ich überlege mir einen Organspendeausweis zuzulegen. Was die ethischen Diskussionen angeht, bin ich mir meiner Position ziemlich sicher. Nun hab ich allerdings noch ein paar medizinische Fragen:
Ich halte es für unzumutbar, wenn meine Angehörigen, wenn sie von mir Abschied nehmen, in Ohnmacht fallen, weil ich wie ausgeschlachtet aussehe. Wie ist also die gängige Praxis? Wird man dann wieder ausgestopft? Sind später dann oberhalb der Kragengrenze Vernarbungen zu sehen? Was ist mit den Augen? Werden die leeren Augenhölen auch wieder ausgestopft? Nach welchen Organentnahmen ist es schwierig noch unversehrt auszusehen (trotz Anzug, mein ich)?
Das Hirntodkriterium. Was sind die Kriterien für einen Hirntod? Welche Regionen müssen dabei tot sein? Gibt es auch kritische Stimmen zu den Kriterien des Hirntods (die für Laien verständlich sind)?
ich überlege mir einen Organspendeausweis zuzulegen.
Durchaus ehrenwert und in Deinem zarten Alter auch sinnvoll, noch an Andere zu denken.
Wird
man dann wieder ausgestopft?
Sozusagen. Überlass es doch den Pathologen und Rehtsmedizinern, die machen das schon adäquat.
Sind später dann oberhalb der
Kragengrenze Vernarbungen zu sehen?
Na, und wenn schon. Wollen wir die Eitelkeiten nach dem Tod noch auf die Spitze treiben?
Was ist mit den Augen?
Werden die leeren Augenhölen auch wieder ausgestopft? Naja, es gibt ja Glasaugen in allen passenden Faben: blau, grün, braun. Wie bei den Teddybären vion Steiff.
Nach
welchen Organentnahmen ist es schwierig noch unversehrt
auszusehen (trotz Anzug, mein ich)?
Wenn der Anzug korrekt ist (vormittags Stresemann, abends Smoking oder Frack, je nach Todeszeitpunkt), passt das schon alles.
Das Hirntodkriterium. Was sind die Kriterien für einen
Hirntod?
Eine flotte Null-Linie im EKG sollte reichen…
Welche Regionen müssen dabei tot sein? Gibt es auch
kritische Stimmen zu den Kriterien des Hirntods (die für Laien
verständlich sind)?
Die kritischen Stimmen kommen ja eben meist VON den Laien
Soweit erstmal… Danke für alle Antworten…
Gern geschehen. Stets zu Diensten. Habe die Ehre.
Gruß,
Branden
ich überlege mir einen Organspendeausweis zuzulegen. Was die
ethischen Diskussionen angeht, bin ich mir meiner Position
ziemlich sicher.
Fein
Ich halte es für unzumutbar, wenn meine Angehörigen, wenn
sie von mir Abschied nehmen, in Ohnmacht fallen, weil ich wie
ausgeschlachtet aussehe.
Kommt drauf an, welche Organe oder ob überhaupt welche entnommen worden sind: Nicht jeder, der spenden möchte und einen Ausweiß hat, wird im Falle des Falles ordnungsgemäße und brauchbare Organe vorzuweisen haben.
(Daher hier mal wider die Bemerkung: auch wenn '06 paar hundert Organe mehr verpflanzt worden sind in BRD - es gibt immernoch zu wenig Spender!)
Natürlich wird nach einer Organentnahme der Leichnahm entsprechend aufbereitet, daß die Angehörigen ihn meist auch im offenen Sarg sehen können!
Sind später dann oberhalb der
Kragengrenze Vernarbungen zu sehen?
Vernarbungen sieht man kaum, die entstehen nämlich nur, wenn sich lebendes Gewebe zum reparieren eines Defektes entschließt. Fäden könnte man aber sehen. Aber du trägst ja einen Anzug und im Gesicht wird kaum was entnommen - von Hornhaut mal abgesehen.
Was ist mit den Augen?
Werden die leeren Augenhölen auch wieder ausgestopft?
Bisher werden noch keine ganzen Augen verpfanzt, das wäre ja eine Revulotion für Blinde *g*
Nein, nur die Hornhaut wird verpflanzt und das ist eine Milimeter dicke Schicht AUF dem Auge. Wenn das also entfernt wurde, fällt einem anschließend nicht wirklich was auf.
Nach welchen Organentnahmen ist es schwierig noch unversehrt
auszusehen (trotz Anzug, mein ich)?
Nach einer Gesichtstransplantation schätze ich - war doch letztes Jahr groß in den Medien: eine junge Frau mit neuem Gesicht. Allerdings ist dies bisher auch nur einmal versucht worden.
Das Hirntodkriterium. Was sind die Kriterien für einen
Hirntod? W
persönlich bin ich keine Freundin der Organspende, aber hier soll jeder entscheiden wie er mag.
Ich halte es für unzumutbar, wenn meine Angehörigen, wenn
sie von mir Abschied nehmen, in Ohnmacht fallen, weil ich wie
ausgeschlachtet aussehe.
Ein wenig bin ich geneigt zu fragen, was Dir denn wichtiger ist, möglicherweise ein Leben zu retten oder Deine Angehörigen nicht zu erschrecken.
Wie ist also die gängige Praxis?
Es gibt keine gängige Praxis. In aller Regel bekommt der Bestatter den Toten mit dem bekannten Ypsilon-Schnitt ausgehändigt. Alles weitere wir dann nur auf Wunsch gemacht. Das kann vom Abwaschen der noch zu sehenden Blutflecken bis hin zum erneuten Öffnen des Körpers und dem sachgerechten wieder Auffüllens so ziemlich alles sein. Heutzutage gibt es ja auch in Deutschland immer mehr der sog. Thanatopraktiker, die sich darin haben ausbilden lassen, selbst Wasserleichen wieder zu einem Modelshooting zu verhelfen. Im Bedarfsfall kann man Dich dann wieder hübsch herrichten, die Augen von innen auspoltern, den Mund so zunähen, daß man nie vermuten würde, daß er jemals durch Leichenstarre offen gestanden hat.
Wird
man dann wieder ausgestopft? Sind später dann oberhalb der
Kragengrenze Vernarbungen zu sehen? Was ist mit den Augen?
Werden die leeren Augenhölen auch wieder ausgestopft? Nach
welchen Organentnahmen ist es schwierig noch unversehrt
auszusehen (trotz Anzug, mein ich)?
Siehe oben. Der Anzug verdeckt im Wesentlichen das Schlimmste.
Ich hatte mal, auch ohne Thantopraktiker einen Abschied mit einem Suizid aus dem elften Stock. Auch das ging. Er hatte sich nach hinten fallen lassen und wir haben den etwas abgeflachen Kopf mit Efeu umkränzt. Die Familie war begeistert.
Das Hirntodkriterium. Was sind die Kriterien für einen
Hirntod? Welche Regionen müssen dabei tot sein? Gibt es auch
kritische Stimmen zu den Kriterien des Hirntods (die für Laien
verständlich sind)?
Darauf werden Dir hoffentlich noch kompetene Leute Antworten, jedenfalls kompetentere als Freund Branden.
Eine Frage an Dich hätte ich aber auch noch, studierst Du katholische oder evangelische Theologie?
Hallo Leute,
interessantes Thema!
Ich hab ehrlich gesagt noch nie darüber nachgedacht, wie man nach der Organentnahme aussieht, aber ich würde mich mal drauf verlassen, dass die einen dann wieder ordentlich herrichten.
Vielmehr beschäftigt mich bei dem Thema Folgendes:
Mal angenommen, jemand ist Organspendeausweisbesitzer, hat z.B. einen beinahe tötlichen Unfall, wird ins Krankenhaus geliefert und der Arzt, der dort für den jenigen zuständig ist, stellt fest, dass er ein Organ des noch lebenden Unfallopfers für einen anderen Patienten bräuchte, der möglicherweise eine höhere Überlebenschance hätte als das Unfallopfer, sofern er schnell ein Spenderorgan bekommt.
Was tut der Arzt? Setzt er wirklich alles daran, das Unfallopfer zu retten? Irgendwie hat der Arzt doch dann die Wahl, wer am Leben bleibt.
Oder erfahren die Ärzte erst, dass jemand einen Organspendeausweis hat, wenn dieser wirklich tot ist?
Heikles Thema, finde ich.
Wobei die Situation doch eher unwahrscheinlich ist, oder?
Gruß, Jana
persönlich bin ich keine Freundin der Organspende, aber hier
soll jeder entscheiden wie er mag.
ich bin auch keine freundin der organspende. eher schon eine feindin derselben.
und da ulf das als frevel zu betrachten scheint: ich kann es nicht mit meinem glauben vereinbaren, daß menschen als ersatzteillager mißbraucht werden (nein, ich möchte hier keine diskussion darum lostreten. ich schreibe das nur, weil ulf gefragt hat.)
Mal angenommen, jemand ist Organspendeausweisbesitzer, hat
z.B. einen beinahe tötlichen Unfall, wird ins Krankenhaus
geliefert und der Arzt, der dort für den jenigen zuständig
ist, stellt fest, dass er ein Organ des noch lebenden
Unfallopfers für einen anderen Patienten bräuchte, der
möglicherweise eine höhere Überlebenschance hätte als das
Unfallopfer, sofern er schnell ein Spenderorgan bekommt.
Was tut der Arzt? Setzt er wirklich alles daran, das
Unfallopfer zu retten? Irgendwie hat der Arzt doch dann die
Wahl, wer am Leben bleibt.
Hallo Jana,
das wäre schon ein riesiger Zufall, wenn der Arzt gerade einen Patienten da hätte, der
ein Organ der sterbenden Person bräuchte und
die beiden Körpergewebe sich auch perfekt vertrügen.
Weil das so selten ist, gibt es ja die Institution „Eurotransplant“, denen zu transplantierende Organ gemeldet werde. Dort werden die Kriterien verglichen und vermittelt, wer für zur Verfügung stehende Organe als Empfänger in Frage kommt.
Das Hirntodkriterium. Was sind die Kriterien für einen
Hirntod? Welche Regionen müssen dabei tot sein? Gibt es auch
kritische Stimmen zu den Kriterien des Hirntods (die für Laien
verständlich sind)?
ich habe mich lange für mich persönlich mit dem Thema auseinander gesetzt, da ich auch lange jahre im Rettungsdienst tätig gewesen bin.
Es ist nicht zu bezweifeln, dass der diagnostizierte „Hirntod“ eine
irreversieble Schädigung des Gehirns dartellt.
Nur so wirklich ganz ohne Nervenströme ist ein noch Lebender Mensch nie.
Da wir hier an einer Grenze stehen ist es auch eine Grenze an der sich
tatsächliches Wissen und Einstellung und Glauben tangieren.
Eines ist allerdings sicher:
Es sind keine Toten denen die Organe entnommen werden! - Es sind Sterbende! Die bekommen zwar genauso eine Anästesie (Narkose) wie ein nicht sterbender Patient auch, aber hierzu eine kleine Geschichte die ich selbst erlebte:
Eine Frau bei der ich in der Anästesie im OP dabei war, lag schon in der Narkose, beatmet und der Anästesiepfleger wollte ihr das Pulsoxmeter am Finger anschließen. Er sah, dass die Frau aber Nagellack aufgetragen hatte und war ungehalten darüber. Er sagte:"…jetzt muss ich der auch noch die Krallen putzen…".
Drei Tage später ging ich mit dem Pfleger zu der Dame ins Zimmer. Nachdem der Pfleger grüßte, sah ihn die Frau mit großen Augen an und
erkannte den Mann an der Stimme, der ihre Fingernägel als „Krallen“ bezeichnete…
Kurz um - Das Unterbewustsein ist auch in Narkose auf Empfang geschaltet.
In wie weit ein wie auch immer definierter hirntoter Patient Dinge mitbekommt enzieht sich unserer Kenntnis.
Daher muss das nun jeder für sich entscheiden.
Ich habe mich über Jahre bemüht eine Aussage zu erhalten - von Fachleuten - die mir anhand von EEG´s und dem ganzen diagnostischen Aufwand ersichtlich macht, was ich unter dem so genannten Hirntod
zu verstehen habe (wann ja - wann nein - mit Fallbespielen usw.)
An der gleichen Stelle scheinst Du nun auch zu stehen.
Falls es Dir gelingt eine derart klare Aussage zu bekommen wäre ich Dir
sehr dankbar wenn ich die Informationen auch erhalten könnte.
Derzeit bin ich kein Organspender und würde es auch konzequenter Weise auch aus ethischen Gründen ablehnen Organe zu erhalten.
Und zwar aus obigen Gründen.
Ich halte es für unzumutbar, wenn meine Angehörigen, wenn
sie von mir Abschied nehmen, in Ohnmacht fallen, weil ich wie
ausgeschlachtet aussehe.
ich denke ich werde in der Urne für meine Angehörigen ganz erträglich aussehen :o) und für die, die wissen wollen wie ich mal aussah, gibts noch ein Bild „inlebend“ dazu
Deswegen lass ich mich nach der Entnahme verbrennen - ausserdem ist die „Grabpflege“ dann einfacher und ich möchte einfach nicht von Maden gefressen werden *daeigenbin*