Pompeji und Heraculaneum

Beide Städte gingen 79 durch den Vesuvausbruch unter. Doch beide
Städte unterscheiden sich dadfurch, dass die Bewohnerr von Heraculeum
noch rechtzeitig fliehen konnten, während Pompeij mit Mann und Maus
unterging. Wodurch wurden Heraklions Bewohner noch rechtzeitig
gewarnt?
Mit Gruß, Alexander

Beide Städte gingen 79 durch den Vesuvausbruch unter. Doch
beide
Städte unterscheiden sich dadfurch, dass die Bewohnerr von
Heraculeum
noch rechtzeitig fliehen konnten, während Pompeij mit Mann und
Maus
unterging. Wodurch wurden Heraklions Bewohner noch rechtzeitig
gewarnt?

Auch die Einwohner von Herculaneum sind dem Vulkanausbruch zum grossen Teil nicht lebend entkommen. Allerdings ist Herculaneum vom Bimsstein- und Lavaregen, der einen grossen Teil der Todesopfer in Pompeji verursacht hatte, verschont geblieben. Da die Einwohner beim Ausbruch des Vulkans zunächst die grösste Furcht vor Erdbeben hatten, sind sie zum Strand und in die dortigen leichten Boots- und Badehäuser bzw. auf Boote geflüchtet, so dass später, nachdem eine Schlammlawine die Stadt überrollte, dort niemand mehr, wie in Pompeji, verschüttet wurde.

Daher hat man lange angenommen, die Einwohner Herculaneums seien der Katastrophe entkommen. Tatsächlich aber deuten aktuellere Funde am damaligen Strand an, dass die Einwohner dort, wie auch die zunächst Überlebenden in Pompeji, nach dem Ende des Bimsstein- und Lavaregen von einem pyroklastischen Strom (heisse Gase und Stäube mit einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von 160m/s) überrascht wurden und binnen weniger Sekunden erstickt und ausgedörrt sind.

Tatsächlich entkommen sind also nur einige wenige, die sich mit ihren Booten aufs hohe Meer hinausbegeben haben.

HTH
Schorsch

Auch die Einwohner von Herculaneum sind dem Vulkanausbruch zum
grossen Teil nicht lebend entkommen. Allerdings ist
Herculaneum vom Bimsstein- und Lavaregen, der einen grossen
Teil der Todesopfer in Pompeji verursacht hatte, verschont
geblieben. Da die Einwohner beim Ausbruch des Vulkans zunächst
die grösste Furcht vor Erdbeben hatten, sind sie zum Strand
und in die dortigen leichten Boots- und Badehäuser bzw. auf
Boote geflüchtet, so dass später, nachdem eine Schlammlawine
die Stadt überrollte, dort niemand mehr, wie in Pompeji,
verschüttet wurde.

Daher hat man lange angenommen, die Einwohner Herculaneums
seien der Katastrophe entkommen. Tatsächlich aber deuten
aktuellere Funde am damaligen Strand an, dass die Einwohner
dort, wie auch die zunächst Überlebenden in Pompeji, nach dem
Ende des Bimsstein- und Lavaregen von einem pyroklastischen
Strom (heisse Gase und Stäube mit einer
Ausbreitungsgeschwindigkeit von 160m/s) überrascht wurden und
binnen weniger Sekunden erstickt und ausgedörrt sind.

Tatsächlich entkommen sind also nur einige wenige, die sich
mit ihren Booten aufs hohe Meer hinausbegeben haben.

Hi,
ich bin mir da zwar nicht ganz sicher, aber soweit ich das weiß, war die Flucht mit Schiffen nicht möglich (siehe auch Plinius der Ältere ;o) ), da das Erd- bzw Seebeben einen zu hohen Wellengang erzeugt hatte; deshalb waren in den Bootsschuppen ja auch noch Schiffe + Menschen.
schönen Gruß
galle

Hallo Galle!

ich bin mir da zwar nicht ganz sicher, aber soweit ich das
weiß, war die Flucht mit Schiffen nicht möglich (siehe auch
Plinius der Ältere ;o) ), da das Erd- bzw Seebeben einen zu
hohen Wellengang erzeugt hatte; deshalb waren in den
Bootsschuppen ja auch noch Schiffe + Menschen.

Was ja nicht ausschließt, daß sich andere Schiffer bereits auf dem Meer befanden, vernünftigerweise nicht zurückkehrten und also überlebten. (Vgl. auch die Berichte zum Weihnachtstsunami 2004.)

Aber in diesem Zusammenhang noch etwas anderes:

Auch wenn die Briefe des Plinius http://www.lateinforum.de/perse.htm mit Sicherheit ein einzigartigs Dokument sind, darf man sie imho nicht zum Maß aller Dinge machen, da sie natürlich nur die subjektiven Erfahrungen und den Erlebensausschnitt eines einzelnen Menschen innerhalb eines gigantischen Gesamtgeschehens darstellen können.

Dazu auch Robert Etienne: Pompeji - Das Leben in einer antiken Stadt:

_"Die Texte, die lange Zeit als grundlegend galten, reichen nicht aus, uns die Ereignisse von Pompeji zu erhellen.
Weder Plinius der Jüngere noch Plinius der Ältere sind in Pompeji gewesen; sie haben auch keine Informationen aus erster Hand über den Todeskampf der Stadt erhalten. Die Fahrt des älteren Plinius läßt sich leicht verfolgen: von Misenum aus ist er mit der Flotte der großen Schiffe in Richtung Herculaneum aufgebrochen; aber gegen 16 Uhr verhindern der schlammige Lavastrom und die verwüstete Küste jede Landung; um 18 Uhr gelangt er nach Stabiae, und am frühen Morgen des 25. August stirbt er den Erstickungstod am Strand von Stabiae. Plinius der Jüngere verbringt den ganzen Tag des 24. August in Misenum; am Morgen des 25. August verläßt er die Stadt und zieht mit der verängstigten Menge aufs Land hinaus. Am Abend desselben Tages kehrt er nach Misenum zurück. Weder Zeit noch Standort erlauben es, die Vorgänge des Vulkanausbruchs und die Auswirkungen auf Pompeji zu verfolgen. Zwar kündigen bereits vor dem 24. August Erdstöße, die in Kampanien so alltäglich sind, daß sie nicht besonders beachtet werden, den nahen Ausbruch an; aber die um 13 Uhr von Plinius dem Älteren beobachtete pinienförmige Wolke gehört zur dritten Phase des Ausbruchs, der zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Gange ist, nicht zu seinen Anfängen. Die pinienförmige Wolke und der periodisch wechselnde Auswurf von Asche und Schlacke, dies alles bezeichnet im Bericht des jüngeren Plinius den Augenblick, wo sich das hochexplosive Magma noch ziemlich tief unten im Kratersystem befindet, während das darüberliegende obere Magma bereits ausgestoßen ist. Außerdem erhält Plinius der Ältere gegen 14 Uhr das Briefchen von Rectina: der Bote hat bestimmt zwei bis drei Stunden für die Strecke von 38 km zwischen der Gegend von Herculaneum und Misenum gebraucht. Der Ausbruch dürfte also zwischen 10 und 11 Uhr begonnen haben. Weder die erste noch die zweite Phase hatten von Plinius dem Jüngeren beobachtet werden können. Als sich Plinius der Ältere gegen 16 Uhr der Küste am Fuß des Vesuv nähert, ist Pompeji bereits seit Stunden unter pisolithischer Asche begraben. Herculaneum, so berichtet der Text, wird von einem schlammigen Lavastrom, der durch Aschenschichten mehrfach unterteilt ist, verschlungen. Nach den Beobachtungen, die uns Plinius der Jüngere überliefert hat, erreicht der Ausbruch in den Morgenstunden des 25. August seinen Höhepunkt, als Erdstöße die Villa des Pomponianus in Stabiae zum Einsturz bringen und als Plinius der Ältere unter einem starken Aschen- und Lapilliregen erstickt. Der Aschenregen dauert den 25. und 26. August über an, erst am 27. zeigt sich wieder die Sonne.

Misenum wird, als der Wind seine Richtung geändert hat und die Aschenwolken über den Golf treibt, von weißer Asche überzogen, die charakteristisch ist für die tieferen Schichten des Magma, das gegen Ende der dritten Phase austritt. Diese Asche findet sich in Pompeji nicht, wohl aber im letzten Lavastrom, der Herculaneum erreicht hat.

So dramatisch die Erlebnisse von Onkel und Neffe auch erscheinen, so reich an Details sie uns auch überkommen sein mögen, sie sind doch durch Ort und Zeit so eng begrenzt, daß sie unsere Neugier kaum befriedigen."_

Gruß, Hartmann,
noch 132 Tage bis zum Golf von Napoli :smile:

http://www.pompeiisites.org/database/pompei/pompei2…
http://www.pompeji.de/
http://www.uniplan.it/ruins/
http://www.lateinforum.de/pompeji.htm
http://www.virtualpompei.it/
http://www.kzu.ch/fach/as/material/kg_pompeji/kg_ppe…
http://www.antikefan.de/Bilder/pompeji/pompeji.html
http://www.pompeji.info/
http://www.vulkane.net/vulkane/pompeji/pompeji.html

http://www.ov.ingv.it/
http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane…
http://www.vesuv.de/
http://www.portanapoli.com/Neapel/Vulkane/vesuv.html
http://www.vesuvioinrete.it/
http://www.parks.it/parco.nazionale.vesuvio/
http://www.dst.unina.it/vesuvio/vesuvio.html

http://www.vulkane.net/
http://www.volcanolive.com/
http://www.volcanoworld.org/
http://volcano.und.nodak.edu/vw.html
http://www.volcanoes.com/
http://vulkanismus.de/

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Was ja nicht ausschließt, daß sich andere Schiffer bereits auf
dem Meer befanden, vernünftigerweise nicht zurückkehrten und
also überlebten. (Vgl. auch die Berichte zum Weihnachtstsunami
2004.)

Dass hab ich auch nie bestritten ;o)
es ging, so weit ich das verstanden hab, um die Flucht auf Boote von Herculaneum aus, und dass war, nicht nur nach Plinius, sondern auch nach heutigem Wissensstand wegen besagtem hohen Wellengang nicht möglich. (was in so manchem „alten“ Film nicht berücksichtigt/gewusst wurde)
bei Plinius stimm ich dir vollkommen zu…
hab fast genau darüber vor 1 Woche die letzte Lateinschulaufgabe meines Lebens geschrieben
mit freundlich gruß
galle

Hi Galle!

es ging, so weit ich das verstanden hab, um die Flucht auf
Boote von Herculaneum aus, und dass war, nicht nur nach
Plinius, sondern auch nach heutigem Wissensstand wegen
besagtem hohen Wellengang nicht möglich.

Darin stimme ich Dir ja zu:

„Herculaneum wurde beim Vesuvausbruch unter bis zu 23 Meter hohen Schlammmassen begraben, nachdem ein Pyroklastischer Strom auf die Stadt niederging. War man früher davon ausgegangen, dass die Einwohner sich über das nahe gelegene Meer retten konnten, sind in den letzten Jahren im Hafenbereich der Stadt hunderte von Toten gefunden worden.“
http://lexikon.izynews.de/de/dir/default_fr.aspx?u=h…

Aber das hatte Schorsch - zumindest so wie ich ihn verstanden habe - auch gar nicht im Sinn, als er schrieb

Tatsächlich entkommen sind also nur einige wenige, die sich
mit ihren Booten aufs hohe Meer hinausbegeben haben.

Ersetze „haben“ durch „hatten“, nämlich vor Beginn der Katastrophe, und es wird unmißverständlicher.

http://www.geo.de/GEO/kultur_gesellschaft/geschichte…

Aber ich fürchte, wenn wir so weiter machen, geraten wir in den Bereich des Ausscheidens von Korinthen :wink:

Gruß, Hartmann.