Psychologie - auch eine Kunst!

Welchen Eindruck macht das eigentlich auf einen arbeitslosen Jugendlichen in Ostdeutschland, wenn westdeutsche besserverdienende „Grüne“ lauthals darüber nachdenken, wie viele Hunderttausend Einwanderer Deutschland angeblich „braucht“?
Die Lage: Jugendarbeitslosigkeit im Osaten bei ca. 20%. Wenn der junge Mann oder die junge Frau irgendwo in der de-industrialisierten ostdeutschen Provinz lebt, wird seine Lage und sein Umfeld so sein: er arbeitslos, Freundin arbeitslos.
Vater arbeitslos oder Frührentner. Mutter in (sinnloser) ABM-Stelle oder in der dritten Umschulung. Vom seinen Kumpels die Hälfte arbeitslos, die Hälfe in den Westen „rübergemacht“. Die Betriebe am Ort zahlen deutlich unter dem ohnehin niedrigeren Ost-Tarif. und so weiter…

Und jetzt kommt also die „Experten“-Kommission in Sachen Einwanderung!
Meine Frage: Wer sind diese Experten? Wen vertreten sie? Wer in der Kommission vertritt die Arbeitslosen? Wer die Hilfsarbeiter?
Wer vertritt z.B. die ausländischen unqualifizierten Arbeiter, die von der vermehrten Konkurrenz unter die Armutsgrenze gedrückt werden werden???
Frau Süßmuth hat mit Sicherheit ein Haushaltsnettoeinkommen von 500.000 DM p.a. and up. Sie gehört also zu den Leuten, die Einwanderung vor allem unter dem Gesichtspunkt der internationalen Gastronomie und dem Bedürfnis nach einer billigen Putzfrau betrachten.
Es heißt: „unser“ Bedarf? Wer bestimmt den Bedarf Deutschlands?
Die Bosse? Die Unternehmer? Die Beamten? Die linken Lehrer bei den Grünen?
Warum keine Volksabstimmung?
mfg frank

Hallo Franz,

Welchen Eindruck macht das eigentlich auf einen arbeitslosen
Jugendlichen in Ostdeutschland, wenn westdeutsche
besserverdienende „Grüne“ lauthals darüber nachdenken, wie
viele Hunderttausend Einwanderer Deutschland angeblich
„braucht“?
Die Lage: Jugendarbeitslosigkeit im Osaten bei ca. 20%. Wenn
der junge Mann oder die junge Frau irgendwo in der
de-industrialisierten ostdeutschen Provinz lebt, wird seine
Lage und sein Umfeld so sein: er arbeitslos, Freundin
arbeitslos.
Vater arbeitslos oder Frührentner. Mutter in (sinnloser)
ABM-Stelle oder in der dritten Umschulung. Vom seinen Kumpels
die Hälfte arbeitslos, die Hälfe in den Westen „rübergemacht“.
Die Betriebe am Ort zahlen deutlich unter dem ohnehin

Ich glaube, du stellst es absolut korrekt dar. Dieser Jugentliche wird sich verraten fühlen. Dennoch habe ich keinerlei Mitleid mit ihm; warum nicht?

Dieser Jugentliche hat die Möglichkeit sich in seiner Heimat weiterzuqualifizieren -> ABI/Fachoberschule -> Fachhochschule/Universität.
Die Hochschulen in den neuen Bundesländern galten wegen der dem fehlenden Gedränge und der guten Qualität als Geheimtip.

Bei einem ausgebildeten Akademiker gehört es dazu, daß er flexibel ist und einen Job außerhalb seines Heimatdorfes annnimmt.

Aber es gibt ja auch noch Tätigkeiten die niedrige oder mittlere Qualifikationen benötigen, z.B. in der Gastronomie oder Hotelfachgewerbe.
Fakt ist, daß der Libanese bereit ist in Köln zu kellnern, der Pole im Rheingau Wein zu lesen und Türke in Hamburg die Hotelrezeption zu machen.
Der jugentliche Ossi macht es nicht!
Ich finde es schon bemerkenswert, daß Menschen aus fernen Ländern in unser Land immegrieren, um hier ihr Glück zu machen, während die meisten Ossis lieber arbeitslos in ihrem Kaff versauern.

Wer vertritt z.B. die ausländischen unqualifizierten Arbeiter,
die von der vermehrten Konkurrenz unter die Armutsgrenze
gedrückt werden werden

Komisch, ich dachte immer, die Leute würden deshalb nach Deutschland kommen, um sich finanziell zu verbessern.

Es heißt: „unser“ Bedarf? Wer bestimmt den Bedarf
Deutschlands?
Die Bosse? Die Unternehmer? Die Beamten? Die linken Lehrer bei
den Grünen?
Warum keine Volksabstimmung?

Weil eine Volksabstimmung nach dem Motto läuft; „Die Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ und die dumpfe Mehrheit ist dagegen. Ein wunderbares Beispiel war die CDU-Kampangne gegen die doppelte Staatsbürgerschaft; noch unbeliebter als die Ökosteuer. Wenn man aber nach einer Begründung fragte, kamen entweder nichts mehr oder Argumente die mit dem Thema nichts zu tun hatten.

Tatsache ist, daß das Anspruchsdenken in diesem Land unerträgliche Ausmaße angenommen hat. Ich bringe hier immer wieder das Beispiel an, daß für die Ernten massenhaft polnische Hilfskräfte benötigt werden, weil unsere Arbeitslosen für so etwas zu FAUL sind.
(Mein Respekt gilt den den Landwirten und Nebenerwerbslandwirten. Da gibt es Menschen, die nicht nur einen Vollzeitarbeitsplatz mit langen Fahrtzeiten haben, sondern auch abends und am Wochenende ihre Landwirtschaft betreiben. Da fährt der Träcker nachts mit Flutbeleuchtung.)

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Wirtschaft braucht in bestimmten Bereichen Arbeitskräfte. Es ist doch besser einem Menschen ausländischer Herkunft eine Chance zu geben, als diese Plätze unbesetzt zu lassen.

Gruß
Carlos

Hallö,

Dieser Jugentliche hat die Möglichkeit sich in seiner Heimat
weiterzuqualifizieren -> ABI/Fachoberschule ->
Fachhochschule/Universität.

Ah ja. Ein Gros der arbeitslosen Jugendlichen können A) nicht auf weiterführende Schulen, da ihr Bildungsniveau bzw. die Leistungsvoraussetzungen nicht ausreichen, sowie B) diese Leute wollen arbeiten, um Geld zu verdienen, von dem sie leben können. Niemand will freiwillig für 380,-DM Lehrlingsentgeld eine überbetriebliche Ausbildung machen.

Ich weiss nicht, wo Dein Beispiel liegt, in meiner Heimatstadt sind die Gyms, die FS und die FOS seit Anfang der 90er permanent überfüllt. Grund: die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Und was dort alles versucht, Sozialpädagoge oder Heilpraktiker zu werden, naja…

Bei einem ausgebildeten Akademiker gehört es dazu, daß er
flexibel ist und einen Job außerhalb seines Heimatdorfes
annnimmt.

Aber nicht bei einem arbeitslosen 17jährigen, der Angst hat, in die Fremde zu ziehen, ohne wirkliche Perspektive, ohne Geld, ohne Familie. Es ist so einfach zu sagen, aber nicht jeder hat das Zeug dazu einfach seine Klamotten zu packen und von dannen zu ziehen.

Fakt ist, daß der Libanese bereit ist in Köln zu kellnern, der
Pole im Rheingau Wein zu lesen und Türke in Hamburg die
Hotelrezeption zu machen.
Der jugentliche Ossi macht es nicht!

Warum nicht? Weil er für 3-5 Mark die Stunde nicht die Nacht durch werkeln geht, ist doch klar! Würdest Du es machen? Ganz ehrlich, würdest DU es machen?

Ich finde es schon bemerkenswert, daß Menschen aus fernen
Ländern in unser Land immegrieren, um hier ihr Glück zu
machen, während die meisten Ossis lieber arbeitslos in ihrem
Kaff versauern.

Hier gebe ich Dir recht, auch wenn Du ansonsten nur gegen die arbeitslosen Jugendlichen „Ossis“ wetterst, anstatt ernsthafte Ideen zu bringen, wie es vielleicht anders werden könnte. Keine Ausbildungsplätze im Westen anzupreisen, auch keine Arbeitsplätze, nein, denn diese gehören in den Osten, da wo Mangel herrscht!

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Wirtschaft braucht in bestimmten
Bereichen Arbeitskräfte. Es ist doch besser einem Menschen
ausländischer Herkunft eine Chance zu geben, als diese Plätze
unbesetzt zu lassen.

Naja, eben. Diese Wirtschaft stellt bereits ausgebildete, ausländische Fachkräfte ein. Man spart sich so also ganz dezent die kostenträchtige Neuausbildung Einheimischer. Un dfördert so die Jugendarbeitslosigkeit. Die Lösung aller Probleme?!

CIAo

Hallo Maus,

Ah ja. Ein Gros der arbeitslosen Jugendlichen können A) nicht
auf weiterführende Schulen, da ihr Bildungsniveau bzw. die
Leistungsvoraussetzungen nicht ausreichen, sowie B) diese
Leute wollen arbeiten, um Geld zu verdienen, von dem sie leben
können. Niemand will freiwillig für 380,-DM Lehrlingsentgeld
eine überbetriebliche Ausbildung machen.

a) Die Intellektuelle Leistungsfähigkeit läßt sich durchaus mit einer Muskulatur vergleichen. Sie ist trainierbar. Schüler mit schlechten Leistungen sind im allgemeinen nicht dafür bekannt, daß sie ihre Nachmittage und Abende damit verbringen die zu schweren Hausaufgaben und Schulbücher zu bearbeiten.

b) Es gab Zeiten, da mußten die Lehrlinge dafür zahlen ausgebildet zu werden. Solange Nahrung, eine beheizte Unterkunft und Kleidung vorhanden ist, muß es halt gehen.

Und was dort alles versucht, Sozialpädagoge oder Heilpraktiker
zu werden, naja…

In diesem Punkt sind wir einer Meinung :wink: .

Warum nicht? Weil er für 3-5 Mark die Stunde nicht die Nacht
durch werkeln geht, ist doch klar! Würdest Du es machen? Ganz
ehrlich, würdest DU es machen?

Seit meinem 15ten Lebenjahr habe ich neben meiner Ausbildung mein Geld selber erarbeitet; als Auffüller in einer Lebensmittelabteilung, als Mitarbeiter bei Mc Donalds (im Bahnhofsviertel, 7,65 DM/h vor 15 Jahren), als Paketesortierer in einer Flughafenspedition.

Die 3-5 DM, die du erwähnst, sind völliger Blödsinn.

Hier gebe ich Dir recht, auch wenn Du ansonsten nur gegen die
arbeitslosen Jugendlichen „Ossis“ wetterst, anstatt ernsthafte
Ideen zu bringen, wie es vielleicht anders werden könnte.
Keine Ausbildungsplätze im Westen anzupreisen, auch keine
Arbeitsplätze, nein, denn diese gehören in den Osten, da wo
Mangel herrscht!

Natürlich habe ich keine Patentrezepte. Ich persönlich kann mir folgende Ansatzpunkte vorstellen.
1.) Die jugentlichen Hirnwichser da drüben hören auf sich die Birnen zu rasieren und Springerstiefel anzuziehen. Sie ziehen sich stattdessen Hemden und Krawatten an und überzeugen die Investoren von ihrer großen Arbeitsmotivation.
2.) Der Staat baut soviel wie möglich eigene Betriebe im Osten und tritt dort als Arbeitgeber auf.
3.) Massive Subventionen für alle Betriebe, die Osten investieren.
4.) Eine Gründerwelle im Osten. Die Ossis werden Unternehmer

Was würdest du bevorzugen Maus?

Gruß
Carlos

Hallo Carlos,

b) Es gab Zeiten, da mußten die Lehrlinge dafür zahlen
ausgebildet zu werden. Solange Nahrung, eine beheizte
Unterkunft und Kleidung vorhanden ist, muß es halt gehen.

Das ist ja weit das Schwierige. Beispielsweise 350,-DM Ausbildungsentgeld , zusätzlich Hilfe zum Lebensunterhalt ca 300,-DM (eventuell plus Mietbeihilfe). Ein Wohnung für 480,-DM (ist schon extrem billig), keine Angehörigen, keine oder nur wenig Chancen auf Nebenjob, extrem steigende Lebenshaltungskosten. Wer hat darauf Lust bzw. kann es sich überhaupt leisten? Zumal Schul- bzw. Ausbildungszubehör sehr oft selbst erstanden werden muss, weitere Unkosten wie Nahverkehr, Energie-Entgeld etc. kommen noch dazu. Es ist nicht so einfach, es ist verdammt schwierig, glaub mir…

Da gehe ich lieber arbeiten und verzichte auf einen Abschluss. Nur: auch Arbeit bekommt man nur sehr schwer (in bestimmten Regionen gar keine).

Und was dort alles versucht, Sozialpädagoge oder Heilpraktiker
zu werden, naja…

In diesem Punkt sind wir einer Meinung :wink: .

Ja, habs ja erlebt. Manchmal nervenzereissend. Leider leidet dardurch auch das Lernniveau erheblich.

Die 3-5 DM, die du erwähnst, sind völliger Blödsinn.

War vielleicht etwas übertrieben, aber ein Hilfskellner wird noch immer mit 5-7 Mark/h abgefertigt. Ist Tatsache. Leider.

Was würdest du bevorzugen Maus?

Es gibt so viele Möglichkeiten. Eines ist z.B. die Aufhebung der EU-Begrenzungen im deutschen Schiffbau beispielsweise. Da die Werften in M-V nur eine bestimmte Zahl von BRT im Jahr bauen dürfen, werden logischerweise weniger Aufträge an Land gezogen, was nicht weniger Arbeitsplätze bedeudet, aber es werden mögliche neue Arbeitsplätze verhindert. (die Asiaten reiben sich die Hände). (Ist nur ein Beispiel)

Nur, ändern können wir nix, dass muss schon die politik in Angriff nehmen. Ich ziehe seit 10 Jahren durchs Ländle, um irgendwo glücklich und zufrieden zu werden. Soll ich das bis zur Rente durchziehen? Darauf hat sicher keiner Bock.

CIAo

Zukunftsmarkt Schiffbau?
Hi

Es gibt so viele Möglichkeiten. Eines ist z.B. die Aufhebung
der EU-Begrenzungen im deutschen Schiffbau beispielsweise. Da
die Werften in M-V nur eine bestimmte Zahl von BRT im Jahr
bauen dürfen, werden logischerweise weniger Aufträge an Land
gezogen, was nicht weniger Arbeitsplätze bedeudet, aber es
werden mögliche neue Arbeitsplätze verhindert. (die Asiaten
reiben sich die Hände). (Ist nur ein Beispiel)

Ich fürchte, dass das nicht der richtige Weg wäre. In der Schwerindustrie sehe ich langfristig keine Zukunft. Im Gegenteil: irgendwann kommt ein Werftenpfennig und dann ist es ganz aus Abschreckendes Beispiel: Die Kohlesubvention hat lange Zeit den Umbau des Saarlandes verhindert.
Hier muß umgebaut werden (wie z.B. mit der Halbleiterindustrie AMD Dresden), um langfristig Arbeitsplätze in Branchen mit Zukunft zu schaffen => Förderung von IT-, Telekommunikations- oder Biotechnologieunternehmen (Liste läßt sich fortsetzen) wäre angesagt, gleichzeitig muß die Förderung „fossiler“ Industrien des letzten Jahrhunderts eingedämmt werden. Daraus könnten wiederum Arbeitsplätze bei Zulieferern und Dienstleistern entstehen.

Nur, ändern können wir nix, dass muss schon die politik in
Angriff nehmen.

Ich glaube, das ist Sache der jeweiligen Landespolitik, ein gutes Klima für Investoren zu schaffen.
[Klar, zuerst muß eine gute (!) Infrastruktur her (zum Teil bereits geschehen) => Bundessache.]
Die neuen (naja ist auch schon 10 Jahre her) Länder dürfen dazu ihre Gelder nicht in Mammut- und Dinosaurierprojekte der Schwerindustrie stecken.

Ich ziehe seit 10 Jahren durchs Ländle, um
irgendwo glücklich und zufrieden zu werden. Soll ich das bis
zur Rente durchziehen? Darauf hat sicher keiner Bock.

Nicht so pessimistisch, ich habe genügend Kollegen, die ihr Plätzle im Ländle gefunden haben.

Cheers
Rossi

hallo carlos!
das hört sich ja alles schön und gut an. neoliberalismus ist eine feine sache.
ich gestatte mir dennoch auf folgendes hinzuweisen:
(A) das anspruchsdenken besteht m.e. eher bei denen, die keine arbeit haben und von sozialhilfe o.ä. leben. es gibt nicht nur in den usa, sondern auch in deutschland jede menge leute, die trotz vollzeit-beschäftigung kaum über die runden kommen. im einzelhandel z.b. habe ich mich immer gewundert, wieso so viele leute kein auto haben. das sind keine „grünen“. die können sich das trotz vollzeit-job nicht leisten!
(B) anspruchsdenken: man solte mal überlegen, dass sie löhne für polen usw. auch daher so interssant sind, weil ein währungsgefälle besteht, d.h. man für die umgetauschte d-mark in polen usw. unendlich viel kaufen kann.
welche gesellschaft wünschst du dir denn??? eine, in der leute in ladas leben ohne strom, dusche, klo: hauptsache job???
© der klassische nationalstaat hat m.e. 2 aufgaben: rechtsfrieden nach außen und innen schaffen und die eigenen leute schützen, und zwar durch diskriminierung von fremden. nicht ohne zufall behalten fast alle staaten bislang die besten posten ihren eigenen leuten vor. wenn der staat brd das einseitig aufgibt: wer schützt dann die dummen und unfähigen deutschen? nicht jeder ist jung, dynamisch, flexibel. ja, es gibt auch in deutschland und unter den deutschen trottel, debile und faulpelze. der unterschied zwischen menschen und unternehmen ist, das sich am markt nicht durchsetzungsfähige menschen im gegensatz zu unternehmen nicht einfach durch konkurs oder liquidation auflösen!!!
niemand von den einwanderungsbefürwortern konnte mir bisher die eine und entscheidende frage beantworten: was machen wir mit dem runden drittel der bevölkerung, das das tempo der modernisierung nicht mitgehen kann oder will???
mit einem neoliberalistischen achselzucken so wie du nach dem motto „selbst schuld!“ ihrem schicksal überlassen??? und der rest ist dann ein job für die anti-aufruhr-streitkräfte der polizei, was?
mfg frank

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Maus,

Ah ja. Ein Gros der arbeitslosen Jugendlichen können A) nicht
auf weiterführende Schulen, da ihr Bildungsniveau bzw. die
Leistungsvoraussetzungen nicht ausreichen, sowie B) diese
Leute wollen arbeiten, um Geld zu verdienen, von dem sie leben
können. Niemand will freiwillig für 380,-DM Lehrlingsentgeld
eine überbetriebliche Ausbildung machen.

a) Die Intellektuelle Leistungsfähigkeit läßt sich durchaus
mit einer Muskulatur vergleichen. Sie ist trainierbar. Schüler
mit schlechten Leistungen sind im allgemeinen nicht dafür
bekannt, daß sie ihre Nachmittage und Abende damit verbringen
die zu schweren Hausaufgaben und Schulbücher zu bearbeiten.

b) Es gab Zeiten, da mußten die Lehrlinge dafür zahlen
ausgebildet zu werden. Solange Nahrung, eine beheizte
Unterkunft und Kleidung vorhanden ist, muß es halt gehen.

Und was dort alles versucht, Sozialpädagoge oder Heilpraktiker
zu werden, naja…

In diesem Punkt sind wir einer Meinung :wink: .

Warum nicht? Weil er für 3-5 Mark die Stunde nicht die Nacht
durch werkeln geht, ist doch klar! Würdest Du es machen? Ganz
ehrlich, würdest DU es machen?

Seit meinem 15ten Lebenjahr habe ich neben meiner Ausbildung
mein Geld selber erarbeitet; als Auffüller in einer
Lebensmittelabteilung, als Mitarbeiter bei Mc Donalds (im
Bahnhofsviertel, 7,65 DM/h vor 15 Jahren), als Paketesortierer
in einer Flughafenspedition.

Die 3-5 DM, die du erwähnst, sind völliger Blödsinn.

Hier gebe ich Dir recht, auch wenn Du ansonsten nur gegen die
arbeitslosen Jugendlichen „Ossis“ wetterst, anstatt ernsthafte
Ideen zu bringen, wie es vielleicht anders werden könnte.
Keine Ausbildungsplätze im Westen anzupreisen, auch keine
Arbeitsplätze, nein, denn diese gehören in den Osten, da wo
Mangel herrscht!

Natürlich habe ich keine Patentrezepte. Ich persönlich kann
mir folgende Ansatzpunkte vorstellen.
1.) Die jugentlichen Hirnwichser da drüben hören auf sich die
Birnen zu rasieren und Springerstiefel anzuziehen. Sie ziehen
sich stattdessen Hemden und Krawatten an und überzeugen die
Investoren von ihrer großen Arbeitsmotivation.

Kein Kommentar, ist mir zu niveaulos

2.) Der Staat baut soviel wie möglich eigene Betriebe im Osten
und tritt dort als Arbeitgeber auf.

Wer soll das bezahlen?

3.) Massive Subventionen für alle Betriebe, die Osten
investieren.

Die gibt es schon seit 10 Jahren mit überwiegend schlechten Ergebnissen für die Regionen. Viele sanieren durch Investitionen im Osten ihre Stammbetriebe.Wenn sie genug Geld verdient haben sind die Ostbetriebe pleite, und die Unternehmer um einiges Reicher.

4.) Eine Gründerwelle im Osten. Die Ossis werden Unternehmer

Fahr mal hin. An jeder Ecke steht ein Imbiß oder ein Getränkemarkt.

Was würdest du bevorzugen Maus?

Gruß
Carlos

Warum wohl ?

Es heißt: „unser“ Bedarf? Wer bestimmt den Bedarf
Deutschlands?
Die Bosse? Die Unternehmer? Die Beamten? Die linken Lehrer bei
den Grünen?

Rat mal !

Warum keine Volksabstimmung?
mfg frank

aus dem gleichen Grund, aus dem der Euro nicht abgestimmt wurde: Sie wissen, daß sie eindeutig gegen den Volkswillen handeln und wollen sich den Verfassungsbruch nicht noch bescheinigen lassen !
whk

Hallo Frank,

das hört sich ja alles schön und gut an. neoliberalismus ist
eine feine sache.

Mir war gar nicht bewußt, daß ich neoliberalistische Ansichten vertrete. Ich fürchte aber, du hast recht.

(A) das anspruchsdenken besteht m.e. eher bei denen, die keine
arbeit haben und von sozialhilfe o.ä. leben. es gibt nicht nur
in den usa, sondern auch in deutschland jede menge leute, die
trotz vollzeit-beschäftigung kaum über die runden kommen. im
einzelhandel z.b. habe ich mich immer gewundert, wieso so
viele leute kein auto haben. das sind keine „grünen“. die
können sich das trotz vollzeit-job nicht leisten!

Es ist zutiefst ungerecht, daß die Arbeitskraft von Arbeitnehmern in unterschiedlichen Berufen so extrem unterschiedlich bezahlt wird.

Du nennst ausgerechnet den fehlenden Besitz eines Autos, als Zeichen für Armut trotz Arbeit. Dies halte ich für ein schönes Beispiel zum Thema Anspruchsdenken.
Der Erwerb und der Unterhalt eines PKWs liegt auch für billige Automodelle schnell in einem Bereich von 500 DM/Monat. Für einen jungen Single, der in einer EIGENEN Wohnung lebt, ist das eine Menge Geld. Der Besitz eines Autos kann entweder eine notwendige Investition sein, z.B. um zur Arbeit zu kommen, oder eine gesellschaftsüblicher Luxus.
Die Leute die du dort kennengelernt hast; waren sie so arm, daß sie sich:

  • keine Urlaubsreisen leisten konnten?
  • keine eigene, womöglich voll ausgestattete, Wohnung besaßen?
  • keine technischen Luxusgüter, wie Handies, Computer, Stereoanlagen besaßen?
  • beim Ausgehen abends immer zurückstecken mußten, da kein Geld vorhanden war?
    Oder etwa doch das eine oder andere?

Tatsache ist, daß niemand, der in diesem Land einen normale Arbeit hat, so arm ist, daß er seine Grundbedürfnisse nicht decken kann. Es kann aber durchaus sein, daß er sich Dinge, die andere für selbstverständlich halten, nicht leisten kann.

(B) anspruchsdenken: man solte mal überlegen, dass sie löhne
für polen usw. auch daher so interssant sind, weil ein
währungsgefälle besteht, d.h. man für die umgetauschte d-mark
in polen usw. unendlich viel kaufen kann.

Das heißt einfach, daß unseren Arbeitslosen auch miternten würden, wenn nur die Stundenlöhnen entsprechend hoch wären, statt 13 DM/h halt 50 DM/h. Die Löhne sind halt zu niedrig um sich dafür die Hände schmutzig zu machen.
Dies heißt auch, daß es unseren Arbeitslosen ziemlich gut geht.

welche gesellschaft wünschst du dir denn??? eine, in der leute
in ladas leben ohne strom, dusche, klo: hauptsache job???

Eine Gesellschaft mit ehrlichen, fleißigen und fürsorglichen Menschen. Hast du eine Ahnung welcher Wohlstand sich in solchen Gesellschaften bildet.

© wer schützt dann die dummen und unfähigen
deutschen? nicht jeder ist jung, dynamisch, flexibel. ja, es
gibt auch in deutschland und unter den deutschen trottel,
debile und faulpelze. der unterschied zwischen menschen und
unternehmen ist, das sich am markt nicht durchsetzungsfähige
menschen im gegensatz zu unternehmen nicht einfach durch
konkurs oder liquidation auflösen!!!
niemand von den einwanderungsbefürwortern konnte mir bisher
die eine und entscheidende frage beantworten: was machen wir
mit dem runden drittel der bevölkerung, das das tempo der
modernisierung nicht mitgehen kann oder will???

Diese Argument halte ich für sehr gewichtig.
Es stimmt, der Staat hat nicht nur die Pflicht die „Langsameren“ zu versorgen, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, daß sie ihren Anteil und Aufgaben in diesem Staat haben.

Was das Thema Faulpelze betrifft. Wenn jemand der Meinung ist, daß es kompletter Irrsinn ist sich zu Tode zu schuften, ist es seine Freiheit (er hat ja auch Recht).
Wenn er einen alternativen Lebensstil findet, wie er mit wenig Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreitet, gönne ich es ihm vom ganzen Herzen und beneide seine Weisheit.
Wenn er seinen Lebensunterhalt auf Dauer und mit voller Absicht aus meinem Geld bzw. Steuergelder bezieht, ist er ein Parasit.

mit einem neoliberalistischen achselzucken so wie du nach dem
motto „selbst schuld!“ ihrem schicksal überlassen??? und der
rest ist dann ein job für die anti-aufruhr-streitkräfte der
polizei, was?

Arbeit als Mittel um den Mob vom Randalieren abzuhalten. Die war die Argumention der Fabrikbesitzer des 19ten Jahrhundert zum Thema kürzerer Arbeitszeiten.
Natürlich könnten diese Arbeitslosen ihr Leben dennoch sinnvoll gestalten; kostenarme Hobbies, Innitiativen, Vereine, Kunst und Kultur, ehrenamtliche Tätigkeiten. Seltsamerweise trifft man in diesen Bereiche meistens Menschen, die sowieso genug Arbeit haben.

Gruß
Carlos

Viel einfacher
Hi

Es heißt: „unser“ Bedarf? Wer bestimmt den Bedarf
Deutschlands?
Die Bosse? Die Unternehmer? Die Beamten? Die linken Lehrer bei
den Grünen?

Rat mal !

Nun, da braucht man nicht raten das geht ganz einfach: Schreibe eine Stelle aus und suche einen qualifizierten Spezialisten (Technik). Du bekommst ein paar Bewerbungen von absolut unqualifizierten Leuten. Was wirst du tun? Richtig, du wirst die Stelle international ausschreiben. Und damit hast du plötzlich Bedarf an einer ausländischen Fachkraft. Oder schon mal nachgedacht warum zur Zeit die Gehälter im IT-Bereich zum Teil die Grenzen des Obszönen übersteigen? (Versuch mal einen qualifizieren Softwareentwickler zu finden, dann wird es dir klar). Es ist Marktwirtschaft: Angebot und Nachfrage. Und im Moment haben wir eine große Nachfrage nach hochqualifizierten Arbeitskräften.
Um deine Frage zu beantworten:
Wer bestimmt? Der Markt!

Warum keine Volksabstimmung?

Der Markt braucht keine Volksabstimmung. Der Markt ist eine Volksabstimmung.

Cheers Rossi

Frank, Du bringst es auf den Punkt.
Umvolkung, weil der Deutsche stört!
Alles Banane in dieser Republik.
Es wird Zeit für eine weitere Revolution ‚wir sind das Volk‘.

Die statthaltenden Polit-Gestalten in Fremdauftrag sind längst enttarnt. Als Volksfeinde. Als Volksschädlinge.
Sie haben das aber ziemlich gut verborgen gehalten. Der deutsche Michel, der merkt es ja immer erst, wenn alles zu spät ist. Diesen Schuh muß sich der Deutsche leider tatsächlich, bei allen Lügenbehauptungen!, anziehen und gefallen lassen. Leider!

Welchen Eindruck macht das eigentlich auf einen arbeitslosen
Jugendlichen in Ostdeutschland, wenn westdeutsche
besserverdienende „Grüne“ lauthals darüber nachdenken, wie
viele Hunderttausend Einwanderer Deutschland angeblich
„braucht“?

Weiter Denken tut not …
Sportsfreund, was sagt uns das aber über die eigene Volksbildungspolitik der letzten Jahrzehnte, meinetwegen der letzten 11 Jahre?

Alles Hochverräter und Dummschwätzer in Amt und Pfründen!

Die Industrie, sowieso aus dem Ausland fremdgesteuert, bildet auch nicht aus und volkt somit um. Wer bestimmt also die Richtlinien der Staatspolitik in der Bananenrepublik …

Noch Fragen?
Bitte selber beantworten. Ist ja nun wirklich nicht schwer.

Vielleicht werden wir uns nie verstehen…
aber erstmal ein Hallo!

Sportsfreund, was sagt uns das aber über die eigene
Volksbildungspolitik der letzten Jahrzehnte, meinetwegen der
letzten 11 Jahre?

Alles Hochverräter und Dummschwätzer in Amt und Pfründen!

Hier kommt der Neid eines beruflichen Versagers durch, der so gerne wollte, aber nicht konnte. Sorry, das kann ich mir nicht verkneifen. Zarter kann man es aber leider nicht formulieren.

Die Industrie, sowieso aus dem Ausland fremdgesteuert,

Und in Rosswell ist ein UFO gelandet. Ja, ja es sind die Illuminati, die hier fernsteuern …

bildet auch nicht aus und volkt somit um.

bildet nicht aus? Hä? Wieso gibt es dann unbesetze Lehrstellen?
Wieso sind die Hörsäle in den technischen Fächern leer (auch hier sponsort die Industrie)?
Nachtragen kann man den Leuten einen Ausbildungs-/Studienplatz nun wirklich nicht. Den Arsch muß jeder selbst hochkriegen.

Außerdem: Jeder Täter hat ein Motiv. Ich sehe weit und breit keines für deine These.

Wer bestimmt also die
Richtlinien der Staatspolitik in der Bananenrepublik …

Hoffentlich keine Leute mit deinen politischen Ansichten.

Noch Fragen?
Bitte selber beantworten. Ist ja nun wirklich nicht schwer.

Nix für ungut
Rossi

Jammern: Eine deutsche Tugend?
Hi Frank,

Welchen Eindruck macht das eigentlich auf einen arbeitslosen
Jugendlichen in Ostdeutschland, wenn westdeutsche
besserverdienende „Grüne“ lauthals darüber nachdenken, wie
viele Hunderttausend Einwanderer Deutschland angeblich
„braucht“?

Nun, viele haben die Antwort erkannt: Die wirtschaftlich schwachen Regionen verlassen und umziehen. Einzig und allein bei einem Bauern verstehe ich es, wenn er an seine Scholle gebunden ist.
Und eine zweite Erkenntnis: Es wird über die Zuwanderung von Spezialisten diskutiert. Zeig mir bitte einen diplomierten oder gar promovierten arbeitslosen (ost-)deutschen Jugendlichen. Den gibt es nicht. Hier werden in der Diskussion zwei Dinge vermischt, die nichts miteinander zu tun haben (Spezialisten und Jugendarbeitslosigkeit).
Also, zweite Erkenntnis aus dem lauten Nachdenken: Die Ausbildung machts. Zuhause sitzen und jammern bringt nichts und hat auch noch nie etwas an der persönlichen Situation arbeitsloser Jugendlicher geändert.
Und bitte nicht das Argument Westen zu teuer usw. usf. Ich kenne genügend Ossis, die erfolgreich aufgebrochen sind, ihre Lehre in den alten Bundesländern zu machen. Warum erwartet man von einem 18-jährigen Studenten Mobilität, warum sollte man das von einem 18-Jährigen Azubi nicht auch erwarten können?
By the way: Es gab und gibt auch in den alten Ländern strukturschwache Regionen. Hier hat man schon lange eine hohe Mobilität von den Menschen erwartet. Warum wird jetzt so gejammert?

Cheers
Rossi

Hi!

Nun mische ich ich auch mal wieder ein:

m.E. werden hier die falschen Fragen gestellt.
Wen interessiert es denn, was der arbeitslose, zuhausesitzende ostdeutsche Jugendliche von den saturierten grünen Schickis im Westen hält?

Mich interessiert vielmehr, wie es überhaupt möglich ist, daß diese ganzen faulen Hunde überhaupt noch zu Hause sitzen KÖNNEN!!!
Mich hat niemand gefragt, ob mir das passt, in den letzten 7 Jahren 6 mal umzuziehen. Ich habe es einfach getan. Fertig.

Wer als Arbeitsloser dies nicht tun will, bekommt eben kein Geld mehr vom Staat. Fertig.

Im Osten wie im Westen macht sich unter den Jugendlichen eine gewisse Lethargie und ein gefährliches Anspruchsdenken breit.

Leute, es gibt kein Recht auf einen Ausbildungsplatz als Bankkaufmann/-frau genau in Leipzig oder Castrop-Rauxel!
Vielmehr sehe ich hier eine Verpflichtung gegenüber denjenigen, die die Sozialkosten verdienen müssen, seinen Arsch dorthin zu bewegen, wo die Arbeit ist!
Und Ausbildungsplätze gibt es wahrlich genug.

Daher halte ich überhaupt nichts mehr von diesem ganzen Sozialgequatsche. Wer seinen Hintern nicht hochkriegt, muß eben ganz, ganz kurz gehalten werden.
Arbeit muß sich wieder lohnen, oder wie war das!?

Gruß,

Mathias

P.S. Verschont mich jetzt bitte mit den ganzen Härtefällen wie Kranke, Behinderte, Alte u.s.w. Daß die hier nicht gemeint sind, dürfte wohl klar sein.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

hi!
Mal wieder Senf von mir…

Nun, viele haben die Antwort erkannt: Die wirtschaftlich
schwachen Regionen verlassen und umziehen.

Hab ich gemacht, und ich kenn auch viele, die ebenso „ruebergemacht“ sind, nur wird die wirtschaftlich schwache Region nicht staerker dadurch. Ich werd mir 3x ueberlegen, ob ich zurueckgehe, ich wuerde gern, aber die ca noch 15% großen Argumente sprechen ja nicht unbedingt dafuer.
Ein wahrer Teufelskreislauf?

Mobilitaet sollte erwartet werden koennen, das ist wahr.
Aber solange man vom Staat mehr oder weniger durchgefuettert wird, warum dann weg von zu Hause?
Gruss, Daniel

Hi Reiko!

trifft man sich doch mal wieder.

Dieser Jugentliche hat die Möglichkeit sich in seiner Heimat
weiterzuqualifizieren -> ABI/Fachoberschule ->
Fachhochschule/Universität.

Ah ja. Ein Gros der arbeitslosen Jugendlichen können A) nicht
auf weiterführende Schulen, da ihr Bildungsniveau bzw. die
Leistungsvoraussetzungen nicht ausreichen, sowie B) diese
Leute wollen arbeiten, um Geld zu verdienen, von dem sie leben
können. Niemand will freiwillig für 380,-DM Lehrlingsentgeld
eine überbetriebliche Ausbildung machen.

Man muß die Voraussetzungen so schaffen, daß er keine andere Wahl hat!
Wer sich selber irgendwie finanzieren kann -> o.k.
Wer aber von staatlichen Hilfen lebt, der muß ran und sehen, daß er so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommt. Den Luxus, 3 Jahre auf die „richtige“ Lehrstelle zu warten, darf es hier im Interesse der Beitragszahler nicht geben!

Ich weiss nicht, wo Dein Beispiel liegt, in meiner Heimatstadt
sind die Gyms, die FS und die FOS seit Anfang der 90er
permanent überfüllt. Grund: die hohe Jugendarbeitslosigkeit.
Und was dort alles versucht, Sozialpädagoge oder Heilpraktiker
zu werden, naja…

Wenigstens tun sie was.

Bei einem ausgebildeten Akademiker gehört es dazu, daß er
flexibel ist und einen Job außerhalb seines Heimatdorfes
annnimmt.

Aber nicht bei einem arbeitslosen 17jährigen, der Angst hat,
in die Fremde zu ziehen, ohne wirkliche Perspektive, ohne
Geld, ohne Familie. Es ist so einfach zu sagen, aber nicht
jeder hat das Zeug dazu einfach seine Klamotten zu packen und
von dannen zu ziehen.

Es ist für mich auch nicht einfach, die ganzen Sozialleistungen zu bezahlen.
Mich hat auch niemand gefragt, ob ich umziehen möchte und ich habe das des öfteren getan.

Fakt ist, daß der Libanese bereit ist in Köln zu kellnern, der
Pole im Rheingau Wein zu lesen und Türke in Hamburg die
Hotelrezeption zu machen.
Der jugentliche Ossi macht es nicht!

Warum nicht? Weil er für 3-5 Mark die Stunde nicht die Nacht
durch werkeln geht, ist doch klar! Würdest Du es machen? Ganz
ehrlich, würdest DU es machen?

Wie gesagt: die Rahmenbedingungen (Sozialhilfesatz, Arbeitslosengeld u.s.w.) müssen derart gekürzt und gestrafft werden, daß er das muß.
Fertig aus.
Ich bin doch nicht dafür verantwortlich, 4 Millionen Menschen die Wartezeit auf ihren Traumjob (der ohnehin zumeist niemals kommt) zu versüßen!!

Ich finde es schon bemerkenswert, daß Menschen aus fernen
Ländern in unser Land immegrieren, um hier ihr Glück zu
machen, während die meisten Ossis lieber arbeitslos in ihrem
Kaff versauern.

Hier gebe ich Dir recht, auch wenn Du ansonsten nur gegen die
arbeitslosen Jugendlichen „Ossis“ wetterst, anstatt ernsthafte
Ideen zu bringen, wie es vielleicht anders werden könnte.
Keine Ausbildungsplätze im Westen anzupreisen, auch keine
Arbeitsplätze, nein, denn diese gehören in den Osten, da wo
Mangel herrscht!

Da es sie dort nun mal (noch) nicht gibt, ist eben etwas Flexibilität gefragt.
Daß ich selbige nicht von einem 50-jährigen „Ossi“ erwarten kann, ist mir auch klar. Nur von einem 18-jährigen kann ich das erwarten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Wirtschaft braucht in bestimmten
Bereichen Arbeitskräfte. Es ist doch besser einem Menschen
ausländischer Herkunft eine Chance zu geben, als diese Plätze
unbesetzt zu lassen.

Naja, eben. Diese Wirtschaft stellt bereits ausgebildete,
ausländische Fachkräfte ein. Man spart sich so also ganz
dezent die kostenträchtige Neuausbildung Einheimischer. Un
dfördert so die Jugendarbeitslosigkeit. Die Lösung aller
Probleme?!

Ich denke, daß die Einheimischen einfach nicht wollen.
Die Qualifizierung der breiten Bevölkerung müsste viel besser sein.
Es ist eine Katastrophe, was sich in Deutschland so auf Arbeitssuche befindet!
20 Jahre alt und total verblödet.
So geht das eben nicht.

Daß man sich vor diesem Hintergrund als Arbeitgebver auch mal in GB oder NL umsieht (wir sprechen hier von qualifizierten Jobs!), ist dann ja wohl keine Schande.

Die Industrie kann nichts dafür, daß sich schätzungsweise 1 Mio. junge Arbeitslose um die Qualifizierung herumdrücken, nur weil sie einfach keinen Bock haben, ihren Hintern zur Ausbildung in eine andere Stadt zu bewegen.
Hier muß man dann schon mal fragen, warum diese Leute das überhaupt machen KÖNNEN…

Gruß,

Mathias

Tach Reiko!

b) Es gab Zeiten, da mußten die Lehrlinge dafür zahlen
ausgebildet zu werden. Solange Nahrung, eine beheizte
Unterkunft und Kleidung vorhanden ist, muß es halt gehen.

Das ist ja weit das Schwierige. Beispielsweise 350,-DM
Ausbildungsentgeld , zusätzlich Hilfe zum Lebensunterhalt ca
300,-DM (eventuell plus Mietbeihilfe). Ein Wohnung für 480,-DM
(ist schon extrem billig), keine Angehörigen, keine oder nur
wenig Chancen auf Nebenjob, extrem steigende
Lebenshaltungskosten. Wer hat darauf Lust bzw. kann es sich
überhaupt leisten? Zumal Schul- bzw. Ausbildungszubehör sehr
oft selbst erstanden werden muss, weitere Unkosten wie
Nahverkehr, Energie-Entgeld etc. kommen noch dazu. Es ist
nicht so einfach, es ist verdammt schwierig, glaub mir…

Da gehe ich lieber arbeiten und verzichte auf einen Abschluss.
Nur: auch Arbeit bekommt man nur sehr schwer (in bestimmten
Regionen gar keine).

Das ist die typische Hilfsarbeiter-Einstellung der 60er.
Vielleicht können iwr uns darauf einigen, daß es sich hier um ein bis zwei Jahre „darben“ dreht, da man ab dem dritten Lehrjahr oder spätestens nach der Lehre ja bedeutend besser verdient.

Die 3-5 DM, die du erwähnst, sind völliger Blödsinn.

War vielleicht etwas übertrieben, aber ein Hilfskellner wird
noch immer mit 5-7 Mark/h abgefertigt. Ist Tatsache. Leider.

Jaja. Das habe ich auch gemacht. 8 Mark Lohn und 20 Mark pro h Trinkgeld…

Was würdest du bevorzugen Maus?

Es gibt so viele Möglichkeiten. Eines ist z.B. die Aufhebung
der EU-Begrenzungen im deutschen Schiffbau beispielsweise. Da
die Werften in M-V nur eine bestimmte Zahl von BRT im Jahr
bauen dürfen, werden logischerweise weniger Aufträge an Land
gezogen, was nicht weniger Arbeitsplätze bedeudet, aber es
werden mögliche neue Arbeitsplätze verhindert. (die Asiaten
reiben sich die Hände). (Ist nur ein Beispiel)

Ich dachte, im Schiffsbeu halten wir ohnehin die rote Laterne…

Nur, ändern können wir nix, dass muss schon die politik in
Angriff nehmen. Ich ziehe seit 10 Jahren durchs Ländle, um
irgendwo glücklich und zufrieden zu werden. Soll ich das bis
zur Rente durchziehen? Darauf hat sicher keiner Bock.

Wenn es nötig ist, um sein eigenes Geld zu verdienen…
…ja!!!

Es ist doch nicht das Problem des Beitragszahlers, daß jemand nicht weg aus Sömmerda oder Pieding will!
Dafür versuche ich Dich gerade zu sensibilisieren!
Was der Typ will, ist erst dann interessant, wenn er der Allgemeinheit nicht mehr auf der Tasche liegt!

Gruß,

Mathias

hallo!
ich wollte eigentlich keine diskussion um die faulheit der „ossis“ oder so vom zaun brechen, sondern nur mal zu bedenken geben, wie sich die momentane diskussion auf die hiesigen sog. modernisierungsverlierer auswirkt.
also: keine analyse, sondern einfach nur mal sagen was fakt ist.
und zwar ganz ohne hintergründelei.
ich sehe es so, dass der staat deutschland an einen teil seiner bürger die botschaft sendet: ihr seid überflüssig!
mit dem absehbaren wegfall der wehrpflicht (rechtlich oder de facto durch verkleinerung oder umstrukturierung) entfällt so ziemlich der letzte posten wo der der deutsche staat sich noch auf seine leute angewiesen fühlte.
konkret: führt rot-grün den deutschen staat als profit-center nach den maßstäben einer us-amerikanischen fast-food-filiale???
wer zu dumm oder zu faul oder sonstwie nicht leistungsfähig ist wird eben durch zuwanderer ersetzt … und die einzige frage, die bleibt, ist, ob der ausgesonderte deutsche menschen-müll nun weiter sozialhilfe bekommt oder nicht???
ich habe teilweise den eindruck, die grünen versuchten, die brecht’sche parole „wenn euch das volk nicht gefällt, dann sucht euch doch ein anderes!“ durch verschärfte zuwanderung in die praxis umzusetzen. bei einer partei, die real von über 97% der deutschen nicht gewählt wird, ein durchaus verständlicher wunsch!
im übrigen beharre ich darauf, dass niemand hier im forum die frage beantwortet hat, was wir denn nun mit dem geschätzten drittel der „überflüssigen“ gemacht wird. meine idee des „qualifizierung vor immigration“ und „integration vor immigration“ hat ja nun wenig anklang gefunden. leider!
mfg frank

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