Dazu fallen mir zwei Alternativen ein:
a) Gott hat den Urknall gemacht(das ist auch meine Meinung).
Und wo war er selbst zu diesem Zeitpunkt ?
Gott war und ist immer noch ausserhalb des Universums.
Im Brett Religion könnte man das so stehenlassen. Hier ist aber Mathe/Physik. Wenn Du es schon nicht beweisen kannst, solltest Du es wenigstens plausibel erklären können. Wenn er also außerhalb des Universums ist, ist er min. 10 milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Er bräuchte dann über 20 milliarden Jahre, um unsere Gebete zu erhören und darauf zu reagieren.
Ob vorher wirklich nichts war, ist sowieso die Frage. Für
einen großen Knall braucht man aber keine schöpferischen
Kräfte.
Natuerlich. Man bedenke, dass saemtliche Materie-Energie in
diesem Knall geschaffen wurde, ebenso die physikalischen
Gesetze. Man braucht dafuer eine enorme Macht und auch ein
Genie um all die Gesetze richtig festzulegen…
Woher weisst Du das so genau ? Warum müssen die Gesetze festgelegt werden ? In der Mathematik gibt es einige Axiome, aus denen sich die Gesetze zwangsläufig ergeben. In der Physik ist das sicher nicht anders. Die Physik hat aber den Vorteil, daß sich viele Gesetze durch Experimente und Beobachtungen überprüfen lassen.
Wenn man davon ausgeht dass auch die physikalischen Gesetze
bei der Erschaffung festgelegt wurden ist es nicht interessant
zu bemerken, dass diese komplexes Leben wie wir es kennen
ermoeglichen? Wenn allein Wasser nicht mehr bei 4 C am
dichtesten waere koennten wir als Menschen nicht existieren.
wieso nicht ? wenn Wasser bei 3°C am dichtesten wäre, hätte
sich das Leben vieleicht so entwickelt, daß es nicht
existieren könnte, wenn das Wasser bei 4°C am dichtesten wäre.
Bei anderen Naturgesetzen würden wir heute vieleicht auf dem
Uranus leben, statt auf der Erde oder erst in millionen von
Jahren. Das Leben ist immer optimal an die Naturgesetze und
die Umgebungsbedingungen angepasst. Vorausgesetzt, bestimmte
Mindestvoraussetzungen sind gegeben. An den seltenen Oasen im
Universum, wo das der Fall ist, wird es sich dann vieleicht
entwickeln.
Nun, ich weiss nicht ob das so ganz stimmt.
ich auch nicht, aber ist ja auch egal, denn es sollte nur ein Beispiel sein.
Da muesste man
wirklich mehr Detailwissen haben. Ich hab da mal einen kleinen
Artikel gelesen da ging es um irgendeinen physikalischen
Kernwert. Der Autor behauptete wenn dieser Kernwert nur
geringfuegig veraendert wuerde(um Werte wie +/- 10E(-20))
wuerde das folgende Konsequenzen haben: entweder das Universum
wuerde „Auseinanderfliegen“ in lauter Teilchen, dann waeren
Planeten, Sonnen oder groessere Massenansammlungen nicht
moeglich, oder alles wuerde sich zu einem schwarzen Loch
zusammenklumpen. Ich denke es ist schon eine Feinabstimmung
noetig um komplexes Leben zu ermoeglichen. Das sieht man auch
daran dass sich eben nur auf der Erde Leben entwickelt
hat(eventuell auch auf anderen Planeten mit guenstigen
Bedingungen).
Daran zweifele ich auch nicht, nur wo- und wannimmer ein Universum nicht funktioniert, wird sich auch niemand Gedanken darüber machen können. Wer weiss, wie viele Universen es vor unserem gab, bis endlich alles passte.
Die Frage ist ob man den Gedanken auch auf die
physikalischen Gesetze uebertragen kann. Also nur unter
bestimmten physikalischen Gesetzen ist der Aufbau von
komplexeren Strukturen wie Protonen, Atomen, Molekuelen,
Makromolekuelen, Zellen, Organismen, etc…moeglich.
Was spricht dagegen, die Physik und die anorganische Chemie als die ersten Schritte der Evolution zu betrachten ?
Dem Physikexperten sind sicherlich noch mehr interessante
Details bekannt wie genau die physikalischen Gesetze
abgestimmt sind…
Das ist eigentlich eher ein Beweis dafür, daß die Gesetze
nicht willkürlich erschaffen worden sind sondern genau so
sind, wie sie sind, weil es keine widerspruchsfreie
Alternative dazu gibt.
Das waere eine Erklaerungsmoeglichkeit aber sie ist nicht
bewiesen.
Die Erklärung ist aber wenigstens plausibel.
Draengt sich da einem nicht der Gedanke auf:„da muss doch ein
schoepferischer Geist dahinterstehen.“ Wenn unsere
physikalischen Gesetze „zufaellig“ waeren, wie bei einer
Erschaffung aus dem Nichts denkbar, dann waere es wohl absolut
unwahrscheinlich dass solch komplexes Leben wie wir es haben
moeglich waere. Unser Universum waere dann vielleicht nur eine
grosse Sosse von Materie-Energie.
Ist es ja meistens auch. Nur wo rein zufällig viele
Bedingungen günstig sind, kann Leben entstehen.
Nein, ist es nicht. Ich bezog mich nicht nur auf biologisches
Leben sondern auch auf physikalische Strukturen. Man findet im
ganzen Universum komplexe Strukturen: Elementarteilchen,
Atome, Molekuele. Diese interagieren auch auf komplexe Weise,
ueben Kraefte aufeinander aus, bilden Sterne, Planeten,
Sonnensysteme, Galaxien, erzeugen elektromagnetische Strahlen,
etc… ein doch recht komplexes Verhalten. Wenn wir nur eine
Materie-Energie Suppe haetten, gaebe es eventuell nicht einmal
Elementarteilchen, keine Atome, keine Molekuele, keine
komplexe Interaktion, sondern eben nur ein zielloses,
ungeordnetes „herumschwimmen“ im Raum-Zeit Gefuege…
Doch, wie Du selbst schreibst, „findet“ man komplexe Strukturen, d.h., wenn man danach sucht. Wenn Du Dir willkürlich einen Kubikkilometer des Universums herauspickst, wirst Du darin mit ziemlicher Sicherheit nichts finden als ein paar Photonen und einfache Elementarteilchen, die dort ziellos herumschwimmen.
Es ist auch sehr unwahrscheinlich, eine Millionen im Lotto zu
gewinnen. Trotzdem trifft es fast wöchentlich jemanden, weil
so viele Menschen so viele Zahlenkombinationen ausprobieren.
Das Universum ist groß und hat sehr viel Zeit auch die
unwahrscheinlichsten Ereignisse hervorzubringen.
Die Erklaerung finde ich nicht ueberzeugend. Erstens koennen
nur Ereignisse eintreten die auch moeglich sind. Zweitens
werden selbst alle moeglichen Ereignisse NICHT in der ganzen
Existenzzeit des Universums eintreten. Z.B. Es ist moeglich
durch zufaelliges erzeugen von Buchstaben das ganze Brockhaus
Lexikon zu erhalten. Doch wird das nie eintreten, denn dieses
Vorgehen wuerde laenger dauern als Energie im Universum zur
Verfuegung steht.
Es müssen ja auch nicht alle möglichen Ereignisse eintreten, eben nur die, die ausreichend wahrscheinlich sind.
Insofern folgere ich dass die Existenz eines Gottes nicht nur
plausibel sondern vielleicht die einzige Erklaerung fuer unser
Unviersum darstellt. Und dann gibt es immer noch Leute die
behaupten dass die moderne Wissenschaft Gott nicht mehr noetig
hat…
Wenn Du vorraussetzt, daß komplexe Systeme nur durch eine noch
komplexere Schöpferische Kraft entstehen können, kommst Du
schnell in die Zwickmühle.
Diese Aussage habe ich im Allgemeinen nicht gemacht. Bei dem
speziellen Beispiel der Erschaffung des Universums denke ich
aber so.
Dann habe ich es doch richtig verstanden
Denn dann mußt Du auch fragen, wer
den Schöpfer des Schöpfers erschuf usw. Durch induktive
Folgerung kommst Du dann zu dem Ergebnis, daß ein unendlich
komplexer und inteligenter Schöpfer aus dem Nichts entstanden
sein muß. Wer soll das glauben ?
Denkfehler. Gott muss nicht erschaffen worden sein! Wir wissen
dass das Universum nicht ewig existiert hat. Es gab einen
Zeitpunkt Null(=Urknall), also wurde es erschaffen und es
stellt sich die Frage wie oder durch wen oder was.
Wo ist da ein Denkfehler ?
Bei Gott setze ich einfach voraus dass er ewig IST.
Warum ? Woher weisst Du das ?
Gott kann
nicht erschaffen worden sein, sonst waere er nicht Gott,
sondern ein Geschoepf. Nach meinem Weltbild kann man alles in
zwei Kategorien einordnen: Schoepfer oder Schoepfung.
Das ist Dein Glaube und hat nichts mit Naturwissenschaft zu tun
Wenn Du jedoch zuläßt, daß ein komplexes System aus einem
weniger komplexen entstehen kann, bist Du bei dem Prinzip der
Evolution. Die braucht keinen Gott.
Richtig. Allerdings kann die Evolution nur auf etwas schon
vorhandenem aufbauen, sie braucht gewisse Grundvoraussetzungen
um ueberhaupt wirken zu koennen. Bei der Entstehung des
Universums haben wir eben das Problem dass es nichts gibt,
worauf wir die Entstehung zurueckfuehren koennen(ausser eben
Gott).
Womit wir wieder bei der alten Frage wären: Woher kommt Gott ?
Die Evolution braucht aber keine Grundvorausetzung. Wenn durch Evolution ein komplexes System aus einem weniger komplexen entstehen kann, läßt sich daraus induktiv folgern, daß es irgendwann mal beliebig primitiv angefangen haben kann, z.B. beim Urknall.
Jörg