Es tut mir Leid das so direkt sagen zu müssen, aber in der Antwort ist so viel einfach sachlich falsch, dass ich es nicht mehr umschreiben will/kann.
In dem Fall brauchst Du Psychologie lieber nicht
an einer Universität :studieren.
Da lernt man im wesentlichen bloß, den Mensch als
„Arbeitsfaktor“ aufzufassen und bei ‚Betriebsstörung‘ so lange
methodisch hin und her zu biegen, bis es ihm gelingt,
wieder weiter zu funktionieren.
Falsch. Ziel des Psychologiestudiums ist das Verstehen der Menschlichen Psyche (Erleben und Verhalten), ihre Beschreibung und dem Beobachten und Verändern auf wissenschaftlicher Basis.
Die „Wiederherstellung der Funktionalität“ ist das Ziel der Psychotherapie, nicht der Psychologie.
Willst Du auf wahrhaft „menschlicher“ Ebene mit Menschen
arbeiten - also lediglich die Qualifikation erwerben,
psychische Probleme von den Ursachen her zu verstehen
und den Weg zu deren Überwindung zu vermitteln ohne
dafür Geld oder sonst eine Gegenleistung zu verlangen
-, dann gibt es eigentlich nur eines, was Du dringend
unternehmen solltest. Und zwar Dich selbst in eine
therapeutische Verarbeitung aller Deiner bisherigen,
meisstenteils wahrscheinlich ins „Tiefe Unbewusste“
verdrängten Erfahrungen zu begeben.
Das Verständnis der psychischen Ursachen von Problemen (man könnte mit einer Diskussion um „Problem im psychologischen Sinne“ Bücher füllen) wird über die Fächer „Klinische Psychologie und Therapie“ und „Störungen des Erlebens und Verhaltens“ (Benennung variiert je nach Universität) erworben, oder alternativ über die entsprechende Literatur.
Andere als die wissenschaftlich einer Prüfung unterzogenen Erklärungsansätze für Probleme fallen unter den Bereich „Esoterik“, „Halbwissen“, „Volksweisheit“ oder „Scharlatanerei“ (Übergänge fließend).
Das Verständnis der eigenen Psyche ist Teil der Ausbildung zum Therapeuten (Psychologischer Psychotherapeut als Titel), und ist notwendig, aber keineswegs hinreichend für das Ziel Menschen zu Helfen. Man kann sich noch so gut kennen und voll mit sich im reinen sein: Wenn man z.B. einer Borderlinerin allein mit „gesundem Menschenverstand“ helfen will, prophezeie ich, dass man die Persönlichkeitsstörung verschlimmert.
Personen ohne fundiertes Grundwissen, die mit Personen welche unter ernsten Psychischen Störungen zusammenarbeiten wollen, sollten dies nur unter Aufsicht und in Koordination mit Ärzten, Klinischen Psychologen, erfahrenen Psychiatrie-Pflegern oder anderweitig qualifizierten Personen tun.
Solch „Lehranalyse“ stünde ohnehin auf dem universitären
Lehrplan, wenn Du Dich nach einem halben Jahrzent
massenhaften ‚psychologischen‘ Unfugs entscheiden würdest,
eine Zusatzausbildung in Freuds Tiefenpsychologie zu erwerben.
Falsch. Freud hat die Psychoanalyse begründet, nicht die Tiefenpsychologie. Der Begriff Tiefenpsychologie stammt von Bleuler.
Lehranalyse als Begriff gilt auch nur in dieser Ausbildungsform, verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Institute nennen dies Selbsterfahrung.
Freud selbst hat dazu übrigens ein kleines
interessantes Büchlein geschrieben…
…welches Freuds Meinung darstellt. Freud hatte sich immer einer wissenschaftlichen Überprüfung seiner Ideen verweigert. Ergo: Was Freud sagt ist nicht unbedingt Psychologie.
Für den Beitragsteller:
Ich empfehle dieses Buch:
http://www.amazon.de/Psychologie-Philip-G-Zimbardo/d…
Es gibt den mEn besten Überblick über das Thema und das was dich im Studium erwartet.
Zweitens: Wer später mit erwachsenen Menschen therapeutisch arbeiten will (nicht seelsorgerisch oder einfach nur lieb mit ihnen auskommen!), braucht zwingend den Master für die Weiterbildung und die damit verbundene Zulassung als Therapeut. Punkt.
Man kann auch als „privatgelehrter“ den Heilpraktiker, eingeschränkt auf Psychotherapie erwerben, aber bisher habe ich nur eine einzige „Therapeuten-Heilpraktikerin“ getroffen, der ich irgendeine Kompetenz über den Bereich der Lebensberatung und Seelsorge heraus zusprechen würde.