Öffentlicher Sex - ''Schöne neue Welt''

Hi Morrighan,

sorry, daß ich erst jetzt dazu komme, Dir auf Deinen genialen Artikel:

/t/warum-ist-oeffentlicher-sex-oeffentliches-aergern…

zu antworten, für den ich mich erst einmal herzlich bedanken möchte. Leider ist der Artikel inzwischen bereits archiviert, so daß ich nicht mehr direkt vor Ort auf ihn antworten kann.

Die 7 Punkte (einer davon ist von mir) hast Du Dir absolut verdient, allein schon für das befreiende Lachen, das Du auch mir beim Lesen beschertest. Die Utopie, die Du da zeichnest und „Schöne neue Welt“ betitelst, konfrontiert jeden von uns mit den uns anerzogenen Hemmungen und Verklemmungen, daraus resultiert denn auch das befreiende Lachen über die geschilderten „Grenzüberschreitungen“.

Was ich dazu aber noch sagen möchte ist folgendes: Es muß ja nicht überall und an jeder Straßenecke auf „Deubel komm raus“ wild und öffentlich „um die Wette gepoppt werden“. Mit anderen Worten: es geht mir nicht um ein „GEBOT für öffentlichen Sex“. Allerdings wäre es demgegenüber doch denkbar und gar nicht so abwegig, öffentlichen Sex zumindest zu legalisieren, denn er ist ja nichts Böses und man fügt niemandem Schaden damit zu. Es geht mir vielmehr darum, das unsinnige SexVERBOT abzuschaffen, das m. E. immer noch aus Zeiten uralter Sexualitätsunterdrückung stammt. Wäre es abgeschafft, wäre damit zumindest ein Zeichen gesetzt für mehr sexuelle Freiheit in unserer Gesellschaft und schon unsere Kinder hätten dann irgendwann in naher Zukunft die Möglichkeit, von klein auf ganz natürlich und ohne unsinnige Verbote miteinander ihre Sexualität auszuleben.

Letzteres hätte zumindest ich mir in meiner Kindheit sehr gewünscht - meine Mutter hat mir mit dem „Doktorspiel“-Verbot das Verheimlichen und das Lügen beigebracht, denn ich habe es mir damals nicht verbieten lassen, sondern dann eben klandestin mit der Nachbarstochter praktiziert. Glücklich war ich damit nicht. Wie gern hätte ich meinen Eltern offenherzig von den Wonnen meiner kindlichen Sexualität berichten können ohne dafür sanktioniert zu werden.

Gruß, Uwe

Hallo Uwe,

Allerdings wäre es demgegenüber doch denkbar und gar nicht so
abwegig, öffentlichen Sex zumindest zu legalisieren, denn er
ist ja nichts Böses und man fügt niemandem Schaden damit zu.

Und wenn es jeder darf und macht, wird Sex prickelnd sein wie (uuhhh, vorsichtig und ganz leise) öffentlich U-Bahn-Fahren.

An einer Stelle in dem von dir verlinkten Artikelbaum hattest du geschrieben:

Man stelle sich vor: „die Mauer ist weg“. Ich glaube, dann gäbe es automatisch auch weniger Voyeure, denn der öffentliche Sex (auch der „an und für sich“) wäre normal und allgegenwärtig.

Du hast langweilig vergessen.

Gruß
Der Franke

Und wenn es jeder darf und macht, wird Sex prickelnd sein wie
(uuhhh, vorsichtig und ganz leise) öffentlich
U-Bahn-Fahren
.

Sex ist dann prickelnd, wenn er gut ist. Wenn Sex gut ist, ist er es nicht deshalb, weil er öffentlich verboten ist und deshalb klandestin zu geschehen hat, als ob er etwas Schlechtes wäre, sondern weil (z. B.) zwei Menschen besonders viel Spaß dabei haben. Und dies geht erst dann, wenn die Menschen beim Sex alle Scheu und Peinlichkeit ablegen können.

Man stelle sich vor: „die Mauer ist weg“. Ich glaube,
dann gäbe es automatisch auch weniger Voyeure, denn der
öffentliche Sex (auch der „an und für sich“) wäre normal und
allgegenwärtig.

Du hast langweilig vergessen.

Für die Voyeure vielleicht. Du meinst also wirklich, öffentlicher Sex sollte weiterhin verboten bleiben, damit der Reiz des Verbotenen ihn (auch den klandestinen) interessant bleiben läßt und damit quasi aufwertet? *kopfschüttel*

Meinst Du wirklich, ohne das unter-Strafe-Stellen des öffentlichen praktizierten Sex würde Sex im Allgemeinen „langweilig“?

Glaub ich nicht. Im Gegenteil. Er wäre hemmungsloser und damit besser.

Gruß, Uwe

Hallo,

Allerdings wäre es demgegenüber doch denkbar und gar nicht so
abwegig, öffentlichen Sex zumindest zu legalisieren, denn er
ist ja nichts Böses und man fügt niemandem Schaden damit zu.

wirklich nicht? Man stelle sich vor, Sex in der Öffentlichkeit wäre gang und gäbe. Wer könnte da was beobachten, was ihm überhaupt nicht gefällt, daß er hingeht und etwas tut, was wir als „böse“ bezeichnen? Ist das dann wirklich eine „schöne ‚neue‘ Welt“?

Warum gibt es nichtöffentlichen Sex auch bei manchen Primatenarten? Ist das dann auch ein Zeichen von verklemmter Sexualmoral? Oder könnte etwas der Grund dafür sein, das auch der Grund dafür sein könnte, daß der Mensch es im Allgemeinen lieber im Verborgenen treibt?

Beste Grüße

wirklich nicht? Man stelle sich vor, Sex in der Öffentlichkeit
wäre gang und gäbe. Wer könnte da was beobachten, was ihm
überhaupt nicht gefällt, daß er hingeht und etwas tut, was wir
als „böse“ bezeichnen?

zum Beispiel?

Ist das dann wirklich eine „schöne
‚neue‘ Welt“?

Das vorangegangene Posting von Morrighan hast Du gelesen und Dir ist auch die Anspielung auf den weltbekannten, gleichnamigen utopischen Roman von Aldous Huxley klar??

Warum gibt es nichtöffentlichen Sex auch bei manchen
Primatenarten?

Das wäre mir neu. Bonobos z. B. treiben es öffentlich und recht „bunt“ durcheinander… :smile:

Aber ich lasse mich gern aufklären und eines besseren belehren…

Gruß

Warum gibt es nichtöffentlichen Sex auch bei manchen
Primatenarten?

Das wäre mir neu. Bonobos z. B. treiben es öffentlich und
recht „bunt“ durcheinander… :smile:

Aber ich lasse mich gern aufklären und eines besseren
belehren…

Habe ich gar nicht vor. Wenn Du Dir noch einmal meine Fragen zu Gemüte führst und über sie nachdenkst, kommst Du vielleicht darauf, was der Unterschied zwischen Menschen und Bonobos ist. Und vielleicht kommt Dir dann der Gedanke, weswegen öffentlicher Sex bei Menschen erheblich seltener ist als bei Bonobos. Hat mit einem Gefühl zu tun.

Beste Grüße

Vielleicht stören sich einfach Leute daran?

Es gibt homophobe Leute die finden es abstoßend, wenn sie Homosexuelle knutschen sehen und werden aggressiv, wie reagieren die wohl wenn sie ein schwules Liebespaar beim Akt „erwischen“?

Dass das falsch ist, muss hier nicht gesagt werden aber das änder nicht daran.

Außerdem kriege ich persönlich schon manchmal die Krise wenn ich ein frisch verliebtes Pärchen sehe die sich die Zunge in den Hals schieben. Naja gut, ganz so schlimm ist es nicht, aber sehen muss ich das auch nicht, auch wenn ich mich für die beiden dann freue aber das können die auch zuhause machen.
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass ich das gleiche Pärchen sehe, wie sie ihre Sexualpraktiken ausleben (und da gibt es ja auch das ein oder andere skurrile), muss ich dankend ablehnen.

Glaub mir, ich bin sicherlich verklemmt und man kann alles machen/ausprobieren aber nur unter einer Voraussetzung:
Alle Beteiligten müssen dem Zustimmen und „Zuschauer“ sind in Falle von öffentlichem Sex auch Beteiligte … von der Lärmbelästigung ganz zu schweigen.

Tiere finde ich hier übrigens ein ganz schlechtes Beispiel, denn Menschen haben das Schamgefühl, uns sind Sachen peinlich/unangenehm, wir hinterfragen unser Handeln, dass unterscheidet uns von den Tieren und ist nicht schlecht!

Nackt rumlaufen könnte ich mir noch vorstellen aber Sex muss ich nicht haben :smiley:

Gruß

Vielleicht stören sich einfach Leute daran?

Das dürfen (sich stören) die ja ruhig. Aber unter Strafe verboten gehört es trotzdem nicht. Rauchen ist auf der Straße doch auch nicht verboten, auch wenn es andere stört.

Dass das falsch ist, muss hier nicht gesagt werden aber das
änder nicht daran.

Doch, natürlich ändert das etwas. Politische Meinungsbildung und Protest sind der Anfang jeder Revolution! :wink:

Glaub mir, ich bin sicherlich verklemmt und man kann alles
machen/ausprobieren aber nur unter einer Voraussetzung:
Alle Beteiligten müssen dem Zustimmen

Du meinst: „Sex darf immer nur im Einvernehmen der Beteiligten geschehen“? Selbstverständlich, das steht völlig außer Frage. Dennoch bleibe ich dabei: er sollte - in der Öffentlichkeit praktiziert - keine strafbare Handlung darstellen.

Tiere finde ich hier übrigens ein ganz schlechtes Beispiel,
denn Menschen haben das Schamgefühl, uns sind Sachen
peinlich/unangenehm, wir hinterfragen unser Handeln, dass
unterscheidet uns von den Tieren und ist nicht schlecht!

Eben. Deshalb können wir Menschen auch unser soziales Umfeld, unsere Sozialisation, sowie Hemmungen und Verklemmungen analysieren und selbstkritisch reflektieren.

Nackt rumlaufen könnte ich mir noch vorstellen aber Sex muss
ich nicht haben :smiley:

Geschmackssache. Mehr eben nicht.

Gruß, Uwe

Und vielleicht kommt Dir dann der Gedanke, weswegen
öffentlicher Sex bei Menschen erheblich seltener ist als bei
Bonobos. Hat mit einem Gefühl zu tun.

Da muß ich Dir widersprechen. Äußerlich liegt es am gesetzlichen Verbot. Innerlich nur an unserer Sozialisation. Gefühle sind das Ergebnis von Hormonausschüttungen - und damit auch Bonobos nicht fremd!

Gruß, Uwe

Das dürfen (sich stören) die ja ruhig. Aber unter Strafe
verboten gehört es trotzdem nicht.

Es gibt kleine Lämpchen, die man sich auf die Autoreifen-Ventile schrauben kann, die sind verboten, weil es andere Autofahrer ablenken könnte. Dabei kann man ja auch sagen die Autofahrer sind selber schuld, wenn sie sich davon ablenken lassen.
Man verbietet lieber Sex in der Öffentlichkeit, als das sich bundesweit 1000 Menschen an die Gurgel gehen oder gar umbringen, obwohl an die Gurgel gehen und umbringen verboten ist.

Du meinst: „Sex darf immer nur im Einvernehmen der Beteiligten
geschehen“? Selbstverständlich, das steht völlig außer Frage.
Dennoch bleibe ich dabei: er sollte - in der Öffentlichkeit
praktiziert - keine strafbare Handlung darstellen.

Wenn du neben mir in der Straßenbahn Sex hast, bin ich ein Beteiligter. Ob ich das will oder nicht. Zum einen sehe ich es, zum anderen höre ich es.

Rauchen ist auf der Straße
doch auch nicht verboten, auch wenn es andere stört.

So könnte man argumentieren. Aus diesem Grund wurde das Rauchen in Restaurants verboten, weil ich dort direkt vom Rauch betroffen/geschädigt bin. In der Öffentlichkeit zieht der Rauch zum großen Teil nach oben ab.

Tiere finde ich hier übrigens ein ganz schlechtes Beispiel,
denn Menschen haben das Schamgefühl, uns sind Sachen
peinlich/unangenehm, wir hinterfragen unser Handeln, dass
unterscheidet uns von den Tieren und ist nicht schlecht!

Eben. Deshalb können wir Menschen auch unser soziales Umfeld,
unsere Sozialisation, sowie Hemmungen und Verklemmungen
analysieren und selbstkritisch reflektieren.

und das machen wir hier. Und ich brauch wirklich niemanden, der vor mir Sex hat und wenn doch, dann will ich entscheiden, wann und wo.

Nackt rumlaufen könnte ich mir noch vorstellen aber Sex muss
ich nicht haben :smiley:

Geschmackssache. Mehr eben nicht.

richtig.

Gruß

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Da muß ich Dir widersprechen. Äußerlich liegt es am
gesetzlichen Verbot. Innerlich nur an unserer Sozialisation.

Ich dachte mir, daß Du ein Vertreter dieser These bist. Aber ich denke, daß diese These falsch ist. Der Grund ist weder das gesetzliche Verbot - das ist nur die gesellschaftliche „Verkleidung“ des Sachverhalts - noch die Sozialisation allein.

Gefühle sind das Ergebnis von Hormonausschüttungen - und damit
auch Bonobos nicht fremd!

Das ist ein wenig simpel, aber es kommt mir nicht darauf an, ob wir eine gemeinsame Gefühlstheorie hier entwickeln. Ich sprach auch nicht davon, daß Bonobos keine Gefühle haben, sondern ich bezog mich auf ein Gefühl („Hat mit einem Gefühl zu tun“). Und ich meine nicht Scham.

Was glaubst Du wohl, was viele Menschen empfinden, wenn sie ihren Partner Sex in der Öffentlichkeit haben sehen? Und was glaubst Du, welche Reaktion auf dieses Gefühl geeignet ist, daß die andere Person es sich zweimal überlegt, ob sie es noch einmal tut?

Beste Grüße

Da muß ich Dir widersprechen. Äußerlich liegt es am
gesetzlichen Verbot. Innerlich nur an unserer Sozialisation.

Ich dachte mir, daß Du ein Vertreter dieser These bist.

Welcher „These“? Spätestens seit den „Wolfskindern“ (es gibt weitere Beispiele) ist die Sozialisation ein nicht wegzudiskutierendes wissenschaftliches Faktum und Fundament. Sorry, aber ich hatte gehofft, so etwas Grundsätzliches als bekannt voraussetzen zu dürfen (wie ebenfalls das Verstehen der Anspielung Morrighans auf den von ihm zitierten Romantitel)…

Was glaubst Du wohl, was viele Menschen empfinden, wenn sie
ihren Partner Sex in der Öffentlichkeit haben sehen? Und was
glaubst Du, welche Reaktion auf dieses Gefühl geeignet ist,
daß die andere Person es sich zweimal überlegt, ob sie es noch
einmal tut?

Muß man mit der Eifersucht eines Partners rechnen, kann man sich überlegen, was einem mehr Wert ist: die Befriedigung „hier und jetzt“ oder jener Partner. Im Zweifelsfall bleibt ja immer noch die Klandestinität als Option.

Wie gesagt (ich wiederhole mich): es geht mir nicht um ein ÖffentlichkeitsGEBOT sondern um die Abschaffung des gegenwärtigen VERBOTS. Das sind zwei völlig verschiedene Dinge, die es zu unterscheiden gilt.

Gruß, Uwe

Hallo Uwe,

Sorry, aber ich hatte gehofft, so etwas Grundsätzliches als
bekannt voraussetzen zu dürfen (wie ebenfalls das Verstehen
der Anspielung Morrighans auf den von ihm zitierten
Romantitel)…

nun, so denkt eben jeder auf seinen gewohnten Bahnen - ich z.B. bin davon ausgegangen, dass bekannt ist, wovon sich der Nick ‚Morrighan‘ ableitet, und dass deshalb gar kein Zweifel daran bestehen kann, dass es sich dabei um eine Frau handelt.

Wie gesagt (ich wiederhole mich): es geht mir nicht um ein
ÖffentlichkeitsGEBOT sondern um die Abschaffung des
gegenwärtigen VERBOTS.

Erläutere doch bitte einmal kurz gefasst, was für Dich die Vorteile von Sex in der Öffentlichkeit wären.

Beste Grüße

=^…^=

nun, so denkt eben jeder auf seinen gewohnten Bahnen - ich
z.B. bin davon ausgegangen, dass bekannt ist, wovon sich der
Nick ‚Morrighan‘ ableitet, und dass deshalb gar kein Zweifel
daran bestehen kann, dass es sich dabei um eine Frau handelt.

Sorry, aber im Experten-Brett „Psychlologie“ sollte man m. E. (vielleicht liege ich ja falsch) gewisse Grundkenntnisse als bekannt voraussetzen dürfen, solange das Gegenüber nicht wissenwollend fragt, sondern - mit Verlaub und auf deutsch gesagt - meint, mit „null Ahnung“ „vorlaut“ werden zu müssen.

„Morrighan“ kann auch ein Familienname sein. Und ich finde, daß man sich hier im Brett in irischer Mythologie nicht unbedingt auskennen muß, wohl aber genau wissen sollte, was Sozialisation ist und was Sozialisation mit jedem von uns zu tun hat und aus jedem von uns gemacht hat.

Wie gesagt (ich wiederhole mich): es geht mir nicht um ein
ÖffentlichkeitsGEBOT sondern um die Abschaffung des
gegenwärtigen VERBOTS.

Erläutere doch bitte einmal kurz gefasst, was für Dich die
Vorteile von Sex in der Öffentlichkeit wären.

Die Vorteile einer Aufhebung des Verbots von Sex in der Öffentlichkeit (das ist es ja, worum es geht) wäre, daß schon unsere Kinder ohne jenes unsinnige Tabu aufwachsen könnten und daher einen freieren Umgang (als wir!) mit ihrer Sexualität schon von Kindesbeinen an erlernen könnten.

Das wäre ein hehres Ziel! Aber hierzulande sind wirklich fast alle so voller Ängste, Komplexe, Hemmungen etc. pp., daß sie lieber weiterhin ihren Kindern die „Doktorspiele“ verbieten wollen - genauso, wie es an ihnen verbrochen wurde und woran sie gebrochen sind. Und das dann auch noch für gut und richtig halten. Ich könnte kotzen.

Gruß, Uwe

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Man verbietet lieber Sex in der Öffentlichkeit, als das sich
bundesweit 1000 Menschen an die Gurgel gehen oder gar
umbringen, obwohl an die Gurgel gehen und umbringen verboten
ist.

Wie kommst Du darauf, daß dies Folge einer Aufhebung des Verbots von Sex in der Öffentlichkeit wäre? Absurd!

Leute, die sowas wollen, tun es auch, ohne öffentlichen Sex beobachtet zu haben, übrigens.

Du meinst: „Sex darf immer nur im Einvernehmen der Beteiligten
geschehen“? Selbstverständlich, das steht völlig außer Frage.
Dennoch bleibe ich dabei: er sollte - in der Öffentlichkeit
praktiziert - keine strafbare Handlung darstellen.

Wenn du neben mir in der Straßenbahn Sex hast, bin ich ein
Beteiligter. Ob ich das will oder nicht. Zum einen sehe ich
es, zum anderen höre ich es.

Na und?

So könnte man argumentieren. Aus diesem Grund wurde das
Rauchen in Restaurants verboten, weil ich dort direkt vom
Rauch betroffen/geschädigt bin. In der Öffentlichkeit zieht
der Rauch zum großen Teil nach oben ab.

Das kommt darauf an, woher der Wind weht!

Tiere finde ich hier übrigens ein ganz schlechtes Beispiel,
denn Menschen haben das Schamgefühl, uns sind Sachen
peinlich/unangenehm,

Anerzogen, ansozialisiert. Und manchen mehr, anderen weniger. Auf jeden Fall hinterfragungsbedürftig. Schon mal was von „Individuation“ gehört?

Eben. Deshalb können wir Menschen auch unser soziales Umfeld,
unsere Sozialisation, sowie Hemmungen und Verklemmungen
analysieren und selbstkritisch reflektieren.

und das machen wir hier. Und ich brauch wirklich niemanden,
der vor mir Sex hat und wenn doch, dann will ich entscheiden,
wann und wo.

Anerzogen, ansozialisiert. Hinterfragungsbedürftig.
Scheint ja ein schwieriges Unterfangen zu sein, was? :wink:

Nackt rumlaufen könnte ich mir noch vorstellen aber Sex muss
ich nicht haben :smiley:

Geschmackssache. Mehr eben nicht.

richtig.

Eben.

Gruß, Uwe

Man verbietet lieber Sex in der Öffentlichkeit, als das sich
bundesweit 1000 Menschen an die Gurgel gehen oder gar
umbringen, obwohl an die Gurgel gehen und umbringen verboten
ist.

Wie kommst Du darauf, daß dies Folge einer Aufhebung des
Verbots von Sex in der Öffentlichkeit wäre? Absurd!

Weil Leute Vorlieben und Abneigungen haben. Ich erinnere nur an den Homophoben Teil der Gesellschaft. Ich kann mir durch aus vorstellen, dass von denen der ein oder andere sehr aggressiv wird.

Wenn du neben mir in der Straßenbahn Sex hast, bin ich ein
Beteiligter. Ob ich das will oder nicht. Zum einen sehe ich
es, zum anderen höre ich es.

Na und?

Wir haben uns doch vorhin darauf geeinigt, dass alle Beteiligten damit einverstanden sein müssen. Das bin ich aber nicht.
Willst du dass ich dann die Straßenbahn verlasse? Du schränkst mich (und viele andere) also erheblich ein. Ich darf mich nicht mehr da aufhalten wo ich es möchte bzw. kann es nicht.

So könnte man argumentieren. Aus diesem Grund wurde das
Rauchen in Restaurants verboten, weil ich dort direkt vom
Rauch betroffen/geschädigt bin. In der Öffentlichkeit zieht
der Rauch zum großen Teil nach oben ab.

Das kommt darauf an, woher der Wind weht!

mag sein. Von mir aus, dürfte man das Rauchen auch verbieten aber wer stopft dann die Haushaltskasse :wink:

und das machen wir hier. Und ich brauch wirklich niemanden,
der vor mir Sex hat und wenn doch, dann will ich entscheiden,
wann und wo.

Anerzogen, ansozialisiert. Hinterfragungsbedürftig.
Scheint ja ein schwieriges Unterfangen zu sein, was? :wink:

Das sehe ich etwas anders, würde aber nichts daran ändern, dass es meine persönliche Meinung ist (wie auch immer sie sich gebildet hat). Gehen wir mal davon aus das ca. 90 % (keine belegte Zahl) gegen Sex in der Öffentlichkeit sind. Willst du dann wirklich die 90% der Bundesbürger massiv einschränken nur damit 10% ein kleines bisschen mehr Freiheit genießen können.

In der Gesellschaft ist es nun mal so, dass die persönliche Freiheit so weit wie nötig eingeschränkt wird um die Rechte der Gesellschaft zu wahren.

Gruß

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umbringen, obwohl an die Gurgel gehen und umbringen verboten
ist.

hallo teaage,

hier muss ich klugscheißerisch richtigstellen.
es ist nirgendwo verboten, jemanden umzubringen. im gesetz steht nur, wer jemanden tötet, wird bestraft.

strubbel
§:open_mouth:)

Sex ist dann prickelnd, wenn er gut ist…Und dies geht erst dann, wenn die
Menschen beim Sex alle Scheu und Peinlichkeit ablegen können.

Dazu brauche ich einen Menschen, dem ich absolut vertraue, mit Sicherheit keine Öffentlichkeit. Schamgefühl ist ein Kennzeichen von Zivilisation.

Du meinst also wirklich,
öffentlicher Sex sollte weiterhin verboten bleiben, damit der
Reiz des Verbotenen ihn (auch den klandestinen) interessant
bleiben läßt und damit quasi aufwertet? *kopfschüttel*

Es hat nichts mit Auf- oder Abwertung zu tun. Das Verbot hat Schutzfunktionen, gegenüber Erwachsenen und Kindern.

Meinst Du wirklich, ohne das unter-Strafe-Stellen des
öffentlichen praktizierten Sex würde Sex im Allgemeinen
„langweilig“?

Ich wüßte nicht, welche grundsätzlichen Verbesserungen durch Straffreiheit eintreten sollten. Außer für diejenigen, die sich gerne immer und überall produzieren müssen und dass die Spaßgesellschaft einen weiteren unnötigen Auswuchs hätte. Ja, ich fände es erst peinlich und dann langweilig. Vielleicht auch nervig.

Glaub ich nicht. Im Gegenteil. Er wäre hemmungsloser und damit
besser.

Nur weils in der Öffentlichkeit stattfindet? Rudelbumsen im Englischen Garten? Geschmackssache.

Gruß
Der Franke

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hallo strubbel,

es ist nirgendwo verboten, jemanden umzubringen. im gesetz
steht nur, wer jemanden tötet, wird bestraft.

Und wie steht es im Unterschied dazu im Gesetz zum Thema Sex in der Öffentlichkeit?

Gruß
Der Franke

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Hallo Uwe,

Die Vorteile einer Aufhebung des Verbots von Sex in der
Öffentlichkeit (das ist es ja, worum es geht) wäre, daß schon
unsere Kinder ohne jenes unsinnige Tabu aufwachsen könnten und
daher einen freieren Umgang (als wir!) mit ihrer Sexualität
schon von Kindesbeinen an erlernen könnten.

Das wäre ein hehres Ziel! Aber hierzulande sind wirklich fast
alle so voller Ängste, Komplexe, Hemmungen etc. pp., daß sie
lieber weiterhin ihren Kindern die „Doktorspiele“ verbieten
wollen - genauso, wie es an ihnen verbrochen wurde und woran
sie gebrochen sind. Und das dann auch noch für gut und richtig
halten. Ich könnte kotzen.

da Du Dich ja so gut in der Thematik und der Fachbegrifflichkeit auskennst, sollte Dir bekannt sein, dass es deutliche Unterschiede zwischen kindlicher und erwachsener Sexualität gibt.

Darüber hinaus sollte Dir bewusst sein, dass ein wesentlicher Aspekt bei der Erziehung von Kindern ist, dass sie lernen, Grenzen zu erkennen, zu akzeptieren und gegebenenfalls durchzusetzen - und zwar sowohl ihre eigenen als auch die anderer Personen.

Wird nun jemand gezwungen, anderen Personen beim Sex zuzuschauen, obwohl er dies nicht will, so stellt dies eine massive Grenzverletzung dar.

Wer anderen beim Sex zuschauen möchte oder selbst Zuschauer haben will, kann dies auch unter den heutigen Gegebenheiten für sich so arrangieren; und wer dies nicht möchte, wird unter ebendiesen Gegebenheiten auch nicht dazu gezwungen.

Warum genau wäre es für Dich - von der (meiner Ansicht nach äußerst zweifelhaften) erzieherischen Wirkung abgesehen, denn so wichtig, Dich vor unbeteiligten Fremden sexuell zu betätigen?

Grüße

=^…^=

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