Hallo Tobi!
Firma XY
z.Hd. Herrn A
Straße Nr.
Plz Ort
Herrn A
Firma XY
Str. Nr.
Plz Ort
Hier könnte ich noch ungefähr 127 weitere mehr oder weniger seltsame Schreibweisen ergänzen. In allen Fällen gilt: Da kommt Post in Firma XY an und muß bearbeitet werden. Genau das passiert. Die Bearbeitungsweisen sind je nach Unternehmen unterschiedlich. Nehmen wir das Beispiel eines großen Unternehmens, zigtausend Beschäftigte und täglich ein Lkw voll Post. Das ganze Zeug landet in der Poststelle, wird vermutlich von einem Automaten geöffnet. Täglich treffen hunderte Briefe an Mitarbeiter ein, die längst in Rente sind, gefeuert wurden oder gekündigt haben. Einige Waschkörbe voller Briefe tragen Namen von Mitarbeitern, die schwanger, krank oder in Urlaub sind. Und alles bleibt aufgrund geheimnisvoller Reihenfolgen in der Adresse unbearbeitet liegen? Oder über jeden Fall berät ein Gremium, wie damit wohl im Sinne des Absenders zu verfahren sein könnte? Das glaubst Du hoffentlich nicht.
Weiteres Beispiel: Ein Kleinbetrieb mit wenigen Mitarbeitern. Auch da kommt täglich ein Stapel Post an, oft in beliebiger Weise fern jeder DIN adressiert. Meinst Du allen Ernstes, dabei analysiert jetzt der Chef jeden einzelnen Brief auf die Reihenfolge irgendwelcher Schreibweisen, um dann evtl. wichtige Terminsachen schmoren zu lassen? Nix da! Die ankommende Post wird geöffnet und sodann bearbeitet. Punkt.
Auch ein eingekreistes „P“, wie in einer anderen Antwort vorgeschlagen, ändert überhaupt nichts. Liebe Zeit, das sind Routinevorgänge, jeden Tag zig Mal. Da kann man nicht erst lange analysieren, drehen, wenden, gucken, suchen, rätseln. Sonst kommt man nämlich den ganzen Tag zu gar nichts mehr. Der Stapel wird durchgeguckt, das ganze Werbezeug wandert unbesehen in die Rundablage und der Rest wird geöffnet. Ratz fatz, fertig.
Wer das verhindern will, soll sich keine kryptischen Zeichen und Abkürzungen ausdenken und auch nicht das Heil in besonderer Reihenfolge in der Adresse suchen, sondern richtig dick, unübersehbar und in Klartext „Privat! Nur an Herrn Geheimniskrämer persönlich“ draufschreiben. Aber letzte Gewähr bietet auch das nicht. Den Telefonhörer zwischen Schulter und Kopf geklemmt, ein Auge auf der Glotze, mit dem anderen Auge auf dem Monitor bei www, in einer Hand ein Becher Kaffee, im Mundwinkel die Kippe, mit dem Ellenbogen den Brief auf dem Schreibtisch festgeklemmt und mit der noch freien Hand den Brieföffner betätigt, ist für Feinheiten der Beschriftung kein Sinn und kein Auge mehr frei.
Daraus folgt: An ein Unternehmen schickt man keine private Post.
Gruß
Wolfgang