Pro Wehrdienst in Deutschland!

Ich soll die Vorteile des Wehrdienstes in Deutschland aufschreiben, hier schon mal einige Pro Argumente:

  • Berufsarmee nicht günstiger als Bundeswehr
  • Wer Rechte hat, hat auch Pflichten
  • Die Bundeswehr ist eine Friedensarmee, sie muss bei Krieg, bzw. Konflikten zusammen mit der UN oder NATO eingreifen können
  • Bundeswehr trägt zur inneren Einheit Deutschlands bei
  • Man muss auch das eigene Land verteidigen können, falls es zu einem Krieg kommen sollte
  • Bevölkerung muss lernen, mit Waffen umzugehen
  • Hilfe bei Notsituation oder Katastrophen, z.B. Hochwasser

WÄRE WIRKLICH SUPERNETT, WENN MIR JEMAND NOCH EIN PAAR ARGUMENTE DAZUSCHREIBEN KÖNNTE!
Vielen Dank!!!

Ich nehme an, ihr sollt ne Debatte oder sowas führen?

Ich würde mich an Deiner Stelle -Du hast m.E. den undankbaren Part- weniger auf Zahlen und Statistiken konzentrieren.
Somit wäre

  • Berufsarmee nicht günstiger als Bundeswehr

nicht haltbar. Zum einen haben wir de facto sowieso eine Form der Berufsarmee („Zeitsoldaten“) und ausserdem kannst du dies nicht beweisen.

  • Wer Rechte hat, hat auch Pflichten

Das musst Du näher erläutern.

  • Die Bundeswehr ist eine Friedensarmee, sie muss bei
    Krieg, bzw. Konflikten zusammen mit der UN oder NATO
    eingreifen können

Und das kann eine Berufarmee nicht?

Im übrigen ist „Friedensarmee“ ein ziemliches Paradoxon, aber das ist ne andere Baustelle…

  • Bundeswehr trägt zur inneren Einheit Deutschlands bei

Auch das müsstest Du genauer erläutern.

  • Man muss auch das eigene Land verteidigen können, falls es
    zu einem Krieg kommen sollte

ok.
Andererseits kann man das Land auch mit einer Berufsarmee verteidigen. Reservisten sind schliesslich meist das letzte Aufgebot.

  • Bevölkerung muss lernen, mit Waffen umzugehen

Wofür muss sie das lernen?

  • Hilfe bei Notsituation oder Katastrophen, z.B. Hochwasser

Wofür gibt es denn Feuerwehr und technisches Hilfswerk? Statt Milliarden in eine Armee zu investieren könnte man diese Dienste ausbauen und besser präparieren.

Ich würde mich darauf beschränken, zu betonen, dass eine Wehrdienstabhängige Armee zu einer Verwurzleung der Armee im Volk führt. Eine reine Söldnertruppe kann im Zweifelsfalle gegen das eigene Volk eingesetzt werden; die Verfassungstreue einer Berufsarmee mag weniger stark sein.
Schickt man Söldner, die sich ihren Beruf sehr genau ausgesucht haben, in eine Schlacht muss man weniger Angst vor Verlusten haben, da Verwandte möglicherweise weniger Interesse am Schutz der Soldaten haben als bei Freiwilligen.
Eine solche Truppe könnte also wesentlich schneller udn skrupelloser zum „Krisenmanagement“ auf der ganzen Welt eingesetzt werden.

Hallo,

Ich nehme an, ihr sollt ne Debatte oder sowas führen?

Lass uns führen

  • Berufsarmee nicht günstiger als Bundeswehr

nicht haltbar. Zum einen haben wir de facto sowieso eine Form
der Berufsarmee („Zeitsoldaten“) und ausserdem kannst du dies
nicht beweisen.

Doch. zumindest teilweise.

Grundwehrdienstleistender:

Sold 453 DM
Anteil Entlassungsgeld 150 DM
bes. Zuwendungen 38 DM
Unterkunft 400 DM
Verpflegung 195 DM
freie Heilfürsorge 290 DM

Personalkosten per Monat: 1526 DM
bei ca. 112.000 GWDL: 170.912.000 DM per Monat

Freiwilligenarmee, Bezahlung nach Besoldungsgruppe A5

Grundgehalt 2935 DM
Unterkunft 400 DM
bes. Zuwendung 246 DM
freie Heilfürsorge 290 DM
VWL 13 DM

Personalkosten per Monat 3902 DM
bei ca. 56.000 Freiwilligen 218.512.000 DM per Monat

  • Wer Rechte hat, hat auch Pflichten

Das musst Du näher erläutern.

Du hast z. B. das Recht auf einen Kindergartenplatz, das Recht auf freie Schul- und Hochschulausbildung.

  • Die Bundeswehr ist eine Friedensarmee, sie muss bei
    Krieg, bzw. Konflikten zusammen mit der UN oder NATO
    eingreifen können

Und das kann eine Berufarmee nicht?

Stimmt, das ist sicher kein Argument für eine Wehrpflichtarmee.

Im übrigen ist „Friedensarmee“ ein ziemliches Paradoxon, aber
das ist ne andere Baustelle…

Naja, die eigentliche Aufgabe der BW war ja die Friedenssicherung in der BRD. Das das Ganze durch den Yugoslawien-Einsatz leicht ad absurdum geführt wurde, steht auf einem anderen Blatt. Und es gibt da noch den leider durch die Geschichte immer wieder bewiesenen Satz: „Jedes Land hat eine Armee - entweder eine eigene oder eine fremde“.

  • Bundeswehr trägt zur inneren Einheit Deutschlands bei

Auch das müsstest Du genauer erläutern.

Ob sie zur inneren Einheit beiträgt? Zumindest zwingt die BW dazu, mit Menschen aus jeder Ecke Deutschlands, aus jeder sozialen Schicht, aus jedem Bildungsniveau klarzukommen.

  • Man muss auch das eigene Land verteidigen können, falls es
    zu einem Krieg kommen sollte

ok.
Andererseits kann man das Land auch mit einer Berufsarmee
verteidigen. Reservisten sind schliesslich meist das letzte
Aufgebot.

Sollte es tatsächlich zu einem Verteidigungsfall kommen (was aber gottseidank fast nicht mehr vorstellbar ist), kann man ein Land wie Deutschland sicher nicht mit ein paar tausend Berufssoldaten verteidigen. In dem Fall dürften sich - egal, welche Form von Bundeswehr gerade besteht - rund 21 Mio. Männer im „wehrfähigen Alter“ recht kurzfristig auf eine militärische Kariere freuen…

Die Reservisten sind übrigens nicht das letzte, sondern so ziemlich das erste Aufgebot, gleich nach den gerade im Dienst stehenden.

  • Bevölkerung muss lernen, mit Waffen umzugehen

Wofür muss sie das lernen?

Muss sie nicht. Aber - man glaubt es kaum - ich fand´s amüsant.

  • Hilfe bei Notsituation oder Katastrophen, z.B. Hochwasser

Wofür gibt es denn Feuerwehr und technisches Hilfswerk? Statt
Milliarden in eine Armee zu investieren könnte man diese
Dienste ausbauen und besser präparieren.

Dann müsste man sowohl Feuerwehr als auch THW als reine Berufsorganisationen einrichten - oder eine Dienstpflicht in diesen Organisationen einführen. Die Frage ist, ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, z. B. das THW mit schwerstem Bergegerät, Transportflugzeugen, Hubschraubern etc. auszustatten? Der Vorteil der BW liegt meiner Meinung nach darin, dass sie eben über solches Gerät verfügen, damit umgehen können und im Zweifelsfall schnell mit einer grossen Menge Menschen präsent sein können.

Ich würde mich darauf beschränken, zu betonen, dass eine
Wehrdienstabhängige Armee zu einer Verwurzleung der Armee im
Volk führt. Eine reine Söldnertruppe kann im Zweifelsfalle
gegen das eigene Volk eingesetzt werden; die Verfassungstreue
einer Berufsarmee mag weniger stark sein.

Das dürfte das wichtigste Argument sein, warum man sich auch bei der Wiederbewaffung der BRD für eine Wehrpflichtarmee entschieden hat. Die Erfahrungen mit den Berufs-Soldaten der Kaiserzeit und des 3. Reiches dürften wohl genügt haben.

Schickt man Söldner, die sich ihren Beruf sehr genau
ausgesucht haben, in eine Schlacht muss man weniger Angst vor
Verlusten haben, da Verwandte möglicherweise weniger Interesse
am Schutz der Soldaten haben als bei Freiwilligen.
Eine solche Truppe könnte also wesentlich schneller udn
skrupelloser zum „Krisenmanagement“ auf der ganzen Welt
eingesetzt werden.

Darin liegt meiner Meinung nach auch eine besondere Gefahr. Mit einer Berufsarmee, die ihren Beruf schliesslich auch ausüben will, ist es halt wesentlich leichter, sich auf militärische Abenteuer einzulassen und manche Situationen erst eskalieren zu lassen.

Wenn man die Wehrpflicht abschafft, müsste als logische Konsequenz auch der Zivildienst abgeschafft werden - mit unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft und das Sozialsystem.

Die Wehrpflicht sichert einen guten Teil des Nachwuchses an Zeit- und Berufssoldaten, die sonst wahrscheinlich nie zum Militär gekommen wären.

Nicht ganz ernst gemeint:
Die Wehrpflicht bietet so ziemlich die letzte Gelegenheit, sich hemmungslos danebenzubenehmen, ausgiebig Räuber und Schandi zu spielen.

Wieder etwas ernster:
Die Wehrpflicht ermöglicht Erfahrungen, die man sonst nie oder nur mit grossem Geldaufwand gemacht hätte. Wann sonst kann man z. B. kostenlos Fallschirm springen, mit Hubschraubern durch die Gegend fliegen, den LKW-Führerschein machen, eine umfassende Sanitätsausbildung bekommen, Schiessen lernen usw.?
Und noch was: beim Bund sind viele das erste Mal weg von Daheim, lernen, mit anderen Menschen umzugehen, müssen das erste Mal wirklich Verantwortung für sich und andere übernehmen, mit ungewohnten Situationen fertigzuwerden, Menschen zu führen.

Man merkt vieleicht - ich war beim Bund. Allerdings damals mit einer völlig profanen Erklärung: Ich habe den Dienst gewählt, der mich am wenigsten Zeit gekostet hat. Während der Dienstzeit habe ich aber viele Ansichten revidiert und möchte im Nachhinein diese Zeit auf keinen Fall missen.

Gruss
Peter

Leider fällt es mir schwer Dir Argumente für eine Wehrpflicht zu liefern, da ich nur welche dagegen gut finde.
Aber wie immer im leben kann fast jedes Argument von beiden Seiten benutz werden und jeder hat für sich recht, nur den Anderen nicht überzeugt. Die Frage der Kosten, ist eine solche Frage spreche ich dafür, folge ich dem Gehaltsvergleich, spreche ich dagegen führe ich die Kosten für ständige Ausbildung Verpflegung Unterkunft usw. an und bemängeln anschließend die wesentlich schlechtere Ausbildung. So oder so ähnlich kann man das mit jedem Argument machen. Also ist jedes Argument ein Argument dafür und dagegen es liegt daran wie glaubhaft man zu überzeugen versucht.
bodo

Hi,

da hast Du sicher völlig recht. Und nachdem ich vorher nur Argumente dafür geliefert habe, jetzt noch der Grund, warum ich trotzt allem dafür bin, die Wehrpflicht zumindest zu überdenken:

  1. Durch die ständige Verkürzung der Grundwehrdienstzeit ist eine vernünftige Ausbildung der Soldaten nicht mehr gegeben.

  2. Der Grundsatz der Wehrgerechtigkeit wird durch die Verringerung der Mannstärke immer mehr verletzt; der Zeitpunkt der Einberufung wird teilweise dramatisch nach hinten verlegt, was massive Einschnitte im Berufsleben bedeutet.

  3. Der Grundsatz der Gleichbehandlung der Geschlechter wird massiv verletzt, da eine Dienstverpflichtung nur für Männer gilt. Die Berufschancen sind für einen Mann vor Ableistung des Wehrdienstes wesentlich schlechter als für eine Frau. Das Argument, die Frau würde schliesslich Kinder bekommen, halte ich für verfehlt - schliesslich ist sie nicht dazu verpflichtet.

Gruss
Peter

Hallo,

vielleicht die wichtigsten Vorteile fuer mich:

-Wenn jeder der Familie hat, auch jemanden bei der Armee hat, dann wird man es sich vielleicht eher ueberlegen, ob man diese Leute in den Krieg schicken will - als wenn man anonyme Soldaten schickt, die ja dafuer gut bezahlt werden!

-Es entsteht kein Staat im Staate, wie es bei einer reinen Berufsarmee oft der Fall ist. Bei einer freiwilligen Zeitarmee wechseln ja die Wehrpflichtigen staendig!

-Mehr Rueckhalt der Armee in der Bevoelkerung - weil (zumindest theoretisch) jeder hinmuss

-auch „reichere“ muessen mal von ihrem hohen Ross herunter - man lernt neue Ansichten kennen

Mfg. Frank

Lass uns führen

spitzen wir also die federn. *hüstel*

nicht haltbar. Zum einen haben wir de facto sowieso eine Form
der Berufsarmee („Zeitsoldaten“) und ausserdem kannst du dies
nicht beweisen.

Doch. zumindest teilweise.

Grundwehrdienstleistender:

Sold 453 DM
Anteil Entlassungsgeld 150 DM
bes. Zuwendungen 38 DM
Unterkunft 400 DM
Verpflegung 195 DM
freie Heilfürsorge 290 DM

Personalkosten per Monat: 1526 DM
bei ca. 112.000 GWDL: 170.912.000 DM per Monat

Freiwilligenarmee, Bezahlung nach Besoldungsgruppe A5

Grundgehalt 2935 DM
Unterkunft 400 DM
bes. Zuwendung 246 DM
freie Heilfürsorge 290 DM
VWL 13 DM

Personalkosten per Monat 3902 DM
bei ca. 56.000 Freiwilligen 218.512.000 DM per Monat

Du hast vergessen, dass unsere Armee aus 350.000 Angestellten bzw. Soldaten besteht. Nicht nur aus den Wehrdienstleistenden.

  • Wer Rechte hat, hat auch Pflichten

Das musst Du näher erläutern.

Du hast z. B. das Recht auf einen Kindergartenplatz, das Recht
auf freie Schul- und Hochschulausbildung.

Und das verpflichtet mich dazu, dafür zu bezahlen mit meinen Steuern Abgaben usw usf - eine Pflicht, mein Blut fürs Vaterland herzugeben sehe ich nicht.

Im übrigen ist „Friedensarmee“ ein ziemliches Paradoxon, aber
das ist ne andere Baustelle…

Naja, die eigentliche Aufgabe der BW war ja die
Friedenssicherung in der BRD. Das das Ganze durch den
Yugoslawien-Einsatz leicht ad absurdum geführt wurde, steht
auf einem anderen Blatt. Und es gibt da noch den leider durch
die Geschichte immer wieder bewiesenen Satz: „Jedes Land hat
eine Armee - entweder eine eigene oder eine fremde“.

ok. Wollt ich auch nur festgestellt wissen.

Auch das müsstest Du genauer erläutern.

Ob sie zur inneren Einheit beiträgt? Zumindest zwingt die BW
dazu, mit Menschen aus jeder Ecke Deutschlands, aus jeder
sozialen Schicht, aus jedem Bildungsniveau klarzukommen.

Das ist richtig, aber das lernt man im Ersatzdienst doch auch?
Und das wahrscheinlich noch ohne dass man Befehle erhält, gut miteinander auszukommen.

Sollte es tatsächlich zu einem Verteidigungsfall kommen (was
aber gottseidank fast nicht mehr vorstellbar ist), kann man
ein Land wie Deutschland sicher nicht mit ein paar tausend
Berufssoldaten verteidigen. In dem Fall dürften sich - egal,
welche Form von Bundeswehr gerade besteht - rund 21 Mio.
Männer im „wehrfähigen Alter“ recht kurzfristig auf eine
militärische Kariere freuen…

Ich hingegen glaube, dass 100.000 bestens ausgerüstete und hochausgebildete Leute auch mit 10 Millionen mit simplen Gewehren und Kanonen und shlecht ausgebildeten Leuten fertig werden.
Das es nicht auf die Masse der Soldaten ankommt sondern auf die Qualität der Armee haben z.b. die Israelis bewiesen. (Die Zahlen waren natürlich nicht ganz realitätsnah, ich gebs ja zu)

Die Reservisten sind übrigens nicht das letzte, sondern so
ziemlich das erste Aufgebot, gleich nach den gerade im Dienst
stehenden.

Und trotzdem sind das die, die auch als erste draufgehen. Oder bist Du -Du bist doch REservist?- noch fit für einen Krieg?

Wofür gibt es denn Feuerwehr und technisches Hilfswerk? Statt
Milliarden in eine Armee zu investieren könnte man diese
Dienste ausbauen und besser präparieren.

Dann müsste man sowohl Feuerwehr als auch THW als reine
Berufsorganisationen einrichten - oder eine Dienstpflicht in
diesen Organisationen einführen. Die Frage ist, ob es
wirtschaftlich sinnvoll ist, z. B. das THW mit schwerstem
Bergegerät, Transportflugzeugen, Hubschraubern etc.
auszustatten? Der Vorteil der BW liegt meiner Meinung nach
darin, dass sie eben über solches Gerät verfügen, damit
umgehen können und im Zweifelsfall schnell mit einer grossen
Menge Menschen präsent sein können.

Zugegeben. Aber auch dies könnte eine Berufsarmee leisten.

Das dürfte das wichtigste Argument sein, warum man sich auch
bei der Wiederbewaffung der BRD für eine Wehrpflichtarmee
entschieden hat. Die Erfahrungen mit den Berufs-Soldaten der
Kaiserzeit und des 3. Reiches dürften wohl genügt haben.

yep.

Darin liegt meiner Meinung nach auch eine besondere Gefahr.
Mit einer Berufsarmee, die ihren Beruf schliesslich auch
ausüben will, ist es halt wesentlich leichter, sich auf
militärische Abenteuer einzulassen und manche Situationen erst
eskalieren zu lassen.

yep.

Wenn man die Wehrpflicht abschafft, müsste als logische
Konsequenz auch der Zivildienst abgeschafft werden - mit
unabsehbaren Folgen für die Wirtschaft und das Sozialsystem.

Nö. Bei 4 Millionen Arbeitslosen käme mir da eine ganz andere Idee um den Ausfall von (wieviele sind es?) 500.000 (?) Zivis zu kompensieren…

Die Wehrpflicht sichert einen guten Teil des Nachwuchses an
Zeit- und Berufssoldaten, die sonst wahrscheinlich nie zum
Militär gekommen wären.

Ja, das mag stimmen.

Wieder etwas ernster:
Die Wehrpflicht ermöglicht Erfahrungen, die man sonst nie oder
nur mit grossem Geldaufwand gemacht hätte. Wann sonst kann man
z. B. kostenlos Fallschirm springen, mit Hubschraubern durch
die Gegend fliegen, den LKW-Führerschein machen, eine
umfassende Sanitätsausbildung bekommen, Schiessen lernen usw.?
Und noch was: beim Bund sind viele das erste Mal weg von
Daheim, lernen, mit anderen Menschen umzugehen, müssen das
erste Mal wirklich Verantwortung für sich und andere
übernehmen, mit ungewohnten Situationen fertigzuwerden,
Menschen zu führen.

Das mag auch richtig sein.

bis denn

wo ist der Unterschied zwischen einer berufarmee und einer Söldnerarmee? Stellen wir demnächst moderne Landsknechte ein?
grüße
Raimund

]Deletia]

Und das verpflichtet mich dazu, dafür zu bezahlen mit meinen
Steuern Abgaben usw usf - eine Pflicht, mein Blut fürs
Vaterland herzugeben sehe ich nicht.

[Deletia]
was ist denn ein staat? ein staat ist eine gemeinschaft von menschen, die diesem staat zugehoeren (durch staatsbuergerschaft), die in bestimmten grenzen leben. so, du bist also ein teil dieses staates, also, was ist falsch daran, diesen staat (auch mit blut) zu verteidigen? entbindet dich das noetige kleingeld von sonstigen verpflichtungen? ich denke nicht!
gruesse
Raoul

Pro Wehrdienst in Deutschland!
Die Bundeswehr als Arbeitgeber in allen Bereichen, sei es intern oder in der Öffentlichkeit!

Wohl der wichtigste Aspekt!

CIAo

Hi!

-Wenn jeder der Familie hat, auch jemanden bei der Armee hat,
dann wird man es sich vielleicht eher ueberlegen, ob man diese
Leute in den Krieg schicken will - als wenn man anonyme
Soldaten schickt, die ja dafuer gut bezahlt werden!

Das ist doch mal ein wirklich gutes Argument!
Die Frage ist nur, ob eine Berufsarmee gleich einer Söldnerarmee zu setzen ist.
Wie siehst Du das?

Ich jedenfalls denke (mal ganz polemisch), daß man hier bei der Familienpolitik ansetzen muß.
Kurz:
wenn es auf der Welt nur noch Kinder gibt, die gewünscht sind und geliebt werden, kann es eigentlich keinen Krieg mehr geben, denn niemand, der seine Kinder liebt, geht hin und erschießt den Vater anderer Kinder!

Gruß,

Mathias

Hallo Mathias,

-Wenn jeder der Familie hat, auch jemanden bei der Armee hat,
dann wird man es sich vielleicht eher ueberlegen, ob man diese
Leute in den Krieg schicken will - als wenn man anonyme
Soldaten schickt, die ja dafuer gut bezahlt werden!

Das ist doch mal ein wirklich gutes Argument!
Die Frage ist nur, ob eine Berufsarmee gleich einer
Söldnerarmee zu setzen ist.
Wie siehst Du das?

Danke, ich habe das genau so gemeint!

Ich jedenfalls denke (mal ganz polemisch), daß man hier bei
der Familienpolitik ansetzen muß.
Kurz:
wenn es auf der Welt nur noch Kinder gibt, die gewünscht sind
und geliebt werden, kann es eigentlich keinen Krieg mehr
geben, denn niemand, der seine Kinder liebt, geht hin und
erschießt den Vater anderer Kinder!

Ja, darauf laeuft das hinaus was ich meinte! Auszerdem: vergesst nicht, dass auch die Vaeter jemandes Kinder sind!

Mfg. Frank

Hi Frank!

-Wenn jeder der Familie hat, auch jemanden bei der Armee hat,
dann wird man es sich vielleicht eher ueberlegen, ob man diese
Leute in den Krieg schicken will - als wenn man anonyme
Soldaten schickt, die ja dafuer gut bezahlt werden!

Das ist doch mal ein wirklich gutes Argument!
Die Frage ist nur, ob eine Berufsarmee gleich einer
Söldnerarmee zu setzen ist.
Wie siehst Du das?

Danke, ich habe das genau so gemeint!

Ich sehe das etwas anders. Da die Bundeswehr ja auch ein sehr großer Arbeitgeber im zivilen Bereich ist und keine abgekoppelte Killertruppe, wird sie nicht gleich zur Legion étrangère, wenn man die Wehrpflicht abschafft.
Vielmehr könnte ich mir so einen Haufen Einsparungen auf der einen und die Abschaffung der Ungerechtigkeit gegen junge Männer auf der anderen Seite vorstellen.

Ich jedenfalls denke (mal ganz polemisch), daß man hier bei
der Familienpolitik ansetzen muß.
Kurz:
wenn es auf der Welt nur noch Kinder gibt, die gewünscht sind
und geliebt werden, kann es eigentlich keinen Krieg mehr
geben, denn niemand, der seine Kinder liebt, geht hin und
erschießt den Vater anderer Kinder!

Ja, darauf laeuft das hinaus was ich meinte! Auszerdem:
vergesst nicht, dass auch die Vaeter jemandes Kinder sind!

O.K., aber das ist nicht mehr griffig genug…

Nur weiß ich immer noch nicht, worauf Du wirklich hinaus willst. Geht es Dir evtl. eher um die generelle Abschaffung der deutschen Armee?

Gruß,
Mathias

Hallo Mathias,

mir geht es um eine Bebehaltung der Wehrpflicht - oder besser gesagt ich persoenlich bin fuer eine allgemeine Dienstpflicht von einem Jahr - entweder bei soz. Einrichtungen, oder eben bei der Armee - ohne Armee geht es m. E. einfach nicht. Wer was anderes denkt ist ein verblendeter Idealist!

Dienstpflicht fuer Mann und Frau - 1 Jahr - aber nach Wahl wo!

Mfg. Frank

]Deletia]

Und das verpflichtet mich dazu, dafür zu bezahlen mit meinen
Steuern Abgaben usw usf - eine Pflicht, mein Blut fürs
Vaterland herzugeben sehe ich nicht.

[Deletia]
was ist denn ein staat? ein staat ist eine gemeinschaft von
menschen, die diesem staat zugehoeren (durch
staatsbuergerschaft), die in bestimmten grenzen leben. so, du
bist also ein teil dieses staates, also, was ist falsch daran,
diesen staat (auch mit blut) zu verteidigen? entbindet dich
das noetige kleingeld von sonstigen verpflichtungen? ich denke
nicht!

hallo raoul

es geht nicht darum, ob jemand reich ist oder nicht.
ich kann deinen standpunkt ja nachvollziehen, aber ich finde kriege dermassen schwachsinnig dass ich nicht bereit bin, dafür vorbereitet zu werden, in den krieg zu ziehen.

Hi Tobias :smile:

Naja, ob deine Pro-Argumente wirklich so „pro“ sind? Ich interpretiere sie mal etwas anders:

-Berufsarmee nicht günstiger als Bundeswehr

Denk bitte an den volkswirtschaftlichen Schaden, der dadurch entsteht, dass junge Männer erst mit einem Jahr Verspätung ins Berufsleben einsteigen. Wenn man die arbeiten lässt, dann zahlen sie Steuern, von denen man die paar zusätzlichen Berufssoldaten (denn es gibt ja schon etliche) vermutlich locker bezahlen kann.

-Wer Rechte hat, hat auch Pflichten

Achja? Welche Pflichten haben junge Frauen, obwohl sie die gleichen Rechte haben wie junge Männer? => Bundeswehr ist ungerecht!

-Die Bundeswehr ist eine Friedensarmee, sie muss bei
Krieg, bzw. Konflikten zusammen mit der UN oder NATO
eingreifen können

Ja, und da ist es doch besser, wenn man gut ausgebildete Berufssoldaten dafür nimmt, anstatt 18/19-Jähriger, die nur ihr verlorenes Jahr ableisten und sowieso kaum einsetzbar sind!

-Bundeswehr trägt zur inneren Einheit Deutschlands bei

Findest du? Ich beobachte eigentlich nur, dass Polizei und Bundesgrenzschutz dies tun!

-Man muss auch das eigene Land verteidigen können, falls es
zu einem Krieg kommen sollte

Und du denkst, da ist ein Haufen Wehrpflichtiger, die gerade mal gelernt, wie man ein Hemd auf DIN A4 faltet, die geeignete Wahl? Oder meinst du, dass man bei Bedarf auf die „Reserve“ zurückgreifen kann, die seit Jahren kein Gewehr mehr gesehen hat?

-Bevölkerung muss lernen, mit Waffen umzugehen

Ja, so wie in den USA. Da schießen Schüler andere Schüler über den Haufen. Da kann jeder mit Waffen umgehen. Aber da gibt es trotzdem eine Berufsarmee!

-Hilfe bei Notsituation oder Katastrophen, z.B. Hochwasser

Der einzige sinnvolle Einsatzbereich der Bundeswehr!

Ich halte eine Wehrpflicht für absoluten Blödsinn! Ich musste selber 15 Monate meines Lebens für den Bund opfern, für nichts! Der einzige Grund, weshalb die Wehrpflicht m.E. noch nicht abgeschafft worden ist, ist der, dass es dann keine billigen Zivildienstleistenden mehr gibt!

cu Stefan.

Hallo Stefan,

die in der Überschrift genannten und auch von Dir kommentierten Argumente sind bestens geeignet, die Verfassungswidrigkeit der Bundeswehr zu belegen. Verfassungsmäßig ist die Bundeswehr ein Instrument der Landesverteidigung. Diese Verteidigungsbereitschaft ist auch die einzig schlüssige Rechtfertigung für die Wehrpflicht. Über Jahrzehnte war D die Nahtstelle der Machtblöcke. Das ist vorbei. Feind und Feindbilder sind abhanden gekommen. Es gibt niemanden mehr, gegen den sich D militärisch verteidigen müsste. Damit muß man, sofern man die Verfassung ernst nimmt, der Bundeswehr in ihrer heutigen Form die Existenzberechtigung absprechen.
Was es sonst noch so an Pro-Argumenten gibt, z. B. die Sache mit den dringend gebrauchten Zivildienstleistenden, ist an Plattheit unübertroffen und disqualifiziert deren Verfechter. Muß man eine Armee unterhalten, um den Altenpflegedienst leisten zu können?
Braucht man unbedingt U-Boote und Raketen zum Sandsackstapeln an der Oder?

Staatliche Macht muß sich an den Gedanken gewöhnen, daß der seit Jahrhunderten selbstverständlich erscheinende Eingriff in das Leben junger Menschen (auch noch mit diesem blödsinnigen Rechte-Pflichten-Argument) nicht mehr zeitgemäß (und nicht verfassungskonform) ist.

Angeführt wird auch oft, daß die jungen Männer vom Militär vorteilhaft geprägt werden. Was man auch immer darunter verstehen mag, wäre es immerhin eine Diskussionsgrundlage, ein paar Pflichtmonate im Katastrophenschutz (z.B. THW) einzuführen. Aber dann für alle jungen Männer und Frauen ohne Ausnahme.

Fehlen jetzt nur noch die auch schon gehörten Argumente, daß dem örtlichen Einzelhandel durch Auflösung von Bundeswehrstandorten Umsatzeinbußen drohen und daß die Rüstungsindustrie ihren Technologiestandard gefährdet sieht. Na ja, das tut schon beim Aufschreiben richtig weh.

Gruß
Wolfgang

hallo raoul

es geht nicht darum, ob jemand reich ist oder nicht.
ich kann deinen standpunkt ja nachvollziehen, aber ich finde
kriege dermassen schwachsinnig dass ich nicht bereit bin,
dafür vorbereitet zu werden, in den krieg zu ziehen.

es hat doch nichts mit schwachsinn oder nicht zu tun. ich finde zum beispiel die ökosteuer schwachsinnig und trotzdem zahl ich sie. es geht darum was man bereit ist fuer sein land zu tun und inwieweit man sich mit diesem land identifiziert.
gruesse
Raoul

es hat doch nichts mit schwachsinn oder nicht zu tun. ich
finde zum beispiel die ökosteuer schwachsinnig und trotzdem
zahl ich sie. es geht darum was man bereit ist fuer sein land
zu tun und inwieweit man sich mit diesem land identifiziert.

wenn ich für mein land sterbe hab ich doch auch nichts mehr davon.

ciao

aber deine familie, freunde, bekannte, unbekannte…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]