Oops sorry, euer Tim McVeigh

Hi,

Da hat nun also Tim McVeigh 24 Stunden vor der Hinrichtung sein Gewissen entdeckt und sich bei den Angehörigen der Opfer entschuldigt. Oops sorry, es tut ihm Leid. Als wäre er in der überfüllten Straßenbahn jemand auf die Zehen getreten, entschuldigt er sich für 186 Tote und zahllose Verletzte, für eine sinnlose und grenzenlos bösartige Tat, die das Leben zahlloser Unschuldiger zerstörte. Ich möchte ja fast wetten, dass er im letzten Augenblick in die auf ihn gerichteten Kameras strahlt und sagt: „Gott hat mir verziehen, ich gehe zu Jesus.“ Scheint ja fast schon ein Standard-Ouvertüre zu einer amerikanischen Hinrichtung zu sein, man denkea an Karla Tucker. Die entschwebte auch mit einem „Hi, wir sehen uns bei Jesus“ in den Himmel.
Ich glaube an Vergebung. Ich glaube an einen gnädigen Gott. Aber ich habe ganz gewaltiges Bauchweh wenn einer zu einer Tat, die er selbst voll Stolz so beschrieb „Ist es nicht Furcht erregend, dass ein einzelner Mann eine solche Hölle loslassen konnte?“, die billige Gnade einkassiert und freudig in den Himmel einmarschiert.
Sehr nachdenklich, sehr unbehaglich,
bb

Wer ohne Suende ist werfe den ersten Stein…
Nun, mich aergert es immer wieder wie in unserer Gesellschaft auf bestimmte Menschen mit dem Finger gezeigt wird, so als ob diese schlechter oder schlimmer waeren als andere. Ich denke wir alle sind Suender und brauchen die Vergebung Gottes. Und was Du erzaehlst erinnert mich an die biblische Geschichte der Frau die beim Ehebruch ertappt worden ist Johannes 8,3…

Sicher gibt es keine Entschuldigung fuer Verbrechen aber ich erlebe es immer wieder dass dann Schuldige bzw. vermeintlich Schuldige als das Boese schlechthin dargestellt werden vor denen sich unsere liebe nette reine Gesellschaft schuetzen muss…

Das Fingerzeigen auf andere dient oft als willkommene Ablenkung von unseren eigenen Suenden…

Wie Du selbst schreibst,

Sehr nachdenklich, sehr unbehaglich,

Gruss Abe…

Hallo Abe,

Nun, mich aergert es immer wieder wie in unserer Gesellschaft
auf bestimmte Menschen mit dem Finger gezeigt wird, so als ob
diese schlechter oder schlimmer waeren als andere.

Ich persönlich halte einen Attentäter, der hunderte ihm unbekannte Menschen umbringt für schlimmer, als jemand der falsch parkt.

Ich denke
wir alle sind Suender und brauchen die Vergebung Gottes.

Richtig. Aber würdest du keinen Unterschied machen, zwischen den täglichen Fehlern, die wir aufgrund unserer Unvollkommenheit und Unkenntnis machen und einem brutalen Verbrechen.

Und
was Du erzaehlst erinnert mich an die biblische Geschichte der
Frau die beim Ehebruch ertappt worden ist Johannes 8,3…

Das Fingerzeigen auf andere dient oft als willkommene
Ablenkung von unseren eigenen Suenden…

Das Gleichnis von Johannes 8:3-11 wird gerne von Übeltätern als Entschuldigung gebraucht; „Ich kann jeden Scheiß bauen, aber du hast nicht das Recht mich zu kritisieren, denn du bist auch ein Sünder.“

Gott hat aber sündige Menschen als Propheten zu ihren Mitmenschen gesendet, damit sie ihren Mitmenschen deutlich sagen, was richtig und falsch ist. Und Gott hat auch sündige Menschen zu Richtern über ihre Mitmenschen gemacht, damit sie Gesetze einhalten.

Du selber hast Ärzte angeprangert, weil sie Abtreibungen durchführen. Und nun prangert Barbara einen Massenmörder ob seiner Heuchelei an. Und du kitisierst sie deshalb.
Sind das nicht zwei Maßstäbe?

Gruß
Carlos

Hi Barbara,

ich habe vor kurzem mit einem Familientherapeuten gesprochen,der sagte;
wenn ich in einer Familie komme, wo ein Buhmann bzw. auf einem immer mit dem Finger gezeigt wird, dann haben die Leute, die dieses machen jede Menge Dreck am stecken.
( Das kann ich Dir aus Erfahrung sagen!)

Genauso habe ich im Radio gehört, dass der Attentäter unter Verfolgungswahn lebte, seit er aus dem Krieg wiederkam.

Ich bin auch immer sehr vorsichtig mit Äußerungen, wie mein Vorsprecher schon andeutete.

In diesem Sinne,
einen schönen Abend noch
Gruß Heiner

Hallo Barbara,

ich kann deine Bauchschmerzen sehr gut nachvollziehen.

Aber ich versichere dir, Gott ist nicht blöde. Wenn ein Mörder kurz vor seiner Hinrichtung noch Punkte sammeln will, kommt er damit nicht durch.
Jesaja 1:15
Und wenn ihr eure Handflächen ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr viele Gebete vorbringt, höre ich nicht zu; mit Blutvergießen sind ja eure Hände gefüllt worden.

Offenbarung 21:8
Was aber die Feiglinge und die Ungläubigen und die betrifft, die zufolge ihrer Unsauberkeit abscheulich sind, und Mörder und Hurer und solche, die Spiritismus ausüben, und Götzendiener und alle Lügner, ihr Teil wird in dem See sein, der mit Feuer und Schwefel brennt. Das bedeutet den zweiten Tod.

Zu einer Vergebung der Sünden gehört Reue.
McVeigh hatte seine Zugehörigkeit zu einer terroristischen Gruppe bereuen und aufhören können.
Er hätte seine Tat bereuen und sich stellen können.
Er hätte nachdem er gefasst wurde, ein völliges Geständnis ablegen und allen seinen Besitz den Hinterbliebenen vermachen können.
Aber kurz vor der sicheren Hinrichtung kommt es schon sehr billig rüber.

Gruß
Carlos

Hi Abe und Heiner,

Nun, mich aergert es immer wieder wie in unserer Gesellschaft
auf bestimmte Menschen mit dem Finger gezeigt wird, so als ob
diese schlechter oder schlimmer waeren als andere.

Also für mich ist jemand, der 186 unschuldige Menschen auf grausamste Weise tötet, nur weil er es der Regierung zeigen will, etwas schlechter und schlimmer als alle, ´tschuldigung schon!

Ich denke

wir alle sind Suender und brauchen die Vergebung Gottes. Und
was Du erzaehlst erinnert mich an die biblische Geschichte der
Frau die beim Ehebruch ertappt worden ist Johannes 8,3…

Ehebruch gehört für mich in eine andere moralische Kategorie als ein blindwütiger Mord an Menschen, die völlig unbeteiligt sind, und dann ein Leben lang traumatisiert bleiben.

Sicher gibt es keine Entschuldigung fuer Verbrechen aber ich
erlebe es immer wieder dass dann Schuldige bzw. vermeintlich
Schuldige als das Boese schlechthin dargestellt werden vor
denen sich unsere liebe nette reine Gesellschaft schuetzen
muss…

Okay, dann stell dir einmal vor, du wärst in diesem Bürogebäude gewesen und liegst jetzt lebenslänglich verkrüppelt im Krankenhaus oder hast deine Frau und Kinder verloren, dann hättest du ein Recht darüber zu reden ob die liebe nette Gesellschaft dich nicht doch hätte beschützen sollen, oder?

Wie Du selbst schreibst,

Sehr nachdenklich, sehr unbehaglich,

Ich fühle mich deshalb sehr unbehaglich, weil mir eure Äußerungen als Gefühlsduselei erscheinen und als blanker Zynismus gegenüber den Hunderten, die fürs Leben gezeichnet leben müssen, während McVeigh auf die ganz schonende Art und Vollnarkose eingeschläfert wird.
Ich frage mich, wie man auch den Opfern dieses Mannes gegenüber Nächstenliebe zeigen kann, sicher nicht indem man ihnen sagt, sie wollten doch nur von ihrem eigenen dreck am stecken ablenken indem sie mit dem Finger auf einen Sündenbock weisen. Ein Sündenbock ist ein Unschuldiger, McVeigh ist keiner. Und was mich sehr beschäftigt, ist, dass Nächstenliebe hier auch die Opfer einbeziehen muss, oder?
bb

Hi,

Ich persönlich halte einen Attentäter, der hunderte ihm
unbekannte Menschen umbringt für schlimmer, als jemand der
falsch parkt.

Ich denke
wir alle sind Suender und brauchen die Vergebung Gottes.

Richtig. Aber würdest du keinen Unterschied machen, zwischen
den täglichen Fehlern, die wir aufgrund unserer
Unvollkommenheit und Unkenntnis machen und einem brutalen
Verbrechen.

Du selber hast Ärzte angeprangert, weil sie Abtreibungen
durchführen. Und nun prangert Barbara einen Massenmörder ob
seiner Heuchelei an. Und du kitisierst sie deshalb.
Sind das nicht zwei Maßstäbe?

Ich habe oft den Eindruck, dass Christen (natürlich nicht pauschal ALLE) viel eher einen Schwulen oder einen Abtreibungsarzt dem Henker überantworten würden als einen Mann, der protzig von sich selber sagt: „Ist es nicht Furcht erregend, dass ein einziger Mann eine solche Hölle loslassen kann?“
Ich kann es noch einigermaßen mitvollziehen, wenn unterdrückte oder diskriminierte Menschen Terrorakte vollziehen, denn diese Menschen sind auch selbst Terrorakten ausgesetzt (siehe Nahost), aber McVeigh war kein Gejagter, Verfolgter und Unterdrückter.
Das Mitdem-Finger-zeigen betrifft fast ausschließlich sexuelle Entgleisungen, und da stimme ich zu, dass viele nur vom eigenen dreck ablenken wollen, aber man kann doch um Himmelswillen nicht sagen, dass ein zynischer Massenmörder denselben moralischen Rang einnimmt wie ein Ehebrecher!
Ich bin nur froh, dass Carlos das gesagt hat, der für seine Position moralischer strenge bekannt ist.
gruß,
bb

Ich persönlich halte einen Attentäter, der hunderte ihm
unbekannte Menschen umbringt für schlimmer, als jemand der
falsch parkt.

Ich halte ihn selbst nicht fuer schlimmer, sondern dass er eine schlimmere Suende begangen hat. Und das ist ein GROSSER Unterschied.

Richtig. Aber würdest du keinen Unterschied machen, zwischen
den täglichen Fehlern, die wir aufgrund unserer
Unvollkommenheit und Unkenntnis machen und einem brutalen
Verbrechen.

Doch auf jeden Fall! Der Haken in Deinem Argument ist nur, dass viele der taeglichen „Fehler“ die wir machen in Wahrheit mehr oder weniger bewusste Verfehlungen sind. Ich denke wenn jemand wirklich in bester Absicht handelnd jemandem Schaden zufuegt, kann man von einem Fehler sprechen. Doch ich erlebe es immer wieder wie Menschen suendigen und das dann noch gerne als Fehler hinstellen, oft mit dem Beisatz: „Ich bin auch nur ein Mensch!“. Z.B. sagt einer: „Du trottel!“ und dann nachher: „Tut mir Leid, ist mir so rausgerutscht, war nicht boese gemeint!“. Doch seltsamerweise wiederholt sich der Fehler immer wieder von neuem…Wir duefen uns hier nicht taeuschen. Jesus sagte

Matthaeus 5,22: „Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen Feuers schuldig.“

Also selbst solche Vergehen sind ernst zu nehmen…

Das Gleichnis von Johannes 8:3-11 wird gerne von Übeltätern
als Entschuldigung gebraucht; „Ich kann jeden Scheiß bauen,
aber du hast nicht das Recht mich zu kritisieren, denn du bist
auch ein Sünder.“

Nun, ich habe hier kein Verbrechen entschuldigt…

Du selber hast Ärzte angeprangert, weil sie Abtreibungen
durchführen. Und nun prangert Barbara einen Massenmörder ob
seiner Heuchelei an. Und du kitisierst sie deshalb.
Sind das nicht zwei Maßstäbe?

Nun, zu den Abtreibungsaerzten, da war es Barbara die zuerst ein Posting brachte wo sie sich ueber eine Gerichtsentscheidung aufregte. Ich habe dann darauf reagiert. Zweitens, bei den Abtreibungsaerzten ging es mir hauptsaechlich darum zukuenftige Morde zu verhindern. Es ging mir nicht darum sie fuer schon vergangene Sachen zu bestrafen. Dies habe ich damals schon diskutiert, bitte nicht noch mal das ganze von vorne!!!
Insofern kann ich hier nicht zwei Massstaebe sehen.

Worauf ich eigentlich hinauswill, und ich denke da stimme ich mit der Bibel ueberein, ist, dass die ganze Gesellschaft suendig ist, also auch ich und Du. Merkmal einer Suendigen Gesellschaft ist, dass immer gerne auf einzelne gezeigt wird, als ob wir alle besser waeren…Wie gesagt ich entschuldige nicht McVeighs Vorgehen, aber ich persoenlich halte mich nicht fuer besser…
Und nein, ich habe noch nie jemanden Umgebracht…zumindest nicht koerperlich…

Gruss Abe…

Hi,

wo und wem schließt du dich an? War nicht ganz klar ersichtlich.
gruß,
bb

Hi,

wo und wem schließt du dich an? War nicht ganz klar
ersichtlich.
gruß,

Oh, dachte es ist klar ersichtlich, nämlich dem, was Du dazu
geschrieben hast. Es kann ja wohl schon ethisch nicht infrage kommen einen Ehebrecher mit einem Mörder zu vergleichen.
Gründe, warum jemand mordet gibt es immer…aber dieser Vergleich
geht dann doch zu weit, auch dann noch, meiner Meinung nach,
wenn die Person krank wäre. Und plötzlich Abbitte und Reue vor
Gott zu zeigen, kurz bevor er selber sterben muß, nenn ich Heuchelei!!!
Allerdings kann ich z.B. auch nicht verstehen, wieso die Hinterbliebenen der Opfer zuschauen wollen, wie dieser Mann
getötet wird, das ist mir ethisch auch sehr fraglich…
dennoch wieder ein anderes Thema.

Viele Grü´ße
H.-D.

Vergebung durch sogenannte Reue?
hi
also, ich bin ja eher Agnostiker…
und auch tatsächlich gegen die Todesstrafe…
Aber bei dem… sorry, da hält sich mein Aktivismus doch in Grenzen…
Wobei, was wäre schlimmer für ihn?
Lebenslänglich in einer Zelle zu versauern, bis die Haft seine hohlen Überzeugungen Stück für Stück zerstört und nur noch ein große Leere zurückbleibt… oder der frühe Tod…
Nur am rande…

Diese Äusserungen dieses hirnamputierten Idioten sollten Reue sein???
Reue bedeutet in meinen Augen UMKEHR, Selbstreflektion der Tat und die daraus resultierende Überzeugung, das diese Tat ein Fehler war, ein nicht wiedergutzumachendes Verbrechen…

Ob Gott ihm verzeihen wird, weiss ich nicht, die Wege des Herrn sind ja bekanntlich unerforschlich.
Aber m.E . will sich diese Type nur in Szene setzen, als der nette Junge, der für seine Überzeugung stirbt… daran klammert er sich doch.
Alles schon mal dagewesen!

Nun ja, die Rechtsradikal-Nationalistische Szene der USA wird ihren „Märtyrer“ bekommen…

Ich glaube an Vergebung. Ich glaube an einen gnädigen Gott.
Aber ich habe ganz gewaltiges Bauchweh wenn einer zu einer
Tat, die er selbst voll Stolz so beschrieb „Ist es nicht
Furcht erregend, dass ein einzelner Mann eine solche Hölle
loslassen konnte?“, die billige Gnade einkassiert und freudig
in den Himmel einmarschiert.

Nun, er kann in dem Glauben, bereut zu haben, ja sterben…
aber:

„das Herz des Toten wird gewogen werden gegen die Feder der Wahrheit“
Ägyptisches Totenbuch

Manchmal stehen auch in uralten nichtchristlichen Überlieferungen passende Sätze zum Thema…

Gruß
Mike

Das Mitdem-Finger-zeigen betrifft fast ausschließlich sexuelle
Entgleisungen, und da stimme ich zu, dass viele nur vom

Hmmm, das Beispiel in der Bibel bezog sich auf eine sexuelle Entgleisung(Ehebruch) doch denke ich dass der Sinn der Geschichte sich nicht darauf beschraenkt. Ich gewinne fast den Eindruck, dass Du die Wesentliche Botschaft gar nicht verstanden hast.(dazu unten mehr).

eigenen dreck ablenken wollen, aber man kann doch um
Himmelswillen nicht sagen, dass ein zynischer Massenmörder
denselben moralischen Rang einnimmt wie ein Ehebrecher!

Nun, Du kannst Dir gerne deinen eigenen Wertemassstab schaffen aber biblisch gesehen nehmen wir alle den gleichen moralischen Rang ein, naemlich Suender zu sein!

Ja, manche wird es vielleicht erstaunen, dass selbst Jesus das Praedikat „gut“ von sich abwies:

Markus 10,18: "Aber Jesus sprach zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. "

Und hier komme ich zu dem Sinn der biblischen Geschichte mit der Ehebrecherin noch mal zurueck. Das Fazit der Geschichte war ja eigentlich, dass ploetzlich jeder erkannte, auch nur ein Suender zu sein. Niemand wagte mehr, einen Stein zu werfen(obwohl es dort gesetzlich erlaubt gewesen waere) und zog sich lieber verlegen zurueck…

Zum Schluss empfehle ich auch diese Geschichte, das Ende koennt ihr dann selber nachlesen, z.B. bei http://bibel.cid.net

Lukas 18,11: „Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner(McVeigh? eigener Zusatz).“

Gruss Abe…

Heute wirst Du mit mir im Pardies sein

Jesu Gespraech mit dem Verbrecher der neben ihm am Kreuz hing, und kurz vor dem Tod seine Suenden bereute:

Lukas 23,41: „Und er sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! 23,42 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Aber ich versichere dir, Gott ist nicht blöde. Wenn ein Mörder
kurz vor seiner Hinrichtung noch Punkte sammeln will, kommt er
damit nicht durch.

Leider liegst Du hier nicht ganz richtig! Entscheidend ist hier nur das Herz des Menschen.

Zu einer Vergebung der Sünden gehört Reue.

Tja, und die ist jederzeit moeglich, also auch kurz vor der Hinrichtung.

Aber kurz vor der sicheren Hinrichtung kommt es schon sehr
billig rüber.

Nun, entscheidend ist hier das Herz des Menschen. Gott sieht auf das Herz. Hat der Mensch seine Tat bereut wird Gott ihm vergeben. Der Zeitpunkt ist da eher belanglos…
Mich wuerde es nicht wundern, wenn viele der Hingerichteten Verbrecher im Himmel sind. Denn oft werden die in den letzten Stunden/Minuten von geistlichen begleitet. Mancher der als gesellschaftlich annerkannter gestorben ist, mag sich da noch ganz schoen wundern im Jenseits…

Gruss Abe…

na wenn ich dort allen Verbrechern wiederbegegne, nur weil ein pfarreer bei der Hinrichtung dabei war, dann will ich NICHT in den Himmel.

Gernot Geyer

Hi Gernot,

na wenn ich dort allen Verbrechern wiederbegegne, nur weil ein
pfarreer bei der Hinrichtung dabei war, dann will ich NICHT in
den Himmel.

Hüte dich, was du dir wünscht, du könntest es bekommen *ggg*

Hi Michael,

und auch tatsächlich gegen die Todesstrafe…
Aber bei dem… sorry, da hält sich mein Aktivismus doch in
Grenzen…

Tja, so geht´s mir auch.

Wobei, was wäre schlimmer für ihn?
Lebenslänglich in einer Zelle zu versauern, bis die Haft seine
hohlen Überzeugungen Stück für Stück zerstört und nur noch ein
große Leere zurückbleibt… oder der frühe Tod…
Nur am rande…

Tja, da lieber noch ein letzter großer Auftritt, und den hat er ja bekommen, die Fernsehteams der ganzen Welt starren auf diese Todeszelle, und der Typ wird dort sicher eintreten wie ein Star auf die Bühne - wenn er diesen Auftritt schafft, hat er in seinen Augen gewonnen, und wie du sagst: Die rechtsradikalen werden ihren Märtyrer haben.

Reue bedeutet in meinen Augen UMKEHR, Selbstreflektion der Tat
und die daraus resultierende Überzeugung, das diese Tat ein
Fehler war, ein nicht wiedergutzumachendes Verbrechen…

Genau. Es ging mir hier auch gar nicht so sehr um die Frage, ob jemand, der bereut, trotz aller seiner Untraten noch in den Himmel kommt, sondern um dieses „na, entschuldige ich mich halt …“
INzwischen ist ja der ganze Text dieses „reuevollen“ Briefes bekannt geworden und der besagt eindeutig, dass es da gar nicht um Reue geht, sondern um ein kaltschnäuziges, achselzuckendes Naja, Pech gehabt, Leute, dass ihr gerade dort wart … Pech für die Schwachen, wenn sie den Starken über den Weg laufen, „das ist eben die Natur der Bestie“.

Ob Gott ihm verzeihen wird, weiss ich nicht, die Wege des
Herrn sind ja bekanntlich unerforschlich.

Die Frage ist eher, ob so jemand überhaupt Verzeihung haben will, denn die würde voraussetzen, dass er sich und seine eigene Glorie hinterfragt, und das wäre eine absolute Selbstdemontage.

bb

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Hi Abe,

Doch auf jeden Fall! Der Haken in Deinem Argument ist nur,
dass viele der taeglichen „Fehler“ die wir machen in Wahrheit
mehr oder weniger bewusste Verfehlungen sind. Ich denke wenn
jemand wirklich in bester Absicht handelnd jemandem Schaden
zufuegt, kann man von einem Fehler sprechen. Doch ich erlebe
es immer wieder wie Menschen suendigen und das dann noch gerne
als Fehler hinstellen, oft mit dem Beisatz: „Ich bin auch nur
ein Mensch!“. Z.B. sagt einer: „Du trottel!“ und dann nachher:
„Tut mir Leid, ist mir so rausgerutscht, war nicht boese
gemeint!“. Doch seltsamerweise wiederholt sich der Fehler
immer wieder von neuem…Wir duefen uns hier nicht taeuschen.

Da stimme ich dir voll und ganz zuz, und ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass man ein ein ganzes Oklahoma Bombing im Herzen tragen kann und es nur nicht ausführt, weil man nicht weiß wie man Bomben bastelt - das ist eine alt bekannte Tatsache.

Insofern kann ich hier nicht zwei Massstaebe sehen.

Worauf ich eigentlich hinauswill, und ich denke da stimme ich
mit der Bibel ueberein, ist, dass die ganze Gesellschaft
suendig ist, also auch ich und Du. Merkmal einer Suendigen
Gesellschaft ist, dass immer gerne auf einzelne gezeigt wird,
als ob wir alle besser waeren…Wie gesagt ich entschuldige
nicht McVeighs Vorgehen, aber ich persoenlich halte mich nicht
fuer besser…
Und nein, ich habe noch nie jemanden Umgebracht…zumindest
nicht koerperlich…

Sicher, da gebe ich dir Recht, denn ein McVeigh ist ja nicht vom Himmel gefallen, sondern ist ein Produkt der ihm umgebenden Gesellschaft und ihrer Anschauungen. Das bedeutet unter anderem leider: „Der Schoß ist fruchtbar noch aus dem dies kroch“.
bb

Gruss Abe…

Hi Heidi-Dilarah,

sorry, hatte in den Postings den überblick verloren …

Allerdings kann ich z.B. auch nicht verstehen, wieso die
Hinterbliebenen der Opfer zuschauen wollen, wie dieser Mann
getötet wird, das ist mir ethisch auch sehr fraglich…
dennoch wieder ein anderes Thema.

Ich habe Bücher von Robert Ressler und John Douglas gelesen, den beiden Ober-Profilern, und sie wiesen auf etwas Wichtiges hin: Solange der Mörder lebt und sein Prozess vielleicht immer wieder aufgerollt oder die Hinrichtung immer wieder verschoben wird, lebt in den Hinterbliebenen ihr Leid weiter. Mit dem Tod des Täters ist die sache irgendwie abgeschlossen, und sie können von Verzweiflung und Zorn in Trauer übergehen. Es geht hier also nicht darum den Täter leiden zu sehen, sondern endlich ein Ende zu sehen.
Vor allem John Douglas hat sehr bemerkenswert darüber geschrieben was es für die Hinterbliebenen bedeutet, wenn ein Hinricht fünfzehn oder mehr Jahre verzögert wird und zwischendurch die Tat immer wieder aufgewärmt wird.
Übrigens ist das Zuschauenlassen nichts Ungewöhnliches, an jeder Hinrichtung dürfen außer den offiziellen Zeugen Angehörige des Täters sowie des Opfers teilnehmen. Es liegt in diesem Fall nur an der Unmenge der Opfer, dass die Fernsehübertragung gestattet wurde.
gruß,
bb

Hallo Barbara,

Danke für die Auslegung, ich kann schon verstehen,

das es für die Hinterbliebenen keine Ruhe gibt, bevor
der Mensch, der ihnen alles nahm aus der Welt geschafft wird,
ich weiss auch das es nicht „ungewöhnlich“ ist, das Oper
zusehen aber mit eignen Augen es sehen zu müssen…, nun
ich bin kein Psychologe oder Profiler, und wer weiss schon,
wie es einem selbst in so einer Situation gehen mag, die
Vorstellung, es selbst so zu handhaben, wäre mir einfach,
rein spekulativ, ebenfalls „unmenschlich“.
Nur für mich gesprochen.

Nochmals Danke und Grüße
H.-D.