Passive-sentence in English

Hiya

Aktiv: She throws glances at him.

Kann man diesen Aktiv-Satz in einen Passiv-Satz mit „at him“ als Subjekt umwandeln.

Meine Theorie:

„at him“ ist ein Adverbial => es kann nicht in ein Subjekt umgewandelt werden?

Folglich ist:
"He is thrown glances at" ist nicht möglich.

Alternative z.B.
One throws glances at him.

Ist dies so richtig oder sind Sätze wie „He is thrown glances at“ möglich?

Vielen Dank für eure Antworten
Andrea

Hiya

Aktiv: She throws glances at him.

Kann man diesen Aktiv-Satz in einen Passiv-Satz mit „at him“
als Subjekt umwandeln.

Meine Theorie:

„at him“ ist ein Adverbial => es kann nicht in ein Subjekt
umgewandelt werden?

Folglich ist:
"He is thrown glances at" ist nicht möglich.

Scheint richtig zu sein. Mein Sprachgefühl mag diesen Satz nämlich irgendwie nicht.

Alternative z.B.
One throws glances at him.

Ist dies so richtig oder sind Sätze wie „He is thrown glances
at“ möglich?

Nun ja, richtig ist das schon, aber du erreichst damit nicht das, was du willst. Du willst ja betonen, dass demjenigen Blicke zugeworfen werden. Es wird aber immer betont, was vorne ist. Es gibt aber keine richtige Lösung dafür… Zumindest fällt mir keine ein, die richtig klingt…
LG, Sarah

Moin,
kommt drauf an, ob das ‚at‘ zu ‚him‘ gehört, oder ob ‚to throw (glances) at‘ ein prepositional verb ist. In diesem Fall wäre nämlich ‚he is thrown glances at‘ richtig.
Vergleiche: _Tom looks at the picture _ wird zu The picture is looked at by Tom.

LG

Hallo!

Scheint richtig zu sein. Mein Sprachgefühl mag diesen Satz
nämlich irgendwie nicht.

Da es sowas wie ein „Sprachgefühl“ bekanntlich nicht gibt, muss ich dich hier korrigieren. Der Satz ist so absolut korrekt. Diese angebliche „Regel“, daß man Sätze nicht mit Präpositionen beendet ist nicht immer und überall gültig. Vor allem bei sogenannten „phrasal verbs“, bei denen die „Präposition“ gar keine solche ist, sondern eigentlich ein Teil des Verbs. Genau das ist hier der Fall, also darf das „at“ ohne weiteres am Ende stehen.

Zur Verdeutlichung noch ein kleines Zitat von Winston Churchill, als er wegen einer Endständigen Präposition kritisiert wurde:

„Ending a sentence with a preposition is something up with which I will not put.“

Nun ja, richtig ist das schon, aber du erreichst damit nicht
das, was du willst. Du willst ja betonen, dass demjenigen
Blicke zugeworfen werden. Es wird aber immer betont, was vorne
ist. Es gibt aber keine richtige Lösung dafür… Zumindest
fällt mir keine ein, die richtig klingt…
LG, Sarah

Im obigen Fall wird das indirekte Objekt (he) zum Subjekt des Satzes erklärt. Die andere Möglichkeit wäre das direkte Objekt (glances):

„Glances are thrown at him“

Wie dem auch sei, mit Passivkonstruktionen wäre ich generell ein wenig vorsichtig. Erstens ist es ziemlich leicht, dadurch die angestrebte Stilebene zu verfehlen, und zweitens wird das Passiv von vielen nicht besonders gern gesehen. Wenn du es also einsetzen möchtest (als Stilmittel beispielsweise), so solltest du besser genau wissen, was du tust.

Grüße
Steve

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Hallo!

Scheint richtig zu sein. Mein Sprachgefühl mag diesen Satz
nämlich irgendwie nicht.

Da es sowas wie ein „Sprachgefühl“ bekanntlich nicht gibt,
muss ich dich hier korrigieren.

Nun, meine Dozentinnen an der Uni sagen schon immer, dass man auch Gefühl für eine Sprache braucht…

Der Satz ist so absolut
korrekt. Diese angebliche „Regel“, daß man Sätze nicht mit
Präpositionen beendet ist nicht immer und überall gültig. Vor
allem bei sogenannten „phrasal verbs“, bei denen die
„Präposition“ gar keine solche ist, sondern eigentlich ein
Teil des Verbs. Genau das ist hier der Fall, also darf das
„at“ ohne weiteres am Ende stehen.

Es geht mir überhaupt nicht um die endständige Präposition, ich benutze das so ständig. Nur im Geschriebenen Englisch versuche ich es zu vermeiden.

Zur Verdeutlichung noch ein kleines Zitat von Winston
Churchill, als er wegen einer Endständigen Präposition
kritisiert wurde:

„Ending a sentence with a preposition is something up with
which I will not put.“

Das ist gut :smiley:.

Nun ja, richtig ist das schon, aber du erreichst damit nicht
das, was du willst. Du willst ja betonen, dass demjenigen
Blicke zugeworfen werden. Es wird aber immer betont, was vorne
ist. Es gibt aber keine richtige Lösung dafür… Zumindest
fällt mir keine ein, die richtig klingt…
LG, Sarah

Im obigen Fall wird das indirekte Objekt (he) zum Subjekt des
Satzes erklärt. Die andere Möglichkeit wäre das direkte Objekt
(glances):

„Glances are thrown at him“

Dieser Satz gefällt mir zum Beispiel wesentlich besser. Es klingt einfach richtiger. ich glaub ich muss das nochmal nachschauen…

Wie dem auch sei, mit Passivkonstruktionen wäre ich generell
ein wenig vorsichtig. Erstens ist es ziemlich leicht, dadurch
die angestrebte Stilebene zu verfehlen, und zweitens wird das
Passiv von vielen nicht besonders gern gesehen. Wenn du es
also einsetzen möchtest (als Stilmittel beispielsweise), so
solltest du besser genau wissen, was du tust.

Da stimme ich zu.
LG, Sarah

Hallo,

Nun, meine Dozentinnen an der Uni sagen schon immer, dass man
auch Gefühl für eine Sprache braucht…

Was nur absolut nichts mit dem zu tun hat, was du eben als „Sprachgefühl“ bezeichnet hast.
Sprachgefühl gibt es nicht. Es gibt nur dass, was wir, da wir uns an gewisse Konstruktionen gewöhnt haben, als solches Empfinden.

„Glances are thrown at him“

Dieser Satz gefällt mir zum Beispiel wesentlich besser.

Was ihn nicht zu einem im Englischen akzeptablen Satz macht.

Gruß
Elke

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Hallo!
Naja, ich hab beide Sätze mal gegoogelt. Das wurde uns an der Uni empfohlen. Was man findet, wurde uns gesagt, wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig. „Glances are thrown at him“ spuckt Ergebnisse aus, „He is thrown glances at“ nicht.
Außerdem sprechen Linguisten selbst von Sprachgefühl, z.B. der berühmte Münchner Professor Wulf Oesterreicher. Wenn das also ein linguistischer Begriff ist, warum soll es das dann nicht geben?
LG, Sarah

Hallo, Sarah,

Naja, ich hab beide Sätze mal gegoogelt. Das wurde uns an der
Uni empfohlen. Was man findet, wurde uns gesagt, wäre mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit richtig.

das halte ich für eine sehr fragwürdige Empfehlung. Google mal nach „nähmlich“ und „vorraus“ …

„Glances are thrown at him“
spuckt Ergebnisse aus

bei mir genau zwei - und immerhin 10 für „glances were thrown at him“.
Als Beleg für die Richtigkeit würde ich das keinesfalls ansehen.

Gruß
Kreszenz

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Hallo, Sarah,

Hallo

Naja, ich hab beide Sätze mal gegoogelt. Das wurde uns an der
Uni empfohlen. Was man findet, wurde uns gesagt, wäre mit sehr
hoher Wahrscheinlichkeit richtig.

das halte ich für eine sehr fragwürdige Empfehlung. Google mal
nach „nähmlich“ und „vorraus“ …

„Glances are thrown at him“
spuckt Ergebnisse aus

bei mir genau zwei - und immerhin 10 für „glances were
thrown at him“.
Als Beleg für die Richtigkeit würde ich das keinesfalls
ansehen.

Und warum nicht? Schließlich führt der erste Link direkt zum Guardian. Eine so renommierte Zeitschrift wird wohl kaum grammatikalische Fehler tolerieren. Und wenn „Glances are thrown at him“ richtig ist, muss logischerweise auch „Glances were thrown at him“ richtig sein. Ist ja nur die Vergangenheitsform. Und die Google-Ergebnisse zu „nähmlich“ weisen ja allesamt (bis auf Stupipedia) darauf hin, dass es „nämlich“ heißen muss. Und dass weder „He is thrown glances at.“ noch „He was thrown glances at.“ noch sämtliche andere Tempusformen auch nur einen einzigen Treffer vorweisen können, sollte doch was heißen. Man muss natürlich darauf achten, welcher Quelle man im Endeffekt Glauben schenkt. Das hätte ich wohl von vornherein erwähnen sollen.

Übrigens habe ich gerade in der Bibliothek recherchiert (linguistisches Wörterbuch), und linguistisch gesehen gibt es ein Sprachgefühl. Der bessere Begriff ist allerdings Intuition und wird definiert als Wissen eines Sprechers der Sprache, aber nicht die Sprache, das als letzte Instanz zur Überprüfung der Richtigkeit eines Satzes verwendet wird. Wenn die Computer in der Bib wieder gehen, zitiere ich gerne wörtlich.
LG, Sarah

Hallo,

Übrigens habe ich gerade in der Bibliothek recherchiert
(linguistisches Wörterbuch), und linguistisch gesehen gibt es
ein Sprachgefühl. Der bessere Begriff ist allerdings Intuition
und wird definiert als Wissen eines Sprechers der
Sprache, aber nicht die Sprache, das als letzte Instanz
zur Überprüfung der Richtigkeit eines Satzes verwendet wird.

Vielleicht solltest du dich als Studentin mal mit Methodik und Definitionen beschäftigen.

Gruß
Elke

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Hallo,
ich verstehe nicht ganz, was du mir damit sagen willst. Kannst du mir das vielleicht bitte näher erklären?
LG, Sarah

Hallo,

Als Beleg für die Richtigkeit würde ich das keinesfalls
ansehen.

Und warum nicht? Schließlich führt der erste Link direkt zum
Guardian. Eine so renommierte Zeitschrift wird wohl kaum
grammatikalische Fehler tolerieren.

… aber vielleicht eine gewisse „stilistische Freiheit“ in einer einzelnen Glosse (-> http://www.guardian.co.uk/money/2004/apr/26/careers…)?
.

Und wenn „Glances are
thrown at him“ richtig ist, muss logischerweise auch „Glances
were thrown at him“ richtig sein. Ist ja nur die
Vergangenheitsform.

Eigentlich ging es mir darum, dass es auch im „Erzähl-Tempus“ Simple Past nur sehr wenige Treffer gibt, was darauf schließen lässt, dass nennenswerte literarische Quellen ebenfalls nicht zu finden sind.
.

Man muss natürlich darauf achten,
welcher Quelle man im Endeffekt Glauben schenkt.

Bei so wenigen Belegen (und nur ein einziger davon eine als seriös angesehene Quelle) bin ich jedenfalls äußerst skeptisch …

Gruß
Kreszenz

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Hallo!
Nun ja, ob das dann SICHER richtig ist, kann ich auch nicht sagen, ich frag in dem Fall immer Muttersprachler. Aber man kann ja wohl ziemlich sicher davon ausgehen, dass die Variante „He is thrown glances at“ nicht richtig ist, weil sie kein einziges Mal auftaucht. Oder?
LG, Sarah

Hallo,

Als Beleg für die Richtigkeit würde ich das keinesfalls
ansehen.

Und warum nicht? Schließlich führt der erste Link direkt zum
Guardian. Eine so renommierte Zeitschrift wird wohl kaum
grammatikalische Fehler tolerieren.

… aber vielleicht eine gewisse „stilistische Freiheit“ in
einer einzelnen Glosse (->
http://www.guardian.co.uk/money/2004/apr/26/careers…)?
.

Klingt auch nicht unlogisch. Leider hab ich grad keine englischen ebooks da, die ich durchsuchen könnte…

Und wenn „Glances are
thrown at him“ richtig ist, muss logischerweise auch „Glances
were thrown at him“ richtig sein. Ist ja nur die
Vergangenheitsform.

Eigentlich ging es mir darum, dass es auch im
„Erzähl-Tempus“ Simple Past nur sehr wenige Treffer gibt, was
darauf schließen lässt, dass nennenswerte literarische Quellen
ebenfalls nicht zu finden sind.

Ääääähm… ja. *plonk* Hätt ich auch drauf kommen können.

.

Man muss natürlich darauf achten,
welcher Quelle man im Endeffekt Glauben schenkt.

Bei so wenigen Belegen (und nur ein einziger davon eine als
seriös angesehene Quelle) bin ich jedenfalls äußerst
skeptisch …

Gut, das darfst du ja sein. Aber es kommt vor. Die andere Variante nicht.
LG, Sarah

Hallo Christiane

Angenommen es handelt sich um ein Präpositional-Objekt. Man könnte also sagen:

He is thrown glances at.

Könnte man denn nun eigentlich auch sagen: He is thrown glances.

Ist beides richtig oder braucht man das at?

Ich frage aus folgendem Grund:
Man sagt ja auch: She is given a car.
Und nicht; She is given a car to.

Danke für eure Antworten
Andrea

Hallo,

du schreibst:

Übrigens habe ich gerade in der Bibliothek
recherchiert(linguistisches Wörterbuch), und linguistisch
gesehen gibt es
ein Sprachgefühl.

Beweis? Und ich meine nicht das Zitat irgendeines Buches, ich meine, den Beweis , dass es dieses diffuse Gefühl geben soll.

Der bessere Begriff ist allerdings Intuition
und wird definiert als Wissen eines Sprechers der
Sprache, aber nicht die Sprache, das als letzte Instanz
zur Überprüfung der Richtigkeit eines Satzes verwendet wird.

Das ist eine ganz andere Definition!

Die von dir zitierte Intuition hat nichts mit dem Sprachgefühl zu tun, das umgangssprachlich immer zitiert wird.

Es gibt in der Tat ein Wissen über Sprache, oder:
es gibt kein
Sprachgefühl, es gibt nur unterschiedliche Fähigkeiten, die
Grammatik anzuwenden.
Dass wir in unserer Muttersprache diese Regeln so verinnerlicht haben, lässt uns glauben, dass wir es „im Gefühl“ haben. Das ist aber falsch.

Nimm die Dativ / Genitiv Diskussion: hier sieht man wunderbar, das „Sprachgefühl“ den Bach runtergehen. Warum? Weil die jungen Leute den richtigen Gebrauch des Genitivs (statt des Dativs) immer seltener hören, sagt ihnen ihr „Sprachgefühl“, dass der Dativ richtig sei.
Was es ist, ist aber die Gewöhnung an eine (derzeit noch) falsche grammatische Konstruktion.

Und das als „letzte Instanz“ anzupreisen, hat mit Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.

Ich habe keins und kenne auch kein
ernstzunehmendes Sprachgefühl!
Es gibt Regel und Gewohnheiten, aber
kein Sprachgefühl!

(Fritz Ruppricht)

Gruß
Elke

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Hi,

dich sollte die Tatsache, dass du für eine bestimmte Formulierung nur EINEN Treffer bei Google findest, der dazu noch aus einer stilistisch markierten (= bedeutet, dort darf man sich viele Freiheiten herausnehmen) TExtsorte (Glosse) stammt. stutzig machen. Sehr stutzig. Wenn das in einer Textsorte vorkommt, die sich Freiheiten herausnehmen DARF, besteht eine Wahrscheinlichkeit von ca. 50%, dass sich die Verfasserin an dieser Stelle eine dieser Freiheiten genommen hat. Das müßtest du überprüfen, indem du andere Stellen findest, in denen dieselbe Formulierung verwendet wurde, aber in einer Textsorte, die keine stilistischen Freiheiten zuläßt (Bericht). Andere TExtstellen fehlen KOMPLETT. BErichte sind häufiger als Glossen (beweist der Blick in jede beliebige Zeitung).
Also, fassen wir zusammen: Eine Formulierung,

  • von der du nciht weißt, ob sie richtig ist
  • für die du nur einen einzigen Treffer bei Google hast
  • der einzige Treffer ist wahrscheinlich ein Ausdruck ichterischer Freiheit (Gegenbeweis fehlt)

Die Angeklagte wird vom Vorwurf der grammatikalischen Korrektheit freigesprochen. Die Verhandlung ist beendet. (Die Abwesenheit von etwas ist ebnen auch ein Beweis - du springst ja auch nicht von der Brücke, weil du es einen hast tun sehen - die Tatsache, dass das die anderen nicht machen, hat sehr wohl Aussagekraft.)

Die Franzi

PS: Der Guardian ist, was die sprachliche Korrektheit, stilische und strukturelle Vorbildhaftigkeit angeht, eher 2. bis 3. Wahl - wenn meine englischkollegen und ich da Texte für den Englischunterricht herausnehmen wollen, müssen wir sehr viel redigieren. Nicht „einfacher machen“, sondern „richtig machen“. Die Times ist da verläßlicher.

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Hallo,

PS: Der Guardian ist, was die sprachliche Korrektheit,
stilische und strukturelle Vorbildhaftigkeit angeht, eher 2.
bis 3. Wahl - wenn meine englischkollegen und ich da Texte für
den Englischunterricht herausnehmen wollen, müssen wir sehr
viel redigieren. Nicht „einfacher machen“, sondern „richtig
machen“.

der „Guardian“ (aka „Grauniad“) versucht das ja auch selbst in der (täglichen!) Kolumne „Corrections and clarifications“: http://www.guardian.co.uk/theguardian/series/correct…

Gruß
Kreszenz

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Hallo,

du schreibst:

Übrigens habe ich gerade in der Bibliothek
recherchiert(linguistisches Wörterbuch), und linguistisch
gesehen gibt es
ein Sprachgefühl.

Beweis? Und ich meine nicht das Zitat irgendeines Buches, ich
meine, den Beweis , dass es dieses diffuse Gefühl geben
soll.

Es ist nicht irgendein Buch, es ist ein renommiertes linguistisches Lexikon und führt den Begriff „Sprachgefühl“ mit einem Verweis auf „Intuition“. Und der Beweis, dass es das gibt, ist, dass es jemand definiert hat. Sonst müsste man ja bei der Sprachwissenschaft ganz von vorne anfangen. Dass es signifiant und signifié gibt, ist auch erst dadurch „bewiesen“, dass Saussure sie definiert hat. Sprechakte sind dadurch bewiesen, dass Austin seine Theorie formuliert hat. Und so weiter.

Der bessere Begriff ist allerdings Intuition
und wird definiert als Wissen eines Sprechers der
Sprache, aber nicht die Sprache, das als letzte Instanz
zur Überprüfung der Richtigkeit eines Satzes verwendet wird.

Das ist eine ganz andere Definition!

Nein, das ist die aus dem linguistischen Wörterbuch. Für den Begriff „Intuition“, auf den im Eintrag „Sprachgefühl“ verwiesen wird.

Die von dir zitierte Intuition hat nichts mit dem
Sprachgefühl zu tun, das umgangssprachlich immer zitiert wird.

Warum denn nicht? Ich empfinde das genauso, wies da drin steht.

Es gibt in der Tat ein Wissen über Sprache, oder:
es gibt kein
Sprachgefühl, es gibt nur unterschiedliche Fähigkeiten, die
Grammatik anzuwenden.
Dass wir in unserer Muttersprache diese Regeln so
verinnerlicht haben, lässt uns glauben, dass wir es „im
Gefühl“ haben. Das ist aber falsch.

Das würde doch aber heißen, dass ich jederzeit erklären können müsste, warum ich an dieser Stelle genau diese grammatikalische Struktur verwende. Das kann ich aber noch nicht aus dem Stegreif. Ich arbeite hart daran.

Nimm die Dativ / Genitiv Diskussion: hier sieht man wunderbar,
das „Sprachgefühl“ den Bach runtergehen. Warum? Weil die
jungen Leute den richtigen Gebrauch des Genitivs (statt des
Dativs) immer seltener hören, sagt ihnen ihr „Sprachgefühl“,
dass der Dativ richtig sei.
Was es ist, ist aber die Gewöhnung an eine (derzeit noch)
falsche grammatische Konstruktion.

Ja, aber das ist halt Sprachwandel. Soll ja öfter mal passieren, sowas.

Und das als „letzte Instanz“ anzupreisen, hat mit
Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.

Das stammt aus der Definition im linguistischen Wörterbuch und nicht von mir. Ich kann aber dem Herausgeber gerne mal schreiben, dass du das unwissenschaftlich findest.

Ich habe keins und kenne auch kein
ernstzunehmendes Sprachgefühl!
Es gibt Regel und Gewohnheiten, aber
kein Sprachgefühl!

(Fritz Ruppricht)

Tja, das kann der Herr Ruppricht gerne sagen. Aber wie erklärt es sich dann, dass es so viele grammatische Strukturen in Fremdsprachen verwende, die zwar richtig sind, wenn man mich aber dann nach der Regel fragt, habe ich keine Ahnung, wie die genau geht. Ich musste mir für die Nachhilfe nochmal die Regeln für die if-Sätze einprügeln, weil ich die zwar richtig verwendet, aber null drüber nachgedacht habe. Und Gewohnheit kann das ja eigentlich nicht sein, dazu spreche ich nicht genug Englisch.

LG, Sarah

Hallo,

Es ist nicht irgendein Buch, es ist ein renommiertes
linguistisches Lexikon und führt den Begriff „Sprachgefühl“
mit einem Verweis auf „Intuition“.

Das sagt noch überhaupt nichts.

Und der Beweis, dass es das
gibt, ist, dass es jemand definiert hat.

rofl

Sonst müsste man ja
bei der Sprachwissenschaft ganz von vorne anfangen.

Nein. Aber auch Sprachwissenschaftler können nicht irgendwas behaupten. Sonst wäre es keine Wissenschaft.

Dass es
signifiant und signifié gibt, ist auch erst dadurch
„bewiesen“, dass Saussure sie definiert hat. Sprechakte sind
dadurch bewiesen, dass Austin seine Theorie formuliert hat.
Und so weiter.

Aber wie ist „Sprachgefühl“ definiert in deinem Lexikon?
Als angeeignetes Wissen über Sprache oder als diffuses Gefühl?

Nein, das ist die aus dem linguistischen Wörterbuch.

Auch das muss man verstehen!

Für den
Begriff „Intuition“, auf den im Eintrag „Sprachgefühl“
verwiesen wird.

Du beißt dich mit deinen Erklärungen in den Schwanz und es ist immer noch kein Beweis.

Die von dir zitierte Intuition hat nichts mit dem
Sprachgefühl zu tun, das umgangssprachlich immer zitiert wird.

Warum denn nicht? Ich empfinde das genauso, wies da drin
steht.

In der Wissenschaft nützt einem Empfinden nur nichts, genausowenig wie ein „Gefühl“.

Das würde doch aber heißen, dass ich jederzeit erklären können
müsste, warum ich an dieser Stelle genau diese
grammatikalische Struktur verwende.

Nein!
Das würde ja heißen, dass niemand sprechen kann, außer er könne grammatikalische Regeln benennen. Was natürlich nicht stimmt.
Dennoch gibt es die Regeln und wir benutzten sie, ob wir uns derer bewusst sind oder nicht.
Das ein Satz dann richtig klingt, hängt davon ab, was wir von Klein auf gehört haben.
Z.B. gibt es in der deutschen Sprache das Wort „eben“. Trotzdem gibt es unzählige Menschen, die immer wieder „ebend“ sagen und schreiben. Weil sie es so gelernt haben, weil sie in einer Sprachumgebung aufgewachsen sind, wo das verwendet wird/wurde, nicht weil sie das so fühlen.

Nimm die Dativ / Genitiv Diskussion: hier sieht man wunderbar,
das „Sprachgefühl“ den Bach runtergehen. Warum? Weil die
jungen Leute den richtigen Gebrauch des Genitivs (statt des
Dativs) immer seltener hören, sagt ihnen ihr „Sprachgefühl“,
dass der Dativ richtig sei.
Was es ist, ist aber die Gewöhnung an eine (derzeit noch)
falsche grammatische Konstruktion.

Ja, aber das ist halt Sprachwandel. Soll ja öfter mal
passieren, sowas.

Nein. Der Sprachwandel war nur ein Beispiel meinerseits. Es geht darum, dass ich erklären wollte, dass das „Sprachgefühl“ nicht im luftleeren Raum entsteht. Genauso gut hätte ich eine regionale Abweichung vom Standarddeutsch als Beispiel nehmen können (wie mit dem Wort eben/ebend, gibt es genauso mit grammatischen Konstruktionen).

Und das als „letzte Instanz“ anzupreisen, hat mit
Wissenschaftlichkeit nichts zu tun.

Das stammt aus der Definition im linguistischen Wörterbuch und
nicht von mir. Ich kann aber dem Herausgeber gerne mal
schreiben, dass du das unwissenschaftlich findest.

Ich bin sicher, dass der Verfasser, das entweder nicht so gemeint hast(schließlich zitierst du nur Bruchstücke und ich kenne das Werk nicht), oder er hat bereits mit Kollegen unendliche Diskussion darüber ausfechten müssen.

Ich habe keins und kenne auch kein
ernstzunehmendes Sprachgefühl!
Es gibt Regel und Gewohnheiten, aber
kein Sprachgefühl!

(Fritz Ruppricht)

Tja, das kann der Herr Ruppricht gerne sagen. Aber wie erklärt
es sich dann, dass es so viele grammatische Strukturen in
Fremdsprachen verwende, die zwar richtig sind, wenn man mich
aber dann nach der Regel fragt, habe ich keine Ahnung, wie die
genau geht.

Weil du es gehört hast! Weil du das Glück hast, ein Hirn zu haben, dass Dinge, die es hört speichert. Aber das hat doch nichts mit Gefühl zu tun!

Ich musste mir für die Nachhilfe nochmal die
Regeln für die if-Sätze einprügeln, weil ich die zwar richtig
verwendet, aber null drüber nachgedacht habe. Und Gewohnheit
kann das ja eigentlich nicht sein, dazu spreche ich nicht
genug Englisch.

Es gibt Menschen, die es sich schneller merken. Vielleicht hat dein Hirn eine Verbindung hergestellt, die dir nicht bewusst ist, aber es ist kein „Gefühl“.
Ein Beispiel: Afrikaans ist grammatikalisch eine sehr einfache Sprache (keine Konjugation, nur ein Artikel, nur drei Zeiten), kennt aber die Umstellung der Satzglieder nach bestimmten Konjunktionen, nicht nach allen. Nachdem ich versucht habe, die beiden möglichen Kategorien und dazugehörigen Konjunktionen zu lernen, habe ich es gelassen und versucht, wie weit ich mit meinem „Sprachgefühl“ vom Deutschen her komme. Bis auf eine einzige Konjunktion funktioniert das. Aber nicht, wegen einem diffusen, unerklärbaren „Gefühl“, sondern weil es Ähnlichkeiten zum Deutschen gibt, die mein Hirn erkennt und danach die Wörter der Fremdsprache ordnet. Ich freue mich, dass ich mich auf diese Eigenschaft verlassen kann, aber mir ist klar, dass sie auf Sprachaneignung der Muttersprache aufbaut.

Gruß
Elke

PS: Nur weil etwas in einem Buch steht, auch in einem „anerkannten“* Buch, heißt das noch lange nicht, dass es stimmt.
*jedes „anerkannte“ Buch hat seine berechtigten Kritiker

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