Paris super-Kurz-Trip

Hallo,

ich bin relativ kurz in Paris: Mittwoch einen nachmittag (dann abends wieder in Versailles), Donnerstags ganztags (abens ebenso Versailles), Freitag morgen gehts wieder nach Paris bis ca. 15 Uhr.
Jetzt die Frage: Was ist wohl die beste Route, um in dieser gesplitteten Zeit die Stadt zu erkunden?
Ich würde ja schon gerne nach Montmartre und ins Marais-Viertel, hab aber null Ahnung, ob sich das zeitlich lohnt - ich hab auch keine Ahnung, wie groß die Entfernungen innerhalb Paris sind, ob ich da locker viel per Fuß abgehen kann oder nicht…hat jemand ein paar gute Tips?
Vielen Dank,

Sandra

Hallo Sandra,

Paris ist wie alle Städte, die mit einer U-Bahn versehen sind, zu Fuß überraschend klein. Man kommt innert einer Stunde zu Fuß einmal quer durch die Innenstadt, ohne sich besonders zu beeilen.

Nimm von Versailles (Rive Gauche oder Chantiers geht beides, je nachdem, wo Du besser hinkommst) den RER; Auto ist gänzlich unberechenbar. Z.B. Chatelet-les Halles ein guter RER-Halt für die Kante Marais - Cité.

Ein paar naturgemäß subjektive Splitter:

Montmartre zu Fuß sinnvoll von hinten anzugehen, etwa ab Metro Ornano. Vornerum links und rechts der Treppe ists nicht so schön (soweit man bei der Butte Montmartre überhaupt von schön sprechen kann, Geschmackssache) - falls man sich nicht für Märkte begeistert. Der Marché St. Pierre knapp östlich der Montmartre-Treppe ist als Tuchmarkt einzigartig.

Für kleine Gänge zum „wirken lassen“ der Stadt könnte vielleicht nett sein: Marais, wie Du schon sagtest. Ein bissel Grands Boulevards ab z.B. Metro Strasbourg/St. Denis. Von dort auch eventuell einen Bogen Gare de l’Est und die Kanäle entlang (dort übrigens einige netten Mittagspausen-Restaus für gehobene Bürotiger) bis Bastille/Neue Oper, von dort eventuell ein wenig Seine Richtung Ile St. Louis. In ziemlichem Kontrast dazu das Haussmann-Viertel: Metro Opéra und nördlich davon, mit den Konsumtempeln der Belle Epoque Galérie Lafayette und Printemps. - Blick von Galfa herunter übrigens schöner als vom relativ weit von der Stadt gelegenen Eiffelturm.

Bei guter Sicht super schön und schnell per RER zu erreichen: Die Aussichtsplattform oben im Montparnasse-Turm.

Wenigstens einen Park. Der IMHO schönste ist Buttes Chaumont, den man allerdings per Metro bloß ein bissel stakelig erreichen kann. Am Jardin des Plantes kann man andererseits den alten Kern des Univiertels 5ième anschließen, auf dem Stadtplan sofort am Straßenverlauf zu erkennen.

Wenigstens einen Friedhof. Nicht unbedingt Pére Lachaise, eher der kleine charmante unterhalb Montmartre - mit Grüßen an Henri Heine…

Wenn noch Zeit für ein Museum ist: Ein relativ kompaktes, also in nicht so sehr viel Zeit besuchbares, und super schönes (prima gehängt) ist das Picasso-Museum, gehört zum Marais-Spaziergang.

Fußläufig ist die Schau-Achse Champs-Elysées von Vendôme bis Arc de Triomphe vielleicht ein bissel weitläufig. Wenns Dir gefällt, vielleicht ein Teilabschnitt Metro George V bis Etoile. Wegen des weniger heftigen Verkehrs gibt zum Prachtfassadenkucken die „äußere“ Seite Etoile bis Stadtgrenze Boulogne eher mehr her.

Paris das weniger romantische aber wie ich finde nicht bloß architektonisch hochinteressante: Ivry-sur-Seine (Metro-Endstation unmittelbar an der Stadtgrenze). Architektur von Sozial-Mietskasernen von den 1930er Jahren bis heute, die Optimismen der jeweiligen Epochen in Beton gegossen. u.a. für Mitteleuropa seltene Beispiele von stalinistischer Konditorenarchitektur…

Schöne Grüße & viel Vergnügen

MM

WOW…
1000 dank, das sind ja super-infos.
und ohne mich zu kennen hast du mit picasso und dem architektonisch interessanten viertel voll meinen geschmack getroffen…merci!

Hallo Martin!

Herzlichen Dank.
Habe Deine Gedankensplitter in die FAQ:758 mit eingearbeitet.

Gruß, Hartmann.