Die Ansichten gelten in Historikerkreisen als
wiederlegt.
Welche Ansichten.
Er wird nur regelmäßig von rabiaten Antikommunisten wieder
rausgekramt.
Bin ich zwar auch.
Faktum 1: Lt der Umfassenden Luftaufklärung war der Deutsche
Generalstab davon fest überzeugt, dass die Rote Armee nicht
offensiv aufgestellt war.
Noch nicht, aber sie tätigte Truppenbewegungen zur Vorneverteidigung, die in einem späteren Konfliktfall, sei es offensiv oder defensiv, den Deutschen Hindernisse verhiessen. Also bestand ein Grund, das zu unterbinden, selbst wenn nicht von einer Offensivstellung der gesamten SU gesprochen werden kann.
Faktum 2: Seit dem Winterkrieg (einer üblen Panne)
und dem
Grenzkriegen gegen die japaner (die zwar dank Marschall Reiter
und einem gewissen Shukov gewonnen wurden) waren ganz
erhebliche organisations und Ausrüstungsmängel offenbar
geworden, die Ausmerzung dieser Mängel war noch in vollem
Gange. Das betraf sowohl die Luftwaffe als auch die
Panzerverbände. Die meisten Panzer waren schlichtwegs obsolet.
Ist richtig, belegt aber weder den langfristigen Verzicht auf einen Angriff noch die angeblich unveränderte Stellung
Faktum 3: Shukov legte einen Plan vor, gegen die
aufmarschierenbde Heeresgruppe Mitte einen Präventivschlag
durchzuführen. Dies wurde abgelehnt!
Und konnte jederzeit ähnlich wieder aufgegleist werden.
Faktum 4: Die Rote Armee war im Frühsommer 1941 völlig
desorganisiert. Manche Einheiten an der Grenze hatten kaum
Munition…
Was der Grund war, schnell zu handeln.
usw usw usw…
Es ging ja nicht um einen schon formierten Grossangriff. Der Präventivschlag ist ja gerade in seinem Wesen so beschaffen, dass man einen Gegner möglichst noch dann treffen will, wenn er unvorbereitet ist. Die Frage ist aber nicht, ob die Russen vorbereitet waren, sondern ob sie längerfristig auch einen Krieg intendierten. Und ja, jetzt greift das Argument vom „Antikommunisten“. Aber dann starten wir bitte einen Thread über die Oktoberrevolution.
Näheres dazu bei Overy, Keegan uvm.
Ist wohl nicht anzuzweifeln.
Dies Autoren lassen sich auch über das damalige
Verteidigungskonzept der UdSSR näher aus (Kurzfassung:
Vorneverteidigung
die für einen Gegner in jedem Fall als Behinderung gelten muss. Also ist sie wenn möglich zu unterbinden. Die Frage ist lediglich, ob man wirklich „Gegner“ ist. Und die Vorneverteidigung breitete sich gegen Westen aus. Überdies konnte sie technisch in einigen Teilen auch rasch zu einem Angriff umgemünzt werden (Panzer, mech Vb, selbst Festungen waren zum Teil als Truppenstützpunkte für einen Angriff theoretisch brauchbar).
Er ließ die
Armee noch einmal grundlegend umstrukturieren, ausbauen und
umrüsten.
Das war zwingend, nach den Erfahrungen gegen FI und J.
Konnte ihm aber wenigstens in Teilen anders ausgelegt werden.
Im Frühjahr 1941 war Stalin unbestreitbar dabei,
entlang der deutsch-sowjetischen Grenze die größte
Invasionsarmee aller Zeiten aufzubauen, um im geeigneten
Moment seinen deutschen Verbündeten zu überfallen.
Das ist vorsichtig ausgedrückt, sehr wohl ziemlich umstritten.
Diesmal hast Du wohl Recht, man kann nicht sagen „unbestreitbar“. Langfristig war das geplant, kurzfristig aber nicht zwingend zu erkennen. Die Schwierigkeit lag in der Diplomatie. Hitler hielt Diplomatie nie für glaubwürdig, aus z. T. ernstzunehmenden Gründen, die SU und D misstrauten einander eben, dann war die Folgerung eigentlich plausibel, dann loszuschlagen, wenn man eben konnte.
Tatsächlich wird diese These nur durch Revisionistische oder
diesem Lager nahestehende Historiker vertreten.
Weil die „unbestreitbar“ grösste Invasionsarmee der Russen eben nicht realisiert werden konnte, da D zuvorkam. Ob das „legitim“ ist, ist am ehesten bei der Frage anzusiedeln, ob und wann ein Präventivangriff überhaupt legitim ist. Und dann sind wir wieder weg von der rein militärischen Strategie.
Diese „Erkenntnisse“ sind weder neu noch belegt, sie stützen
sich auf vage Planstudien (wie man sie überall in
Generalstabsplanungsabteilungen finden kann) und werden
regelmäßig zerrissen, weil die Belege so dünn sind, dass man
durchsehen kann.
oder weil man Angst vor solchen Szenarien hat. Ich meine, ein ruhiges Gewissen könnte auch ohne Antrag auf Parteimitgliedschaft durchaus urteilen, die deutsche Führung habe den Angriff auf die SU in der Tat als Präventivschlag gesehen, wenn auch nicht aufgrund einer zwingenden akuten Lage, wie das die Propaganda behauptete.
Wie wahrscheinlich ist es, dass Stalin gegen ein
hochgerüstetes und industriell überlegenes Deutschland
losgeschlagen hätte? Ein Deutschland, dessen Armee seine
Schlagkraft bereits bewiesen hatte?
Gleich Null. Eben deswegen war jetzt (1941) loszuschlagen und nicht erst nach ein paar Jahren. Womit wir wieder bei meinem schönen Antikommunismus-Gepolter sind. Aber dieses ist nicht so einfach wegzuwischen.
Gruß
Mike
Gruss
Dein Namensvetter.