Nur das Beste für das Kind

Hallo zusammen,

habe mir eben den Vox-Themenabend angesehen und war schon einigermaßen geplättet, welchen Stellenwert „Lifestyle“ schon im und für das Kindesalter hat.

Gezeigt wurden auch Kinderkochkurse, die von einer Diplom-Ökotrophologin durchgeführt werden. Es wird hauptsächlich mit Bio-Lebensmitteln gekocht. Der dreistündige Kochkurs kostet 29 Euro (neunundzwanzig) und am Ende kommen die Eltern zum gemeinsamen Essen.

Würdet Ihr soviel für einen Kinderkochkurs ausgeben? Zieht sowas nur in einem Münchener Schicki-Micki-Viertel oder gibt es das auch anderswo?

Erstaunte Grüße

Iris

Huhu!

Der dreistündige
Kochkurs kostet 29 Euro (neunundzwanzig) und am Ende kommen
die Eltern zum gemeinsamen Essen.

Also bekommt man für 29,- € drei Stunden 'Baby’sitting und noch ein sattes Kind
und selber eine Mahlzeit - da ist der Schnitt doch gar nicht so schlecht, oder?
Fiel mir nur gerade zu den Zahlen ein… :wink:

BYe, Vanessa

Hallo,
ich find es nicht teuer, da gibt es weit aus schlimmere Preisvorstellungen . Und wenn die Kids dabei Spass haben, warum nicht. Aber das ist wohl seltener der Fall.
Schlimmer find ich dann diese Läden, Baby Royal und ähnliche…ein Kleidchen kostet da mal eben 299,99€…leicht übertrieben.

Wo, stöbern könnt ich dort auch mal…:wink:
Manu

Hallo,

da muss man sich fragen, welche Zielgruppe dahintersteht.

Die Familien, die sich selbst viel um die Kinder kümmern, werden es nicht machen. Dort kochen die Kinder sowieso oft mit oder schauen zu.

Die Kinder, die es nötig haben, weil die Familie sich zu wenig um die Kinder kümmern, haben meist kein Geld dafür oder würden es für andere Sachen ausgeben. Diese Kinder zeichnen sich teilweise dadurch aus, dass sie mit 7 Jahren keinen Teelöffel vom Esslöffel unterscheiden können, zu Kuchenteig Knete sagen und keinen Schimmer davon haben, woraus Mehl entsteht.

Viele Kinder bleiben da nicht als Zielgruppe übrig. Vielleicht besuchen Kinder aus besserverdienenden Familien diesen Kochkurs. Die Eltern haben zu wenig Zeit für die Kinder und wollen ihnen mal etwas „gutes“ tun. So können die die Erziehung und Bildung abschieben.
Zudem gibt es vielleicht ein paar kochwütige Kids, die nur auf so ein Angebot warten…
Deutlich zu teuer finde ich das nicht.

habe mir eben den Vox-Themenabend angesehen und war schon
einigermaßen geplättet, welchen Stellenwert „Lifestyle“ schon
im und für das Kindesalter hat.

Das wiederum kann ich nachvollziehen. Wie zum Beispiel bei den angesprochenen Kleidchen für mehrere hundert Euro. Das finde ich einfach nur Wahnsinnig und hat nichts mehr mit dem Kind zu tun.

Gruß
Tato

Hallo Iris!

Zum Thema Schicki-Micki und Lifestyle ist meiner Meinung nach zu trennen nach „Kinder-Wollen“ und „Eltern-Wollen“.
Viele Sachen die für Kids angeboten werden, sind natürlich daraus entstanden, daß man schon lange Kinder als Konsumenten entdeckt hat (und in den meisten Fällen von den Eltern organisiert und hingeschickt).
Wobei ich da natürlich einen Kochkurs noch als sinnvoll einstufen würde (gesunde Ernährung,geselliges Beisammensein,…etc).
Solche Kochkurse werden hier bei uns (Raum Hannover) meistens von der VHS und in der Feriencard-Aktion angeboten- meistens aber ohne Eltern.
Unnütz finde ich Schicki-Micki im Sinne von:
Das 10. Kleid/der 10.Pulli von einem Markenhersteller, das 5. Paar Turnschuhe von NIKE,Schminktäschchen für sechsjährige, usw.
Das ist meiner Meinung nach vor allem bei Vorschulkindern von den Eltern forciertes Konsumverhalten.
Ich finde man sollte nach seinen Möglichkeiten leben, Kindern Werte vermitteln (dazu gehört auch mal ein NEIN), aber sich als etwas Besonderes auch ab und zu etwas gönnen. Sinnvoll natürlich, wie z.B. so ein Kochkurs!
Liebe Grüsse…

Simone!

Hi Iris,

ich hatte das auch gesehen - und fand gerade diese Geschichte (den Kochkurs) total nett. Würd ich auch für mein Kind buchen.

Den Preis fand ich ok:

  1. 3 Stunden nette, kompetente Betreuung
  2. Die Kinder lernen was wirklich Nützliches - und bekommen vielleicht auch Spaß an Dingen, die sie sonst nicht essen (wurde ja gezeigt: Zuccini z.B.)
  3. Haben ein Erfolgserlebnis
  4. Machen was mit anderen Kindern
  5. hatten offensichtlich alle Spaß
  6. die Eltern bekommen auch noch was vom leckeren Essen ab (selbstgemachte Pasta…) (also ist in den 29 Euro ein Abendessen auch für die Eltern dabei:smile:)

Wenn ich mir anschaue, was schon ein Kinobesuch heute kostet…da find ich 29 Euro ok.

Wenn es sowas in Berlin geben würde, ich würd’s buchen:smile:,

grüßli,

Barbara

Hallo Barbara,

das gibt es durchaus auch in Berlin - zu moderateren Preisen, sowohl für Kids als auch für Kids und Eltern.

In München gibt es solche Angebote auch auf anderen Schienen wie „offene Kinder- und Jugendarbeit“ für weniger Geld. Von daher dürfte es schon eine Statussache sei, daß auf der kommerziellen Schiene in Haidhausen zu buchen.

Viele Grüße

Iris

Hallo Vanessa,

es ist ja keine 3stündige Einzelbetruung im Sinne eines Babysitting, sondern eine Gruppenaktivität, bei der für jedes der beteiligten Kinder 29 Euro bezahlt wird.

Man könnte auch noch anders fragen: Was veranläßt Eltern dazu, ein Angebot bei einem kommerziellen Träger zu buchen, daß sie im Rahmen der öffentlich finanzierten Jugendhilfe (offene Kinder- und Jugendarbeit) für ein Drittel des Preises bekommen können)?

Viele Grüße

Iris

Der dreistündige
Kochkurs kostet 29 Euro (neunundzwanzig) und am Ende kommen
die Eltern zum gemeinsamen Essen.

Also bekommt man für 29,- € drei Stunden 'Baby’sitting und
noch ein sattes Kind
und selber eine Mahlzeit - da ist der Schnitt doch gar nicht
so schlecht, oder?
Fiel mir nur gerade zu den Zahlen ein… :wink:

BYe, Vanessa

Huh!

es ist ja keine 3stündige Einzelbetruung im Sinne eines
Babysitting, sondern eine Gruppenaktivität, bei der für jedes
der beteiligten Kinder 29 Euro bezahlt wird.

Klar, aber die ELtenr wissen ihr Kind in der Zeit betreut.

Man könnte auch noch anders fragen: Was veranläßt Eltern dazu,
ein Angebot bei einem kommerziellen Träger zu buchen, daß sie
im Rahmen der öffentlich finanzierten Jugendhilfe (offene
Kinder- und Jugendarbeit) für ein Drittel des Preises bekommen
können)?

Ich schätze:

  • Unkenntis der anderen Anbieter
  • Vorurteile gegenüber den anderen Anbietern
  • ein gewisses Statusdenken (das ist ähnlich der Sache, ob das Kind nun einen
    ordentlichen Pulli von Karstadt oder einen Markenpulli an hat. Die Qualität tut
    sich nicht unbedingt was, aber man weiß ja, wer den Pulli hergestellt hat, also
    ist man bereit mehr Geld dafür zu zahlen)

Ungefähr in der Reihenfolge, denke ich.

Bye, Vanessa

Hallo Iris,

Man könnte auch noch anders fragen: Was veranläßt Eltern dazu,
ein Angebot bei einem kommerziellen Träger zu buchen, daß sie
im Rahmen der öffentlich finanzierten Jugendhilfe (offene
Kinder- und Jugendarbeit) für ein Drittel des Preises bekommen
können)?

hast Du schon mal Kurse beim Jugendamt in München gebucht? 2 bis 3 Stunden Anstehen ist da keine Seltenheit. Und wenn ich dafür früher aus der Arbeit gehen muss, dann habe ich meine Freizeit schon in der Größenordnung gespart.

Übrigens würden mich mal die echten Rahmenbedingungen interessieren, wie: Wieviele Kinder pro Gruppe, usw.

Gruß, Karin

Hallo iris,

das gibt es durchaus auch in Berlin - zu moderateren Preisen,
sowohl für Kids als auch für Kids und Eltern.

Da kenn ich mich nicht aus - sehe aber nicht, wieso „kommerziell“ gleich böse sein soll. Im Gegenteil. Zudem schließt das eine das andere ja nicht aus. Werden bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit auch Bioprodukte verwendet? Essen danach auch alle Kinder gemeinsam mit den Eltern und der Gruppe zu Abend? Ich fand das eine nette Sache - und würde das nicht als Statussymbol ansehen.

Und es ist ja auch eine Frage, was in der näheren Umgebung angeboten wird. Wenn in meinem Stadtteil so ein städtisches, offenes Jugend-Angebot nicht exestiert, überleg ich es mir halt auch, ob ich deswegen durch die halbe Stadt gurke, um an einem kostengünstigeren städtischen teilnehmen zu können (bzw. mein Kind hinzubringen und abzuholen.) Ich als bald berufstätige Mama muss mir in Zukunft sicher dreimal überlegen, wie oft und wie lang die Taxifahrten für die Hobbys der Kleinen dauern dürfen.:smile:

Ich selbst würde das also nicht als Statussache ansehen. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass das andere anders sehen:smile:. Aber da find ich ehrlich gesagt schweineteure Markenklamotten und so’ n Kram unnützer und blöder. Bei dem Kochkurs hatten die Kiddies wenigstens ihren Spaß.

GRüßlis,

barbara

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Hallo Karin,

hast Du schon mal Kurse beim Jugendamt in München gebucht? 2
bis 3 Stunden Anstehen ist da keine Seltenheit. Und wenn ich
dafür früher aus der Arbeit gehen muss, dann habe ich meine
Freizeit schon in der Größenordnung gespart.

nein, warum auch - das kann man doch bei der jeweiligen Einrichtung vor Ort machen.

Übrigens würden mich mal die echten Rahmenbedingungen
interessieren, wie: Wieviele Kinder pro Gruppe, usw.

Kommt auf die Infrastruktur vor Ort an: Wieviele Herde sind vorhanden und wie groß ist die Küche.

Ich habe sechs bis zehn Kinder mitbekommen. Bei Spielaktionen mit dem Öko-Kistl (eine Art Spielmobil, wo nachmittags ökologisch gekocht wurde) waren es durchaus 20 - 30 Kinder mit entsprechender Zahl von erwachsenen Mitarbeitern. Das Ganze hat zu DM-Zeiten stattgefunden.

Viele Grüße

Iris

Hi Vanessa,

und wie waer’s mit schlechten Erfahrungen mit
anderen (oeffentlichen) Anbietern?
meine Erfahrung (aber nicht zu verallgemeinern):
bei privaten bin ich Kunde,
bei oeffentlichen bin ich oft nur Bittsteller.

Gruesse
Elke

Huhu!

und wie waer’s mit schlechten Erfahrungen mit
anderen (oeffentlichen) Anbietern?
meine Erfahrung (aber nicht zu verallgemeinern):
bei privaten bin ich Kunde,
bei oeffentlichen bin ich oft nur Bittsteller.

Klar, auch ein Argument!
Meines waren ja nur ein paar spontane Vermutungen.

Bye, Vanessa

Moin,

Man könnte auch noch anders fragen: Was veranläßt Eltern dazu,
ein Angebot bei einem kommerziellen Träger zu buchen, daß sie
im Rahmen der öffentlich finanzierten Jugendhilfe (offene
Kinder- und Jugendarbeit) für ein Drittel des Preises bekommen
können)?

Öffentlich finanzierter Jugendhilfe haftet meistens der Geruch von „Randgruppenbetreuung“ und Betreuung von Kindern aus sozial niedrigeren Schichten an. Viele wohlhabendere Eltern scheuen diese Kontakte. Bei einem Kurs für 29.- Euro für einen Nachmittag kann man ziemlich sicher sein, keine Kinder von ALG II Beziehern dazwischen zu haben.

Gruß
Marion

Moin,

Würdet Ihr soviel für einen Kinderkochkurs ausgeben?

Nein.
Ich würde mein Kind eher in die allgemeinen Angebote der öffentlichen Träger schicken.

Gruß
Marion

Hallo Iris,

hast Du schon mal Kurse beim Jugendamt in München gebucht? 2
bis 3 Stunden Anstehen ist da keine Seltenheit. Und wenn ich
dafür früher aus der Arbeit gehen muss, dann habe ich meine
Freizeit schon in der Größenordnung gespart.

nein, warum auch - das kann man doch bei der jeweiligen
Einrichtung vor Ort machen.

dann haben die aber in den letzten Jahren ihr Buchungssystem gewaltig geändert, und die Süddeutsche Zeitung lügt auch noch. Da habe ich auch jetzt vor den Sommerferien nur zentral buchbare Veranstaltungen gefunden.

Übrigens würden mich mal die echten Rahmenbedingungen
interessieren, wie: Wieviele Kinder pro Gruppe, usw.

Kommt auf die Infrastruktur vor Ort an: Wieviele Herde sind
vorhanden und wie groß ist die Küche.

Nun ja, das ist ja das Problem: Du nennst einen Kurspreis und lässt uns nicht an diesen Daten teilhaben.

Ich habe sechs bis zehn Kinder mitbekommen. Bei Spielaktionen
mit dem Öko-Kistl (eine Art Spielmobil, wo nachmittags
ökologisch gekocht wurde) waren es durchaus 20 - 30 Kinder mit
entsprechender Zahl von erwachsenen Mitarbeitern. Das Ganze
hat zu DM-Zeiten stattgefunden.

Hm, auch hier sind irgendwie recht ungenaue Angaben. Ob 20 oder 30 Kinder in einem Kochkurs rumwuseln, ist selbst bei 3 bis 4 Erwachsenen Betreuern nicht ganz egal.

Und Dein angeblich überteuertes Angebot hast Du immer noch nicht genauer spezifiziert.

Viele Grüße,

Karin

Hallo Karin,

ganz genau könnte ich das nicht sagen, es waren so ca. 6-8 Kinder, was ich da gesehen habe - die Ökotrophologin + ein junger Mann waren dabei. (beim Mann weiß ich aber nicht, ob der nicht nur ausnahmsweise dabei war wegen des TV-Teams, war für die Kids ja sicher nochmal was anderes).

Dafür, dass die junge Frau ja doch fast den ganzen Nachmittag und frühen Abend mit den Kiddies beschäftigt war (schließlich kamen zu den 3 Stunden noch die Abendessenzeit mit den Eltern hinzu), finde ich im übrigen, dass sie da nicht gerade reich mit wird. Ich habe mich ja eher gefragt, ob sich das für sie rechnet.

Nehmen wir an, es waren 8 Kinder (es waren tendenziell weniger), dann sind wir bei 232 Euro

  • Fressalien (öko, teurer)
  • Betriebskosten

Ich habe mich da ja eher gleich gefragt, ob sie damit auf Dauer wird leben können:smile:…(bin halt auch selbstständig, da sieht man Existenzgründerideen auch noch unter einem anderen Blickwinkel:smile:)

grüßli,

barbara

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Hallo!

  • Fressalien (öko, teurer)

Öko Lebensmittel müssen gar nicht so teuer sein. Meistens kosten sie nur ein paar Cent mehr. Plus hat zum Beispiel die Marke BioBio, die wirklich günstig ist! Man muss ja nicht im Reformhaus einkaufen. Außerdem kommt es ja darauf an, was man kocht. Mache ich eine Kartoffelsuppe, dann kann ich da schon für 10 Leute mit maximal 50 Euro hinkommen. Da bleibt dann noch eine Menge über.

Tara

offtopic.
…zieht man jedoch die Betriebskosten ab, ist da immer noch nicht der riesige Reibach zu erwarten:smile:. Im Gegenteil. Abzüglich Miete, Versicherungen, Strom, Werbekosten, ziemlich sicher Zwangsrente (gilt in D. für alle, die anderen etwas beibringe) etc. dürfte die junge Dame auf Dauer ein Problem bekommen. Aber ich vermute, dass sie eventuell noch anderweitige Einnahmequellen hat, sie ist ja ausgebildete Ökotrophologin. Allein von diesen Kochkursen für Kinder wird sie jedenfalls eher nicht leben können. Rechnet man sich das durch, sind die 29 Euro wahrscheinlich fast ein Selbstkostenpreis.

grüßlis,

barbara

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