Olivenöl und seine Säure

Hallo alle,

es ist ja schon länger vermutet worden, dass Olivenöl sehr gesundheitsfördernd,
vor allem in Hinblick auf Herz und Kreislauf sei.
Nun lese ich in dem bei Yahoo gefundenen und unten wiedergegebenen Artikel, dass
das jetzt wohl auch wissenschaftlich erhärtet sei. Nur: Demnach müsste man eher
kulinarisch minderwertiges, sprich: ölsäure-haltigeres Olivenöl verwenden, und
nicht das höher eingeschätzte, möglichst wenig säurehaltige. Sehe ich das
richtig?

Gruß
Bolo2L

Hier der Artikel:
_Säure des Olivenöls verringert Krebsrisiko

Werte des entscheidenden Gens Her-2/neu sinken

Chicago (pte) - Wissenschafter der Northwestern University
http://www.northwestern.edu haben nachgewiesen, warum eine an Olivenöl reiche
Ernährung das Risiko einer Erkrankung an Brustkrebs verringert. Entscheidend ist
die Ölsäure. Labortests mit Brustkrebszellen zeigten, dass diese Säure die Werte
des Gens Her-2/neu deutlich reduzierte, das für die Entstehung der Krankheit
verantwortlich gemacht wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Annals of
Oncology http://annonc.oupjournals.org veröffentlicht. Vertreter von Cancer
Research UK und Breakthrough Breast Cancer forderten laut BBC eine genauere
Erforschung.

Ölsäure verringerte die Werte von Her-2/neu, das bei mehr als einem Fünftel der
Brustkrebspatientinnen in großen Mengen nachgewiesen wurde. Dieses Gen wird mit
sehr aggressiven Tumoren und schlechten Heilungschancen in Verbindung gebracht.
Die Ölsäure unterdrückte nicht nur die Aktivität des Gens, sie verbesserte auch
die Wirkung des Medikaments Herceptin. Der leitende Wissenschafter Javier
Menendez erklärte, dass diese Ergebnisse epidemiologischer Studien bestätigten,
die zeigten, dass die mediterrane Ernährung eine deutlich schützende Wirkung
gegen Krebs, Herzerkrankungen und Alterung hat. Es sei denkbar, dass Olivenöl
eine Resistenz gegen Herceptin bei Patientinnen mit hohen Her-2/neu Werten
verzögern oder verhindern könne. Menendez betonte jedoch, dass Laborergebnisse
nicht immer direkt auf die klinische Praxis umgelegt werden können._

Hallo Bolo,

die Lebensmittelwissenschaftler haben es nicht leicht!
Sie müssen regelmäßig erklären, warum Sachen, die dereinst übelste Sorte waren, plötzlich nur noch gut sind. So auch beim Olivenöl.
Jahrelang waren einfach ungesättigte Fettsäuren pfuipfuipfui, weil sie die Cholesterinwerte erhöhen sollte. Plötzlich stellt man fest; ich habe nichts gesagt und behaupte das Gegenteil.

Solche isolierten Betrachtungen von Einzelkomponenten der Ernährung sind immer sehr kritisch zu sehen, denn auch die Eskimos leben häufig sehr lang, was sie nach der geltenden Meinung gar nicht dürften …

Rotwein ist ja inzwischen auch nicht mehr schädlich etc.

Es kommt wohl immer auf die Menge an und auch in welcher Kombination man Dinge ißt.

Die Lebenssituation (Bewegung, soziale Situation, persönliche Einstellung zum Leben (optimistisch, pesimistisch…) und vieles mehr) spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.
Aber das ist nicht so griffig rüberzubringen, den Lebenswandel zu ändern ist eben unbequem, dann lieber Erklärungsversuche über ‚Einzelsubstanzen‘.
Zudem muß man auch spektakulär veröffentlichen, um an die knappen Fördermittel zu kommen.

Fazit (mein persönliches):
Gut und abwechslungsreich essen ist OK, sich gut fühlen auch und wenn man sich dabei ausreichend bewegt, kann man alt werden.

Gandalf

Ja, schon …
Hallo Gandalf,

was Du da schreibst, kann man nur nickend zur Kenntnis nehmen. Nur: Dass
Olivenölküche sich gebietsgleich mit gesünderem Herz und Kreislauf deckt, ist
schon lange aufgefallen (natürlich kann man sich jetzt nicht dadurch vor einem
Infarkt schützen, dass man literweise Olivenöl säuft - Butter fallweise durch
Olivenöl zu ersetzen, ist aber bestimmt nicht schlecht).
Meine etwas erstaunte Frage war nur: Ist in dieser Hinsicht das kulinarisch als
minderwertig geltende Öl besser?

Gruß
Bolo (der sich für die Fotos und den Brief bedankt!)

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Tach Bolo,

Nur: Dass
Olivenölküche sich gebietsgleich mit gesünderem Herz und
Kreislauf deckt, ist
schon lange aufgefallen

es gibt da aber auch Gebietsgleichheiten mit Gegenden, wo regelmäßig Rotwein getrunken wird, Käse wird dort auch gerne gegessen, díto frisches Gemüse und Obst.
M.E. kann man Gesundheit nur schwer (oder besser gar nicht?!) an nur einem Indikator festmachen.

Warum ist Olivenöl mit höherem Oleatanteil eigentlcih kulinarisch minderwertig?!

Gandalf

Hi nochmal,

es gibt da aber auch Gebietsgleichheiten mit Gegenden, wo
regelmäßig Rotwein getrunken wird, Käse wird dort auch gerne
gegessen, díto frisches Gemüse und Obst.
M.E. kann man Gesundheit nur schwer (oder besser gar nicht?!)

Das ist schon klar!

Warum ist Olivenöl mit höherem Oleatanteil eigentlcih
kulinarisch minderwertig?!

Je weniger Säure ein Öl hat, desto feiner, eleganter, blumiger schmeckt es. Ich
denke, es ist auch eine Frage der Bekömmlichkeit.

Ciao
Bolo

Tach Bolo,

Je weniger Säure ein Öl hat, desto feiner, eleganter, blumiger
schmeckt es.

jetzt haben wir elegant aneinander vorbeigeredet :wink:

Was Du hier beschreibst, ist die freie (Öl)Säure!

Was aber im ursprünglichen Beitrag gemeint war ist folgendes:
Fette sind Verbindungen (Ester) von Fettsäuren mit Glycerin (einem Alkohol).
Wenn man bei Fetten von einem gewissen Gehalt (meist in %) von xyz-Säure spricht, heißt das, daß ein entsprechender Anteil der chemisch gebundenen Säuren eben die xyz-Säure ist.
Man spricht auch vom Fettsäurespektrum.
Bei einem typischen Olivenöl sieht es folgendermaßen aus:
66% Ölsäure, 12 % Linolensäure, 9% Palmitinsäure, 5 % Eicosensäure, 5% Palmitoleinsäure und der Rest sind verschiedene andere Fettsäuren.
ABER: diese Fettsäuren sind chemisch gebunden.
Freie Fettsäuren sind im allgemeinen ein Makel, aber das hat nichts mit dem Fettsäurespektrum zu tun, das gemeint war.

Gandalf

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hallo bolo2L,

das ist mitnichten was neues.
selbst im lexikon der populären ernährungsirrtümer wird das so dargestellt.
und das ist eine weile auf dem markt.
das hatten wir auch schon vor einem halben jahr diskutiert.
da ging es um die fälschung mit der „mittelmeerdiät“.
und das die fettsäurentheorie nicht hinhaut, ist seit jahren bekannt. sie wird nur immer von den „ernährungsberatern“ wiedergekäut.

strubbel
8:open_mouth:)

Jetz samma beinanda (sagt der Bayer), das war mir nicht klar, dass es da eine
freie und eine gebundene Ölsäure gibt. Nun ist auch alles verständlich … Danke
nomma!
Bolo

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Hallo Strubbel,

ja nun, natürlich geistert das schon lange rum. Und der Waber-Wust von manchen
(!) Ernährungswissenschaftlern ist mir auch ein Graus. Aber wirklich
wissenschaftlich untersucht scheint es bis zu dieser Studie noch niemand zu
haben. Wenn Du den Text liest, geht das schon um einiges tiefer. Aber natürlich
nur für Brustkrebs und nur im Laborversuch, das ist schon wahr.
Schönen Tag noch nach Berlin, da müsste man auch mal wieder hin … :smile:
Gruß
Bolo

das ist mitnichten was neues.
selbst im lexikon der populären ernährungsirrtümer wird das so
dargestellt.
und das ist eine weile auf dem markt.
das hatten wir auch schon vor einem halben jahr diskutiert.
da ging es um die fälschung mit der „mittelmeerdiät“.
und das die fettsäurentheorie nicht hinhaut, ist seit jahren
bekannt. sie wird nur immer von den „ernährungsberatern“
wiedergekäut.

strubbel
8:open_mouth:)