und eine neue Erde, …
…Ja, Ich sage euch noch hinzu: Es gibt in Meiner Unendlichkeit sogar mehrere solche Himmel und jeder ist für sich ein vollkommener Mensch. All diese Himmel bilden zusammen-genommen einen Menschen von solcher Unendlichkeit, daß er von niemand gedacht und empfunden werden kann denn allein von Mir. Denn im Grunde ist er Mein Leib selbst, oder Gott in Seiner Unendlichkeit, der da Sein Selbst und Seine All-Einheit auf das allerklarste denkt und fühlt.
Allerdings, dass moechte ich diesem Zitat auch hinzufuegen, laesst sich die Bibel auch darueber aus, dass Gott alle Dinge erfuellt. Sogar selbst die Hoelle, in der Bibel auch als Totenreich, Abgrund, Hades steht seinem Zugriff zur Verfuegung. Er uebersieht den Abgrund (dieser liegt offen vor ihm), er wirft in den Abgrund, er befreit aus dem Abgrund. Es ist selbst keinem Menschen moeglich, sich im Abgrund vor Gott zu verstecken. Es steht geschrieben: Ich stehe vor der Tuer und klopfe an. (Off. 3,20). Er will eintreten, aber erst dann, wenn wir ihn einlassen. Himmel und Hoelle sind also in uns selbst. Wir duerfen zwischen ihnen selbst waehlen. Wir haben aber keine Schluesselgewalt ueber diese Bereiche. Lassen wir aber Gott ein, so ist - wie im Zitat beschrieben - der Himmel in uns geoeffnet.
Daher glaube ich nicht, dass man wirklich allumfassend beschreiben kann, was der Himmel. So vielfaeltig wie Gott und seine Kinder sind, so vielfaeltig sind auch die Himmel.
Beste Gruesse
tigger
Gruss Anton
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