Pädophile Priester

Hallo,

wann fällt endlich das Zölibat? Das jüngste Beispiel in St. Pölten zeigt doch wieder, dass die
sexuelle Enthalsamkeit in der katholischen Kirche eine Farce ist. Ein Witz! Und das dortige Seminar
ist nur das neueste Glied einer langen Kette von Skandalen.
Mir ist es dabei vollkommen egal, ob irgendein verklemmter Priester heimlich seine Haushälterin
schwängert, und die Kirche klandestin für die Kindchen zahlt, oder ob ein Priester mit dem
Seminarleiter vögelt. Das schlimme sind die dort vorhandenen pädophilen Neigungen, schließlich
lässt man die „Seelsorger“ später mal auf Ministranten los. Ich kann mich des Eindrucks nicht
erwehren, dass innerhalb der katholischen Kirche der Anteil an Kerlen die auf kleine Jungs stehen
signifikant höher als im Rest der Gesellschaft ist. Was Homosexualität angeht, so ist dieser
Zusammenhang,
sogar durch kircheninterne, Untersuchungen bestätigt. Doch Pädophilie ist wohl ein zu heißes
Eisen.
Die Kirche könnte jedenfalls einen Rest des gepredigten Anstands und der Moral auf sich selbst
anwenden, und die Pfarrer die sich an Minderjährigen vergreifen hochkant
rauswerfen, anstatt sie zu protegieren und allenfalls in eine neue Gemeinde zu versetzen.

Zum Glück hat die in St. Pölten sichergestellte Kinderpornographie einen strafrechtlichen
Charakter, so dass die Täter vor einem weltlichen Gericht, auf Basis von Beweisen, verurteilt
werden können, ohne dass ein Mäntelchen des Schweigens über die Sache gezogen werden
kann.

Grüße
Tom

Hallo :smile:

Kann dir zu den meisten Punkte nur zustimmen. Ich hatte früher schon
keinen guten „Draht“ zu Priestern, aber seit den ersten Berichten
vor etlichen Jahren über Sexorgien mit Meßdienern ist das erste was
mir in den Sinn kommt wenn ich einen Schwarzrock sehe:"…Kinderficker!"
Jaja, ist Vorurteil und 99,99% aller Priester sind bestimmt ganz
anständig (wer’s glaubt). Aber wenn die 99,99% ja so ganz anständig
sind, warum schmeissen sie die paar Fehlgeleiteten nicht hochkant
aus der Kirche raus? Was die an schwulen Spielchen oder mit heimlichen
Geliebten machen ist mir schnurzpieps, schließlich sind das auch nur
Menschen mit Hormonspiegel, aber bei den Kindern ist Schluß mit Lustig.

grüße, rené

Geb ich dir völlig recht: (Nicht nur) bei Kindermn ist Schluss mit lustig. Jede Form von sexuellem oder anderem Missbrauch ist natürlich zu verurteilen.

Und dennoch: Schwarzröcke stammen aus der ganz normalen Gesellschaft (sprich: aus der Welt, sidn also sog. nicht „weltfremd“) udn da gibt es eben auch einen Prozentsatz von Spinnern, Verbrechern, Alkoholikern etc. - udn so ist es nicht verwunderlich, dass trotz intensiver Prüfung auch einige in Priesterseminaren landen. Genau so, wie im SEK der Kölner Polizei eben auch ein paar schwarze Gestalten landen. Genau so, wie in staatlichen Kinderheimen auch immer wieder Pädophile eine Stelle bekommen. Das ist den Leuten ja nicht auf die Stirn tätowiert und somit leider, leider auch immer unvermeitbar.

Zum zweiten Punkt: Die lässt diese Leute nicht ungeschoren davon kommen. Allerdings hat auch der Bischof gegenüber seinen Leuten einen Eid geschworen und eine Fürsogepflicht. Konkret: Feuern kan ner ihn nicht so einfach, dafür aber kalt stellen, auf einen unbedeutenden Posten versetzen, wo er - hoffentlich! - nichts mehr anstellen kann. Man kann nicht von der Kirche erwarten, dass sie für Versöhnung eintritt und dann gleichzeitig fordern, ihre schwarzen Schafe „zu feuern“.

Der dritte Punkt: Zölibat. Der wird immer wieder ins Feld geführt. Der ist wie immer an allem Schuld. Nur komisch: Der Dalai Lama und die buddhistischen Mönche leben auch zölibatär. Das findet keiner verwerflich und da hört man auch nix von Pädophilie (was nicht bedeutet, dass es keine gibt). Zölibat hin oder her: Wer schwanzgesteuert und seien Hormone nicht einigermaßen im Griff hat, der wird auch als verheiratetet (s. Belgien!) nicht die Hände (und andere Teile) von Kindern, anderen Frauen etc. lassen können! Tun wir Männer doch nicht so, als ob zwei- dreimal Sex in der Woche die Welt wirklich besser machen udn der Mensch ohne Sex gleich zur Bestie würde!

So, das schreibt euch jemand, der selber ein Schwarzkittel ist (verheirateter Diakon, auch so etwas gibt es in der angeblich so sexfeindlichen katholischen Kirche) und so bedauert, dass diese verurteilenswerten Mitbrüder soviel Leid in der Welt verbreiten.

Viele Grüße!

G.W.

6 „Gefällt mir“

Umgekehrt wird ein Schuh draus

Hallo,

klar bedeutet ein sexloses Leben nicht, dass man sich deswegen an hilflosen Menschen vergreift.
Allerdings sehe ich umgekehrt schon einen Zusammenhang zwischen Zölibat und (Kindes)mißbrauch.
Wenn Du heute als gläubiger Katholik überlegst, ob Du Dein Leben ausschließlich Gott widmest, dann spielt da sicher auch der Gedanke mit rein, ob Du nicht doch irgendwann mal eine Beziehung führen möchtest, Kinder haben, etc. Und es gibt sicher ne Menge „potentieller“ Priester, die das weltliche Leben vorziehen.
Mal ganz heftig ausgedrückt:
Wenn mir eine „gesunde“ Partnerschaft eher wurscht ist, weil ich sowieso lieber kleine Jungs ficke, dann bin ich doch viel eher bereit das bißchen Zölibat auf mich zu nehmen, dafür aber einen gesicherten Platz an der „Quelle“ zu haben.

Das ist meine bescheidene Sicht dazu
Gruß und so
Tanja

2 „Gefällt mir“

Hallo unbekannter Schwarzrock :smile:

Und dennoch: Schwarzröcke stammen aus der ganz normalen
Gesellschaft (sprich: aus der Welt, sidn also sog. nicht
„weltfremd“) udn da gibt es eben auch einen Prozentsatz von
Spinnern, Verbrechern, Alkoholikern etc. - udn so ist es nicht
verwunderlich, dass trotz intensiver Prüfung auch einige in
Priesterseminaren landen.

Ehrlich gesagt, hab ich mittlerweile den Eindruck, daß
gewisse Neigungen erst bei den Schwarzröcken so richtig
zu Tage treten und „gefördert“ werden. Vielleicht ist mittlerweile
ja auch ein Beweggrund Priester zu werden, daß man(n)
dort eine relativ freizügige Gesellschaft vorfindet?!

…Genau so, wie im SEK der Kölner
Polizei eben auch ein paar schwarze Gestalten landen. Genau
so, wie in staatlichen Kinderheimen auch immer wieder
Pädophile eine Stelle bekommen. Das ist den Leuten ja nicht
auf die Stirn tätowiert und somit leider, leider auch immer
unvermeitbar.

In der Regel werden Menschen der normalen Bevölkerung
nach Übergriffen auf Kinder bestraft und landen im Knast.
Bei der Kirche wird vertuscht und gekramt und im schlimmsten
Falle wird der betroffene Priester versetzt.

Zum zweiten Punkt: Die lässt diese Leute nicht ungeschoren
davon kommen. Allerdings hat auch der Bischof gegenüber seinen
Leuten einen Eid geschworen und eine Fürsogepflicht. Konkret:
Feuern kan ner ihn nicht so einfach, dafür aber kalt stellen,
auf einen unbedeutenden Posten versetzen, wo er -
hoffentlich! - nichts mehr anstellen kann. Man kann nicht von
der Kirche erwarten, dass sie für Versöhnung eintritt und dann
gleichzeitig fordern, ihre schwarzen Schafe „zu feuern“.

Soll das heissen, als Priester kann man sich so ziemlich alles leisten,
denn die Kirche hat für ihn die Fürsorgepflicht? Welche Bedingungen
müssen denn eintreten, damit die Kirche einen endgültig rausschmeißt?
Ich meine jetzt rechtsrelevante Punkte, nicht Glaubensfragen.
Ich hoffe ja mal, daß z.B. ein (rein hypothetischer) Drogenbaron
im Schwarzrock ein Grund für einen Rausschmiß darstellt?!

Und zu dem Fakt des Versetzen: Es ist schon mehr als einmal
vorgekommen, daß ein wegen Mißbrauch von Meßdienern versetzter
Priester in seiner neuen Umgebung erneut Mißbrauch betreibt. Und
oftmals dauert es ewig, bis eine Reaktion der zuständigen Stelle erfolgt.
Wenn überhaupt. Meiner Meinung nach dürfte ein Priester, der einmal
für schuldig befunden wurde, nie wieder eine Meßdienergruppe o.ä.
betreuen, geschweige denn eine Gemeinde leiten. Meinetwegen
kann er ja irgendwo in einer stillen Bibliothek Bücher abstauben, damit
wären Jugendliche einigermassen sicher und die Kirche kann ihrer
Fürsorgepflicht nachkommen.

Der dritte Punkt: Zölibat. Der wird immer wieder ins Feld
geführt. Der ist wie immer an allem Schuld. Nur komisch: Der
Dalai Lama und die buddhistischen Mönche leben auch zölibatär.
Das findet keiner verwerflich und da hört man auch nix von
Pädophilie (was nicht bedeutet, dass es keine gibt).

Ich empfinde das Zölibat nicht als verwerflich, aber solange
die Vertreter der Kirche nicht real danach leben, gleichzeitig
aber überhöhte moralische Ansprüche an ihre Gläubigen stellt, solange
ist das Zölibat unglaubwürdig. Und vllt. sind die Buddhisten ja
einfach die besseren „Zölibaten“ (vorsicht, könnte ironisch sein)?

Zölibat hin oder her: Wer schwanzgesteuert und seien Hormone nicht
einigermaßen im Griff hat, der wird auch als verheiratetet (s.
Belgien!) nicht die Hände (und andere Teile) von Kindern,
anderen Frauen etc. lassen können! Tun wir Männer doch nicht
so, als ob zwei- dreimal Sex in der Woche die Welt wirklich
besser machen udn der Mensch ohne Sex gleich zur Bestie würde!

Nein, aber ein klarer Trennstrich zu dem Arbeitsverhältniss würde
einiges gerade rücken. Aber solange der Papst am Petersplatz von
Enthaltsamkeit schwafelt und Homosexuelle diffamiert während seine
liebe Priesterschaft „Bubenspielchen“ nachkommt, solange braucht sich
kein Vertreter der Kirche über eine gewisse Vorverurteilung zu wundern.

So, das schreibt euch jemand, der selber ein Schwarzkittel ist
(verheirateter Diakon, auch so etwas gibt es in der angeblich
so sexfeindlichen katholischen Kirche) und so bedauert, dass
diese verurteilenswerten Mitbrüder soviel Leid in der Welt
verbreiten.

Bedauern ist ja schön und gut, eine Demonstration aller „anständigen“
Priester wäre mal ein schönes Zeichen. Insbesondere an die Eltern
der mißbrauchten Kinder. Vielleicht wird dann einigen wichtigen
Männern der Kirche klar, daß man hier nicht mehr mit Vertuschen
weiterkommt, sondern aktiv gegen Pädophile vorgehen muß.

Viele Grüße!

Grüße, René

1 „Gefällt mir“

Hallo René,

möglicherweise ist der Anteil der Pädophilen bei katholischen Priestern nicht höher als im Rest der Bevölkerung. Wenn man sich die Schätzungen in diesem Bereich ansieht, müsste irgendwo jeder mit einem größeren Bekanntenkreis einen Pädophilen, bzw. jemand der sich an Allen vergreift, kennen. (1-10 % aller Kinder wurden belästigt -> ungefähr 0,01-0,1 % Drecksäcke)

Wenn nun ein Mercedes oder Telekom-Mitarbeiter aufgegriffen wird, wird der Arbeitgeber und seine Reaktion nicht erwähnt. Auch Vereinsmitgliedschaften oder Religionsangehörigkeit spielen keine Rolle. (Welchen Glauben hat eigentlich der belgische Kinderschänder Detraux, weiss das jemand?)
Bei katholischen Priestern ist das anders.

Ein weiterer Punkt wurde schon erwähnt, nämlich dass Menschen mit starker pädophiler Neigung nach Tätigkeiten suchen, mit denen sie Kontakt zu Kindern bekommen.

In der Regel werden Menschen der normalen Bevölkerung
nach Übergriffen auf Kinder bestraft und landen im Knast.

EBEN NICHT! Im eigenen Familienkreis werden die Täter sehr häufig gedeckt. Wenn der Täter der eigene Vater, Onkel oder Opa ist, fällt es den Opfer viel schwerer sich jemand anderen anzuvertrauen.

Gruß
Carlos

1 „Gefällt mir“

Die „Art“ wie innerhalb der Kirche mit Tätern umgegangen wird, wurde ja ausführlich diskutiert. Die zitierte Fürsorgepflicht trifft m. M. nach genau jene, die es am allerwenigsten verdienen (sollte die Fürsorgepflicht tatsächlich der Grund sein, warum die Täter nicht sofort aus der Kirche ausgeschlossen werden).
Die Scheinheiligkeit mit der Homosexualität verdammt wird, und gleichzeitig das Verhalten der (nennen wir sie) Sünder, toleriert wird, kotzt mich an.

Ich fürchte auch, dass Kinderheime ein ähnlicher „Anziehungspunkt“ für Personen mit „gewissen Neigungen“ sind, weil sich in Kinderheimen nun einmal hilfsbedürftige (junge) Menschen finden, die nirgendwo Unterstützung finden bei ihren Problemen, ausser bei den Betreuern. Das macht das Ganze auch noch grausamer.

Und weiter: Was heißt der Vergleich mit Kinderheimen und Priesterseminaren? Können sich die Zöglinge nirgendwo hinwenden? Sind sie als hilflos in ihrer Lage einzustufen? Und ist dies die Generation von Menschen auf denen das Fundament der Kirche (aus)gebaut werden soll?

M.

In der Regel werden Menschen der normalen Bevölkerung
nach Übergriffen auf Kinder bestraft und landen im Knast.

EBEN NICHT! Im eigenen Familienkreis werden die Täter sehr
häufig gedeckt. Wenn der Täter der eigene Vater, Onkel oder
Opa ist, fällt es den Opfer viel schwerer sich jemand anderen
anzuvertrauen.

Hallo Carlos,
Hier geht es darum: Wenn die Sache bekannt wird werden Täter bestraft. Nur nicht in der Kirche. Dort wird versetzt.

Dass sich gleichermassen die Opfer niemandem anvertrauen konnten ist ein anderer Punkt.

lg
M.

Hallo Carlos,

Du hast nicht unrecht, Pädophilie zieht sich durch alle Berufssparten, Gesellschaftsschichten und Religionszugehörigkeiten.
Ich glaube, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.
Aber meinst Du wirklich, dass der Mercedes oder Telekom Mitarbeiter seinen Job behalten würde, wenn er den dieses Verbrechens für schuldig befunden wäre? Ich glaube sogar, alleine der Verdacht kostet ihn bereits seinen Job.
Da lebt sichs doch als Priester wesentlich gemütlicher. Einen „Rüffel“ von oben, eine andere Gemeinde und weiter geht´s. Die norddeutschen „Schäfchen“ werden nie erfahren, warum der Pfarrer Huber aus dem niederbayrischen Dorf gerade in ihre Gegend gekommen ist.
Das ist das Eine.
Das andere ist, dass Pfarrer ein Job mit einer gewissen moralischen und fürsorglichen Verpflichtung ist. Und sie mit Gottes Wort und Nächstenliebe Mißbrauch treiben. Entschuldige bitte, aber da haben sie einfach ihren Job verfehlt, also „fristlose Kündigung“.
Wie oben schon mal geschrieben wurde, wenn man ihn denn nicht aus der Kirche rausschmeißen kann oder will, dann sollte er wenigstens für den Rest seines Lebens Arbeiten verrichten, bei dem er keinem Menschen mehr Schaden an Leib oder Seele zufügen kann.

EBEN NICHT! Im eigenen Familienkreis werden die Täter sehr
häufig gedeckt. Wenn der Täter der eigene Vater, Onkel oder
Opa ist, fällt es den Opfer viel schwerer sich jemand anderen
anzuvertrauen.

Stimmt. Aber nur weil etwas schlimm ist, macht es das andere nicht besser. Wie ist das, wenn der Täter ein „Heiliger“ ist? Wer würde einem Kind schon glauben schenken, wenn er den guten Herrn Pfarrer beschuldigen würde, dass er ihm einen blasen musste? Wem vertraut sich ein Waisenkind an, dass von einem Priester vergewaltigt wurde?

Fragt sich
Tanja

1 „Gefällt mir“

…Genau so, wie im SEK der Kölner
Polizei eben auch ein paar schwarze Gestalten landen. Genau
so, wie in staatlichen Kinderheimen auch immer wieder
Pädophile eine Stelle bekommen. Das ist den Leuten ja nicht
auf die Stirn tätowiert und somit leider, leider auch immer
unvermeitbar.

In der Regel werden Menschen der normalen Bevölkerung
nach Übergriffen auf Kinder bestraft und landen im Knast.
Bei der Kirche wird vertuscht und gekramt und im schlimmsten
Falle wird der betroffene Priester versetzt.

Hallo,

eine Frage eines Laien: Werden Priester, die sich an Kindern vergehen, nicht auch durch die Polizie geahndet? Oder gibt es da eine spezielle Übereinkunft (wenn, dann bitte Quelle.)? Bitte nur ernstgemeinte Antworten!!

Omar Abo-Namous

Hier geht es darum: Wenn die Sache bekannt wird werden
Täter bestraft. Nur nicht in der Kirche. Dort wird versetzt.

Hallo Morrighan,
das ist so definitiv nicht richtig. Wenn die Staatsanwaltschaft Kenntnis von einer möglichen Straftat hat, dann muss sie diesem Verdacht nachgehen. Von ‚weltlicher‘ Strafverfolgung sind Funktionäre der Kirche heutzutage nicht mehr ausgenommen - lange genug war es anders. Dass die Kirche gelegentlich ganz massiv Vertuschung betreibt, statt die Täter anzuzeigen, ist etwas Anderes.

Freundliche Grüße,
Ralf

Der dritte Punkt: Zölibat. Der wird immer wieder ins Feld
geführt. Der ist wie immer an allem Schuld. Nur komisch: Der
Dalai Lama und die buddhistischen Mönche leben auch zölibatär.
Das findet keiner verwerflich und da hört man auch nix von
Pädophilie (was nicht bedeutet, dass es keine gibt).

Hallo Gerd,
die Zölibatsverpflichtung im Buddhismus ist mE weniger geeignet, Konflikte auszulösen, weil es ein völlig normaler Vorgang ist, dass jemand, der mit den Gelübden (oder auch nur einem davon) nicht zurecht kommt, wieder in den Laienstand zurückkehrt. Das hat etwas damit zu tun, dass die Gelübde im Buddhismus Selbstverpflichtungen sind, nicht Versprechen, die irgendeiner göttlichen Instanz oder deren menschlichen Sachwaltern gegeben werden.

Entsprechend ist jemand, der in den Laienstand zurückkehrt, nicht als ‚Versager‘ oder gar ‚Sünder‘ stigmatisiert. Er wird im Gegenteil geachtet als jemand, der sich mehr als der gewöhnliche Laie ernsthaft bemüht hat, dem achtfachen Pfad zu folgen und dieser Anstrengung einen Teil seines Lebens geopfert hat. Dabei spielt natürlich auch eine Rolle, dass das ganze Feld der Sexualität nicht mit Vorstellungen von ‚Schuld‘ besetzt ist.

Speziell in Japan wurde übrigens der Zolibat 1872 aufgehoben. Dort sind also Vollordination und Ehe miteinander vereinbar. Es gibt etliche buddhistische Priester, die verheiratet sind; aber auch solche, die freiwillig ein zölibatäres Leben bevorzugen. Ein Zwang wird weder aus dem einen noch aus dem anderen gemacht.

Freundliche Grüße,
Ralf

Zusätzliche Frage - Groer
Ich habe zwei Links zu einem früheren Skandal gefunden. Kann mir jemand sagen wo das Kloster in das Groer geschickt wurde liegt? Laut zweitem Bericht ist er in St. Pölten verstorben (s. u.)

http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kultu…

Als 1995 gegen den Wiener Kardinal Groer Anklage wegen Kindesmissbrauchs erhoben wurde, hielt der Vatikan an ihm fest - trotz vorhandener Beweise. Sogar als seine Schuld feststand, wurde Groer von Rom gedeckt - die Kirche schickte ihn ins Kloster.

http://www.medicine-worldwide.de/sexualitaet_fortpfl…

Besonders schlimm war der Fall des Wiener Kardinals Hans Hermann Groer. Der am 13. Oktober 1919 in Wien geborene Groer wurde 1986 als Nachfolger des als liberal geltenden Kardinals König vom Papst gegen erhebliche Widerstände zum Kardinal und Erzbischof von Wien ernannt. Er wurde durch zahlreiche Predigten gegen die moralische Zügellosigkeit und Verkommenheit der heutigen Zeit auch weit über Österreich hinaus bekannt. Im Jahr 1995 wurden zahlreiche Missbrauchsvorwürfe gegen ihn, vor allem aus seiner Zeit als Religionslehrer in Hollabrunn an unmündigen Jungs bekannt. Er gab darauf nach zahlreichen Protesten sein Amt noch in dem selben Jahr auf. Er verstarb am 24. März des Jahres 2003 in St Pölten in Österreich.

Bemerkung am Rande: Es ist schon erstaunlich wie unterschiedlich die Berichte sind, (aber mir ist der Bericht von 3sat zu reißerisch)

fragende Grüße
M.

Hier geht es darum: Wenn die Sache bekannt wird werden
Täter bestraft. Nur nicht in der Kirche. Dort wird versetzt.

Hallo Morrighan,
das ist so definitiv nicht richtig. Wenn die
Staatsanwaltschaft Kenntnis von einer möglichen Straftat hat,
dann muss sie diesem Verdacht nachgehen. Von ‚weltlicher‘
Strafverfolgung sind Funktionäre der Kirche heutzutage nicht
mehr ausgenommen - lange genug war es anders. Dass die Kirche
gelegentlich ganz massiv Vertuschung betreibt, statt die Täter
anzuzeigen, ist etwas Anderes.

Ich bin mir jetzt nicht sicher, weiter oben gibt es eine Frage zu Kardinal Groer von mir, verschiedene Artikel sprechen von Beweisen, aber dann müßte er ja auch vor Gericht verurteilt worden sein. Tatsache ist: Er wurde von der Kirche versetzt.

Ich glaube jede Institution der Kinder/Menschen zur Betreuung anvertraut werden, versucht Geschehnisse die ihren Ruf beeinträchtigen zu vertuschen. Da ist die Kirche keine Ausnahme.

Aber diese Doppelmoral, … die wiegt bei der Kirche eben schwerer.
(btw. ich habe mal einen Bericht über die Internationale Gesellschaft für Krishna-Bewußtsein (ISKCON) gesehen, in dem es um Kindesmisshandlung/Pädophilie ging, also ein rein katholisches Problem ist das sicher nicht.

Nur: Diese Doppelmoral, …

Freundliche Grüße,
Ralf

Ebenfalls freundliche Grüße
M.

wann fällt endlich das Zölibat?

meinst du das würde die anzahl der kinderficker reduzieren? irrtum. da wird ursache und wirkung verwechselt. du glaubst daß einer, der keinen sex hat, *dadurch* zum kinderficker wird? nein, umgekehrt, einer der gerne kinderfickt wird halt lieber priester als ein normaler mann! ist doch einleuchtend: katholischer priester ist die einzige lebensform, bei der a) er sich nicht dafür rechtfertigen muß daß er keine freundin/frau hat und er b) leichten zugang zu männlichen kindern und jungen männern hat. zwei fliegen mit einer klappe! deshalb finden sich männer mit derartigen neigungen eben häufig unter katholischen priestern. die schuld dafür der kirche zu geben ist irgendwie skurril. das erinnert an sündenbockmentalität, während dabei kriminelle ihrer schuld enthoben werden („die können nix dafür, weil der zölibat sie dazu getrieben hat!“)

gruß
datafox

Hallo datafox,

wann fällt endlich das Zölibat?

meinst du das würde die anzahl der kinderficker reduzieren?
irrtum. da wird ursache und wirkung verwechselt. du glaubst
daß einer, der keinen sex hat, *dadurch* zum kinderficker
wird? nein, umgekehrt, einer der gerne kinderfickt wird halt
lieber priester als ein normaler mann! ist doch einleuchtend:
katholischer priester ist die einzige lebensform, bei der a)
er sich nicht dafür rechtfertigen muß daß er keine
freundin/frau hat und er b) leichten zugang zu männlichen
kindern und jungen männern hat. zwei fliegen mit einer klappe!
deshalb finden sich männer mit derartigen neigungen eben
häufig unter katholischen priestern.

soweit ist die Argumentation ja logisch.

die schuld dafür der
kirche zu geben ist irgendwie skurril.

aber hier muss ich nachhaken.

Der Apostel Paulus schreibt:
Das ist gewißlich wahr: Wenn jemand ein Bischofsamt begehrt, der begehrt eine hohe Aufgabe. Ein Bischof aber soll untadelig sein, Mann einer einzigen Frau , nüchtern, maßvoll, würdig, gastfrei, geschickt im Lehren, kein Säufer, nicht gewalttätig, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig, einer, der seinem eigenen Haus gut vorsteht und gehorsame Kinder hat in aller Ehrbarkeit. Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie soll er für die Gemeinde Gottes sorgen?“ (1.Tim.3,1-5)

Dadurch, dass die katholische Kirche diesen Rat des Paulus in den Wind geschlagen hat, hat sie sich genau jene Probleme an den Hals geschafft, die sie jetzt hat.

Somit hat sie also zumindest eine Teilschuld.

das erinnert an
sündenbockmentalität, während dabei kriminelle ihrer schuld
enthoben werden („die können nix dafür, weil der zölibat sie
dazu getrieben hat!“)

Ohne Zölibat würden aber Dein Punkt a nicht zutreffen.

Gruss Harald

3 „Gefällt mir“

Ursache, Wirkung und Verantwortung
Hallo Harald,

zuerst mal:

aber hier muss ich nachhaken.

Der Apostel Paulus schreibt:

Das das Zölibat eine spätere Erfindung der Kirche ist, ist ja unumstritten. Wenn Du damit hadern möchtest, ist das Dein gutes Recht, hat aber nichts mit der Diskussion zu tun.

Dadurch, dass die katholische Kirche diesen Rat des Paulus in
den Wind geschlagen hat, hat sie sich genau jene Probleme an
den Hals geschafft, die sie jetzt hat.

Somit hat sie also zumindest eine Teilschuld.

Ohne Zölibat würden aber Dein Punkt a nicht zutreffen.

Du kannst keine Teilschuld aus harmlosen Regeln oder Dingen ableiten. Wenn dies so wäre, müsstest Du auch dem Messerhersteller eine Mitschuld am Tod des Messerattackenopfers geben.
Fakt ist: Es gibt nun einmal Pädophile. Und diese werden sich nun einmal stets ihr Umfeld und ihre Mittel so wählen, dass sie für ihre Zwecke optimal sind. Der Messerstecher hat sich eben auch das geeignete Mittel für seine Attacke ausgewählt, aber Schuld hat eben nicht der Messerhersteller, weil er dieses Mittel hergestellt hat.

Sicher kann man nun darüber diskutieren, dass das Messer einen nützlichen Zweck erfüllt, der Nutzen also das Risiko aufwiegt, während dies beim Zölibat fragwürdig ist. Andererseits läßt sich um Religion und Glauben eben nicht diskutieren und das (vermeintliche) Seelenheil eines katholischen Priesters ist sicher ebenso hoch zu werten, wie die Möglichkeit mein Brot mit einem Messer zu schneiden.

Grüße,

Anwar

Muss mal einiges klar stellen:

  1. Pädophile Priester werden selbstverständlich von der staatlichen Justiz verfolgt, festgenommen, verurteilt und landen wohlverdientermaßen im Knast. Zudem werden sie parrallel von der kirchlichen Rechtsprechung untersucht: Und auch die läuft nochmals zweifach, nämlich einmal über das Bistum und zum anderen über Rom. Die ist zwar nicht so spektakulär wie dei staatliche, aber i.d.R. strenger. Rom supsendiert, versetzt etc. meistens auch dann aus pastoralen, wenn der Staat aus Mangel an Beweisen etc. freispricht. Nur: Davon wird in den Medien natürlich nicht mehr berichtet. Und wenn, dann wird es auch gleich wieder als Eingeständnis der Schuld gesehen (wie z.b. bei zurückgetretenen Weihbischof von Mainz)

  2. Kein Weihekandidat nimmt das „bisschen Zölibat“ in Kauf. Damit setzt man sich mindestens sechs Jahre lang auseinander (im Studium etc.). Ich wäre froh, so manches Paar, das vor den Traualtar tritt, hätte sich solange Zeit genommen, um sich diesen Schritt gründlichst zu überlegen! Ins Zölibat fällt man nicht und man wird auch nicht dazu überredet oder gar mit fiesen Tricks dazu gezwungen (drei Bier und dann mal unterschreiben oder du siehst deinen Kanarienvogel nie wieder). Von einem erwachsenen Mann erwarte ich, dass er diese Entscheidung reflektiert hat und mit gutem Gewissen fällt (ansonsten ist die Sache nämlich ungültig).

  3. Dass die Kirche pädophile Geistliche decken würde (ist nicht doppeldeutig gemeint), ist zunächst ein Gerücht. Es mag konkrete Einzelfälle geben, in denen man zulange gezögert hat, der Wahrheit ins Gesicht zu blicken - aber das ist bei anderen Institutionen auch nicht anders. Man muss das auch mal von der anderen Seite sehen: Kindesmissbrauch ist eines der Verbrechen, die im Grunde genommen nie „resozialisierbar“ sind, d.h. wer auch nur ein einziges Mal mit dem bloßen Verdacht (!) konfrontiert wurde, der wird das sein Leben lang nicht mehr los. Das ist mithin ein Grund, warum gerade in diesen Fällen die Justiz äußerst vorsichtig vorgeht, oftmals leider auch zu vorsichtig. Und wie schon erwähnt: Meistens findet das im näheren Bekanntenkreis statt und da sollte man sich mal in die entsprechende Lage versetzen: Da muss man sich schon tausendprozentig sicher sein, bis man seinen Bruder oder einen guten Freund (oder auch einen Mitarbeiter, der einem die Treue geschworen hat und den man für stabil und vernünftig hält) dann öffentlich an den Pranger stellt! Diese tausendprozentige Sicherheit ermöglicht leider auch diese große Grauzone, in der dann lange etwas passiert, bis man sich das endlich mal eingestehen will.
    Grüße!

G.W.

Fakt ist: Es gibt nun einmal Pädophile. Und diese werden sich
nun einmal stets ihr Umfeld und ihre Mittel so wählen, dass
sie für ihre Zwecke optimal sind.

richtig.

wie würde die ehe eines katholischen priesters aussehen MÜSSEN?

gibt es die option des zölibats nicht, wäre eine arrangierte zweckehe mit 18, bei denen beide jungfräulich sind, das zweitoptimale. auch da braucht der mann keine rechtfertigung, daß er nicht so toll mit frauen kann, da sex ja nur der kindererzeugung dienen darf.

diese rolle würde nach wie vor eine bestimmte klientel stark anziehen.

gruß
datafox

„Ein Bischof aber soll
untadelig sein, Mann einer einzigen Frau“ (1.Tim.3,1-5)

hallo harald,

das geht am thema vorbei. du magst recht haben oder nicht, ich weiß es nicht. ich stelle fest, daß es jetzt eine religiöse glaubensrichtung gibt, die ehelosigkeit vorschreibt. jemand behauptete, dies wäre der grund für pädophilie. darüber habe ich was gesagt. jedes weitere urteil über die inhalte dieses glaubens steht mir nicht zu.

vielleicht eine analogie oder zwei?

es gibt selbstverteidigungskurse, in denen man den umgang mit der waffe lernt, nahkampftechniken übt usw usf. kurz, man lernt wie man mit wenig muskelkraft einen menschen umbringen kann, sogar mit bloßen händen. diese kurse sind zum selbstschutz gedacht, vor allem für frauen und kinder, dienen also einem guten zweck.

selbstredend ist es so, daß diese kurse ein starker anziehungspunkt für kriminelle sind, die sich dort ezzes holen wollen. deswegen wird jeder teilnehmer auf herz und nieren geprüft (polizeiliches führungszeugnis usw.).

oder:

ich gehe davon aus, daß in einem FKK-gelände ein hoher prozentsatz an spannern und perversen unterwegs ist, der ausschließlich zum zwecke der eigenen sexuellen erregung dorthin geht. das heißt deswegen aber noch lange nicht, daß ALLE die dort hingehen dieses ziel haben noch daß dieser ort diesen zweck erfüllt. (kontrolliert wird aber nicht bzw. ist dieses unmöglich, weswegen ich dort niemals hingehen würde.)

dasselbe ist bei den priesterseminaren. anscheinend ist es eben so, daß überdurchschnittlich viele perverse sich dort einschreiben, NUR um knaben nahe zu sein und gleichzeitig einen deckmantel der aufrichtigkeit haben zu können, ohne den ständigen druck, heteronormal sein zu müssen.

das heißt noch lange nicht, daß diese seminare kinderficker züchten, noch daß alle priester so veranlagt sind noch daß diese lebensform per se schlecht sei.

kontrolliert sollte halt werden und hart durchgegriffen - DAS wäre der einzig sinnvolle vorschlag!

das ganze system zu beschuldigen ist ebenso unsinnig wie zu sagen, selbstverteidigungskurse dienten dem züchten von mördern und FKK-strände wären nur dazu da, kinderficker und lustmolche zu befriedigen. das ist idiotische antikirchliche agitation, mehr nicht. (übrigens: diesselbe debatte gibts hier in israel mutatis mutandis, und das OHNE zölibat.)

gruß
datafox