Hai, Lutz,
Heinrichs Frage : Hat Gott ein Gewissen? , warf bei mir eine
andere auf : Wenn es keine Menschen gäbe , würde Gott
existieren ?
Die Frage lautet also: Können Tiere (nicht-menschliche Lebewesen aller Art sind gemeint) einen Gott haben? Antwort: wer weiß das schon; vielleicht haben sich z.B. Wale einen Gott geschaffen (der sie dann nach seinem Bild erschuf und damit eine Art Über-Wal mit der Fähigkeit, Krill von der Wasseroberfläche fallen zu lassen, wäre…; oder ein immertönendes Lied; oder der Ozean), oder auch nicht.)
Ist Gott eine Idee, ein Faktum oder eine Argumentationsbasis
für alle die, welche ihre Werte durch eine „neue“ Instanz
glaubhafter machen wollten ?
Ich halte Gott (Götter) für eine Idee der Menschen, um zunächst unerklärliches wenigstens den Anschein einer Erklärung zu verpassen. Das begründet sich, meiner Meinung nach, in der Neigung unserer Hirne, überall Muster zu finden/zu bilden, entdecken wir nicht gleich das „tatsächliche“ Muster, machen wir uns eben selbst eins. Ich denke da z.B. an Vulkanausbrüche, deren Zusammenhänge uns erst in letzter Zeit klarwurden, und die ohne diese Erkenntnisse zufällig und willkürlich wirkten, um dieser Zufälligkeit zu entgehen, stellte der Mensch sich eben Entitäten vor, die die Vulkanausbrüche steuern…zunächst einmal, ohne damit bestimmte eigene Verhaltensweisen legitimieren zu wollen (die späteren Religionen: z.B. aus einer ursprünglich ganz einfach mißgelaunten Entität, die dann eben mit Lava um sich warf, wurde ein Gott, der sauer wurde, wenn man nicht regelmäßig Opfer brachte)
Also schuf der Mensch (wieder meiner Meinung nach) sich seine Götter vor seinen Religionen, um die Welt zu erklären - die politischen Machtkämpfe um Götter kamen danach.
Die Argumentation daß Gott nicht mit menschlichen Maßstäben zu
messen sei, führt doch dann ins Nichts wenn seine Existenz
eine menschliche Idee ist.
Nee, nicht wirklich. Mein Vergleich dazu ist das „Mauerbild“ (Du entsinnst Dich vielleicht: Berliner Mauer, von Hinz und Kunz bemalt
), obwohl alle Teile dieses Bildes von Menschen geschaffen wurden, war das Gesamtwerk für einen Menschen nicht mehr zu fassen, bei der Betrachtung wurde es wieder in Einzelbilder zerlegt, die teilweise überhaupt nicht mit den Intentionen der Maler übereinstimmten (zwei, eigentlich verschiedene Bilder wurden als Einheit betrachtet, ursprüngliche Einzelbilder wurden in verschiedene Einheiten zerlegt). Ähnlich verhält es sich auch mit „Gott“, es wurden im Laufe der Zeit viele verschiedene Bilder zu einem Gott zusammengefasst, die von jedem einzelnen Gläubigen anders zerpflückt und interpretiert werden.
Es existieren also Götter unabhängig von meinem Glauben an sie, aber nicht generell unabhängig vom Menschen (andere Leute glauben ja). Sie haben ihre Macht von denen, die an sie glauben (z.B. Baal, der ja mal die Gesellschft eines Teils der Erde bestimmt hat, inzwischen aber völlig machtlos ist - niemand glaubt mehr an ihn).
Ich hoffe, ich habe mich nicht zu wirr ausgedrückt.
Gruß
Sibylle
PS: ich fand Prattchets Buch übrigens auch genial