‚Informes y testimonios‘
Lieber Sam,
Lieber Oliver,
Dort wird oftmals in erster Linie
Psychoanalyse gelehrt (z.B. Südamerika),
Wo haben Sie diese Information denn gefunden?
in Argentinien soll es meiner argentinischen ehemaligen
Schülerin zufolge tatsächlich so sein. Daneben kennt
Südamerika aber auch einige Festungen des radikalen
Behaviorismus.
Aha - Nur letzteres war mir bekannt, aus Argentinien kenne ich niemanden - aber dafür gibts ja www. Vielleicht kennt Branden auch so jemanden?
BTW: Die globale Verteilung der Hochburgen verschiedener
Schulrichtungen mag für uns zwar von vergnüglichem Interesse
sein (sozusagen das „Stratego“-Spiel für Psychologen und
Vertreter benachbarter Disziplinen; nach dem Motto: „unser
Auftrag heute: Besetze Südamerika!“
.
-)) Das ist gut!
Es erscheint mir aber
fraglich, ob diese Verteilung für einen potentiellen
Psychologiestudierenden in Deutschland von Belang ist.
Das ist natürlich nur dann die Frage, wenn es darum geht, im Ausland ein Studium zu machen, dass anders als in Deutschland ausgerichtet ist - z.B. analytisch. Dann kann sich das Arbeiten in Deutschland aber ggf. als schwierig erweisen: Für das Führen des Hochschulgrades „Diplom-Psychologe“ in Deutschland muss eine Genehmigung des Wisschaftsministeriums vorliegen. Diese wird dann auf Antrag erteilt, wenn der Hochschulgrad ordnungsgemäß an einer zu Verleihung anerkannten ausländischen Hochschule erworben wurde. Es muss allerdings bei möglicher Verwechslungsgefahr des Grades mit deutschen Hochschulgraden die Herkunft in Klammern dazu gesetzt werden.
Arbeiten als Psychologe kann man ggf. ohne Probleme mit einem ausländischen Abschluss auch ohne eine derartige Genehmigung - für die Berufsausübung ist bislang noch keine behördliche Anerkennung des ausländischen Abschlusses notwendig, dies ist erst dann der Fall, wenn ein ausländischer Hochschulgrad geführt wird. Im Normalfall entscheidet der Arbeitgeber über die Akzeptanz des Abschlusses, allerdings ist dabei wenig Hoffnung zu machen, wenn man vorstellig wird ohne in Deutschland anerkannten Abschluss. Häufigste Arbeitgeber sind noch immer im Öffentlichen Dienst zu finden (z.B. Kliniken), die vertragliche Bindungen mit Kostenträgern (z.B. Krankenklassen) haben und denen sie mit großer Häufigkeit eine Bescheinigung der Gleichwertigkeit der Qualifikation ihrer Mitarbeiter beibringen müssen. Diese Gleichwerigkeit muss ggf. nachgewiesen werden, leichter ist dies für Abschlüsse, die in einem EU-Land erworben wurden. Dann wird bei Vorliegen eines abgeschlossenen dreijährigem Studiums bei erworbenem Titel diese Gleichwertigkeit anerkannt.
Die Genehmigung zur Tätigkeit als Psychotherapeut ist dies schon schwieriger, er wird immer auf Gleichwertigkeit der Ausbildung geprüft und ggf. werden Auflagen wie Lehrgänge oder Eignungsprüfungen gemacht.
Allerdings sind mir noch ganz andere Dinge aufgefallen, auf
die Du leider, leider nicht eingegangen bist und die deutlich
relevanter sind.
Ja, ich war zunächst auf Brandens Antwort gespannt.
Zum Beispiel, daß Schmidt-Branden die
Lerntheorie (sic!) ins Hauptstudium verbannt hat,
Die man so ziemlich als erstes im Studium kennen lernt.
unterstellt, daß Verhaltenstherapie und kognitive Methoden generell im
Hauptstudium gelehrt werden,
Ja, er kennt keine Allgemeine Psychologie, die derartige Dinge bereits in den ersten beiden Semestern darstellt.
und die Erkenntnisse der
Grundlagenfächer als „langweiligen Kram“ bezeichnet.
Ja, das ist natürlich Quatsch, der mich aber bei Branden nicht wundert - kennt er doch weder Fach noch Studieninhalte als Abbrecher. Da passt es auch, dass er die Ausbildung als „langweiligen Kram“ bezeichnt. Auch ist selbstverständlich keine Vergleichbarkeit zur Medizin gegeben.
Da frage ich mich doch, wie jemand, dem die notwendigen Grundlagen
(„die Pflicht“) fehlen, in der Kür bestehen will.
Ja, Branden suggeriert, dass das Grundstudium unwichtig ist und die eigentlichen Lehrinhalte erst im Hauptstudium auftreten würden.
Beste Grüße,
Oliver
Beste Grüße und einen schönen Abend,
Sam