Werden dort grundsätzlich auch Tests durchgeführt, oder
erfolgt die Diagnose eher nur durch Einzelgespräche?
in der regel ja, um die diagnose zu sichern. ist aber auch eventuell entbehrlich, wenn vom vorbehandler die daten z.b. übermittelt wurden (gegen einverständniserklärung!)
Werden in der Psychiatrie eigentlich grundsätzlich Medikamente
verabreicht?
nein. nur nach bedarf. die ärztlichen verordnungen sind immer nur vorschläge, die der patient selbst für sich annehmen oder ablehnen kann. das ist doch bei allen ärztlichen verordnungen so: der arzt empfiehlt eine bestimmte behandlung (hier: einsatz von tabletten) und der patient stimmt zu. muss er aber nicht, er kann auch mit dem arzt besprechen, was er selbst für richtig hält und ob es auch so geht. ausnahme in der psychiatrie ist selbst- und fremdgefährdung. wenn man mit der einnahme von einem medikament nicht einverstanden ist, kann man das sagen, besprechen und wird im allerschlimmsten fall mit einem schlechtgelaunten und narzistisch gekränkten arzt konfrontiert, der einem sagt, man solle sich woanders behandeln lassen. das passiert aber nicht oft.
Gibt es einen groben Richtwert, wieviele Sitzungen
durchschnittlich notwendig sind?
nein. den gibt es nicht. es gibt nur eindeutig festgelegte geldkontingente von der krankenkasse, die, geteilt durch therapiestundenpreis, eine anzahl an stunden im „gesamtpaket“ ergeben: 25 oder 50 stunden
Ich könnte mir vorstellen, dass ein neu aufgenommener Patient
ja recht schnell an Angeboten der Klinik teilnehmen sollte,
bevor eine abschließende Diagnose überhaupt erstellt werden
konnte.
klar, so ist es. macht doch auch sinn, die angebote wahrzunehmen, dafür sind sie da.
Gibt es da eine Art ‚allgemeine Therapie‘ die erst Mal für
jedes Krankheitsbild ‚taugt‘, und falls ja, was wäre dies?
(Ergo-, Kunst-, Musiktherapie) oder auch schon
spezielle/allgemeine Gruppentherapien?
für die meisten aller psychischen störungen ist das gespräch mit einem profi und das gespräch mit anderen patienten in der gruppe sehr hilfreich. daher kann man die positive wirkung generell für die meisten unterstellen, aber auch das wird ärztlich vorher verordnet und individuell auf jeden patienten abgestimmt. das stationsteam entscheidet da in der regel mit, was sinn macht.