Psychisches Gedächtnis

Hallo,

mir fiel kein besserer Titel ein und ich versuche es mal zu erklären: gibt es soetwas wie ein geistiges Gedächtnis, bzw. geistige Vererbung?
Sicher gibt es psychische Ausprägungen, die sich weitervererben bzw. durch Erbgut begünstigt wird, aber wie ist es mit Verhaltensweisen, die sich über Generationen weitertragen (oder auch mal eine Generation überspringen) - sind das Zufälle oder gibt es da einen erforschten Zusammenhang? Gibt es dafür einen Begriff?

Vielen Dank und viele Grüsse

Hallo.

Ich bin kein Fachmann und deshalb kann ich dazu auch nur laienhaftes sagen.

Eine direkte Vererbung von Erlerntem gibt es m.W. nicht. Auch wenn sich schon ganze Generationen verbrannt haben, wird jedes Kind erst wieder lernen müssen, sich vor Feuer zu schützen.

Es gibt aber erbliche Verhaltensweisen, die, je nach Umwelt, entweder abgedeckelt oder ausgeprägt werden. Die werden dann manchmal auch so vererbt, was dem Vererben eines Lerneffektes manchmal sehr ähnelt.

Ein Beispiel, sehr vereinfacht:
Eine Flachspflanze z.B. kann, je nach Boden, zwei Formen ausbilden, eine für mageren und eine für fetten Boden.

Teilt man nun die Pflanze und setzt sie in die entsprechenden Böden, so bilden die beiden Pflanzen, die ja die gleiche Erbinformation haben, die entsprechenden Formen.

Interessant ist nun, dass die Nachkommen der fetten Pflanze, egal ob sie auf magerem oder fettem Boden aufkommen, erst mal in der fetten Form wachsen, während die Nachkommen der mageren Form auch auf fettem Boden erst mal mager sind.

Hier hat es also tatsächlich den Anschein, als wäre etwas Erlerntes vererbt worden.

Was das in Hinblick auf andere Erbanlagen bedeuten kann, kann man sich leicht ausrechnen.

Fachleute mögen mich bitte berichtigen.

mfg

mir fiel kein besserer Titel ein und ich versuche es mal zu
erklären: gibt es soetwas wie ein geistiges Gedächtnis, bzw.
geistige Vererbung?

Du meinst weniger das Gedächtnis sonder hebst eher auf die Vererbung ab. Ja, das gibt es.

wie ist
es mit Verhaltensweisen, die sich über Generationen
weitertragen (oder auch mal eine Generation überspringen) -
sind das Zufälle oder gibt es da einen erforschten
Zusammenhang? Gibt es dafür einen Begriff?

Da weiter unten von Traumatisierung die Rede war und ich hierzu ein paar konkrete Beispiele kenne, beschränke ich die Antwort jetzt mal darauf: Nicht nur ja, das gibt es, sondern es ist auch neurobiologisch nachgewiesen.

Hier ein relativ junges Experiment mit Mäusen
http://www.schweizmagazin.ch/wissen/mensch/3689-Wirk…

Das gilt generell bei schweren Traumatisierungen, kann also beim sexuellen Missbrauch in Familien genauso vorkommen, wie bei Holocaustopfern. Als Beispiel:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschrifte…
Begrifflich wird das auch unter „transgenerationeller Traumatisierung“ gefasst. Hier noch ein Artikel über Flüchtlinge:
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=…

Nein.
Da man die Seele nicht getrennt von dem Koerper deffinieren und abgrenzen kann, sollte man also eher davon abgehen, es gibt keine Seele, und nicht ueber etwas reden, was man nicht beschreiben kann. Somit separat von Gedaechtnis der Seele zu reden ist wissenschaftlich ein Unfug. Seele ist bloss eine Aspekt der Gehirnfunktion, nichts mehr und nichts weniger. Ich beschraenke alles auf die materialistische Seite, den Rest kann man glauben oder nicht, je nach dem was fuer Hormone im Gehirn vorhanden sind und was fuer chemische Reaktionen in den Neuronen gerade taettig sind.

In der Soviet Union war einst die kommunistische Auffassung, erlernte Faehigkeiten sind erbbar, was ganz gegen die darwinische Auffassung stoesst. Das wurde millterweile widerlegt und es ist bewiesen, eine erlernte Faehigkeit wird erst an den Nachkommen ererbt, wenn diese in den Genen gepraegt wird.

Hallo,

…, eine erlernte Faehigkeit wird
erst an den Nachkommen ererbt, wenn diese in den Genen
gepraegt wird.

habe dazu mal eine Frage. Mein Vater war reiner Rechtshänder, meine Mutter Linkshänder, sie wurde damals in der Schule aber gezwungen rechts zu schreiben, was sie bis heute noch tut. Also Linkshänder der rechts schreibt, bei mir ist das ganze genau herumgedreht, ich bin Rechtshänder, kann aber nur mit links schreiben. An einen Zufall glaube ich nicht. Wie ist das dann? Ist das nicht viel zu schnell von der Mutter direkt zum Sohn?

Gruß Maldweister

Hallo,

warum schreibst Du mit links? Hast Du das von Dir aus getan?
Ich höre das zum ersten Mal, deshalb wundert es mich.

Viele Grüße

„An einen Zufall glaube ich nicht.“

Wieso kein Zufall?

Naja, absichtlich nicht, weil ich mit Rechts nicht schreiben kann.

Gruß Maldwester

Hallo,

naja, das ist doch schon auffällig, oder nicht?

Gruß Maldweister

Achso, jetzt verstehe ich. Du meinst einfach, dass ich zwar vom Vater die Rechtshändigkeit geerbt habe, aber von der Mutter die Anlage links zu schreiben?

Es gibt keine Anlage, links zu schreiben. Was ich sagen wollte ist, bei allen solchen quasiwissenschaftlichen Untersuchungen wie in den links weiter unten von Janina, da werden einfach manche voraussetzungen nicht in Betracht genommen, oder andere einleuchtende einfach ausser acht gelassen. Sie glaube es ist kein zufall, ich glaube und bin es sicher, es ist ein Zufall, und dieser Zufall kann recht logische Gruende haben. Man schreibt mit der rechten Hand (die Rechtshaendler), weil man besser die Muskulatur kontrollieren und lenken kann. Das gilt nicht nur fuer das Schreiben sondern fuer alle Taetigkeiten im Leben, wie ein Papier mit der Schere schneiden. Haben Sie vielleicht ein Problem mit dem Nervensystem, kommunizieren die Gerhirnhaelfte normal, hatten Sie etwa in ihrer Kindheit eine Muskelverletzung und vieles mehr. Das alles muss zuerst beantwortet und ausgeschlossen werden, bevor man zum Schluss kommt, es gibt eine Anlage und diese haben Sie vererbt. Was auch immer der Fall ist, von Gedaechtnis ist hier nicht die Rede. Gedaechtnis sind Erinnerungen an vergangene Erlebnisse, Situationen etc. Die Erinnerung, dass man ein Bleistift mit der linken Hand fassen muss (oder mit der rechten), aber wie man schreibt, das muss man noch erlernen.

Moin,

Gibt es dafür einen Begriff?

meinst Du vielleicht Epigenetik?
http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik

Gandalf

„Das gilt generell bei schweren Traumatisierungen, …, wie bei Holocaustopfern. Als Beispiel:
http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/zeitschrifte…

Wobei diese Studie behauptet, Holocaust-Trauma wird nicht von den Nachkommen vererbt.
http://www.jpost.com/HealthAndSci-Tech/Health/Articl…
Und wenn manche tatsächlich ein Trauma fühlen, da sollte man eher an den soziologischen Verhältnissen der Umgebung denken, wo sie aufgewachsen wurden, und nicht gleich an das Erbgut. Kultur und Zivilisation haben einen sehr grossen Einfluss. Die gleichen Leuten, wuerden diese an einer anderen Umgebung erzogen, haetten ganz andere oder gar keine Traumatisierungen.

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und woher weisst Du dann, dass Du Linkshänder bist?

Hallo,

nein, leider nicht, aber das ist auch interessant…

Ich nenne mal ein Beispiel: Ein Mann wächst im Krieg auf (Bomben, Maschinengewehre, Sirenen…). Dessen Sohn sein Haus brennt ab. Und sein Sohn (dritte Generation) verbrennt in einem Stall als er versucht das Vieh zu retten. Der Sohn der vierten Generation lebt ohne besonderen Vorkommnissen, leidet allerdings an Depression. Dessen Kind lebt behütet auf und hat Alpträume (Feuer, Brennesseln).
Gibt es da einen erklärbaren Zusammenhang oder gibt es ein „Gedächtnis“ was weitervererbt wird?

Viele Grüße

Hallo,
das Beispiel mit der Pflanze finde ich gut - das ist vor nicht so langer Zeit veröffentlicht worden, richtig?
Die Frage ist nur, inwieweit das auf den Menschen übertragbar ist. Diese Generationsforschungsprojekte sind ja wahnsinnig aufwendig…

Viele Grüße

Moin,

Gibt es da einen erklärbaren Zusammenhang oder gibt es ein
„Gedächtnis“ was weitervererbt wird?

da gibts was esoterisches; morphische Felder http://de.wikipedia.org/wiki/Morphisches_Feld
Es gibt ein Buch von Rupert Sheldrake ‚Das Gedächtnis der Natur‘ in dem er sich darüber ausläßt.
Wers glaubt!

Gandalf

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Hallo,

es gibt ne Studie, wo die Kinder und Kindeskinder erforscht wurden, wo die Mutter unter Mangelernährungen litten!

Kinder deren Mutter in Kriegszeiten unter Mangelernährung während der Schwangerschaft litten, waren kleiner. Auch derren Kinder waren kleiner und gesundheitsanfälliger!

VG René

Sorry, verstehe die Frage nicht, ich bin kein Linkshänder, ich mache alles mit rechts, ich schreibe lediglich links, aber eben nicht weil ich das besonders toll finde, sondern weil ich von Anfang an extreme schwierigkeiten hatte mit rechts zu schreiben.