Hallo JPL,
Die Einschätzung in die drei (ohnehin viel zu groben und sich
überlappenden) Kategorien hängt auch vom Betrachter ab. Und
auch mit wem der Problemlöser das Problem bespricht.
Er kann es sehr gut gegenüber seinem Chef ignorieren, seiner
Frau sagen „ach, das klappt schon“ und mit seinem
lieblingskollegen verbissen um Kommata streiten.
so sehe ich das auch. Kaum ein Mensch wird in allen
Situationen nach dem selben „Typ“ reagieren.
das ist richtig… man kann sich jedoch das Ziel setzen - ob man lieber Agierender sein möchte, Reagierender oder lieber passiv etwas geschehen lassen möchte. Unsere Einstellung zu einem Problem, unser Zustand, in dem wir uns befinden, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden - und wenn ich verliere - dann doch bitte mit einer wichtigen Erfahrung.
Insgesamt geht es um die buddhistische Methode: „Gift in Medizin zu verwandeln“.
Dazu kommt nochmal das, wie man nach außen wirken will:
Eine Situation, x Reaktionen, je nach Gegenüber (um ein etwas
sterotypisches Beispiel zu nennen: Jemand hat eine
Sportverletzung. Dem besten Freund wird sich als „stark“
präsentiert, dem Arzt gegenüber „realistisch“, der Partnerin
gegenüber werden die Schmerzen evl. übertrieben geschildert um
mehr Mitleid zu bekommen).
Durch Selbstpräsentation - löse ich kein Problem… mir geht es nicht um Fremd- oder Selbstbild, oder wie ich im stillen Kämmerchen das Problem löse - während ich nach außen hin jemand anderen mime. Das Problem in Deinem geschilderten Fall ist weniger der Schmerz als die fehlende Aufmerksamkeit.
Was ist denn ein Problem? es gibt verschiedene Arten Probleme zu betrachten.
Für Amerikaner gibt es z.B. keine Problems, die sprechen nur von Challenges. Herausforderungen sind Widerstände zu unseren Träumen/Wünschen/Bedürfnissen. und wir glauben glücklicher zu sein - wenn diese Widerstände nicht existierten. Deshalb sehen wir diese Widerstände als Probleme. Das eigentliche Problem ist aber unsere Sichtweise.
In jedem Fall gibt es nur 3 Möglichkeiten - einem Widerstand zu begegnen.
- ich verleugne es (passiv)
- ich kämpfe gegen den Widerstand (reaktiv)
- ich versuche den Widerstand für mich zu nutzen und stelle mich ihm (aktiv)„Gift in Medizin verwandeln“
Ich meinte hier den Menschen eher als „Mensch in der
Situation“. Also, jemand der _hierbei_ so und so vorgeht,
könnte _hierbei_ als … bezeichnet werden.
Es geht nicht darum, daß ich Menschen in Schubladen stecke. Ich möchte die Herangehensweise anhand von Beispielen zeigen… damit sich jeder wieder erkennen kann. Aber wenn das hier in diesem Brett schon zu Missverständnis führt, lass ich es vielleicht auch lieber…
und nehme einfach:
Erna, 65, Hausfrau, passiv
Frida, 38, freiwillige Mitarbeiterin des R.K., aktiv
Horst, 45 Arbeiter, reaktiv
scherz beiseite… agieren, reagieren, verleugnen trifft das Verhalten… mehr gibt es nicht!
Viele Grüße,
Nina