derartige Aussagen in solcher Allgemeinheit habe ich gewiß
nicht von mir gegeben. Es ist aber leider so, daß viele
Gründer „eine richtige Firma“ haben wollen und deshalb
glauben, eine Kapitalgesellschaft gründen zu müssen. Es gibt
Leute, die gründen eine GmbH, damit auf ihrer Visitenkarte
„Geschäftsführer“ steht oder eine AG, um sich mit „Vorstand“
schmücken zu können.
Also dieser Satz sagt schon viel: eine AG kann man nicht mal so eben gründen.
Viele dieser Leute wissen nicht, was sie
tun, wissen nicht, wieviel einfacher und billiger die Gründung
als Einzelunternehmen wäre und um wieviel vorteilhafter, wenn
die Tätigkeit freiberuflich ausgeübt wird, sofern die
Voraussetzungen vorliegen.
Und die stelle wo ein einzelunternehmen einer AG vorzuziehen ist, die kann ich mir nichtmal in allergrößter phantasie votrstellen.
Daneben gibt es viele geschäftsführende Alleingesellschafter
mit niedrigem Jahresumsatz, der sich aus viel Kleinkram
zusammensetzt und der einzige nennenswerte Gläubiger ist eine
Bank, die eine selbstschuldnerische Bürschaft des GF in Händen
hält. Das gibt es nicht? Das sieht man an jeder Ecke und
irgendein Steuerberater hat diese Konstellation einmal
empfohlen. Dabei müssen es schon recht außergewöhnliche
Umstände sein, die dabei eine Kapitalgesellschaft
rechtfertigen. In aller Regel ist die Konstruktion einfach nur
unsinnig.
Wer eine Firma gründet und mehr als EUR 50.000,-- an Eigenkapital investiert und zusätzlich privatschuldnerisch für weitere firmenkredite haftet, der sollte erschlagen werden, wenn er nicht eine GmbH gründet.
Denn in der heutigen zeit, in der das wohl und wehe aeiner firma davon abhängt ob die kunden sich an der börse verzockt haben, schützt sich, seine Familie und seine bürgerliche existenz durch die Rechtsform.!!!
Missionieren liegt mir fern. Mir ist es egal, welche
Rechtsform die Leute wählen. Wenn jemand aber in diesem Forum
eine Frage zur Rechtsform seines Vorhabens stellt, wird er von
mir eine Antwort nach bestem Wissen erhalten. Aus der Mehrzahl
der Antworten sind dabei keine Vorbehalte gegenüber
Kapitalgesellschaften abzuleiten. Vielmehr ist in der Mehrzahl
der Fälle das Einzelunternehmen die für den Gründer angepaßte
Rechtsform. Einer späteren Umwandlung in eine beliebige andere
Rechtsform steht dabei nichts im Wege.
eine spätere Umwandlung ist doch meist die von dir gerügte Sachgründung!!!
In Deutschland ist der Fall einer Existenzgründung mit
unternehmerischer Beteiligung durch haftendes Kapital im
Vergleich zur (ohnehin niedrigen) Gesamtzahl der
Existenzgründungen eher selten. Es fehlt eine
Beteiligungskultur und die vorhandenen
Beteiligungsgesellschaften träumen mehrheitlich vom „going
public“, vom Kassemachen nach wenigen Jahren und von
Größenordnungen, die dem auf solide Existenz für ein ganzes
Leben bedachten Gründer verschlossen bleiben.
Also ich gewinne mehr und mehr den eindruck du wechselst hier von Handwerksmeister zu Betrügerfirma-gründung zu New-Economy zu Handelsvertreter und dann wieder zurück zu Hi-Tech mit viel Kapitalbedarf.
Jede Gründung sollte natürlich die ihr nötige Rechtsform haben. Aber deine Erfahrungen in Ehren, solche firmen kenne ich zwar auch, aber die lösen sich selbst in wohlfgefallen auf. Jede ernsthafte firmengründung sollte immer mit entsprechendem Consulting vonstatten gehen, aber das gefällt dir ja auch nicht.
Oft wird eine GmbH gegründet, nicht etwa, weil sich
Kapitalgeber und das Geschäft Ausführende zusammen tun,
sondern weil sich der faktische Geschäftsinhaber aufgrund
persönlicher Vorgeschichte z. B. hinter der Funktion als
angestellter Geschäftsführer versteckt. Da gibt es manchmal
kaum eine Alternative. Die gegründete GmbH wird dann zum
letzten Notnagel.
Umgekehrt: sollte die GmbH geplatzt sein, kann man seine existenz noch als einzelunternehmer neu aufbauen. Wenn du als einzelunternehmer scheiterst bist du schflechter angesehen in deutschland als ein mörder: der kriegt noch wieder nene job, einer der auf der schwarzen schuldnerliste steht, kriegt werde konto noch telefon noch eine mietwohnung.
Das Hauptproblem der vielen kleinen GmbHs ist das fehlende
Kapital. Das zusammengekratzte Stammkapital ist schnell
verfrühstückt. War es eine Sachgründung, verfrühstückt sich
das Stammkapital per Abschreibung von ganz alleine. Dann
stellen sich ganz normale Anlaufverluste ein, die Verlustphase
dauert länger als geplant, das GF-Gehalt kann nicht mehr
bezahlt werden, wird als Darlehen an die GmbH gebucht und ehe
man sich versieht, ist das hoffnungsvolle Unternehmen reif für
die Insolvenz. Der Schritt fällt schwer, also fällt im
nächsten Schritt die Barriere zwischen Privat- und
Firmenkasse. Das Unternehmen wäre als nicht besonders
lukratives Einzelunternehmen haltbar und könnte auf gesunde
Füße kommen, aber als Kapitalgesellschaft betrieben bewegt
sich der GF im Bereich der Wirtschaftskriminalität.
Also diese Argumentationskette ist für mich nicht nachvollziehbar: die einzige möglichkeit ist, daß der gründer nen VHS-kurs für buchhaltung gemacht hat und seine bilanzen selber fälscht. mit nem guten RA und WP und StB und nem berater von der Kammer, kann sich auch so eine GmbH noch retten. ein Einzelunternehmer steht da ziemlich alleine da.
Weil ich zu viele GmbHs kenne, wo es so oder ähnlich lief oder
noch läuft, warne ich den Existenzgründer davor, sofort eine
Kapitalgesellschaft zu gründen. Es müssen schon gute Gründe
vorliegen. Handfestere Gründe als der Wunsch nach der
Bezeichnung „Geschäftsführer“ auf der Visitenkarte.
z.B. der Wunsch, das Risiko der Solidargemeinschaft der Unternehmer aufzubürden, anstatt nach dem Scheitern dem Sozialamt zur Last zu fallen.
Und wenn du leute kennst, die eine gmbh gründen, damit was auf der visitenkarte steht, denen hilft auch eine einzelfirma oder ag nicht, die sind einfach DOOF (nicht unbedingt dumm)
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