Problem bei Fehlerberechnungen

Guten Tag liebe Community!

Ich habe ein gröberes Verständnisproblem bei der Fehlerberechnung. Ich weiß, wie ich in der Theorie die Beispiele berechne und mir ist auch klar, dass ich meine gegebenen Werte passend umwandeln muss.
Allerdings komme ich auf kein gerades Ergebnis. Vielleicht liegt es an meiner Umwandlung der Werte oder vielleicht kann mir jemand helfen, meinen Fehler zu finden.

Zuerst möchte ich die Variablen und meine Interpretation dazu einfügen:

die transportierte Wärmemenge Q: (252.75 ± 0.87) J
die Zeitdauer t: 5 min ± 0.1 s
die Temperaturdifferenz δ (6.9±0.1) K

die Berührungsfläche A aus r2πh
r 1cm±10μm
h 39.3 cm ± 1 mm

Hier habe ich meine erste Frage: Ich habe mich im Internet bezüglich der Messgröße Joule schlau gemacht und habe herausgefunden, dass man Joule auch als Newton*Meter oder Watt*Sekunde anschreiben kann.
Ich habe anfangs den Fehler gemacht und habe Q nicht umgewandelt. Dadurch wurden meine Werte natürlich viel zu groß. Nun denke ich mir, wenn ich Joule als Watt * Sekunde anschreibe und den Wert dann auf Minuten angleiche, verfälsche ich mein Ergebnis nur noch mehr.
Von daher habe ich versucht Q mit Newton * Meter zu ersetzen und dann auf cm anzugleichen. Dadurch habe ich zwar deutlich kleinere Werte bekommen, die waren aber immer noch zu groß.

Nun meine Frage: gibt es ausser Q noch Variablen, deren Einheit ich angleichen muss?
(Unter angleichen verstehe ich , dass zwei Variablen, die eine ähnliche Einheit haben, danach die gleiche Einheit haben und dadurch auch die Werte verändert werden müssen. z.B. m und cm)

Nun soll der Wärmeübergangskoeffizient α zwischen einem flüssigen/gasförmigen Körper berechnet werden
Hierzu haben wir die Formel Q = αAt δ

Ich habe versucht, durch Division aller nicht benötigen Variablen auf das Ergebnis zu kommen und bin auf jene Gleichung gekommen:

α = Q / At δ

Als Ergebnis für α erhielt ich 0,00059, nachdem ich Q auf Zentimeter angeglichen hatte (Ich habe Q durch 100 dividiert)
Eine Frage hierzu: Habe ich richtig gedacht, als ich diesen Rechenschritt gemacht habe?

Anschließend sollte ich den absoluten und den relativen Messfehler berechnen.
Soweit ich mich erinnern kann, muss man, damit man auf den absoluten Fehler kommt, die Formel hernehmen, mit der man sich die gewünschte Variable ausgedrückt hat, um dann für jede Variable eine Ableitung durchzuführen und am Schluss noch mit dem angepassten Fehler Multiplizieren.

Da dies leicht verwirrend klingt, versuche ich die Formel hierzu aufzubauen:

Δα = Formel/Q * ΔQ + …

In Langschrift: Die Formel nach Q abgeleitet multipliziert mit dem Fehler von Q.
Dasselbe in dunkelgrün für alle anderen Variablen (einschließlich r und h, da ich mit A nicht einen Fehler darstellen kann)

Frage dazu: Stimmt es so, wie ich es mir denke? Wenn es nämlich so stimmt, dann habe ich einen Wurm in den Werten drinnen.

Weiters heißt es in der Aufgabe:
Vergleiche den Einfluss der Ungenauigkeiten der zugrunde liegenden Messgrößen und bewerte ihn schriftlich.

Heißt dies, dass ich beschreiben soll, welche Fehler die größte Auswirkung auf mein Endergebnis haben?

Ich hoffe, ich habe mein Problem gut geschildert. Sollten Unklarheiten auftreten, so bin ich gerne dazu bereit, mein Problem auf eine andere Art und Weise zu schildern

mfg
mrhenky

Guten Tag liebe Community!

Ich habe ein gröberes Verständnisproblem bei der
Fehlerberechnung. Ich weiß, wie ich in der Theorie die
Beispiele berechne und mir ist auch klar, dass ich meine
gegebenen Werte passend umwandeln muss.
Allerdings komme ich auf kein gerades Ergebnis. Vielleicht

Was ist ein „gerades Ergebnis“? Wäre es immer noch gerade, wenn wir bspw. Zoll statt cm als Längenmaß nähmen? :wink:

die transportierte Wärmemenge Q: (252.75 ± 0.87) J
die Zeitdauer t: 5 min ± 0.1 s
die Temperaturdifferenz δ (6.9±0.1) K

die Berührungsfläche A aus r2πh
r 1cm±10μm
h 39.3 cm ± 1 mm

Hier habe ich meine erste Frage: Ich habe mich im Internet (…)
anschreibe und den Wert dann auf Minuten angleiche, verfälsche
ich mein Ergebnis nur noch mehr.

Ein falsches Ergebnis bekommt man, wenn man nicht konsistent im gleichen Einheitensystem rechnet. Im Zweifel: immer alles auf gleiche Einheiten, auf SI-Einheiten bringen. Insbesondere wenn man nicht weiß, ob sich irgendwo irgendwas weghebt und die Formel unübersichtlicher werden (gerade bei Fehlerrechnungen), ist es eine gute Idee und spart summa summarum VIEL Zeit und Ärger. Es lohnt sich somit ALLE Werte in Grundeinheiten, sprich Meter, Kilogramm, Kelvin, Sekunden, Ampere, Mol und Candela anzugeben - bzw. daraus abgeleiteten Einheiten wie Newton, Joule, Watt,… Siehe dazu auch http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/general/si… )

NICHT zu den Grundeinheiten zählen eben bspw. cm, Minuten, usw., die sich durch einen (konstanten) Faktor in eine SI-Einheit umrechnen lassen.

Wenn man die Einheiten überblickt, weiß, dass sich bspw. zwei nicht-SI-Einheiten ober- und unterhalb eines Bruchstrichs wegheben, kann man die Umrechnerei auch lassen - aber sicher ist’s gerade in solchen wie von Dir geschilderten Fällen, ersteinmal alles auf SI zu bringen.

Hierzu haben wir die Formel Q = αAt δ

α = Q / At δ

Als Ergebnis für α erhielt ich 0,00059, nachdem ich Q

0,00059 Äpfel? Ohne Einheitenangabe - und genau da ist ja Dein Hauptproblem: konsistente Einheiten! - ist das Ergebnis wertlos. Der Formel nach müßten das W/m^2 /K sein - ob das Ergebnis allerdings größenordnungsmäßig sinnig ist, vermag ich nicht zu sagen.

auf Zentimeter angeglichen hatte (Ich habe Q durch 100
dividiert)
Eine Frage hierzu: Habe ich richtig gedacht, als ich diesen
Rechenschritt gemacht habe?

siehe oben: alles auf SI umrechnen. Dann wird’s schon stimmen.

Anschließend sollte ich den absoluten und den relativen
Messfehler berechnen.
Soweit ich mich erinnern kann, muss man, damit man auf den
absoluten Fehler kommt, die Formel hernehmen, mit der man sich
die gewünschte Variable ausgedrückt hat, um dann für jede
Variable eine Ableitung durchzuführen und am Schluss noch mit
dem angepassten Fehler Multiplizieren.

was ist der „angepaßte Fehler“? Du rechnest einfach mit den Größen in SI-Einheiten und gut ist.

Da dies leicht verwirrend klingt, versuche ich die Formel
hierzu aufzubauen:

Δα = Formel/Q * ΔQ + …

Δ&alpha = ∂f/∂Q * |ΔQ| + ∂f/∂δ * |Δδ| +… wobei f Deine genannte Formel ist. Bedenke, dass Du die Absolutbeträge der Fehler nimmst, weil die Fehler sich i.A. nicht gegenseitig wegheben.

Das hier genannte Verfahren nennt sich Maximalfehlerabschätzung. Es gibt noch andere Methoden, wikipedia kennt sie wenn man nach Fehlerabschätzung guckt :smile:.

In Langschrift: Die Formel nach Q abgeleitet multipliziert mit
dem Fehler von Q.
Dasselbe in dunkelgrün für alle anderen Variablen
(einschließlich r und h, da ich mit A nicht einen Fehler
darstellen kann)

Der Ansatz ist korrekt.

Vergleiche den Einfluss der Ungenauigkeiten der zugrunde
liegenden Messgrößen und bewerte ihn schriftlich.

Heißt dies, dass ich beschreiben soll, welche Fehler die
größte Auswirkung auf mein Endergebnis haben?

Ja! Schließlich machst Du ja vorhergehend (auch) eine relative Fehlerabschätzung. Dann schreibst Du einfach noch 'mal mit Worten, dass blub den größten Einfluß auf die Unsicherheit hat wohingegen man bluh vernachlässigen kann.

Gruß,
Ingo

Im Zweifel: immer alles
auf gleiche Einheiten, auf SI-Einheiten bringen. Insbesondere …
in Grundeinheiten, sprich Meter, Kilogramm, Kelvin, Sekunden,
Ampere, Mol und Candela anzugeben - bzw. daraus abgeleiteten
Einheiten wie Newton, Joule, Watt,…
Gruß,
Ingo

Vielen, vielen lieben Dank!
Ich wusste, dass ich ca. in die richtige Richtung gehe und nun weiß ich auch wieder die Einheiten, die ich verwenden muss.
Nochmals danke für die schnelle Hilfe!

mfg
mrhenky