Hi!
Nehmen wir an, die fiktive Person C liegt nach einem Unfall mit einem komplizierten Beinbruch im Krankenhaus (das dem Unfallort nächstgelegene; Großstadt mit zahlreichen Krankenhäusern).
1. Hat C in der ersten Woche nach der ersten OP die absolut miserable (= so gut wie keine und wenn zeitlich massiv (Tage) verzögerte) ärztliche Aufklärung aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes (u. a. extrem große Schmerzen) noch toleriert oder besser: ggü. dem Personal noch nicht wirklich bemängelt, so ändert sich dies diese Woche nach der zweiten OP, nach der sie (= Person C) zwar immer noch große Schmerzen hat, der Allgemeinzustand jedoch deutlich besser ist.
C bemüht sich bei der morgendlichen Stationsarztvisite um Infos, wie die OP denn verlaufen sei, zumal sie dreimal so lange gedauert hat wie ursprünglich anvisiert (!), sprich: da sind vermutlich irgendwelche Komplikationen aufgetreten, – denn obwohl die OP bereits früh am gestrigen Tag gelaufen war, hatte es bis zum nächsten Morgen (inzwischen Nachmittag) kein Arzt für nötig befunden, Person C über den OP-Verlauf zu informieren –, bekommt vom Stationsarzt jedoch nur die Auskunft, dass er das (wie immer) nicht wüsste, weil er ja nicht mitoperiert hätte, und er „mal sehen“ wollte, ob der Operateur heute „vielleicht mal fünf Minütchen“ Zeit für C hätte; garantieren könne er das jedoch nicht, da der den ganzen Tag im OP stünde. Auf Cs schon wieder etwas, ob des Tones, eingeschüchterten Entgegnung, dass man dafür ja durchaus Verständnis habe, aber man für Person C doch bitte auch etwas Verständnis aufbringen möge, weil sie hier dauernd im Unklaren gelassen würde, und dass man als Patient ja auch ein paar Rechte hätte (Stichwort hier: ärztliche Aufklärungspflicht), kam nur die Antwort, die Ärzte könnten sich nun mal auch nicht zweiteilen und C hätte dann halt Pech.
2. Dazu kommt, dass sich Stationsarzt, stv. Stationsarzt und Oberarzt in ihren Aussagen bzw. Aufzeichnungen (z. B. bzgl. Medikation und Entlassungsaussichten) permanent gegenseitig widersprechen und, wenn man sie drauf anspricht, entweder überhaupt nicht darauf reagieren oder aber sogar meinen, da müsse man was falsch verstanden haben…
3. Die Schwestern sind zum Teil (nicht alle) extrem arrogant und genervt. Der berühmt-berüchtigte „Chirurgenhumor“ ist hier nicht witzig, sondern einfach nur sarkastisch und herabsetzend.
Die Schlagwörter (Patienten-)„Würde“ und „Integrität“ sind hier jedenfalls leider längst nicht allen bekannt.
Ich weiß nicht, ob das irgendwer nachvollziehen kann, wie frustierend und deprimierend das für die fiktive Person C ist.
Hinweise:
– Die Patientenbeauftragte ist zzt. nicht im Hause und hat auch keine Vertretung; die Seelsorger sagen, für das Personal-Patienten-Verhältnis seien sie nicht zuständig.
– Es wurde hier nur über die momentan gravierendsten fiktiven Probleme von C berichtet! Da gibt es noch ganz andere Dinger, aber das würde jetzt endgültig zu lang werden…
Meine Fragen nun:
– Vorausgesetzt, Person C will nun nicht gleich mit der Anwaltskeule kommen, was hat er für Möglichkeiten? Oder genereller: Welche Rechte hat sie überhaupt und wie kann er diese durchsetzen?
Sie hat auch Angst, dass sie ihn bei noch dolleren Beschwerden noch beschissener behandeln, zumal C alles andere als eine Person ist, die gerne „Radau“ macht (Aufsehen erregt/sich den Unmut anderer zuzieht).
– Oder seid Ihr der Meinung, C solle sich nicht so anstellen, weil so nun mal der Krankenhausalltag (den C nicht kennt) in D ist?
(Sie ist übrigens nicht die einzige Person, die sich über die zwischenmenschlichen Zustände hier beschwert, sondern bekommt Unterstützung von anderen Patienten (genauso feige wie C selbst) und einigen (wenigen) Angestellten (hinter vorgehaltener Hand).)
Tatsache ist, dass Person C das Gefühl hat, wenn sie nicht fiktiv wäre, würde sie hier gerade psychisch vor die Hunde gehen, wenn sie nicht morgen hier (Schmerzen hin oder her) rauskommt (wie der Stationsarzt sagte; der Stv. sagt eher Samstag oder Montag!!!).
Vielen Dank fürs Lesen & für alle kompetenten Antworten!
Jadzia