Hallo,
ich hatte heute ein Vorstellungsgespräch bei einem sehr renommierten Unternehmen. Das Gespräch lief anfangs eigentlich recht gut (von fachlicher Seite aus gesehen), bis dann auf einmal eine Fachfrage gekommen ist, auf der mir absolut keine Antwort eingefallen ist. Der totale Blackout sozusagen. Ich habe dann rumgestottert, völligen Unsinn erzählt und auf den Tisch gestarrt. Vor allem war die Sache auch deswegen so peinlich, weil man, so wurde das wohl erwartet, als Uniabsolvent derartige Basics eigentlich aus dem Effeff beherrschen sollte. Nur leider haben wir dieses Thema an der Uni nie so in der Tiefe gelernt. Man kann sicherlich nicht alles wissen (und das wird wahrscheinlich auch nicht von Berufsanfängern verlangt und erwartet).
Allerdings sollte man sich doch auch bei Nichtwissen einigermaßen achtbar aus der Affäre ziehen können, was bei mir hier definitiv nicht der Fall war. Deshalb würde ich gerne von Euch wissen, wie ihr eigentlich, falls ihr mal in solche Situationen kommt (also nicht wisst, was ihr auf eine Fachfrage antworten sollt), in so einem Fall handeln würdet? Wie „umschifft“ ihr derartig peinliche Momente?
Hallo,
Deshalb würde ich gerne von
Euch wissen, wie ihr eigentlich, falls ihr mal in solche
Situationen kommt (also nicht wisst, was ihr auf eine
Fachfrage antworten sollt), in so einem Fall handeln würdet?
Wie „umschifft“ ihr derartig peinliche Momente?
‚Tschuldigung, aber darauf hab ich momentan keine Antwort‘
Offensiv zugeben, daß dem so ist.
Das ist m.E. immer noch die am wenigsten peinliche Variante.
Gandalf
hi!
‚Tschuldigung, aber darauf hab ich momentan keine Antwort‘
Offensiv zugeben, daß dem so ist.
Das ist m.E. immer noch die am wenigsten peinliche Variante.
So ist es.
Das allerschlimmste ist es, eine Wissenslücke nicht zuzugeben und Scheiß zu erzählen. Die Wissenslücke an sich ist meistens o.k., nur die Kosten, die entstehen, wenn alle sich auf Deine (falsche) Notlüge verlassen, sind es nicht…
Somit BITTE beim nächsten mal offen und ehrlich sein. Keiner weiss alles und das weiss das Gegenüber üblicherweise…
Grüße,
Mathias
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Hallo!
Ich würde offen zugeben, dass ich mich damit nicht genau auskenne, aber genau wüßte, wie ich es innerhalb von einer Minute herausfinde (je nachdem, was es ist auch 2,3,4 Minuten 
Man muß immer davon ausgehen, dass es für den Chef, der das Gespräch führt genauso unangenehm ist, wenn Du rumstotterst und nicht weißt, was Du sagen sollst etc…Außer er ist ein Sadist. Und sowas willst Du dann doch sowieso nicht zum Chef haben.
Wichtig ist - natürlich neben der fachlichen Kompetenz - daß Du darauf achtest, dass auch er sich wohlfühlt! Hinterläßt einen guten Eindruck! Leider achten viele Leute viele zu sehr auf sich. Finde ich. Und sollte er dann nachhaken, kann man ja erklären, warum man das nicht so genau weiß und gleichzeitig geschickt auf andere Qualitäten hinweisen. Kann man lernen.
Das ist natürlich nur meine private Meinung. Aber vielleicht hilft’s ja.
Gruß,
M.
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ich weiß ja nicht, in welchem Bereich Du Dich beworben hattest, aber ich halte die bisherigen Antworten für nicht unproblematisch.
„Weiß ich nicht“ oder „Ich weiß es nicht, aber ich weiß, wo´s steht“ kommen erfahrungsgemäß gar nicht gut. Wenn Du im Rahmen Deiner Tätigkeit „Außenkontakt“ hast und die Firma auch nach außen vertreten sollst, würde das ein schlechtes Licht auf die Kompetenz der Firma werfen. Es wird also verlangt, daß man auf Fragen, auf die man die Antwort nicht unmittelbar parat hat, trotzdem zumindest „kompetent erscheinend“ antwortet, indem man z.B. mit der Frage „spielt“, sich auf allgemeine Grundsätze zurückzieht und dann aus diesen eine mögliche Antwort ableitet (wenn einem nicht beim Reden sogar noch die 100%-Atnwort einfällt, was oft passiert) - Hauptsache reden!
Stammeln, Schweigen und Zugeben von Nichtwissen - so wollen Firmen sich nicht durch Mitarbeiter nach außen vertreten sehen. Daher wird in Einstellungsgesprächen der Umgang der Bewerber mit solchen Situationen gestestet. Es ist denen klar, daß man nicht alles wissen kann, sie wollen aber die Nummer „scheinbare Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit“ vorgeführt bekommen. Und das kann man üben.
Ciao, Wotan
Hallo Wotan,
ich denke es kommt sehr aufs Unternehmen an und deren Arbeitsumfeld, aber:
„scheinbare Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit“
vorgeführt bekommen. Und das kann man üben.
Klar… aber im Zweifel bricht einem mit einem „ich weiß es nicht“ ein kleinerer Zacken aus der Krone (bzw. keiner), als wenn hinterher herauskommt, dass Du Blödsinn geredet hast. Mit Ehrlichkeit kommt man doch oft ziemlich weit.
Wie gesagt… kommt natürlich drauf an, worum es dem Unternehmen geht und was für Werte dahinter stehen.
Viele Grüße
Dennis
Nicht umschiffen!
Hi,
nicht umschiffen, sondern gerade hindurch.
Passend formulierte Antworten mit der Kernaussage „weiss nicht“ sind nicht nur am wenigsten peinlich und ehrlich, sondern in dieser Situation auch am professionellsten.
Professionell deshalb, weil sich wirkliche Fachleute naemlich genau so verhalten wuerden, weil der Fragesteller so alles im Moment greifbare Wissen erhaelt und nicht im Unklaren bleibt oder gar veraeppelt wird.
Gruss,
Hi,
mir ist jeder Firmenvertreter lieber, der ehrlich zugibt auf die momentane Frage keine Antwort zu wissen aber verspricht, sich dahingehen zu informieren als einer, der ebenfalls keine Antwort weiß aber versucht um den heißen Brei herumzureden. Das zieht nämlich nur alles unnötig in die Länge und hinterher ist man trotzdem nicht schlauer.
Grüßle
Frank K.
Holla.
„scheinbare Kompetenz bei völliger Ahnungslosigkeit“
Es mag ja noch Läden geben, die genau das wollen. Ich denke aber, die Mehrzahl der Personalentscheider würde den Bewerber als Blender erster Ordnung erkennen und dementsprechend nicht einstellen wollen. Man ist sich üblicherweise darüber im Klaren, dass ein Bewerber seine Schokoladenseite vorführen will - Sachfragen werden üblicherweise plaziert, um dem Kandidaten auf den Zahn zu fühlen. Ist einer dieser Zähne hohl, ist das kein K.O.- Kriterium; Dummschwätz abzusondern, dagegen üblicherweise schon.
NB : Als Kunde mit einer Bude zu tun zu haben, bei der Kompetenz durch Eloquenz ersetzt wird, ist nicht geeignet, die Kundenbindung zu veratärken,
meint kw
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Sadisten
Hi,
und nicht weißt, was Du sagen sollst etc…Außer er ist ein
Sadist. Und sowas willst Du dann doch sowieso nicht zum Chef
Hmm.
Also ich hab den Eindruck, dass die Frager aus den Unternehmen oft ‚unkorrelierte‘
Fragen stellen, und dann gucken, ob man mit diesen Fragen souverän umgeht,
oder halt elendig verreckt . Manchmal wird auch nur die ‚Sprachfähigkeit/
Geschicktheit‘ getested, und die Fragen machen gar keinen richtigen Sinn.
Also ich hab mal in nem Vorstellungsgespräch gesagt, die Antwort meinerseits sei nicht in 3 Minuten
machbar (um Zeit zu schinden). Und habe dann gleich mit dem Malen und Erläutern von Mind-Maps
zu diesem Thema (ist sehr sinnvoll, bitte selber nachgucken wie das geht) angefangen. Dann kam ich mit dem Frager
recht gut ins Gespräch, das Problem wurde beiderseits bearbeitet, und die Frage schliesslich
hinreichend gut von mir beantwortet. Andere sind da vor mir bestimmt abgesoffen mit jämmerlichem Gestammel, bzw. grossem Schweigen.
Also ich hab mir bei meinen Antworten immer vorgestellt: ‚So ätzsch,
ich hab Eure quälige Frage jetzt sinnvoll beantwortet. Nicht zu kurz, nicht zu lang,
und ziemlich präziese. Nächste Frage bitte.‘ Und das kann dann so Stunden gehen
. Interessanter Weise werden auch hin- und wieder absichtlich ‚müllige‘ Fragen gestellt, die muss man als solche erkennen, und dann kurz erklären, das die Frage
in dieser Form keinen Sinn macht, bitte neu formulieren.
Viel Spass beim Üben von Antworten 
-wurzel
Hallo,
hatte mit Vorstellungsgesprächen bis jetzt nicht so sehr zu tun, jedoch mit meinen Kunden, die manchmal sehr interessante Fragen stellen ;o)
Bis jetzt bin ich am besten gefahren, wenn ich Ihnen mitgeteilt habe, dass ich aktuell nicht die 100% passende Antwort habe, sie aber am nächsten Tag zurück rufe (oder wenn ich wieder ins Büro komme) und ihnen dann das Ergebnis mitteilen kann, da ich die ein oder andere Einzelheit noch einmal nachlesen muss.
Dazu ist zu sagen, dass im Gesundheitswesen gerade sehr viel Bewegung ist und auch noch jedes Bundesland seine eigene Dinger dreht. Da kann man nicht immer alles wissen. Habe auch den Eindruck, dass das niemand von einem verlangt in einem so weiten Spektrum und manchmal muß man auch erst einmal das „Halb“-Wissen der Kunden aufnehemn und darauf basierend dann weitere Nachforschungen anstellen.
Persönlich finde ich gibt es nichts schlimmres, als Vertriebsmitarbeiter die glauben sie könnten und wüssten alles und nach der Hälfte des Projektes stellt sich heraus, dass man besser eine andere Firma beauftragt hätte, weil das Wissen nur vorgespielt wurde.
Zurück kommend auf das Vorstellungsgespräch: Teile Deinem Gegenüber mit, dass Du von dem Verfahren etc. schon einmal gehört hast, es Dir aber in dieser Situation leider nicht präsent ist, weil Du vielleicht aufgeregt bist. So stehst Du nicht da, als wüsstest Du gar nichts, mußt aber auch keine Dummen Sachen daherreden, die den vorher positiven Eindruck zerstören.