Morgen Vanessa,
Klar, man *muß* schon die Verantwortung für sich übernehmen,
die Frage ist doch aber, ob man das *kann*. Und ich glaube
diesen Punkt hast Du sehr wohl verstanden.
Ja, ich habe ihn schon verstanden…du auch ?
Natürlich. Dieser Punkt ist ja von mir. Dann muß ich ihn ja
wohl verstanden haben.
Nun ja, wir verstehen scheinbar etwas anderes unter Verantwortung für sich selbst und beschützen.
Nein, sie müssen es lernen, sie müssen lernen, Verantwortung
für sich zu übernehmen…und wenn sie dafür erst einmal
hinfallen mußten…sie stehen dann wieder auf und fallen evtl.
nochmal…erst dann, wenn ein Mensch merkt, er möchte nicht
mehr fallen, kann man ihm helfen…aber noch einmal : Man kan
ihn nicht beschützen !
Sag das mal einer jungen Frau mit Eierstockkrebs und reaktiver
Depression. Die will gar nichts nehmen.
Dann wird sie wohl auch keine Medis aus dem Netz bestellen …und darüber reden wir ja hier.
Oder einem bipolaren
Psychotiker in seiner manischen Phase. Der kübelt alles in
sich rein.
Richtig…und trotzdem muß er lernen, die Verantwortung für sich zu tragen…oder aber kannst du ständig und immer bei diesen Menschen sein und sie beschützen ?
Der Psychotiker könnte diese Mittel im netz bestellen, er könnte es aber auch billiger haben, indem er sich das alles von verschiedenen Ärzten verschreiben läßt.
Oder einer älteren Dame mit Alzheimer: Die weiß gar
nicht mehr, daß sie Medikamente nehmen sollte.
Dann wird auch sie keine bestellen…wir reden hier immer noch von der Bestellung der Medikamente im Netz und die davon ausgehenden Gefahren.
Jetzt muß ich Dir das schreiben, was Du offensichtlich auf
mich projiziiert hattest: Du bist sehr idealistisch. Du
hättest es gerne, wenn alle Menschen im Vollbesitz ihrer
geistigen Kräfte wären und selbst entscheiden könnten, was gut
für sie wäre. Nur können das viele Kranke, vorübergehend oder
dauerhaft, nicht! Und es ist nicht die Minderheit, wie Du
jetzt vielleicht denkst. Schließlich sind es gerade die
Kranken, die Medikamente einnehmen.
Alles richtig…nur, wer krank ist, gehört in Behandlung…und er sollte sich, sofern ihm etwas an dieser Behandlung mißfällt, informieren, bevor er irgendwo irgendetwas bestellt.
Sicher wird es immer ein paar Menschen geben, die Mißbrauch betreiben mit diesen online georderten Mittel…es aber deshalb für die gesamte Menschheit zu untersagen, finde ich völlig übertrieben.
In dem Moment, wo der Arzt mir ein Medikament verschreibt, hat
er erstmal die Verantwortung…in dem Moment, in dem ich sie
online bestelle, habe ich sie…ganz klar.
Damit bist Du nicht auf meinen Punkt eingegangen: Der war
nämlich, daß Du selbst als Kranke im Vollbesitz Deiner
geistigen Kräfte mangels kompletten Verständnis der z.T. nicht
mal auf dem Beipackzettel vermerkten NW keine Verantwortung
übernehmen kannst.
Deshalb werde ich mich hüten, etwas zu bestellen, was ich nicht kenne ! Aber das sagte ich bereits mehrmals.
Wenn andere so leichtsinnig sind, ist das bitte ihre Sache…aber ich bin nicht breit, mir alles untersagen zu lassen, nur weil es eben Menschen gibt, die mit gewissen Dingen nicht umgehen können, das führt einfach zu weit.
Vergleich: Du wirst in ein Flugzeug gesetzt. Und glaubst auch
noch, Du könnest die Sache beherrschen. Du kennst zwar die
Steuerorgane, aber nicht die Landeklappen. Wenn deswegen was
passiert, ist derjenige dran, der Dich ans Steuer gelassen
hat. Mangels Flugschein konnest Du ja gar nichts von der
Existenz der Landeklappen wissen.
Es ist sinnvoll so, denn es verhindert Unfälle.
Wie war das so schön ? …Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich ?
Das ist eine sehr schwierige Frage…kann ich nicht so
pauschal beantworten.
Ich denke mal, grob gesehen, würde ich die Grenze bei der
Volljährigkeit ziehen…
Ich sehe nicht immer einen prinzipiellen Unterschied zwischen
einem Kind und einem Erwachsenen. Viele Erwachsene verhalten
sich manchmal dümmer wie ein Kind. Wir beide bestimmt auch
manchmal.
Prinzipiell richtig…ein Kind kann aber nicht die Zusammenhänge sehen und muß eben erst noch lernen, die VCerantwortung zu übernehmen.
Werde ich allerdings ganz ohne Betäubung behandelt, bin ich
zwar erstmal noch ein wenig ängstlicher, aber ich haben weder
Herzrasen, Kreislaufprobleme noch Schweißausbrüche…
…daher weiß ich das also 
Wirklich *wissen* könntest Du es nur dann, wenn man einige
Betäubungsmittelinjektionen simuliert (mittels Kochsalz) und
weder Arzt noch Patient bescheid wüßten. Das ist ja auch der
Sinn der ganzen Doppelblindstudien.
Ich weiß es, weil ich es erleben durfte…Behandlungen mit und ohne Betäubung…und weil mein Zahnarzt ganz klar sagte, er würde merken, wie es mir geht und deshalb würde er das nächste Mal erst weniger spritzen, man könne dann nachspritzen…
Ich zweifle ein wenig
dran, und zwar deshalb, weil es ein wenig dauert, bis das
Anästhetikum aus dem Zahnfleisch ins Kapillarbett und in den
systemschen Kreislauf geschwemmt wird. So gesehen dürften
Systemzeichen erst dann eintreten, wenn Du wieder Daheim bist
und die Wirkung nachläßt.
Also, lass mich überlegen…gegen 11:30 h wurde die Betäubing gesetzt…etwa gegen 13:oo h saß ich im Auto und merkte, das etwas nicht stimmt…
Sag nicht „ich weiß das halt, das ich drauf reagiere“. Gefühl
hat seinen Platz, aber hier gehts dann schon um Beweise.
S.o. … Es ist kein Gefühl, es ist Fakt, worauf mein Zahnarzt mich erst vor einigen Jahren aufmerksam machte.
Schließlich ist das eine wichtige Frage, da Du Deinen nächsten
Eingriff nicht ohne Betäubung erleben willst 
Nicht jeden Eingriff würde ich ohne machen lassen…einige schon…andere eben erstmal mit weniger, nachgeben kann man dann immer noch.
Gruß,
Vanessa