Pille und Libido

Kann es sein, dass sich einzelne Pillen (je nach Marke) ungünstig auf die Libido der Frau auswirken?
Falls dem so ist, hat jemand Erfahrung mit ‚unproblematischen‘ Pillen?

Und vor allem, welcher Wirkmechanismus liegt einer solchen ‚Nebenwirkung‘ -so es sie denn gibt- zugrunde?

fdw

doppelposting
siehe „medizin allgemein“

Kann es sein, dass sich einzelne Pillen (je nach Marke)
ungünstig auf die Libido der Frau auswirken?
Falls dem so ist, hat jemand Erfahrung mit ‚unproblematischen‘
Pillen?

Und vor allem, welcher Wirkmechanismus liegt einer solchen
‚Nebenwirkung‘ -so es sie denn gibt- zugrunde?

Ja, das ist leider so! Schuld daran sind die Hormone, die den eigenen (Hormon-) Haushalt durcheinander werfen und in das Lustempfinden eingreifen, was auch, wie soviel anderes, hormongesteuert ist. Schon paradox, dann nimmt die Frau etwas, damit sie was tun kann, worauf sie dann keine Lust mehr hat…

Wie bei allen Nebenwirkungen der Pille ist der Verlust der Lust stärker, wenn die Hormon hoch- bzw. höherdosiert sind. Es sind aber schon seit längerer Zeit sogenannte Mikropillen auf dem Markt, die nur noch geringe Mengen an Hormonen enthalten. Die meisten Frauen nehmen also schon Präparate mit niedrigem Hormongehalt. Natürlich können hiermit auch noch Nebenwirkungen auftreten, jedoch sind sie seltener oder in ihrer Wirkung nicht so ausgeprägt. Nimmt eine Frau jedoch schon seit längerer Zeit die Pille ein, so ist das Risiko, daß auch bei einer Mikropille die Lust verloren geht, erhöht, weil die Hormone (auch wenn sie niedrig dosiert sind) schon lange auf das eigene Hormonsystem einwirken und es aus der Bahn werfen können. Daher wird geraten, auf eine noch niedriger dosierte Pille umzusteigen oder ein 2- Phasen- Präparat zu verwenden. Bei diesen Präparaten werden dem Körper nur genau die Hormone zugeführt, die auch für die Zeit des Zyklus normal sind und nicht mehr ein Gemisch aus 2 Hormonen. Meist reicht das aus, um die Nebenwirkungen und damit auch die Lustreduktion verschwinden zu lassen. Sollte es aber nicht reichen, so wird empfohlen, für 3 Monate eine Pillenpause einzulegen, wobei man dabei natürlich anders verhüten sollte!! Dann kann sich der Hormonspiegel normalisieren und die Lust kommt wieder :wink:)

Ich hoffe, mit der Aussage, daß es eine Nebenwirkung sein kann, geholfen zu haben, denn meist wissen die Frauen nicht, daß es an der Pille liegen kann und zweifeln an sich…

Ach ja, es gibt auf dem Markt eine neue Pille: petibelle. Die ist sehr niedrig dosiert und vermindert so einigen Nebenwirkungen… Der Gynäkologe des Vertrauens kann da genauere Auskunft geben :wink:)

Noch was, um so niedriger die Pille dosiert ist, um so genauer muß man sie einnehmen, damit es funktioniert!!

Schönen Tag noch, Nikola

Hallo Nikola,

Deinen Ausführungen kann ich leider nicht ganz folgen:
Auch eine Zweiphasen-Pille ist eine PILLE d.h. sie unterdrückt die Fruchtbarkeit und vermindert die Libido.
Alternativ käme nur eine Spirale in Frage, denn sie unterdrückt das Hormonsystem nicht, und die Libido bleibt erhalten :smile:

Naja, der Zyklus der Frau ist ein sehr komplexes Thema, er kommt durch ein Wechselspiel v.a. zweier Hormonsysteme zustande, den Östrogenen und Gestagenen. Bis zum Eisprung überwiegt der Östrogen- Einfuß und danach, zur Gelbkörperphase spielen die Gestagene eine wesentliche Rolle.

Die Nebenwirkungen der Pille wie Schwindel, Kopfschmerzen, Ödeme (Wassereinlagerungen), Brustspannungen, Depressionen, Gewichtszunahme und Libidoveränderungen sind allgemeine Nebenwirkungen v.a. der Östrogene, die in der Pille enthalten sind.

Die Einphasenpräparate kombinieren die beiden Hormone (Östrogene und Gestagene) in einer konstanten Menge. Das bedeutet, daß der physiologische Wechsel der „Haupthormone“ nicht nachvollzogen wird, weil die Zusammensetzung ja gleich bleibt. Ist der Hormongehalt insgesamt gering, so spricht man von einer Mikropille. Aber auch zum Ende des Zyklus habt frau einen hohen Östrogenspiegel, der zu den oben genannten Nebenwirkungen führen kann.

Die Zweiphasenpräparate enthalten Tabletten mit unterschiedlichen Hormonmengen. Das heißt, es wird ein Stück mehr auf den normalen weiblichen Zyklus eingegangen. Dadurch kann die Gesamthormonmenge reduziert werden.

Inzwischen gibt es sogar schon Dreiphasenpräparate, die dann noch mehr auf den physiologischen Hormonstatus eingehen können und somit zu einer weiteren Reduktion der Gesamthormonmenge führten. Soviel zu der Hormonenzusammensetzung in der Pille…

Jetzt wird vielleicht klar, warum ein Wechsel zu einer Mikropille oder zu einem Zweiphasenpräparat die Nebenwirkungen reduzieren kann. Natürlich ist damit nicht gesagt, daß keine Nebenwirkungen mehr auftreten, denn wie Du schon sagtest, nimmt die Frau weiterhin Hormone zu sich…

Aber eine Spirale ist nicht in jedem Fall eine Alternative. Frauen, die noch keine Kinder haben, aber noch nicht in die Altersklasse gehören, in der sie das auch generell für sich ausschließen können (und wollen), sollten keine Spiralen zur Verhütung benutzen. Durch die mechanische Einwirkung kann es zu Entzündungen im Bereich der Gebärmutter und der Eileiter kommen, so daß die Eileiter verkleben und eine normale Wanderung des Eis nicht mehr möglich ist. Dadurch können Eileiterschwangerschaften und Bauchhöhlenschwangerschaften resultieren, da das befruchtete Ei nicht mehr in der Gebärmutter ankommt. Also ist das eher eine Alternative, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist.

Ich hoffe, damit ist ein wenig Licht in das Dunkel des weiblichen Zyklus gekommen :wink:)

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