Hallo Frank,
das hört sich ja alles schön und gut an. neoliberalismus ist
eine feine sache.
Mir war gar nicht bewußt, daß ich neoliberalistische Ansichten vertrete. Ich fürchte aber, du hast recht.
(A) das anspruchsdenken besteht m.e. eher bei denen, die keine
arbeit haben und von sozialhilfe o.ä. leben. es gibt nicht nur
in den usa, sondern auch in deutschland jede menge leute, die
trotz vollzeit-beschäftigung kaum über die runden kommen. im
einzelhandel z.b. habe ich mich immer gewundert, wieso so
viele leute kein auto haben. das sind keine „grünen“. die
können sich das trotz vollzeit-job nicht leisten!
Es ist zutiefst ungerecht, daß die Arbeitskraft von Arbeitnehmern in unterschiedlichen Berufen so extrem unterschiedlich bezahlt wird.
Du nennst ausgerechnet den fehlenden Besitz eines Autos, als Zeichen für Armut trotz Arbeit. Dies halte ich für ein schönes Beispiel zum Thema Anspruchsdenken.
Der Erwerb und der Unterhalt eines PKWs liegt auch für billige Automodelle schnell in einem Bereich von 500 DM/Monat. Für einen jungen Single, der in einer EIGENEN Wohnung lebt, ist das eine Menge Geld. Der Besitz eines Autos kann entweder eine notwendige Investition sein, z.B. um zur Arbeit zu kommen, oder eine gesellschaftsüblicher Luxus.
Die Leute die du dort kennengelernt hast; waren sie so arm, daß sie sich:
- keine Urlaubsreisen leisten konnten?
- keine eigene, womöglich voll ausgestattete, Wohnung besaßen?
- keine technischen Luxusgüter, wie Handies, Computer, Stereoanlagen besaßen?
- beim Ausgehen abends immer zurückstecken mußten, da kein Geld vorhanden war?
Oder etwa doch das eine oder andere?
Tatsache ist, daß niemand, der in diesem Land einen normale Arbeit hat, so arm ist, daß er seine Grundbedürfnisse nicht decken kann. Es kann aber durchaus sein, daß er sich Dinge, die andere für selbstverständlich halten, nicht leisten kann.
(B) anspruchsdenken: man solte mal überlegen, dass sie löhne
für polen usw. auch daher so interssant sind, weil ein
währungsgefälle besteht, d.h. man für die umgetauschte d-mark
in polen usw. unendlich viel kaufen kann.
Das heißt einfach, daß unseren Arbeitslosen auch miternten würden, wenn nur die Stundenlöhnen entsprechend hoch wären, statt 13 DM/h halt 50 DM/h. Die Löhne sind halt zu niedrig um sich dafür die Hände schmutzig zu machen.
Dies heißt auch, daß es unseren Arbeitslosen ziemlich gut geht.
welche gesellschaft wünschst du dir denn??? eine, in der leute
in ladas leben ohne strom, dusche, klo: hauptsache job???
Eine Gesellschaft mit ehrlichen, fleißigen und fürsorglichen Menschen. Hast du eine Ahnung welcher Wohlstand sich in solchen Gesellschaften bildet.
© wer schützt dann die dummen und unfähigen
deutschen? nicht jeder ist jung, dynamisch, flexibel. ja, es
gibt auch in deutschland und unter den deutschen trottel,
debile und faulpelze. der unterschied zwischen menschen und
unternehmen ist, das sich am markt nicht durchsetzungsfähige
menschen im gegensatz zu unternehmen nicht einfach durch
konkurs oder liquidation auflösen!!!
niemand von den einwanderungsbefürwortern konnte mir bisher
die eine und entscheidende frage beantworten: was machen wir
mit dem runden drittel der bevölkerung, das das tempo der
modernisierung nicht mitgehen kann oder will???
Diese Argument halte ich für sehr gewichtig.
Es stimmt, der Staat hat nicht nur die Pflicht die „Langsameren“ zu versorgen, sondern ihnen auch die Möglichkeit zu geben, daß sie ihren Anteil und Aufgaben in diesem Staat haben.
Was das Thema Faulpelze betrifft. Wenn jemand der Meinung ist, daß es kompletter Irrsinn ist sich zu Tode zu schuften, ist es seine Freiheit (er hat ja auch Recht).
Wenn er einen alternativen Lebensstil findet, wie er mit wenig Arbeit seinen Lebensunterhalt bestreitet, gönne ich es ihm vom ganzen Herzen und beneide seine Weisheit.
Wenn er seinen Lebensunterhalt auf Dauer und mit voller Absicht aus meinem Geld bzw. Steuergelder bezieht, ist er ein Parasit.
mit einem neoliberalistischen achselzucken so wie du nach dem
motto „selbst schuld!“ ihrem schicksal überlassen??? und der
rest ist dann ein job für die anti-aufruhr-streitkräfte der
polizei, was?
Arbeit als Mittel um den Mob vom Randalieren abzuhalten. Die war die Argumention der Fabrikbesitzer des 19ten Jahrhundert zum Thema kürzerer Arbeitszeiten.
Natürlich könnten diese Arbeitslosen ihr Leben dennoch sinnvoll gestalten; kostenarme Hobbies, Innitiativen, Vereine, Kunst und Kultur, ehrenamtliche Tätigkeiten. Seltsamerweise trifft man in diesen Bereiche meistens Menschen, die sowieso genug Arbeit haben.
Gruß
Carlos