Plusquamperfekt oder Imperfekt?

Guten Tag,
um in folgender Szene der wiederholten Anwendung des Plusquamperfekt auszuweichen, habe ich nach dem zweiten Satz zum Imperfekt gewechselt. Darf ‚man’ das oder sollte ich alles im Plusquamperfekt schreiben? (Es geht um eine Szene in einem Jugendbuch)
Um ein Echo bittet mit Dank der Frank. Und hier also die Szene:

Gestern hatte sie Bruno alles erzählt. Er hatte zugehört, ohne sie zu unterbrechen. Er hielt seinen Blick auf Karin gerichtet und trank ruhig sein Bier. Auf den Hotelbau angesprochen, sagte er: «Wenn dort tatsächlich etwas vergraben ist, ist es gut möglich, dass nicht gebaut werden darf. Immerhin ist die Baubewilligung noch nicht erteilt worden.» Und am Abend, als sie schon im Bett lag, telefonierte er ihrem Vater und sprach lange mit ihm.

telefonierte er ihrem Vater
also, das ist auf jeden fall falsch.
im übrigen finde ich den gesamten text sehr eigenartig (stilistisch wie ein schulaufsatz).
ich hoffe, du bist jetzt nicht gekränkt.
fragt sich nur, was unsere cracks wie fritz R. dazu meinen.
vielleicht sehe nur ich das so…

cu

strubbel

Der Text bekommt dadurch eine andere Bedeutung: Gestern ist das passiert… und „jetzt“ geschieht Folgendes. Die nachfolgende Erzählung findet dann zu einem anderen Zeitpunkt statt. Ich würde einfach den gesamten Text im Präteritum schreiben.
Die grammatikalischen Zeiten drücken hier auch andere reale Momente aus.
Grüße
chingolo

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
Nein nein - schon gut! Da brauchts ein bisschen mehr! Das mit
dem Schulaufsatz ist nicht ungewollt: Es geht um ein
zwölfjähriges Mädchen, das sich am Morgen durch den Kopf gehen
lässt, was am Vorabend geschehen ist, die Einfachheit ist
beabsichtigt. Ob es richtig und gut ist, ist wieder eine andere
Frage…
Gruss und Danke für den Hinweis!

Kleiner Kniff - Vorschlag…
Hallo Frank,

Gestern hatte sie Bruno alles erzählt. Er hatte zugehört, ohne
sie zu unterbrechen.

Dabei hielt er seinen Blick auf Karin gerichtet

und trank ruhig sein Bier. Auf den Hotelbau angesprochen,
sagte er: «Wenn dort tatsächlich etwas vergraben ist, ist es
gut möglich, dass nicht gebaut werden darf. Immerhin ist die
Baubewilligung noch nicht erteilt worden.» Und am Abend, als
sie schon im Bett lag, telefonierte er ihrem Vater und sprach
lange mit ihm.

Zwar auch nicht optimal, aber der Sinn wird dadurch durch den Tempuswechsel nicht komplett verändert.

Gruß
Uschi

Hallo Frank,

wäre die konsequente Beibehaltung des Plusquamperfekts wirklich so schrecklich?

Gestern hatte sie Bruno alles erzählt. Er hatte zugehört, ohne
sie zu unterbrechen. Er hatte seinen Blick auf Karin gerichtet
und ruhig sein Bier getrunken. Auf den Hotelbau angesprochen,
hatte er noch gesagt: «Wenn dort tatsächlich etwas vergraben ist, ist es gut möglich, dass nicht gebaut werden darf. Immerhin ist die Baubewilligung noch nicht erteilt worden.» Und am Abend, als sie schon im Bett gelegen hatte, hatte er ihrem Vater telefoniert und lange mit ihm gesprochen.

Ich könnte mit diesem Text leben. Man muss meiner Ansicht nach nicht immer die Korrektheit einer „stilistischen“ Erwägung wegen aufgeben.

Gruß Fritz R. the crack

Stilpäpste
Guten Abend du Crack,

Nein, schrecklich wäre es nicht! Was mich auf die Idee mit dem
Präteritum brachte, ist das eindeutige Verdikt von Stilpäpsten
wie Wolf Schneider oder Sol Stein, die derartiges Tun aufs
Höchste verdammen… Aber die Version von Uschi ist doch auch
nicht schlecht, oder? Einen schönen Abend wünscht
der Frank

Was Uschi
vorschlägt, kann nicht schlecht sein.
„Nicht schlecht“ ist in dem Fall ein Litotes!
Fritz

Wenn Uschi
so geschmeichelt wird, dann ist das Balsam für ihre Seele :wink:

(eine Metapher *g*)

Soso!?!
Schmeicheln nennst du das, wenn ich hier knallharte Fakten und nachprüfbare Beobachtungen nenne?

Fritz