Problem mit dem Vater meines Kindes (sehr lang)

Hallo!

Ich hätte gerne Meinungen zu meinem nachfolgenden Problem und würde gerne wissen, ob ich da gerade was total falsch mache und wie Ihr in meiner Situation reagieren würdet.

Anfang Januar erwarte ich mein erstes Kind. Es war sozusagen ein Unfall, der Vater ist eigentlich ein sehr guter Bekannter von mir. Er wohnt in Frankfurt, ich in Berlin.

Ich habe ihn ziemlich schnell über meine Schwangerschaft informiert, er reagierte eigentlich sehr nett und meinte, es wär meine Entscheidung, ob ich das Kind behalten möchte oder nicht - er wär auf jeden Fall mit beidem einverstanden.

Wie Ihr ja schon wißt, habe ich beschlossen, das Kind zu behalten.
Sehr bald fingen aber die Probleme an. Der Vater des Kindes (nennen wir ihn mal B.)sagte zwar immer, er wäre bereit zu zahlen und wolle das Kind auch sehen usw. Dann aber bemerkte ich plötzlich, dass er sich alles ganz anders vorstellt als ich.
Es geht los mit dem Namen. B. ist türkischer Abstammung. Seine Eltern sind aus der Türkei, er selbst ist hier geboren und auch deutscher Staatsbürger. Er fing dann also plötzlich damit an, man solle dem Kind einen türkischen Namen geben. Die Idee fand ich nicht so super, denn erstens gefallen mir nicht allzu viele türkische Namen, außerdem weiß ich auch nicht, warum der Kleine einen türkischen Namen haben sollte. Er wohnt bei mir, ich bin alleinerziehend, Eltern sind beide soweit deutsch.
Ich machte dann den Vorschlag, dass der Kleine vielleicht einen türkischen Zweitnamen bekommen könnte, wollte mich aber noch nicht festlegen.
Vielleicht sollte man dazu sagen, dass B. sowieso „psychologisch nicht besonders schlau“ vorgegangen ist. Denn das einzige, was ihn interessierte war diese Namensgeschichte - ohne mal nach meinem Zustand und dem des Kindes zu fragen. Auch auf die Sache mit dem Unterhalt mußte ich ihn natürlich ansprechen. Oder ob er sowieso bereit ist, sich auch zu beteiligen. Deshalb war ich vielleicht auch von Anfang an ein wenig „verschnupft“.

Nun gut, nach dem Gespräch war erstmal Funkstille. Meinerseits eher unfreiwillig, weil mein Handy geklaut wurde und ich seine Nummer nicht mehr hatte - leider. Adresse etc hatte ich nämlich auch nicht, da er so ein guter Bekannter eigentlich nicht ist/war.
Er meldete sich leider in fast 4 Monaten auch kein einziges Mal.
Ich habe dann über Umwege seine Nummer doch noch herausbekommen und konnte ihn anrufen. Wieder keine Frage nach dem Zustand von mir und dem Kind.
Er war aber bereit, nach Berlin zu kommen.

Kaum war er hier, ging es dann wieder los. Er fing wieder damit an, das Kind solle einen türkischen Namen bekommen. Ich meinte wiederum, dass ich dazu bereit wäre, dem Kind einen türkischen Zweitnamen zu geben. Das fand er dann auch ganz okay. Auf meine Frage hin, ob er dann etwa das Kind nur mit dem türkischen Namen anreden würde meinte er „ja“. Das kommt natürlich überhaupt nicht in Frage. Mit beiden Namen, okay. Oder hin und wieder mal. Aber dass er dann den anderen Namen gar nicht in den Mund nimmt, das finde ich schon fast affig und ich bin auch der Überzeugung, dass das so ganz spurlos nicht am Kind vorüber geht. Was ich ihm dann auch gesagt habe.

Er beteuerte dann ständig, er sei ja schließlich Türke und wie ich das ignorieren könnte (hatte ich ja gar nicht vor). Auf meine Frage hin, warum er denn freiwillig die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen hat, obwohl er sich doch als Türke fühlt, kam er mit Argumenten wie „bequemer“, „einfacher“, „weniger Probleme“, „man wird in der Türkei nicht eingezogen“. Aha. Dann kann ihm das doch so wichtig gar nicht sein, oder?

Jedenfalls ist es so, dass ich mich davon nicht abbringen lasse.
Bei dem Gespräch hier war er noch soweit ganz nett und meinte, er wolle sich auch mal um was kümmern, z.B. Kinderwagen o.ä.
Als ich ihm aber sagte, dass es nicht in Frage kommt, dass er seinen Sohn einfach nicht mit seinem Rufnamen ansprechen will, flippte er total aus und meinte, dass er dann halt sofort einen türkischen Namen bekäme woraufhin ich ihm dann nochmal sagte, dass er das wohl nicht zu entscheiden hat.

Sowieso meinte er, er wolle alles mitentscheiden können, was das Leben des Kindes angeht, woraufhin ich ihm dann auch sagte, dass ich zwar schon viele Sachen auch mit ihm besprechen würde. Die letztendliche Entscheidung liegt allerdings doch bei mir, denn schließlich ziehe ich das Kind groß und werde es wohl höchstwahrscheinlich auch besser kennen und einschätzen können als er, der vielleicht höchstens alle 2 Wochen mal aus Frankfurt vorbeikommt. Ich bin diejenige, die die Verantwortung hat. Ich bin alleinerziehend.

Ich habe ihm dann gesagt, dass ich jetzt kurz vor der Geburt stehe und diese Streitereien nicht brauche. Ihm scheint es doch wohl nur um sein Ego zu gehen. Ich denke an meinen Sohn und bin nun mal der Meinung, dass ihn sein Vater nicht einfach mit einem anderen Namen ansprechen sollte. Natürlich wird er erfahren, dass sein Vater Türke ist (bzw. Deutschtürke) und natürlich wird er auch seinen zweiten Namen wissen. Damit er sich vielleicht später auch mal umentscheiden kann, falls ihm der andere Name besser gefällt. B. darf ihm auch gerne türkisch beibringen, mit ihm Urlaib in der Türkei machen und wasweißichnichtnochalles.

Er hat mir trotzdem mehr oder weniger Ausländerhass vorgeworfen (nee, klar) und dass ich was gegen Türken hätte. Jaaaaaaaa! Die gleiche Meinung hätte ich auch bei einem Schweden, Franzosen, Griechen oder Amerikaner gehabt. Aber natürlich hab ich gleich was gegen Türken.

Mich macht das inzwischen alles ziemlich fertig. Dieser Zweitname war auch ein Zugeständnis an ihn. Ich habe ihm auch gesagt, dass er so oft kommen kann wie er mag, um den Kleinen zu sehen.

Nach dem Terror habe ich ihm aber eine Mail geschrieben, in der ich ihm zwei Vorschläge unterbreitet habe.
1.: Er erkennt die Vaterschaft an, zahlt Unterhalt und kann den Kleinen sehen so oft er will. Er nennt ihn bei seinem Rufnamen.
2.: Ich gebe ihn nicht als Vater an, er bleibt vollkommen raus und hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.

Ich weiß, dass Vorschlag 2 eher schwierig ist. Er hat auch daraufhin geantwortet, ihm sei alles egal und ich soll machen, was er will, ich würde mich ja sowieso nicht um seine Meinung scheren.

Ich bin in der Zwickmühle. Was soll ich denn machen? Das Jugendamt und das Jobcenter wollen dann auch Namen und Adressen des Vaters haben (Adresse hat er mir immer noch nicht genannt) und ich gerate langsam in Schwulitäten, was ich wie machen soll. Und es belastet mich und das ärgert mich.
Es kann doch auch nicht sein, dass er wegen eines Problems, dass er mit mir hat, sich nicht um den Kleinen kümmern will??? Das sollte mir mal in den Sinn kommen :wink:
Aber ich kann doch auch nicht deshalb sagen „Klar, okay“ und dann bestimmt er wahrscheinlich auch noch, in welchen Kindergarten er geht und welche Windeln er bekommt oder was?

Es regt mich einfach inzwischen alles maßlos auf. Er hat sich um noch gar nichts gekümmert und suhlt sich nur so in seinem Selbstmitleid und in seiner Wut. Ich versuche das ganze so weit wie möglich von mir weg zu halten und mich nicht aufzuregen, aber das klappt halt auch nicht so ganz. Ich habe jetzt immer wieder einen Versuch gestartet. Ich habe auch das Gefühl, dass er sich überhaupt nicht gemeldet hätte, wenn ich seine Nummer nicht aufgetrieben hätte.

Ach ja - seine Eltern wohnen in der Türkei. Ihnen hat er in den über 6 Monaten, in denen er Bescheid weiß noch nichts gesagt. Seine Tante ist krank. Ach so. Da denke ich auch langsam, dass er vielleicht mit einem unehelichen untürkischen Kind gar nicht ankommen darf? Aber das nur am Rande…

Habt Ihr einen Rat für mich, was ich tun soll? Ich hab sowieso schon soviel Streß und muß mich alleine um alles kümmern. Und bei den Ämtern muß ich ja auch irgendwas angeben…Ich wunder mich auch so sehr über ihn, bisher war er eigentlich total „untürkisch“ und jetzt kommt er plötzlich damit an…

Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp?

Vielen Dank schon mal fürs Lesen und auch schon mal schöne Feiertage!

M.

N’Abend,

willst du meine instinktive Reaktion hören?

Lass ihn völlig raus aus allem. Gib „Vater unbekannt“ an und fertig.

Du scheinst den Typen nicht besonders gut zu kennen (wie du ja auch schreibst…), wenn du jetzt so erstaunt über sein Türkentum (wer weiß, was da noch alles kommt…) und sein „Ausflippen“ bist. Ich fühl mich schon beim Lesen völlig unwohl.

Ehrlich gesagt, ich find’s auch n bisschen leichtsinnig, ihm anzukündigen, er könne sein Kind sehen so oft er will und mit ihm verreisen… solche Zusagen würde ich keinem Menschen gegenüber machen, den ich nicht sehr, sehr, sehr gut kenne!!! Mein Kind bekommt NIEMAND, von dem ich noch nicht einmal ne Adresse habe…

Vielleicht solltest du ihm sagen, du hättest dich geirrt, das Kind ist von einem anderen. Denn so einfach wirst du aus der Nummer wohl nicht mehr rauskommen, sollte er jetzt irgendwie Interesse entwickeln. Er ist dir gegenüber im Vorteil, denn er hat ja offensichtlich deine neue Adresse, Telefonnummer - oder?

Gruß, verwundert
Demenzia

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Puh, klingt wirklich nicht nach einer einfachen Situation.

Was ich dem Ganzen jetzt mal so entnehme ist, dass er eine recht patriarchische Haltung einnimmt. Dass du nicht ausländerfeindlich bist, steht nicht zur Diskussion. Das ist Unsinn.

Ich bin natürlich ein Kerl, aber halte deine Verhandlungsversuche für durchaus sinnvoll. Hätte es nicht anders gemacht… Er betreibt Haarspalterei. Wenn die geburt eines „deutschen Kindes“ ein Problem für ihn darstellt, dann ist das eben auch sein Problem. Wenn er Eier in der Hose hätte, dann hätte er dich geheiratet und würde sich ein bisschen mehr Mühe geben Entscheidungen zu treffen, mit dem sein Kind auch leben kann.

Unter’m Stich würde ich sagen, dass du auf keinen Fall auf Unterhalt etc. verzichten solltest. Die zusätzliche Arbeit um für die alltäglichen Dinge des Lebens aufzukommen nimmt dir nur Zeit, die dein Kind von dir benötigt. Auf jeden Fall darauf bestehen!
Ein Zusammenleben mit dem scheint nicht möglich zu sein, also lass es. Es ist weiss Gott keine einfach Situation sich alleine mit einem Kind durchzuschlagen, aber andauernde Streiterei ist für keinen von euch dreien irgendwie sinnvoll.

Es sei nur so viel gesagt. Ich kenne mehrere Freunde, die nach einer gescheiterten Partnerschaft der Eltern eine Art Ersatzvater bekamen mit dem es insgsamt ganz gut lief. Brauchst also keine Angst davor zu haben, dass das das Ende aller Tage ist.

Ein frohes Fest wünscht,

Hilmar

Hallo,

das hab ich auch als allererstes gedacht!
Aber das Kind hat nun mal ein Recht auf seinen Vater. Was soll sie denn nachher dem Kind erzählen?
Ich war auch in dieser Situation. Habe aber den Erzeuger dann doch angegeben, weil ich nicht möchte, das mein Kind später „nichts“ hat.
Manu

Hallo!

Offenkundig hast Du keine besondere menschliche Bindung an den Vater Deines Kindes. Du bist überrascht über sein Denken und seine Reaktionen, hast keine Ahnung, wo er wohnt, kurz: Du kennst ihn gar nicht. In solcher Situation halte ich es für müßig, über gemeinsame Entscheidungen auch nur nachzudenken. Solche Dinge kann man nämlich nur mit Menschen verantworten, die man genau kennt. Wie sich die Zukunft entwickelt, kannst Du nicht wissen. Deshalb zählt nur der heutige Ist-Zustand. Das heißt in letzter Konsequenz, er ist (bestenfalls) Zahlvater. Sonst zunächst nichts.

Du hast erst einmal ein handfestes finanzielles Problem. Du brauchst nämlich etwas mehr als eine Handy-Nummer, Spitznamen, Lieblingskneipe und Musikgeschmack. Du brauchst den vollen Namen, Straße, Hausnummer und Ort, also die ladungsfähige Anschrift des Mannes. Er ist unterhaltspflichtig. Das auf den Weg zu bringen, ist die Verantwortung, die Du gegenüber Deinem Kind und gegenüber Dir selbst hast. Alles weitere findet sich.

Dir ist unbenommen, Deinem Kind neben dem Rufnamen einen zweiten Vornamen türkischen Ursprungs zu geben, ohne Dein Kind mit einer Hypothek zu belasten. Ob Du dem biologischen Vater irgendeine Mitentscheidungsmöglichkeit über Belange des Kindes einräumen möchtest und ob das überhaupt sinnvoll ist, im Interesse des Kindes liegt und Dir zuträglich ist, muß das zukünfige Verhalten des biologischen Vaters zeigen. Das sind im Moment ungelegte Eier. Unter überhaupt keinen Umständen darfst Du derzeit daran denken, dem jungen Mann Dein Kind anzuvertrauen für den Umgang außerhalb Deiner Sicht- und Reichweite. Das geht nur mit sehr vertrauten Menschen, sonst grundsätzlich gar nicht.

In diesem Zusammenhang denke einmal darüber nach, wer wirklich vertraute Menschen für Dich sind. Es hat nämlich den Anschein, daß Du zwischen flüchtig bekannten Fremden und „sehr guten Bekannten“ nicht so recht zu unterscheiden verstehst.

Gruß
Wolfgang

besser nichts…
… um ehrlich zu sein, als das, was ich mir - phantasievoll - zusammenspinne…

einen Vater um jeden Preis? nee, echt nicht!

Gruß
Demenzia

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Hallo n.h.
Spontan gesagt: So wie der Typ sich aufführt (also wie die Karikatur eines patriarchalisch-nationalistischen Türken) ist es schonmal gut, dass Du dem Kind keinen türkischen Rufnamen (Erstnamen) gegeben hast.
Meiner (gefüglsmäßigen) Einschätzung und meiner Erfahrung mit solchen patriarchalischen Männern nach: Je mehr Distanz zu dem Mann, desto besser.
Gruß,
Branden

… um ehrlich zu sein, als das, was ich mir - phantasievoll -
zusammenspinne…

einen Vater um jeden Preis? nee, echt nicht!

Sehe ich nicht so. Er hat für sein Kind zu zahlen und das Kind hat Ansprüche. Finanzieller Hintergrund ist wichtiger den je.

Leider sind Mütter aus rein biologischen Gründen öfter in der Position für Ansprüche ihrer Kinder eintreten zu müssen, wenn’s knallt. Deswegen sehe ich es dennoch als ihre Pflicht an notfalls einen härteren Weg zu gehen, wenn es dem Kind von Nutzen ist.
In jedem Fall ist es für das Kind von Nachteil nur von einem Elternteil finanziell unterstützt zu werden.
Ich denke auch nicht, dass ein Kind nicht wissen sollte, wer sein Vater ist. Auch wenn es kein Idealbild eines Vaters gibt, ist es der Vater.
Es wäre auch nicht richtig ein Kind zu entführen und die echte Mutter vorzuenthalten.

Sollte so etwas wie eine Entführung möglich sein, dann pflichte ich (hab’ jetzt leider seinen namen vergessen. ist Ing. und „verdient Katzenfutter“) :o) bei. Das Kind lieber nicht bedenkenlos weggeben.

2 „Gefällt mir“

Hallo n.h.,

ich möchte meinen Vorredner nur ein paar Kleinigkeiten hinzufügen. Diese Problematiken kenne ich zwar nicht selbst, aber sehr gut aus meinem Umfeld. Alleinerziehende Mutter ohne Unterhalt zu sein, ist sehr sehr schwer. Außer du kommst aus einem reichen Elternhaus und kannst mit der finanziellen Sicherheit deiner Eltern rechnen.

Andererseits haben „Erzeuger“ oftmals wenig Rechte, aber immer die Pflicht Unterhalt zu zahlen. Auch wenn sie „ihr“ Kind nicht sehen dürfen. Selbst wenn er nicht zahlt und dir das Jugendamt den Unterhalt erst einmal zahlt. Das Jugendamt wird sich das Geld bei dem Vater zurück holen. Jedoch zahlt das Jugendamt nur bis dein Kind 12 Jahre alt ist.

Thema Namensgebung: Meine Nachbarn, eingebürgerte Türken haben vor Jahren ihrer Tochter einen Namen gegeben, der sowohl in Deutschland als auch in der Türkei gängig ist und verstanden wird. Andere aus meinen Umfeld, wo ein Elternteil Ausländer und der andere Deutsch ist, haben auch so den Vornamen gewählt. Halt in beiden Ländern/Kulturen gängig. Des weiteren auch mit welchen moslemischer Glaubensrichtung. Dort wurde sich auf ein Name aus dem Alten Testament geeinigt. Der Anfang vom Koran ist gleich dem Alten Testament.

Ich wünsche dir und deinem Kind alles Gute und das sich eine gute Lösung finden wird.

Gruß rene

Hallo!

ich kann nachvollziehen, dass du in deiner belastenden lage und vor allem mit deinen emotionen und sehnsüchten zu kämpfen hast.
die suche nach harmonie, der bedarf nach kontakt zum erzeuger für das kind und das drumherum… ich kanns gut verstehen. gerne würdest du sicher sehen, dass da der erzeuger sich engagiert, auch für dich da ist, dich entlastet, heute und auch später… und ein vater für dein kind wird und es lebt.

soviel zu den wünschen, von denen ich mir vorstelle, das sie normal ist und im falle einer schwangerschaft nach einem ONS sicher nicht weniger vorhanden sind als bei einer partnerschaft.

aber wie du beschreibst, du kennst den mann nicht und merkst gerade an seinem verhalten, das die ersten eindrücke sich schon nicht bestätigen.
das ist sicher bitter und enttäuschend. doch hast du evtl auch „zuviel“ vorausgesetzt, denn ein fremder ist er nach wie vor und damit nunmal nich berechenbar.
und so zeigt die augenblickliche lage dir wohl aus, dass dein weg bis auf weiteres von dir allein gegangen werden muss - zum wohle deiner und dem deines kindes.

auch stelle ich es mir nicht einfach vor, sich von den sehnsüchten zu verabschieden, keine entlastung, keine anteilnahme…

auch kann ich mir gut vorstellen, dass dies erstmal die grösste ent- täuschung ist und das sicher nicht zuletzt weil du „automatisch“ vom „besten“ ausgegangen bist und nun merkst, das interesse an dir ist gleich null, das am kind nur eines im tradiotioneller weise und hier offenkundig noch auf eine zusätzlich üble weise, weil er das kind selbst null im auge hat, nur sich selbst.

vielleicht tust du dich leichter, wenn du keine zugeständnisse mehr machst die voreilig und nicht vorausschauend getätigt werden - sonst kommst du in einen konfliktstrudel - zum einen mit dem erzeuger - du gibst ihm druckmittel in die hand, die sich auf deine psyche auswirken, zum anderen kann sich das ganze hochschaukeln und du kannst nicht wissen, wie weit das gehen kann.
ausserdem setzt du dich selbst unter druck - ungut für dich, ungut für dein kind!
die hier schon getätigten hinweise, wie gefährlich es werden kann, wenn du dein kind ohne kontrolle dem erzeuger aushändigst, hast du schon erhalten. du wärst nicht die erste, die ihr kind dann nicht mehr wiederbekommt, weil es ratzfatz im ausland bei verwandten landet.

an deiner stelle würde ich z.b mal pro familia aufsuchen und mich beraten lassen. in ruhe! - damit du dann besser anschätzen kannst, wie welche rechte, pflichten, möglichkeiten und gefahren aussehen.

bis dahin solltest du vermeiden „versprechungen“ zu machen. die daraus nachfolgenden belastungen allein schon sind es nicht wert. (die damit verbundenen hoffnungen werden sich ausserdem so oder so nicht erfüllen)
auch
eine deiner „aufgaben“ wird wohl derzeit sein, dich damit abzufinden, das der erzeuger evtl nie mehr als ein erzeuger werden kann und auf deine kraft zu vertrauen.
das ist sicher schmerzhaft, andererseits wird dadurch klarheit für dich geschaffen und ich kann mir das auch als eine art kraftquelle vorstellen mal von anderen türen, die sich ja öffnen, wenn sie eine schliesst, ganz zu schweigen.

das recht auf einen vater besteht nat. für das kind, doch sicher nicht um den preis immerwährender ängste.die pflicht nach schutz wiegt meiner ansicht nach aber höher. sollte der erzeuger sich wandeln über die jahre, ohne das man es eingeklagt hätte (sonst macht er evtl. was du erwartest, um dich milde zu stimmen, trügerische sache).
ob und wie der prozess verläuft, ist und bleibt nat. offen.
und zu deinem und deines kindes wohl würde ich dazu tendieren, mich von
wünschen und hoffnungen zu verabschieden und mein lebensmodell bis auf weiteres nur für 2 zu gestalten.

liebe grüsse

Hallo!

Danke für Deine Antwort!

In diesem Zusammenhang denke einmal darüber nach, wer wirklich
vertraute Menschen für Dich sind. Es hat nämlich den Anschein,
daß Du zwischen flüchtig bekannten Fremden und „sehr guten
Bekannten“ nicht so recht zu unterscheiden verstehst.

Ich hab es vielleicht nicht genau beschrieben. Ich kenne ihn bereits seit 10 Jahren. Wir waren vor 10 Jahren auch schon mal zusammen im Urlaub (platonisch). Kontakt war sporadisch aber regelmäßig. Er hat halt immer in Frankfurt gewohnt, ich in München oder Berlin. Adressen weiß ich nie von Leuten die in einer anderen Stadt wohnen - es gibt ja e-mail, Handy etc :wink: Aber ich kenne ihn schon besser als „nur“ einen normalen Bekannten.

Gruß,

M.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Danke für Deine Antwort.
Aber das muß ich mal klarstellen:
Zusammenziehen oder sogar heiraten käme für mich NIEMALS mit ihm in Frage. Und auch im entferntesten hätte ich daran nicht gedacht. Insofern hätte er mich gar nciht heiraten können. Außerdem weiß er, dass von mir aus da GAR NICHTS ist.
Ich bin ja eigentlich auch froh, dass er in Frankfurt wohnt, weil ich schon lieber alleinerziehend bin in diesem Fall. Es geht mir wirklich nur um das Kind. Ich brauche nämlich seine Nähe und seinen Umgang wahrlich nicht. Mir selbst wäre es am liebsten, wenn da lieber gar keiner wär. Aber für den Jungen ist es bestimmt angenehmer auch einen Vater zu haben. Nur deshalb…

Gruß,

M.

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Hallo!

Okay, ich glaube ich hätte die „Beziehung“ zu dem Vater besser beschreiben sollen.
Ich kenne ihn seit ca. 10 Jahren, weil er in meiner Heimatstadt studiert hat. Er war ein ganz guter Kumpel, wir haben viel zusammen unternommen, waren auch mal zusammen in Urlaub etc. War aber auch nie was sonst. Wir hatten auch weiterhin Kontakt, als er in Frankfurt und ich in München oder Berlin gewohnt habe. Er kam dann auch mal zu meiner Geburtstagsparty nach München oder so und wenn ich in Frankfurt war, hab ich halt bei ihm gepennt oder bin einen Tag länger geblieben, damit wir noch auf die Piste gehen können usw.
Insofern dachte ich schon, ich könnte ihn ein bißchewn einschätzen. Ich habe nämlich von dem „Türkentum“ nichts weiter mitbekommen. Er hatte hauptsächlich deutsche Freunde und auch ein „deutsches“ Leben. Nix mit Religion oder so. Auch seine Schwester habe ich mal kennengelernt - totally „eingedeutscht“ sozusagen. Deshalb wundert es mich halt so.
Und deshalb dachte ich halt auch, dass es natürlich besser ist, dass das Kind von ihm ist als von irgendeinem total Fremden (was mir nie und nimmer passiert ist und auch nie und nimmer passieren wird). Ich dachte, wir würden uns einig sein, weil wir uns eben auch sonst immer gut verstanden haben. Und das ist halt die Sache, wo ich dann gemerkt habe, dass ich ihn doch nicht genug kenne.
Eigentlich hätte ich ihn objektiv betrachtet als Vater ganz ok gefunden, weil er eigentlich ein echt lieber Kerl ist. Aber naja, irgendwann kommen halt auch andere Züge zum Vorschein.

Auf jeden Fall vielen Dank für Deine Antwort!

M.

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Hallo Nina!

Okay - auch bei Dir entchuldige ich mich nochmal, dass ich mich nicht so richtig klar ausgedrückt habe.
Ich kenne B. schon seit 10 Jahren und seitdem haben wir auch Kontakt. Wir waren mal zusammen im Urlaub und sind dann auch mal zur Geburtstagsparty vom anderen gefahren etc (alles platonisch) aber Kontakt war eigentlich immer da.
Ich brauche den Kontakt zu ihm nicht. Mir wäre es in jedem Falle lieber, man käme ganz ohne Vater aus. Ich bin ehrlich gesagt sogar froh, ganz alleinerziehend zu sein. Nur wegen des Kindes wollte ich aber alles probiert haben, damit da irgendein Kontakt besteht. Ich sehe aber auch, dass ich da jetzt an meine Grenzen stoße…

Vielen Dank für Deine Antwort!

M.

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Hallo n.h.

Du gehst jetzt schon viel zu sehr auf ihn ein! So wie du ihn mir beschriebst, wird er auch nach der Geburt deines Kindes nur ein Stressfaktor sein!
Ich denke, dass es dir besser geht, wenn du auf seien Wünsche und Vorstellungen nicht eingehst! Was den Zweitnamen betrifft: Nimm doch bitte nur einen türkischen Zweitnamen, wenn er dir auch wirklich gut gefällt und du dir sagen kannst, du hättest diesen Zweitnamen auch gewählt wenn der Vater kein Druck gemacht hätte.
Du wirst dich sonst später, wenn sich die Konflikte zuspitzen, grämen, dass du ihm überaubt dieses Zugeständniss gemacht hast!

Sei einfach selbstbewusst: DU wirst den ganzen Stress haben, Du wirst dein Kind gebären, DU wirst dein Kind erziehen. Also entscheidest auch DU!

Nadia

einen Vater um jeden Preis? nee, echt nicht!

Sehe ich nicht so. Er hat für sein Kind zu zahlen und das Kind
hat Ansprüche. Finanzieller Hintergrund ist wichtiger den je.

es ging bei der oben gestellten Frage nicht um die finanzielle Verpflichtung des biol. Vaters, sondern darum, dass dem Kind ein VATER nicht vorenthalten werden soll. und DA wäre ich verdammt vorsichtig. Meine Meinung: besser kein VAter, als jemand, der u.U. das Kind entführt oder anderes anstellt (nach der Schilderung von n.h. bleibt mit ein wenig Phantasie viel offen…).

Selbstverständlich hat er die Pflicht der Unterhaltszahlung (auch wenn Malte das jetzt nicht gefallen würde ,-)).

Gruß
Demenzia

Leider sind Mütter aus rein biologischen Gründen öfter in der
Position für Ansprüche ihrer Kinder eintreten zu müssen,
wenn’s knallt. Deswegen sehe ich es dennoch als ihre Pflicht
an notfalls einen härteren Weg zu gehen, wenn es dem Kind von
Nutzen ist.
In jedem Fall ist es für das Kind von Nachteil nur von einem
Elternteil finanziell unterstützt zu werden.
Ich denke auch nicht, dass ein Kind nicht wissen sollte, wer
sein Vater ist. Auch wenn es kein Idealbild eines Vaters gibt,
ist es der Vater.
Es wäre auch nicht richtig ein Kind zu entführen und die echte
Mutter vorzuenthalten.

Sollte so etwas wie eine Entführung möglich sein, dann
pflichte ich (hab’ jetzt leider seinen namen vergessen. ist
Ing. und „verdient Katzenfutter“) :o) bei. Das Kind lieber
nicht bedenkenlos weggeben.

Ne, ne… ich wollte dir die Ehe auch nicht als Allheilmittel verkaufen. Ist schon klar.

Ich komme bei der Stellungnahme zu solchen Themen nur einfach nicht darum mich irgendwie in die Rolle des Vaters versetzen zu müssen. Dieses Model ist in deinem Fall aber nicht anwendbar. Es schimmert bei meiner Antwort lediglich durch…
Eine ganz subjektive Einstellung meinerseits würde mich eben formlich dazu zwingen irgendwie dafür zu sogen, dass mein „hypothetisches“ Kind die Mutter und mich täglich um sich und auch den selben Nachnamen hätte. (rein theoretisch)

Schöne Feiertage!

Hallo!

Hi n.h.,

der dritte oder gar schon vierte Anlauf. Jedesmal ist auf einmal die Werweisswas-Seite weg. Grummel. Ich schreibe das jetzt und wenn ich es 1000 mal schreiben muß. Argh!

Zunächst möchte ich Dir mal zu Deinem Baby und Deiner baldigen Mutterrolle Glück wünschen und dass Du sie gut und gerne ausfüllst.

Ob eine Frau nun ein Kind (und einen Zahl/vater) haben möchte oder ein Kind trotz Verhütung entsteht, es wollte jedenfalls in diese Welt gebracht werden, und in diesem Fall von Dir. Ich will gerne glauben, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen, um eben bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben machen zu können.

Ich hätte gerne Meinungen zu meinem nachfolgenden Problem und
würde gerne wissen, ob ich da gerade was total falsch mache
und wie Ihr in meiner Situation reagieren würdet.

Anfang Januar erwarte ich mein erstes Kind. Es war sozusagen
ein Unfall, der Vater ist eigentlich ein sehr guter Bekannter
von mir. Er wohnt in Frankfurt, ich in Berlin.

Ich habe ihn ziemlich schnell über meine Schwangerschaft
informiert, er reagierte eigentlich sehr nett und meinte, es
wär meine Entscheidung, ob ich das Kind behalten möchte oder
nicht - er wär auf jeden Fall mit beidem einverstanden.

Wie war es für Dich, dass er für beide Entscheidungen, Kind austragen oder abtreiben, offen war? Hättest Du Dir gewünscht, er wäre nur offen für eine Entscheidung, nämlich dass Du das Kind kriegen sollst, gewesen?

Wie Ihr ja schon wißt, habe ich beschlossen, das Kind zu
behalten.
Sehr bald fingen aber die Probleme an. Der Vater des Kindes
(nennen wir ihn mal B.)sagte zwar immer, er wäre bereit zu
zahlen und wolle das Kind auch sehen usw. Dann aber bemerkte
ich plötzlich, dass er sich alles ganz anders vorstellt als
ich.

Das kann passieren, wenn man ein Kind mit einem Menschen zeugt, den man nicht wirklich kennengelernt hat. Erschwert wird das möglicherweise auch noch dadurch, wenn das andere Elternteil aus einem anderen Kulturkreis kommt. Auch mit jemanden 10 Jahre Kontakt zu haben, heißt noch lange nicht, dass man sich kennt. Du sprichst anfänglich von einem sehr guten Bekannten und später davon, dass es nicht mal so ein Bekannter wäre. Das läßt mich mutmaßen, dass Du ihm manches an Eigenschaften und Verhaltensweisen „übergestülpt“ hast, ohne diese wirklich auch nach 10 Jahren mal auf Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen.

Es geht los mit dem Namen. B. ist türkischer Abstammung. Seine
Eltern sind aus der Türkei, er selbst ist hier geboren und
auch deutscher Staatsbürger.

Das erlebe ich auch als Phänomen. Das ist sicherlich keine statistische Erhebung, doch ich habe schon öfter von Frauen gehört, dass deren Mann in der Zeit vor der Ehe „deutsch“ war, und nach der Eheschließung mutierte er zum Türken, Tunesier, Sudaner, Marokkaner… Sprich auf einmal wurden diese patriarchischen Denk- und Verhaltensweisen an den Tag gelegt. Das mag sicherlich nicht immer so sein, doch ich höre davon öfter.

Er fing dann also plötzlich damit

an, man solle dem Kind einen türkischen Namen geben. Die Idee
fand ich nicht so super, denn erstens gefallen mir nicht allzu
viele türkische Namen,

Also Probleme schon an der Basis. Was spricht dagegen dass Du ihm einen türkischen Zweitnamen gibst der auch Dir gefällt oder ihm den Zweitnamen aussuchen läßt? Ich denke nicht, dass ein Name nur Muttersache ist. Und wenn er für das Kind auch da sein soll, zahlen soll, denke ich, dass er auch einen Teil mitbestimmen darf. Du schreibst der Sohn könne sich später selbst mal entscheiden wie er gerufen werden wolle. Nun, wenn er mit einem „deutschen“ Namen aufwächst, wird er wohl kaum einen Bezug zu einem türkischen Namen entwicklen können. Es soll ja auch Deutsche geben, die einen italienischen Namen haben. :smile: Was spricht dagegen, wenn er seinen Sohn mit dem türkischen Namen ruft und Du mit dem „deutschen“ Namen? Du findest es affig, wenn er den deutschen Namen nicht verwenden mag, und ich finde es nicht minder affig, wenn nicht auch Du mal den türkischen Namen rufen magst. Du hast mit diesem Mann das Kind gezeugt, und er hat wohl auch einen türkischen Namen, oder?

außerdem weiß ich auch nicht, warum der

Kleine einen türkischen Namen haben sollte.

Z.B. weil der Vater türkische Wurzeln hat? Ich persönlich käme mit dieser patriarchischen Struktur gar nicht zurecht. Du bist eine erwachsene Frau und weißt wie Kinder entstehen, auch durch sogenannte „Unfälle“. Dann ist es halt auch an Dir vorab mögliche Konsequenzen zu überlegen, bevor Du mit jemanden in die Kiste steigst oder wo auch immer hin. Das hat nichts mit Moral zu tun, sondern ich finde es scheiß egal, ob das Kind Türke, Deutscher oder was weiß ich ist, das Kind soll glücklich und zufrieden werden. Und wenn Du mit einem Mann türkischer Herkunft ein Kind zeugst, so möchte für mich verständlicherweise auch der Vater ein Stück weit seine Kultur weitergeben.

Ich weiß nicht aus welchen Gründen immer Ausländer auswandern. Doch gleich weshalb sie es tun, tun müssen, die Wurzeln bleiben doch auch oft im Herkunftsland. Du schreibst davon, dass er mit dem Jungen mal Urlaub in der Türkei machen könne oder dass er ihm auch die Sprache beibringen dürfe. Nun, für die türkische Sprache oder für die Türkei als Urlaubsland kann man sich auch als Deutscher interessieren.

Du trägst das Kind im Bauch und wie kann der (Zahl-)Vater eine Beziehung zu dem Kind aufbauen, wo er Dich doch scheinbar eh nicht sooft in der Schwangerschaft gesehen hat. Ich kann verstehen, wenn er keinen Bezug hat / bekommt, wenn Du ihm das Gefühl gibst, es ist Dein deutsches Kind und seine türkischen Wurzeln haben in dem Kind nichts verloren. Dem ist einfach nicht so, auch wenn Du dem Jungen nie eine Chance geben solltest, auch diesen Teil in sich zu entwickeln.

Er wohnt bei mir,

ich bin alleinerziehend, Eltern sind beide soweit deutsch.
Ich machte dann den Vorschlag, dass der Kleine vielleicht
einen türkischen Zweitnamen bekommen könnte, wollte mich aber
noch nicht festlegen.

Und wieso wolltest Du Dich nicht festlegen? Er soll sich doch auch festlegen zu zahlen.

Vielleicht sollte man dazu sagen, dass B. sowieso
„psychologisch nicht besonders schlau“ vorgegangen ist. Denn
das einzige, was ihn interessierte war diese Namensgeschichte

  • ohne mal nach meinem Zustand und dem des Kindes zu fragen.

Das klingt natürlich sehr lieblos. Doch vielleicht ist der Versuch dem Kind auch was Türkisches mit auf den Lebensweg zu geben, seine Weise einen Bezug zu dem Kind herzustellen? Wieoft hat er Dich denn während der Schwangerschaft gesehen, Deinen Bauch gespürt, den Kleinen mal boxen gefühlt? Klar, ich verstehe Dich da sehr gut, das schmerzt. Vielleicht ist er hier unsensibler, vielleicht ist es eine Mentalitätsfrage, doch ich glaube dass er da als Deutschtürke mit so einem Verhalten nicht so wirklich allein ist. Auch andere Männer reagieren da leider nicht besser.

Dass Du Dir das wünscht, verstehe ich. Hast Du ihn mal gefragt, ob ihn das interessiert und gegebenenfalls wieso nicht bzw. wie er denn sein Interesse äußert? Du schreibst, „verschnupft“ gewesen zu sein. Nun, vielleicht spürte er Deinen Ärger, wußte ihn aber nicht zuzuordnen, weil Du nicht wirklich offen mit ihm gesprochen hast, und er fühlte sich nicht wirklich als Vater angesehen / erwünscht. Das Kind hat nun mal den Vater den es nun hat. Ob Du Dir dann einen sozialen Vater und Partner für Dich dazu findest, steht auf einem ganz anderen Blatt. Er bleibt der biologische Vater, gleich ob er seine Rolle als sozialer Vater nun übernehmen wird oder nicht.

Auch auf die Sache mit dem Unterhalt mußte ich ihn natürlich
ansprechen. Oder ob er sowieso bereit ist, sich auch zu
beteiligen. Deshalb war ich vielleicht auch von Anfang an ein
wenig „verschnupft“.

Das klingt so, als hättest Du erwartet oder Dir wenigstens mal gewünscht, dass er die Unterhaltsfrage thematisiert. Auch das kann ich verstehen, zumal es der Frau ein größeres Sicherheitsgefühl gibt. Doch momentan sehe ich nur, dass da ein Kind kommt und frage mich wie sehr hatte der werdende Vater denn bislang die Möglichkeit überhaupt bekommen, einen Bezug zu seinem Kind entwickeln zu können. Wie gesagt, Du hast Dich auf einen Deutschtürken eingelassen und nun scheinst Du seine türkischen Wurzeln abschneiden zu wollen. So würde ich das jedenfalls erleben. Du willst bestimmen, was an Türkentum der Kleine mit auf seinem Lebensweg übernehmen darf und was nicht, und der Vater soll zahlen. Da würde ich mich beschissen fühlen als Vater. Klar, es gibt reichlich Männer die eine Frau schwängern und dann das Weite suchen, keine Verantwortung übernehmen, und denken, dass das das Problem der Frau ist. Doch es gibt auch Frauen die ein Kind wollen und sich dann jemanden finden der das finanziert. Natürlich ist das Geld als Alleinerziehende, wenn man keinen finanziellen Hintergrund hat, zumeist nicht so üppig. Die Verhütung geht halt nicht nur eine Seite an. Da sind sicherlich beide Seiten verantwortlich. Und dann stellt sich halt die Frage, ohne dass eine Antwort hier gewünscht wird, versagte das Verhütungsmittel oder versagte die Verhütung bzw. war das Kind sogar als „Unfall“ gewünscht?

Nun gut, nach dem Gespräch war erstmal Funkstille. Meinerseits
eher unfreiwillig, weil mein Handy geklaut wurde und ich seine
Nummer nicht mehr hatte - leider. Adresse etc hatte ich
nämlich auch nicht, da er so ein guter Bekannter eigentlich
nicht ist/war.

Tja, einmal ein sehr guter Bekannter, dann doch wieder nicht…

Er meldete sich leider in fast 4 Monaten auch kein einziges
Mal.

Das klingt bitter und da kann ich Deine Enttäuschung drüber bestens verstehen. Das macht nicht gerade viel Mut, ob er denn wirklich mal zahlen will und als Vater da sein will oder ob er nur davon redet. Das wird die Zukunft bald zeigen.

Ich habe dann über Umwege seine Nummer doch noch
herausbekommen und konnte ihn anrufen. Wieder keine Frage nach
dem Zustand von mir und dem Kind.

Erwarte nicht, sondern konfrontiere ihn. Klar, das schmerzt sehr, wenn ein werdender Vater so ignorant, so gleichgültig ist / scheint. Doch vielleicht ist es ihm gar nicht bewußt, vielleicht denkt er anders… Zeige ihm was Du brauchst damit es Dir gutgeht und Du eine gute Mutter sein kannst. Ob er dann dem nachkommen will und kann, ist nochmal ein anderer Punkt. Doch der Mann kann offenbar nicht riechen, was Du willst / brauchst. Klar, es sollte selbstverständlich sein, dass er sich nach Eurem Befinden erkundigt. Das ist es aber offensichtlich nicht für ihn. Also, höre auf „verschnupft“ zu sein, sondern sage was Du willst / brauchst. Und akzeptiere auch, dass er nicht immer der Vater sein kann so wie Du ihn idealerweise gerne hättest. Denn auch Du bist (in seinen Augen) wohl nicht immer die ideale Mutter. Denn leider geht dies zumeist zulasten des Kindes, wenn Mütter ihren Frust dann über das Kind austragen, indem sie schlecht über den Vater reden, oder auch nur ihre trauige Stimmung das Kind spürt bzw. den Umgang mit dem Vater verbieten.

Er war aber bereit, nach Berlin zu kommen.

Kaum war er hier, ging es dann wieder los. Er fing wieder
damit an, das Kind solle einen türkischen Namen bekommen. Ich
meinte wiederum, dass ich dazu bereit wäre, dem Kind einen
türkischen Zweitnamen zu geben. Das fand er dann auch ganz
okay.

Das klingt doch gut. Ihr seid auf dem Weg zu einem Kompromiss gewesen.

Auf meine Frage hin, ob er dann etwa das Kind nur mit

dem türkischen Namen anreden würde meinte er „ja“. Das kommt
natürlich überhaupt nicht in Frage.

Mit beiden Namen, okay.

Oder hin und wieder mal. Aber dass er dann den anderen Namen
gar nicht in den Mund nimmt, das finde ich schon fast affig
und ich bin auch der Überzeugung, dass das so ganz spurlos
nicht am Kind vorüber geht. Was ich ihm dann auch gesagt habe.

Er beteuerte dann ständig, er sei ja schließlich Türke und wie
ich das ignorieren könnte (hatte ich ja gar nicht vor). Auf
meine Frage hin, warum er denn freiwillig die deutsche
Staatsbürgerschaft angenommen hat, obwohl er sich doch als
Türke fühlt, kam er mit Argumenten wie „bequemer“,
„einfacher“, „weniger Probleme“, „man wird in der Türkei nicht
eingezogen“. Aha. Dann kann ihm das doch so wichtig gar nicht
sein, oder?

Jedenfalls ist es so, dass ich mich davon nicht abbringen
lasse.
Bei dem Gespräch hier war er noch soweit ganz nett und meinte,
er wolle sich auch mal um was kümmern, z.B. Kinderwagen o.ä.
Als ich ihm aber sagte, dass es nicht in Frage kommt, dass er
seinen Sohn einfach nicht mit seinem Rufnamen ansprechen will,
flippte er total aus und meinte, dass er dann halt sofort
einen türkischen Namen bekäme woraufhin ich ihm dann nochmal
sagte, dass er das wohl nicht zu entscheiden hat.

Sowieso meinte er, er wolle alles mitentscheiden können, was
das Leben des Kindes angeht, woraufhin ich ihm dann auch
sagte, dass ich zwar schon viele Sachen auch mit ihm
besprechen würde. Die letztendliche Entscheidung liegt
allerdings doch bei mir, denn schließlich ziehe ich das Kind
groß und werde es wohl höchstwahrscheinlich auch besser kennen
und einschätzen können als er, der vielleicht höchstens alle 2
Wochen mal aus Frankfurt vorbeikommt. Ich bin diejenige, die
die Verantwortung hat. Ich bin alleinerziehend.

Ich habe ihm dann gesagt, dass ich jetzt kurz vor der Geburt
stehe und diese Streitereien nicht brauche. Ihm scheint es
doch wohl nur um sein Ego zu gehen.

Und Dir? Möglicherweise wären manche Frauen intuitiv Sex mit einem Menschen der die Wurzeln in einer anderen Kultur hat aus dem Weg gegangen. Du hast sicherlich hier Dir keine einfache Situation geschaffen. Und wie sich das entwickeln wird, ist offen. An anderer Stelle schreibst Du, dass Du sehr gut ohne ihn auskämst und dass Du sehr gerne alleinerziehend bist, während Du hier meinst, Du würdest mit ihm vieles besprechen wollen und was er dürfe. Ich denke mal unabhängig von dem Patriarchentum das manch ein Türke wohl an den Tag legt, würde es kaum einem Vater gefallen, wenn nur die Vorstellungen der Mutter umgesetzt werden. Da geht es noch nicht mal um Religion, Beschneidung… Angenommen ein Elternteil mag dass das Kind gesund ernährt und lehnt jedweden Junkfood ab. Was wenn jedoch das Kind durch Schule und Freunde McDonald’s für sich entdeckte und der Vater mit ihm dort auch gerne hingeht. In einem gewissen Maß sind einfach unumgehbar.

Ein Kind braucht eine klare Linie und ein Hü und Hott würde es wohl verrückt machen. Doch bei mir kommt es eben so an als ob Du allein bestimmen willst, was das Kind darf und was nicht. Wozu willst Du den Vater überhaupt? Nur zum Zahlen? Du schreibst zwar, dass und was er darf, doch ich erlebe hier wenig bis keine Kompromissbereitschaft. Geantwortet habe ich Dir, weil der Satz mit dem Zweitnamen, dass das ein Zugeständnis Deinerseits gewesen wäre, mich etwas auf die Palme gebracht hat. Wie gesagt, Du hast Dich auf einen Deutschtürken eingelassen und nun willst Du die Wurzeln des Vaters im Kind beschneiden? Ich habe Zweifel, wie das gutgehen kann. Nimm’ doch mal für Dich an, Du wanderst nach Kenia aus. Würdest Du Deinem Kind nicht auch einen „deutschen“ Namen geben wollen? Würdest Du das Kind neben Suaheli, Englisch nicht auch Deutsch lehren? Ich denke, der werdende Vater will eben auch, dass im Sohn die Wurzeln seiner Herkunft sichtbar weiterleben dürfen. Vorstellen kann ich mir, dass das für ihn ein Weg ist, einen Bezug / Kontakt zum Kind zu entwickeln, dass es auch „sein“ Kind ist.

Ich denke an meinen Sohn

und bin nun mal der Meinung, dass ihn sein Vater nicht einfach
mit einem anderen Namen ansprechen sollte.

Ich weiß nicht wie das Kind das aufnimmt, wird er mal z.B. Felix und dann wieder Mohamed gerufen. Doch meines Erachtens hängt das sehr stark davon ab wie die Eltern damit umgehen. Und je starrer, rigoroser Du forderst wie der Junge werden soll, was er darf und was nicht, je weniger kompromissbereit Du bist, desto mehr wird auch der Vater darauf bestehen, dass er so wird er er es möchte. Wenn Du keine Kompromisse eingehen willst / kannst, wieso sollte er es dann? Und das hat nichts damit zu tun, dass er Deutschtürke ist, was die Situation vielleicht durch Stolz und patriarchalisches Denken noch etwas zusätzlich erschweren kann.

Natürlich wird er

erfahren, dass sein Vater Türke ist (bzw. Deutschtürke) und
natürlich wird er auch seinen zweiten Namen wissen. Damit er
sich vielleicht später auch mal umentscheiden kann, falls ihm
der andere Name besser gefällt.

Wieso später? Wieso gibst Du ihm nicht die Chance mit beiden Namen aufzuwachsen und seine Entscheidung zu treffen? Wie schon weiter oben erwähnt, wenn er gar keine Chance hat einen Bezug zu seinem Zweitnamen zu entwickeln, wird er sich später vermutlich kaum umentscheiden wollen. Rechnest Du damit? Oder willst Du Deinem Sohn tatsächlich die Entscheidung offen lassen?

B. darf ihm auch gerne

türkisch beibringen, mit ihm Urlaib in der Türkei machen und
wasweißichnichtnochalles.

Das klingt gut, wobei ich denke, der Vater will eben auch was haben, dass nach außen hin auch zeigt, dass der Junge türkischen Ursprungs ist, damit auch die Wurzeln in ihm sichtbar weiterleben, z.B. Name. Vielleicht bin ich hier etwas überängstlich, doch je weniger Du mit dem Erzeuger überein kommst, je mehr Eure Vorstellungen hinsichtlich Erziehung auseinander driften, umso größer sähe ich auch die Gefahr, dass er den Jungen möglicherweise mal Dir wegnimmt und in der Türkei erzieht, erziehen läßt. Wie gesagt, vielleicht bin ich da zu ängstlich, doch Ihr solltet schon einen einigermaßen gemeinsamen Nenner finden oder es ganz bleiben lassen.

Er hat mir trotzdem mehr oder weniger Ausländerhass
vorgeworfen (nee, klar) und dass ich was gegen Türken hätte.
Jaaaaaaaa! Die gleiche Meinung hätte ich auch bei einem
Schweden, Franzosen, Griechen oder Amerikaner gehabt. Aber
natürlich hab ich gleich was gegen Türken.

Ausländerhass würde ich nun nicht gleich annehmen, zumal Du ja mit ihm auch Sex hattest, und ich Dir mal unterstelle nicht masochistisch zu sein. Doch er mag es so erleben, dass aus seiner Sicht, der Junge deutsch werden soll. Der Junge soll zwar türkisch lernen dürfen und dort Urlaub machen dürfen, doch das kann er auch als Deutscher. Ich würde es wenigstens so empfinden, als Du die Wurzeln des Herkunftslandes des Vaters abschneiden wolltest. Und da verstehe ich, wenn er dies für Ausländerhass hält, auch wenn dem nicht so ist / sein muß.

Mich macht das inzwischen alles ziemlich fertig. Dieser
Zweitname war auch ein Zugeständnis an ihn. Ich habe ihm auch
gesagt, dass er so oft kommen kann wie er mag, um den Kleinen
zu sehen.

Verstehe ich und vor allem so kurz vor der Geburt. Wie schon erwähnt, ich antwortete Dir, weil Du den Zweitnamen als Zugeständnis bezeichnet hast. Wenn Mann und Frau Eltern werden, so ist zwar Erziehung zumeist Frauensache, doch auch Väter wollen teils sich einbringen und sehen dass sie im Kind weiterleben. Natürlich geschieht das nicht - noch lange nicht - durch einen z.B. türkischen Namen allein. Doch er sieht das möglicherweise so und will eben, seine Wurzeln nicht verleugnen und im Kind auch weiter sehen.

Natürlich sind Dinge zu besprechen und da Du nun siehst, dass Du ihn nach 10 Jahren offensichtlich doch nicht so gut kennst, scheint dies auch ein Hinweis dafür zu sein, dass Ihr nicht so wirklich miteinander kommuniziert habt. Doch selbst wenn Menschen offen und ehrlich miteinander reden, so können Dinge sich doch auch ändern im Laufe der Zeit und Entwicklung. Vielleicht würde er im Laufe der Zeit den Jungen dann doch auch mit seinem 1. Rufnamen ansprechen mögen. Oder Ihr sucht Euch einen gemeinsamen Namen aus, der weder deutsch noch türkisch ist oder einen Namen den es in beiden Kulturen gibt.

Nach dem Terror habe ich ihm aber eine Mail geschrieben, in
der ich ihm zwei Vorschläge unterbreitet habe.
1.: Er erkennt die Vaterschaft an, zahlt Unterhalt und kann
den Kleinen sehen so oft er will. Er nennt ihn bei seinem
Rufnamen.

Was darf er denn dem Jungen mit auf dem Weg geben, dass die Umwelt auch sieht, dass hier türkische Wurzeln sind?

2.: Ich gebe ihn nicht als Vater an, er bleibt vollkommen raus
und hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.

Das ist sicherlich keine leichte Entscheidung, vor allem wenn es ums Finanzielle geht. Ich bin zwar der Ansicht, dass auch ein Vater, gleich ob ein Kind untergeschoben wurde, ein „Unfall“ ist oder auch gewünscht entsteht, auch eine Mitverantwortung hat und allerdings auch ein Mitspracherecht. Klar, beide sollten schon weitgehend in den wichtigen Erziehungsfragen überein stimmen. Ist dem nicht so, wäre es möglicherweise in der Tat besser, den Vater ganz raus zu halten. Ihn nur zahlen zu lassen, jedoch nichts entscheiden zu lassen, finde ich nicht in Ordnung.

Ich weiß, dass Vorschlag 2 eher schwierig ist. Er hat auch
daraufhin geantwortet, ihm sei alles egal und ich soll machen,
was er will, ich würde mich ja sowieso nicht um seine Meinung
scheren.

Es klingt durchaus etwas so an als wäre er nicht sonderlich entscheidungsfreudig und klingt etwas angepaßt, ob Kind ja oder nein ist genauso Deine Entscheidung wie ob Vaterrolle oder nicht Vaterrolle. Du sollst machen was er will? Freud läßt grüßen. Deine Worte empfinde ich allerdings auch so als würdest Du das Kind nach Deinen Vorstellungen erziehen wollen ohne wirklich auf die Vorstellungen des Vaters einzugehen, nur wenn es Dir gerade in den Kram paßt. Dh. ich lese hier kaum bis keine Kompromissbereitschaft heraus. Und da soll der Vater für dann zahlen? Hätte ich auch keinen Bock drauf.

Ich bin in der Zwickmühle. Was soll ich denn machen? Das
Jugendamt und das Jobcenter wollen dann auch Namen und
Adressen des Vaters haben (Adresse hat er mir immer noch nicht
genannt) und ich gerate langsam in Schwulitäten, was ich wie
machen soll.

Nun, kommt drauf an, was Du bislang gesagt hast. Wenn Du bereits den Vater erwähnt hast, wird das Arbeitsamt vermutlich drauf bestehen - stelle ich mir wenigstens so vor, die wollen natürlich auch Geld sparen - dass Du den Vater benennst. Wenn Du noch nichts gesagt haben solltest, kannst Du natürlich „Vater unbekannt“ angeben. Sicherlich mag es dennoch nicht einfach sein, denn gleich wie Du Dich heute entscheidest, es kann in der Zukunft anders aussehen. Vielleicht zahlt der Vater doch nicht oder er will später doch Kontakt mit seinem Sohn… Selbst wenn Du heute von was überzeugt bist, wie es laufen soll oder nicht, vielleicht ändert sich auch bei Dir was. Nicht nur der Vater ist hier eine unsichere Größe.

Und es belastet mich und das ärgert mich.

Es kann doch auch nicht sein, dass er wegen eines Problems,
dass er mit mir hat, sich nicht um den Kleinen kümmern will???

Das Problem hat nicht nur er mit Dir sondern auch Du mit ihm. Du schreibst zwar, von kümmern, doch bei mir klingt es so an als würdest Du bestimmen wollen, in welchem Sinn und Maße er sich kümmern darf. Ich verstünde es dann schon, wenn unter solchen Umständen ein Vater auf seine Rolle verzichten mag, auch wenn ich es nicht gut finde. Denn selbst wenn ein Kind ein „Unfall“ ist oder der Mann meint Verhütung sei Frauensache, er trägt einfach auch eine Mitverantwortung an dem was aus dem Sex resultiert(e).

Das sollte mir mal in den Sinn kommen :wink:
Aber ich kann doch auch nicht deshalb sagen „Klar, okay“ und
dann bestimmt er wahrscheinlich auch noch, in welchen
Kindergarten er geht und welche Windeln er bekommt oder was?

Wie schon geschrieben, Du hast Dir hier eine sehr schwierige Situation ausgesucht. Nicht bewußt, klar. Dennoch. Nun, je extremer Du auf Deine Vorstellungen beharrst umso mehr wird er auch auf den seinen beharren, Deutschtürke oder nicht. Das ist was Menschliches. Bei mir kommt es so an als würdest Du gleich von einem Extrem ins andere verfallen, so als hättest Du Angst, wenn Du anfängst Zugeständnisse / Kompromisse zu machen, dann nur noch das gemacht wird, was ER will? Weiter oben war ja diese Freud’sche Fehlleistung, Du solltest machen was er wolle. Ist das Deine Angst, dass wenn Du anfängst Zugeständnisse zu machen, es dann nur noch nach dem Willen des Vaters geht? So als gäbe es nur die eine oder andere Seite? Um Zugeständnisse machen zu können, Kompromisse zu schließen, gehört nun mal auch Konfrontation und miteinander reden. Und das habt Ihr offenbar in den letzten 10 Jahren nicht so tiefgehend gemacht. Vielleicht wäre dies nun eine Gelegenheit damit anzufangen oder Ihr wollt / könnt’ es gar nicht. Doch dann ihn als Zahlvater zu „mißbrauchen“ (so empfinde ich das) ist für mich nicht okay. Es wird sicherlich nicht einfach werden und natürlich werden die grundlegenden Entscheidungen von dem Elternteil getroffen werden bei dem das Kind lebt, und das bist Du in dem Fall. Dennoch sollten meines Erachtens auch gemeinsame Entscheidungen ausdisktuert werden, wenn das beileibe wohl auch nicht immer einfach werden dürfte. Um bei Deinen Beispielen von wegen Kindergarten und Windeln zu bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei den Windeln mitreden wollen würde. Und wenn er was zum Kindergarten sagt, z.B. dass es ein türkischer oder gemischter Kindergarten sein soll und Du aber einen deutschen Kindergarten haben möchtest, so kann ich durchaus verstehen, würde man sich auf einen Kindergarten mit Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsländern einigen. Denn er möchte ja auch, dass das Kind von kleinauf an etwas von seinen Wurzeln, wenn diese sich auch von Generation zu Generation immer mehr verlieren mögen, erfährt und weiß.

Es regt mich einfach inzwischen alles maßlos auf. Er hat sich
um noch gar nichts gekümmert und suhlt sich nur so in seinem
Selbstmitleid und in seiner Wut.

Dazu kennen wir zu wenig die Situation. Was möchtest Du denn um das er sich kümmert? Hast Du es ihm gesagt? Hast Du mit ihm Vereinbarungen getroffen? Z.B. sprachst Du an, er wolle sich um einen Kinderwagen kümmern. Hast Du mal nachgefragt? Vielleicht macht er es nicht, weil er ein unsensibler Deutschtürke ist. Vielleicht mach er es aber auch nicht, weil ihm auch die Situation stinkt, weil er gar nicht weiß, ob und was er Dir recht machen kann. Am Ende passt Dir der Kinderwagen nicht, weil er zu türkisch aussieht? Vielleicht sehe ich das völlig falsch, doch ich erlebe es so als würdest Du bestimmen wollen was passiert. Und wenn dann der Vater sich Deinen Entscheidungen frustriert anpasst oder ihm alles gleich wird / ist, passt Dir auch wieder nicht, dass er „keine Eier“ hat, als ein Schlappschwanz keine Entscheidungen trifft und Initiative ergreift. Das ist zwar sicherlich nun sehr überspitzt von mir, doch im Grunde soll er wohl eine Marionette sein, die nach Deiner Pfeife tanzt. Oder?

Ich versuche das ganze so

weit wie möglich von mir weg zu halten und mich nicht
aufzuregen, aber das klappt halt auch nicht so ganz. Ich habe
jetzt immer wieder einen Versuch gestartet. Ich habe auch das
Gefühl, dass er sich überhaupt nicht gemeldet hätte, wenn ich
seine Nummer nicht aufgetrieben hätte.

Das mag bitter sein. Doch immerhin kommt er zu Dir wenn Du es willst, immerhin ist er nicht untergetaucht. Das hätte er schließlich auch machen können. Wenn Du magst, gib ihm als Vater eine Chance, doch lasse ihn auch die Möglichkeit etwas von seinen Vorstellungen, von seiner Kultur dem Jungen mit auf dem Weg zu geben. Nimm’ ihn als den Vater der er ist und lasse ihn und den Jungen nicht Deine Unzufriedenheit spüren über den Vater der er nach Deinen Idealvorstellungen nicht ist. Er muß dem Jungen ein Vater sein, nicht Dir. Und was für Dich als Vaterqualitäten nicht zählen mag, kann für den Jungen durchaus zählen. Im Grunde ist es doch gar nicht primär wichtig, ob der Junge nun Türke oder Deutscher ist, wobei natürlich jedes Elternteil seine Vorstellungen an Erziehung dem Kind „angedeihen“ lassen möchte. Primär zählt doch nur, dass das Kind glücklich und zufrieden wird, in seinen Möglichkeiten und Talenten gefördert wird und bestmöglich auf sein Leben vorbereitet wird. Und das liegt eben nicht nur an Euren beiden (unterschiedlichen) Vorstellungen, sondern eben auch wie Ihr mit diesen Unterschieden umgeht, umgehen lernt.

Ach ja - seine Eltern wohnen in der Türkei. Ihnen hat er in
den über 6 Monaten, in denen er Bescheid weiß noch nichts
gesagt. Seine Tante ist krank. Ach so. Da denke ich auch
langsam, dass er vielleicht mit einem unehelichen untürkischen
Kind gar nicht ankommen darf? Aber das nur am Rande…

Wie schon erwähnt, manch eine Frau wäre intuitiv um solch eine Situation zu vermeinden, schon deshalb allein Sex mit einem Menschen der seine Wurzeln in einer anderen Kultur hat, aus dem Weg gegangen. Ich lese hier was Du willst, was Dich grämt. Wie sehr erkennst Du an was er möchte? Stell’ Dir vor Du würdest das Kind bekommen und mit ihm in die Türkei gehen, würdest den Jungen zum Moslem erziehen usw. usf. Klar, das wird nicht der Fall sein. Doch dächtest Du nicht auch, dass Deine Eltern das auch nicht okay fänden, würde der Junge seiner deutschen Wurzeln beraubt werden? Klar, Du kannst nun eine Rechnung aufmachen, der Vater ist Deutschtürke, also mehr Deutsch als Türke. Das mag ja alles richtig sein. Und ich finde ja auch, dass er auch zu Kompromissen bereit war, siehe Zweitnamen. Doch - und darum drehen sich nahezu alle meine Worte - ich erlebe es so, als würdest Du die türkischen Wurzeln einfach abschneiden wollen. Und dagegen wehrt er sich verständlicherweise. Denn nicht nur dass er sich wohl wünscht, dass sie in seinen Nachkommen ein Stück weiterleben mögen, ich würde es auch so empfinden als wäre ich nicht okay bzw. meine Wurzeln wären nicht gut, wenn sie nicht oder nur sehr selektiv an das Kind weitergegeben werden dürfen. Also, was darf er dem Sohn mit auf dem Lebensweg geben, das ihn als Deutschen mit türkischen Wurzeln erkennen läßt?

Da sprichst Du von seinem Selbstmitleid und seiner Wut. Wer von Euch beiden ist der Patriarch? Bzw. wie schon erwähnt, vielleicht hast Du Angst, dass wenn Du im bildlichen Sinne, Du ihm den kleinen Finger gibst, er die ganze Hand wolle, so als wenn Du anfängst ihn mit entscheiden zu lassen, nur noch gemacht werden würde was er will. Ob das Kind nun ein Türke oder ein Deutscher wird (ums mal platt auszudrücken) ist nicht relevant. Dass er mal sein Leben gerne und zufrieden lebt, das steht im Vordergrund. Doch dazu gehört eben auch, dass die Eltern sich arrangieren (lernen). Wenn das nicht möglich ist, dann eben tatsächlich alleinerziehend, doch dann würde ich auch auf Unterhalt verzichten mögen. Keine Rechte, keine Pflichten.

Habt Ihr einen Rat für mich, was ich tun soll? Ich hab sowieso
schon soviel Streß und muß mich alleine um alles kümmern. Und
bei den Ämtern muß ich ja auch irgendwas angeben…Ich wunder
mich auch so sehr über ihn, bisher war er eigentlich total
„untürkisch“ und jetzt kommt er plötzlich damit an…

Wie schon eingangs erwähnt, manche Männer mutieren dann zum Patriarchen / Macho. Doch vielleicht liegt es auch daran, dass Du just vor diesem Zustand Angst hast, und deshalb ihm gar nicht wirlich entscheiden lassen willst. Du willst einerseits dass er sich kümmert, dass er Verantwortung übernimmt, aber nur so Du es willst bzw. wie Du es erlaubst. Das ist kein Mann sondern ein Hampelmann. Hast Du ihn schon mal gefragt, was er machen möchte? Wie geagt, vielleicht hat er Angst, er macht Dir ja doch nichts recht und macht deshalb lieber gar nichts. Er ist nicht Dein Bediensteter oder Deine Marionette. Wenn er (Zahl-)Vater sein soll, dann soll er nicht nur Pflichten haben müssen sondern auch Rechte haben dürfen. Und dazu gehören auch mal Dinge, die Dir möglicherweise nicht gut gefallen. Wobei das Wohl des Kindes immer im Vordergrund steht. Für den Kleinen muß es halt eine klare Linie geben, soll heißen, nicht dass mal dieses ihm als richtig und wichtig oder falsch gezeigt wird und dann wieder jenes.

Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp?

Möglicherweise wirst Du mich nun nach meiner Antwort jetzt in Stücke zerreisen wollen. Damit muß ich leben. Ich verstehe Deine angespannte Situation sicherlich gut. Doch ich sehe es halt nicht so wie die anderen hier. Meine Empfehlung wäre mal mit Dir wirklich ins Gericht zu gehen und Dich ehrlich zu hinterfragen, ob Du von Erziehungsfragen etwas an den Erzeuger abgeben magst / kannst? Was das wäre? Wie sehr bist Du zu Kompromissen bereit / fähig? Und vielleicht solltet Ihr Euch im Vorfeld zusammen setzen und klären, was ihm für seinen Jungen wichtig ist und was Dir wichtig ist. Schreibt es meinethalben ruhig auf. Macht eine Liste. Und dann entscheide ob Du mit den Vorstellungen des Vaters leben kannst. Wenn nicht, so würde ich dann auf den Zahlvater verzichten. Du kannst ja dennoch dem Sohn und dem Vater die Möglichkeit geben einander kennenzulernen, wobei mit dem Vater abgesprochen werden müsse, das Du die Erziehung bestimmst. Die Frage ist, ob er das so ganz hinnehmen kann und will, denn selbst wenn Du ihm das Besuchsrecht verwehren möchtest, er hat auch Rechte. Also, bevor es so eine so sehr schwierige Situation mit verhärteten Fronten wird, wäre es für Euch alle gut, würdet Ihr einen gemeinsamen Nenner finden, der Euch als Elternpaar und sowieso dem Kind gerecht wird.

Vielen Dank schon mal fürs Lesen und auch schon mal schöne
Feiertage!

Vermutlich keine wirklich befriedigende Antwort für Dich. Es ist auch eine vedammt schwierige Situation und die würde Dir sicherlich niemand gerne abnehmen wollen. Wie gesagt, sei ehrlich zu Dir, wo und bei was kannst Du Zugeständnisse / Kompromisse machen und wo kann / will er dasselbe tun. Ich wünsche Euch einen gemeinsamen Nenner zu finden. Eine besinnliche Zeit und alles Gute im Neuen (Lebens-) Jahr mit Deiner neuen Mutterrolle.

Ciao,
Romana

M.

Zunächst möchte ich Dir mal zu Deinem Baby und Deiner baldigen
Mutterrolle Glück wünschen und dass Du sie gut und gerne
ausfüllst.

Danke! Mal schauen, ob noch dieses Jahr oder nächstes :wink:

Ob eine Frau nun ein Kind (und einen Zahl/vater) haben möchte
oder ein Kind trotz Verhütung entsteht, es wollte jedenfalls
in diese Welt gebracht werden, und in diesem Fall von Dir. Ich
will gerne glauben, dass Kinder sich ihre Eltern aussuchen, um
eben bestimmte Erfahrungen in ihrem Leben machen zu können.

Ich sage es ganz ehrlich. Ich nehme eigentlich die Pille. ich weiß nicht genau, warum ich schwanger geworden bin. Vielleicht war ich nicht genau genug. Ich war bei einem Jobgespräch in Frankfurt, wir waren abends noch weg, haben uns die Kante gegeben und… naja… :wink:

Wie war es für Dich, dass er für beide Entscheidungen, Kind
austragen oder abtreiben, offen war? Hättest Du Dir gewünscht,
er wäre nur offen für eine Entscheidung, nämlich dass Du das
Kind kriegen sollst, gewesen?

Ich war erleichtert darüber. Denn ich war mir am Anfang gar nicht sicher, wie ich handeln würde und es wär schlecht gewesen, wenn mich dann jemand zu irgendeiner Entscheidung gedrängt hätte - egal welche.

Das kann passieren, wenn man ein Kind mit einem Menschen
zeugt, den man nicht wirklich kennengelernt hat. Erschwert
wird das möglicherweise auch noch dadurch, wenn das andere
Elternteil aus einem anderen Kulturkreis kommt. Auch mit
jemanden 10 Jahre Kontakt zu haben, heißt noch lange nicht,
dass man sich kennt. Du sprichst anfänglich von einem sehr
guten Bekannten und später davon, dass es nicht mal so ein
Bekannter wäre. Das läßt mich mutmaßen, dass Du ihm manches an
Eigenschaften und Verhaltensweisen „übergestülpt“ hast, ohne
diese wirklich auch nach 10 Jahren mal auf Wahrheitsgehalt hin
zu überprüfen.

Naja, „übergestülpt“ vielleicht nicht unbedingt. Ich habe ihn halt nur so kennengelernt. So hat er sich halt all die Jahre über gegeben.

Das erlebe ich auch als Phänomen. Das ist sicherlich keine
statistische Erhebung, doch ich habe schon öfter von Frauen
gehört, dass deren Mann in der Zeit vor der Ehe „deutsch“ war,
und nach der Eheschließung mutierte er zum Türken, Tunesier,
Sudaner, Marokkaner… Sprich auf einmal wurden diese
patriarchischen Denk- und Verhaltensweisen an den Tag gelegt.
Das mag sicherlich nicht immer so sein, doch ich höre davon
öfter.

Ich finde es auch komisch. Denn wenn ich mich wirklich so durch und durch einem Land angehörig fühle, dann entscheide ich mich doch auch dann für die Staatsbürgerschaft und nicht für eine andere - nur weil es dann für mich einfacher ist?

Also Probleme schon an der Basis. Was spricht dagegen dass Du
ihm einen türkischen Zweitnamen gibst der auch Dir gefällt
oder ihm den Zweitnamen aussuchen läßt?

Eben nichts. Mein Vorschlag.

Ich denke nicht, dass

ein Name nur Muttersache ist. Und wenn er für das Kind auch da
sein soll, zahlen soll, denke ich, dass er auch einen Teil
mitbestimmen darf.

Das darf er auch. Auch bei dem deutschen Namen. Aber der interessiert ihn ja gar nicht, den will er noch nicht mal wissen…

Du schreibst der Sohn könne sich später

selbst mal entscheiden wie er gerufen werden wolle. Nun, wenn
er mit einem „deutschen“ Namen aufwächst, wird er wohl kaum
einen Bezug zu einem türkischen Namen entwicklen können.

Warum nicht? Wenn er mit seinem Vater die Türkei kennenlernt, türkisch lernt etc? Oder sein Vater ihn mit BEIDEN Namen ruft? Das ist doch alles kein Problem. Aber dass er sich weigert, den deutschen Namen zu nennen - nun, das ist für mich ein Problem. Ich habe kein Problem mit dem türkischen Namen, deshalb wird er auch einen bekommen. Aber der Rufname ist nunmal der Rufname. Und der muß auch vom Vater in den Mund genommen werden, punkt.
Es

soll ja auch Deutsche geben, die einen italienischen Namen
haben. :smile: Was spricht dagegen, wenn er seinen Sohn mit dem
türkischen Namen ruft und Du mit dem „deutschen“ Namen? Du
findest es affig, wenn er den deutschen Namen nicht verwenden
mag, und ich finde es nicht minder affig, wenn nicht auch Du
mal den türkischen Namen rufen magst. Du hast mit diesem Mann
das Kind gezeugt, und er hat wohl auch einen türkischen Namen,
oder?

Ja, und? Ganz ehrlich, wenn ich in Spanien geboren worden wäre, spanische Staatsbürgerin wäre und dort mit einem Mann ein Kind hätte, dass ER aufzieht würde ich nicht und niemals auf einem deutschen Erstnamen bestehen. Warum denn? Ein zweiter, damit man weiß, dass er auch deutsche Wurzeln hat, okay. Aber ich würde mich nicht weigern, ihn bei seinem spanischen Namen zu nennen. Schließlich lebe ich dann in diesem Land - da sollte man sich doch dann nicht scheuen, auch die Namen des Landes in den Mund zu nehmen, oder?

Z.B. weil der Vater türkische Wurzeln hat? Ich persönlich käme
mit dieser patriarchischen Struktur gar nicht zurecht. Du bist
eine erwachsene Frau und weißt wie Kinder entstehen, auch
durch sogenannte „Unfälle“. Dann ist es halt auch an Dir vorab
mögliche Konsequenzen zu überlegen, bevor Du mit jemanden in
die Kiste steigst oder wo auch immer hin. Das hat nichts mit
Moral zu tun, sondern ich finde es scheiß egal, ob das Kind
Türke, Deutscher oder was weiß ich ist, das Kind soll
glücklich und zufrieden werden.

Ganz genau das finde ich auch. Und genau deshalb will ich nicht, dass alle zwei Wochen oder wann er denn mal eben Bock hat einer vorbei kommt, der ihn anders nennt als alle anderen. Beide Namen, okay - aber nur der andere - no way…

Und wenn Du mit einem Mann

türkischer Herkunft ein Kind zeugst, so möchte für mich
verständlicherweise auch der Vater ein Stück weit seine Kultur
weitergeben.

Habe ich mich auch nie gegen gewehrt. Der darf zu seinen Großeltern in die Türkei, der kann ihm türkisch beibringen, der kann ihm seine Kultur nahebringen, der kann alles machen. Wo sperre ich mich denn dagegen? es geht einzig und alleine darum, dass der Name eben angepaßt ist an eine deutsche Mutter und einen eigentlich deutschen Vater, die beide in Deutschland leben. Und die türkischen Wurzeln darf der Vater weitergeben, wie er will. Nur eine Religion wird der Kleine nicht annehmen. Das ist nun wirklich was, das er mal selbst entscheiden soll.

Ich weiß nicht aus welchen Gründen immer Ausländer auswandern.
Doch gleich weshalb sie es tun, tun müssen, die Wurzeln
bleiben doch auch oft im Herkunftsland. Du schreibst davon,
dass er mit dem Jungen mal Urlaub in der Türkei machen könne
oder dass er ihm auch die Sprache beibringen dürfe. Nun, für
die türkische Sprache oder für die Türkei als Urlaubsland kann
man sich auch als Deutscher interessieren.

Ja, und? Und er vielleicht besonders, weil er einen türkischen Vater hat. Ist doch okay? Sein eigener Vater kennt das Land auch nicht besser, der ist einmal im Jahr zum Urlaub da und das wars!

Du trägst das Kind im Bauch und wie kann der (Zahl-)Vater eine
Beziehung zu dem Kind aufbauen, wo er Dich doch scheinbar eh
nicht sooft in der Schwangerschaft gesehen hat. Ich kann
verstehen, wenn er keinen Bezug hat / bekommt, wenn Du ihm das
Gefühl gibst, es ist Dein deutsches Kind und seine türkischen
Wurzeln haben in dem Kind nichts verloren. Dem ist einfach
nicht so, auch wenn Du dem Jungen nie eine Chance geben
solltest, auch diesen Teil in sich zu entwickeln.

Ich habe ihm immer gesagt, dass ich da total offen bin. Es geht doch nur um den Namen! Ich gebe ihm alle Chancen, das zu entwickeln! Ich sperre mich da gegen nichts. Aber ich werde jetzt nicht den Vater, der noch keinen Finger krummgemacht hat, den Namen bestimmen lassen, ganz einfach!

Und wieso wolltest Du Dich nicht festlegen? Er soll sich doch
auch festlegen zu zahlen.

Nein, soll er nicht. Es wäre mir am liebsten, er würde gar nicht zahlen. Es geht mir nicht um die Kohle. Aber dann ist mir halt das Amt auf den Fersen - für das Gesetz kann ich nichts.

Das klingt natürlich sehr lieblos. Doch vielleicht ist der
Versuch dem Kind auch was Türkisches mit auf den Lebensweg zu
geben, seine Weise einen Bezug zu dem Kind herzustellen?

Kann er doch machen! Türkischer Zweitname und dann alles was er will!!! Reicht das immer noch nicht?

Wieoft hat er Dich denn während der Schwangerschaft gesehen,
Deinen Bauch gespürt, den Kleinen mal boxen gefühlt? Klar, ich
verstehe Dich da sehr gut, das schmerzt. Vielleicht ist er
hier unsensibler, vielleicht ist es eine Mentalitätsfrage,
doch ich glaube dass er da als Deutschtürke mit so einem
Verhalten nicht so wirklich allein ist. Auch andere Männer
reagieren da leider nicht besser.

Ja, sorry. Aber ich hab alle Probleme deswegen gehabt, ich hab gelitten, hatte keine Krankenversicherung, kein Geld und alles. Das ging ihm auf gut deutsch am Arsch vorbei. Und sobald es um IHN geht (wohlgemerkt um IHN, nicht um das Kind), soll ich einverstanden sein und einfach nicken? Nö…

Dass Du Dir das wünscht, verstehe ich. Hast Du ihn mal
gefragt, ob ihn das interessiert und gegebenenfalls wieso
nicht bzw. wie er denn sein Interesse äußert?

Aber ja. Hat er alles abgestritten. Er interessiere sich ja brennend. Nee, klar. Hab ich genau gar nix von gemerkt…

Du schreibst,

„verschnupft“ gewesen zu sein. Nun, vielleicht spürte er
Deinen Ärger, wußte ihn aber nicht zuzuordnen, weil Du nicht
wirklich offen mit ihm gesprochen hast, und er fühlte sich
nicht wirklich als Vater angesehen / erwünscht.

Oh, ich habe sehr, sehr offen mit ihm gesprochen. Und ihm ganz ruhig alles gesagt, was mich stört.

Das Kind hat

nun mal den Vater den es nun hat. Ob Du Dir dann einen
sozialen Vater und Partner für Dich dazu findest, steht auf
einem ganz anderen Blatt. Er bleibt der biologische Vater,
gleich ob er seine Rolle als sozialer Vater nun übernehmen
wird oder nicht.

Ja, ist ja auch okay. Deshalb dann ein türkischer Zweitname. Den ich ihm auch gebe, wenn er sich jetzt total raushalten will.

Das klingt so, als hättest Du erwartet oder Dir wenigstens mal
gewünscht, dass er die Unterhaltsfrage thematisiert. Auch das
kann ich verstehen, zumal es der Frau ein größeres
Sicherheitsgefühl gibt. Doch momentan sehe ich nur, dass da
ein Kind kommt und frage mich wie sehr hatte der werdende
Vater denn bislang die Möglichkeit überhaupt bekommen, einen
Bezug zu seinem Kind entwickeln zu können.

Alle Möglichkeiten. Meine Tür stand jederzeit offen. Für alle Fragen und Anmerkungen. Was kam waren nur und ausschließlich Forderungen.

Wie gesagt, Du hast

Dich auf einen Deutschtürken eingelassen und nun scheinst Du
seine türkischen Wurzeln abschneiden zu wollen. So würde ich
das jedenfalls erleben.

Wie denn? Bitte erkläre mir das? Ich verstehe es nicht!!! Wein ich ihm keinen türkischen Erstnamen gebe? Bitte sag es mir!

Du willst bestimmen, was an Türkentum

der Kleine mit auf seinem Lebensweg übernehmen darf und was
nicht, und der Vater soll zahlen.

Nein. Das unterstellst Du mir. Kohle ist mir scheißegal. Der Staat brennt darauf, dafür kann ich nichts. Und was er an Türkentum mitkommen - bin ich, wie gesagt, offen. Solang er ihn nicht heimlich zu einer Beschneidung nimmt oder sowas. Erklären und zeigen darf er ihm alles. Ich verstehe Dich jetzt gerade wirklich nicht.

Da würde ich mich beschissen

fühlen als Vater. Klar, es gibt reichlich Männer die eine Frau
schwängern und dann das Weite suchen, keine Verantwortung
übernehmen, und denken, dass das das Problem der Frau ist.
Doch es gibt auch Frauen die ein Kind wollen und sich dann
jemanden finden der das finanziert.

Wie gesagt, Geld ist mir egal. Außerdem ist bei ihm sowieso nichts zu holen.

Natürlich ist das Geld als

Alleinerziehende, wenn man keinen finanziellen Hintergrund
hat, zumeist nicht so üppig. Die Verhütung geht halt nicht nur
eine Seite an. Da sind sicherlich beide Seiten verantwortlich.
Und dann stellt sich halt die Frage, ohne dass eine Antwort
hier gewünscht wird, versagte das Verhütungsmittel oder
versagte die Verhütung bzw. war das Kind sogar als „Unfall“
gewünscht?

s.o. Da war gar nichts „gewünscht“. Bitte!!!

Tja, einmal ein sehr guter Bekannter, dann doch wieder
nicht…

Habe ich falsch ausgedrückt. Ich habe halt einfach von Freunden und Bekannten keine Adressen. Haben heutzutage halt nicht mehr viele und ich auch nicht.

Das klingt bitter und da kann ich Deine Enttäuschung drüber
bestens verstehen. Das macht nicht gerade viel Mut, ob er denn
wirklich mal zahlen will und als Vater da sein will oder ob er
nur davon redet. Das wird die Zukunft bald zeigen.

Sorry, aber ich kann mich auch jetzt nicht entscheiden, ob ich da jetzt Bock drauf habe oder nicht und mir das mit der Zeit überlegen! Entweder es kommt jetzt was oder nicht.

Erwarte nicht, sondern konfrontiere ihn. Klar, das schmerzt
sehr, wenn ein werdender Vater so ignorant, so gleichgültig
ist / scheint. Doch vielleicht ist es ihm gar nicht bewußt,
vielleicht denkt er anders… Zeige ihm was Du brauchst damit
es Dir gutgeht und Du eine gute Mutter sein kannst. Ob er dann
dem nachkommen will und kann, ist nochmal ein anderer Punkt.

Ich habe wahnsinnig offen geredet, die ganze Zeit. Immer!

Doch der Mann kann offenbar nicht riechen, was Du willst /
brauchst. Klar, es sollte selbstverständlich sein, dass er
sich nach Eurem Befinden erkundigt. Das ist es aber
offensichtlich nicht für ihn. Also, höre auf „verschnupft“ zu
sein, sondern sage was Du willst / brauchst. Und akzeptiere
auch, dass er nicht immer der Vater sein kann so wie Du ihn
idealerweise gerne hättest.

Davon ist er sowieso weit entfernt. Bisher war er es aber auch zu 0%. Denn nur böse Worte und Forderungen, kein Interesse am Zustand des Kindes. Nein, ich weiß nicht, warum Du das so vehement verteidigst.

Denn auch Du bist (in seinen

Augen) wohl nicht immer die ideale Mutter. Denn leider geht
dies zumeist zulasten des Kindes, wenn Mütter ihren Frust dann
über das Kind austragen, indem sie schlecht über den Vater
reden, oder auch nur ihre trauige Stimmung das Kind spürt bzw.
den Umgang mit dem Vater verbieten.

Bitte? Ich würde NIEMALS schlecht über ihn sprechen vor meinem Kind. NIEMALS! Und ich habe schon öfter betont, dass ich niemals den Umganz verbieten würde. Ich weiß nicht, warum Du mir so viele Dinge unterstellst, die überhaupt gar nicht der Wahrheit entsprechen! Wie kommst Du denn darauf? Habe ich das mit irgendeinem Wort gesagt? Und ich habe das auch ihm gegenüber immer wieder betont!

Das klingt doch gut. Ihr seid auf dem Weg zu einem Kompromiss
gewesen.

Yo.

Und Dir? Möglicherweise wären manche Frauen intuitiv Sex mit
einem Menschen der die Wurzeln in einer anderen Kultur hat aus
dem Weg gegangen. Du hast sicherlich hier Dir keine einfache
Situation geschaffen. Und wie sich das entwickeln wird, ist
offen. An anderer Stelle schreibst Du, dass Du sehr gut ohne
ihn auskämst und dass Du sehr gerne alleinerziehend bist,
während Du hier meinst, Du würdest mit ihm vieles besprechen
wollen und was er dürfe. Ich denke mal unabhängig von dem
Patriarchentum das manch ein Türke wohl an den Tag legt, würde
es kaum einem Vater gefallen, wenn nur die Vorstellungen der
Mutter umgesetzt werden. Da geht es noch nicht mal um
Religion, Beschneidung… Angenommen ein Elternteil mag dass
das Kind gesund ernährt und lehnt jedweden Junkfood ab. Was
wenn jedoch das Kind durch Schule und Freunde McDonald’s für
sich entdeckte und der Vater mit ihm dort auch gerne hingeht.
In einem gewissen Maß sind einfach unumgehbar.

Tut mir leid, aber alleinerziehende Frauen haben nun mal das letzte Entscheidungsrecht. Und das ist auch gut so. Sonst gibt es vielleicht nie Entscheidungen. Und das wird bei mir auch so sein. Da wird es keine Ausnahme geben. Ich müßte auch da gar nichts mit ihm besprechen. Aber ich tu es, weil es ihn auch etwas angeht, weil er der Vater ist. Aber nicht, wenn ihm das Wohl des Kindes scheißegal ist und es hier nur darum geht, was er gerne hätte.

Ein Kind braucht eine klare Linie und ein Hü und Hott würde es
wohl verrückt machen.

Ganz genau!

Doch bei mir kommt es eben so an als ob

Du allein bestimmen willst, was das Kind darf und was nicht.

Größtenteils schon. Denn jemand, der alle paar Wochen mal für ein paar Stunden vorbeikommt, soll das nciht entscheiden dürfen. Ganz einfach.

Wozu willst Du den Vater überhaupt? Nur zum Zahlen?

Nein. Und dazu sage ich jetzt auch nichts mehr.

Du

schreibst zwar, dass und was er darf, doch ich erlebe hier
wenig bis keine Kompromissbereitschaft.

Bitte? Ich gestehe ihm viel mehr Rechte ein, als ihm zustehen, aber Du bist wohl der Meinung, der Mann sollte bestimmen, egal ob er irgendwas beiträgt oder nicht? Während ich mich alleine ums Kind kümmere. Nee, klar!

Geantwortet habe ich

Dir, weil der Satz mit dem Zweitnamen, dass das ein
Zugeständnis Deinerseits gewesen wäre, mich etwas auf die
Palme gebracht hat. Wie gesagt, Du hast Dich auf einen
Deutschtürken eingelassen und nun willst Du die Wurzeln des
Vaters im Kind beschneiden?

Es ist ein Zugeständnis, weil er rechtlich gesehen da kein Recht hat. Punkt. Wo, bitte schön, will ich die Wurzeln beschneiden? DSeiner Meinung nach sollte er also einen türkischen Erstnamen bekommen, weil der Mann türkische Eltern hat, oder wie?

Ich habe Zweifel, wie das gutgehen

kann. Nimm’ doch mal für Dich an, Du wanderst nach Kenia aus.
Würdest Du Deinem Kind nicht auch einen „deutschen“ Namen
geben wollen?

Er ist aber nicht ausgewandert. Er ist hier geboren. Unterschied. Er spricht noch nicht mal richtig türkisch. Mein deutsch ist fließend.

Würdest Du das Kind neben Suaheli, Englisch

nicht auch Deutsch lehren? Ich denke, der werdende Vater will
eben auch, dass im Sohn die Wurzeln seiner Herkunft sichtbar
weiterleben dürfen. Vorstellen kann ich mir, dass das für ihn
ein Weg ist, einen Bezug / Kontakt zum Kind zu entwickeln,
dass es auch „sein“ Kind ist.

Sag mir bitte nochmal, wo Du das herhast, dass er kein türkisch lernen soll. Ich bin gespannt und warte auf ein Zitat.

Ich weiß nicht wie das Kind das aufnimmt, wird er mal z.B.
Felix und dann wieder Mohamed gerufen. Doch meines Erachtens
hängt das sehr stark davon ab wie die Eltern damit umgehen.
Und je starrer, rigoroser Du forderst wie der Junge werden
soll, was er darf und was nicht, je weniger kompromissbereit
Du bist, desto mehr wird auch der Vater darauf bestehen, dass
er so wird er er es möchte. Wenn Du keine Kompromisse eingehen
willst / kannst, wieso sollte er es dann? Und das hat nichts
damit zu tun, dass er Deutschtürke ist, was die Situation
vielleicht durch Stolz und patriarchalisches Denken noch etwas
zusätzlich erschweren kann.

Also nochmal: Der einzige „Kompromiss“, den ich nicht eingehe ist, dass der Junge keinen türkischen Erstnamen bekommt und bei seinem Rufnamen genannt wird. Wie das nun mal so üblich ist. Dass Du mir unterstellst, ich würde keinerlei Komromisse eingehen wollen, finde ich ein bißchen krass. Denn ICH mache ihm Vorschläge und ich komme jedes Mal auf ihn zu und will das klären. Ihm ist das egal und ich hänge hier mit den Problemen. So ist das.

Wieso später? Wieso gibst Du ihm nicht die Chance mit beiden
Namen aufzuwachsen und seine Entscheidung zu treffen? Wie
schon weiter oben erwähnt, wenn er gar keine Chance hat einen
Bezug zu seinem Zweitnamen zu entwickeln, wird er sich später
vermutlich kaum umentscheiden wollen. Rechnest Du damit? Oder
willst Du Deinem Sohn tatsächlich die Entscheidung offen
lassen?

Mit beiden Namen kann ich ihn nicht aufwachsen lassen, weil ich nicht jede zweite Person abzählen kann und der eine soll ihn dann so nennen und der andere so. Und ich werde ihn auch nicht immer mit zwei Namen ansprechen, das ist mir ehct zu nervig. Und ich habe mich informiert, wenn da hin und wieder einer kommt, der ihn vollkommen anders nennt ist das verwirrend für das Kind. Und wenn er später Bock hat, sich anders nennen zu lassen ist das für mich okay.

Das klingt gut, wobei ich denke, der Vater will eben auch was
haben, dass nach außen hin auch zeigt, dass der Junge
türkischen Ursprungs ist, damit auch die Wurzeln in ihm
sichtbar weiterleben, z.B. Name. Vielleicht bin ich hier etwas
überängstlich, doch je weniger Du mit dem Erzeuger überein
kommst, je mehr Eure Vorstellungen hinsichtlich Erziehung
auseinander driften, umso größer sähe ich auch die Gefahr,
dass er den Jungen möglicherweise mal Dir wegnimmt und in der
Türkei erzieht, erziehen läßt. Wie gesagt, vielleicht bin ich
da zu ängstlich, doch Ihr solltet schon einen einigermaßen
gemeinsamen Nenner finden oder es ganz bleiben lassen.

Nun gut, aber ich bin immer noch der Meinung, dass ich mehr mit der Erziehung zu tun habe, als der Vater, der hin und wieder mal alle paar Wochen für ein paar Stunden vorbei kommt! Wann es ihm paßt! Ich habe so viele mehr Pflichten, da muß ich auch zwangsläufig mehr Rechte haben. Schon weil ich den Kleinen einfach besser kennen werde. Er trifft dann irgendwelche Entscheidungen und kennt das Kind schlechter als der Nachbar? Nee, sorry…

Ausländerhass würde ich nun nicht gleich annehmen, zumal Du ja
mit ihm auch Sex hattest, und ich Dir mal unterstelle nicht
masochistisch zu sein. Doch er mag es so erleben, dass aus
seiner Sicht, der Junge deutsch werden soll. Der Junge soll
zwar türkisch lernen dürfen und dort Urlaub machen dürfen,
doch das kann er auch als Deutscher. Ich würde es wenigstens
so empfinden, als Du die Wurzeln des Herkunftslandes des
Vaters abschneiden wolltest. Und da verstehe ich, wenn er dies
für Ausländerhass hält, auch wenn dem nicht so ist / sein muß.

Nochmal: Wo habe ich irgendwie angedeutet, dass ich die Wurzeln abschneiden will? Er weiß doch selbst kaum was über „sein“ Land. Fährt da mal zum Urlaub an den Strand. Na toll! Ist Schweinefleisch, säuft, kifft. Was soll er dem Kleinen denn erklären und zeigen?

Verstehe ich und vor allem so kurz vor der Geburt. Wie schon
erwähnt, ich antwortete Dir, weil Du den Zweitnamen als
Zugeständnis bezeichnet hast. Wenn Mann und Frau Eltern
werden, so ist zwar Erziehung zumeist Frauensache, doch auch
Väter wollen teils sich einbringen und sehen dass sie im Kind
weiterleben.

Tut mir leid. Aber warum soll er sich alle Vorteile rausziehen? Was er zahlen müßte wäre fast nichts. Ich habe inzwischen riesige Schulden, nur für das Kind. Ich arbeite nicht mehr. Er will das alles so bleibt wie es ist und sich nur das angenehme raussuchen. Und das geht nicht.

Natürlich geschieht das nicht - noch lange nicht

  • durch einen z.B. türkischen Namen allein. Doch er sieht das
    möglicherweise so und will eben, seine Wurzeln nicht
    verleugnen und im Kind auch weiter sehen.

Wie gesagt - kein Problem für mich.

Was darf er denn dem Jungen mit auf dem Weg geben, dass die
Umwelt auch sieht, dass hier türkische Wurzeln sind?

Fast alles was er will. Außer dass er ihn zu einer Religion zwingt o.ä. Aber er darf ihm alles erklären wo er herkommt und ihm türkisch beibringen etc. Kann auch mit ihm auf ne türlkische Party gehen, was weiß ich nicht alles. Aber was ist das großartig weniger als das, was er von mir mit auf den Weg bekommt???

2.: Ich gebe ihn nicht als Vater an, er bleibt vollkommen raus
und hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.

Das ist sicherlich keine leichte Entscheidung, vor allem wenn
es ums Finanzielle geht. Ich bin zwar der Ansicht, dass auch
ein Vater, gleich ob ein Kind untergeschoben wurde, ein
„Unfall“ ist oder auch gewünscht entsteht, auch eine
Mitverantwortung hat und allerdings auch ein Mitspracherecht.
Klar, beide sollten schon weitgehend in den wichtigen
Erziehungsfragen überein stimmen. Ist dem nicht so, wäre es
möglicherweise in der Tat besser, den Vater ganz raus zu
halten. Ihn nur zahlen zu lassen, jedoch nichts entscheiden zu
lassen, finde ich nicht in Ordnung.

Ist aber gestzlich so geregelt. Und gut so. Ganz erhlich: Möchtest Du, dass jemand über Dein Kind entscheidet, der es nicht kennt? Und sag mir doch mal bitte, wie das praktisch gehen soll. Ich rufe ihn immer an in Frankfurt und frage was er will. Und wenn wir unterschiedlicher Meinung sind, was dann? Dann entscheidet er, oder wie? Oder einfach immer das Gericht? Oder vielleicht doch lieber die Person, die das ind erzieht? Man muß doch überlegen, was besser für das Kind ist. Und das ist ganz offensichtlich und bewiesen, wenn der entscheidet, der das Kind erzieht! Und dafür dass er zahlt darf er sein Kind sehen. So ist das nun mal. Und es ist auch wahrlich nicht so, dass er die Hälfte beitragen muß, sondern nur einen minimalen Teil. Ich werde doch auch nciht gefragt, ob ich zahlen will! Er aber schon oder wie???

Es klingt durchaus etwas so an als wäre er nicht sonderlich
entscheidungsfreudig und klingt etwas angepaßt, ob Kind ja
oder nein ist genauso Deine Entscheidung wie ob Vaterrolle
oder nicht Vaterrolle. Du sollst machen was er will? Freud
läßt grüßen. Deine Worte empfinde ich allerdings auch so als
würdest Du das Kind nach Deinen Vorstellungen erziehen wollen
ohne wirklich auf die Vorstellungen des Vaters einzugehen, nur
wenn es Dir gerade in den Kram paßt.

Woher - nochmal - hast Du das?

Dh. ich lese hier kaum

bis keine Kompromissbereitschaft heraus. Und da soll der Vater
für dann zahlen? Hätte ich auch keinen Bock drauf.

Jetzt reichtb es mir langsam. Du stellst mich hier dar, als würde ich Geld aus dem Vater rauspressen wollen. Er hat nichts und mir geht es am Arsch vorbei. Ich finde es unfair, wie Du mich hinstellst. Und meine ompromißbereitschaft ist wohl größer als bei 90% aller Frauen. Aber anscheinend bist Du wirklich der Meinung, dass die Frau die Arbeit macht und der Mann die Entscheidungen trifft, was?

Nun, kommt drauf an, was Du bislang gesagt hast. Wenn Du
bereits den Vater erwähnt hast, wird das Arbeitsamt vermutlich
drauf bestehen - stelle ich mir wenigstens so vor, die wollen
natürlich auch Geld sparen - dass Du den Vater benennst. Wenn
Du noch nichts gesagt haben solltest, kannst Du natürlich
„Vater unbekannt“ angeben. Sicherlich mag es dennoch nicht
einfach sein, denn gleich wie Du Dich heute entscheidest, es
kann in der Zukunft anders aussehen. Vielleicht zahlt der
Vater doch nicht oder er will später doch Kontakt mit seinem
Sohn… Selbst wenn Du heute von was überzeugt bist, wie es
laufen soll oder nicht, vielleicht ändert sich auch bei Dir
was. Nicht nur der Vater ist hier eine unsichere Größe.

Und es belastet mich und das ärgert mich.

Es kann doch auch nicht sein, dass er wegen eines Problems,
dass er mit mir hat, sich nicht um den Kleinen kümmern will???

Das Problem hat nicht nur er mit Dir sondern auch Du mit ihm.
Du schreibst zwar, von kümmern, doch bei mir klingt es so an
als würdest Du bestimmen wollen, in welchem Sinn und Maße er
sich kümmern darf.

Schon mal geschrieben - nein! Er darf ihn so oft sehen wie er will. Bitte lies meine Postings richtig.

Ich verstünde es dann schon, wenn unter

solchen Umständen ein Vater auf seine Rolle verzichten mag,
auch wenn ich es nicht gut finde. Denn selbst wenn ein Kind
ein „Unfall“ ist oder der Mann meint Verhütung sei
Frauensache, er trägt einfach auch eine Mitverantwortung an
dem was aus dem Sex resultiert(e).

Das sollte mir mal in den Sinn kommen :wink:
Aber ich kann doch auch nicht deshalb sagen „Klar, okay“ und
dann bestimmt er wahrscheinlich auch noch, in welchen
Kindergarten er geht und welche Windeln er bekommt oder was?

Wie schon geschrieben, Du hast Dir hier eine sehr schwierige
Situation ausgesucht. Nicht bewußt, klar. Dennoch. Nun, je
extremer Du auf Deine Vorstellungen beharrst umso mehr wird er
auch auf den seinen beharren, Deutschtürke oder nicht. Das ist
was Menschliches. Bei mir kommt es so an als würdest Du gleich
von einem Extrem ins andere verfallen, so als hättest Du
Angst, wenn Du anfängst Zugeständnisse / Kompromisse zu
machen, dann nur noch das gemacht wird, was ER will?

Ich sag jetzt dazu nicht mehr. Ich hab schon so viele Kompromisse gemacht. Du siehst das irgendwie noch krasser als er selbst.

Weiter

oben war ja diese Freud’sche Fehlleistung, Du solltest machen
was er wolle. Ist das Deine Angst, dass wenn Du anfängst
Zugeständnisse zu machen, es dann nur noch nach dem Willen des
Vaters geht? So als gäbe es nur die eine oder andere Seite? Um
Zugeständnisse machen zu können, Kompromisse zu schließen,
gehört nun mal auch Konfrontation und miteinander reden. Und
das habt Ihr offenbar in den letzten 10 Jahren nicht so
tiefgehend gemacht. Vielleicht wäre dies nun eine Gelegenheit
damit anzufangen oder Ihr wollt / könnt’ es gar nicht. Doch
dann ihn als Zahlvater zu „mißbrauchen“ (so empfinde ich das)

Jaja - klar! Deine Vorurteile und was Du mir unterstellst finde ich echt total krass.

ist für mich nicht okay. Es wird sicherlich nicht einfach
werden und natürlich werden die grundlegenden Entscheidungen
von dem Elternteil getroffen werden bei dem das Kind lebt, und
das bist Du in dem Fall. Dennoch sollten meines Erachtens auch
gemeinsame Entscheidungen ausdisktuert werden, wenn das
beileibe wohl auch nicht immer einfach werden dürfte. Um bei
Deinen Beispielen von wegen Kindergarten und Windeln zu
bleiben, kann ich mir nicht vorstellen, dass er bei den
Windeln mitreden wollen würde. Und wenn er was zum
Kindergarten sagt, z.B. dass es ein türkischer oder gemischter
Kindergarten sein soll und Du aber einen deutschen
Kindergarten haben möchtest, so kann ich durchaus verstehen,
würde man sich auf einen Kindergarten mit Kindern aus
unterschiedlichen Herkunftsländern einigen. Denn er möchte ja
auch, dass das Kind von kleinauf an etwas von seinen Wurzeln,
wenn diese sich auch von Generation zu Generation immer mehr
verlieren mögen, erfährt und weiß.

Dazu kennen wir zu wenig die Situation. Was möchtest Du denn
um das er sich kümmert? Hast Du es ihm gesagt? Hast Du mit ihm
Vereinbarungen getroffen? Z.B. sprachst Du an, er wolle sich
um einen Kinderwagen kümmern. Hast Du mal nachgefragt?

Ja!

Vielleicht macht er es nicht, weil er ein unsensibler
Deutschtürke ist. Vielleicht mach er es aber auch nicht, weil
ihm auch die Situation stinkt, weil er gar nicht weiß, ob und
was er Dir recht machen kann. Am Ende passt Dir der
Kinderwagen nicht, weil er zu türkisch aussieht?

Sag mal, geht’s noch??? Du unterstellst mir fast noch mehr Ausländerhaß als er selbst.

Vielleicht

sehe ich das völlig falsch, doch ich erlebe es so als würdest
Du bestimmen wollen was passiert. Und wenn dann der Vater sich
Deinen Entscheidungen frustriert anpasst oder ihm alles gleich
wird / ist, passt Dir auch wieder nicht, dass er „keine Eier“
hat, als ein Schlappschwanz keine Entscheidungen trifft und
Initiative ergreift. Das ist zwar sicherlich nun sehr
überspitzt von mir, doch im Grunde soll er wohl eine
Marionette sein, die nach Deiner Pfeife tanzt. Oder?

Klar. Deshalb gebe ich ihm auch Alternativen und mache ihm Vorschläge.

Ich versuche das ganze so

weit wie möglich von mir weg zu halten und mich nicht
aufzuregen, aber das klappt halt auch nicht so ganz. Ich habe
jetzt immer wieder einen Versuch gestartet. Ich habe auch das
Gefühl, dass er sich überhaupt nicht gemeldet hätte, wenn ich
seine Nummer nicht aufgetrieben hätte.

Das mag bitter sein. Doch immerhin kommt er zu Dir wenn Du es
willst, immerhin ist er nicht untergetaucht. Das hätte er
schließlich auch machen können.

Verleih ihm doch einen Orden, dass er es nicht gemacht hat!

Wenn Du magst, gib ihm als

Vater eine Chance,

Hat er seit der Schwangerschaft bekommen.

doch lasse ihn auch die Möglichkeit etwas

von seinen Vorstellungen, von seiner Kultur dem Jungen mit auf
dem Weg zu geben. Nimm’ ihn als den Vater der er ist und lasse
ihn und den Jungen nicht Deine Unzufriedenheit spüren über den
Vater der er nach Deinen Idealvorstellungen nicht ist. Er muß
dem Jungen ein Vater sein, nicht Dir.

Ganz genau. Bisher war er es genau gar nicht.

Und was für Dich als

Vaterqualitäten nicht zählen mag, kann für den Jungen durchaus
zählen.

Was denn? Sich nicht kümmern?

Im Grunde ist es doch gar nicht primär wichtig, ob der

Junge nun Türke oder Deutscher ist,

ganz genau!

wobei natürlich jedes

Elternteil seine Vorstellungen an Erziehung dem Kind
„angedeihen“ lassen möchte. Primär zählt doch nur, dass das
Kind glücklich und zufrieden wird, in seinen Möglichkeiten und
Talenten gefördert wird und bestmöglich auf sein Leben
vorbereitet wird. Und das liegt eben nicht nur an Euren beiden
(unterschiedlichen) Vorstellungen, sondern eben auch wie Ihr
mit diesen Unterschieden umgeht, umgehen lernt.

Ach ja - seine Eltern wohnen in der Türkei. Ihnen hat er in
den über 6 Monaten, in denen er Bescheid weiß noch nichts
gesagt. Seine Tante ist krank. Ach so. Da denke ich auch
langsam, dass er vielleicht mit einem unehelichen untürkischen
Kind gar nicht ankommen darf? Aber das nur am Rande…

Wie schon erwähnt, manch eine Frau wäre intuitiv um solch eine
Situation zu vermeinden, schon deshalb allein Sex mit einem
Menschen der seine Wurzeln in einer anderen Kultur hat, aus
dem Weg gegangen. Ich lese hier was Du willst, was Dich grämt.
Wie sehr erkennst Du an was er möchte? Stell’ Dir vor Du
würdest das Kind bekommen und mit ihm in die Türkei gehen,
würdest den Jungen zum Moslem erziehen usw. usf. Klar, das
wird nicht der Fall sein. Doch dächtest Du nicht auch, dass
Deine Eltern das auch nicht okay fänden, würde der Junge
seiner deutschen Wurzeln beraubt werden?

Wie gesagt, er ist hier geboren und spricht noch nicht mal richtig türkisch. Vergleiche bitte nicht Äpfel mit Birnen!

Klar, Du kannst nun

eine Rechnung aufmachen, der Vater ist Deutschtürke, also mehr
Deutsch als Türke. Das mag ja alles richtig sein. Und ich
finde ja auch, dass er auch zu Kompromissen bereit war, siehe
Zweitnamen. Doch - und darum drehen sich nahezu alle meine
Worte - ich erlebe es so, als würdest Du die türkischen
Wurzeln einfach abschneiden wollen. Und dagegen wehrt er sich
verständlicherweise. Denn nicht nur dass er sich wohl wünscht,
dass sie in seinen Nachkommen ein Stück weiterleben mögen, ich
würde es auch so empfinden als wäre ich nicht okay bzw. meine
Wurzeln wären nicht gut, wenn sie nicht oder nur sehr selektiv
an das Kind weitergegeben werden dürfen. Also, was darf er dem
Sohn mit auf dem Lebensweg geben, das ihn als Deutschen mit
türkischen Wurzeln erkennen läßt?

Schon tausendmal beschrieben.

Da sprichst Du von seinem Selbstmitleid und seiner Wut. Wer
von Euch beiden ist der Patriarch? Bzw. wie schon erwähnt,
vielleicht hast Du Angst, dass wenn Du im bildlichen Sinne, Du
ihm den kleinen Finger gibst, er die ganze Hand wolle, so als
wenn Du anfängst ihn mit entscheiden zu lassen, nur noch
gemacht werden würde was er will. Ob das Kind nun ein Türke
oder ein Deutscher wird (ums mal platt auszudrücken) ist nicht
relevant. Dass er mal sein Leben gerne und zufrieden lebt, das
steht im Vordergrund. Doch dazu gehört eben auch, dass die
Eltern sich arrangieren (lernen). Wenn das nicht möglich ist,
dann eben tatsächlich alleinerziehend, doch dann würde ich
auch auf Unterhalt verzichten mögen. Keine Rechte, keine
Pflichten.

Habt Ihr einen Rat für mich, was ich tun soll? Ich hab sowieso
schon soviel Streß und muß mich alleine um alles kümmern. Und
bei den Ämtern muß ich ja auch irgendwas angeben…Ich wunder
mich auch so sehr über ihn, bisher war er eigentlich total
„untürkisch“ und jetzt kommt er plötzlich damit an…

Wie schon eingangs erwähnt, manche Männer mutieren dann zum
Patriarchen / Macho. Doch vielleicht liegt es auch daran, dass
Du just vor diesem Zustand Angst hast, und deshalb ihm gar
nicht wirlich entscheiden lassen willst. Du willst einerseits
dass er sich kümmert, dass er Verantwortung übernimmt, aber
nur so Du es willst bzw. wie Du es erlaubst. Das ist kein Mann
sondern ein Hampelmann. Hast Du ihn schon mal gefragt, was er
machen möchte? Wie geagt, vielleicht hat er Angst, er macht
Dir ja doch nichts recht und macht deshalb lieber gar nichts.
Er ist nicht Dein Bediensteter oder Deine Marionette. Wenn er
(Zahl-)Vater sein soll, dann soll er nicht nur Pflichten haben
müssen sondern auch Rechte haben dürfen. Und dazu gehören auch
mal Dinge, die Dir möglicherweise nicht gut gefallen. Wobei
das Wohl des Kindes immer im Vordergrund steht. Für den
Kleinen muß es halt eine klare Linie geben, soll heißen, nicht
dass mal dieses ihm als richtig und wichtig oder falsch
gezeigt wird und dann wieder jenes.

Vielleicht hat ja jemand von Euch einen Tipp?

Möglicherweise wirst Du mich nun nach meiner Antwort jetzt in
Stücke zerreisen wollen. Damit muß ich leben. Ich verstehe
Deine angespannte Situation sicherlich gut. Doch ich sehe es
halt nicht so wie die anderen hier. Meine Empfehlung wäre mal
mit Dir wirklich ins Gericht zu gehen und Dich ehrlich zu
hinterfragen, ob Du von Erziehungsfragen etwas an den Erzeuger
abgeben magst / kannst? Was das wäre? Wie sehr bist Du zu
Kompromissen bereit / fähig? Und vielleicht solltet Ihr Euch
im Vorfeld zusammen setzen und klären, was ihm für seinen
Jungen wichtig ist und was Dir wichtig ist. Schreibt es
meinethalben ruhig auf. Macht eine Liste. Und dann entscheide
ob Du mit den Vorstellungen des Vaters leben kannst. Wenn
nicht, so würde ich dann auf den Zahlvater verzichten. Du
kannst ja dennoch dem Sohn und dem Vater die Möglichkeit geben
einander kennenzulernen, wobei mit dem Vater abgesprochen
werden müsse, das Du die Erziehung bestimmst. Die Frage ist,
ob er das so ganz hinnehmen kann und will, denn selbst wenn Du
ihm das Besuchsrecht verwehren möchtest, er hat auch Rechte.
Also, bevor es so eine so sehr schwierige Situation mit
verhärteten Fronten wird, wäre es für Euch alle gut, würdet
Ihr einen gemeinsamen Nenner finden, der Euch als Elternpaar
und sowieso dem Kind gerecht wird.

Vielen Dank schon mal fürs Lesen und auch schon mal schöne
Feiertage!

Vermutlich keine wirklich befriedigende Antwort für Dich. Es
ist auch eine vedammt schwierige Situation und die würde Dir
sicherlich niemand gerne abnehmen wollen. Wie gesagt, sei
ehrlich zu Dir, wo und bei was kannst Du Zugeständnisse /
Kompromisse machen und wo kann / will er dasselbe tun. Ich
wünsche Euch einen gemeinsamen Nenner zu finden. Eine
besinnliche Zeit und alles Gute im Neuen (Lebens-) Jahr mit
Deiner neuen Mutterrolle.

Naja, ich schreib dazu jetzt nichts mehr. Ich fand es sehr krass, was Du mir alles hier unterstellst, ganz ehrlich. Was ich mit keinem Wort geschrieben habe.

Trotzdem aber schöne Weihnachten,

M.

Ciao,
Romana

M.

Hallo n.h.,

Vielleicht sollte man dazu sagen, dass B. sowieso
„psychologisch nicht besonders schlau“ vorgegangen ist.
das einzige, was ihn interessierte war diese
Namensgeschichte

De facto:

  1. Du hast das Kind „mit einem Türken“ gezeugt,
  2. Der Kindsvater interessiert sich primär für
    seine Belange (Namen) - aber nicht ernstlich für
    das Kind,

Meine Meinung:
zu 1) ein türkischer oder „Koran-Name“ als Beiname
wäre zu erwägen, da das Kind zu 50% türkisch ist.
(Ob er das „verlangt“ oder nicht - egal).
Es gibt da auch ganz nette Kompromisse, z.B. „Adam“
vgl.: http://www.beepworld.de/members10/subaia/namen.htm

zu 2) Du kannst Dich praktisch auf gar nichts
von seiner Seite aus „verlassen“, wenn ich Deine
Beiträge richtig interpretiere.

Dennoch solltest Du ihm die Tür offen halten,
sich (irgendwann) einzubringen. Du würdest ihn
als Vater grundsätzlich nennen und auch später
dem Kind gegenüber vom „Vater“ soundso sprechen.

Sofern Du seine Adresse nicht kennst, gibst
du Deine an.

Jetzt darüber zu streiten, ob er in 2 Jahren das
Kind „so oder so“ anspricht - ist Quark.

Du verlangst von ihm grundsätzlich
die Erfüllung bestimmter Leistungen;
dazu zählen:

  • Angabe seiner Wohnadresse
  • Angabe seines Arbeitgebers.

Diese Dinge muss er bringen, auch im Interesse
seines Kindes. Macht er anfangs Schwierig-
keiten, bleibst Du geduldig am Ball, machst ihn aber
nicht „runter“ und ihm auch keine Vorwürfe.

Irgendwann freundet er sich mit dem Gedanken an -
dann hast Du es geschafft. Deshalb ist es (imho)
eher unklug , durch übermässigen Druck, Drohungen
und Vorwürfe jetzt schon unüberwindbare Hindernisse
in den Weg zu legen.

Kurz gesagt, Du „tust so“ gegenüber dem Kind
und gegenüber „ihm“, als wäre er der Vater und
er wäre soweit o.k.

Die tatsächlichen Kontakte (ausserhalb seiner
Unterhaltspflicht) kann er haben, wenn er sich
an Deine Forderungen hält. Ein „Umgangsrecht“
hat er ja sowieso, z.B. (http://www.finanztip.de/recht/familie/sperling/umgan…)

Wie gesagt, das wären meine Ideen. Du bist der
„Kommandeur“, Du musst ihm sagen, was er wann
und wie zu tun hat. Er scheint es alleine
nicht hinzukriegen. Du „organisierst“ Dir
praktisch einen „brauchbaren Vater“ für
das Kind, trotz allem …

Grüße

CMБ