Protestschreiben an die Kath. Kirche

Hallo!

Ein (schwuler) Freund hat mir gerade zwei Mails geschickt, die man als Protestschreiben an die kath. Kirchen senden kann. Da hier einige eine ähnliche Einstellung wie ich dazu hatten (Diskussion weiter unten), wollen diese das vielleicht auch lossenden. (Es ging um ein „Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“, das sich vehement gegen diese Partnerschaften äußert und aufruft, etwas dagegen zu tun.)

Viele Grüße,

barbara

Protestschreiben an die Deutsche Bischofskonferenz:

An die
Deutsche Bischofskonferenz

eMail: [email protected]

Sehr geehrte Herren Bischöfe,

ich protestiere nachdrücklich gegen das Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

Ich bin entsetzt darüber, dass die Deutsche Bischofskonferenz ein Dokument begrüßt und gutheißt, das eine solch unerträglich hasserfüllte Sprache gegen Lesben und Schwule führt.

Das Dokument kann kein einziges sachliches Argument gegen Eingetragene Lebenspartnerschaften anführen. Statt dessen wird eine Minderheit radikal verteufelt. Mit äußert dürftiger theologischer Garnierung serviert der Vatikan nichts als Vorurteile, krude Behauptungen und Zirkelschlüsse. Auch katholische Theologen bestätigen: Die angeführten Bibelstellen sind nur noch für das Untermauern herkömmlicher Diskriminierungsabsichten zu gebrauchen.

Es kann nur als hochgradig scheinheilig gewertet werden, wenn zwischen all den antihomosexuellen Ausbrüchen ein schmales Lippenbekenntnis abgegeben wird, Homosexuellen sei „mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen“. Das Dokument straft sich selbst Lügen. Denn was hat es mit Achtung und Takt zu tun, wenn Homosexualität als „Anomalie“, homosexuelle Liebe als „abwegiges Verhalten“ und die Eingetragene Lebenspartnerschaft als „Legalisierung des Bösen“ diffamiert wird?

Wer Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, als „das Böse“ und „für die gesunde Entwicklung der menschlichen Gesellschaft schädlich“ stigmatisiert, erklärt sie für vogelfrei. Wir haben in Deutschland mehrfach erlebt, dass gewaltbereite Gruppen hetzerischen Worten schreckliche Taten folgen lassen. Glaubenskongregation und Bischofskonferenz tragen die Verantwortung dafür, wenn sich gewalttätige Übergriffe auf homosexuelle Menschen wieder häufen sollten.

In vielen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wachsen bereits Kinder auf. Viele Lesben und Schwule sind Eltern, tragen Verantwortung für die Erziehung und das Wohlergehen ihrer Kinder. Es ist eine unerträgliche Beleidigung all dieser Menschen, wenn der Vatikan behauptet, die „Einfügung von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften“ bedeute faktisch, „diesen Kindern Gewalt anzutun“. Noch schlimmer ist, dass Kinder, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft aufwachsen, ebenfalls diffamiert werden. Es wird ihnen nämlich abgesprochen, an einer „vollen menschlichen Entwicklung“ teilzuhaben. Wir verweisen hierzu auf die Stellungnahme der Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, die zu diesen Anwürfen des Vatikans erklärte: „Was er sagt, ist völlig lebensfremd“ (Süddeutsche Zeitung vom 2.8.2003).

Die Familie wird nicht dadurch geschützt, dass man Homosexuelle diskriminiert oder ihren Partnerschaften die rechtliche Anerkennung verweigert. Im Gegenteil, eine gute, auch christlich verstandene Familienpolitik sollte alle Menschen unterstützen, die bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Über die Ablehnung jedweder rechtlichen Anerkennung hinaus, will der Vatikan den Staat in die Pflicht nehmen, „das Phänomen [der Homosexualität] in Grenzen zu halten“. Das Dokument spricht somit Homosexuellen nicht nur
Liebes- und Verantwortungsfähigkeit ab, sondern letztlich auch das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das ist zutiefst undemokratisch.

Es ist auch äußert bedenklich, dass die Glaubenskongregation zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetzgebung aufruft, die zudem in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich für grundgesetzkonform und im Einklang mit dem Verfassungsgebot des Schutzes von Ehe und Familie stehend erklärt wurde.

Der Vatikan versucht erpresserischen Gewissensdruck auf katholische Politiker auszuüben, wenn er deren freie Entscheidung, für die Rechte der homosexuellen Bürgerinnen und Bürger zu stimmen, als „schwerwiegend unsittliche Handlung“ verdammt. Ich bin überzeugt, dass sich die übergroße Mehrheit der demokratischen Politikerinnen und Politikern diesem Diktat Roms verweigern wird.

Ich weiß zudem, dass ein großer Teil der Gläubigen ebenso wie viele Priester und zahlreiche Menschen, die in katholischen Einrichtungen arbeiten, die Dinge ganz anders sehen, als die Glaubenskongregation ihnen befehlen will. Die Katholische Amtskirche hat sich mit dem Inhalt und mehr noch mit dem menschenfeindlichen, hasserfüllten Tonfall des Dokuments massiv weiter ins gesellschaftliche Abseits begeben.

Ich fordere die Deutsche Bischofskonferenz auf, sich von dem Papier des Vatikans zu distanzieren und sich bei allen Menschen, die durch das Dokument beleidigt und diffamiert wurden, zu entschuldigen.

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Protestschreiben an den Apostolischen Nuntius

An den Apostolischen Nuntius
Seine Exzellenz Erzbischof Dr. Giovanni Lajolo

eMail: [email protected]

Exzellenz,

ich protestiere nachdrücklich gegen das Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.

Ich bin entsetzt darüber, dass der Vatikan ein Dokument veröffentlicht, das eine solch unerträglich hasserfüllte Sprache gegen Lesben und Schwule führt.

Das Dokument kann kein einziges sachliches Argument gegen Eingetragene Lebenspartnerschaften anführen. Statt dessen wird eine Minderheit radikal verteufelt. Mit äußert dürftiger theologischer Garnierung serviert der Vatikan nichts als Vorurteile, krude Behauptungen und Zirkelschlüsse. Auch katholische Theologen bestätigen: Die angeführten Bibelstellen sind nur noch für das Untermauern herkömmlicher Diskriminierungsabsichten zu gebrauchen.

Es kann nur als hochgradig scheinheilig gewertet werden, wenn zwischen all den antihomosexuellen Ausbrüchen ein schmales Lippenbekenntnis abgegeben wird, Homosexuellen sei „mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen“. Das Dokument straft sich selbst Lügen. Denn was hat es mit Achtung und Takt zu tun, wenn Homosexualität als „Anomalie“, homosexuelle Liebe als „abwegiges Verhalten“ und die Eingetragene Lebenspartnerschaft als „Legalisierung des Bösen“ diffamiert wird?

Wer Menschen, die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben, als „das Böse“ und „für die gesunde Entwicklung der menschlichen Gesellschaft schädlich“ stigmatisiert, erklärt sie für vogelfrei. Wir haben in Deutschland mehrfach erlebt, dass gewaltbereite Gruppen hetzerischen Worten schreckliche Taten folgen lassen. Die Glaubenskongregation trägt die Verantwortung dafür, wenn sich gewalttätige Übergriffe auf homosexuelle Menschen wieder häufen sollten.

In vielen gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften wachsen bereits Kinder auf. Viele Lesben und Schwule sind Eltern, tragen Verantwortung für die Erziehung und das Wohlergehen ihrer Kinder. Es ist eine unerträgliche Beleidigung all dieser Menschen, wenn der Vatikan behauptet, die „Einfügung von Kindern in homosexuelle Lebensgemeinschaften“ bedeute faktisch, „diesen Kindern Gewalt anzutun.“ Noch schlimmer ist, dass Kinder, die in einer gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft aufwachsen, ebenfalls diffamiert werden. Es wird ihnen nämlich abgesprochen, an einer „vollen menschlichen Entwicklung“ teilzuhaben. Wir verweisen hierzu auf die Stellungnahme der Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes, die zu diesen Anwürfen des Vatikans erklärte: „Was er sagt, ist völlig lebensfremd“ (Süddeutsche Zeitung vom 2.8.2003).

Die Familie wird nicht dadurch geschützt, dass man Homosexuelle diskriminiert oder ihren Partnerschaften die rechtliche Anerkennung verweigert. Im Gegenteil, eine gute, auch christlich verstandene Familienpolitik sollte alle Menschen unterstützen, die bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen.

Über die Ablehnung jedweder rechtlichen Anerkennung hinaus, will der Vatikan den Staat in die Pflicht nehmen, „das Phänomen [der Homosexualität] in Grenzen zu halten“. Das Dokument spricht somit Homosexuellen nicht nur
Liebes- und Verantwortungsfähigkeit ab, sondern letztlich auch das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das ist zutiefst undemokratisch.

Es ist auch äußert bedenklich, dass die Glaubenskongregation zum Widerstand gegen demokratisch beschlossene Gesetzgebung aufruft, die zudem in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht ausdrücklich für grundgesetzkonform und im Einklang mit dem Verfassungsgebot des Schutzes von Ehe und Familie stehend erklärt wurde.

Der Vatikan versucht erpresserischen Gewissensdruck auf katholische Politiker auszuüben, wenn er deren freie Entscheidung, für die Rechte der homosexuellen Bürgerinnen und Bürger zu stimmen, als „schwerwiegend unsittliche Handlung“ verdammt. Ich bin überzeugt, dass sich die übergroße Mehrheit der demokratischen Politikerinnen und Politikern diesem Diktat Roms verweigern wird.

Ich weiß zudem, dass ein großer Teil der Gläubigen ebenso wie viele Priester und zahlreiche Menschen, die in katholischen Einrichtungen arbeiten, die Dinge ganz anders sehen, als die Glaubenskongregation ihnen befehlen will. Die Katholische Amtskirche hat sich mit dem Inhalt und mehr noch mit dem menschenfeindlichen, hasserfüllten Tonfall des Dokuments massiv weiter ins gesellschaftliche Abseits begeben.

Ich fordere den Vatikan auf, das Papier zurückzuziehen und sich bei allen Menschen, die er mit dem Dokument beleidigt und diffamiert hat, zu entschuldigen.

P.S. - Die Initiatoren: lsvd
Hier noch die Mail, die erklärte, um was es ging:

Hallo,

wir haben viele Zuschriften von Lesben und Schwulen zu dem Dokument der Kongregation für die Glaubenslehre über gleichgeschlechtlichen Partnerschaften erhalten. Sie fühlen sich zutiefst verletzt und getroffen.

Wir meinen, dass sollten wir den deutschen Bischöfen und dem Apostolischen Nuntius mitteilen. Deshalb haben wir die nachfolgenden beiden Protestschreiben entworfen.

Bitte kopiert die Schreiben ab und sendet sie per eMail an die angegebenen Adressen.

Beste Grüße,

Manfred Bruns

http://www.lsvd.de/
http://www.lsvd.de/recht/

Hallo!

Ein (schwuler) Freund hat mir gerade zwei Mails geschickt, die
man als Protestschreiben an die kath. Kirchen senden kann. Da
hier einige eine ähnliche Einstellung wie ich dazu hatten
(Diskussion weiter unten), wollen diese das vielleicht auch
lossenden. (Es ging um ein „Dokument der Kongregation für die
Glaubenslehre zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften“, das
sich vehement gegen diese Partnerschaften äußert und aufruft,
etwas dagegen zu tun.)

Die Adressanten werden sich zum Glück um diese e-Mails wenig scheren.
Es geht im vorliegenden Fall nicht um Diskriminierung von Homosexuellen oder ähnliches, sondern es geht darum, daß die Ehe und Familie der Mittelpunkt der Gesellschaft bleiben soll.
Weiterlesen bitte hier:
http://www.kath.net/detail.php?id=5734

Es geht im vorliegenden Fall nicht um Diskriminierung von
Homosexuellen oder ähnliches, sondern es geht darum, daß die
Ehe und Familie der Mittelpunkt der Gesellschaft bleiben soll.

Na, super, Infotalk,
und was, bitte, rückt die (klassische heterosexuelle) Ehe und Familie aus dem „Mittelpunkt der Gesellschaft“, wenn Menschen, die eine besondere und tiefe (meinetwegen auch homosexuelle) Beziehung miteinander verbindet, diese Verbindung auf ein legales Fundament setzen wollen? Ohne dieses wird ein Mann seinen Lebensgefährten, eine Frau ihre Lebensgefährtin nicht einmal im Krankheitsfall angemessen unterstützen können. Nicht zu reden von Fällen, in denen Betreuung und Altersvorsorge erforderlich wird.
Was, so frage ich noch einmal, gereicht der konventionellen Hetero-Familie zum Nachteil, wenn Leute, die an einer solchen Gemeinschaft nicht interessiert sind, ebenfalls das Recht erhalten, füreinander auf Dauer sorgen zu können?
Gruß
Eckard.

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Protestschreiben? Wozu?
Hallo, Barbara!

Ich frage mich, wozu das gut sein soll. Solch taube, nicht nur im Sinne von „ohne Gehör“, Ohren wie die dieser Adressaten finden sich kaum irgendwo in Europa.

Da wäre ein Heischetanz im Dunkeln, nackig um ein Feuer rum, grad so hilfreich.

Und dann:

Wenn Homo und Katholische Kirche nicht zusammen gehen,
wenn Frau und Katholische Kirche nicht zusammen gehen,
wenn Vernünftigsein und Katholische Kirche nicht zusammen gehen,
und ich bin halt ein Homo oder eine Frau oder vernünftig,
dann lasse ich eben die Katholische Kirche.
Sie kann mir gestohlen bleiben.

Dass das noch nicht alle beherzigen, wundert mich sehr.

Gruß Fritz

Hallo Homosexuelle,

zwei Jahre sind seit der Einführung der zivilen Schwulenehe ins Land gezogen, und jetzt regt Ihr Euch darüber auf, daß der Papst immer noch Familie irgendwie kindgerechter findet als die bunte Vielfalt homosexueller Lebensabschnittspartnerschaften.

Selbstverständlich muß man einem Homosexuellen oder anderweitig Perversen mit Achtung begegnen, wenn dieser das wünscht. Ein solcher Wunsch zeigt sich dadurch, daß er mich nicht mit Information über seine spezielle Perversion belästigt.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

sowas!

Selbstverständlich muß man einem Homosexuellen oder
anderweitig Perversen mit Achtung begegnen, wenn dieser das
wünscht. Ein solcher Wunsch zeigt sich dadurch, daß er mich
nicht mit Information über seine spezielle Perversion
belästigt.

wie? du kennst welche von denen?
womöglich sind das gleichzeitig noch kommunistische neger
moslemischer herkunft, die alle immer auf einem haufen liegen und
sich da unten anfassen?

nee echt. ich mache immer einen großen bogen um so ein gesocks.
man erkennt sie übrigens am ohrring, und sie sabbern ständig.
wenn sie kinder hätten, würden sie diese wohl auch noch prügeln.

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Hallo Frank,

das mit dem Ohrring (rechts) geht noch. Ist unaufdringlich genug.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Barbara,

also ich glaube nicht, dass solche Protestschreiben irgendetwas bringen. Die katholische Kirche hat oft genug bewiesen, dass sie kein Interesse an den Werten einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft hat. Sie halten an ihren althergebrachten Überlieferungen fest und sind nicht in der Lage, sich weiterzuentwickeln. Das ist wohl in der Struktur des „Systems Kirche“ begründet. Dort ist weder für Schwule und Lesben, noch für eine gleichberechtigte Partnerschaft von Mann und Frau Platz. Und daher kann ich nicht verstehen, wie selbstbewusste Frauen, Schwule oder Lesben und alle anderen Menschen, denen demokratische Wertvorstellungen wichtig sind, Mitglied in so einem System sein können! Es ist schon schlimm genug, wenn man diskriminiert wird. Auch noch Kirchensteuer dafür zu bezahlen ist schlicht und ergreifend nur dumm! Daher meine Empfehlung: Alle Protestschreiben lassen und ohne weiteren Komentar austreten!

Viele Grüsse,
Lisa

Manchmal muss man Perlen vor die Säue werfen!
Hallo Wolfgang,

1974 hat die APA die Diagnose „Homosexualität“ abgeschafft,
1991 wurde in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten die Homosexualität als Krankheit abgeschafft,
2003 ist es leider noch immer nicht gelungen, die Erkenntnisse der modernen Sexualwissenschaft verständlich zu machen. Dabei ist es gar nicht so schwer: Die Homosexualität ist eine von vielen möglichen Ausdrucksformen der Sexualität.

Vor dem Hintergrund, dass der Eifer bestimmter Menschen und/oder ganzer Gruppen, andere als pervers und abartig zu klassifizieren, ungebrochen zu sein scheint, bleibt die Frage zu klären, ob es sich dabei nicht selbst um eine fragwürdige Verschiedenartigkeit oder abartige Neigung handelt.

Gruß
Birgit

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Hallo Birgit,

1974 hat die APA die Diagnose „Homosexualität“ abgeschafft,

1976 kam es zur Schwulenparty des Jahrhunderts, dem „Bicentannial“, da begann die Ausbreitung von AIDS.

1991 wurde in der Internationalen Klassifikation der
Krankheiten die Homosexualität als Krankheit abgeschafft,

und von da ab wurden Schwule, die lieber normal wären, als krank eingestuft.

2003 ist es leider noch immer nicht gelungen, die Erkenntnisse
der modernen Sexualwissenschaft verständlich zu machen. Dabei
ist es gar nicht so schwer: Die Homosexualität ist eine
von vielen möglichen Ausdrucksformen der Sexualität.

Die Propagierung der Homosexualität ist aber keine mögliche Ausdrucksform von Sexualität, sondern eine politische Maßnahme.

Vor dem Hintergrund, dass der Eifer bestimmter Menschen
und/oder ganzer Gruppen, andere als pervers und abartig zu
klassifizieren, ungebrochen zu sein scheint, bleibt die Frage
zu klären, ob es sich dabei nicht selbst um eine fragwürdige
Verschiedenartigkeit oder abartige Neigung handelt.

An dieser Aussage sieht man, welche Menschenverachtung hinter dieser (Deiner) politischen Maßnahme steht, nämlich der Wille, den politischen Gegner (und natürlich unsere Vorfahren gleich mit) als Geisteskranke zu behandeln.

Im übrigen ist es auch bezeichnend, daß Du Deinen eigenen Beitrag als „Perlen“ bezeichnest, die vor mich „Sau“ wirfst.

Ich hätte gute Lust, jetzt was von bewaffnetem Widerstand zu sagen, aber noch habt ihr den Hanky-Code als zwingenden Lehrstoff für die 9. Klasse nicht durchgesetzt.

Mit herrzlichem Gruß,

Wolfgang Beger

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Perlen

Vor dem Hintergrund, dass der Eifer bestimmter Menschen und/oder ganzer Gruppen, andere als pervers und abartig zu klassifizieren , ungebrochen zu sein scheint, bleibt die Frage zu klären , ob es sich dabei nicht selbst um eine fragwürdige Verschiedenartigkeit oder abartige Neigung handelt.

An dieser Aussage sieht man, welche Menschenverachtung hinter dieser (Deiner) politischen Maßnahme steht, nämlich der Wille , den politischen Gegner (…) als Geisteskranke zu behandeln.

Also - wenn ich das recht verstehe: Es ist 1. als Menschenverachtung zu würdigen und 2. ist eine Behandlung als Geisteskranker darin zu erkennen, wenn es jemand als vice versa abartige Neigung zur klärenden Debatte stellt, andere Menschen als abartig und pervers zu klassifizieren.

Es ist immer wieder spannend zu beobachten, zu welch illustren argumentativ-incubischen Selbstpenetrationen der menschliche Geist fähig ist, wenn er denn von einem Inhalt, von dem er allem Anschein nach nicht in der geringsten Weise zutiefst berüht wird, dennoch angeheizt und aus der Fassung gebracht wird.

Hochachtung!

Metapher

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Hallo Metapher,

so giftig habe ich Dich hier noch nie erlebt.
Für heute ist es mir zu spät, um noch qualifiziert zu antworten.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

so giftig habe ich Dich hier noch nie erlebt.

echt nicht? glaub ich nicht …

naja, bei so einer erstklassigen vorlage kann ich nicht widerstehen :smile:

Für heute ist es mir zu spät, um noch qualifiziert zu antworten.

stimmt auch wieder - ausgeschlafen gehts besser.

herzlichen Gruß zurück

Metapher

Mensch, Wolfgang!

Im übrigen ist es auch bezeichnend, daß Du Deinen eigenen
Beitrag als „Perlen“ bezeichnest, die vor mich „Sau“ wirfst.

Da hast du die Regel vom tertium comparationis außer Acht gelassen! Bei Vergleichen wird nicht parallelisiert!

Also bleib auf dem Boden!

rät Fritz

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Vor dem Hintergrund, dass der Eifer bestimmter Menschen
und/oder ganzer Gruppen, andere als pervers und abartig zu
klassifizieren, ungebrochen zu sein scheint, bleibt die Frage
zu klären, ob es sich dabei nicht selbst um eine fragwürdige
Verschiedenartigkeit oder abartige Neigung handelt.

Gruß
Birgit

Du sprichst eine zu klärende Frage an: es sich bei dem Eifer bestimmter Menschen nicht selbst um eine abartige Neigung handelt.

Mittlerweile wird der Begriff „Homophobie“ mehr oder weniger auf jeden angewendet, der auch nur die extremsten homosexuellen Forderungen in Frage stellt.

Nach dieser Sprachregelung können jegliche Argumente und Entscheidungen, die nicht im Sinne der Schwulenbewegung sind, als homophobiegesteuert hingestellt werden. Das ist eine der Strategien zur Eroberung der öffentlichen Meinung und Lähmung der Andersdenkenden. Dieser Homophobie-Begriff läßt keinen Raum mehr für Menschen, die z.B. auf Grund ihrer persönlichen Erfahrung oder aus religiösen, moralisch-ethischen oder auch rein medizinischen Gründen die Homosexualität nicht als vollwertigen alternativen Lebensstil betrachten können.

Wehret den Anfängen! Man hätte dem schwulen Übermut von Anfang an Grenzen setzen müssen, aber die Homosexuellen-Verbände haben ihre Forderungen mit außerordentlicher Akribie und Geduld, teils auch hinterlistig vorangetrieben (vielleicht kennt jemand den Fall, wo ein katholischer Priester mit List dazu gebracht worden ist, eine Segnung eines homosexuellen Paares vorzunehmen?) ; und nun gibt es Unruhe bis in die Mitte der Gesellschaft hinein deswegen.

Dabei geht es nicht allein immer nur um Homosexualität, sondern zum Beispiel auch um Asylbetrug und Sodomie. Hier einige Anzeigenbeispiele aus der Schwulenzeitschrift Queer 1/2003, an der der Bundestagsabgeordnete Volker Beck (kürzlich mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet) Anteilseigner ist.

PLZ 53: Asiat sucht Mann oder Frau zwecks Heirat, um nach Deutschland
übersiedeln zu können. Bitte melden unter Tel. (0228) )… oder
vietin…@yahoo.de

PLZ 8: Junger Türke (22) sucht ehrlichen Mann oder Frau (Lesbe) zwecks
Heirat. Alles weitere über E-Mail oder Telefon, yousef…@gmx.de (0171)…

PLZ überall: GAY-DOG-LOVER, 45/170/75 sucht M/M mit grossen Rüden, Alter
egal. Regelmäßige Sextreffen erwünscht. Bei Interesse schreibt m. Vorstellung
u. Bild. Disk. zug Chiffre …

PLZ 4/5 Geile Skinsau, 36/174/65, Fick-Stute, kein Bart, unbehaart, geiler
Knackarsch, sucht geile + schlanke Hengste. Willst du ficken? Tel.
(02058)…

Es fiel mir ein, als du von „Perlen“ sprachst – ich weiß auch nicht warum. Kardinal Dyba läßt aus dem Jenseits grüßen …

Leider geht es in bestimmten Dingen nicht ohne den obligatorischen Disclaimer. Ich möchte keine Schwulen in ihrer Zweisamkeit oder in sonstigen Aktivitäten beschränken, die allerdings privater Natur bleiben sollten – die Homo-Ehe aber ist eine Perversität, und die Homosexuellen sollen das bleiben, was sie sind: eine Randgruppe – eine Laune der Natur, aber eben nicht der Normalfall im Sinne des Erfinders.

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Hi Wolfgang!

a)Bist du homophob?

b)Propagiertest du nicht irgendwo für Prügelstrafen für Kids?

Best Wishes
Siân

@Lisa und Fritz
Hallo ihr beiden,

ich glaube ehrlich gesagt auch nicht, dass es „viel bringt“ - im Sinne, dass „die katholische Kirche“ dadurch eine andere Meinung bekommt.

Es ist für mich eher ein Ausdruck der Solidarität mit Menschen, die sich lieben und nicht einsehen, was daran so schlimm sein soll. Wenn ich mir den Zeitungsartikel von infotalk durchlesen geht es mir dann auch darum, Empörung zu zeigen, dass Schule und Lesben subtil und weniger subtil gleichgesetzt werden mit abartigen Pädophilen.

beste Grüße,

barbara

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Wenn ich mir den Zeitungsartikel von

infotalk durchlesen geht es mir dann auch darum, Empörung zu
zeigen, dass Schule und Lesben subtil und weniger subtil
gleichgesetzt werden mit abartigen Pädophilen.

beste Grüße,

barbara

Ich kann mich nicht entsinnen, daß ich Homosexuelle gleichgesetzt hätte mit Pädophilen oder daß in dem von mir verlinkten Artikel aus dem kath.net Homosexuelle mit Pädophilen gleichgesetzt worden wären. Es gäbe allerdings auch dazu einiges zu sagen – und hier mein obligatorischer Disclaimer: Nein, ich setze nicht grundsätzlich Homosexuelle mit Pädophilen gleich.

Vielleicht spielst Du auf folgenden Satz aus dem verlinkten Artikel an:

„Dass diese Toleranz auch Grenzen haben muss – etwa wenn Minderjährige betroffen sind,“

Dazu ist vielleicht bekannt – oder auch nicht – daß in Österreich die Homosexuellenverbände lange für die Abschaffung des Paragraf 209 des Strafgesetzbuches gekämpft haben. Danach war homosexuellen Männern über 19 Jahren Geschlechtsverkehr mit Jungen unter 18 Jahren nicht erlaubt, während Frauen und Männer bereits mit Mädchen ab 14 Jahren Sex haben durften.

Schon jahrelang diskutierten die politischen Parteien Österreichs über eine ersatzlose Streichung des umstrittenen Paragrafen. Dieser wurde im Jahr 1971 eingeführt, als man die generelle Strafbarkeit für Homosexualität aufhob.

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel galt als besonders heftiger Verfechter des unterschiedlichen Schutzalters. Er betonte vor über zwei Jahren , daß er nicht bereit sei, „den Kinder- und Jugendlichenschutz auf dem Altar des Zeitgeists zu opfern“. Auch die Kirche meldete sich regelmäßig zu Wort. So sagte der Salzburger Weihbischof Andreas Laun, Österreichs Jugend müsse geschützt werden, weil Homosexuelle eine um 20 bis 30 Jahre niedrigere Lebenserwartung hätten. Grund dafür seien „Schwulenkrankheiten wie Aids oder Hepatitis“.

Bischof Laun hat recht, denn das Robert-Koch-Institut in Berlin meldete einen leichten Anstieg der HIV-Neuinfektionen in Deutschland. Insgesamt stieg die Zahl der HIV-Erstdiagnosen von 1478 registrierten Fällen im Jahr 2001 auf 1517 Fälle im Jahr 2002, wobei der Anstieg auch auf Änderungen im Meldewesen zurückzuführen sein kann, so das Institut in dem neuesten Halbjahresbericht. Unter schwulen Männern, die geschätzt rund 50 Prozent der Neu-Infektionen ausmachen , vermutet das RKI eine leichte Zunahme der Neudiagnosen, vor allem in den Ballungszentren.

Ob der umstrittene Paragraph inzwischen aufgehoben wurde, ist mir im Moment nicht bekannt, ich glaube ja. Jedenfalls hatten die Homosexuellenverbände ein eklatantes Interesse daran, homosexuellen Sex mit Jugendlichen ab 14 Jahren straffrei zu machen.

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falsche Argumentation
Hallo,

die argumentation hinkt in diesem Artikel an einigen Punkten ganz erheblich, aber - auf grundrechtlicher Ebene - an diesem besonders:
„Worum also geht es? Um Diskriminierung, würde der Polemiker sagen. Sachlich ausgedrückt geht es um die Frage, ob der Staat völlig jenseits des traditionellen Gleichheitsgrundsatzes irgend ein Argument dafür findet, nicht nur Gleiches, sondern auch Ungleiches gleich zu behandeln. Im Fall der finanziellen Unterstützung ehelicher und unehelicher Kinder tut er dies; und wohl auch aus gutem Grund.“

Ich zitiere für dich unser Grundgesetz, Artikel 3 Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote

________
Artikel 3 Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
______
Ganz klar wird hier betont, dass bestimmte Ungleichheiten **nicht zu ungleicher Behandlung oder Benachteiligung führen dürfen. Vor dem Gesetz! Das ist eines der Fundamente, die unseren demokratischen Staat ausmachen. Ein Bürgerrecht, dass unseren Staat von Diktaturen unterscheidet.

Das scheint sich bei der katholischen Kirche und ihren Journalisten noch nicht rumgesprochen zu haben :wink:

grüße,

barbara**

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