P. Huchel: süßer GRÖPS des Herbstes

Antwort zu Weidag
Guten Tag, Frau Gudrun!

Woher kommt das Wort Weidag?

Aua, dees duat waih ond dees dr ganze Dag!

Wehtag!

In mittelhochdeuteschen Texten, zumal Gedichten werden Geliebte oft mit: „Wonnetag, Freudentag, Ostertag“ angesprochen.
Also: Du bist mein Ostertag, die Sonne meines Herzens, sänftigender Tau auf meinem heißen Herzen!

Entsprechend wurden unliebsame Menschen mit: Schmerzenstag, Klagetag oder eben Wehetag angesprochen.

Und auf Schwäbisch lautet das eben: Waihdag oder Waidag oder Weidag.

Zu den schönen Liebeswörtern findet sich der schönste Beleg bei Heinrich von Morungen:

Si ist des liehten meien schîn
und mîn ôsterlîcher tac
swenne ich sî an sihe, sô lachet ir das herze mîn.

Sie ist der Glanz des leuchtenden Mais und mein österlicher Tag; wenn ich sie anschaue, lacht ihr mein Herz entgegen.

Zu den negativen habe ich keinen Beleg parat.

Gruß Fritz

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