Hallo Günter,
Offenbar hat Schröder das Schmierenspiel mit dem Ziel, Scholz
als Bauernopfer zu präsentieren und mal wieder alle Reformen
kippen zu lassen, nicht mitgemacht.
Finde ich gut.
Schon beimn kleinsten Reförmchen schreien die linken
Besitzstandswahrer - das ist nichts neues und war zu erwarten.
Man darf es jedoch keinesfalls zulassen, dass diese
Minderheit, die nur durch erpresserische Lobbyarbeit und
gebetsmühlenartige Insistenz auf die vermeintlichen Ziele und
die Historie der SPD an ihrer Macht festahlten kann, das ganze
Land terrorisiert.
Bravo Schröder! (ich hätte nicht gedacht, dass ich das einmal
sagen würde), auch wenn die Reformen keineswegs so weit gehen,
wie es eigentlich nötig wäre. Aber irgendwo muss man eben
anfagen.
Bei aller Euphorie, was Schröder und die einzelnen
Kommissionen planen, es wird ein Spiel mit relativ vielen
Unbekannten. Wer, wie es letztlich ja geplant ist, mit mehr
Abzügen, mit weniger Einkommen der breiten Masse, Politik in
einer Zeit der Wirtschaftsflaute betreibt, muss auch damit
rechnen, dass mangels Nachfrage die Wirtschaft nochmals ein
Stück tiefer und somit die Zahl der Arbeitslosen nochmals
steigen. Das Problem ist nicht mit Kürzungen alleine zu lösen.
Richtig. Aber es ist unbedingt nötig, den Sozialstaat auf ein realistisches Maß zurückzufahren. Die Sache mit den Abgaben regelt sich von selbst, da die Gewerkschaften sich ja nun bei Schröder in Ungnade gepokert haben, ist nun wieder die Fraternisierung mit der Unternehmerecke dran. Und diese tritt ja für Steuererleichterungen an allen Fronten ein.
Hier muss, und hier weigern sich CDU und SPD und FDP, auch an
das Vermögen ran.
Im Gegenteil. Immer an die Standortfaktoren denken.
Dieses muss besteuert werden.
Das denke ich nicht.
25% auf Kapitalerträge ist völlig ausreichend.
Andernfalls flieht noch mehr Kapital aus dem Land.
Es ist nicht
nachvollziehbar weshalb Mieteinnahmen entsprechend günstig
behandelt werden,
Das ist durchaus nachvollziehbar. Nimm meinen Fall: Wohnung zur Eigennutzung gekauft, aus beruflichen Gründen umgezogen und nun in Mietwohnung in einer anderen Stadt. Weshalb sollte ich Steuern auf meine Mieteinnahmen zahlen, schließlich muss ich diese ja reinvestieren, um meine jetzige Miete zu bezahlen?
weshalb die Vermögenssteuer nicht wieder wie
früher eingeführt wird
Das führt nur zu Kapitalflucht.
Wir brauchen das Kapital aber hier, und zwar als Investition.
und weshalb es auf Aktengewinne nicht
entsprechende Steuern geben soll.
Weil 25% auf Kapitalerträge reichen.
Weshalb sollen ausgerechnet
jene, die wirklich Vermögen in ausreichender Form haben, zwar
von allen Systemen dieses Staates und allen Einrichtungen
profitieren, während sie kaum etwas zu deren Schaffung
beitragen.
Das ist ein uralter Klassenkampf-Hut.
Wer Geld hat, bezahlt zunächst einmal gewaltig Einkommensteuer, Grundsteuer, MWSt., Sozialabgaben u.s.w.
Ferner trifft die Vermögenssteuer nicht nur die in unserer Neidgesellschaft vielgeschmähten „Reichen“, sondern v.a. den Mittelstand. Vermögen, auch in Immobilien, ab 500.000€ soll besteuert werden. Das trifft schon den Besitzer einer Doppelhaushälfte in München. Sehr sozial…
Was macht der also? Er verkauft den ganzen Scheiß, transferiert das Geld in die Schweiz und lebt hier zur Miete.
Und wer an die renten will, muss wissen und beachten, dass
schon durch andere Massnahmen die Renten nicht mehr der
üblichen Berechnung entsprechen. Schon einmal wurden unter
Kohl die Renten eingefroren und die folgenden Erhöhungen auf
dem eingefrorenen Satz aufgebaut. Zudem wird seit 1999 oder
2000 ein geringerer Rentenbetrag bei der Erhöhung
berücksichtigt. Durch die Preissteigerung haben Rentner im
Gegensatz zu dne Arbeitnehmern bereits hohre Nettoverluste.
Macht nichts, die demographische Entwicklung lässt keine andere Lösung zu. Unsere Renten und v.a. Pensionen sind so ungerecht verteilt. Das ist das Problem. Würde man hier ansetzen, wäre die Sache nicht mehr so wild.
Notwendig ist auch, dass fremde Leistungen aus der
Rentenversicherung heraus genommen und über Steuern
finanziert werden. Dasselbe gilt für Krankenkassen. Dort sind
alle Leistungen aus dem Katalog zu streichen, die nicht der
Gesudnheit dienen. Warum soll ich über meine Krankenkasse
Abtreibungen bezahlen ? Weshalb soll ich höhere Beiträge
bezahlen, während für Sozialhilfeempfänger Beiträge erhoben
werdne, die entsprechen bei gleichen Einkommen durch Arbeit
kaum 1/5. Warum kann nicht jemand, der in Skiferien geht, sich
versichern.
Einverstanden.
Ich meine, dass jede Änderung nach unten bei den Versorgungen
keinen einzigen Arbeitsplatz bringen wird. Wer Hundt, den
Arbeitgeberpräsidenten mit der besonderen Moral zum Sparen -
bei anderen - anhört, muss doch erkennen, dass es Hundt nun um
weniger Ausgaben und bessere Geschäfte für Aktionäre geht,
aber keinesfalls um Arbeitsplätze. Von sozialer Verpflichtung
würde ich bei Herrn Hundt nicht einmal gedanklich mich
befassen.
Bessere Geschäfte = mehr Arbeitsplätze.
Mir macht - nach meiner Vorabruhestandssituation - eine
entsprechende Kürzung kaum etwas aus. Über meine KV-Beiträge
diskutiere ich nicht, da ich meiner KV durch die HTX und die
Medikamente sowie Untersuchungen bis in 3,5 Jahren die
Beiträge wieder abgenommen habe, die ich (unverzinst) dort
eingezahlt habe. Wir sollten aber bei der Wertung an jene
denken, die nicht nur kaum eine Rente haben sondern denen jede
Preiserhöhung und jede Senkung ihres Einkommens tägliche
Probleme der Versorgung bringt.
Das ist das typische Beispiel der alten Omi mit 200 Euro Rente. Vergiß es, die gibt es kaum noch. Das größte Problem sind die Luxusrentner im Ausland, die hier die Rente kassieren, sie aber woanders ausgeben und v.a. unsere völlig überversorgten Pensionäre, die im Durchschnitt mit 55 in Pension gehen.
Es wird etwas geschehen müssen.
Damit gehe ich absolut konform.
Es muss nur auf alle Schultern
verteilt werden. Hier scheint das Rezept von Schröder eben
eher die sozial Schwachen zu treffen.
…weil die sozial normalen sowieso schon bis über alle Maßen belastet sind! Das vergisst man immer gerne in der Diskussion.
Und die paar sozial Starken, von denen hier immer gerne gesprochen wird, lassen sich sowieso nicht schröpfen. Ich habe enige von denen in meinem direkten Umfeld und, ohne Übertreibung, gut 60% dieser Leute sind mittlerweile Steuerausländer…
Dass unter Merkel jede
soziale Verantwortung in der CDU längst verloren ist, ist dann
nicht besser, wenn sie Schröder zustimmt. Wer von seinem
politischen Gegner Beifall erhält macht etwas falsch.
Das kann man sehen, wie man will.
Meine Interpretation hier ist eher, dass es nur einen sinnvollen weg gibt, den eben beide erkannt haben.
Grüße,
Mathias