Zunächst möchte ich Dir mal zu Deinem Baby und Deiner baldigen
Mutterrolle Glück wünschen und dass Du sie gut und gerne
ausfüllst.
Danke! Mal schauen, ob noch dieses Jahr oder nächstes 
Ob eine Frau nun ein Kind (und einen Zahl/vater) haben möchte
oder ein Kind trotz Verhütung entsteht, es wollte jedenfalls
in diese Welt gebracht werden, und in diesem Fall von Dir. Ich
will gerne glauben, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen, um
eben bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben machen zu können.
Ich sage es ganz ehrlich. Ich nehme eigentlich die Pille. ich weiß nicht genau, warum ich schwanger geworden bin. Vielleicht war ich nicht genau genug. Ich war bei einem Jobgespräch in Frankfurt, wir waren abends noch weg, haben uns die Kante gegeben und… naja… 
Wie war es für Dich, dass er für beide Entscheidungen, Kind
austragen oder abtreiben, offen war? Hättest Du Dir gewünscht,
er wäre nur offen für eine Entscheidung, nämlich dass Du das
Kind kriegen sollst, gewesen?
Ich war erleichtert darüber. Denn ich war mir am Anfang gar nicht sicher, wie ich handeln würde und es wär schlecht gewesen, wenn mich dann jemand zu irgendeiner Entscheidung gedrängt hätte - egal welche.
Das kann passieren, wenn man ein Kind mit einem Menschen
zeugt, den man nicht wirklich kennengelernt hat. Erschwert
wird das möglicherweise auch noch dadurch, wenn das andere
Elternteil aus einem anderen Kulturkreis kommt. Auch mit
jemanden 10 Jahre Kontakt zu haben, heißt noch lange nicht,
dass man sich kennt. Du sprichst anfänglich von einem sehr
guten Bekannten und später davon, dass es nicht mal so ein
Bekannter wäre. Das läßt mich mutmaßen, dass Du ihm manches an
Eigenschaften und Verhaltensweisen „übergestülpt“ hast, ohne
diese wirklich auch nach 10 Jahren mal auf Wahrheitsgehalt hin
zu überprüfen.
Naja, „übergestülpt“ vielleicht nicht unbedingt. Ich habe ihn halt nur so kennengelernt. So hat er sich halt all die Jahre über gegeben.
Das erlebe ich auch als Phänomen. Das ist sicherlich keine
statistische Erhebung, doch ich habe schon öfter von Frauen
gehört, dass deren Mann in der Zeit vor der Ehe „deutsch“ war,
und nach der Eheschließung mutierte er zum Türken, Tunesier,
Sudaner, Marokkaner… Sprich auf einmal wurden diese
patriarchischen Denk- und Verhaltensweisen an den Tag gelegt.
Das mag sicherlich nicht immer so sein, doch ich höre davon
öfter.
Ich finde es auch komisch. Denn wenn ich mich wirklich so durch und durch einem Land angehörig fühle, dann entscheide ich mich doch auch dann für die Staatsbürgerschaft und nicht für eine andere - nur weil es dann für mich einfacher ist?
Also Probleme schon an der Basis. Was spricht dagegen dass Du
ihm einen türkischen Zweitnamen gibst der auch Dir gefällt
oder ihm den Zweitnamen aussuchen läßt?
Eben nichts. Mein Vorschlag.
Ich denke nicht, dass
ein Name nur Muttersache ist. Und wenn er für das Kind auch da
sein soll, zahlen soll, denke ich, dass er auch einen Teil
mitbestimmen darf.
Das darf er auch. Auch bei dem deutschen Namen. Aber der interessiert ihn ja gar nicht, den will er noch nicht mal wissen…
Du schreibst der Sohn könne sich später
selbst mal entscheiden wie er gerufen werden wolle. Nun, wenn
er mit einem „deutschen“ Namen aufwächst, wird er wohl kaum
einen Bezug zu einem türkischen Namen entwicklen können.
Warum nicht? Wenn er mit seinem Vater die Türkei kennenlernt, türkisch lernt etc? Oder sein Vater ihn mit BEIDEN Namen ruft? Das ist doch alles kein Problem. Aber dass er sich weigert, den deutschen Namen zu nennen - nun, das ist für mich ein Problem. Ich habe kein Problem mit dem türkischen Namen, deshalb wird er auch einen bekommen. Aber der Rufname ist nunmal der Rufname. Und der muß auch vom Vater in den Mund genommen werden, punkt.
Es
soll ja auch Deutsche geben, die einen italienischen Namen
haben.
Was spricht dagegen, wenn er seinen Sohn mit dem
türkischen Namen ruft und Du mit dem „deutschen“ Namen? Du
findest es affig, wenn er den deutschen Namen nicht verwenden
mag, und ich finde es nicht minder affig, wenn nicht auch Du
mal den türkischen Namen rufen magst. Du hast mit diesem Mann
das Kind gezeugt, und er hat wohl auch einen türkischen Namen,
oder?
Ja, und? Ganz ehrlich, wenn ich in Spanien geboren worden wäre, spanische Staatsbürgerin wäre und dort mit einem Mann ein Kind hätte, dass ER aufzieht würde ich nicht und niemals auf einem deutschen Erstnamen bestehen. Warum denn? Ein zweiter, damit man weiß, dass er auch deutsche Wurzeln hat, okay. Aber ich würde mich nicht weigern, ihn bei seinem spanischen Namen zu nennen. Schließlich lebe ich dann in diesem Land - da sollte man sich doch dann nicht scheuen, auch die Namen des Landes in den Mund zu nehmen, oder?
Z.B. weil der Vater türkische Wurzeln hat? Ich persönlich käme
mit dieser patriarchischen Struktur gar nicht zurecht. Du bist
eine erwachsene Frau und weißt wie Kinder entstehen, auch
durch sogenannte „Unfälle“. Dann ist es halt auch an Dir vorab
mögliche Konsequenzen zu überlegen, bevor Du mit jemanden in
die Kiste steigst oder wo auch immer hin. Das hat nichts mit
Moral zu tun, sondern ich finde es scheiß egal, ob das Kind
Türke, Deutscher oder was weiß ich ist, das Kind soll
glücklich und zufrieden werden.
Ganz genau das finde ich auch. Und genau deshalb will ich nicht, dass alle zwei Wochen oder wann er denn mal eben Bock hat einer vorbei kommt, der ihn anders nennt als alle anderen. Beide Namen, okay - aber nur der andere - no way…
Und wenn Du mit einem Mann
türkischer Herkunft ein Kind zeugst, so möchte für mich
verständlicherweise auch der Vater ein Stück weit seine Kultur
weitergeben.
Habe ich mich auch nie gegen gewehrt. Der darf zu seinen Großeltern in die Türkei, der kann ihm türkisch beibringen, der kann ihm seine Kultur nahebringen, der kann alles machen. Wo sperre ich mich denn dagegen? es geht einzig und alleine darum, dass der Name eben angepaßt ist an eine deutsche Mutter und einen eigentlich deutschen Vater, die beide in Deutschland leben. Und die türkischen Wurzeln darf der Vater weitergeben, wie er will. Nur eine Religion wird der Kleine nicht annehmen. Das ist nun wirklich was, das er mal selbst entscheiden soll.
Ich weiß nicht aus welchen Gründen immer Ausländer auswandern.
Doch gleich weshalb sie es tun, tun müssen, die Wurzeln
bleiben doch auch oft im Herkunftsland. Du schreibst davon,
dass er mit dem Jungen mal Urlaub in der Türkei machen könne
oder dass er ihm auch die Sprache beibringen dürfe. Nun, für
die türkische Sprache oder für die Türkei als Urlaubsland kann
man sich auch als Deutscher interessieren.
Ja, und? Und er vielleicht besonders, weil er einen türkischen Vater hat. Ist doch okay? Sein eigener Vater kennt das Land auch nicht besser, der ist einmal im Jahr zum Urlaub da und das wars!
Du trägst das Kind im Bauch und wie kann der (Zahl-)Vater eine
Beziehung zu dem Kind aufbauen, wo er Dich doch scheinbar eh
nicht sooft in der Schwangerschaft gesehen hat. Ich kann
verstehen, wenn er keinen Bezug hat / bekommt, wenn Du ihm das
Gefühl gibst, es ist Dein deutsches Kind und seine türkischen
Wurzeln haben in dem Kind nichts verloren. Dem ist einfach
nicht so, auch wenn Du dem Jungen nie eine Chance geben
solltest, auch diesen Teil in sich zu entwickeln.
Ich habe ihm immer gesagt, dass ich da total offen bin. Es geht doch nur um den Namen! Ich gebe ihm alle Chancen, das zu entwickeln! Ich sperre mich da gegen nichts. Aber ich werde jetzt nicht den Vater, der noch keinen Finger krummgemacht hat, den Namen bestimmen lassen, ganz einfach!
Und wieso wolltest Du Dich nicht festlegen? Er soll sich doch
auch festlegen zu zahlen.
Nein, soll er nicht. Es wäre mir am liebsten, er würde gar nicht zahlen. Es geht mir nicht um die Kohle. Aber dann ist mir halt das Amt auf den Fersen - für das Gesetz kann ich nichts.
Das klingt natürlich sehr lieblos. Doch vielleicht ist der
Versuch dem Kind auch was Türkisches mit auf den Lebensweg zu
geben, seine Weise einen Bezug zu dem Kind herzustellen?
Kann er doch machen! Türkischer Zweitname und dann alles was er will!!! Reicht das immer noch nicht?
Wieoft hat er Dich denn während der Schwangerschaft gesehen,
Deinen Bauch gespürt, den Kleinen mal boxen gefühlt? Klar, ich
verstehe Dich da sehr gut, das schmerzt. Vielleicht ist er
hier unsensibler, vielleicht ist es eine Mentalitätsfrage,
doch ich glaube dass er da als Deutschtürke mit so einem
Verhalten nicht so wirklich allein ist. Auch andere Männer
reagieren da leider nicht besser.
Ja, sorry. Aber ich hab alle Probleme deswegen gehabt, ich hab gelitten, hatte keine Krankenversicherung, kein Geld und alles. Das ging ihm auf gut deutsch am Arsch vorbei. Und sobald es um IHN geht (wohlgemerkt um IHN, nicht um das Kind), soll ich einverstanden sein und einfach nicken? Nö…
Dass Du Dir das wünscht, verstehe ich. Hast Du ihn mal
gefragt, ob ihn das interessiert und gegebenenfalls wieso
nicht bzw. wie er denn sein Interesse äußert?
Aber ja. Hat er alles abgestritten. Er interessiere sich ja brennend. Nee, klar. Hab ich genau gar nix von gemerkt…
Du schreibst,
„verschnupft“ gewesen zu sein. Nun, vielleicht spürte er
Deinen Ärger, wußte ihn aber nicht zuzuordnen, weil Du nicht
wirklich offen mit ihm gesprochen hast, und er fühlte sich
nicht wirklich als Vater angesehen / erwünscht.
Oh, ich habe sehr, sehr offen mit ihm gesprochen. Und ihm ganz ruhig alles gesagt, was mich stört.
Das Kind hat
nun mal den Vater den es nun hat. Ob Du Dir dann einen
sozialen Vater und Partner für Dich dazu findest, steht auf
einem ganz anderen Blatt. Er bleibt der biologische Vater,
gleich ob er seine Rolle als sozialer Vater nun übernehmen
wird oder nicht.
Ja, ist ja auch okay. Deshalb dann ein türkischer Zweitname. Den ich ihm auch gebe, wenn er sich jetzt total raushalten will.
Das klingt so, als hättest Du erwartet oder Dir wenigstens mal
gewünscht, dass er die Unterhaltsfrage thematisiert. Auch das
kann ich verstehen, zumal es der Frau ein größeres
Sicherheitsgefühl gibt. Doch momentan sehe ich nur, dass da
ein Kind kommt und frage mich wie sehr hatte der werdende
Vater denn bislang die Möglichkeit überhaupt bekommen, einen
Bezug zu seinem Kind entwickeln zu können.
Alle Möglichkeiten. Meine Tür stand jederzeit offen. Für alle Fragen und Anmerkungen. Was kam waren nur und ausschließlich Forderungen.
Wie gesagt, Du hast
Dich auf einen Deutschtürken eingelassen und nun scheinst Du
seine türkischen Wurzeln abschneiden zu wollen. So würde ich
das jedenfalls erleben.
Wie denn? Bitte erkläre mir das? Ich verstehe es nicht!!! Wein ich ihm keinen türkischen Erstnamen gebe? Bitte sag es mir!
Du willst bestimmen, was an Türkentum
der Kleine mit auf seinem Lebensweg übernehmen darf und was
nicht, und der Vater soll zahlen.
Nein. Das unterstellst Du mir. Kohle ist mir scheißegal. Der Staat brennt darauf, dafür kann ich nichts. Und was er an Türkentum mitkommen - bin ich, wie gesagt, offen. Solang er ihn nicht heimlich zu einer Beschneidung nimmt oder sowas. Erklären und zeigen darf er ihm alles. Ich verstehe Dich jetzt gerade wirklich nicht.
Da würde ich mich beschissen
fühlen als Vater. Klar, es gibt reichlich Männer die eine Frau
schwängern und dann das Weite suchen, keine Verantwortung
übernehmen, und denken, dass das das Problem der Frau ist.
Doch es gibt auch Frauen die ein Kind wollen und sich dann
jemanden finden der das finanziert.
Wie gesagt, Geld ist mir egal. Außerdem ist bei ihm sowieso nichts zu holen.
Natürlich ist das Geld als
Alleinerziehende, wenn man keinen finanziellen Hintergrund
hat, zumeist nicht so üppig. Die Verhütung geht halt nicht nur
eine Seite an. Da sind sicherlich beide Seiten verantwortlich.
Und dann stellt sich halt die Frage, ohne dass eine Antwort
hier gewünscht wird, versagte das Verhütungsmittel oder
versagte die Verhütung bzw. war das Kind sogar als „Unfall“
gewünscht?
s.o. Da war gar nichts „gewünscht“. Bitte!!!
Tja, einmal ein sehr guter Bekannter, dann doch wieder
nicht…
Habe ich falsch ausgedrückt. Ich habe halt einfach von Freunden und Bekannten keine Adressen. Haben heutzutage halt nicht mehr viele und ich auch nicht.
Das klingt bitter und da kann ich Deine Enttäuschung drüber
bestens verstehen. Das macht nicht gerade viel Mut, ob er denn
wirklich mal zahlen will und als Vater da sein will oder ob er
nur davon redet. Das wird die Zukunft bald zeigen.
Sorry, aber ich kann mich auch jetzt nicht entscheiden, ob ich da jetzt Bock drauf habe oder nicht und mir das mit der Zeit überlegen! Entweder es kommt jetzt was oder nicht.
Erwarte nicht, sondern konfrontiere ihn. Klar, das schmerzt
sehr, wenn ein werdender Vater so ignorant, so gleichgültig
ist / scheint. Doch vielleicht ist es ihm gar nicht bewußt,
vielleicht denkt er anders… Zeige ihm was Du brauchst damit
es Dir gutgeht und Du eine gute Mutter sein kannst. Ob er dann
dem nachkommen will und kann, ist nochmal ein anderer Punkt.
Ich habe wahnsinnig offen geredet, die ganze Zeit. Immer!
Doch der Mann kann offenbar nicht riechen, was Du willst /
brauchst. Klar, es sollte selbstverständlich sein, dass er
sich nach Eurem Befinden erkundigt. Das ist es aber
offensichtlich nicht für ihn. Also, höre auf „verschnupft“ zu
sein, sondern sage was Du willst / brauchst. Und akzeptiere
auch, dass er nicht immer der Vater sein kann so wie Du ihn
idealerweise gerne hättest.
Davon ist er sowieso weit entfernt. Bisher war er es aber auch zu 0%. Denn nur böse Worte und Forderungen, kein Interesse am Zustand des Kindes. Nein, ich weiß nicht, warum Du das so vehement verteidigst.
Denn auch Du bist (in seinen
Augen) wohl nicht immer die ideale Mutter. Denn leider geht
dies zumeist zulasten des Kindes, wenn Mütter ihren Frust dann
über das Kind austragen, indem sie schlecht über den Vater
reden, oder auch nur ihre trauige Stimmung das Kind spürt bzw.
den Umgang mit dem Vater verbieten.
Bitte? Ich würde NIEMALS schlecht über ihn sprechen vor meinem Kind. NIEMALS! Und ich habe schon öfter betont, dass ich niemals den Umganz verbieten würde. Ich weiß nicht, warum Du mir so viele Dinge unterstellst, die überhaupt gar nicht der Wahrheit entsprechen! Wie kommst Du denn darauf? Habe ich das mit irgendeinem Wort gesagt? Und ich habe das auch ihm gegenüber immer wieder betont!
Das klingt doch gut. Ihr seid auf dem Weg zu einem Kompromiss
gewesen.
Yo.
Und Dir? Möglicherweise wären manche Frauen intuitiv Sex mit
einem Menschen der die Wurzeln in einer anderen Kultur hat aus
dem Weg gegangen. Du hast sicherlich hier Dir keine einfache
Situation geschaffen. Und wie sich das entwickeln wird, ist
offen. An anderer Stelle schreibst Du, dass Du sehr gut ohne
ihn auskämst und dass Du sehr gerne alleinerziehend bist,
während Du hier meinst, Du würdest mit ihm vieles besprechen
wollen und was er dürfe. Ich denke mal unabhängig von dem
Patriarchentum das manch ein Türke wohl an den Tag legt, würde
es kaum einem Vater gefallen, wenn nur die Vorstellungen der
Mutter umgesetzt werden. Da geht es noch nicht mal um
Religion, Beschneidung… Angenommen ein Elternteil mag dass
das Kind gesund ernährt und lehnt jedweden Junkfood ab. Was
wenn jedoch das Kind durch Schule und Freunde McDonald’s für
sich entdeckte und der Vater mit ihm dort auch gerne hingeht.
In einem gewissen Maß sind einfach unumgehbar.
Tut mir leid, aber alleinerziehende Frauen haben nun mal das letzte Entscheidungsrecht. Und das ist auch gut so. Sonst gibt es vielleicht nie Entscheidungen. Und das wird bei mir auch so sein. Da wird es keine Ausnahme geben. Ich müßte auch da gar nichts mit ihm besprechen. Aber ich tu es, weil es ihn auch etwas angeht, weil er der Vater ist. Aber nicht, wenn ihm das Wohl des Kindes scheißegal ist und es hier nur darum geht, was er gerne hätte.
Ein Kind braucht eine klare Linie und ein Hü und Hott würde es
wohl verrückt machen.
Ganz genau!
Doch bei mir kommt es eben so an als ob
Du allein bestimmen willst, was das Kind darf und was nicht.
Größtenteils schon. Denn jemand, der alle paar Wochen mal für ein paar Stunden vorbeikommt, soll das nciht entscheiden dürfen. Ganz einfach.
Wozu willst Du den Vater überhaupt? Nur zum Zahlen?
Nein. Und dazu sage ich jetzt auch nichts mehr.
Du
schreibst zwar, dass und was er darf, doch ich erlebe hier
wenig bis keine Kompromissbereitschaft.
Bitte? Ich gestehe ihm viel mehr Rechte ein, als ihm zustehen, aber Du bist wohl der Meinung, der Mann sollte bestimmen, egal ob er irgendwas beiträgt oder nicht? Während ich mich alleine ums Kind kümmere. Nee, klar!
Geantwortet habe ich
Dir, weil der Satz mit dem Zweitnamen, dass das ein
Zugeständnis Deinerseits gewesen wäre, mich etwas auf die
Palme gebracht hat. Wie gesagt, Du hast Dich auf einen
Deutschtürken eingelassen und nun willst Du die Wurzeln des
Vaters im Kind beschneiden?
Es ist ein Zugeständnis, weil er rechtlich gesehen da kein Recht hat. Punkt. Wo, bitte schön, will ich die Wurzeln beschneiden? DSeiner Meinung nach sollte er also einen türkischen Erstnamen bekommen, weil der Mann türkische Eltern hat, oder wie?
Ich habe Zweifel, wie das gutgehen
kann. Nimm’ doch mal für Dich an, Du wanderst nach Kenia aus.
Würdest Du Deinem Kind nicht auch einen „deutschen“ Namen
geben wollen?
Er ist aber nicht ausgewandert. Er ist hier geboren. Unterschied. Er spricht noch nicht mal richtig türkisch. Mein deutsch ist fließend.
Würdest Du das Kind neben Suaheli, Englisch
nicht auch Deutsch lehren? Ich denke, der werdende Vater will
eben auch, dass im Sohn die Wurzeln seiner Herkunft sichtbar
weiterleben dürfen. Vorstellen kann ich mir, dass das für ihn
ein Weg ist, einen Bezug / Kontakt zum Kind zu entwickeln,
dass es auch „sein“ Kind ist.
Sag mir bitte nochmal, wo Du das herhast, dass er kein türkisch lernen soll. Ich bin gespannt und warte auf ein Zitat.
Ich weiß nicht wie das Kind das aufnimmt, wird er mal z.B.
Felix und dann wieder Mohamed gerufen. Doch meines Erachtens
hängt das sehr stark davon ab wie die Eltern damit umgehen.
Und je starrer, rigoroser Du forderst wie der Junge werden
soll, was er darf und was nicht, je weniger kompromissbereit
Du bist, desto mehr wird auch der Vater darauf bestehen, dass
er so wird er er es möchte. Wenn Du keine Kompromisse eingehen
willst / kannst, wieso sollte er es dann? Und das hat nichts
damit zu tun, dass er Deutschtürke ist, was die Situation
vielleicht durch Stolz und patriarchalisches Denken noch etwas
zusätzlich erschweren kann.
Also nochmal: Der einzige „Kompromiss“, den ich nicht eingehe ist, dass der Junge keinen türkischen Erstnamen bekommt und bei seinem Rufnamen genannt wird. Wie das nun mal so üblich ist. Dass Du mir unterstellst, ich würde keinerlei Komromisse eingehen wollen, finde ich ein bißchen krass. Denn ICH mache ihm Vorschläge und ich komme jedes Mal auf ihn zu und will das klären. Ihm ist das egal und ich hänge hier mit den Problemen. So ist das.
Wieso später? Wieso gibst Du ihm nicht die Chance mit beiden
Namen aufzuwachsen und seine Entscheidung zu treffen? Wie
schon weiter oben erwähnt, wenn er gar keine Chance hat einen
Bezug zu seinem Zweitnamen zu entwickeln, wird er sich später
vermutlich kaum umentscheiden wollen. Rechnest Du damit? Oder
willst Du Deinem Sohn tatsächlich die Entscheidung offen
lassen?
Mit beiden Namen kann ich ihn nicht aufwachsen lassen, weil ich nicht jede zweite Person abzählen kann und der eine soll ihn dann so nennen und der andere so. Und ich werde ihn auch nicht immer mit zwei Namen ansprechen, das ist mir ehct zu nervig. Und ich habe mich informiert, wenn da hin und wieder einer kommt, der ihn vollkommen anders nennt ist das verwirrend für das Kind. Und wenn er später Bock hat, sich anders nennen zu lassen ist das für mich okay.
Das klingt gut, wobei ich denke, der Vater will eben auch was
haben, dass nach außen hin auch zeigt, dass der Junge
türkischen Ursprungs ist, damit auch die Wurzeln in ihm
sichtbar weiterleben, z.B. Name. Vielleicht bin ich hier etwas
überängstlich, doch je weniger Du mit dem Erzeuger überein
kommst, je mehr Eure Vorstellungen hinsichtlich Erziehung
auseinander driften, umso größer sähe ich auch die Gefahr,
dass er den Jungen möglicherweise mal Dir wegnimmt und in der
Türkei erzieht, erziehen läßt. Wie gesagt, vielleicht bin ich
da zu ängstlich, doch Ihr solltet schon einen einigermaßen
gemeinsamen Nenner finden oder es ganz bleiben lassen.
Nun gut, aber ich bin immer noch der Meinung, dass ich mehr mit der Erziehung zu tun habe, als der Vater, der hin und wieder mal alle paar Wochen für ein paar Stunden vorbei kommt! Wann es ihm paßt! Ich habe so viele mehr Pflichten, da muß ich auch zwangsläufig mehr Rechte haben. Schon weil ich den Kleinen einfach besser kennen werde. Er trifft dann irgendwelche Entscheidungen und kennt das Kind schlechter als der Nachbar? Nee, sorry…
Ausländerhass würde ich nun nicht gleich annehmen, zumal Du ja
mit ihm auch Sex hattest, und ich Dir mal unterstelle nicht
masochistisch zu sein. Doch er mag es so erleben, dass aus
seiner Sicht, der Junge deutsch werden soll. Der Junge soll
zwar türkisch lernen dürfen und dort Urlaub machen dürfen,
doch das kann er auch als Deutscher. Ich würde es wenigstens
so empfinden, als Du die Wurzeln des Herkunftslandes des
Vaters abschneiden wolltest. Und da verstehe ich, wenn er dies
für Ausländerhass hält, auch wenn dem nicht so ist / sein muß.
Nochmal: Wo habe ich irgendwie angedeutet, dass ich die Wurzeln abschneiden will? Er weiß doch selbst kaum was über „sein“ Land. Fährt da mal zum Urlaub an den Strand. Na toll! Ist Schweinefleisch, säuft, kifft. Was soll er dem Kleinen denn erklären und zeigen?
Verstehe ich und vor allem so kurz vor der Geburt. Wie schon
erwähnt, ich antwortete Dir, weil Du den Zweitnamen als
Zugeständnis bezeichnet hast. Wenn Mann und Frau Eltern
werden, so ist zwar Erziehung zumeist Frauensache, doch auch
Väter wollen teils sich einbringen und sehen dass sie im Kind
weiterleben.
Tut mir leid. Aber warum soll er sich alle Vorteile rausziehen? Was er zahlen müßte wäre fast nichts. Ich habe inzwischen riesige Schulden, nur für das Kind. Ich arbeite nicht mehr. Er will das alles so bleibt wie es ist und sich nur das angenehme raussuchen. Und das geht nicht.
Natürlich geschieht das nicht - noch lange nicht
- durch einen z.B. türkischen Namen allein. Doch er sieht das
möglicherweise so und will eben, seine Wurzeln nicht
verleugnen und im Kind auch weiter sehen.
Wie gesagt - kein Problem für mich.
Was darf er denn dem Jungen mit auf dem Weg geben, dass die
Umwelt auch sieht, dass hier türkische Wurzeln sind?
Fast alles was er will. Außer dass er ihn zu einer Religion zwingt o.ä. Aber er darf ihm alles erklären wo er herkommt und ihm türkisch beibringen etc. Kann auch mit ihm auf ne türlkische Party gehen, was weiß ich nicht alles. Aber was ist das großartig weniger als das, was er von mir mit auf den Weg bekommt???
2.: Ich gebe ihn nicht als Vater an, er bleibt vollkommen raus
und hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.
Das ist sicherlich keine leichte Entscheidung, vor allem wenn
es ums Finanzielle geht. Ich bin zwar der Ansicht, dass auch
ein Vater, gleich ob ein Kind untergeschoben wurde, ein
„Unfall“ ist oder auch gewünscht entsteht, auch eine
Mitverantwortung hat und allerdings auch ein Mitspracherecht.
Klar, beide sollten schon weitgehend in den wichtigen
Erziehungsfragen überein stimmen. Ist dem nicht so, wäre es
möglicherweise in der Tat besser, den Vater ganz raus zu
halten. Ihn nur zahlen zu lassen, jedoch nichts entscheiden zu
lassen, finde ich nicht in Ordnung.
Ist aber gestzlich so geregelt. Und gut so. Ganz erhlich: Möchtest Du, dass jemand über Dein Kind entscheidet, der es nicht kennt? Und sag mir doch mal bitte, wie das praktisch gehen soll. Ich rufe ihn immer an in Frankfurt und frage was er will. Und wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, was dann? Dann entscheidet er, oder wie? Oder einfach immer das Gericht? Oder vielleicht doch lieber die Person, die das ind erzieht? Man muß doch überlegen, was besser für das Kind ist. Und das ist ganz offensichtlich und bewiesen, wenn der entscheidet, der das Kind erzieht! Und dafür dass er zahlt darf er sein Kind sehen. So ist das nun mal. Und es ist auch wahrlich nicht so, dass er die Hälfte beitragen muß, sondern nur einen minimalen Teil. Ich werde doch auch nciht gefragt, ob ich zahlen will! Er aber schon oder wie???
Es klingt durchaus etwas so an als wäre er nicht sonderlich
entscheidungsfreudig und klingt etwas angepaßt, ob Kind ja
oder nein ist genauso Deine Entscheidung wie ob Vaterrolle
oder nicht Vaterrolle. Du sollst machen was er will? Freud
läßt grüßen. Deine Worte empfinde ich allerdings auch so als
würdest Du das Kind nach Deinen Vorstellungen erziehen wollen
ohne wirklich auf die Vorstellungen des Vaters einzugehen, nur
wenn es Dir gerade in den Kram paßt.
Woher - nochmal - hast Du das?
Dh. ich lese hier kaum
bis keine Kompromissbereitschaft heraus. Und da soll der Vater
für dann zahlen? Hätte ich auch keinen Bock drauf.
Jetzt reichtb es mir langsam. Du stellst mich hier dar, als würde ich Geld aus dem Vater rauspressen wollen. Er hat nichts und mir geht es am Arsch vorbei. Ich finde es unfair, wie Du mich hinstellst. Und meine ompromißbereitschaft ist wohl größer als bei 90% aller Frauen. Aber anscheinend bist Du wirklich der Meinung, dass die Frau die Arbeit macht und der Mann die Entscheidungen trifft, was?
Nun, kommt drauf an, was Du bislang gesagt hast. Wenn Du
bereits den Vater erwähnt hast, wird das Arbeitsamt vermutlich
drauf bestehen - stelle ich mir wenigstens so vor, die wollen
natürlich auch Geld sparen - dass Du den Vater benennst. Wenn
Du noch nichts gesagt haben solltest, kannst Du natürlich
„Vater unbekannt“ angeben. Sicherlich mag es dennoch nicht
einfach sein, denn gleich wie Du Dich heute entscheidest, es
kann in der Zukunft anders aussehen. Vielleicht zahlt der
Vater doch nicht oder er will später doch Kontakt mit seinem
Sohn… Selbst wenn Du heute von was überzeugt bist, wie es
laufen soll oder nicht, vielleicht ändert sich auch bei Dir
was. Nicht nur der Vater ist hier eine unsichere Größe.
Und es belastet mich und das ärgert mich.
Es kann doch auch nicht sein, dass er wegen eines Problems,
dass er mit mir hat, sich nicht um den Kleinen kümmern will???
Das Problem hat nicht nur er mit Dir sondern auch Du mit ihm.
Du schreibst zwar, von kümmern, doch bei mir klingt es so an
als würdest Du bestimmen wollen, in welchem Sinn und Maße er
sich kümmern darf.
Schon mal geschrieben - nein! Er darf ihn so oft sehen wie er will. Bitte lies meine Postings richtig.
Ich verstünde es dann schon, wenn unter
solchen Umständen ein Vater auf seine Rolle verzichten mag,
auch wenn ich es nicht gut finde. Denn selbst wenn ein Kind
ein „Unfall“ ist oder der Mann meint Verhütung sei
Frauensache, er trägt einfach auch eine Mitverantwortung an
dem was aus dem Sex resultiert(e).
Das sollte mir mal in den Sinn kommen 
Aber ich kann doch auch nicht deshalb sagen „Klar, okay“ und
dann bestimmt er wahrscheinlich auch noch, in welchen
Kindergarten er geht und welche Windeln er bekommt oder was?
Wie schon geschrieben, Du hast Dir hier eine sehr schwierige
Situation ausgesucht. Nicht bewußt, klar. Dennoch. Nun, je
extremer Du auf Deine Vorstellungen beharrst umso mehr wird er
auch auf den seinen beharren, Deutschtürke oder nicht. Das ist
was Menschliches. Bei mir kommt es so an als würdest Du gleich
von einem Extrem ins andere verfallen, so als hättest Du
Angst, wenn Du anfängst Zugeständnisse / Kompromisse zu
machen, dann nur noch das gemacht wird, was ER will?
Ich sag jetzt dazu nicht mehr. Ich hab schon so viele Kompromisse gemacht. Du siehst das irgendwie noch krasser als er selbst.
Weiter
oben war ja diese Freud’sche Fehlleistung, Du solltest machen
was er wolle. Ist das Deine Angst, dass wenn Du anfängst
Zugeständnisse zu machen, es dann nur noch nach dem Willen des
Vaters geht? So als gäbe es nur die eine oder andere Seite? Um
Zugeständnisse machen zu können, Kompromisse zu schließen,
gehört nun mal auch Konfrontation und miteinander reden. Und
das habt Ihr offenbar in den letzten 10 Jahren nicht so
tiefgehend gemacht. Vielleicht wäre dies nun eine Gelegenheit
damit anzufangen oder Ihr wollt / könnt’ es gar nicht. Doch
dann ihn als Zahlvater zu „mißbrauchen“ (so empfinde ich das)
Jaja - klar! Deine Vorurteile und was Du mir unterstellst finde ich echt total krass.
ist für mich nicht okay. Es wird sicherlich nicht einfach
werden und natürlich werden die grundlegenden Entscheidungen
von dem Elternteil getroffen werden bei dem das Kind lebt, und
das bist Du in dem Fall. Dennoch sollten meines Erachtens auch
gemeinsame Entscheidungen ausdisktuert werden, wenn das
beileibe wohl auch nicht immer einfach werden dürfte. Um bei
Deinen Beispielen von wegen Kindergarten und Windeln zu
bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei den
Windeln mitreden wollen würde. Und wenn er was zum
Kindergarten sagt, z.B. dass es ein türkischer oder gemischter
Kindergarten sein soll und Du aber einen deutschen
Kindergarten haben möchtest, so kann ich durchaus verstehen,
würde man sich auf einen Kindergarten mit Kindern aus
unterschiedlichen Herkunftsländern einigen. Denn er möchte ja
auch, dass das Kind von kleinauf an etwas von seinen Wurzeln,
wenn diese sich auch von Generation zu Generation immer mehr
verlieren mögen, erfährt und weiß.
Dazu kennen wir zu wenig die Situation. Was möchtest Du denn
um das er sich kümmert? Hast Du es ihm gesagt? Hast Du mit ihm
Vereinbarungen getroffen? Z.B. sprachst Du an, er wolle sich
um einen Kinderwagen kümmern. Hast Du mal nachgefragt?
Ja!
Vielleicht macht er es nicht, weil er ein unsensibler
Deutschtürke ist. Vielleicht mach er es aber auch nicht, weil
ihm auch die Situation stinkt, weil er gar nicht weiß, ob und
was er Dir recht machen kann. Am Ende passt Dir der
Kinderwagen nicht, weil er zu türkisch aussieht?
Sag mal, geht’s noch??? Du unterstellst mir fast noch mehr Ausländerhaß als er selbst.
Vielleicht
sehe ich das völlig falsch, doch ich erlebe es so als würdest
Du bestimmen wollen was passiert. Und wenn dann der Vater sich
Deinen Entscheidungen frustriert anpasst oder ihm alles gleich
wird / ist, passt Dir auch wieder nicht, dass er „keine Eier“
hat, als ein Schlappschwanz keine Entscheidungen trifft und
Initiative ergreift. Das ist zwar sicherlich nun sehr
überspitzt von mir, doch im Grunde soll er wohl eine
Marionette sein, die nach Deiner Pfeife tanzt. Oder?
Klar. Deshalb gebe ich ihm auch Alternativen und mache ihm Vorschläge.
Ich versuche das ganze so
weit wie möglich von mir weg zu halten und mich nicht
aufzuregen, aber das klappt halt auch nicht so ganz. Ich habe
jetzt immer wieder einen Versuch gestartet. Ich habe auch das
Gefühl, dass er sich überhaupt nicht gemeldet hätte, wenn ich
seine Nummer nicht aufgetrieben hätte.
Das mag bitter sein. Doch immerhin kommt er zu Dir wenn Du es
willst, immerhin ist er nicht untergetaucht. Das hätte er
schließlich auch machen können.
Verleih ihm doch einen Orden, dass er es nicht gemacht hat!
Wenn Du magst, gib ihm als
Vater eine Chance,
Hat er seit der Schwangerschaft bekommen.
doch lasse ihn auch die Möglichkeit etwas
von seinen Vorstellungen, von seiner Kultur dem Jungen mit auf
dem Weg zu geben. Nimm’ ihn als den Vater der er ist und lasse
ihn und den Jungen nicht Deine Unzufriedenheit spüren über den
Vater der er nach Deinen Idealvorstellungen nicht ist. Er muß
dem Jungen ein Vater sein, nicht Dir.
Ganz genau. Bisher war er es genau gar nicht.
Und was für Dich als
Vaterqualitäten nicht zählen mag, kann für den Jungen durchaus
zählen.
Was denn? Sich nicht kümmern?
Im Grunde ist es doch gar nicht primär wichtig, ob der
Junge nun Türke oder Deutscher ist,
ganz genau!
wobei natürlich jedes
Elternteil seine Vorstellungen an Erziehung dem Kind
„angedeihen“ lassen möchte. Primär zählt doch nur, dass das
Kind glücklich und zufrieden wird, in seinen Möglichkeiten und
Talenten gefördert wird und bestmöglich auf sein Leben
vorbereitet wird. Und das liegt eben nicht nur an Euren beiden
(unterschiedlichen) Vorstellungen, sondern eben auch wie Ihr
mit diesen Unterschieden umgeht, umgehen lernt.
Ach ja - seine Eltern wohnen in der Türkei. Ihnen hat er in
den über 6 Monaten, in denen er Bescheid weiß noch nichts
gesagt. Seine Tante ist krank. Ach so. Da denke ich auch
langsam, dass er vielleicht mit einem unehelichen untürkischen
Kind gar nicht ankommen darf? Aber das nur am Rande…
Wie schon erwähnt, manch eine Frau wäre intuitiv um solch eine
Situation zu vermeinden, schon deshalb allein Sex mit einem
Menschen der seine Wurzeln in einer anderen Kultur hat, aus
dem Weg gegangen. Ich lese hier was Du willst, was Dich grämt.
Wie sehr erkennst Du an was er möchte? Stell’ Dir vor Du
würdest das Kind bekommen und mit ihm in die Türkei gehen,
würdest den Jungen zum Moslem erziehen usw. usf. Klar, das
wird nicht der Fall sein. Doch dächtest Du nicht auch, dass
Deine Eltern das auch nicht okay fänden, würde der Junge
seiner deutschen Wurzeln beraubt werden?
Wie gesagt, er ist hier geboren und spricht noch nicht mal richtig türkisch. Vergleiche bitte nicht Äpfel mit Birnen!
Klar, Du kannst nun
eine Rechnung aufmachen, der Vater ist Deutschtürke, also mehr
Deutsch als Türke. Das mag ja alles richtig sein. Und ich
finde ja auch, dass er auch zu Kompromissen bereit war, siehe
Zweitnamen. Doch - und darum drehen sich nahezu alle meine
Worte - ich erlebe es so, als würdest Du die türkischen
Wurzeln einfach abschneiden wollen. Und dagegen wehrt er sich
verständlicherweise. Denn nicht nur dass er sich wohl wünscht,
dass sie in seinen Nachkommen ein Stück weiterleben mögen, ich
würde es auch so empfinden als wäre ich nicht okay bzw. meine
Wurzeln wären nicht gut, wenn sie nicht oder nur sehr selektiv
an das Kind weitergegeben werden dürfen. Also, was darf er dem
Sohn mit auf dem Lebensweg geben, das ihn als Deutschen mit
türkischen Wurzeln erkennen läßt?
Schon tausendmal beschrieben.
Da sprichst Du von seinem Selbstmitleid und seiner Wut. Wer
von Euch beiden ist der Patriarch? Bzw. wie schon erwähnt,
vielleicht hast Du Angst, dass wenn Du im bildlichen Sinne, Du
ihm den kleinen Finger gibst, er die ganze Hand wolle, so als
wenn Du anfängst ihn mit entscheiden zu lassen, nur noch
gemacht werden würde was er will. Ob das Kind nun ein Türke
oder ein Deutscher wird (ums mal platt auszudrücken) ist nicht
relevant. Dass er mal sein Leben gerne und zufrieden lebt, das
steht im Vordergrund. Doch dazu gehört eben auch, dass die
Eltern sich arrangieren (lernen). Wenn das nicht möglich ist,
dann eben tatsächlich alleinerziehend, doch dann würde ich
auch auf Unterhalt verzichten mögen. Keine Rechte, keine
Pflichten.
Habt Ihr einen Rat für mich, was ich tun soll? Ich hab sowieso
schon soviel Streß und muß mich alleine um alles kümmern. Und
bei den Ämtern muß ich ja auch irgendwas angeben…Ich wunder
mich auch so sehr über ihn, bisher war er eigentlich total
„untürkisch“ und jetzt kommt er plötzlich damit an…
Wie schon eingangs erwähnt, manche Männer mutieren dann zum
Patriarchen / Macho. Doch vielleicht liegt es auch daran, dass
Du just vor diesem Zustand Angst hast, und deshalb ihm gar
nicht wirlich entscheiden lassen willst. Du willst einerseits
dass er sich kümmert, dass er Verantwortung übernimmt, aber
nur so Du es willst bzw. wie Du es erlaubst. Das ist kein Mann
sondern ein Hampelmann. Hast Du ihn schon mal gefragt, was er
machen möchte? Wie geagt, vielleicht hat er Angst, er macht
Dir ja doch nichts recht und macht deshalb lieber gar nichts.
Er ist nicht Dein Bediensteter oder Deine Marionette. Wenn er
(Zahl-)Vater sein soll, dann soll er nicht nur Pflichten haben
müssen sondern auch Rechte haben dürfen. Und dazu gehören auch
mal Dinge, die Dir möglicherweise nicht gut gefallen. Wobei
das Wohl des Kindes immer im Vordergrund steht. Für den
Kleinen muß es halt eine klare Linie geben, soll heißen, nicht
dass mal dieses ihm als richtig und wichtig oder falsch
gezeigt wird und dann wieder jenes.
Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp?
Möglicherweise wirst Du mich nun nach meiner Antwort jetzt in
Stücke zerreisen wollen. Damit muß ich leben. Ich verstehe
Deine angespannte Situation sicherlich gut. Doch ich sehe es
halt nicht so wie die anderen hier. Meine Empfehlung wäre mal
mit Dir wirklich ins Gericht zu gehen und Dich ehrlich zu
hinterfragen, ob Du von Erziehungsfragen etwas an den Erzeuger
abgeben magst / kannst? Was das wäre? Wie sehr bist Du zu
Kompromissen bereit / fähig? Und vielleicht solltet Ihr Euch
im Vorfeld zusammen setzen und klären, was ihm für seinen
Jungen wichtig ist und was Dir wichtig ist. Schreibt es
meinethalben ruhig auf. Macht eine Liste. Und dann entscheide
ob Du mit den Vorstellungen des Vaters leben kannst. Wenn
nicht, so würde ich dann auf den Zahlvater verzichten. Du
kannst ja dennoch dem Sohn und dem Vater die Möglichkeit geben
einander kennenzulernen, wobei mit dem Vater abgesprochen
werden müsse, das Du die Erziehung bestimmst. Die Frage ist,
ob er das so ganz hinnehmen kann und will, denn selbst wenn Du
ihm das Besuchsrecht verwehren möchtest, er hat auch Rechte.
Also, bevor es so eine so sehr schwierige Situation mit
verhärteten Fronten wird, wäre es für Euch alle gut, würdet
Ihr einen gemeinsamen Nenner finden, der Euch als Elternpaar
und sowieso dem Kind gerecht wird.
Vielen Dank schon mal fürs Lesen und auch schon mal schöne
Feiertage!
Vermutlich keine wirklich befriedigende Antwort für Dich. Es
ist auch eine vedammt schwierige Situation und die würde Dir
sicherlich niemand gerne abnehmen wollen. Wie gesagt, sei
ehrlich zu Dir, wo und bei was kannst Du Zugeständnisse /
Kompromisse machen und wo kann / will er dasselbe tun. Ich
wünsche Euch einen gemeinsamen Nenner zu finden. Eine
besinnliche Zeit und alles Gute im Neuen (Lebens-) Jahr mit
Deiner neuen Mutterrolle.
Naja, ich schreib dazu jetzt nichts mehr. Ich fand es sehr krass, was Du mir alles hier unterstellst, ganz ehrlich. Was ich mit keinem Wort geschrieben habe.
Trotzdem aber schöne Weihnachten,
M.
Ciao,
Romana
M.